Stabi-Training, Sturz-und Sarkopenie-Prophylaxe

So, 21. August 2022 2 Kommentare

Alles drei oft unterschätzt und doch so wichtig bei fortschreitendem Alter

Auch wenn man wie ich fast sein ganzes Leben Sport gemacht hat – in verschiedenen Lebensphasen durchaus unterschiedlich intensiv, auch meinen Gelenk-OPs geschuldet – verliert man an Kraft und Muskelmasse, wenn man das nicht ganz gezielt trainiert. Ab dem Alter von 30 Jahren sind es ca. 1% pro Jahr wenn man nicht dagegen steuert. Warum sind Muskelmasse und Muskelkraft so wichtig? Stabilität, Kraft- und Kraftausdauer sind die Lebensversicherungen im Alter.

Ohne ein intakte Muskulatur wird der Gang im Alter zunehmend unsicherer, unbeabsichtigtes Stolpern kann nicht mehr abgefangen werden und führt auch mangels Stabilität zu Stürzen. Dies ist nicht selten, wenn Knochenbrüche damit einhergehen (der klassische Oberschenkelhalsbruch), das Ende der Selbstständigkeit und der Anfang einer Pflegebedürftigkeit. Bei Frauen verstärkt sich dieser Effekt noch durch Osteoporose, Männer sind davon deutlich seltener betroffen.

MTB mit Andreas Brückner von Vitova
Mit meinen Fitness-Coach Andreas Brückner von Vitova auch mal abseits des Studios auf dem MTB unterwegs

Trotz allem waren Krafttraining und das Fitness-Studio wider besseres Wissen nicht meine besten Freunde. Aber Freundschaften müssen ja bekanntlich gepflegt werden. Vor über einem Jahr habe ich daher beschlossen, mein spezielles Kraft-, Fitness- und Stabilitätstraining wieder aufleben zu lassen im Vitova-Medifit-Studio in Wiesbaden-Nordenstadt. Und ja, es hat viel gebracht, bei übrigens ’nur‘ zwei Krafttrainings-Einheiten pro Woche, neben meinen sonstigen regelmäßigen Sportarten wie Laufen, MTB und Tischtennis und gelegentlichem Bergwandern. Dies nicht nur gefühlt, sondern Dank der InBody-Technik auch messbar schwarz auf weiß. Neben der Tatsache, dass meine Schulterprobleme auf Grund einer vor Jahren gerissenen Infraspinatus-Sehne und das immer mal wieder aufflammende Muskelzwicken im Oberschenkel, der 2018 revisionierten Hüft-TEP, komplett verschwunden sind, zeigen auch die Vergleichswerte im Abstand von einem Jahr eine messbare Verbesserung der Muskelkraft und Muskelmasse, ein reduziertes Gesamtkörperfett sowie ein signifikant reduziertes Viszeralfett (das böse nicht sichtbare Bauchfett), bei gleichzeitigem Gesamtgewichtsverlust – ohne dass ich dabei übrigens meine Ernährung geändert oder umgestellt habe.

Warum schreibe ich das hier:

Ich möchte alle motivieren, egal im welchem Alter, gezieltes Kraft-Training, anfangs zwingend unter Anleitung, zu beginnen. Dazu unbedingt auch noch Stabilitätstraining auf einem Wackelbrett, im Einbeinstand oder Ähnlichem einzubauen. Auf den Rat meiner Physiotherapeutin putze ich mir z.B. seit ca. 2 Monaten täglich die Zähne im Einbeinstand. Anfangs noch mit leichter Finger-/Hand-Untertützung, um nicht umzufallen, inzwischen ist das nicht mehr notwendig. Als nächste Stufe werde ich das dann auf einem Balance Pad versuchen. Das kostet keine zusätzliche Zeit und ist wirklich extrem effektiv. Für alle mit künstlichen Gelenken ist das Thema Muskeln und Stabilität selbstredend nochmal wichtiger.

Um meinen Beitrag auch wissenschaftlich etwas zu untermauern, empfehle ich Euch unbedingt nachfolgende Podcast-Folge von Prof. Dr. Ingo Froböse und dem Sportmoderator Peter Großmann zum Thema Krafttraining aus der sehr kurzweiligen Podcastreihe „Die wundersame Welt des Sports“.

Gesundheitsworkshop am 17.9.2022 in Bonn

Mit künstlichen Gelenken oder Arthrose beweglich sein und bleiben 

Slowjogging, Stabilitätstraining und Sturzprophylaxe, Fachvorträge zu Ernährung und zur Digitalisierung im Gesundheitswesen, sowie Rahmenprogramm

Hüft- und Knie-TEPler, d.h. Menschen mit künstlichen Gelenken sowie von Arthrose Betroffene, treffen sich zum Austausch und zur bewegungsfreudigen „Weiterbildung“ zu einem „Gesundheitsworkshop“ in Bonn, Nordrhein-Westfalen: 
Vom 16. bis 18. September findet dort der 3. TEPFIT-Gesundheitsworkshop unter dem Motto: „Mit künstlichen Gelenken oder Arthrose beweglich sein und bleiben“ statt. 
Das Programm mit einem Chefarzt-Vortrag zur Ernährung, einem Vortrag über die neuen digitalen Möglichkeiten im Gesundheitswesen, Einführung und Ausprobieren des gelenkschonenden Slowjoggings, sowie Stabilitätstraining und Sturzprophylaxe unter fachlicher Anleitung wendet sich sowohl an bereits operierte TEP-Träger als auch an von Arthrose betroffene Menschen, die zum einem erfahren wollen, wie man ein künstliches Gelenk ggf. etwas aufschieben kann und zum anderen wissen möchten, was bzw. wie man alles wieder sportlich mit künstlichen Gelenken machen kann!

Veranstalter: ArthroseKompetenzNetzwerk TEPFIT e.V. zusammen GK-Bonn und alley

Ort: Cafeteria des Gemeinschaftskrankenhause St. Petrus in Bonn, Bonner Talweg 4-6, D-53113 Bonn
Preis:EUR 30,00(*) inkl. kleinem Mittags-Lunch und Getränken am 17.09.2022
Vereinsmitglieder zahlen nur EUR 8,00(*)
(*) Übernachtung, Abendessen und Rahmenprogramm sind nicht im Preis enthalten

Hier geht’s direkt zur Anmeldung – Anmeldeschluss 19.08.2022
(Die Teilnehmerzahl ist auf max. 50 begrenzt)

Workshop-Programm am Samstag, den 17. September

09:30 – 10:00 UhrBegrüßung Vereinsvorstand und Partner-Vertreter (alley, GK-Bonn)
10:00 – 10:45 UhrFachvortrag „Ernährung bei Arthrose und mit künstlichen Gelenken“
Dr. med. Markus Menzen, Chefarzt des Diabeteszentrums, GK-Bonn
11.00 – 11:45 UhrDigitalisierung im Gesundheitswesen, (DiGA, ePA, eRezept und Co)
Manuel Mandler, Gründer und CCO bei alley
12.00 – 14.00 UhrMittagspause, Lunch und Zeit zum Austausch 
14.00 – 15.00 UhrStabilitätstraining und Sturzprohylaxe Julia Babczynski
Leiterin der therapeutischen Dienste im GK-Bonn (*)
15:15 – 17.00 UhrSlowjogging mit der zertifizierten Slowjogging Trainerin und
TEPFIT-Gruppenmitglied Petra Broszat (Outdoor) (*)

(*) Bitte für die Programmpunkte am Nachmittag bequeme Sportschuhe oder Sneakers (ohne Absätze) dabei- oder anhaben.


Rahmen- und Partnerprogramm:

Freitag, den 16.9.2022 
Um 17:00 Uhr für alle, die bereits angereist sind, eine priv. Führung Schloß Drachenburg – Findet nur bei mind. 10 Teilnehmer statt. Danach ca. 19:30 Uhr für alle bereits am Freitag Anreisende ein gemeinsames Abendessen.

Samstag, den 17.09.2022 

Tagsüber:Für mitreisende Partner je nach Anzahl und Bedarf ein Partnerprogramm.
Abends:Abschluss-Beisammensein und Austausch mit gemeinsamen Abendessen.

Lebenslange Achtsamkeit mit künstlichen Gelenken?

Do, 14. Juli 2022 1 Kommentar

… und wie und wo bekomme ich eigentlich die richtigen Informationen dazu


Zunächst die gute Nachricht:
Im Alltag und im Sport muss man nach kompletter Ausheilung einer Hüft- oder Knie-TEP kaum etwas beachten und kann das Implantat prinzipiell aus seinem Gedächtnis streichen.
Aber die, wenn auch geringe Gefahr, dass sich längere Zeit nach dem Einsatz ein Kunstgelenk infizieren kann, ist leider nicht ganz auszuschließen, kann aber mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen bis zu einem Promillebereich minimiert werden.

Oft stellen wir jedoch fest, dass Patienten nach einem künstlichen Gelenkersatz gerade zu diesen wichtigen und auch in Eigenverantwortung stehenden Vorsichtsmaßnahmen nicht oder nur unzureichend aufgeklärt werden.

Nachfolgend der Versuch einer Einordnung der Fakten und Sensibilisierung der Betroffenen:

Bis zu zwei Jahre nach einer Implantation besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, dass danach abflacht aber nie komplett ausgeschlossen ist. Eine Infektion des Kunstgelenkes ist der Supergau, der nur mit größter Erfahrung, frühzeitiger Diagnose und zeitnaher Therapie zu beherrschen und in dem meisten Fällen mit einer Revisions-OP verbunden ist. Das bedeutet für den Betroffenen eine lange Leidenszeit und Ungewissheit, ob die Infektion am Ende der Behandlung auch vollständig ausgemerzt ist.

Worauf muss ich achten?
Bei allen bakteriellen Infekten und Eingriffen, die Bakterien freisetzen können, gilt erhöhte Wachsamkeit – ganz besonders in den ersten zwei Jahren nach der Operation.

Wie erkenne ich, ob eine Infekt viral oder bakteriell ist?
Im Zweifel als medizinischer Laie überhaupt nicht und deshalb immer einen Arzt hinzuziehen.
Ein Anhaltspunkt für eine bakterielle Infektion kann aus Wunden austretender Eiter sein (z.B. ein eitriger Zeh- oder Fingernagel). Katzen- und Zeckenbisse können sich auch rasch infizieren und bakteriell verunreinigt werden. Aber auch ein sicher für viele vermeintlich eher harmloses Gerstenkorn am Auge ist ein bakterieller Infekt und sollte daher immer von einem Augenarzt mit Hinweis auf das künstliche Gelenk behandelt werden. Auch eine Blasenentzündung ist immer bakterieller Art und erfordert daher höchste Beachtung.
Ein viraler Infekt ist z.B. eine Erkältung, Grippe oder auch aktuell Covid und daher für das Kunstgelenk zunächst ungefährlich. Zu beachten ist allerdings, dass durch die vorgenannten Infekte das Immunsystem etwas geschwächt wird und sich dann aus einem viralen Infekt auch ein bakterieller entwickeln kann. Deshalb auch hier im Zweifel einen Arzt aufsuchen.

Bei welchen Eingriffen besteht die Gefahr einer Infektion für die TEP?
Gerade dieses Thema wird oft kontrovers diskutiert – auch in den orthopädischen Fachgesellschaften. Weitgehend gesichert ist die Erkenntnis, dass bei blutigen Zahneingriffen (Extraktion, Zahn-Implantate) auf Grund der vielen Bakterien im Mund, eine antibiotische Behandlung angeraten ist. Bei einer professionellen Zahnreinigung gehen die Meinungen auseinander. Als Anhaltspunkt raten wir, immer abgestimmt mit dem Zahnarzt und ggf. auch mit dem Operateur, dann einen sog. Single-Shot (Einmalgabe eines Antibiotikums vor der Behandlung) zu nehmen, wenn es bei der Zahnreinigung zu starten Blutungen kommt, z.B. auf Grund einer Parodontose.
Auch eine Darmspiegelung birgt die Gefahr einer bakteriellen Infektion und sollte in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt antibiotisch abgedeckt werden.
Die jeweiligen Fachärzte sollten mehrheitlich wissen, können aber nur korrekt handeln, wenn Sie als Patient auch auf Ihr Kunstgelenk vor der Behandlung hinweisen.

Begünstige ich damit Antibiotika-Resistenzen?
Auch diese Frage wird stets kontrovers diskutiert. Das Hauptproblem der Antibiotika-Resistenzen ist allerdings nicht die Verabreichung bei medizinischer Notwendigkeit, sondern der überbordende Einsatz in der Massentierhaltung.
Es gilt für jeden selbst abzuwägen: Riskiere ich eine Infektion meines künstlichen Gelenkes durch Ablehnung von Antibiotika oder möchte ich das bestehende Restrisiko weiter minimieren.

Woher und wie bekomme ich die richtigen Informationen?
Genau diese Frage wurde vor kurzen in unserer Selbsthilfegruppe TEPFIT in Facebook gestellt.
Zum einen natürlich in der genannten Selbsthilfegruppe, die von Ärzten und Fachexperten begleitet wird. Außerhalb von Facebook sei auf den Verein ArthroseKompetenzNetzwerk TEPFIT e.V. hingewiesen, dessen Hauptziel valide Information für Betroffene rund um alle Themen zu Arthrose und künstlichen Gelenke ist. Wenn Sie den Verein durch einen geringen Jahresbeitrag unterstützen und aus erster Hand an Informationen wie diese kommen möchten, werden Sie einfach Mitglied.
Natürlich kann auch „Dr. Google“ helfen, aber nur wenn man auch korrekte Infos von Fake-News (in diesem Artikel finden Sie am Ende auch Links zu seriösen Informationsquellen) wirklich unterscheiden kann und ausgiebig selbst recherchiert.
Eine geprüfte Stelle, um Informationen zu einzelnen Krankheitsbildern zu finden (z.B. zum oben erwähnten Gerstenkorn) ist die Seite des Bundesministerium für Gesundheit Gesund-Bund.de. Leider wird diese Seite kaum beworben und erscheint in Suchmaschinen, wenn man nicht ganz gezielt danach sucht, selten auf der ersten Seite.

Übrigens gelten vorstehende Informationen nicht nur für Kunstgelenke sondern auch für andere Implantate wie z.B. Herzschrittmacher oder Defibrillatoren.

Bitte beachten: 
Der vorliegende Blogbeitrag dient ausschließlich zur allgemeinen Information. Die Inhalte dieses Blogbeitrages beschreiben persönliche Erfahrungen und ersetzen weder Diagnose, Untersuchung noch das persönliche Arztgespräch. Medizinische Fragen sollten grundsätzlich immer mit dem Arzt/Ärztin Ihres Vertrauens geklärt werden.

ENDOFIT, TEPFIT, ganz fit – Bewegung ist Leben!

V.l.n.r: Dirk Masuhr, Angela und Christian Fulghum, Solveig Klotz, Wiebke Schüller, Ulrike und Fritz Naeumann, Chris Schüller

Als einer der ganz wenigen Endoprothetikzentren in Deutschland biete die endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen schon seit Jahren spezielle Sportkurse zum Bergsport, Ski-Alpin, Ski-Langlauf, Mountainbike und Golf für bewegungsfreudige Menschen mit Gelenkersatz unter dem Motto „Bewegung ist Leben!“ an. An den Wochenendterminen (meist Freitag bis Sonntag) wird das natürlich fachlich und ärztlich begleitet. Die endogap dazu auf ihrer Hompage:

Spezielle von der endogap Klinik für Gelenkersatz entwickelte Kurse bieten dem Patienten nach dem Einsatz eines künstlichen Gelenkes unter kontrollierten Bedingungen die Möglichkeit wieder in den Sport zurückzufinden. Am Anfang jedes Kurses steht eine umfassende orthopädisch-sportmedizinische Untersuchung mit Kraft- und Koordinationstests, sowie einer Ganganalyse. Dies ermöglicht uns, individuelle Empfehlungen für ein gezieltes Aufbautraining zu entwickeln.

Zwei Mitglieder unserer Facebook-Selbsthilfegruppe TEPFIT (Ulrike Naeumann und Wiebke Schüller) hatten sich Anfang Juli für den Bergsport-Kurs „Bergwandern auf die Zuspitze“ angemeldet. Wiebke Schüller war so nett, uns hier Ihren „Wanderbericht“ nebst Fotos zukommen zu lassen. Viel Spaß beim Lesen und Staunen, was mit künstlichen Gelenken alles problemlos möglich ist.


Erstmals auf die Zugspitze, Wiebke Schüller, 5.7.2022

Schon vor mehreren Monaten habe ich mir aus dem Sportprogramm „endofit“ eine Bergwanderung ausgewählt. Die Tour zur Zugspitze sollte es sein.

Vielleicht vorab: die Endogap in Garmisch-Partenkirchen zählt zu den besten TEP-Kliniken Deutschlands. Ich selbst habe meine TEPs in der Endoklinik Hamburg erhalten. Soweit ich informiert bin, bieten nur wenige Endokliniken im Anschluss an OP und Reha derartige Sportprogramme. Dafür schonmal alle Daumen hoch für die Endogap! 

Denn: mit einer Eingangsuntersuchung plus fachlicher Begleitung in den Kursen kann ich mich entspannt der Challenge widmen. Allein hätte ich diese Tour nicht gemacht. Und das gilt gleichermaßen für die Kurse anderer Sportarten, die dort im Angebot sind. Oder anders formuliert: hier wird ein Anreiz geschaffen, dass man sich als TEPler traut, etwas Bewegung zu probieren!

Ich wandere gern und seit Jahren, allerdings überwiegend in den heimatlichen Mittelgebirgen und somit eigentlich immer unter 1000m NN. Ich konnte nicht so recht einschätzen, was Bergwandern in diesem Fall heißt und konkret, was auf dem Weg auf die Zugspitze auf uns zukommen würde. Also: wie steil wird es? Wie felsig? Wie trittsicher muss ich sein? Schafft man das mit „normaler“ Kondition aus Spinning- und Pilateskursen im Fitnesstudio? Wie kommen meine verbliebenen Beweglichkeitseinschränkungen mit steilen Bergen klar? 

Selbst bei der Ausrüstung war ich unsicher. Das Wetter in den Bergen schlägt (bekanntlich?) schnell um, und auch im Sommer ist von nass bis trocken und kalt bis heiß im Grunde alles möglich. Das heißt: zuviel eingepackt bedeutet auch gleich zuviele Kilo auf dem Rücken. Nicht, dass ich nicht ohnehin schon zuviele Kilo mit mir herumschleppe. Aber insbesondere die Schuhe machten mich unsicher. Denn im Bereich Trekking- und Wanderschuhe gibt es wirklich unzählige Modelle, Sohlen, Marken und Specials. 

So eine 2-tägige Tour mit Übernachtung in einer DAV-Hütte ist für mich schon wirklich spektakulär, und der Aufstieg auf Deutschlands höchsten Gipfel dann wirklich ein Jahresziel. Ich denke, selbst ohne TEPs ist das für einen normal trainierten schon nicht Peanuts. 

Was uns dann nach der sportlichen Eingangsuntersuchung erwartete, überstieg nochmal alle meine kühnsten Vorstellungen. Die Gegend um Garmisch, den Eibsee und die Zugspitze ist ausnehmend schön. Durch das himmlische Wetter haben wir Postkartenkulissen gehabt, wie man sie schöner nicht malen konnte. Zur Einstimmung ein Spaziergang um den Barnsee und abends ein Kennenlernen beim Italiener – in der Organisation wurde an alles gedacht. Und unsere Begleiter strömten nicht nur fachliche Kompetenz und Offenheit aus, sondern auch unheimlich viel Sportsgeist und menschliche Sympathie. 

Mein ganz persönlicher Sherpa war – obwohl ich das ursprünglich nicht geplant hatte – auch dabei. 

Letztendlich startete unsere Tour an der Partnach-Klamm und Tag eins endete an der Reintalangerhütte. Bestes Wetter und abwechslungsreiche Wege im Tal. An der Hütte die Füße ins eiskalte Wasser der Partnach gehängt und natürlich lecker gegessen. Der zweite Tag begann um 6 Uhr morgens etwas bewölkt mit dem Aufstieg zur Knorrhütte. Der hat’s schon ganz schön in sich. Vor allem habe ich festgestellt, dass ich bei Steigen mit meiner leider nicht ganz 90Grad-Beugung im einen TEP-Bein nicht immer ganz sicher hintreten kann. Es ging trotzdem, wenngleich die zweite Hürde ist, erstmal seine Moves bzw. Trittlänge auf die Gegebenheiten einzustellen und im Fels die richtigen Stellen zu finden. An der Knorrhütte gabs ein leckeres Frühstück und wie auf Bestellung die nächste Wetterlage: einmal richtig schön Wind und Regen. Nicht, dass wir überflüssiges Zeug mitgeschleppt hätten und außerdem ist die Lichtsituation an den Gipfeln mit Wolken und Regen gleich eine ganz andere. Faszinierende Natur. Ebenso faszinierend die Pflanzen am Wegrand. 

Insgesamt 1200 weitere Höhenmeter waren es am zweiten Tag und ganz ehrlich habe ich die Tour ganz ordentlich in den Knochen gespürt. Ab etwa 2000m Höhe war mir auch etwas schwindelig oder sagen wir, offensichtlich war die Höhenluft ungewohnt.
Aber schlussendlich waren alle glücklich und zufrieden am Ziel und ich das erste Mal in meinem Leben auf Deutschlands höchstem Gipfel. Zu Fuß!

Wiebkes Fazit:

Was bei der Waschmaschine Calgon ist, sind bei einer Hüft-TEP die endofit-Sportkurse! Trau Dich!


Grenzüberschreitendes Arthrose Netzwerk gestartet

Arthrose Selbsthilfe neu gedacht. Erstmals haben sich betroffene Patient*innen mit Gelenkspezialisten und Therapeut*innen vernetzt und gemeinsam das grenzüberschreitende ArthroseKompetenzNetzwerk TEPFIT e.V. gegründet. 

Seit Jahren sind die beiden Selbsthilfegruppen „Das Arthrose Forum Austria“ und „TEPFIT® – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)“ eng vernetzt, wenn auch mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten, aber mit gleichen Zielen: Maximale und seriöse Aufklärung für Betroffene von Arthrose und Personen mit künstlichen Gelenken. Da war es nur logisch, nach nunmehr sieben Jahren grenzüberschreitender gemeinsamer Aktivitäten sich noch professioneller und noch enger gemeinsam aufzustellen. 

Die Gründungsversammlung für das ArthroseKompetenzNetzwerk TEPFIT e.V. erfolgte im Mai 2022. Der Vorstand ist besetzt mit Vertreter*innen der Arthrose Selbsthilfe in Österreich und Deutschland, Barbara Egger-Spiess, Angelika Eisenhut und Peter Herrchen sowie Physiotherapeutin Julia Babczynski und Gelenkspezialist Priv.-Doz. Dr. Ralf Rosenberger. 

Die insgesamt elf Gründungsmitglieder sind alle Expert*innen in ihrem Fach, sei es Orthopädie und Gelenkchirurgie, Physiotherapie oder Wegbereiter*innen und Gründer*innen der Arthrose Selbsthilfe. 

Die ausführliche Pressemeldung gibt es hier.

Barbara Egger-Spiess (Co-Vorsitzende) und Peter Herrchen (Vorsitzender) v. r. n. l.

Ausführliche Informationen zum Verein finden Sie auf der Vereins-Webseite. Dort können Sie auch unkompliziert Mitglied werden und benötigen als Mindestbeitrag nur einen Gesundheits-EURO pro Monat. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Initiative unterstützen. Vielleicht haben wir ja auch Ihnen die letzten Jahre mit unseren Informationen, mit Zuspruch, mit Tipps, mit Mut machen und einer Begleitung auf Ihrem Behandlungspfad geholfen und Sie möchten uns mit Ihrer Mitgliedschaft helfen und unterstützen, um

– unser gemeinsames Netzwerk stetig und konsequent weiter auszubauen.

– alle Ressourcen in dem Bereich zu bündeln.

– von vielen länderübergreifenden Experten und Spezialisten zu profitieren.

– sich selbst aktiv einzubringen.

– sich bei gemeinsamen Veranstaltungen – zwei finden noch dieses Jahr statt – mit Betroffenen und Experten auszutauschen.

– an den Mehrwerten für Mitglieder, die wir nach und nach schaffen und dauerhaft erweitern werden, teilzuhaben.

Wir freuen uns auf Sie!

Valide Informationen in der digitalen Welt

Über Fehl- und Falschinformationen in den Untiefen des WorldWideWeb – gerade auch zu den Themen Arthrose und künstliche Gelenke – habe ich schon einige Male hier berichtet.
Leider machen diese auch vor Klinik-Webseiten nicht halt (siehe gerne die Beiträge Kann man Informationen auf Klinik-Webseiten immer glauben? oder auch Der mündige und aufgeklärte Online-Patient – eine Herausforderung für Betroffene und Ärzte).
Mit Christina Auffenberg von alley habe ich darüber gesprochen, wie valide und verlässliche Informationen im Netz zu erhalten, sowie verifizierte digitale Angebote zu finden sind.
alley ist die smarte Begleiterin bei Arthrose in Knie und Hüfte und sorgt für einen optimalen Behandlungsweg. alley bereitet zudem auf Behandlungstermine vor, unterstützt und koordiniert diese, bietet den Betroffenen individuelle Videos und Übungen an, liefert passgenaue Informationen und steht zudem auch ganz analog mit einem Care Management Team Patienten und Ratsuchenden zur Seite.

Im nachfolgenden knapp 8-minütigen Interview geht es darum, welche Informationen Betroffene, wann und warum benötigen und wie diese am besten zu erhalten sind. Dabei sind unsere nunmehr siebenjährigen Erfahrungen aus unserer TEPFIT-Selbsthilfegruppe natürlich eingeflossen.

Patientenreisebegleiter – ein neues Berufsbild?

Wer dabei an Meer, blauen Himmel und Berge denkt, liegt allerdings nicht ganz richtig.

In der Medizin setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass nicht singuläre Therapien bei verschiedenen Behandlern zielführend sind, sondern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Krankenhäusern, medizinischen Zentren, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern und je nach Krankheitsbild und Diagnosen mit weiteren medizinischen Partnern. Die Patienten sollen dabei optimal begleitet werden und durch bestmögliche Informiertheit befähigt werden, selbstbestimmt zu entscheiden. Bereits erfasste medizinische Daten und Diagnosen sollen nicht immer wieder neu erhoben werden, sondern den Behandlern beim Patientenbesuch direkt zur Verfügung stehen. Die englischen Begriffe wie „Patient Journey“, „Patient Empowerment“ oder „Value Based Healthcare“ werden hierbei oft verwandt.

Das Unternehmen alley beschäftigt sich seit über zwei Jahren genau mit diesem Themenkomplex und hat für den orthopädischen Bereich der Knie- und Hüftgelenk-Beschwerden eine medizinische Plattform mit einer datenbasierten Qualitätstransparenz entwickelt, einhergehend mit der Optimierung von Therapie und Versorgung, der die Patienten über deren gesamten Behandlungsweg möglichst individuell begleitet.

Das klingt etwas kompliziert und daher ist es wichtig, dass der Patient auf dieser Reise mitgenommen wird. Dafür braucht es den „Patientenreisebegleiter“ oder auch den „Kunden(Patienten)-Betreuer“ – oder soll ich diesen Anglizismen konform „Patient Journey Manager“ nennen?
Dies kann eine telefonische Beratung und Betreuung bei Fragen sein, wie es alley z.B. aktuell mit ihrem Care Management anbietet. Aber auch Selbsthilfegruppen können diese Rolle übernehmen. Dabei ist es wichtig, möglichst valide Informationen zum Krankheitsbild zur Verfügung zu stellen und den Betroffenen Mut zu machen, sich offensiv und positiv den Herausforderungen nach einer Diagnose Hüft- oder Knie-Arthrose zu stellen. Die Facebook-Gruppe TEPFIT hat sich hier über die letzten Jahre einen Namen gemacht. Als Gründer dieser Gruppe, hat mich alley zu einem Interview eingeladen. Neben meiner eigenen langjährigen Patientenreise ging es auch darum, Betroffenen mit auf den Weg zu geben, dass mit viel Eigeninitiative auch bei scheinbar schlechten Voraussetzungen und Diagnosen, ein gutes Ergebnis und ein sportliches, bewegtes Leben mit Spaß und Lebensfreude möglich ist. Das 15-minütige Interview gibt es auf dem alley-YouTube Kanal, der natürlich abonniert werden kann und weitere spannende Videos zu dem o.g. Themenkomplex bereit hält. Über einen Abo-Klick auf meinem TEPFIT-YouTube-Kanal freue ich mich natürlich auch.

Buchempfehlung – Titan für den Titan

Heute veröffentliche ich tatsächlich meine erste Buchempfehlung zum Thema künstliche Hüftgelenke – und man glaubt es kaum: Es ist nicht mein eigenes Buch „Mut zur neuen Hüfte“.

Naturgemäß habe ich mich sowohl vor meiner eigenen Buchveröffentlichung als auch danach intensiv mit der verfügbaren Literatur zu ähnlichen Themen beschäftigt und eine zweistellige Anzahl in meinem Bücherregal stehen. Da gibt es neben Büchern mit Halbweisheiten und Unwahrheiten zur erfolgreichen Arthrosebehandlung und wundersamen Arthroseheilung, auf der einen Seite fachliche Ratgeber und auf der anderen Seite Patienten-Erfahrungsberichte. Unser eigenes Buch liegt wohl irgendwo dazwischen. Für mich als Betroffener mit inzwischen über viele Jahre erworbenem Fachwissen ist es wirklich erschreckend, welche Bücher, auch mit und von renommierten Ärzten, hier teils auf dünnen und groß geschriebenen wenigen 50 Seiten mit eigenem Inhalt für einen viel zu hohen Preis veröffentlicht werden.

Ganz anders das Buch von Klaus Baumann, welches ich Euch wirklich ans Herz legen möchte.
In einem persönlicher Erlebnisbericht läßt uns der Autor humorvoll, authentisch und sehr persönlich auf einhundertsiebzig kurzweiligen Seiten an seiner Gefühlswelt auf dem Weg von den ersten Schmerzen, der Diagnose, dem Verdrängen, der Liebscher & Bracht Hoffnung, der Entscheidung, den Unsicherheiten, den Zweifeln, der OP, der Reha und dem Training bis zu seinem sportlichen Ziel nach der Operation teilhaben. Dazu passt dann auch der Untertitel „Mein holpriger Weg zu zwei künstlichen Hüftgelenken“.

Meine anfängliche Skepsis, ob 170 Seiten ohne Bebilderung – mit Ausnahme einiger Info-Boxen – wirklich interessant und lesenswert bei diesem doch eher ernsten Thema sein können, verflog nach den ersten wenigen Seiten schlagartig. Darin beschreibt Klaus, wie er zunächst logischerweise alles ohne OP ausprobieren wollte. Dass er dabei unweigerlich auch auf meine omnipräsenten „Freunde“ Liebscher & Bracht stieß, war die logische Google-Konsequenz. Nach den ersten unhaltbaren Aussagen von L&B z.B. im Buch „Die Arthroselüge“ und Arthose sei „Ein Jahrhundertirrtum der Medizin“, beschreibt Klaus seine aufkeimende Hoffnung, ohne Operation auszukommen. Natürlich vergebens und gut, dass er auch auf unser Buch „Mut zur neuen Hüfte!!“ aufmerksam wurde. Dabei freut es mich ganz besonders, dass er erst durch unsere Recherchen erfahren hat, dass man sich zwei künstliche Hüftgelenke gleichzeitig einbauen lassen kann. Dies hat er dann auch genau so in Angriff genommen. Den Weg bis dahin, inkl. Reha und die Wiederherstellung im letzten Kapitel „Die endgültige Geburt des TEP-Titans“, habe ich mit vielen Lachern und Schmunzeln in extrem kurzweiligen gut zwei Lesestunden quasi gemeinsam mit Klaus absolviert – habe ich doch meine eigene Geschichte an vielen Stellen wiedererkannt.

Freut Euch auf extrem kurzweilige Lesestunden, die sich stellenweise wie das Lesen eines Romans anfühlen, ohne das Fachliche zu vernachlässigen. Die ein, zwei sachlichen Ungenauigkeiten, die ohnehin die Wenigsten erkennen werden, verzeiht man dabei gerne und schmälern den Gesamteindruck in keiner Weise.
Mehr zu Klaus Baumann und seinem Buch inkl. Leseproben gibt es hier.


Über den Autor

Klaus Baumann

Klaus Baumann bekam bereits im Alter von 52 Jahren zwei künstliche Hüftgelenke in einer Operation eingepflanzt. Der Jung-Titan schreibt seit seiner Kindheit, weil ihn das Formen von Sätzen stets beglückt. Nach seinem VWL-Studium absolvierte Klaus Baumann ein Redaktionsvolontariat und arbeitete als freier Journalist für Print-Magazine wie Junge Karriere, Net Business und Impulse.
Bereits seit 2005 gehören im Rahmen seiner Selbstständigkeit das Verfassen von Pressemitteilungen, Storytelling sowie das Komponieren von Redetexten zu seinem Alltag. Auch privat hat ihn die Obsession des Schreibens nie verlassen: Reisetagebücher über Radtouren durch Europa sowie Kurzgeschichten faszinieren ihn. Zudem verfasst er ehrenamtlich seit 2015 humoristische Kolumnen für ein Fanmagazin eines Noch-Zweit-Liga-Fußballvereins (Auflage: 56.000 Stück).
Geboren wurde Klaus Baumann 1966 im beschaulichen Herford, wohnt in Münster und liebt Hamburg innig. Er hat eine 15-jährige Tochter.

Revolutionäre OP-Methode – TROPS und H-HIMIS haben die Marktreife erlangt

Fr, 1. April 2022 2 Kommentare

H-HIMIS – Home interior miminimal invasive Surgery 01.04.2022 by Peter Herrchen

Wie das SMSJ (Scientific Medical Surgery Journal) in seiner März-Ausgabe berichtet, ist für das in der USA bereits vor vier Jahren entwickelte neue Verfahren zur Implantation von Hüft-TEPs, welches sowohl dem starken Kostendruck der Gesundheitssysteme als auch dem Wohle des Patienten in besonderem Maße Rechnung trägt, die lange Testphase jetzt abgeschlossen und hat die Marktreife erlangt.

Bilder wie hier in der endogap – Garmisch-Partenkirchen gehören Dank TROPS wohl bald der Vergangenheit an

Unter den Namen H-HIMIS – home interior minimal invasive surgery, (übersetzt: mininmal invasive Operation in heimischer Umgebung, ‚H‘ steht dabei für hip, englisch für Hüfte) können in Erweiterung der inzwischen stark verbreiteten fachärztlichen Online-Diagnose und -Beratung, künstliche Gelenke per Live-Zuschaltung der entsprechend gebuchten Operateure ganz einfach im heimischen Wohn- oder Schlafzimmer erfolgen. Ein spezielles transportables Roboter-OPSystem – kurz TROPS genannt, dass nur zu Hause mit dem Internet verbunden werden muss, genügt. Nach vorheriger Termin-Vereinbarung mit dem Operateur, liefern die Krankenkassen TROPS mit dem passenden Implantat termingerecht frei Haus. Während Privatpatienten mit einer Prime-Lieferung innerhalb von 24 Stunden rechnen können, müssen gesetzlich Versicherte derzeit noch bis zu einem Jahr warten. „Sobald sich TROPS allerdings flächendeckend durchgesetzt hat, werden sich auch für diese Versichertengruppe die Wartezeiten deutlich reduzieren“, so der Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf Nachfrage der Endoprothese und Sport Redaktion.
Das simple TROPS-Setup ermöglicht auch den technisch weniger begabten Patienten, Familienangehörigen oder Freunden, das System einfach mit dem Internet zu verbinden und eine direkte Kommunikation mit dem Operateur aufzubauen. Alexa und Siri sind vollständig implementiert.
Steht die Online-Verbindung und der Patient hat es sich auf dem heimischen Sofa oder Bett bequem gemacht, kann es auch schon los gehen. Über 1000 Operationen wurden bereits erfolgreich in der USA durchgeführt.

Null Infektionsrisiko durch Krankenhauskeime oder COVID
Die Vorteile liegen auf der Hand:
Null Infektionsrisiko durch die gefährlichen Krankenhauskeime oder COVID, signifikante Reduzierung der Anzahl der OP-Räume und des zugehörigen OP- und Pflege-Personals, keine OP Teams mehr notwendig und massive Betten-Einsparungen in den Kliniken, um nur einige der Vorteile zu nennen.
Dazu kommt natürlich das Wohlfühlambiente des Patienten als einer der größten Pluspunkte. Statt in Zwei- oder Dreibettzimmern in fremden Betten zu liegen, kann der Patient direkt nach der OP entspannt in seiner gewohnten Umgebung verbleiben und damit auch die teilweise schlechte Krankenhausverpflegung umgehen. Durch die in TROPS ebenfalls integrierte Online-Hilfe erlernen die Angehörigen schnell und effizient die ersten Handgriffe nach den OP. In Notfällen kann durch Drücken eines Emergency Buttons auch mit einem Facharzt sehr zügig Kontakt aufgenommen werden. Dieser Button ist allerdings nur bei privat versicherten Patienten standardmäßig aktiviert. Kassenpatienten können diese Leistung aber im Vorfeld, ähnlich wie heute bereits die IGeL-Leistungen, dazu buchen.

In Deutschland soll TROPS in ausgewählten Pilotregionen noch dieses Jahr zum Einsatz kommen, so der Erfinder Prof. Dr. Dr. med. Maximilian Templateman auf Nachfrage. Erste Verträge mit Kostenträgern in Deutschland wurden bereits abgeschlossen und die immer noch andauernde Corona-Pandemie verleiht dem Projekt einen zusätzlichen kräftigen Schub. Es gibt lt. seiner Aussage aber auch noch kleine Herausforderungen zu meistern. Bei einigen der ersten OPs hat das Zusatzmodul AA (anesthesia automation) nicht immer zuverlässig funktioniert. Bug-Fixes werden hierzu bereits im Mai 2022 erwartet.

Eine Milliarde Einsparung jährlich
Nach ersten Berechnungen des Gesundheitsministeriums, könnte bei einer Kostenreduzierung von ca. 5000,00 EUR pro OP und derzeit ca. 200.000 Hüft-OPs jährlich, eine Milliarde pro Jahr eingespart werden.
Und das ist erst der Anfang:
Für 2023 und 2024 sind bereits die Module K-HIMIS und S-HMIS angekündigt. ‚K‘ und ‚S‘ stehen dabei für das englische knee and shoulder, nicht zu verwechseln mit head and shoulders!

OP-Säle werden überflüssig
„In 10 – 15 Jahren wird jeder OP-Saal weltweit überflüssig sein“, so der sehr optimistische Prof. Dr. Dr. med. Templateman. Er geht davon aus, dass TROPS bis dahin für jegliche Art von Operationen problemlos eingesetzt werden kann.

Kann man Informationen auf Klinik-Webseiten immer glauben?

Sa, 5. März 2022 3 Kommentare

In meinem Beitrag aus 2019 zum Thema Fake-News bin ich darauf eingegangen, wie man unseriöse Webseiten und vor allen Dingen unseriöse Gesundheits-Webseiten und Angebote mit einiger Sicherheit erkennen kann. Dabei bin ich aber damals tatsächlich nicht auf die Idee gekommen, dass man selbst offiziellen Kliniken-Webseiten nicht trauen kann.
Eine Klinik eines sehr bekannten und großen Klinik-Konzerns, der auf seiner Konzern-Webseite schreibt, er sei mit rund 160 Gesundheitseinrichtungen einer der größten privaten Klinikbetreiber in Deutschland, hat auf ihrer Seite im Fachbereich Orthopädie / Endoprothetik mit der EndoCert Zertifizierung geworben.
Weitere Infos zu Zertifizierungen allgemein gibt es auch hier.

Soweit so gut. Ein Mitglied hatte in unserer Facebook-Gruppe TEPFIT® gefragt, ob es Erfahrungen mit dieser Klinik gibt, da es sich dort operieren lassen wollte. Meine Antwort war, dass ich dazu keine Informationen habe, die Klinik aber lt. offiziellem Register kein zertifiziertes Endoprothetik-Zentrum sei. Daraufhin teilte mir unser Mitglied mit, dass dies aber auf der Klinik-Webseite als besonderes Qualitätsmerkmal beworben wird. Eine schriftliche Antwort der EndoCert auf unsere Anfrage hat dann das ergeben, was wir schon recherchiert hatten:
Die Klinik ist nicht zertifiziert. Ihr wurde dann eine Frist gesetzt, diese irreführende Werbung und nicht rechtmäßige Nutzung des EPZ-Gütesiegels binnen 14 Tagen zu entfernen.
Nur aus einem Grund nenne ich hier nicht den Namen der betreffenden Klinik:
Sie ist der Aufforderung sehr zeitnah und einige Tage vor der gesetzten Frist nachgekommen.

Aber was zeigt uns das?
Es gilt generell Wachsam zu sein, immer alle Informationen im Netz zu hinterfragen und wenn irgend möglich genau zu prüfen – auch wenn der Anbieter noch so seriös zu sein scheint. Dass dies nun leider auch für Seiten von Kliniken, die zu einem großen und prinzipiell renommierten Konzern gehören, notwendig sein kann, war allerdings auch für mich eine neue Erfahrung.

Knee in a Day – Dr. Pit Putzeys

Sa, 26. Februar 2022 1 Kommentar

Nachdem in den vorangegangenen vier Artikeln Christoph Schütz’s Weg von seinen beginnenden Knie-Problemen über seine Entscheidungsfindung bis hin zur OP beschrieben wurde, stellen wir in diesem letzten Beitrag Dr. Pit Putzeys, der diese Operation durchgeführt hat, ausführlich vor.

Wohl wissend, dass die ambulante Versorgung mit einem künstlichen Knie-Gelenk nur möglich ist, wenn einige Parameter wie allgemeiner Fitness- und Gesundheitszustand des Patienten, das soziale Umfeld, eine sehr sorgfältige Vorbereitung und Planung der Post-OP Phase passen, haben wir Dr. Pit Putzeys natürlich auch dazu befragt.

In Vordergrund rechts der MAKOplasty® Roboter

EuS:
Herr Dr. Putzeys, Glauben Sie, dass sich die Operation mit MAKOplasty® bei Hüfte und Knie immer mehr durchsetzen wird und worin bestehen die wesentlichen Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Operation?

Dr. Putzeys:
2016 gab es in Europa rund 20 Zentren für MAKO, 2022 bereits 136.
45000 MAKO-Operationen wurden EU-weit seitdem durchgeführt. Bei über 1100 davon stand ich als Verantwortlicher am Operations-Tisch.
Ich denke, dass die robotergestützte Knie- und Hüft-Operationen weiter ansteigen werden, weil die Literatur (über 300 peer-reviewed Publikationen) objektiv belegen konnte, dass die klinischen Resultate verbessert wurden gegenüber den klassischen Methoden: Weniger Trauma, weniger Schmerzen post-operativ und eine schnellere Heilungszeit.

EuS:
Ein ‚ambulanter‘ Knie- oder Hüftgelenkersatz ist in Deutschland eine absolute Ausnahme und vermutlich auch nicht für jeden geeignet. Was muss der Patient mitbringen, damit das erfolgreich gelingen kann?

Dr. Putzeys:
Sie haben vollkommen Recht. Nur ein Teil der Patienten kommt für eine ambulante Versorgung in Betracht. Patienten mit multiplen Vorerkrankungen und schlechtem Allgemeinzustand müssen nach wie vor stationär versorgt werden. Auch muss die häusliche Betreuung die ersten Tage nach der OP durch Angehörige gewährleistet sein.

EuS:
Meine Artikel werden hauptsächlich in deutschsprachigem Raum gelesen. Es stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen können sich in Deutschland versicherte Patienten bei Ihnen oder generell im Ausland auf Wunsch operieren lassen. Gibt es Kooperationen mit deutschen Krankenkassen oder ist das nur als Privatzahler möglich?

Dr. Putzeys:
Für die Patienten wird die Operation nach einem Antrag bei ihrer Krankenkasse auf Grund einer EU Verordnung in der Regel komplett übernommen – das gilt auch für gesetzlich Versicherte. Siehe hier die entsprechende Verordnung der EU.
Die Operation ist zudem bei uns in Luxemburg günstiger als in Deutschland, weil Sie ambulant (max. eine Nacht) durchgeführt wird und es keine privaten Tarife für den Chirurgen gibt.

EuS:
Wären Sie bereit, unseren Lesern und Betroffenen ggf. in einem Live-Webinar die Operation mit der MAKOplasty® zu erläutern und dabei auch Zuschauer-Fragen zuzulassen?

Dr. Putzeys:
Das mache ich natürlich sehr gerne. Lassen Sie uns einen Termin vereinbaren.

EuS:
Herr Dr. Putzeys, herzlichen Dank für das Gespräch und Ihre Bereitschaft zu einem Webinar, zu dem wir uns in Kürze abstimmen werden.

Im diesem 11-minütigen RTL-Beitrag in luxemburgischer Sprache wird eine Patientin bei ihrer ambulanten OP von der Einlieferung bis zur Entlassung begleitet.


Dr. Pit Putzeys
Geburtsdatum 13.11.1962, wohnhaft in Bridel in Luxemburg
1988-1996 Studium der Medizin und Orthopädie-Traumatologie in Brüssel (ULB)(Belgien)
1996-1999 Oberarzt Orthopädie-Traumatologie in Montpellier (Frankreich)
1997 AO-Stipendium New-York (USA)
2000-2022 Orthopädie-Traumatologe der Hôpitaux Robert Schuman (HRS) Gruppe (Luxemburg)
Funktion: Senior Chirurg Hüft-Knie Team-5 Chirurgen von im ganzen 28 Orthopäden der HRS Gruppe und Senior Consultant für Stryker (MAKO)

HRS: 33000 Operationen im Jahr 2020, davon 8000 des Bewegungsapparates
Bis 2018 medizinischer Direktor der Orthopädie-Traumatologie 
Persönlich 450 Operationen pro Jahr davon 300 Hüft und Knie Teps,ausschließlich robotisiert seit 2016
Department Orthopädie-Traumatologie hat 4 international anerkannte Zertifikationen:
1. ATLS: advanced trauma life support
2. Endocert: Seit 2013 (persönlich Direktor) als erstes ausländisches Department
3. GRACE: Ambulante Chirurgie Zertifizierung
4. Geriatrische Traumatologie

Seit 2017 Zentrum in Europa der Zertifizierung für Robotik MAKO-STRYKER im hauseigenen Medical Training Center (MTC) mit über 400 zertifizierte Chirurgen und Personal

Knee in a day – Projekt erfolgreich abgeschlossen?

Sa, 19. Februar 2022 2 Kommentare

Nach dem im vorherigen Artikel beschrieben Tag der OP wieder zu Hause angekommen, hat sich Christoph Schütz direkt auf der Wohnzimmercouch einquartiert und regelmäßig seine Kältekompressen gewechselt. Dr. Putzeys hat sich gleich abends noch telefonisch gemeldet und nach dem aktuellen Stand gefragt. Die erste Nacht war alles noch ohne Probleme und jegliche Schmerzen, direkt am nächsten Morgen wurde dann um 07:30 Uhr bei einem befreundeten Physiotherapeuten in der Nähe bereits die erste Einheit absolviert. Der Physiotherapeut hat ihm dann auch gleich einige Post-OP Übungen als Hausaufgabe für zu Hause mitgegeben. Dr. Putzeys hat sich die ersten 10 Tage ein- bis zweimal täglich telefonisch oder per SMS bei ihm gemeldet und nach dem Befinden erkundigt. Dann 36 Stunden nach der OP haben kurz vor der zweiten Nacht die verabreichten Schmerzmittel der OP nachgelassen und die Schmerzen im operierten Knie wurden heftiger, es war eine Art sehr starkes Brennen. Mit etwas „Zähne zusammenbeißen“ und ständigem Kühlen haben diese aber von Tag zu Tag immer mehr nachgelassen. Als Schmerzmittel wurde auf Opiate verzichtet, lediglich übliche Schmerzmittel wurden für wenige Tage genommen. Die Physiotherapie wurde wöchentlich zweimal für ca. 20-30 Minuten durchgeführt und dabei auch Lymphdrainagen integriert.

Nach 16 Tagen gab es den verabredeten ein Kontrolltermin bei Dr. Putzeys in Luxemburg. Es wurden die Fäden gezogen und die Beugung (110 Grad) und Streckung kontrolliert. Ab diesem Zeitpunkt hat Christoph auch das Fitnessstudio wieder aufgesucht und ca. 1 Stunde Oberkörpertraining gemacht. Vier Wochen Post-OP war die Beugung bereits bei 125 Grad und es konnte dann auch schon mit Ergometer (1 Std. täglich) begonnen werden. 6 Wochen Post-OP erfolgte dann eine erneute Nachuntersuchung inkl. Röntgen. Die TEP bzw. Schlittenprothese sitzt einwandfrei und der Operateur Dr. Putzeys war wie Christoph hoch zufrieden, lag doch die Beugung bereits bei 135 Grad. 
Leichte Beschwerden in Form eines Steifheitsgefühls nach längerem Sitzen oder Stehen bestanden zwar noch, sind aber laut Operateur nach dieser kurzen Zeit völlig normal.

Alles in allem hat Christoph die Entscheidung, sich ambulant eine Knie-TEP implantieren zu lassen, keine Sekunde bereut. Wichtig zu erwähnen dabei, dass Dr. Putzeys sich intensiv um Christoph in der ersten postoperativen Phase gekümmert hat und auch alles absolut reibungslos verlief. 

Training nach der OP
Christoph trainiert seit Ende Oktober 2021 im Fitnesscenter regelmäßig Mo.-Sa. jeweils täglich ca. 2 Std. (1 Std. Krafttraining, 1 Std. Ergometer), Sonntag ist Ruhetag.

Dazu kommen Balance-/Koordinations- und Theraband-Übungen auf einer Fitnessmatte zu Hause.

Christoph auf den Balance-Board nach der OP

In der ersten Januarwoche 2022 hat Christoph dann endlich wieder mit dem Tennistraining angefangen und spielt wöchentlich 2 Stunden Einzel – zwar von Anfang an nur von der Grundlinie und alles noch ohne große Ausfallschritte und schnelle Sprints, aber völlig schmerzfrei. 
Im März wird der positiv Tennis-Verrückte dann das Training intensivieren und im April für eine Woche nach Mallorca ins Tennis-Trainingslager gehen.
Alles in allem ein sehr bemerkenswertes Pensum.

Es gibt tausende von Krankheiten, aber nur eine Gesundheit

Christoph Schütz

Im Mai 2022, also ca. 8 Monate Post-OP, will Christoph wieder sein erstes Tennisturnier spielen. 
Ich bin sicher, er wird dieses Ziel erreichen.

Fazit und Anmerkungen:
Das Beispiel zeigt, dass bei entsprechender körperlicher Voraussetzung mit akribischer und sehr gezielter Vorbereitung auf solch einen Eingriff, vieles möglich ist.

Natürlich ist eine ambulante Knie-TEP (noch) nicht der Standard. Welche Voraussetzungen optimaler Weise dafür gegeben sein müssen, wird sowohl aus den bisher veröffentlichten Artikeln sehr deutlich wie auch aus dem letzten Beitrag der Reihe, in dem wir Dr. Pit Putzeys interviewt haben.

Welche zusätzlichen Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit die beschriebene Operation aus medizinischer Sicht möglich ist, wird der Operateur Dr. Pit Putzeys, den wir natürlich dazu befragt haben, im nächsten und letzten Artikel der Reihe zusammen mit der Vorstellung seiner Person, seiner Vita und seiner umfangreichen Erfahrung mit MAKOplasty® ausführlich beantworten.

UPDATE: Liebscher & Bracht – Wer heilt hat trotzdem nicht Recht?

Mo, 14. Februar 2022 16 Kommentare

Update am 14.02.2022
Sind sind leider sehr rar, die kritischen Auseinandersetzungen von wissenschaftlicher Seite mit Liebscher & Bracht. Umso besser, dass ganz aktuell eine wissenschaftliche Ausarbeitung zu den vielen unbewiesenen Thesen und Heil-Versprechen von L&B veröffentlicht wurde, die praktisch alles, was L&B behaupten und behandeln, als nicht Evidenz basierend entlarvt – oder einfacher ausgedrückt als Unsinn.
Diese Veröffentlichung in der Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie 01/2022 (Thieme) wurde von Fachärzten, Wissenschaftlern und Therapeuten (werden alle im Beitrag genannt) zusammen erarbeitet und hat die Überschrift:
„Keine Evidenz für die biomechanischen und pathophysiologischen Erklärungsmodelle muskuloskelettaler Erkrankungen nach Liebscher & Bracht“
Sie kann hier kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Wer es lieber als Web-Seite lesen möchte, der wird hier fündig:

Ursprünglicher Artikel aus November 2017
Roland Liebscher & Dr. Petra Bracht (kurz L&B) sind in den Social-Media-Kanälen beim Thema Schmerztherapie und Arthrose fast allgegenwärtig. Gibt man z.B. in der YouTube-Suche ‚Arthrose‘ ein, prangt einem Roland Liebscher mit unzähligen Videos entgegen.

Auch in unserer TEPFIT-Facebook-Gruppe und in anderen Gruppen, die sich mit Arthrose beschäftigen, wird oft und sehr engagiert über L&B diskutiert.

Da ich den Versprechungen von Liebscher & Bracht wie z.B.

90 Prozent der Gelenkschmerzen werden meistens bereits in der ersten Behandlungsstunde dauerhaft behoben 

und deren Vorwürfen an die Schulmedizin, lt. Liebscher die ‚herkömmliche Medizin‘ – hier wörtlich aus dem Buch „Die Arthroselüge, Goldmann-Verlag, erschienen am 16.10.2017 – auf Seite 19“

Die heutige Realität bezüglich Arthrose und Schmerzen ist ein Jahrhundertirrtum der Medizin

zumindest skeptisch gegenüber stehe, habe ich mich in den letzten Wochen recht intensiv mit Liebscher & Bracht beschäftigt. Dazu habe ich Fachleute (Mediziner und Physiotherapeuten) befragt, intensiv die L&B-Web-Auftritte analysiert, mir einige der Vorträge von Roland Liebscher – auch den zur Arthroselüge – auf YouTube angesehen, die L&B Facebook-Gruppen verfolgt und mich durch das aktuelle Buch „Die Arthrose-Lüge“ gekämpft. Ich muss zugeben, letzteres ist mir zeitweise schwer gefallen ist. (Siehe meine Rezension auf Amazon)

Bewegung der Gelenke im goldenen Herbst

Man sollte auch noch wissen, dass Roland Liebscher keinerlei medizinische Ausbildung hat und seine Frau Dr. Petra Bracht Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde ist, wie die beiden selbst auf ihren Webseiten darlegen.

Es sieht nach Sichtung der vielen Informationen und Informations-Quellen so aus als gäbe es nur Personen, die L&B entweder in den Himmel heben oder wegen deren aggressiven Werbung und umstrittenen Aussagen in die Hölle wünschen.
Es scheint eine Art Parallelwelt zu geben:
Auf der einen Seite die Mediziner und ausgebildeten Experten (Chirurgen, Orthopäden, Physiotherapeuten, Sportmediziner), die von L&B wenig halten oder sogar teilweise nicht kennen (mag daran liegen, dass sich medizinische Fachwelt nur zögerlich den neuen Medien öffnet) und auf der anderen Seite die eingeschworene L&B-Fraktion: Bestehend aus denjenigen, die sich eigenfinanziert zu L&B Schmerztherapeuten haben ausbilden lassen und dann die gelernten L&B Methoden auch wirtschaftlich nutzen möchten und deren Patienten, die nach einigen erfolglosen Operationen mit schlechten Ergebnissen endlich auf Hilfe, auch aus dem Internet, hoffen.
Die Krankenkassen scheinen auch nicht überzeugt von der L&B- Therapie zu sein, da keine der angebotenen Leistungen von der Kasse bezahlt werden. Jetzt kann man entweder ein Komplott der „Medizin-Mafia“ als Grund vermuten – so wie es die L&B-Anhänger tun – oder es gibt eben einfach fachliche und sachliche Gründe, keine Kassenleistungen für diese Behandlungsmethode zu gewähren.
Die Erkärung ist vermutlich ebenso simpel wie einleuchtend: Die vom Roland Liebscher nach seinen Aussagen durch jahrelange Forschung perfektionierte „Osteopressur“ – ein in der Medizin nicht existierender Begriff – mit der 72 bekannte Schmerzpunkte behandelt werden, ist einfach nur ein Kombination aus bereits altbekannten und bewährten Elementen der konservativen Therapien, wie Akupressur (Shiatsu), manuelle Therapie, Physiotherapie, Osteopathie und neuerdings das Faszientraining.
Insofern möchte ich eine positive Wirkung der Behandlungsmethoden zusammen mit der ebenfalls propagieren ausreichenden Bewegung der Gelenke nicht in Abrede stellen – nur ist es eben keine ‚Weltneuheit‘, wie gerne behauptet wird.
Die Ausbildung (Fortbildung) zur einem L&B Schmerztherapeuten, die zwischen 2000,00 EUR und 3000,00 EUR kostet, dauert insgesamt nur vier Tage. Alleine da werde ich persönlich schon skeptisch. Damit sich ein Fachmediziner in Deutschland offiziell auch Schmerztherapeut nennen darf, muss dieser eine 12-monatige Zusatzausbildung absolvieren. Vermutlich deshalb ist ja auch auf der L&B-Webseite immer von ‚Die Schmerzspezialisten‘ die Rede. Diese Bezeichnung ist nicht geschützt!

Vom allseits bekannten, stets im Frühstücksfernsehen und auch sonst medial sehr präsenten Sportwissenschaftler, Prof. Dr. Ingo Froböse, der auf der L&B-Webseite mit seinem Namen wirbt, wollte ich wissen, ob es sportwissenschaftliche Untersuchungen zu L&B-Methoden gibt. Leider blieb meine nachfolgende Anfrage von Anfang Oktober unbeantwortet.

Sehr geehrter Dr. Froböse, ich schätze Sie als Sportwissenschaftler und Fitnessexperte sehr. Umso mehr erstaunt es mich, dass Sie, sofern man der Webseite von Liebscher&Bracht glauben kann, deren Aussagen und Therapien in den höchsten Tönen loben. Besonders deren Aussagen zur Arthrose, von Liebscher Arthroselüge genannt, sind sehr befremdlich und zumindest nach meinen Recherchen durch nichts bewiesen. Haben Sie eine wissenschaftliche Untersuchung zu den Methoden und Aussagen von Liebscher&Bracht, die Sie mir zukommen lassen könnten? Ich betreibe in FB selbst eine geschlossene Gruppe und habe auch zwei Bücher zum Thema künstliches Hüft- und Kniegelenk geschrieben. Da werden wir natürlich oft mit Liebscher&Bracht konfrontiert. Danke für eine Rückmeldung, gerne auch per eMail.

Ein Physiotherapeut, der auch Mitglied unsere Gruppe ist, hat mir auszugsweise auf meine Frage nach L&B wie folgt geantwortet:

Ich kann nach 25 Jahren Therapie sagen, dass keiner den Gral gefunden hat bzw. finden wird. Nahezu jeder neue Trend ist nichts als ein wiedergekäutes therapeutisches Verfahren im aufpolierten Gewand. Ich diskutiere diesbezüglich fast täglich mit meinen Physio-Kollegen, die jedem dieser Trends hinterher hecheln. Ich persönlich bin seit ein paar Jahren wieder zu den Wurzeln der „rehabilitativen Simplizität“ zurückgekehrt und fahre gut damit (auch wenn ich mich damit der Kritik von Kollegen und teilweise auch Patienten aussetze).

Dr. Georg Kaupe, Orthopäde und Sportmediziner aus Bonn, hatte sich ja bereits in unserer Facebook-Gruppe so geäußert:

Eine elementare Diagnose in der Medizin und indirekt die damit verbundenen Fakultäten sowie die dort arbeitenden Spezialisten der Lüge zu bezichtigen, ist schon ein sehr ambitioniertes Marketing. Wo sind die wissenschaftlichen Studien und zahlreichen Erfolge mit Statistik bitte zu finden? Beste Grüße aus Bonn Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie / Sportmedizin

Auch unseren sehr geschätzten Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Garmisch-Partenkirchen habe ich zu Liebscher & Bracht befragt, hier auszugsweise seine Antwort.

Seriös kann das nicht sein, dazu sind die Aussagen zu absolut (z.B.: 90% der Schmerzen in einer Behandlungsstunde eliminieren).
Eine Stellungnahme fällt mir derzeit entsprechend schwer, weil ich keine direkte Erfahrung damit habe. Geht wohl auch anderen so. Werde mich aber weiter erkundigen und sehen, was ich tun kann

Roland Liebscher habe ich ebenfalls persönlich über seine Web-Seite angeschrieben. Leider auch, wie bei Dr. Froböse, ohne eine Antwort! Nachfolgend mein Schreiben / meine Fragen:

Sehr geehrter Herr Liebscher,

ich muss zugeben, dass ich Ihren Aussagen wie ’90 % Schmerzfreiheit nach einer Behandlung‘ oder Ihren Aussagen zur Arthroselüge sehr kritisch gegenüberstehe. Zudem behaupten Sie wörtlich, ’sehr viele Patienten hätten mit einem künstlichen Gelenk, die gleichen Gelenkschmerzen wie vorher‘.

Damit stellen Sie elementare Diagnosen in der Medizin in Frage und bezichtigen indirekt die damit verbundenen Fakultäten sowie die dort arbeitenden Spezialisten der Lüge.

Ich selbst habe zwei künstliche Hüftgelenke, die auf Grund einer angeborenen Hüft-Dysplasie bereits im Alter von 39 und 51 notwendig wurden. Ich bin seitdem absolut schmerzfrei und sehr, sehr sportlich unterwegs. (Siehe hier: http://endoprothese-und-sport.de).

Daher hätte ich zwei Fragen, bzw. Bitten an Sie:

  1. Gibt es wissenschaftliche Studien, die Ihre Theorien und Aussagen beweisen und wenn ja, wäre es nett, wenn Sie mir die Quellen nennen würden. Ich würde diese dann auch mit Ihrer Genehmigung auf meinen Webseiten und/oder korrespondierenden FB-Seiten/FB-Gruppe veröffentlichen.
  2. Warum werden Ihre Therapien, die nach Ihren Aussagen vielen Patienten direkt helfen und zudem – nach Ihren Aussagen – die meisten unsinnigen OPs verhindern, nicht von der Kasse bezahlt, bzw. warum haben Sie keine Kassenzulassung?

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus!

Ich wäre übrigens wirklich auf der Antwort von Roland Liebscher sehr gespannt gewesen. Ich persönlich finde die Aussagen in dem Buch „Die Arthroselüge“ mehr als fragwürdig und vor allen Dingen falsche Hoffnungen bei Betroffenen weckend. Die viel zitierte Studie, mit der bewiesen werden soll, dass Arthrose heilbar ist, beruht auf einem komplexen medizinischen Eingriff mit gerade mal zwanzig freiwilligen Probanden.
Dabei gab es zwar teils unerwartete Ergebnisse, allerdings bei einer äußerst risikobehafteten operativen Extensions-Methode mit Knochenbohrungen für eine Fixatur (siehe Zeichnung aus der Studie unter nachfolgendem Link). Zwei der Probanden bekamen eine Lungenembolie und insgesamt siebzehn!! (von zwanzig) eine einfache oder mehrfache Pin-Trakt-Infektion (Infektionen an den Bohrungen der Fixatur). Da man außerdem versäumt hat, die Einnahme von Medikamenten vor und während des Versuchs (der Behandlung) zu dokumentieren, kann man einen Einfluss auf das Ergebnis nicht ausschließen. Das wird ausdrücklich als Fehler im Studien-Aufbau benannt.
Alles im Original nachzulesen in dem ausführlichen medizinischen Versuchsbericht in englischer Sprache.
Warum allerdings bei einigen öffentlichen Auftritten von Roland Liebscher, wie zuletzt in der Sendung ‚Konkret‘ des ORF, die oben genannten Details dieser Studie nicht hinterfragt werden, wenn sich Herr Liebscher zur Begründung für seine Aussagen zur Arthroselüge darauf beruft, erschließt sich mir nicht wirklich. Es ist allerdings auch Methode und Teil seines Erfolges, dass er seine Theorien wie in einer Dauerschleife immer und immer wieder, teils etwas anders formuliert, gebetsmühlenartig wiederholt, bis der ermüdete Zuhörer oder Leser es dann einfach glaubt.
Eine andere Taktik ist es, so entwaffnend unwissenschaftliche Aussagen zu treffen, dass man denkt, er muss einfach Recht haben. Als Beispiel dafür mag nachfolgende Einleitung zu seinem Buch „Die Arthroselüge“ auf Seite 18 gut geeignet zu sein:

Arthrose und Schmerzen sorgen für viel Leid nicht nur in unserem Land, sondern auf der ganzen Welt. Wir haben nun eine äußerst erfreuliche Nachricht für Sie: Das Problem der Arthrose und Schmerzen ist gelöst. Fragen Sie uns nicht, warum gerade wir das geschafft haben. Es hat sich einfach so entwickelt und hat immerhin 30 Jahre gedauert

Immerhin eine Aussage in seinem aktuellen Buch auf Seite 107 hat mich nachdenklich gemacht. Dort steht zum Thema künstliche Gelenke folgendes zu lesen:

Wir fragen uns aber, wie man auf die Idee kommen kann, eine nachgiebige Originalgelenkfläche durch eine superharte aus Metall, Plastik oder Keramik zu ersetzen. Für uns stimmt das schon im Ansatz nicht, denn auf diese Weise übertragen sich Erschütterungen in bestimmten Gelenkwinkeln ungebremst auf die Knochen. Und da wundern sich die Konstrukteure, dass die Ersatzgelenke sich lockern?’

Hier sollten tatsächlich Fachmediziner und Hersteller mehr Anstrengungen unternehmen, um das künstliche Gelenk dem Originalen möglichst ebenbürtig zu machen. Erste Versuche mit nachwachsenden Gelenken aus Stammzellen bei Tieren gibt es bereits!

Mein Fazit:
‚Wer heilt hat Recht, aber nicht immer!‘
Deshalb sollte jeder, der meint, die L&B-Methoden könnte helfen, das ruhig mal ausprobieren und danach selbst beurteilen, ob das Geld gut angelegt war. Die Art und Weise, wie Liebscher & Bracht ihr Theorien verbreiten, mag man kritisieren – sie sind damit aber durchaus erfolgreich.

Knee in a day – Jetzt wird es ernst

So, 13. Februar 2022 2 Kommentare

Nachdem die Entscheidung und Vorbereitung abgeschlossen waren, wurde es nun langsam ernst für Christoph Schütz.

Drei Wochen vor dem OP-Termin war noch ein CT nötig, bei dem das Knie für die MAKOplasty-Planung vermessen wurde. Dabei wird am Rechner die ideale Lage der Prothese mit einer Genauigkeit von 0,1 mm geplant. 

Eine Woche vor dem OP-Termin am 23. September erfolgte die Voruntersuchung inkl. einem Aufklärungsgespräch mit dem Narkosearzt, der Ernährungsberaterin, einem MRSA-Test sowie diversen Blutabnahmen. Zudem bekam er 5 x 0,2 l Getränk Pre-OP Nutricia mit sowie eine spezielle Knie-Kältekompresse, die wieder am OP-Tag mitzubringen waren. Einen Tag vor der OP musste noch ein aktueller PCR-Test durchgeführt werden, der in jedem Fall negativ sein muss. Inzwischen hatte Christoph wie geplant in 10 Wochen insgesamt 15 kg an Gewicht abgenommen, was natürlich optimal war.

Am Montag, den 04.10.2021, war es dann so weit:
Christoph kam morgens gleich als erster in den OP, vorher musste er in seinem Zimmer gründlich duschen und die OP-Kleidung inkl. Rutschsocken anziehen. Bereits um 6:30 Uhr wurden die entsprechenden Vorkehrungen durch die OP-Helfer getroffen und anschließend die Vollnarkose eingeleitet. 

Ich habe die ambulante OP keine Sekunde bereut

Christoph Schütz

Im OP wird ein minimal-invasiver Zugang zum Gelenk angelegt (ca. 8 cm). Die tatsächliche Knochenkontur des Patienten wird mit einem Tastfühler abgegriffen und mit der Planung verglichen. Nun wird das Gelenk durchbewegt. Dabei wird die Kinematik der Kniebänder erfasst und die Planung noch einmal auf diese Verhältnisse angepasst. Noch bevor ein einziger Schnitt am Knochen gesetzt wurde, kann der Operateur bereits die Kinematik des Gelenkes nach der Operation simulieren. Dann kommt die Operation selbst. Bei der Operation geht man zwar minimal-invasiv vor, es ist aber erforderlich, an Ober- und Unterschenkel je zwei zusätzliche Stiche für die sichere Bestimmung der Lage des Knochens im Raum anzulegen. Die Narben sind je etwa 5 mm lang. Es wurde eine Schlittenprothese mit einer Chrom-Cobalt-Molybdän Legierung eingebaut.

Wird Christoph bald wieder internationale Turniere spielen wie früher – hier in Litauen 2014

Kurz vor 10 Uhr wurde Christoph im Aufwachraum wieder wach. Laut Operateur hat die OP ca. 45 Minuten gedauert. Nach ein paar Minuten kam gleich ein Physiotherapeut und hat ein paar Beinbeuge-Übungen gemacht, ehe er wieder auf sein Zimmer gebracht wurde. Schmerzen hatte er zu diesem Zeitpunkt keine. Nach einer kleinen Mittags-Mahlzeit kamen Dr. Putzeys mit seinem Assistenzarzt Dr. Moreira inkl. Pflegepersonal zur Visite.
Der angelegte OP-Verband wurde ersetzt. Neben der 8 cm großen Schnittwunde am rechten Knie wurden auch die 2 Wunden, jeweils am Schienbein und am Oberschenkel, wo die Sonden befestigt waren, mitversorgt. Anschließend musste/durfte Christoph bereits mit Gehhilfen über den Flur laufen. Hierbei wurde das bereits sehr zufriedenstellende Gangbild genau kontrolliert.

Gegen 14:30 Uhr folgte noch ein Kontrollröntgen: Die Prothese saß perfekt.

Gegen 15 Uhr kam dann eine Stationsschwester und brachte bereits die Entlassungspapiere. Sie übergab ihm neben der Kältekompresse jeweils ein Rezept für Medikamente (Schmerzmittel und Verbandmittel), ein Rezept für die Physiotherapie sowie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitgeber. Christophs Ehefrau nahm ihren Mann dann im Anschluss hocherfreut mit nach Hause.

Freut Euch auf die Fortsetzung der Story und seid gespannt, ob das Projekt einen erfolgreichen Abschluss hat.

Knee in a day – Entscheidung und Vorbereitung

Sa, 5. Februar 2022 3 Kommentare

Nachdem die Entscheidung zur Operation gefällt war (hier der Weg bis zu dieser Entscheidung), begann Christoph die Ernährung umzustellen, viele Physiotherapien-Einheiten zu absolvieren und viel E-Bike zu fahren. In der Folge wurden weitere Meinungen in drei Kliniken, zwei davon Endocert zertifiziert, eingeholt. Leider immer mit dem gleichen Ergebnis: Knie-TEP rechts, Schlittenprothese. Alle Operateure haben aber im Vorfeld das Tennisspielen als sehr problematisch dargestellt und haben hier als Sportart lediglich Schwimmen und Radfahren empfohlen, was Christoph dann doch einiges an Kopfzerbrechen bereitete. Sollte er tatsächlich seinen liebsten Sport Tennis nicht mehr ausüben können? Wo finde ich eine Klinik, die den ‚Knie-Roboter‘ einsetzt?
Christoph, natürlich inzwischen auch Mitglied unserer TEPFIT-Facebook-Gruppe erfuhr so von Schloß Werneck, die seit Jahren bereits mit dem Roboter ‚MAKOplasty®‘ operieren.
Auch dort machte Christoph dann einen Termin, um nach der 400 Kilometer Anreise die gleiche Diagnose zu erhalten, allerdings mit einem Unterschied: Der dortige Oberarzt hielt nach der erfolgreichen OP das Tennisspielen weiterhin für möglich. Genau das wollte Christoph natürlich hören.

Nach weiteren Behandlungen in Luxemburg – als Grenzgänger zwischen Saarland und Luxemburg hat er den Vorteil, zwei Versicherungssysteme nutzen zu können – bekam er eine Empfehlung für den Leiter des Endocert zertifizierten Endoprothetikzentrums Hopitaux Robert Schumann in Luxemburg, Dr. Pit Putzeys empfohlen. Zufällig arbeitet Dr. Putzeys auch schon jahrelang mit der Klinik Schloß Werneck zusammen und setzt ebenfalls die MAKOplasty®, also ein robotergestütztes System ein. Dabei konnte die HRS Klinik in Luxemburg gerade aktuell das Jubiläum der 2000. Operation mit MAKOplasty® feiern.

2000 Operationen mit MAKOplasty im HRS
OP Nummer 2000 mit dem MAKOplasty®-Roboter im Hôpitaux Robert Schuman

Dank der integralen Finanzierung durch die Fondation Hôpitaux Robert Schuman,
war das HRS-Krankenhaus sehr lange Zeit das Einzige seiner Art indem Robotergestützte OP’s durchgeführt wurden.
Noch heute profitieren die Patienten von diesem technischen Wissensvorsprung

Georges Heirendt, Fondation Hôpitaux Robert Schuman 

Mitte Juli 2021 stellte Christoph Schütz bei seinem ersten Termin mit Dr. Pit Putzeys gleich fest, dass hier aufgrund der Anzahl der getätigten Operationen sowie des gesamten Gesprächsverlaufes, bei dem alle Fragen kompetent beantwortet werden konnten, die „Chemie“ perfekt stimmte und direkt ein sehr großes Vertrauen vorhanden war. 
Dr. Putzeys empfahl dann aufgrund aktueller MRT-Bilder, die am gleichen Tag neu gemacht wurden, sogar eine ambulante OP bzgl. Knie-TEP, hier eine Schlittenprothese – also morgens OP, im Anschluss dann am gleichen Nachmittag wieder die Klinik verlassen und direkt nach Hause. Dies ist seit vielen Jahren in Amerika schon Standard und wird aufgrund der MAKOplasty® seit 5 Jahren auch in Luxemburg praktiziert. Aufgrund der Erfahrungen bzgl. dieser OP wäre es laut Dr. Putzeys später auch kein Problem, seinen Lieblingssport, das Turniertennis wieder aktiv auszuführen. Es wurde daraufhin gleich ein fester Termin für den 04.10.2021 verbindlich vereinbart, da die Tennissaison zum 30.09.2021 endete. Dr. Putzeys gab ihm seine Mobil-Nr. sowie seine E-Mail-Adresse, damit er ihn jederzeit für Fragen kontaktieren könne. Mehrere Nach- bzw. Rückfragen konnten somit auch sehr schnell beantwortet werden.

e MTB
Christoph auf seinem eMTB

Ziel von Christoph Schütz war es jetzt, von Mitte Juli 2021 bis Anfang Oktober 2021, also in den nächsten 10 Wochen bis zur OP noch so viel an Gewicht abzunehmen wie möglich. In den letzten drei Jahren hatte Christoph aufgrund mangelnder Bewegung und geschlossener Fitnessstudios wg. Corona kaum Möglichkeiten, wie gewünscht gezielt zu trainieren. Den festen OP-Termin im Blick trainierte Christoph von nun an täglich zwei Stunden im Fitnessstudio zum speziellen Muskelaufbau für die Knie (Beinbeuger, Beinstrecker, Beinpresse, Wadenheber etc.) – zusätzlich zum E-Bike fahren und Tennistraining. Zwischendurch konnte er aufgrund der Verbesserung der Beweglichkeit und Verminderung der Schmerzen sogar noch Ende Juli 2021 an einem Mannschaftsspiel bei den Herren 50 in der Saarlandliga teilnehmen und mit seinem Team den Aufstieg in die Oberliga feiern. 

Mein Tennisspielen wollte ich auf keinen Fall aufgeben

Christoph Schütz

Seht hier wie es weitergeht mit der geplanten OP.