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Endoprothese – Wie intensiv kann/darf/sollte ich Sport treiben?

Endoprothese – Wie intensiv kann/darf/sollte ich Sport treiben?

Wer rastet der rostet! Diese alte Weisheit gilt auf für Endoprothetiker. Das Thema Sport an sich, sowie die möglichen Sportarten wurden bereits in vorherigen Artikeln behandelt. Kommen wir nun zur Intensität: Ich behaupte provokativ aus meiner Erfahrung: ‚Treiben Sie so lange, so oft und so intensiv Sport, wie es Ihnen Spaß macht und keinerlei Schmerzen während oder nach der sportlichen Betätigung auftreten‘.

Natürlich gilt, wenn Sie vor der Operation relativ unsportlich waren und nun quasi bei Null auf Grund Ihrer neu gewonnen Mobilität anfangen wollen, dass Sie Ihr Training nur langsam steigern und insbesondere bei Ausdauersportarten einen Herz-/Kreislauf-Check machen lassen sollten, z.B. in Form eines Belastungs-EKGs – dies gilt für Sportanfänger ohne Endoprothesen im übrigen genauso. Trotz meiner etwas provokativen These, sollte Sie auch mit Ihrem Orthopäden sprechen. Aber seien Sie gewahr: 3 Orthopäden, 3 Meinungen. Auch unter Ärzten gibt es natürlich welche, die weniger oder mehr sportaffin sind. Das beste Regulativ für Ihre Sportintensität ist Ihr gesunder Menschenverstand und die Reaktion Ihres Körpers. Eine regelmäßige, mindestens jährliche Kontrolle Ihrer Endoprothese, setze ich voraus

Bedienen Sie sich auch ganz bewußt einschlägiger Magazine, die sich mit Sport und Fitness beschäftigen. Hier gibt es für fast jede Sportart Fachzeitschriften – z.B.: Runnersworld, Mountainbike, Fit for Fun, Triathlon, um nur einige zu nennen – die sich an Anfänger und Fortgeschrittene richten. Die dort beschriebenen Tipps, Trainingspläne und auch Fehler sind in den meisten Fällen hilfreich, besonders dann, wenn Sie nicht schon Ihr ganzes Leben Sport getrieben haben. Wenn Geld ein untergeordnete Rolle spielt, ist auch das Engagement eines ‚Personal Trainer‘ eine sehr gute Möglichkeit, gezielt zu trainieren.

Am Schluss zum Thema Intensität mein beispielhafter Wochen-Trainingsplan mit 2 künstlichen Hüftgelenken, neben einem Full-Time-Job:

  • 1200-2000 Meter  Schwimmen
  • 20-30 km Joggen
  • 25-40 km Radfahren (Mountainbiken)
  • mindestens 1 x Krafttraining im Studio, mehrfach Kräftigungsübungen zu Hause
  • in der Wintersaison regelmäßiges Tischtennistraining und Liga-Spiele

Dabei variiert natürlich je nach Wetter, Temperatur, Jahreszeit und genereller Zeit die Dauer und Intensität der einzelnen Disziplinen. Bei Schnee kommen dann noch einige Skilanglauf-Kilometer im klassischen Stiel dazu. Wettkämpfe habe ich im letzten Jahren 4 bestritten (2 x Sprinttriathlon, 1 x 10 Kilometerlauf, 1 x Halbmarathon).

Bitte betrachten Sie vorstehenden Plan nur als Anhaltspunkt in punkto Intensität.

Fazit: Sie haben eine Endoprothese, na und?
Weitere Mutmacher finden Sie hier: ‚Mut zur neuen Hüfte!‘
 und ‚Mut zum neuen Knie!‘

  1. Margit
    Di, 12. August 2014 um 11:11

    Hallo,

    mir wurde als sehr bergbegeisterter, sportlicher, schlanker Frau von den Ärzten eine Knieprothese „angedroht“. Auf Grund eines unfallbedingten Schadens wird mich diese wohl auch in einem jüngeren Alter (Anfang 50) treffen als die meisten. Ich bin natürlich geschockt und frage mich, ob und wie es im Anschluss an die OP für mich in dieser Hinsicht weitergehen kann.

    Das Beispiel von Michael Pause in Ihrem Buch macht mir Hoffnung und Mut!

    Ich frage mich aber natürlich, wie viel Fahrrad und Berge (meine Hauptsportarten) mit so einem Implantat noch möglich sind, ohne die Haltbarkeit zu gefährden.

    Bis vor kurzem war ich noch ca. 100km in der Woche auf dem Rad unterwegs sowie ca. 2 Stunden täglich beim zügigen Spazierengehen (andere nennen es Walking). Kleinere Bergtouren gab es 1-2x in der Woche für 3-4 Stunden und regelmäßig Wander- bzw. Fahrradurlaube. Es lässt sich dabei leider nicht vermeiden, auch bergab zu gehen. Im Winter dagegen mache ich gerne Langlauf.

    Leider musste ich mich nun kniebedingt sehr einschränken und mir fehlt die Bewegung fürchterlich!

    Mich würde daher sehr interessieren, wie die Experten die Sportintensität für Menschen mit Knieprothesen bewerten. Die genannten Sportarten gelten ja allgemein als möglich. Aber welche Intensität ist machbar – geringes Körpergewicht und gute Muskulatur vorausgesetzt?

    Vielen Dank!

  2. Thomas
    Sa, 9. April 2011 um 07:06

    Hallo,
    mich würde mal interessieren, wie alt Sie sind und seit wann Sie Ihre künstlichen Hüften haben … Ihr Gewicht / Körpergröße würde mich auch interessieren 🙂
    Ich habe vor einem Jahr (mit 48 J.) eine Kurzschaftprotese eingesetzt bekommen, die sich trotz sportlicher Zurückhaltung gelockert hatte 😦
    Bei dem Versuch, eine Langschaftprothese einzusetzen (die Ärzte bekamen diese nicht fest genug), wurde mir leider der Knochen gebrochen und daraufhin ein Protesenschaft einzementiert (z. Zt. bin ich in einer ambulanten REHA)! Ich bin natürlich nun am überlegen, welche Sportarten für mich überhaupt noch in Frage kommen und war natürlich von Ihrem Artikel ganz überrascht 🙂

    Gruß

    Thomas

  1. Fr, 1. August 2014 um 16:33
  2. Do, 3. März 2011 um 21:45

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