Skilanglauf – gesund, anstrengend und gelenkschonend

Sonneloipe Scharling - KreuthIch hatte schon fast vergessen, wie schön Skilanglauf bei traumhaftem Winterwetter sein kann. Bin ich doch die letzten Jahre überwiegend gejoggt und bei meinen Winteraufenthalten am Tegernsee – hauptsächlich Weihnachten und Silvester – war meist zu wenig Schnee. Ganz anders jetzt im Februar. Herrliche Schneeverhältnisse, sehr gut gespurte Loipen und traumhafter Sonnenschein.
Zudem ist das Skilangläufen nicht nur anstrengend und anspruchsvoll, sondern auch gesund für Körper und Kreislauf und sehr gelenkschonend, zumindest im klassischen Stil. Damit ist Skilanglauf bestens für Endoprothesenträger geeignet. Etwas Vorsicht sollte man auf schwierigeren Strecken walten lassen wenn man kein perfekter Techniker ist, um nicht unglücklich zu stürzen. Vom heute sehr verbreitet und besonders elegant aussehenden Skating ist für Hüft-TEP-Träger ehSonnenloipe Starter abzuraten. Hier kann es ungewollt durch den Schlittschuhschritt zu stärkeren Spreizungen der Beine kommen, als dem künstlichen Gelenk lieb ist. Wobei ich gestehe, dass ich auch schon mit dem Gedanken gespielt habe, mir Skating-Ski zuzulegen. Das klassische Skilanglaufen ist dem kürzlich von mir getesteten Cross-Shaping übrigens sehr ähnlich, es fehlen nur die Gewichte für den Oberarm und der Oberkörper ist nicht ganz so aufrecht. Wer die Gelegenheit hat diesen schönen Wintersport auszuüben, sollte es tun. Wie viele Muskeln dabei angesprochen werden, habe ich jetzt aktuell nach meiner längeren Skilanglaufpause auch prompt mit einem ausgeprägten Muskelkater an den unmöglichsten Stellen gespürt. Noch ein kleiner Hinweis für alle, die nach einer Gelenks-Operation vielleicht vom alpinen Skifahren auf Langlauf umsteigen möchten. Auch wenn es einfach aussieht, ist die Sportart doch technisch anspruchsvoll, zumindest dann, wenn man Steigungen gut, sicher und elegant hinauf und auch wieder hinunter kommen und beim gewollten oder ungewollten Spurwechsel nicht für Gelächter sorgen möchte. Neueinsteiger sollten in jedem Fall einige Stunden in einen Grundkurs oder Langlauftrainer investieren.

  1. Herbert Schweyffendonner
    So, 15. Februar 2015 um 16:55

    Hallo Herr Herrchen, ich bekam vor 9 Monaten eine Hüft-TEP, machte davor über 20 Jahre Skilanglauf, zu 80% Skating, und habe nun nach fast 2 Jahren wieder damit begonnen. Mein Operateur hatte keine Bedenken gegen Skating, und auch ich habe nach 2 Wochen (bin in dieser Zeit insgesamt ca. 150 km „gerutscht“, dabei übrigens nur einmal gestürzt, und das im Diagonalstil, weil die Ski unerwartet abrupt stoppten) rein subjektiv das Gefühl, dass für mich Skating schonender für meine TEP ist als der Diagonalstil. Ich betreibe allerdings (wie vorher auch) sehr „gemäßigtes“ Skating auf vorwiegend flachen Strecken, ohne forciertes Ausspreizen der Beine, komme dabei aber dennoch wesentlich schneller vorwärts als Diagonalläufer, und es macht VIEL mehr Spaß. Gegen Stürze wappne ich mich mit Protektoren. Sind Ihnen Untersuchungen zur Belastung der TEP bei verschiedenen Sportarten, auch Skilanglauf, bekannt? Mich würde interessieren, ob die Bedenken gegen den Skating-Stil evidenz-basiert sind oder aufgrund theoretischer anatomischer Überlegungen bestehen. Ist Ihnen vielleicht irgendetwas dazu bekannt? Ganz herzliche Grüße!

    • Mo, 16. Februar 2015 um 09:01

      Hallo Herr Schweyffendonner,
      zunächst – und darin sind sich in der Regel auch alle Ärzte einig – können Sportarten, die bereits vor der Operation gut beherrscht wurden, auch nach der Operation bedenkenlos getrieben werden. Das gilt wie in Ihrem Fall auch für das Skaten. Da Sie sich zudem durch Ihre eigene Technik (.. ohne forciertes Ausspreizen der Beine…) und mit Protektoren schützen, sollten Sie Ihrem Hobby bedenkenlos frönen können. Meine geäußerten Bedenken basieren tatsächlich auf anatomischen Überlegungen und eigene Erfahrung bei kleinen Skating-Tests, ohne allerdings die Technik wirklich zu beherrschen. Evidenz basierende Untersuchungen speziell zum Skating sind mir leider nicht bekannt. Interessant ist allenfalls, dass z.B.: beim Golfen die Belastung für das Knie höher ist, als beim Joggen. Dies wurde in einer Studie untersucht und von einem der Ärzte aus unserem 2. Buch publiziert.
      Herzliche Grüße Peter Herrchen

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