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Nordic-Cross-Training in der Fachpresse

Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin,

hat bereits vor vielen Jahren ein perfektes Ganzkörper-Trainingsgerät erfunden und war damit auch schon mehrfach in der Presse.
Einige wissen, dass ich auch dieses Trainingsgerät besitze und hier in meinem Blog einen Erfahrungsbericht zu der besonders gelenkschonenden Sportart, die für TEP-Träger und Menschen mit Arthrose perfekt geeignet ist, veröffentlicht habe.
Aktuell fand das von Kaupe entwickelte Nordic-Cross-Training mit einem ganzseitigen Artikel Einzug in die bundesdeutsche Fachpresse für Orthopädie.

Den kompletten Fachpresse-Artikel inkl. PDF-Download gibt es hier…

Hüft- und Knie-Gelenk Ersatz als ambulante OP

So, 14. November 2021 2 Kommentare

Ist das verrückt oder die Zukunft der Medizin?
In einigen Nachbarländern und auch in der USA ist es tatsächlich schon länger üblich, dass so ein komplexer Eingriff, wie der Einsatz eines künstlichen Knie- oder Hüftgelenkes, ambulant erfolgt. D.h.: morgens in Krankenhaus uns abends nach Hause. Was viele, die so eine Operation hinter sich haben, für völlig unmöglich halten, wurde jetzt aktuell auch zum ersten Mal in Österreich erfolgreich praktiziert.

künstliches Hüftgelenk

Erstmals Hüftgelenk ambulant eingesetzt
Das Landeskrankenhaus Feldkirch hat etwas geschafft, was bisher nicht möglich war: Dem ehemaligen Leistungssportler Thomas Jochum wurde ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt – und das unter ambulanten Bedingungen: Der Ringer und WM-Teilnehmer konnte wenige Stunden nach dem erfolgreichen Eingriff das Spital wieder verlassen….mehr

10.11.2021 – Vorarlberg ORF@at aus dem Landeskrankenhaus Feldkirch

Im Nachbarland Luxemburg werden auch schon längerer Zeit künstliche Knie-Gelenke ambulant eingesetzt. Hierzu gibt es in Kürze einen ausführlichen Erfahrungsbericht eines sportlichen Patienten.

Sportlich und fit ist in diesem Zusammenhang eine ganz wesentliche Voraussetzung, dass dieser Eingriff überhaupt erfolgreich gelingen kann. Dies wird auch vom leitenden Oberarzt des Landeskrankenhauses Feldkirch, Johannes Abel, genauso dargelegt. Für ältere Menschen mit Vorerkrankungen oder bereits eingeschränkter Mobilität ist das natürlich keine Option.

In Deutschland wurde das auch schon vereinzelt versucht, sogar mit zwei künstlichen Hüftgelenken an einem Tag in Rüsselsheim von Dr. Manfred Krieger.
Durchgesetzt hat sich dies bisher noch nicht wirklich.
Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich bei uns weiterentwickelt.


Nominiert für den Smart Hero Award 2021

Sa, 30. Oktober 2021 1 Kommentar

Facebook – jetzt Meta – ist ja gerade aktuell nicht in den Schlagzeilen auf Grund seines besonderen sozialen Engagements.
Im Normalfall verbindet man das Netzwerk entweder mit absoluten Belanglosigkeiten, wie Essen- und Katzenbilder oder mit Hass, Hetze, Fake-News, Einflussnahme auf Wahlen, als Plattform für Spinner, Querdenker, Nazis, Misogyne, Homophobe, Xenophobe und sonstige geistig Verirrte, bis hin zu Gruppen wie der QAnon-Sekte, die behauptet, eine weltweit agierende Elite ermorde Kinder, um aus ihrem Blut ein Verjüngungsserum zu gewinnen. Einige fordern daher die Zerschlagung oder zumindest Kontrolle des Konzern.

Man kann sich durchaus vorstellen, dass die Hirnvergifter und Irrsinns-Verbreiter ohne jegliche Kontrolle zerstörerisch auf die Demokratie wirken können. Das ist zwar nicht das Ziel des Konzern, aber jeder noch so abstruse Unsinn generiert Traffic und damit weitere Millionen für die Taschen von Mark Zuckerberg, der das auch deshalb nicht unterbindet.

Aber man glaubt es kaum: Es geht auch anders.
Man kann das Netzwerk durchaus für sinnvolle Aktivitäten und die Vernetzung von Gruppen mit gleichen sozialen Interessen, sowie als Selbsthilfegruppe nutzen.
Und für viele vielleicht noch überraschender, Facebook unterstützt sogar soziale Aktivitäten und soziales Engagement und lobt bereits seit 2014 den Smart Hero Award mit durchaus veritablen Preisen aus, wobei SMART dabei für den klugen Einsatz von Social Media für Anerkennung, Respekt und Toleranz steht. 2021 steht der Award unter der Schirmherrschaft von Elke Büdenbender, Juristin und Frau des amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. 

Und was hat mein Blog Endoprothese und Sport nun damit zu tun?
Ganz einfach: Dieser hat den Grundstein dazu gelegt, dass meine/unsere Community dieses Jahr für den Smart Hero Award nominiert wurde. Denn neben diesem Blog und aus der Erkenntnis heraus, wie groß das Interesse am Austausch von Betroffenen ist, habe ich 2015 den Club TEPFIT auf Facebook gegründet, den ich zusammen mit meinen beiden Mit-Administratorinnen Ulrike Steyer und Angelika Eisenhut ehrenamtlich betreibe, ganz im Sinne des Awards mit sozialem Handeln, Respekt und Toleranz.

Und das hat nun dazu geführt, dass wir einer der sechs Nominierten für den Gruppenpreis sind, der von einer unabhängigen Jury dann am 16.11.2021 live vergeben wird. Das ist für uns Initiatoren und natürlich für alle Mitglieder der Gruppe, die mit ihrem respektvollen und hilfsbereiten Umgang untereinander maßgeblich zu der Nominierung beigetragen haben, eine sehr schöne Anerkennung und zwar unabhängig davon, ob wir am Ende zu den drei Preisträgern gehören oder nicht.

Und hier schließt sich der Kreis zum Eingangsstatement:
Ein Netzwerk wie Facebook ist genau das, was wir Nutzer daraus machen.

TEPFIT Bewerbungs-Video für den Smart Hero Award 2021
Kategorien:TEPFIT Schlagwörter: ,

Partner-Netzwerke und Kooperationen im DACH-Raum

Seit Anfang 2011 besteht dieser Blog und hatte vor Kurzem den 400.000sten Seitenaufruf. Neben drei Buchveröffentlichungen sind daraus über die Jahre umfangreiche Social-Media-Aktivitäten, ein Partner-Netzwerk und viele Kooperationen entstanden, die ich Euch hier im einzelnen vorstellen möchte.

Nach den Buchveröffentlichungen 2012 und 2014 – zusammen mit Heidi Rauch – folgte 2015 die Gründung der Facebook-TEPFIT-Gruppe. In dieser privaten Gruppe tauschen sich Stand heute 5000 Mitglieder rund um die Themen Arthrose und deren Behandlungsoptionen, Umgang mit künstlichen Gelenken, Tipps zu unterschiedlichen Operations-Möglichkeiten und -Methoden, Sport, Bewegung, Reha-Fragen und vieles mehr aus.
Einen großen Mehrwert erfährt die Gruppe dadurch, dass aktuell 40 Fachexperten ebenfalls Mitglied in der Gruppe sind. Hier geht die Spanne von Chef- und Oberärzten der Orthopädie über Sportorthopäden, Sport- und Physiotherapeuten, Sportwissenschaftlern, Ernährungsfachleuten, Faszientrainer, zertifizierte Rolfer bis hin zum Chefredakteur der Sportärztezeitung und weiteren Fachautoren/Fachjournalisten.
Pro Monat wächst unsere Selbsthilfe-Gruppe um 150 Mitglieder und ebenfalls monatlich werden aktuell über 600 Beiträge, 12.000 Kommentare und 17.000 Reaktionen (Likes) veröffentlicht.

Dazu begleitend gibt es zwei Facebook-Seiten mit öffentlichen Beiträgen und neben diesem Blog noch unsere Buch-Webseite. Das dritte Buch (komplette Überarbeitung und Neuauflage von Mut zur neuen Hüfte!!) ist 2018 erschienen.

Treffen 2018 im Vivea-Hotel Umhausen (Tirol) – v.l.n.r Mike Rupp, Barbara Egger, Heidi Rauch, Peter Herrchen

2016 wurde auch der korrespondierende YouTube-Kanal TEPFIT ins Leben gerufen mit aktuell etwas über 630 Abonnenten und knapp 30 veröffentlichten Videos. Dabei geht die Spanne von Übungsvideos über Fachvorträge und Interviews bis hin zu den Zusammenfassungen unserer beiden TEPFIT-Präsenz-Meetings in Vor-Corona-Zeiten.

Um allerdings alle vorgenannten Plattformen mit validen Fachinformationen zu versorgen, bedarf es natürlich weiterer Expertisen von Partner-Netzwerken und Kooperationspartner. Alle nachfolgend genannten Personen und Institutionen liefern nachweisbar valide Informationen und werden von mir uneingeschränkt empfohlen.
Die Reihenfolge der nachfolgenden Aufzählung der Partnernetzwerke und -Plattformen, sowie der Kooperationspartner ist rein chronologisch geordnet.

Partner-Netzwerke und -Plattformen

  • Titanhüftenblog von Heidi Rauch, meine liebe Mitautorin unserer Bücher.
    Seit 2011 schildert Heidi darin Ihre eigenen positiven Erfahrungen mit zwei künstlichen Hüftgelenken und gibt Tipps und Einblicke aus ihrer Sicht.
  • Arthoseforum Austria von Barbara Egger.
    Seit 2016 arbeiten wir grenzüberschreitend eng zusammen, tauschen uns gegenseitig aus und haben uns auch schon zweimal persönlich getroffen (2016 in Erding und 2018 in Tirol).
  • KnorpelKompetenzNetzwerk e.V.
    Seit Anfang 2019 bin ich Mitglied im KnorpelKompetenzNetwerk, welches von Chef- und Oberärzten des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn gegründet wurde mit dem Ziel, ein interdisziplinäres Netzwerk von Spezialisten rund um das Thema Arthrose und Knorpelschäden aufzubauen und somit Patienten ganzheitliche Angebote zur Behandlung zu eröffnen.
  • Arthrose-Netzwerk-Deutschland von Johannes Vossenkuhl.
    Seit 2020 bin ich mit seinem Netzwerk von über 100 Partnern verbunden und wir tauschen uns regelmäßig aus. Zudem hatte ich die Möglichkeit, die Magnetfeldtherapie zur Arthrose- und Schmerzbehandlung mit dem MAGCELL®ARTHRO von einem seiner Netzwerkpartner zu testen.
Dr. Christian Fulghum (rechts) und Peter Herrchen in Garmisch-Partenkirchen 2021

Kooperationspartner

  • endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen
    Seit 2009 bin ich persönlich verbunden mit der Klinik und seinem Chefarzt Dr. Christian Fulghum. Nicht nur, dass Christian Fulghum seine Expertise unseren Büchern zur Verfügung gestellt hat, kann ich ihn darüberhinaus jederzeit auf kurzem Weg bei Fachfragen kontaktieren und dann seine profunden medizinischen Antworten auf unseren Kanälen veröffentlichen. Bei unserem ersten TEPFIT-Treffen in Erding hat er es sich nicht nehmen lassen, einen Fachvortrag zur Endoprothetik zu halten, der hier jederzeit abrufbar ist.
  • Markus Roßmann – Diplom-Sportlehrer, Gesundheitsexperte, Certified RolferTM, Faszienexperte und Buchautor
    Bereits seit 2012 kenne ich Markus Roßmann, der uns sein Fachwissen schon in unserem ersten Buch zur Verfügung gestellt hat. Seit er sich in meiner Wahlheimat am Tegernsee niedergelassen hat, tauschen wir uns regelmäßig aus und haben u.a. ein gemeinsames Interview zu dem Thema „TEPFIT trifft Faszie“ auf unserem Youtube-Kanal veröffentlicht.
  • Dr. Georg Kaupe – Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin in Bonn
    Seit Georg Kaupe 2016 seine Erfindung Nordic-Cross-Trainer bei unserem TEPFIT-Treffen in Erding vorgestellt hat, ist er mir stets ein kompetenter Ansprechpartner, wenn es um sportorthopädische Themen und Probleme des Bewegungsapparates abseits von Operationen geht.
  • Gemeinschaftkrankenhaus Bonn
    Seit 2017 arbeite ich auf verschiedenen Ebenen mit den beiden Chefärzten des Zentrums Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin Dr. Holger Haas und Dr. Jochen Müller-Stromberg sehr vertrauensvoll zusammen. Beide haben mit mir 2021 gemeinsam einige Webinare und clubhouse-Talks für Betroffene veranstaltet. Holger Haas hat uns zudem fachlich bei unserer Neuauflage des Buches Mut zur neuen Hüfte!! unterstützt. Gemeinsam gehören wir dem KnorpelKompetenzNetzwerk an.
  • Dr. Raimund Völker – Facharzt Chirurgie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, Hüftspezialist in München
    Seit 2018 steht mir Dr. Völker bei Fachfragen rund um das Hüftgelenk zur Verfügung. Zudem ist er einer der wenigen Spezialisten in Deutschland, der ausschließlich Hüften operiert und daher mit Recht als Hüftspezialist zu bezeichnen ist. Daraus begründet sich eine große Expertise bei allen Hüfteingriffen, darunter auch beim knochenerhaltenden Oberflächenersatz, der sog. McMinn- oder BHR-Hüfte.
  • Arthrose-Hilfe von Timm Schuler – Physiotherapeut, Gesundheitstrainer, Lymphtherapeut nach Földi, Bachelor of Arts Fitnesstraining, Ernährungsberater, Trainer für Sportrehabilitation, Personal Trainer, Kursleiter für Gesundheitskurse
    Seit 2020 gibt es einen gemeinsamen Austausch zu Arthrose-Themen auf den verschiedenen gemeinsamen Social-Media-Kanälen.
  • alley – VBMC ValueBasedManagedCare GmbH in Köln
    Seit Ende 2019 arbeite ich mit alley zusammen. alley hat in Kooperation mit Kliniken, Ärzten und Physiotherapeuten eine App entwickelt, die Betroffene auf dem Behandlungspfad bei Arthrose des Hüft- oder Knie-Gelenks zielgerichtet begleiten kann. Ich habe mit Unterstützung durch meine TEPFIT-Gruppe diese Entwicklung aus Patientensicht begleitet und unsere Erfahrung einfließen lassen. In den letzten Wochen haben wir sowohl drei gemeinsame Webinare, sowie einige Talks zusammen auf clubhouse veranstaltet.
Afterwork anlässlich der endofit-Veranstaltung 2019 in Bonn mit Dr. Holger Haas (ganz rechts), sowie Kolleg:Innen und Teilnehmer:Innen


Folgendes ist mir dabei noch ganz wichtig:
Mit keiner der vorgenannten Kooperations- und Netzwerkpartner oder deren Vertreter gibt es finanzielle Abmachungen oder sonstige Vereinbarungen über Zuwendungen, weder in die eine noch in die andere Richtung. Die Zusammenarbeit erfolgt auf rein freiwilliger und absolut vertrauensvoller Basis. Allen gemein ist das große Anliegen, verläßlich, seriös und wissenschaftlich fundiert Betroffene zu informieren – und zwar auf allen derzeit verfügbaren Kommunikations-Kanälen.
Alle Genannten gehören im Übrigen zu den vierzig weiter oben erwähnten Experten unserer TEPFIT-Facebook-Gruppe.

Wenn Sie valide Informationen rund um Arthrose, Therapien, künstliche Gelenke, Sport- und Bewegung suchen, dann wenden Sie sich gerne an die genannten Partner oder natürlich auch gerne direkt an mich.

Kategorien:Endoprothese

Hüft-Fitness mit Carina – Bauchmuskel aktivieren

Das zweite Video der losen und aufeinander aufbauenden Trainings-Reihe mit Carina ist in unserem TEPFIT-Youtube-Kanal jetzt live. Dieses Mal geht es nach der „Gluteale Amnesie“ um die Aktivierung der „Bauchmuskulatur“.

Carina Weidler
Carina Weidler

Um was geht es genau?
Carina erklärt das wie folgt:

„Die meisten Menschen haben vor allem Übungen in Rückenlage im Kopf, wenn sie an Bauchmuskeltraining  denken. Übungen, bei denen man den Oberkörper einrollt, die Hüfte anhebt oder die Beine absenkt. Vor allem der letzte Punkt ist kritisch: Fast niemandem ist bewusst, dass die meisten dieser Übungen gar kein Bauchmuskeltraining sind, sondern Training der hüftbeugenden Muskulatur. Wenn das jemand gezielt machen möchte, weil es in seiner speziellen Situation Sinn ergibt – prima. Die meisten denken allerdings, dass sie ihre Bauchmuskulatur trainieren – vielleicht, weil sie Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulen-Bereich haben und die Bauchmuskulatur ihrem Rücken zu Liebe kräftigen möchten. In den allermeisten Fällen tun diese Menschen sich nichts Gutes, wenn sie – versehentlich – den Hüftbeuger kräftigen, denn der ist ja sowieso schon bei den meisten verkürzt (wer mag, kann das gerne im Beitrag zur Glutealen Amnesie nochmal nachlesen). 

Und selbst dann, wenn richtige Bauchmuskelübungen sauber ausgeführt werden, würde ich mir wünschen, dass Bauchmuskeltraining mindestens überwiegend anders gemacht wird. Und zwar aus folgendem Grund: 

Die Bauchmuskulatur geht vom Brustbein bis zum Schambein. Klar, wenn man diese Muskulatur kontrahiert, also anspannt und zusammenzieht, bring man Brustbein und Schambein näher zusammen und rollt den Oberkörper ein. 

Aber jetzt mal ehrlich – im Alltag ist das nicht das, was wir von unseren Bauchmuskeln erwarten, oder? Und auch beim Sport ist nur in ausgewählte Situationen das aktive Einrollen gewünscht. Meist soll die Bauchmuskulatur (gemeinsam mit der Rückenmuskulatur) die Aufgabe erfüllen, die Wirbelsäule in ihrer physiologischen Position zu stabilisieren. Konkret bedeutet das, die Bauchmuskulatur ermöglicht uns eine stabile, aufrechte Körperhaltung in den unterschiedlichsten Situationen: Zum Beispiel beim Gehen, Stehen, Sitzen, Laufen, Springen, Toben, Heben etc. Gleichzeitig übernimmt die Bauchmuskulatur eine sehr wichtige Rolle für die Position des Beckens. 

Eine stabile, aufrechte Körperhaltung und eine gesunde Beckenposition sind für alle essentiell wichtig. Insbesondere für alle mit Hüftschmerzen oder künstlichen Gelenken wünsche ich mir, dass sie ihre Bauchmuskulatur sehr gut ansteuern können. Deshalb zeige ich dir im zweiten Trainingsvideo einen (vielleicht für dich noch neuen) Ansatz, mit dem dir das gelingt. Viel Spaß dabei! Für Muskelkater übernehme ich keine Haftung“

WICHTIGER HINWEIS 

Für alle Videos der Reihe gilt:
Es ist ein konservatives Training für die OP-Vorbereitung und ab der 6. Woche Post-OP. Die gezeigten Übungen nur durchführen, wenn es die körperliche Fitness und der Gesundheitszustand zulassen und vorher mit dem Operateur / Physiotherapeuten abgestimmt ist, dass dies in Eurem speziellen individuellen Fall bereits so möglich ist. Die Übung-Videos bauen aufeinander auf. Daher nachfolgende Übung erst dann durchführen, wenn die Vorhergehende absolviert wurde.

Hier geht’s direkt zum Übungs-Video.

20 km Rheinsteig – Geht nicht? Gibt’s nicht!

So, 5. September 2021 1 Kommentar

Das letzte Mal, dass ich 20 km am Stück zu Fuß zurückgelegt habe, ist eine Weile her. Es war der Halbmarathon am Tegernsee im Jahre 2013, lange vor meiner Hüft-TEP-Revision in 2018. Dieses Wochenende war es aber erneut soweit, übrigens zusammen mit zwei der drei Freunde von 2013, wenn auch nicht laufend sondern wandernd.

Drei Freunde
Drei Freunde nach ca. 2 von 20 Kilometern auf dem Rheinsteig (Im Hintergrund links die Marksburg)

Der Rheinsteig ist ein teilweise sehr anspruchsvoller Fernwanderweg auf meist sehr engen Pfaden oder Steigen (daher der Name) mit vielen Höhenmetern entlang des Rheins von Wiesbaden nach Bonn mit einer Gesamt-Länge von 320 km. Wir hatten uns gleich zwei sehr anspruchsvolle Etappen auf einmal vorgenommen, nämlich von Braubach nach Lahnstein (ca. 8 km) und dann weiter nach Koblenz über die sehr beeindruckende Ruppertsklamm nochmals weitere 12 km. Insgesamt waren dabei 720 Höhenmeter zurückzulegen und zwar rauf wie runter, da Ausgangs- und Endpunkt immer der Rhein ist. Das steilste Stück ist dabei die wirklich atemberaubende Ruppertsklamm mit 235 Hm auf 1,5 km. Hier wähnt man sicher eher im Alpenraum als im Rheinischen Schiefergebirge.

Hinweis: Der Rheinsteig ist generell kein Spazierweg, sondern erfordert eine gewisse Grundfitness, gutes Schuhwerk (Wander- oder Trekkingschuhe), Wanderstöcke, Verpflegung, Rucksack, angemessene Kleidung und ist in Teilpassagen nur bei längerem trockenen Wetter zu empfehlen. Für die Rupperstklamm wird in einigen Wanderführern ‚alpine Erfahrung‘ vorausgesetzt und man sollte trittsicher und schwindelfrei sein. Die teils sehr steilen Passagen sollten auch auf keinen Fall unterschätzt werden. Es gibt zudem, wenn man sich für eine Etappe entschieden hat, meist keine Möglichkeit abzukürzen oder auszusteigen.

Die erste Etappe von Braubach nach Lahnstein ist mit ca. 250 Hm noch ganz human, wenngleich derjenige, der die Strecke nicht kennt, gleich nach dem ersten Aufstieg flucht. Geht es doch nach ein paar Metern geradeaus fast direkt wieder komplett auf Meereshöhe zurück um dann sofort wieder auf die gerade verlassene Höhe aufzusteigen (siehe nachfolgendes Höhenprofil).

Höhenprofile Rheinsteig Braubach - Koblenz
Höhenprofil Rheinsteig Braubach – Koblenz

Diese Etappe ist allerdings von den beiden (abgesehen von der Ruppertsklamm) die schönere, bietet sie doch tolle Ausblicke aufs Rheintal, umliegende Burgen und die Lahn.

Hat man nach 8 km die Lahn bei Lahnstein erreicht, kommt man an der einzigen Einkehrmöglickeit der 20 km Strecke, dem Schleusenhäuschen, vorbei. Natürlich haben wir das genutzt, um in einer kurzen Pause ein nicht alkoholisches eiskaltes Getränk zu uns zu nehmen.

Danach sollte nun der spektakuläre Teil der Wanderung kommen. Von Schleusenhäuschen erreicht man nach ca. einem km den Eingang zur Ruppertsklamm. Schon dort weht einem ein herrlich frischer ‚Klammwind‘ entgegen, hatten wir doch bei 25 Grad und blauem Himmel einen recht warmen Spätsommertag erwischt. Ab jetzt hieß es, alle Sinne zusammennehmen, bei jedem Schritt konzentrieren und abseits der Seilsicherungsstellen die Wanderstöcke gut einsetzen. Der 1,5 Kilometer lange Aufstieg durch die Klamm wird auf einem Schild mit einer Stunde angegeben. Aber selbst bei unserem sehr bedächtigem konzentrierten Aufstieg benötigten wir nur ca. 40 Minuten.

Wer sich nicht tagtäglich in hochalpinem Gelände aufhält, sollte zwei Dinge für die Klamm beherzigen:
1. Nur bei seit länger Zeit trockenerem Wetter gehen.
2. Immer den Aufstieg statt den Abstieg wählen.
Die Felsen sind sehr feucht und rutschig und man durchquert ständig den Bachlauf, um sich entweder links oder rechts an den Seilen langzuhangeln.
Wer oben angekommen nach ca. 12 km Wandern übrigens genug hat, kann auch einen Wanderweg zurück nach Lahnstein nutzen und hier die Tour dann nach ca. 14 km zu beenden.

Ruppertsklamm bei Lahnstein mit Seilsicherungen

Ist man oben angekommen, gibt es eine hässliche Schutzhütte, die man getrost rechts liegen lassen kann.
Der Rest der Etappe ist schnell erzählt: Auf den verbleibenden 8 Kilometern bis Koblenz, sind dann nochmals knapp 250 Höhenmeter im dichten Wald über einen Bergrücken zu absolvieren, mit wenigen bis keinen Ausblicken. Nach weiteren zwei Stunden ist man dann doch froh, das Endziel erreicht zu haben.

Alles in allem auf jeden Fall eine sehr schöne Rheinsteig-Strecke, die bei einer Gesamtwanderzeit von 5 1/2 Stunden eben kein kleiner Spaziergang ist. Das war auch im Übrigen daran zu erkennen, dass wir trotz Traumwetter höchsten 30 weitere Wanderer auf der gesamten Strecke (Ausnahme Klamm) gesehen haben.

Mein Fazit
Vieles ist nach einer OP und auch nach einer Revision wieder möglich. Immer langsam herantasten, Grundfitness aufbauen und sich dann einfach mal trauen – aber bitte so eine Tour nicht alleine machen.

Wenn‘s knirscht in Hüfte und Knie

Seit Ende 2019 arbeite ich schon mit alley zusammen. alley ist eine analytisch-getriebene, medizinische Plattform, die in Zusammenarbeit mit Leistungserbringern und Kostenträgern den optimalen Behandlungspfad für Patient:innen strukturiert. alley konzentriert sich auf die Therapiebegleitung von Patient:innen mit akuten oder chronischen Beschwerden des Hüft- und Kniegelenks bis hin zur gesicherten Diagnose einer Cox- und Gonarthrose. Die dafür entwickelte App ist seit Juli 2021 kostenlos für alle verfügbar.

Als Betroffener und Gründer der knapp 5000 Mitglieder zählenden TEPFIT-Facebook Gruppe, habe ich die Entwicklung als Anwender und Berater begleitet und u.a. Usability-Tests durchgeführt.

Ende August haben wir eine gemeinsame Video-Webinar-Reihe ‚Rund um die Gelenkgesundheit’ gestartet mit drei Schwerpunkten, bzw. Themengebieten:

– Was gibt‘s Neues zum Thema Schmerz – 31.8.2021

– Arthrose-Behandlung: Souveräne Entscheidungen treffen – 7.9.2021

– alley: Chancen digitaler Medizin-Apps bei Knie- und Hüftbeschwerden – 14.9.2021

Nachdem das erste Webinar am 31.8.2021 eine sehr positive Resonanz hatte, findet am kommenden Dienstag, den 7.9.2021 um 20:15 Uhr, das zweite Online-Webinar statt.

Arthrose-Behandlung: Souveräne Entscheidungen treffen

Für viele Betroffene ist die Diagnose Arthrose zunächst ein Schock. Die Patienten werden damit alleine gelassen und wissen weder, was diese Diagnose wirklich bedeutet, noch welche Optionen es außer einer Operation gibt.
Genau hier setzt das Webinar an!
Neben den behandelnden Ärzten kann auch eine Selbsthilfegruppe, wie meine Facebook TEPFIT – Gruppe, erste Hilfestellungen geben und mit Rat, Tat und Erfahrung zur Seite stehen.

Eine andere Möglichkeit ist das Einschalten von professionellen ‚Care-Manager:innen’, die die gesamte Breite des Behandlungsspektrums im Blick haben, entsprechend medizinisch ausgebildet sind und die verschiedenen Leistungserbringer (Behandler) mit dem Patienten zusammenbringen und koordinieren.
Christiane Valk, Care-Managerin bei alley, wird die verschiedenen Optionen für den Betroffenen aufzeigen und im Anschluss an den Impulsvortrag mit Euch darüber diskutieren und Eure Fragen beantworten.
Wir, Peter Herrchen und Medical Expert Laura Wergowski von alley, werden das Webinar als Moderatoren begleiten. Wir stehen natürlich auch beide für Fragen zur Verfügung.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Einfach hier auf den Veranstaltungs-Link klicken.

Hüft-Fitness Video-Reihe mit Carina

So, 22. August 2021 3 Kommentare

Carina Weidler habt Ihr ja im letzten Artikel über das Tretroller fahren schon kennnengelernt. Da sie sich als Sporttherapeutin – selbst bereits mit einer Hüft-TEP mit ihren jungen 33 Jahren ausgestattet – perfekt mit den idealen Übungen für die Hüft-Fitness vor und auch nach der OP auskennt, hat Sie mir und Euch angeboten, eine Video-Reihe mit Trainings-/Übungs-Videos zum live Mitmachen zu erstellen. Dieses Angebot habe ich natürlich sehr gerne angenommen. Ab heute startet eine lose Video-Trainings-Reihe in unserem TEPFIT-Youtube-Kanal im geplanten 14-Tage Rhythmus, die alle aufeinander aufbauen. Den Anfang macht die „Gluteale Amnesie“.

Carina Weidler

Um was geht es dabei?
Carina erklärt das wie folgt:

„Die Hüfte ist ein wahnsinnig komplexes und spannendes Gebilde. Unser kompletter Körper ist um das Hüftgelenk aufgebaut, welches unseren Oberkörper mit dem Unterkörper verbindet.
Die enormen Kräfte, die dieses Gelenk aushalten kann, faszinieren mich schon sehr lange – genauso wie die enorme Kraft, die die hüftumgebende Muskulatur aufbringen kann. 
Leider ist unser „moderner“ Lebensstil ganz und gar nicht hüftfreundlich. Wusstest Du, dass der große Pomuskel, der „Glutaeus Maximus“, einer der stärksten Muskeln des Körpers ist? Na ja, zumindestens „wäre“ er einer der stärksten Muskel des Körpers, wenn wir uns „artgerecht“ bewegen und verhalten würden. Du kannst dir vielleicht schon denken, worauf ich hinaus möchte – artgerecht bedeutet für uns Menschen nicht, den Großeil des Tages sitzend zu verbringen. Nicht nur, dass wir dabei den Glutaeus Maximus sträflich vernachlässigen – nein, wir sitzen ihn regelrecht platt. Mach dir das mal klar: Der Muskel, der eigentlich als einer der stärksten Muskeln im Körper konzipiert ist, ist der hüftstreckende Pomuskel. Wenn wir sitzen, ist der Pomuskel inaktiv, stattdessen ist der Hüftbeuger auf Spannung. Dadurch wird der Pomuskel nicht nur sehr schwach mit der Zeit, oft verlernen wir sogar, ihn richtig anzusteuern. Vereinfacht gesagt reagiert der Muskel beleidigt darauf, dass die ganze Zeit auf ihm rumgesessen wird und er nicht seiner artgerechten Funktion nachkommen darf. Irgendwann „verliert er die Lust“ und arbeitet immer weniger. Das denke ich mir nicht aus, dafür gibt es mittlerweile sogar einen Fachbegriff: „Glutaeale Amnesie“. Und die ist wirklich fatal,  denn wenn der Glutaeus Maximus nicht richtig arbeitet und gleichzeitig der Hüftbeuger immer kürzer wird, kommt die gesamte Hüft-Statik aus dem Gleichgewicht. Deshalb möchte ich im ersten Trainingsvideo damit beginnen Dir zu zeigen, wie du den Hüftbeuger öffnen kannst und wieder lernst, die Po-Muskulatur anzusteuern.“

WICHTIGER HINWEIS 

Für alle Videos der Reihe gilt:
Es ist ein Konservatives Training für die OP-Vorbereitung und ab der 6. Woche Post-OP. Die gezeigten Übungen nur durchführen, wenn es die körperliche Fitness und der Gesundheitszustand zulassen und vorher mit dem Operateur / Physiotherapeuten abgestimmt ist, dass dies in Eurem speziellen individuellen Fall bereits so möglich ist.
Da die Übung-Videos aufeinander aufbauen, bitte als erstes nachfolgende Übung absolvieren.

Hier geht’s direkt zum Übungs-Video.

Tretroller fahren – Ideal für die Hüfte!

Mo, 16. August 2021 2 Kommentare

oder Liebe auf den ersten Kick – Gastbeitrag von Carina Weidler – August 2021

Seit Dezember 2020 habe ich einen neuen Lieblingssport: Tretroller fahren!

Schön, ich muss zugeben, dass ich weit mehr als nur eine Lieblingssportart habe:
Aber Tretroller fahren ist auf jeden Fall bei den Lieblingssportarten ganz vorne mit dabei! 

Wer mich kennt weiß, dass ich früher fast jede Sportart leidenschaftlich gerne betrieben habe. Besonders verliebt war ich schon immer ins Laufen. Nicht weil es einfach und von überall aus ohne Equipment möglich ist (vorausgesetzt, man trägt Sportschuhe, und das tue ich so gut wie immer) – auch wenn das beide stimmt. Aber das sind rationale Punkte die bei mir keine Leidenschaft auslösen. Auch nicht weil man dabei in der Natur ist und sich dabei herrlich mit Freunden austauschen oder seinen Gedanken nachhängen kann. Das stimmt auch alles, trifft aber auch aufs Radfahren oder Wandern zu. Nein, für mich war laufend einfach immer eine tolle Bewegung. Federnd, irgendwie leicht und unbeschwert – selbst dann, wenn ich schwere Beine hatte oder völlig aus der Form war. Laufen fühlte sich für mich einfach immer toll an.

Seit 2020 habe ich eine neue Hüfte („TEPosaurus Rex“, liebevoll Rexi genannt) und ihr zuliebe laufe ich nicht mehr. Wenn man schon mit 31 eine neue Hüfte bekommt, soll diese natürlich maximal lange halten und daher bin ich notgedrungen vernünftig und vermeide Bewegungen, die den Verschleiß fördern. Da Laufen durch die Flugphase und den damit verbundenen Aufprall bei jedem Schritt nicht gerade zu den gelenkschonenden Sportarten gehört, lasse ich es notgedrungen sein.

Verdammt, ich vermisse das Laufen (noch)!

Im November vergangenen Jahres saß ich zu Hause und hatte schlechte Laune. Es wurde immer klarer, dass Urlaub in den Bergen und damit verbunden Skilanglauf im Winter 2020/2021 nicht stattfinden kann. Meine neue Hüfte war zu dem Zeitpunkt ein knappes dreiviertel Jahr alt und ich hatte Lust, mich mal wieder auszupowern. Auf dem Rad klappte das leider noch nicht, da meine Hüfte den spitzen Winkel beim Sitzen auf dem Rad nicht so gerne mochte. Außerdem hatte ich schon vor der OP – aber danach noch viel schlimmer – immer wieder Probleme mit einem „verkürzten“ und „zu festen“ Hüftbeuger. Leider ist Radfahren zwar eine tolle Sportart, die mir auch wahnsinnig viel Freude bereitet, aber gerade für Vielsitzer nicht optimal. Wer endlich nach acht Stunden vom Schreibtisch aufsteht, sollte danach definitiv Länge in den Körper, insbesondere in den Hüftbeuger bringen und sich nicht direkt wieder setzen – auch nicht aufs Fahrrad.  „Es müsste doch eine spaßbringende Ausdauersportart geben“, überlegte ich, „bei der man den Hüftbeuger dehnt und die hintere Kette kräftigt! Wie praktisch wäre es denn, wenn man beim Ausdauertraining über eine hohe Wiederholungszahl Kräftigungsreize für die Hüftstrecker und mobilisierende Reize auf die Hüftbeuger bringen könnte.“ 

Während ich so darüber nachdachte, wie so ein Gerät wohl aussehen könnte, wurde meine Laune schlagartig besser. Mir fiel ein: So etwas gibt es doch längst! Tretroller! 

Als nächstes dachte ich an Wolfgang Seibel: Ihn kannte ich flüchtig von früheren Laufwettkämpfen, und im Hinterkopf hatte ich abgespeichert, dass er mal Europameister im Cross-Tretroller-Fahren war. Ich suchte ihn bei Facebook und stellte begeistert fest, dass das nicht nur stimmt, sondern er sogar einen Laden hat und Tretroller verkauft!

Nach kurzer Kontaktaufnahme machte ich mich kurzerhand auf den Weg nach Hauenstein, wo Wolfgang mir einen Tretroller auslieh und mir in Kürze erklärte, worauf es zu achten gilt.

Ich schnappte mir den Roller (ein „Kickbike Cross Fit) und meinen Hund Maya, und wir starteten direkt von Hauenstein aus die erste Tour. 

Es war definitiv Liebe auf den ersten Kick!

Fast jeder stand als Kind ja schon einmal auf einem Roller und kann sich die Bewegung daher vorstellen. Ganz anders als in der Vorstellung ist die Optik des Rollers: Statt der Hartgummirollen, die man von den Kinderrollern kennt, hat der Roller Reifen in Mountainbike-Reifengröße. Generell sieht der Roller aus wie ein Mountainbike, nur eben ohne Sattel und Pedale. 

Das Rollern ist wirklich intuitiv und vom Bewegungsablauf her ganz leicht zu erlernen. Das heißt allerdings nicht, dass das Rollern ein Kinderspiel ist, im Gegenteil! Während es sich auf asphaltierten flachen Wegen ziemlich entspannt rollt, wird es auf Waldwegen und vor allem, wenn es bergauf geht, richtig anstrengend – genau wie beim Radfahren auch. 

Anders als beim Radfahren ist die Position auf dem Tretroller allerdings nicht nach vorne gebeugt, sondern aufrecht. Das Standbein steht auf dem Trittbrett und ist – je nach Trittbretthöhe – leicht oder auch ein bisschen mehr gebeugt. Und das wird anstrengend, richtig anstrengend sogar! Deshalb wechselt man nach circa zehn Tritten das Standbein, bergauf schon nach drei bis fünf Tritten. Das Wechseln des Standbeines erfordert ein bisschen Übung, gelingt aber mit Konzentration sehr gut und schon nach kurzer Zeit wechselt man ganz automatisch. Durch kleine Bodenunebenheiten hat man gleichzeitig ein geniales Training auf instabilem Untergrund, wofür man sich sonst auf Kissen oder Kreisel stellt – durch den festen Griff Lenker steht man allerdings stabil und hat keinerlei Angst zu fallen.

Vom Trainingseffekt her genauso interessant wie das Kraft- und Koordinationstraining des Standbeins ist das des Schwungbeins. Bei jedem Tritt stößt man sich kräftig nach hinten ab. Um möglichst viel Vortrieb zu generieren, wird die Hüfte dabei komplett gestreckt. Man geht bei jedem Tritt in eine Streckung des Hüftbeugers und kräftigt gleichzeitig die hüftstreckende Muskulatur. Das bedeutet: „Knackarschalarm!“

Spaß beiseite, schon bei der ersten Rollertour spürte ich ganz deutlich, dass mein Hüftbeuger beim Rollern geschmeidiger wurde. Nach dem Rollern fühlte sich mein Hüftbeuger phantastisch an, viel besser als vorher. Seitdem ich regelmäßig rollere, habe ich viel seltener Hüft- oder Rückenschmerzen durch einen verkürzten Hüftbeuger, komme bei Dehnübungen deutlich weiter und muss mich seltener dehnen. 

Winter-Rollern
Tretroller fahren geht auch prima im Winter

Das Roller-Training hört, anders als Training auf dem Fahrrad, nicht am Bauchnabel auf. Während beim Radeln der Oberkörper wenig Arbeit zu verrichten hat, sind vor allem der Bauch und der untere Rücken auch auf dem Tretroller sehr aktiv. Studien belegen, dass man beim Tretrollerfahren ähnlich viel Energie verbraucht, wie beim Laufen – und das ganz ohne die Stoßbelastung! Damit ist Tretrollerfahren ein wirklich sinnvolles, effektives, gelenkschonendes und gesundheitsförderndes Training, ein idealer Ausgleich zum Sitzen – und es macht auch noch wahnsinnig viel Spaß! Ich habe mich für ein noch etwas größeres Modell entschieden: Mein Tretroller hat vorne ein 29 Zoll großes Laufrad und hinten ein 26 Zoll großes Laufrad (Ein Kickbike Crossmax). Damit flitze ich gemeinsam mit meiner Hündin Maya durch den Wald. Natürlich vernünftigerweise überwiegend auf gut befestigten Wegen. Aber auch wenn ich mich ab und zu auf einen Trail verirre, macht der Roller das problemlos mit. 

Wie bei Fahrrädern gibt es natürlich auch bei Rollern reine Straßenmodelle und auch tatsächlich Downhill-Modelle mit Federgabel. Es gibt sogar Tretroller mit Fatbike-Reifen. In der ganzen Palette ist sicherlich für jeden etwas dabei. Ein netter Nebeneffekt: Da Tretroller mit deutlich weniger Material auskommen als Fahrräder (kein Sattel, Schaltung, Pedale, Dämpfer etc.), sind sie deutlich günstiger.

Ich war wirklich von der ersten Tour an begeistert vom Tretrollern. Dass ich so ein Teil brauchte, war überhaupt keine Frage! Was mich sehr freut ist, dass sich einige Freunde von mir von meiner Begeisterung anstecken ließen, es auch ausprobieren und sich kurzerhand auch Roller zulegten. Alle sind ausnahmslos begeistert, haben Spaß damit und vor allem weniger Rückenschmerzen. Ganz besonders freut mich, dass eine Freundin, die ein halbes Jahr vor mir eine neue Hüfte bekommen hat, und bei der die zweite Hüfte demnächst ansteht, das gleiche berichtet wie ich: 

  • Sie kann sich auf dem Roller schmerzfrei auspowern
  • Ihre Kraftwerte, Koordination und Beweglichkeit verbessern sich durch das Rollern deutlich, was sowohl für die bereits vorhandene TEP, als auch für die anstehende OP super wichtig ist
  • Sie hat seitdem sie rollert weniger Hüftschmerzen

Was für uns Hüft-Patienten und TEP-ler noch besonders interessant ist: Die Frage, wie man aufsteigt, stellt sich beim Tretroller nicht. Das Trittbrett ist ganz niedrig über dem Boden, man stellt einfach einen Fuß drauf und rollert los. Bergauf schiebt sich so ein Roller auch ganz hervorragend, da keine Pedale stören und er im Vergleich zu einem Fahrrad viel weniger Gewicht hat. Mir persönlich fällt das Gehen bergauf sehr leicht, bergab habe ich noch immer Probleme. Daher nehme ich meinen Roller auch gerne zu Wanderungen mit. Bergauf und auf dem flachen schiebe ich ihn, und bergab kann ich gelenkschonend und schmerzfrei rollen. 

Bin wirklich verdammt begeistert von diesem tollen Sportgerät

Um nochmal auf den Punkt vom Anfang zurück zu kommen: Das Tretrollern verbraucht nicht nur ähnlich viel Energie wie Laufen, es fühlt sich für mich auch genauso toll an. Generell ist die Bewegung dem Laufen gar nicht mal unähnlich, wenn man nur das Schwungbein betrachtet. Statt beide Beine abwechselnd als Schwungbein einzusetzen und dazwischen eine Flugphase zu haben wie beim Laufen, hat man eben auf dem Tretroller ein Bein als Standbein, wodurch man die Flugphase umgeht. 

Auch wenn es euch vielleicht so vorkommt, ich verkaufe keine Tretroller und bekomme auch keine Provision dafür. Ich bin nur wirklich verdammt begeistert von diesem tollen Sportgerät und den Möglichkeiten, die es uns eröffnet. Bei jeder Tour bin ich dankbar und grinse von einem Ohr zum anderen, weil es mich so sehr freut, dass ich mich endlich wieder auspowern kann und dabei meiner Hüfte auch noch etwas Gutes tue. Deshalb hoffe ich, mit diesem Artikel viele von euch dazu begeistern zu können, das Tretrollerfahren mal auszuprobieren. Wenn ihr in der Nähe von Kaiserslautern wohnt oder mal vorbei kommen möchtet, auch sehr gerne mit mir gemeinsam. Denn es würde mich freuen, wenn möglichst viele von euch von meiner Erfahrung profitieren und sich und ihren Hüften auch ganz viel Gutes tun können.

Carina Weidler, 33 Jahre jung, Sporttherapeutin und TEPFIT!
Als Sporttherapeutin hat sie in den vergangenen Jahren viele Patienten mit Hüft-Problematiken wieder fit gemacht. Mit den Betroffenen schaffte sie es, durch konsequentes Kraft-, Koordinations- und Beweglichkeitstraining, die Hüfte konservativ wieder schmerzfrei zu bekommen. Mit den Patienten, bei denen eine OP bevorstand hat Carina Programme entwickelt, um sie bestmöglich auf die OP vorzubereiten. Auch das Reha-Training danach betreute sie oft.
Aber sie hat nicht nur selbst viele Patienten in den drei Phasen betreut, sondern kennt die Problematik auch aus ihrer eigenen Erfahrung, hat Carina doch 2020 selbst ein künstliches Hüftgelenk erhalten.
Sie wird ihre Erfahrungen gemeinsam mit mir an Euch weitergeben und damit dazu beitragen, dass jeder und jede sich bestmöglich um seine Hüften kümmern kann. 
Heute erfahrt Ihr was über Carinas „neue Liebe“, das Tretroller fahren, auch als perfekte Therapie für ihre Hüfte.
In Kürze werden dann noch regelmäßige Übungsvideos von Carina über meinen Blog und meinen Youtube-Kanal für Euch bereitgestellt.
Direkt-Kontakt: carinaweidler(at)gmx.de

Rectus femoris – Physiotherapie darf (muss) auch mal schmerzen

Physiotherapeutin Anne-Katrin Weiß – Vitova Hochheim

Wer meine Artikel und Aktivitäten verfolgt weiß, dass ich schon immer sehr überzeugt von physiotherapeutischen Behandlungen war und natürlich auch immer noch bin. Öfters gehe ich bei kleineren Problemen des Bewegungsapparates auch ohne ärztliche Verordnung zur Physiotherapie, auch wenn dies in Deutschland leider nur als Selbstzahler möglich ist. Aktuell war und bin ich eigentlich in Behandlung wg. einiger Probleme meiner rechten Schulter in Folge von Sehnenverletzungen.
Nachdem ich letztes Wochenende an zwei Tagen hintereinander recht steile Bergwanderungen mit insgesamt 10 Km bergauf absolviert hatte, verspürte ich einen Tag später ein Ziehen, einen leichten Schmerz in der Nähe meines künstlichen Hüftgelenkes des rechten Oberschenkels beim aktiven Anheben des Beines, sowohl gestreckt wie auch gebeugt.
Als Doppel-Hüft-TEP-Träger klingeln zunächst mal bei Schmerzen in der Nähe des Gelenkes die Alarmglocken:
Es könnte ja etwas mit der TEP sein! Allerdings beruhigte mich schon der erste Selbsttest:
Aktives Anheben schmerzt, passives Anheben völlig schmerzfrei. Damit war zu 99,9% ein Gelenkproblem ausgeschlossen. Trotzdem war es nur logisch, dass ich dies bei meinem ohnehin anstehenden Termin bei der Vitova-Physio in Hochheim mit meiner Physiotherapeutin Anne-Katrin Weiß (Foto) abklären und behandeln lassen wollte. Besonders vorteilhaft ist zudem für mich, dass Anne-Katrin sich auch perfekt im Sport auskennt. Kein Wunder, hat sie doch einen 6. Platz bei den Europameisterschaften 2012 im TeamGym vorzuweisen.
Nach einem kurzen ‚Anamnese‘-Gespräch stand fest, das muss der musculus rectus femoris sein. Diesen Muskel kannte ich bisher bestenfalls nur mit seinem unspektakulären deutschen Namen, nämlich ‚gerader Muskel des Oberschenkels‘.
Also schnell den Oberschenkel mit Lotion eingerieben und los ging die ‚Behandlungstortur‘ begleitet von den einfühlsamen Worten meiner sehr geschätzten Anne-Katrin:

„Das kann Muskelkater und blaue Flecken geben,
Physiotherapie ist schließlich keine Wellness-Massage!“

Wie recht sie behalten sollte. Allerdings ist das für mich absolut normal, da ich weiß, das einige, besonders tiefer liegende Muskeln und Muskelansätze nur mir großem Kraftaufwand zu erreichen und zu behandeln sind. So war auch diese 30-minütige Behandlung erfolgreich und ich hatte schon direkt danach deutlich reduzierte Schmerzen beim aktiven Anheben. Sie gab mir noch ein paar Tipps zur eigenen Weiterbehandlung auf dem Weg, wie Dehnen, Faszienrolle und extra Übungen für die Stärkung Gesäßmuskulatur, nicht schonen, sondern bewegen. Gesagt, getan: Direkt nach der Behandlung ins Tischtennis-Training gegangen und einen Tag später, heute, langsame 5,3 km bei immerhin 150 Hm gejoggt. Und was soll ich sagen: „Das einzige was noch zu spüren und zu sehen ist, sind die Druckstellen der Behandlung“.

Daher mein wiederholtes Fazit:
Eine gute physiotherapeutische Behandlung ist eigentlich unbezahlbar und ersetzt auch in vielen Fällen den Arztbesuch. Zum Glück beginnt auch in Deutschland hier langsam ein Umdenken und Fachärzte erkennen zunehmend den Wert dieser Therapien an. Einzig der direkte Weg zu den Physio-Praxen ist zumindest auf Kassenleistung (noch) nicht möglich, da immer eine ärztliche Verordnung (Rezept) nötig ist.
Als Selbstzahler steht es einem allerdings frei, direkt zu einem Physiotherapeuten/in zu gehen. Ich finde, wenn finanziell möglich, sind die ca. 40 EUR pro Behandlung wirklich gut angelegtes Geld, zumal dann, wenn man etwaige Schmerzmittel oder Salben dagegen rechnet.

Freude, Dankbarkeit, 3500 Kilometer und Netzwerkerweiterung

Was haben 3500 Km Laufen, Wandern und Gehen mit Orthopädie zu tun?

Drei Freunde auf dem Hirschberg

Heute jährt sich meine TEP-Komplett-Revision zum dritten Mal. Am 25. April 2018 war noch völlig unklar, ob ich mich je wieder sportlich und überhaupt schmerzfrei bewegen können würde. Wenige Tage später machten mir meine ‚Knochen-Docs‘, Dr. Rolf Schipp mit Team und Chefarzt Dr. Christian Fulghum von der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen, bereits Hoffnung. Die sehr komplexe dreistündige Revisions-OP war perfekt verlaufen und sofern keine späteren Komplikationen auftreten sollten, stünde einer vollständigen Wiederherstellung nichts im Wege.

Doch bis es soweit war, galt es noch einige Hürden zu meistern. Ohne die Unterstützung meiner Liebsten, der Physiotherapeuten und meinem eigenen Anspruch, wieder ein halbwegs sportliches Niveau zu erlangen, hätte ich nicht das erreicht, was Stand heute wieder alles problemlos möglich ist.

Mit meiner Liebsten

So kamen in den letzten zweineinhalb Jahren immerhin 3500 km Laufen, Wandern und Gehen, sowie knapp 1000 MTB-Kilometer zusammen. Zwei Höhepunkte waren dabei der unter Pandemie-Bedingungen ausgetragene Midsummer-Run in Wiesbaden und die anspruchsvolle 14 Km und 800 Höhenmeter Bergwanderung in gut 4 Stunden mit Freunden auf den Hirschberg bei Kreuth. Beides 2020 und alles absolut schmerzfrei. Dafür bin ich der endogap und seinem Team unendlich dankbar bei gleichzeitiger Demut, es nicht zu übertreiben.
Aktuell laufe ich in der Woche ca. 8-12 km in zwei bis drei Einheiten, sehr langsam und gelenkschonend mit relativ kleinen Schrittlängen, um die Stoßbelastungen zu minimieren.

Ausbau des Arthrose- und TEPFIT-Netzwerkes
midsummerrunMein über die Jahre aufgebautes Netzwerk von Arthrose-Betroffenen, Arthrose-Plattformen, Fachärzten und Experten erweitert sich stetig, sowohl innerhalb der aktuell knapp 4500 Mitglieder starken TEPFIT-Gruppe, als auch außerhalb.
Nachdem es schon seit 2017 eine Zusammenarbeit mit dem Arthroseforum Austria von Barbara Egger gibt, kamen 2019 und 2020 folgende neue Kooperationen hinzu:
Seit 2019 arbeite ich mit dem Startup alley zusammen, das im Rahmen der Digital Health Initiativen in Deutschland, eine digitale Gesundheits-App für Betroffene mit Hüft- und Knie-Arthrose entwickelt hat. Die offizielle Zulassung für die App auf Rezept wird im Sommer dieses Jahres erwartet.
Seit Anfang 2020 bin ich Mitglied im KnorpelKompetenzNetzwerk, welches von Ärzten des GK-Bonn ins Leben gerufen wurde.
Ebenfalls seit 2020 arbeite ich mit dem ArthroseNetzwerkDeutschland von Johannes Vossenkuhl zusammen. Im März diesen Jahres habe ich auf clubhouse den Club ‚ArthroseKompetenzNetzwerk‘ gegründet. Hier starten wir am kommenden Dienstag mit der ersten Folge einer Arthrose-Talk-Reihe, bei der mir als Experten die Chefärzte des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin des GK-Bonn, Dr. Holger Haas und Dr. Jochen Müller-Stromberg, zur Seite stehen.
Seit knapp zwei Wochen bin ich zudem mit der Arthrose-Hilfe von Timm Schuler vernetzt.

Was ist in Arbeit?
Zum einen läuft ein Antrag auf Anerkennung und Förderung unserer digitalen Selbsthilfe-Gruppe TEPFIT beim GKV Spitzenverband und zum anderen eine Bewerbung dieser Gruppe für den Social Media Smart Hero Award.

Es bleibt spannend in meiner Community.
Interessiert, ein Teil davon zu werden?
Dann einfach melden. Kontaktdaten im Impressum.

Arthrose-Kompetenz-Talk auf clubhouse

Der eine oder andere wird bereits von der neuen SocialMediaApp clubhouse gehört haben.
Kurz erklärt, eine Talk-Show auf Basis von Audio. Das bedeutet, es gibt virtuelle Räume in denen auf sog. ‚Bühnen‘ ein oder mehrere Moderatoren sitzen, die zu einem Thema ein Gespräch führen oder initiieren, um mit den Zuhörern, dem Publikum, zu diskutieren und/oder deren Fragen zu beantworten.
Vor gut einem Monat habe ich auf clubhouse den Club ‚ArthroseKompetenzNetzwerk‘ gegründet mit dem Ziel, dort auf Dauer eine Talk-Reihe zu etablieren, in der es um alle Themen im Zusammenhang mit Arthrose, Bewegung, Ernährung, Therapien und künstliche Gelenke geht.
Details dazu können hier nachgelesen werden.

Nach einigen Vorbereitungen ist nur der Termin für den Auftakt-Talk fixiert:
Dienstag, der 27.04.2021 um 20:15 Uhr.

Und natürlich habe ich hochkarätige Fachleute mit an Bord. Es werden mir Dr. med. Holger Haas und Dr. med. Jochen Müller-Stromberg kompetent zur Seite stehen und alle Fragen beantworten.
Beide sind Chefärzte im Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am GK-Bonn.
Jetzt den Termin im Kalender eintragen.
Wir freuen uns auf regen Austausch und spannende Diskussionen mit Euch.

 

Kostenersparnis durch TEP-Recycling – Pilotprojekt INTEREST

Der permanente Kostendruck der Kostenträger im Gesundheitswesen erfordert innovative Ideen. So stellt sich die berechtigte Frage, warum bei ca. 400.000 Operationen jährlich in Deutschland, bei denen ein künstliches Hüft-oder Knie-Gelenk eingesetzt wird, nicht auch recycelte Implantate zum Einsatz kommen könnten. Schließlich sind darunter ca. 50.000 Wechsel-OPs, bei denen die Implantate ohnehin entnommen werden. Die Rohmaterialien (Titan, verschiedene Metall-Legierungen und Polyethylen) könnten bei hohen Temperaturen eingeschmolzen und dann zu neuen Implantaten gefertigt werden.
Da der Schmelzpunkt für Titan bei 1668 Grad Celsius liegt, könnten zusätzlich, falls ein verstorbener TEP-Träger in einer Urne beigesetzt wird, auch diese Implantate noch verwandt werden.
Eine Feuerbestattung findet bei ‚nur‘ 850 Grad Celsius statt. Somit nimmt das Material keinen Schaden, abgesehen vom Polyethylen. Bei einer etwaigen Wiederverwendung von Keramik sind dagegen noch einige technische Hürden zu meistern, da der Schmelzpunkt bei 3422 Grad Celsius liegt.

Bei einem Sportler nach 21 Jahren ausgebauter Schaft mit Keramikkopf

Damit aber in jedem Fall das Titan verwendet werden kann, soll zukünftig in jedem ausgestellten Implantat-Pass automatisch das Einverständnis zur Verwendung nach dem Tod eingetragen werden, es sei denn es wird ausdrücklich widersprochen. Den ursprünglichen Gedanken einiger Experten, entnommene Implantate als sog. ‚refurbished TEPs‘ direkt wieder einzusetzen – zeigt doch zumindest der Titan-Schaft selbst nach 21 Jahren Einsatz bei einem Sportler (s. nebenstehendes Foto) kaum äußerliche Abnutzungserscheinungen – hat man auf Grund von Unsicherheiten im Bezug auf die nicht zu überprüfende Beanspruchung des Materials über die Jahre im Körper der TEP-Träger wieder verworfen.

Intelligente TEP Recycling Strategie

Der anerkannte Gesundheitsökonom Prof. Dr. Franz-Johannes Hanebüchen rechnet vor: „Durch die Wiederverwendung der Materialien können die Implantatkosten im Einkauf um bis zu 70% gesenkt werden.“
In Abstimmung mit allen Kostenträgern und politischen Entscheidungsträgern hat die Vereinigung der deutschen Implantat-Produzenten (VddIP), in der alle namhaften Hersteller vertreten sind, das Pilotprojekt INTEREST am 1.4.2021 gestartet.
INTEREST steht für „Intelligente TEP Recycling Strategie“. Dabei haben sich acht repräsentativ ausgewählte Endoprothetik-Zentren im Rahmen des Piloten verpflichtet, alle bei Revisions-OPs entnommenen Implantate an die VddIP zu senden. Patientendaten sollen dabei nur anonymisiert erfasst werden. Im Gegenzug profitieren diese Kliniken von den günstigen im Recyclingverfahren hergestellten Implantaten. Solange die Fallpauschalen für eine endoprothetische Versorgung gleich bleiben, lassen sich in den Kliniken signifikant höhere Gewinne erwirtschaften.
Allerdings wird der sog. Kellertreppeneffekt spätestens dann, wenn das System flächendeckend etabliert wurde, dafür sorgen, dass die Fallpauschalen wie üblich entsprechend gekürzt und sich die Margen wieder sukzessive verringern werden. Insgesamt sorgt dies dann immerhin für eine Reduktion der Gesamtkosten, die allen GKV-Versicherten zu Gute kommt.
Der Chefarzt einer der beteiligten Kliniken, Prof. Dr. Retep Endomichalsky, ist überzeugt: „Auch wenn wir noch keine exakten Ergebnisse hinsichtlich der Haltbarkeit haben, überwiegen die Vorteile. Selbst wenn wider Erwarten die Standzeiten geringer sein sollten als bei den Originalen, so generiert eine vorzeitige Revision weitere Umsätze.“

Weitgehend politischer Konsens

Auch die Politik steht mehrheitlich hinter dem Projekt. So ist die gesundheitspolitische Sprecherin des Bündnis 90/Die Grünen, Frauke-Katharina Schmidthans-Wagenbroock, überzeugt, damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum schonenden Umgang mit Ressourcen beizutragen. Lediglich die Parteien des rechten Randes sorgen sich um rein deutsche Patienten ohne Migrationshintergrund. Hier könne nicht ausgeschlossen werden, dass wiederverwendete Implantate ursprünglich von ausländischen Mitbürgern stammen könnten und somit die Möglichkeit bestünde, dass Deutsche quasi mit fremdländischem Material ‚infziert‘ würden.

Das Projekt INTEREST ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Dann will man die Ergebnisse vollumfänglich analysieren und entscheiden, ob die flächendeckende und verpflichtende Teilnahme für alle Kliniken per Gesetz umgesetzt wird.

E-Health – Digitalisierung im Gesundheitswesen – Apps und Live-Veranstaltungen

e-Health


Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist nicht mehr aufzuhalten. Große Firmen und kleinere Startups, meist von Main-Playern im Gesundheitssektor finanziell unterstützt, drängen auf den Markt. Fitness-APPs gibt es an jeder Ecke, auf jedem Armband, auf Smartphones und Uhren.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat aktuell 10 Gesundheits-APPs verschiedener Hersteller zugelassen, die es auf Rezept gibt.
Viele niedergelassene Ärzte haben inzwischen Video-Sprechstunden eingeführt, natürlich in 2020 auch ‚Corona‘ getrieben.
Auf Grund nicht erlaubter Präsenzveranstaltungen in 2020, konnten viele Informationsveranstaltungen von Kliniken und Endoprothetik-Zentren zur Patienten-Aufklärung bei Gelenkersatz nicht stattfinden.
Inzwischen werden solche Veranstaltungen vermehrt digital angeboten.

Als digitale Gesundheitsanwendung in Form einer App – speziell für Coxarthrose (Hüftarthrose) – ist bereits Vivira vorläufig zugelassen.
Für eine weitere App vom Startup alley wird die Zulassung noch im ersten Halbjahr erwartet. Bei dieser App geht es um einen kompletten Behandlungspfad für Patienten mit Knie- und Hüft-Arthrose (Gon- und Coxarthrose).
Mit einigen Partnerkliniken ist diese App aktuell im Live-(Test)-Betrieb, siehe weiter unten am Beispiel des GK-Bonn.
Ich hatte übrigens durch sehr frühen Kontakt zu diesem Startup die Möglichkeit, die Entwicklung der Anwendung in Teilen zu begleiten und mich von dem Mehrwert für Patienten zu überzeugen.
Wer sich informieren möchte, was mit der App auf Rezept alles möglich ist und wie diese Betroffenen helfen kann, dem sei das Online-Video-Patienten-KolloquiumDigitale Chancen für die Behandlung von Knie- und Hüftarthrose“ am 20.01.2021 des Uni-Klinikums Bonn ans Herz gelegt. Die 90-Minütige Veranstaltung hat drei Themen-Blöcke:

  • Die digitale Sprechstunde: per Video zur Diagnose? (Dr. Jansen)
  • Wie für Sie gemacht: Prothesenplanung in 3D (Dr. Randau)
  • Potenziale digitaler Medizinprodukte: Die alley App begleitet bei der Behandlung von Hüft- und Kniearthrose (Dr. Latz)

Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.


Dr. Holger Haas

Dr. Holger Haas

Eine weitere digitale hochspannende Video-Veranstaltung findet am 10.2.2021 statt. Diese ist allerdings exklusiv nur für die Mitglieder der privaten Facebook-Gruppe ‚TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‘ zugänglich. Nachfolgend die Details:

VIDEO-WEBINAR „Das schmerzhafte Kunstgelenk“ am 10.02.2021 von 18:00 – 21:00 Uhr von und mit Dr. med. Holger Haas, Chefarzt Allgemeine Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin GK-Bonn, Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung.
Bei Berichten über hervorragende Behandlungsergebnisse besteht ein regelrechter Wettkampf: nach schneller, besser und schöner…

Viele Betroffene wissen jedoch auch über unerfreuliche Erfahrungen und Schmerzen zu berichten.
Es ist das Ziel dieses Webinars, Licht in das Dunkel zu bringen und über Beschwerdeursachen und die möglichen Maßnahmen zur weiteren Abklärung bzw. Behandlung aufzuklären.
was ist ein gutes Ergebnis nach einer Prothesenimplantation?
 wie lange halten Prothesen?
Schmerzen nach Prothesen und deren Ursachen
wodurch lockern sich Prothesen?
wie geht es weiter, wenn ich Schmerzen habe?
Die Infektion als schwere Komplikation
Was das Webinar nicht leisten kann:
Eine persönliche oder individuelle Abklärung von Beschwerden ist im Rahmen dieses Webinars nicht möglich. Dies bleibt einer persönlichen ärztlichen Untersuchung und Beratung vorbehalten.
Was das Webinar leisten soll:
Betroffene sollen umfänglich aufgeklärt sein, um ihre Situation besser einschätzen zu können und bei Ihrem Arzt bzw. Ärztin die richtigen Fragen stellen zu können. Interessierte können sich noch besser über das große Gebiet der Endoprothetik aufklären lassen und so für ihre Entscheidung für oder gegen eine Prothese weitere Informationen gewinnen.

Wie könnt Ihr teilnehmen?
Eine Teilnahme ist nur als Facebook-Nutzer und Mitglied der TEPFIT-Gruppe möglich. Wer Interesse hat, einfach in Facebook eine Mitgliedsanfrage für die TEPFIT-Gruppe stellen, auf Veranstaltung gehen und anmelden, wie dort beschrieben (Name und eMail-Adresse sind dazu notwendig).

Ihr habt während der Live-Veranstaltung die Möglichkeit per Chat-Funktion direkt Eure Fragen zu stellen, die Dr. med. Holger Haas nach seinem Vortrag gerne beantwortet – allerdings ohne Gewähr, dass alle Fragen berücksichtigt werden können.


alley in der Praxis im GK-Bonn
Das Bonner Gemeinschaftskrankenhaus geht im Übrigen auch den Weg der digitalen Offensive und arbeitet mit der bereits alley-logo.g. Kölner Firma alley und deren Patienten-App zusammen. Seit April 2020 kommt die App alley zur Behandlung von Menschen mit Hüft- und Kniearthrose im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn zum Einsatz. Damit gehörte es nicht nur im Bonner Raum, sondern auch bundesweit zu den ersten Anwendern von alley und hat die Anwendung in ihrer Entwicklung maßgeblich geprägt. Dr. med. Holger Haas, Chefarzt Allgemeine Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, erklärt:

Als Klinik ist uns daran gelegen, Patientinnen und Patienten bei allen Fragen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung aktiv zu begleiten, auch wenn sie längere Zeit auf ihren OP-Termin warten müssen. Mit alley ist genau das möglich. App und Care Management helfen uns, die individuelle Situation unserer Patientinnen und Patienten besser zu verstehen und darauf einzugehen. Gerade mit zeitlichem Abstand von der Erstuntersuchung tauchen zudem oft Fragen auf, die dann durch die App oder im direkten Kontakt beantwortet werden können. Damit wird auch die Betreuung der Patienten durch die niedergelassenen Ärzte im Vorfeld der Operation hervorragend unterstützt.

Im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn kam alley bereits im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 zum Einsatz. „alley hat in dieser kritischen Lage der Klinik geholfen, unsere Patienten effektiv auf ihre Behandlung vorzubereiten und die anstrengende Phase des Wartens zu überbrücken“, betont Dr. Haas. Seine Erfahrungen sind in die Entwicklung der App eingeflossen.
Innerhalb der ersten Monate der Zusammenarbeit nutzten mehr als 100 Patienten alley als Begleitung und zur Vorbereitung auf ihre OP. Die Corona-Krise gab dem Angebot zusätzlichen Schub, da aufgrund der unsicheren Pandemie-Lage viele terminierte OPs verschoben werden mussten und niemand sicher sagen konnte, wann es wieder Eingriffe geben würde. Über das Dashboard hatten die Ärzte die Möglichkeit, anhand der Schmerzprotokolle ihrer Patienten Dringlichkeiten festzulegen und die Medikation aus der Ferne im Blick zu behalten. Die Patienten wurden über das alley Care Management regelmäßig kontaktiert, in das Terminmanagement des Krankenhauses eingebunden, erhielten auf sie zugeschnittene Übungen zum Aufbau und Erhalt der Grundmobilität. Beide Seiten blieben fachlich und persönlich in Kontakt. Diese Erfahrungen konnten im pandemiegeprägten Jahresverlauf fortgesetzt werden.

Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn und Dr. Holger Haas haben die Entwicklung von alley von Anfang an mit Passion und Expertise begleitet. Nach der erfolgreichen Pilotphase soll alley dauerhaft Teil des Klinikalltags in der Orthopädie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn werden. Dafür wird das Dashboard auf die klinikspezifischen Bedürfnisse hin angepasst und in das Krankenhaus-Informationssystem (KIS) eingebunden. Gleichzeitig wird alley in das Aufnahmecenter integriert, so dass Patienten vom Erstkontakt mit der Klinik an auf das alley Care Management zugreifen können.

Ausblick
Es wird auf jeden Fall spannend sein zu sehen, wie schnell die Digitalisierung im Gesundheitswesen die nächsten Jahre fortschreitet und wo die Grenzen des Sinnvollen liegen. Dabei spielt natürlich auch die Akzeptanz der Anwender eine große Rolle und die Frage, ob und in welchem Umfang sich die ältere Generation darauf einlässt. Ein sehr großen Augenmerk muss dabei von allen Seiten unbedingt auf die Sicherheit der Daten gelegt und die Verwendung und Speicherung absolut transparent gemacht werden.
Weitere Schritte der Digitalisierung wird es auch bei Diagnosen durch künstliche Intelligenz geben.
Auch hier positioniert sich das GK-Bonn sehr innovativ und ist über das KnorpelKompetenzNetzwerk eine einjährige Probe-Partnerschaft mit dem Wiener Start-Up Unternehmen ImageBiobsy Lab eingegangen.
Dieses junge Unternehmen beschäftigt sich mit der künstlichen Intelligenz in der medizinischen Bildgebung und hat sich hier schon frühzeitig auf die Diagnose bei Arthrosen der Hüft- und Kniegelenke spezialisiert.
Es bleibt spannend und interessant!

Das Pandemie-Jahr 2020 – der etwas andere Rückblick

pandemieDas Jahr 2020 wird als das Pandemie-Jahr in die Geschichte eingehen mit massiven Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens wie Ökonomie, Sport, Privatleben, Medizin/Gesundheit und Psyche, um nur einige zu nennen.

Medizin/Gesundheit
Für alle, die eine geplante Gelenkersatz-OP terminiert hatten, kam es ggf. zu Aufschiebungen und Termin-Absagen. Reine Endoprothtik-Zentren hatten es dabei etwas besser als solche, die an eine Klinik mit Komplettversorgung angeschlossen sind. Dort musste die Intensivbetten-Kapazität hochgehalten werden. So hatte z.B. die endogap Garmisch-Partenkirchen bis September ein Drittel weniger Gelenk-Operationen als im Jahr davor, wie mir der Chef Dr. Christian Fulghum mitgeteilt hat. Aber auch für alle Betroffenen, deren geplante OP stattfand, gab es Probleme und Einschränkungen in der Nachsorge. Fitness-Studios waren teilweise geschlossen, in Reha-Kliniken gab es entsprechende Hygiene-Auflagen und Physio-Therapie-Termine waren auf Grund der reduzierten Behandlungen noch viel schwerer zu bekommen, als sonst.

Privatleben und Ökonomie
Natürlich kam es auch zu massiven Einschränkungen im privaten Bereich, je nach Lebenssituation. Keine Schule, kein Kindergarten, Home-Office, Kurzarbeit und Umsatzeinbrüche. Letztere bei dem einen oder anderen einhergehend mit finanziellen Problemen, die trotz gigantischer Finanz-Maßnahmen des Staates, einfach nicht bei jedem rechtzeitig oder überhaupt angekommen sind. Hinterher wissen immer alle, wie man es hätte vielleicht besser machen können – leider konnte man die Pandemie nicht üben.
Darunter natürlich auch die rücksichtslosen Covidioten, Verschwörungstheoretiker, rechten Hetzer, Querdenker und Reichsbürger. So gerne ich die Errungenschaften der Sozialen Medien schätze und selbst nutze, zeigt sich jedoch hier deren Schwäche. Alle diejenigen, die sich nur noch dort informieren und seriöse Medien überhaupt nicht kennen (wollen), tun sich unglaublich schwer, Tatsachen von Schwachsinn zu unterscheiden. Wenn es dann noch dem Präsidenten einer Weltmacht gelingt, 74 Millionen Bürger mit Hetze auf Minderheiten und permanenten Lügen hinter sich zu scharen, zeigt sich unabhängig von der Pandemie wie wichtig es wäre, dass es in der Schule ein Medien-Kompetenz-Pflichtfach geben sollte. Denn leider zeigen sich auch in unserem Land diese Tendenzen in einigen Bundesländern, in denen ein Viertel der Wähler rechten Spinnern, Lügnern und Hetzern nach dem Maul reden.

Sport und Psyche
Alle Sporttreibenden, die ohnehin ihren Individualsport im Freien ausüben, wie Radfahren, Laufen, Wandern, Nordic Walking, hatten relativ wenig Einschränkungen. Alle Vereins- und Mannschaftssportler hingegen waren die meiste Zeit zum Nichtstun verdammt.

Dad- and Daughter-Challenge 2020

Dad- and Daughter-Challenge 2020

Wohl dem, der hier flexibel genug sein konnte, seine sportliche Aktivität den Regeln der Pandemie anzupassen oder Profisportler ist. Denn Sport und Bewegung sind extrem wichtig für Körper und Geist und damit für das psychische Wohlbefinden. Und ja, in den Wintermonaten, die Dank Klimaerwärmung in den meisten Teilen Deutschlands nur kurz und auch selten sehr kalt sind, bedarf es auf Grund der kurzen Tage natürlich noch mehr Kampf gegen den inneren Schweinehund, um sich nach Draußen aufzuraffen. Online-Workout-Programme zu Hause sind zwar eine Option, aber zumindest für mich persönlich eher spaßfrei.

Mein persönliches 2020 privat und sportlich
Für meine Familie und mich hat sich glücklicherweise nicht so viel geändert. Ich bin ganz normal in mein Büro gefahren und habe dort meist ganz alleine auf gut 60 qm gesessen und gearbeitet. Meine liebe Frau hat u.a. für ein gemütliches Zuhause, die kulinarische Versorgung und das Wohlfühlambiente gesorgt. Zudem haben wir die glückliche Situation zwar stadtnah aber direkt in der Natur zu wohnen. 50 Meter hinter dem Haus kann ich tagelang durch Feld, Wald und Flur des Taunus wandern, laufen, biken oder spazieren gehen. Und falls uns das zu langweilige wird, hüpfen wir mal schnell nach Oberbayern an unseren geliebten Tegernsee. Wir haben wirklich keinen Anlass über die Corona-Situation zu jammern, sondern akzeptieren diese einfach. Natürlich fehlen uns auch ab und an das Feiern und die gemeinsamen Stunden mit unseren liebsten Freunden, Konzertbesuche, Stadt- und Weinfeste oder, wie jetzt wieder aktuell, ein schöner Restaurantbesuch. Mir ist allerdings auch klar, dass dies je nach Lebenssituation leider nicht alle so entspannt sehen können.
Urkunde WI

Sportlich war 2020 das Jahr, in dem ich nach meiner Revision-OP 2018 wirklich absolut keinerlei Einschränkungen mehr hatte. Am Ende standen über 1000 schmerzfreie Lauf- und Wander- und Gehkilometer auf dem Tacho, dazu noch 400 MTB-Kilometer. Beim Laufen liegen die Kilometerzeiten durch mein neues ‚Langsamlaufen‘ zwar 30 % über denen zu meinen besten Doppel-TEP Halbmarathon-Zeiten, aber das ist für mich absolut in Ordnung. Es war mir sogar möglich, einen 5 km Pandemie-Laufwettkampf, den Midsummer-Run in Wiesbaden, für einen guten Zweck in einer für mich recht ordentlichen Zeit zu absolvieren. Sehr schön war auch, dass ich zusammen mit meiner Tochter auf Grund ihres geschlossenen Fitness-Studios, eine Dad- and Daughter-Challenge starten konnte.
Lediglich meinen Tischtennis-Sport musste ich seit April 2020 nahezu auf null reduzieren und damit auch auf die schönen gemeinsamen Stunden mit meinen TT-Freunden nach einem Punktspiel verzichten.

Ausblick 2021
Lasst uns für 2021 alle optimistisch bleiben und vor allen Dingen Rücksicht auf andere nehmen.
Lasst uns alle die Corona-Regeln befolgen, gebt dem Virus möglichst wenig Verbreitungschancen und weist die Impfgegner, Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker in Eurem Umfeld in die Schranken und lasst Euch bitte selbst impfen sobald es möglich ist.
Dann bin ich sicher, dass wir nächstes Jahr um diese Zeit gelassen auf die zwei Pandemie-Jahre zurückblicken und uns alle freuen, wieder wie gewohnt leben zu können, die demokratischen Freiheiten zu genießen, unbeschränkt Reisen zu können und vielleicht trotzdem die eine oder andere ‚alte‘ Verhaltensweise zu überdenken. Vielleicht ist es wie bei der Reha und dem Aufbautraining nach einem Gelenkersatz: ‚Weniger ist mehr!‘