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Liebscher & Bracht – Wer heilt hat (immer) Recht?

Roland Liebscher & Dr. Petra Bracht (kurz L&B) sind in den Social-Media-Kanälen beim Thema Schmerztherapie und Arthrose fast allgegenwärtig. Gibt man z.B. in der YouTube-Suche ‚Arthrose‘ ein, prangt einem Roland Liebscher mit unzähligen Videos entgegen.
Auch in unserer TEPFIT-Facebook-Gruppe und in anderen Gruppen, die sich mit Arthrose beschäftigen, wird oft und sehr engagiert über L&B diskutiert.

Da ich den Versprechungen von Liebscher & Bracht wie z.B.

90 Prozent der Gelenkschmerzen werden meistens bereits in der ersten Behandlungsstunde dauerhaft behoben 

und deren Vorwürfen an die Schulmedizin, lt. Liebscher die ‚herkömmliche Medizin‘ – hier wörtlich aus dem Buch „Die Arthroselüge, Goldmann-Verlag, erschienen am 16.10.2017 – auf Seite 19“

Die heutige Realität bezüglich Arthose und Schmerzen ist ein Jahrhundertirrtum der Medizin

zumindest skeptisch gegenüber stehe, habe ich mich in den letzten Wochen recht intensiv mit Liebscher & Bracht beschäftigt. Dazu habe ich Fachleute (Mediziner und Physiotherapeuten) befragt, intensiv die L&B-Web-Auftritte analysiert, mir einige der Vorträge von Roland Liebscher – auch den zur Arthroselüge – auf YouTube angesehen, die L&B Facebook-Gruppen verfolgt und mich durch das aktuelle Buch „Die Arthrose-Lüge“ gekämpft. Ich muss zugeben, letzteres ist mir zeitweise schwer gefallen ist. (Siehe meine Rezension auf Amazon)

Bewegung der Gelenke im goldenen Herbst

Man sollte auch noch wissen, dass Roland Liebscher keinerlei medizinische Ausbildung hat und seine Frau Dr. Petra Bracht Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde ist, wie die beiden selbst auf ihren Webseiten darlegen.

Es sieht nach Sichtung der vielen Informationen und Informations-Quellen so aus als gäbe es nur Personen, die L&B entweder in den Himmel heben oder wegen deren aggressiven Werbung und umstrittenen Aussagen in die Hölle wünschen.
Es scheint eine Art Parallelwelt zu geben:
Auf der einen Seite die Mediziner und ausgebildeten Experten (Chirurgen, Orthopäden, Physiotherapeuten, Sportmediziner), die von L&B wenig halten oder sogar teilweise nicht kennen (mag daran liegen, dass sich medizinische Fachwelt nur zögerlich den neuen Medien öffnet) und auf der anderen Seite die eingeschworene L&B-Fraktion: Bestehend aus denjenigen, die sich eigenfinanziert zu L&B Schmerztherapeuten haben ausbilden lassen und dann die gelernten L&B Methoden auch wirtschaftlich nutzen möchten und deren Patienten, die nach einigen erfolglosen Operationen mit schlechten Ergebnissen endlich auf Hilfe, auch aus dem Internet, hoffen.
Die Krankenkassen scheinen auch nicht überzeugt von der L&B- Therapie zu sein, da keine der angebotenen Leistungen von der Kasse bezahlt werden. Jetzt kann man entweder ein Komplott der „Medizin-Mafia“ als Grund vermuten – so wie es die L&B-Anhänger tun – oder es gibt eben einfach fachliche und sachliche Gründe, keine Kassenleistungen für diese Behandlungsmethode zu gewähren.
Die Erkärung ist vermutlich ebenso simpel wie einleuchtend: Die vom Roland Liebscher nach seinen Aussagen durch jahrelange Forschung perfektionierte „Osteopressur“ – ein in der Medizin nicht existierender Begriff – mit der 72 bekannte Schmerzpunkte behandelt werden, ist einfach nur ein Kombination aus bereits altbekannten und bewährten Elementen der konservativen Therapien, wie Akupressur (Shiatsu), manuelle Therapie, Physiotherapie, Osteopathie und neuerdings das Faszientraining.
Insofern möchte ich eine positive Wirkung der Behandlungsmethoden zusammen mit der ebenfalls propagieren ausreichenden Bewegung der Gelenke nicht in Abrede stellen – nur ist es eben keine ‚Weltneuheit‘, wie gerne behauptet wird.
Die Ausbildung (Fortbildung) zur einem L&B Schmerztherapeuten, die zwischen 2000,00 EUR und 3000,00 EUR kostet, dauert insgesamt nur vier Tage. Alleine da werde ich persönlich schon skeptisch. Damit sich ein Fachmediziner in Deutschland offiziell auch Schmerztherapeut nennen darf, muss dieser eine 12-monatige Zusatzausbildung absolvieren. Vermutlich deshalb ist ja auch auf der L&B-Webseite immer von ‚Die Schmerzspezialisten‘ die Rede. Diese Bezeichnung ist nicht geschützt!

Vom allseits bekannten, stets im Frühstücksfernsehen und auch sonst medial sehr präsenten Sportwissenschaftler, Prof. Dr. Ingo Froböse, der auf der L&B-Webseite mit seinem Namen wirbt, wollte ich wissen, ob es sportwissenschaftliche Untersuchungen zu L&B-Methoden gibt. Leider blieb meine nachfolgende Anfrage von Anfang Oktober unbeantwortet.

Sehr geehrter Dr. Froböse, ich schätze Sie als Sportwissenschaftler und Fitnessexperte sehr. Umso mehr erstaunt es mich, dass Sie, sofern man der Webseite von Liebscher&Bracht glauben kann, deren Aussagen und Therapien in den höchsten Tönen loben. Besonders deren Aussagen zur Arthrose, von Liebscher Arthroselüge genannt, sind sehr befremdlich und zumindest nach meinen Recherchen durch nichts bewiesen. Haben Sie eine wissenschaftliche Untersuchung zu den Methoden und Aussagen von Liebscher&Bracht, die Sie mir zukommen lassen könnten? Ich betreibe in FB selbst eine geschlossene Gruppe und habe auch zwei Bücher zum Thema künstliches Hüft- und Kniegelenk geschrieben. Da werden wir natürlich oft mit Liebscher&Bracht konfrontiert. Danke für eine Rückmeldung, gerne auch per eMail.

Ein Physiotherapeut, der auch Mitglied unsere Gruppe ist, hat mir auszugsweise auf meine Frage nach L&B wie folgt geantwortet:

Ich kann nach 25 Jahren Therapie sagen, dass keiner den Gral gefunden hat bzw. finden wird. Nahezu jeder neue Trend ist nichts als ein wiedergekäutes therapeutisches Verfahren im aufpolierten Gewand. Ich diskutiere diesbezüglich fast täglich mit meinen Physio-Kollegen, die jedem dieser Trends hinterher hecheln. Ich persönlich bin seit ein paar Jahren wieder zu den Wurzeln der „rehabilitativen Simplizität“ zurückgekehrt und fahre gut damit (auch wenn ich mich damit der Kritik von Kollegen und teilweise auch Patienten aussetze).

Dr. Georg Kaupe, Orthopäde und Sportmediziner aus Bonn, hatte sich ja bereits in unserer Facebook-Gruppe so geäußert:

Eine elementare Diagnose in der Medizin und indirekt die damit verbundenen Fakultäten sowie die dort arbeitenden Spezialisten der Lüge zu bezichtigen, ist schon ein sehr ambitioniertes Marketing. Wo sind die wissenschaftlichen Studien und zahlreichen Erfolge mit Statistik bitte zu finden? Beste Grüße aus Bonn Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie / Sportmedizin

Auch unseren sehr geschätzten Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Garmisch-Partenkirchen habe ich zu Liebscher & Bracht befragt, hier auszugsweise seine Antwort.

Seriös kann das nicht sein, dazu sind die Aussagen zu absolut (z.B.: 90% der Schmerzen in einer Behandlungsstunde eliminieren).
Eine Stellungnahme fällt mir derzeit entsprechend schwer, weil ich keine direkte Erfahrung damit habe. Geht wohl auch anderen so. Werde mich aber weiter erkundigen und sehen, was ich tun kann

Roland Liebscher habe ich ebenfalls persönlich über seine Web-Seite angeschrieben. Leider auch, wie bei Dr. Froböse, ohne eine Antwort! Nachfolgend mein Schreiben / meine Fragen:

Sehr geehrter Herr Liebscher,

ich muss zugeben, dass ich Ihren Aussagen wie ’90 % Schmerzfreiheit nach einer Behandlung‘ oder Ihren Aussagen zur Arthroselüge sehr kritisch gegenüberstehe. Zudem behaupten Sie wörtlich, ’sehr viele Patienten hätten mit einem künstlichen Gelenk, die gleichen Gelenkschmerzen wie vorher‘.

Damit stellen Sie elementare Diagnosen in der Medizin in Frage und bezichtigen indirekt die damit verbundenen Fakultäten sowie die dort arbeitenden Spezialisten der Lüge.

Ich selbst habe zwei künstliche Hüftgelenke, die auf Grund einer angeborenen Hüft-Dysplasie bereits im Alter von 39 und 51 notwendig wurden. Ich bin seitdem absolut schmerzfrei und sehr, sehr sportlich unterwegs. (Siehe hier: http://endoprothese-und-sport.de).

Daher hätte ich zwei Fragen, bzw. Bitten an Sie:

  1. Gibt es wissenschaftliche Studien, die Ihre Theorien und Aussagen beweisen und wenn ja, wäre es nett, wenn Sie mir die Quellen nennen würden. Ich würde diese dann auch mit Ihrer Genehmigung auf meinen Webseiten und/oder korrespondierenden FB-Seiten/FB-Gruppe veröffentlichen.
  2. Warum werden Ihre Therapien, die nach Ihren Aussagen vielen Patienten direkt helfen und zudem – nach Ihren Aussagen – die meisten unsinnigen OPs verhindern, nicht von der Kasse bezahlt, bzw. warum haben Sie keine Kassenzulassung?

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus!

 

Ich wäre übrigens wirklich auf der Antwort von Roland Liebscher sehr gespannt gewesen. Ich persönlich finde die Aussagen in dem Buch „Die Arthroselüge“ mehr als fragwürdig und vor allen Dingen falsche Hoffnungen bei Betroffenen weckend. Die viel zitierte Studie, mit der bewiesen werden soll, dass Arthrose heilbar ist, beruht auf einem komplexen medizinischen Eingriff mit gerade mal zwanzig freiwilligen Probanden.
Dabei gab es zwar teils unerwartete Ergebnisse, allerdings bei einer äußerst risikobehafteten operativen Extensions-Methode mit Knochenbohrungen für eine Fixatur (siehe Zeichnung aus der Studie unter nachfolgendem Link). Zwei der Probanden bekamen eine Lungenembolie und insgesamt siebzehn!! (von zwanzig) eine einfache oder mehrfache Pin-Trakt-Infektion (Infektionen an den Bohrungen der Fixatur). Da man außerdem versäumt hat, die Einnahme von Medikamenten vor und während des Versuchs (der Behandlung) zu dokumentieren, kann man einen Einfluss auf das Ergebnis nicht ausschließen. Das wird ausdrücklich als Fehler im Studien-Aufbau benannt.
Alles im Original nachzulesen in dem ausführlichen medizinischen Versuchsbericht in englischer Sprache.
Warum allerdings bei einigen öffentlichen Auftritten von Roland Liebscher, wie zuletzt in der Sendung ‚Konkret‘ des ORF, die oben genannten Details dieser Studie nicht hinterfragt werden, wenn sich Herr Liebscher zur Begründung für seine Aussagen zur Arthroselüge darauf beruft, erschließt sich mir nicht wirklich. Es ist allerdings auch Methode und Teil seines Erfolges, dass er seine Theorien wie in einer Dauerschleife immer und immer wieder, teils etwas anders formuliert, gebetsmühlenartig wiederholt, bis der ermüdete Zuhörer oder Leser es dann einfach glaubt.
Eine andere Taktik ist es, so entwaffnend unwissenschaftliche Aussagen zu treffen, dass man denkt, er muss einfach Recht haben. Als Beispiel dafür mag nachfolgende Einleitung zu seinem Buch „Die Arthroselüge“ auf Seite 18 gut geeignet zu sein:

Arthrose und Schmerzen sorgen für viel Leid nicht nur in unserem Land, sondern auf der ganzen Welt. Wir haben nun eine äußerst erfreuliche Nachricht für Sie: Das Problem der Arthrose und Schmerzen ist gelöst. Fragen Sie uns nicht, warum gerade wir das geschafft haben. Es hat sich einfach so entwickelt und hat immerhin 30 Jahre gedauert

Immerhin eine Aussage in seinem aktuellen Buch auf Seite 107 hat mich nachdenklich gemacht. Dort steht zum Thema künstliche Gelenke folgendes zu lesen:

Wir fragen uns aber, wie man auf die Idee kommen kann, eine nachgiebige Originalgelenkfläche durch eine superharte aus Metall, Plastik oder Keramik zu ersetzen. Für uns stimmt das schon im Ansatz nicht, denn auf diese Weise übertragen sich Erschütterungen in bestimmten Gelenkwinkeln ungebremst auf die Knochen. Und da wundern sich die Konstrukteure, dass die Ersatzgelenke sich lockern?’

Hier sollten tatsächlich Fachmediziner und Hersteller mehr Anstrengungen unternehmen, um das künstliche Gelenk dem Originalen möglichst ebenbürtig zu machen. Erste Versuche mit nachwachsenden Gelenken aus Stammzellen bei Tieren gibt es bereits!

Mein Fazit:
‚Wer heilt hat Recht, aber nicht immer!‘
Deshalb sollte jeder, der meint, die L&B-Methoden könnte helfen, das ruhig mal ausprobieren und danach selbst beurteilen, ob das Geld gut angelegt war. Die Art und Weise, wie Liebscher & Bracht ihr Theorien verbreiten, mag man kritisieren – sie sind damit aber durchaus erfolgreich.

Die endogap immer auf der Höhe der Zeit – nicht nur in der Endoprothetik

Dass die renommierte endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen – immer auf dem absolut aktuellen Stand im Bereich Endoprothetik ist, versteht sich von selbst. Aber auch medial und im Bereich der Kommunikation geht die Klinik unter der Leitung des Chefarztes Dr. Christian Fulghum immer mit der Zeit und auch ganz neue Wege. So startete bereits im Sommer 2006 das hauseigene Magazin endolife mit der allerersten Ausgabe. Es erscheint zweimal im Jahr und widmet sich neben Themen rund um die Endoprothetik auch um Rehabilitation, Sport und Bewegung. Dazu sind in jeder Ausgabe ein oder zwei Erfahrungsberichte von Patienten zu lesen. In der aktuellen Ausgabe ist ein Schwerpunkt die Wechsel-OP.
In der Ausgabe 7 / 2009 hatte ich übrigens die Ehre, einen kleinen Beitrag zum Magazin leisten zu dürfen. Alle Ausgaben von 2006 bis heute lassen sich auf der sehr informativen Klinik-Web-Seite, die auch vor einigen Jahren neu und modern gestaltet wurde, als digitale Ausgabe downloaden oder auch als Printausgabe bestellen.
Ganz neu ist die eigens entwickelte endogap-App (für IOS und Android). Dieses sehr nützliche Tool hält alle Informationen bereit, die für eine OP und die Zeit danach, egal ob Hüfte oder Knie, wichtig sind: Von den Vorbereitungen bis zu notwendigen Untersuchungen, vom Kontakt zum Sozialdienst bis zur Rehabilitation und der Nachsorge. Zusätzlich werden alle Begriffe übersichtlich in einer eigenen Rubrik erläutert. Im separaten FAQ-Bereich findet man oft gestellten Fragen und Antworten, sowohl für den stationären Aufenthalt, wie auch zu allgemeinen Themen – darunter z.B. so wichtige wie ‚Sex oder Zahnbehandlung nach Gelenkersatz‘.
Sehr praktisch ist die Termin-Funktion. Wenn man bereits einen OP-Termin hat und diesen in der App hinterlegt, wird man benachrichtigt, zu welchem Zeitpunkt auf was zu achten ist. Alles in allem ein hervorragender sachlicher und informativer Helfer, der auch dann sinnvoll ist, wenn man sich in einer anderen Klinik operieren lässt.
Zu dieser offenen Kommunikation mit den Patienten passt natürlich auch, dass Dr. Christian Fulghum in unserer geschlossenen Facebook-Gruppe ‚TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‘ aktives Mitglied und jederzeit bereit ist, in diesem Blog und auch der ‚Mut zur neuen Hüfte – Mut zum neuen Knie – Webseite‚ Rede und Antwort zu stehen.
Dabei übrigens stets erwähnend, wie wichtig Aktivität, Bewegung und Sport mit einem künstlichen Gelenk aber natürlich auch ganz allgemein ist.

Dies bestätigen auch die Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und der Deutschen Gesellschaft der Endoprothtik (AE). Unter der Überschrift ‚Couch Potatoes riskieren Arthrose: AE rät zu mehr Bewegung im Alltag‚ wird speziell darauf eingegangen, wie mangelnde Aktivität und Bewegung in der immer älter werdenden Gesellschaft zur Arthrose führen kann.

„Vielen ist nicht klar, dass der Gelenkknorpel regelmäßige Bewegung braucht, um Nährstoffe zu erhalten“, so Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE) . Der Grund: „Anders als der Knochen, wird der Knorpel nicht durch Blutgefäße versorgt, sondern passiv durch Gelenkflüssigkeit, die Synovia“. Damit das gut funktioniert, ist regelmäßige Be- und Entlastung notwendig.

Zum kompletten Artikel geht es hier…..

Mindestens ebenso wichtig ist gezieltes Muskeltraining bis ins hohe Alter. Hierzu bemerkt Dr. Heller:

„Die Sarkopenie (Muskelabbau im fortschreitenden Alter) muss noch mehr Beachtung erfahren als bisher. Dieser Umstand ist ebenso relevant wie der kontinuierlich fortschreitende Knochenschwund – gerade auch im Hinblick auf die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft.“ 

Das Fazit:
Gezielter Muskelaufbau und ausreichende Bewegung – und zwar in jedem Lebensalter – sind ganz wichtige Bausteine, um bis ins hohe Alter möglichst fit zu bleiben und dadurch auch selbstbestimmt leben zu können. Und sollte eines Tages ein Gelenkersatz notwendig werden, so ist die körperliche Fitness ebenfalls ganz maßgeblich dafür entscheidend, wie schnell die Genesung und vollständige Rehabilitation gelingt.

2. TEPFIT-Gesundheitsworkshop 23.-25.2.2018

ANMELDUNG AB SOFORT MÖGLICH

Nach der sehr erfolgreichen ersten TEPFIT-Veranstaltung November 2016 in Erding bei München, sind die finalen Planungen für den zweiten TEPFIT-Gesundheitsworkshop abgeschlossen. Die Veranstaltung findet in Hagen statt. Es wird einen Fachvortrag des anerkannten Professors für Orthopädie und Unfallchirurgie (Knie- und Hüft-Endoprothetik), Prof. Dr. Bernd-Dietrich Katthagen, geben – und damit alle möglichst schwungvoll mit ihren künstlichen Gelenken wieder durchstarten können – sind natürlich auch ‚Action‘-Programmpunkte unter fachlicher Anleitung enthalten wie z.B. Smovey-Training und das Bellicon-Minitrampolin.
Als Veranstaltungsort ist das Tagungshotel Arcadeon bereits fest gebucht. Für ein attraktives Rahmenprogramm ist ebenfalls gesorgt.

Der TEPFIT-Gesundheitsworkschop ist selbstverständlich eine ‚Non Profit-Veranstaltung‘! Mit möglichen Überschüssen wird die Deutsche Kinderrheuma-Stiftung unterstützt. Schirmherrin ist Rosi Mittermaier, ehemalige Skirennläuferin mit insgesamt fünf Olympia-Gold-Medaillen. Zahlreiche Sportveranstaltungen wie Marathonläufe oder Golfturniere finden alljährlich zum Spendensammeln für die Stiftung statt.

Das komplette Programm mit allen Details, Preisen und Zimmeroptionen steht ab sofort zur Verfügung!

Hier geht es zur verbindlichen Anmeldung (inkl. Programm und allen weiteren Infos und Links).

Man sieht sich spätestens im Februar 2018!

Die positive Aura der endogap oder eine Verschwörung des IoT?

MTB reaktiviert

Seit ca. zwei Jahren mehren sich die Anzeichen, dass eine Revision meiner inzwischen über 20 Jahre alten linken ‚Zement‘-Hüfte notwendig wird! Auf den Röntgenbildern sind vermehrt Osteolysen (Verlust von Knochensubstanz auf Grund des Abriebs) zu erkennen und ich selbst habe in unregelmäßigen Abständen Beschwerden, die sich mit Schmerzen und Kraftverlust im Oberschenkel bemerkbar machen, aber zum Glück nach ein bis maximal drei Tagen wieder verschwunden sind. Das hat natürlich auch dazu geführt, dass meine Läufe weniger und kürzer wurden und ich dafür wieder mehr mein MTB zum Einsatz bringe. Doch seit ich Anfang Juli dieses Jahren bei Dr. Christian Fulghum in der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen zu Kontrolle war und per Handschlag meine Revisions-OP für April 2018 dingfest gemacht habe, sind die subjektiven Beschwerden weg und ich gehe aktuell zumindest zweimal pro Woche regelmäßig Laufen, getreu dem Rat von Dr. Fulghum: ‚Machen Sie alles wie bisher, aber lassen Sie vielleicht den Halbmarathon weg!‘

endogap – Eingangshalle

Woran liegt das? Ist es die positive Aura der endogap (siehe Foto Eingangshalle), die unbändige Vorfreude auf die Revisions-OP oder gar eine Verschwörung des IoT (Internet of things)? Haben vielleicht professionelle Hacker – von Kliniken und Implantatherstellern engagiert – die vernetzten Röntgen- und MRT-Systeme infiltriert und die Befunde so manipuliert, dass möglichst viele OPs notwendig werden? Möglich wäre dieses Szenario, wo jedes technisch anspruchsvolle Gerät einen Internetzugang hat oder zumindest herstellen könnte, ohne Probleme. Man mag es sich nicht wirklich ausmalen, was das bedeutet würde. Aber schließlich wären auch bisher aufgedeckte Medizinskandale, wie z.B.: die Verwendung von minderwertigen Zahnimplantaten aus China im großen Stil, die dann bei uns zu hohen Kosten mit den Krankenkassen abgerechnet wurden, ohne gut funktionierende IT nicht möglich gewesen.

Bevor ich jetzt aufgebrachte und besorgte Zuschriften bekomme, so wie es Postillon ständig geht: Vorstehendes Szenario war zumindest in meinem Fall nicht wirklich ernst gemeint und ist – zumindest Stand heute – noch unter Satire zu verbuchen.

Bewegung und Sport ist immer gut, sowohl vor einer notwendigen Erst-OP als auch vor einer Revision. Je besser die Muskulatur ist und je mehr der Knochen noch ‚Futter‘ bekommt, desto besser sind die Voraussetzungen für den Erfolg des Eingriffs. Ich werde jedenfalls alles daran setzen, mich bis April 2018 so fit wie möglich zu halten und dabei hoffen, dass sich die Lockerungsschmerzen weiterhin sehr in Grenzen halten, um mich dann optimistisch in die Hände der Revisions-Spezialisten der endogap zu begeben. Ich werte es übrigens als gutes Zeichen und vertrauensbildende Maßnahme, dass Chefarzt Dr. Fulghum mich nicht selbst operieren möchte, sondern er mir seine beiden Oberärzte empfohlen hat, die für diese Art der Revisions-OP lt. seiner eigenen Aussage mehr Erfahrung haben.

Urlaub und Kunst des Müßigganges

Wander-Tag

Es ist soweit, der Urlaub steht vor der Türe und die Aktivitäts-Vorsätze reifen. Jeden Tag etwas Sport und Bewegung (Schwimmen, Radfahren, Laufen, Wandern, Spazieren gehen). Das Tegernseer Tal bietet dazu alle Möglichkeiten. Nun immerhin schon eine Woche den Urlaub genießend, muss ich erkennen, dass mein Bewegungsdrang nicht ganz den eigenen Ursprungsplanungen entspricht. Wie schön ist es auch mal nur in der Sonne zu sitzen und die Bergkulisse zu betrachten, in aller Ruhe und Ausgiebigkeit die Tageszeitung zu lesen oder auch einfach mal nur ‚vor sich hin‘ zu dösen.

See-Tag

Zwischendurch schon das eine oder andere Mal vom schlechten Gewissen geplagt, welches ruft: „Los, raffe Dich auf, unternimm etwas!“
Auch wenn ich darauf einige Male gehört habe, sieht die Bewegungs- und Sportbilanz eher mager aus. Zwar sagt mir mein Aktivitätstracker, dass ich knapp 30 km in den letzten 7 Tagen gegangen, bzw. gelaufen bin und gut 50 km auf dem MTB bewältigt habe, sowie nicht erwähnenswerte 300 Meter im See geschwommen bin, aber im Vergleich zu früheren Aktivitäten in vergleichbarer Situation, ist das doch sehr überschaubar. Und wo liegt das Problem? Es gibt keines.

Müßiggang-Tag

Man muss und sollte einfach auch mal wirklich ausspannen und dem Müßiggang frönen, lange und ausgiebig schlafen und das alles ohne schlechtes Gewissen. Schließlich müssen die Batterien wieder aufgeladen werden, um dann erholt und frisch, den Arbeitsalltag zu meistern. Ganz kurz hat mich heute, während ich diese Zeilen schreibe, dann tatsächlich etwas Wehmut ergriffen. Findet doch jetzt gerade der Tegernseer Tal Triathlon statt, an dem ich schon zweimal teilgenommen habe (2010 als Einzelstarter und 2012 in der Staffel im Rahmen des FiveArtHips-Projektes). Allerdings meint es das heutige 12 Grad kühle Dauerregenwetter in diesem Fall gut mit mir und ich kann ganz entspannt bleiben.

MTB-Tag

Der Wettkampf hätte unter diesen Bedingungen nur mäßig Spaß gemacht, vor allen Dingen auch für die Zuschauer, Angehörigen und Freunde. So lasse ich mich nun auch in die zweite Urlaubswoche treiben, ganz ohne Aktivität-Stress, wobei sicher noch der eine oder andere Lauf- und Radkilometer dazu kommt.
In diesem Sinne wünsche ich all meinen treuen Lesern eine schöne Ferienzeit mit viel Zeit für sich selbst und die Liebsten!

Zertifiziertes Singendes Krankenhaus oder auf was soll man achten?

Foto: TÜV SÜD

Weit über 500 Siegel und Prüfzeichen gibt es in Deutschland für die verschiedensten Bereiche. Kein Wunder, dass die Gütesiegelflut auch vor den medizinischen Einrichtungen nicht Halt macht. Einige Krankenhäuser schmücken sich auf ihren Webseiten mit Siegeln im mittleren zweistelligen Bereich. Umso schwieriger ist es für den Patienten herauszufinden, welches Zertifikat tatsächlich eine Aussagekraft für die medizinische Versorgung hat und welches nicht. Noch schwieriger wird es dann, wenn nachweislich hervorragende Kliniken eines bestimmten Fachbereiches, spezielle und anerkannte Zertifizierungen für genau diesen Fachbereich ablehnen. Der nachfolgende Artikel Klinikzertifizierungen – EPZ, EPZMax, endoCert, KTQ, ISO und Co wagt den Versuch, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Ostervorsätze und ein Spezialisten-Interview zur Knie-Spiegelung

Laufen im Regen

Den Vorsatz, in meinem knapp zehntägigen Osterurlaub jeden Tag im Freien und bei frühlingshaften Temperaturen Sport zu treiben (Wandern, Laufen, Biken), hatte ich ganz fest gefasst! Voll motiviert haben ich direkt am ersten Tag bei schönem Wetter mit meiner lieben Frau eine schnelle 10 km Walking-Runde absolviert.

Laufen im Schnee

Allerdings wollte uns der Wettergott ab Ostersonntag einen Strich durch die Rechnung machen: Beginnend mit Dauerregen, der dann ab Ostermontag in dreitägigen Dauerschnee überging. Kurz überlegend, ob ich Sportprogramm gegen Couch und Ostereier eintauschen sollte, habe ich mich dann doch für ersteres entschieden. Also, Regenklamotten an und raus! Hielt sich der Spaßfaktor da noch in Grenzen, so folgten anschließend dann drei echte Wintertage und das Ende April. Auch wenn der Schnee dabei immer noch von oben kam, macht Laufen im Schnee deutlich mehr Spaß! Noch viel mehr Spaß machen Outdoor-Aktivitäten natürlich bei Traumwetter.
Warum ich Euch das hier alles mitteile?

Laufen bei Traumwetter

Wenn mich sich sportliche, egal ob kleine oder ganz große Ziele setzt, sollte man versuchen daran festzuhalten und nicht vor den Launen des Wetters kapitulieren. Das gilt für jede Art der Bewegung in der Natur. Bis heute stehen somit knapp 25 Laufkilometer auf dem Tacho und zwei Tage bleiben ja noch. Da es sogar schon ganz leicht nach Sonne aussieht, kann ich vielleicht doch noch mein MTB aus der Garage holen. Warten wir es ab!

Nun zu einem ganz anderen Thema
Aktuell wird in unserer Facebook-Gruppe TEPFIT verstärkt über Sinn oder Unsinn von Arthroskopien rege diskutiert. An anderer Stelle in diesem Blog habe ich bereits ausführlich zur Hüftarthroskopie Stellung bezogen. Diese ist weit komplizierter als eine Knie-Spiegelung – das hat mit der Tiefe und Festigkeit des Gelenkes zu tun – und erzielt seltener die gewünschten Ergebnisse. Knie-Spiegelungen werden dagegen oft als kleine Eingriffe verharmlost, obwohl diese ebenfalls komplex sind und nur von absoluten Spezialisten nach entsprechender Indikation vorgenommen werden sollten.

Im aktuellen Interview nimmt Dr. Christian Hoser vom Gelenkpunkt in Innsbruck zu diesem Thema Stellung. Geführt hat das Interview die Österreicherin Barbara Egger, die ebenfalls einen Blog, sowie eine Facebook-Gruppe zum Thema Arthrose betreibt. Da das Interview ursprünglich als Facebook-Livevideo geführt wurde, ist die Bildqualität nicht gerade bestechend. Wichtig ist aber auch eher das gesprochene Wort.