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Archive for the ‘10 Punkte Plan’ Category

Endoprothese – Die Qual der Wahl

So, 15. Dezember 2013 4 Kommentare

Nach lagen Überlegungen ist es soweit: Sie haben sich für eine Operation, den Einsatz einer Endoprothese entschieden.

Aber jetzt erst beginnt für Sie als Betroffener die eigentliche Arbeit und unzählige Fragen wollen beantwortet werden:

  1. Wie finde ich die richtige Klinik?
  2. Was ist die richtige/beste OP-Technik, das beste Material/Implantat für mich?
  3. Wie lange hält das künstliche Hüftgelenk?
  4. Was ist bei den Reha-Maßnahmen zu beachten?
  5. Wie finde ich die passende Reha-Einrichtung?
  6. Wie und ab wann kann ich die Hüfte / das Knie wieder belasten?
  7. Was ist im Alltag zu beachten?
  8. Darf ich nach der Operation Sport treiben?
  9. Welche Sportart darf/sollte ich ausüben?
  10. Wie intensiv kann/darf/sollte ich Sport treiben?

Auf alle diese Fragen finden Sie ausführliche Antworten und zwar nicht aus der Sicht eines Wissenschaftlers oder Arztes, sondern aus der eines Patienten, der bereits zwei erfolgreiche Operationen (Hüft-TEP’s) hinter sich hat. Weitergehende Informationen können Sie in meinen Büchern „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“ finden, die ich zusammen mit Heidi Rauch – Titanhüfte, ebenfalls mit zwei künstlichen Hüftgelenken ausgestattet, geschrieben habe.

Betrachten Sie die nachfolgenden Links Laufeinstieg mit zwei künstlichen Hüften (Hüftgelenken) und Männer aus Titan als Motivation, sich ohne Angst mit dem Thema Endoprothese zu beschäftigen!

Endoprothese – Wie finde ich die richtige Klinik?

Fr, 4. März 2011 7 Kommentare

Endoprothese – Wie finde ich die richtige Klinik? – Es gibt sie nicht ‚Die richtige Klinik‘.

Die Entscheidung wo man sich einer Endoprothesen-Operation (Hüftgelenk oder Kniegelenk) unterziehen sollte, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Als erstes sollte man natürlich mit seinem Orthopäden sprechen. Er hat in der Regel eine Vielzahl von guten Informationen bzgl. möglicher Kliniken, bzw. Operateuren. Wurde eine Klinik empfohlen, so sollte man sich umfassend über diese Einrichtung informieren. Dank der Segnungen des Internets ist dies recht einfach, wenngleich auch zeitaufwendig. Die Kliniken sind verpflichtet Ihre Qualitätsberichte zu veröffentlichen. Bei guten Kliniken – diejenigen, die bei den Qualitätszahlen besser als der bundesweite Referenzwert abschneiden – findet man dieses Dokument in der Regel auf der Homepage des jeweiligen Krankenhauses. Ansonsten ist der Klinik-Lotse (die Seite wird vom Verband der Ersatzkassen gepflegt) eine gute Adresse, um diese Berichte zu finden. Am Anfang wird einem das Studium eines Qualitätsberichtes etwas mühsam erscheinen. Da aber alle gleich aufgebaut sind, ist ein Vergleich mit etwas Übung gut möglich. Wichtige Kriterien sind aus meiner Sicht

a) die Fallzahlen für die jeweilige Operation (z.B.: Hüft-Endoprothese) im Teil B des jeweiligen Berichtes und

b) die Tabelle ‚Ergebnisse für ausgewählte Qualitätsindikatoren aus dem BQS-Verfahren‘ im Teil C des Berichtes.

Hierbei sind besonders die Spalten 1, 5, 6, 7 zu beachten. In Spalte 1 steht der jeweilige Leistungsbereich, in Spalte 5 ‚Ergebnis‘ eine Prozentzahl, in Spalte 6 ‚Zähler/Nenner‘ die Anzahl der Komplikationen im Verhältnis zu der Gesamtzahl der Operationen. In Spalte 7 ist der bundesweite Referenzbereich zu finden.

Beispiel: Leistungsbereich: ‚Endoprothesenluxation‘, Ergebnis: 0,33%, Zähler/Nenner: 4/1202. Dies bedeutet, dass es bei 4 von 1202 Operationen zu einer Luxation nach der OP gekommen ist. Dies entspricht 0,33%)

Es ist allerdings auffällig, dass nicht alle Kliniken im Teil C eventuelle Komplikationen in der entsprechenden Tabelle offenlegen. Dies scheint nicht in jedem Fall verpflichtend zu sein.

Hat man sich so durch einige Berichte durchgearbeitet, sollte man unbedingt mit den in Frage kommenden Kliniken Kontakt aufnehmen und einen Termin vereinbaren. Nur bei einem persönlichen Gespräch mit dem Operateur oder zumindest mit einem Mitglied des OP-Teams bekommt man ein Gefühl dafür, wie man in der Klinik aufgehoben ist. Außerdem kann man dort in Ruhe besprechen, welche OP-Techniken und Implantate in Frage kommen.

endoCert – Eine neues Zertifizierungssystem für Endoprothetik

2012 wurde eine neues Zertifizierungssystem für Endoprothetik aus der Taufe gehoben.
Um die Qualität der endoprothetischen Versorgung zu erhalten und zu verbessern, ist ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung erforderlich. Die DGOOC hat daher gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik (AE) und dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) eine Initiative zur Zertifizierung medizinischer Einrichtungen für den Gelenkersatz entwickelt.
Das Verfahren ist seit Oktober 2012 bundesweit freigegeben. Medizinische Einrichtungen können sich seither als EndoProthetikZentrum (EPZ) und als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifizieren lassen, wenn die Erfüllung der aufgestellten Anforderungen in einem Audit nachgewiesen wird.
Weitere Infos auf der endoCert-Webseite. Hier finden Sie auch zertifizierte Endoprothetikzentren in Ihrer Nähe, die diese Zertifizierungen erworben haben. Allerdings sind auf dieser Seite nicht direkt die Kriterien für die Zertifizierung ersichtlich. Etwas versteckt findet man einen Download-Hinweis auf das Gesamt-Werk Zertifizierung von Endoprothetischen Versorgungszentren in Deutschland, welches kostenlos als eBook erhältlich ist. In Kurzfassung sind diese Kriterien auch auf der Medführer-Webseite zu finden. Ich persönlich halte die Anzahl der notwendigen Operationen zur Erlangung der Zertifizierung noch für zu gering, besonders auf den Hauptoperateur bezogen. Aber es ist in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung!

Tipp: Neben den oben genannten Kriterien lassen sich gute Kliniken Zeit bei der Beratung!

Da solche Termine meist mit einigen Wartezeiten einhergehen (Privatpatienten mal ausgenommen), sollte man die Chance nutzen und sich mit den anderen dort wartenden Patienten unterhalten. Der eine oder andere hat bestimmt bereits persönliche Erfahrungen mit der Klinik gemacht, sei es als Patient oder auch nur als Angehöriger.

Ich persönlich würde immer eine Klinik auswählen, die möglichst viele Hüft- oder Knie-Endoprothesen pro Jahr operiert und daher besonders spezialisiert ist, auch wenn inzwischen jedes Kreiskrankenhaus diese OP’s durchführt. In jedem Fall sollte die Klinik der Wahl auch einen Intensivbereich haben, falls es doch zu unvorhergesehenen Komplikationen kommen sollte, die sich ja leider nie ganz ausschließen lassen.

Für die Auswahl spielt außerdem noch das private und berufliche Umfeld eine Rolle, besonders dann, wenn man sich für eine Klinik entscheiden sollte, die weit vom eigenen Wohnort entfernt liegt.

Das Wichtigste zum Schluss:

Man sollte sich nur dann für die Klinik entscheiden, wenn man nach dem Beratungsgespräch ein wirklich ‚gutes Gefühl‘ hat. Schließlich ist die eigene Zuversicht in das Gelingen der Operation fast genauso wichtig wie die Operation selbst.

Endoprothese – die besten OP-Techniken, das beste Material (Implantate)

Sa, 26. Februar 2011 3 Kommentare

Endoprothese – die besten OP-Techniken, das beste Material (Implantate) – Denken Sie konservativ

Die Frage nach OP-Techniken und/oder der Wahl der Implantate/Endoprothese wird im Nachfolgenden aus einer nicht medizinischen Patientensicht behandelt.

Jede Klinik, jeder Operateur, jedes OP-Team hat sich sowohl auf spezielle Techniken als auch auf bestimmte Implantate spezialisiert. Dabei fließen auch Innovationen mit ein. Sicherlich ist es auch im Einzelfall nicht auszuschließen, dass statt des objektiv und qualitativ besseren Implantates eines mit dem besten Kosten-/Nutzen-Verhältnis verwandt wird. Da aber die Vor- und Nachteile der auf dem Markt verfügbaren Implantate für Laien ohnehin nur schwer zu durchschauen sind gilt auch hier, auf den Arzt/Operateur seines Vertrauens zu hören. Eine Garantie für einwandfreies Material wird es aber leider nicht geben (Siehe Problem-Implantate der Firma Zimmer und deren Verwendung  im Freiburger Loretto-Krankenhaus).

Es hängt im Einzelfall von den individuellen Gegebenheiten des Patienten ab, welches Implantat mit welcher Verankerung (zementiert, zementfrei, hybrid) und welcher Gleitpaarung (Metalle, Kunststoffe, Keramik) zum Einsatz kommen. Auch die Form und die Länge werden durch die individuellen Gegebenheiten – der Anatomie der Hüfte/des Hüftgelenkes – bestimmt und sollten im Gespräch zwischen Patient und Arzt festgestellt werden.

Eine ebenfalls oft diskutierte Frage ist die nach der OP-Technik und damit einhergehend nach dem notwendigen Schnitt und der späteren Narbe. Dies dürfte vor allen Dingen bei weiblichen Patienten unter kosmetischen Gesichtspunkten eine Rolle spielen. Ohne hier auf genaue Schnitt- und OP-Techniken eingehen zu wollen  – Schnitt an der Seite, Schnitt am Gesäß (dorsaler Zugang), Schnitt von vorne (AMIS-Methode), sonstige minimalinvasive Methoden – lautet auch hier meine Empfehlung aus Patientensicht: Vertrauen Sie dem Arzt, bzw. dem OP-Team. Wenn das Team auf eine bestimmte Methode spezialisiert ist und Sie sich für diese Operateure entschieden haben, macht es nicht wirklich Sinn über eine andere Methode zu diskutieren.

Tipp: Denken Sie konservativ. Vertrauen Sie lieber auf langjährige erprobte Materialen und Techniken, zu denen es entsprechende Langzeiterfahrungen und -Studien gibt, als auf  hochgelobte Innovation zu setzen, die erst seit Kurzem auf dem Markt ist.

Gleichwohl sollten Sie sich aber vorab über Ihren Orthopäden oder über die Internetseiten der Kliniken und/oder allgemeiner Web-Portale über die verschiedenen Möglichkeiten informieren, damit Sie später beim Beratungsgespräch wissen, worum es geht und worauf es ankommt.

Eine medizinische Information zum Themengebiet dieses Artikels finden Sie z.B.: in der Broschüre der Endogap Klinik für Gelenkersatz.

Endoprothese – Wie lange hält das künstliche Hüftgelenk?

Di, 15. Februar 2011 3 Kommentare

Endoprothese – Wie lange hält das künstliche Hüftgelenk?

Dies ist naturgemäß eine der meist gestellten Fragen und zugleich diejenige, mit den unterschiedlichsten Antworten.

Vorausgesetzt, dass die Operation erfolgreich und ohne postoperative Probleme verlaufen ist, sowie eine Erstoperation (also kein Prothesenwechsel) war, sollte ein künstliches Hüftgelenk ca. 15 Jahre halten. Die Schwankungsbreite ist aber relativ groß, was an vielen Faktoren liegen kann. Dazu zählen under anderem:

  • Knochenbeschaffenheit, bzw. Knochensubstanz des Patienten
  • Vorerkrankungen, Haltungsschäden, Übergewicht
  • Alter des Patienten
  • Aktivität des Patienten
  • Verwendetes Material und Gleitpaarungen (siehe Problemimplantate der Firma Zimmer)
  • Qualität der Operation, bzw. des OP-Teams

Ich kenne Patienten, bei denen sich bereits nach 5 Jahren die Prothese gelockert hat. Bei mir selbst versieht die eine, zementierte Hüft-TEP, bereits seit 1997 klaglos ihren Dienst, die andere zementfreie bzw. Hybrid-Endoprothese erledigt diese Aufgabe seit 2008 ebenso problemlos. Dass ich meine Implantete in keiner Phase geschont, sondern im Gegenteil sportlich herausgefordert habe (siehe Artikel „Laufeinstieg mit zwei künstlichen Hüften“ – Ausgabe Mai 2010 Runnersworld) oder ‚Männer aus Titan‘ – Ausgabe Juni 2012 – Magazin Triathlon, spricht dabei für sich.

Leider wird auch dem Arzt, bzw. Operateur keine verbindliche Auskunft zu entlocken sein.

Gehen Sie daher einfach vom „best case“ aus, d. h. von mind. 15 Jahren und fördern Sie dies dadurch, dass Sie Ihrem Gelenk Bewegung und damit den Knochen Arbeit geben.

Endoprothese – Was ist bei den Reha-Maßnahmen zu beachten?

So, 13. Februar 2011 3 Kommentare

Endoprothese – Was ist bei den Reha-Maßnahmen zu beachten?

Die wichtigste Botschaft als erstes: Legen Sie größten Wert auf auf die Anschlussheilbehandlung (AHB), landläufig als Reha bezeichnet. Dabei sind generell folgende zwei Modelle möglich:

  • Ambulante Reha-Maßnahmen
  • Stationäre/teilstationäre Reha-Maßnahmen

Meine Empfehlung geht aus eigener Erfahrungen eindeutig in Richtung stationäre Rehabilitationsmaßnahmen und zwar aus folgenden Gründen:

  • Sie können sich optimal und ausgeruht auf Verordnungen und Therapien konzentrieren
  • Sie haben keine Anfahrtswege/-zeiten
  • Sie sind nicht auf die Hilfe Anderer angewiesen
  • Sie können bei entsprechender Eigeninitiative Ihre Therapien und Trainings ausweiten
  • Sie laufen nicht Gefahr, sich zu früh im Alltag zu übernehmen

Die Dauer Rehabilitationsmaßnahmen beträgt im Normalfall 3, maximal 4 Wochen. Die Kosten werden von der Deutschen Rentenversicherung oder der jeweiligen Krankenkasse übernommen.

Je professioneller und intensiver die auf die individuellen Voraussetzungen des Patienten abgestimmten Maßnahmen, Therapien, Muskelaufbautrainings, etc. sind, desto schneller wird wieder die volle, bzw. maximal mögliche Beweglichkeit hergestellt sein.

Tipp: Nutzen Sie die Chance zur professionellen Anschlussheilbehandlung und arbeiten Sie intensiv mit. Die Wahl der Einrichtung sollten Sie dabei nicht dem Zufall überlassen.

Endoprothese – Wie finde ich die passende Reha-Einrichtung?

Sa, 5. Februar 2011 6 Kommentare

Endoprothese – Wie finde ich die passende Reha-Einrichtung?

Wir schon bei der Auswahl der Klinik für Ihre Operation, sollten Sie alle Möglichkeiten nutzen, um sich umfassend bereits vor der Operation über in Frage kommenden Reha-Kliniken zu informieren. Wenn Sie dies versäumen, werden Sie in der Regel durch den Sozialdienst des Krankenhauses, in dem Sie operiert werden, einfach an die Reha-Klinik verwiesen, die mit dem Krankenhaus in irgendeiner Art und Weise zusammenarbeitet oder mit diesem verbunden ist. Dies muss nicht zwangsläufig eine schlechte Wahl sein, sollte aber in jedem Fall von Ihnen soweit möglich geprüft werden.

Als Informationsquellen kommen in Frage:

  • Ihr Orthopäde oder Operateur
  • Ihr Hausarzt
  • Ihre Krankenkasse oder Berufsgenossenschaft
  • Die Deutsche Rentenversicherung
  • Betroffene Patienten
  • Internet-Foren oder Blogs
  • Spezielle Such- und Infoseiten im Internet (z.B.: Rehakliniken.de)

Nach welchen Kriterien Sie dabei vorgehen, müssen Sie für sich selbst beantworten.

In Frage kommende Entscheidungshilfen sind z.B.:

  • Örtliche Nähe zu Ihrem Wohnort
  • Renommee der Klinik
  • Größe des Hauses (Bettenanzahl)
  • Allgemeine medizinische Leistungen / Indikationen
  • Diagnostik (z.B.: Röntgen, Leistungsdiagnostik, Knochendichtemessung)
  • Therapien (z.B.: Sport-/Schmerztherapie, physikalische Therapie, Krankengymnastik)
  • Sondereinrichtungen (z.B.: Hallen-/Bewegungsbad, Sauna, Solarium, Garten/Park, Bewegungscenter)
  • Landschaftliche Lage (Stichwort: Urlaubsgefühl)
  • Namhafte Referenz-Patienten (z.B.: Schauspieler, Sportler, Politiker)
  • Zusammenarbeit mit Sportverbänden/Vereinen (Sport-Reha)
  • Ausstattung der Zimmer (Einzelzimmer, Duche/WC, TV/Radio/Internet)
  • Verpflegung (z.B.: Café, À la carte Restaurant, Bar)
  • Einkaufsmöglichkeiten (z.B: Shop, Boutique, Friseur, Kosmetik)

Tipp: Denken Sie daran, dass der ‚Wohlfühlfaktor’ für eine erfolgreiche Rehabilitation eine entscheidende Rolle spielt. Wählen Sie die Reha-Klinik daher nach Ihren persönlichen Vorlieben aus und schauen Sie sich wenn irgend möglich die Einrichtung persönlich an.

Wenn Sie dann eine Wahl getroffen haben, sprechen Sie direkt mir Ihrem Kostenträger, ob er diese akzeptiert. Falls nein, lassen Sie sich als Kassenpatient nicht gleich abweisen. Oft hilft ein entsprechendes Schreiben oder ein Telefonat mit einem Entscheidungsträger, in dem Sie Ihren Wunsch begründen und Nachdruck verleihen, Wunder (Anm.: Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Dies gilt im Übrigen auch für Anträge auf eine Verlängerung des Reha-Aufenthaltes). Falls nein, können Sie immer noch überlegen, ob Sie ggf. ein Teil privat zahlen, sofern dies technisch möglich ist und sich mit Ihren finanziellen Mitteln vereinbaren lässt.

Endoprothese – Wie und ab wann kann ich die Hüfte / das Knie wieder belasten?

Di, 1. Februar 2011 2 Kommentare

Endoprothese – Wie und ab wann kann ich die Hüfte / das Knie wieder belasten?

Diese zentrale Frage ist grundsätzlich aus medizinischer Sicht zu beantworten. Dabei spielen fast alle Faktoren, wie schon bei der Frage nach der Haltbarkeit des künstlichen Gelenkes, eine Rolle. Dazu zählen unter anderem:

  • Knochenbeschaffenheit, bzw. Knochensubstanz des Patienten
  • Vorerkrankungen, Übergewicht
  • Alter des Patienten
  • Allgemeine Fitness des Patienten
  • OP-Technik, Material und Verankerung (zementiert, zementfrei, hybrid)
  • Qualität der Operation, bzw. des OP-Teams
  • Komplikationen bei oder nach der OP
  • Empfehlung des Operateurs/Orthopäden
  • Verlauf der Rehabilitationsmaßnahme (eigene Mitarbeit)

Folgende grundsätzliche Aussagen zur Belastung lassen sich aus meiner Erfahrung treffen:

In der Regel kann einen Tag nach dem Eingriff bereits aufgestanden und das operierte Bein dabei minimal belastet werden. Nach weiteren 2-4 Tagen können mit Unterarmgehstützen oder auch mit einem Gehwagen (Rollator) unter krankengymnastischer Anleitung bereits einige Schritte absolviert werden. Je nach Empfehlung des Arztes und nach Art des Eingriffs kann dann in der Regel 3-6 Wochen nach der Operation – also spätestens mit Beendigung der Rehabilitationsmaßnahmen – das künstliche Gelenk mit vollem Körpergewicht und damit ohne Gehhilfen belastet werden.
Selbstverständlich sollten immer noch einige Bewegungen und Bewegungsabläufe, wie das überkreuzen der Beine (bei Hüft-OP) oder zu starke Rotationsbewegungen, vermeiden werden. Beim Sex sollte auf bestimmte Positionen noch, bzw. generell verzichtet werden. (Siehe hierzu auch: Sex mit TEP).
3 Monate nach der Operation kann das Gelenk im Normalfall uneingeschränkt belastet werden. Damit sind auch fast alle sportliche Aktivitäten wieder möglich. Siehe hierzu auch die folgenden Artikel zum Thema Alltag und Sport.

TIPP: Nicht mit anderen vergleichen. Jeder Körper ist anders und braucht je nach Konstitution kürzer oder länger zur Regeneration. Wichtig ist das Endergebnis nach 3-6 Monaten.