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Archive for the ‘Arthrose’ Category

Patientenreisebegleiter – ein neues Berufsbild?

Wer dabei an Meer, blauen Himmel und Berge denkt, liegt allerdings nicht ganz richtig.

In der Medizin setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass nicht singuläre Therapien bei verschiedenen Behandlern zielführend sind, sondern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Krankenhäusern, medizinischen Zentren, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern und je nach Krankheitsbild und Diagnosen mit weiteren medizinische Partnern. Die Patienten sollen dabei optimal begleitet werden und durch bestmögliche Informiertheit befähigt werden selbstbestimmt zu entscheiden. Bereits erfasste medizinische Daten und Diagnosen sollen nicht immer wieder neu erhoben werden, sondern den Behandlern beim Patientenbesuch direkt zur Verfügung stehen. Die englischen Begriffe wie „Patient Journey“, „Patient Empowerment“ oder „Value Based Healthcare“ werden hierbei oft verwandt.

Das Unternehmen alley beschäftigt sich seit über zwei Jahren genau mit diesem Themenkomplex und hat für den orthopädischen Bereich der Knie- und Hüftgelenk-Beschwerden eine medizinische Plattform mit einer datenbasierten Qualitätstransparenz entwickelt, einhergehend mit der Optimierung von Therapie und Versorgung, der die Patienten über deren gesamten Behandlungsweg möglichst individuell begleitet.

Das klingt etwas kompliziert und daher ist es wichtig, dass der Patient auf dieser Reise mitgenommen wird. Dafür braucht es den „Patientenreisebegleiter“ oder auch den „Kunden(Patienten)-Betreuer“ – oder soll ich diesen Anglizismen konform „Patient Journey Manager“ nennen?
Dies kann eine telefonische Beratung und Betreuung bei Fragen sein, wie es alley z.B. aktuell mit ihrem Care Management anbietet. Aber auch Selbsthilfegruppen können diese Rolle übernehmen. Dabei ist es wichtig, möglichst valide Informationen zum Krankheitsbild zur Verfügung zu stellen und den Betroffenen Mut zu machen, sich offensiv und positiv den Herausforderungen nach einer Diagnose Hüft- oder Knie-Arthrose zu stellen. Die Facebook-Gruppe TEPFIT hat sich hier über letzten Jahre einen Namen gemacht. Als Gründer dieser Gruppe, hat mich alley zu einem Interview eingeladen. Neben meiner eigenen langjährigen Patientenreise ging es auch darum, Betroffenen mit auf den Weg zu geben, dass mit viel Eigeninitiative auch bei scheinbar schlechten Voraussetzungen und Diagnosen, ein gutes Ergebnis und ein sportliches, bewegtes Leben mit Spaß und Lebensfreude möglich ist. Das 15-minütige Interview gibt es auf dem alley-YouTube Kanal, der natürlich abonniert werden kann und weitere spannende Videos zu dem o.g. Themenkomplex bereit hält. Über einen Abo-Klick auf meinem TEPFIT-YouTube-Kanal freue ich mich natürlich auch.

Buchempfehlung – Titan für den Titan

Heute veröffentliche ich tatsächlich meine erste Buchempfehlung zum Thema künstliche Hüftgelenke – und man glaubt es kaum: Es ist nicht mein eigenes Buch „Mut zur neuen Hüfte“.

Naturgemäß habe ich mich sowohl vor meiner eigenen Buchveröffentlichung als auch danach intensiv mit der verfügbaren Literatur zu ähnlichen Themen beschäftigt und eine zweistellige Anzahl in meinem Bücherregal stehen. Da gibt es neben Büchern mit Halbweisheiten und Unwahrheiten zur erfolgreichen Arthrosebehandlung und wundersamen Arthroseheilung, auf der einen Seite fachliche Ratgeber und auf der anderen Seite Patienten-Erfahrungsberichte. Unser eigenes Buch liegt wohl irgendwo dazwischen. Für mich als Betroffener mit inzwischen über viele Jahre erworbenem Fachwissen ist es wirklich erschreckend, welche Bücher, auch mit und von renommierten Ärzten, hier teils auf dünnen und groß geschriebenen wenigen 50 Seiten mit eigenem Inhalt für einen viel zu hohen Preis veröffentlicht werden.

Ganz anders das Buch von Klaus Baumann, welches ich Euch wirklich ans Herz legen möchte.
In einem persönlicher Erlebnisbericht läßt uns der Autor humorvoll, authentisch und sehr persönlich auf einhundertsiebzig kurzweiligen Seiten an seiner Gefühlswelt auf dem Weg von den ersten Schmerzen, der Diagnose, dem Verdrängen, der Liebscher & Bracht Hoffnung, der Entscheidung, den Unsicherheiten, den Zweifeln, der OP, der Reha und dem Training bis zu seinem sportlichen Ziel nach der Operation teilhaben. Dazu passt dann auch der Untertitel „Mein holpriger Weg zu zwei künstlichen Hüftgelenken“.

Meine anfängliche Skepsis, ob 170 Seiten ohne Bebilderung – mit Ausnahme einiger Info-Boxen – wirklich interessant und lesenswert bei diesem doch eher ernsten Thema sein können, verflog nach den ersten wenigen Seiten schlagartig. Darin beschreibt Klaus, wie er zunächst logischerweise alles ohne OP ausprobieren wollte. Dass er dabei unweigerlich auch auf meine omnipräsenten „Freunde“ Liebscher & Bracht stieß, war die logische Google-Konsequenz. Nach den ersten unhaltbaren Aussagen von L&B z.B. im Buch „Die Arthroselüge“ und Arthose sei „Ein Jahrhundertirrtum der Medizin“, beschreibt Klaus seine aufkeimende Hoffnung, ohne Operation auszukommen. Natürlich vergebens und gut, dass er auch auf unser Buch „Mut zur neuen Hüfte!!“ aufmerksam wurde. Dabei freut es mich ganz besonders, dass er erst durch unsere Recherchen erfahren hat, dass man sich zwei künstliche Hüftgelenke gleichzeitig einbauen lassen kann. Dies hat er dann auch genau so in Angriff genommen. Den Weg bis dahin, inkl. Reha und die Wiederherstellung im letzten Kapitel „Die endgültige Geburt des TEP-Titans“, habe ich mit vielen Lachern und Schmunzeln in extrem kurzweiligen gut zwei Lesestunden quasi gemeinsam mit Klaus absolviert – habe ich doch meine eigene Geschichte an vielen Stellen wiedererkannt.

Freut Euch auf extrem kurzweilige Lesestunden, die sich stellenweise wie das Lesen eines Romans anfühlen, ohne das Fachliche zu vernachlässigen. Die ein, zwei sachlichen Ungenauigkeiten, die ohnehin die Wenigsten erkennen werden, verzeiht man dabei gerne und schmälern den Gesamteindruck in keiner Weise.
Mehr zu Klaus Baumann und seinem Buch inkl. Leseproben gibt es hier.


Über den Autor

Klaus Baumann

Klaus Baumann bekam bereits im Alter von 52 Jahren zwei künstliche Hüftgelenke in einer Operation eingepflanzt. Der Jung-Titan schreibt seit seiner Kindheit, weil ihn das Formen von Sätzen stets beglückt. Nach seinem VWL-Studium absolvierte Klaus Baumann ein Redaktionsvolontariat und arbeitete als freier Journalist für Print-Magazine wie Junge Karriere, Net Business und Impulse.
Bereits seit 2005 gehören im Rahmen seiner Selbstständigkeit das Verfassen von Pressemitteilungen, Storytelling sowie das Komponieren von Redetexten zu seinem Alltag. Auch privat hat ihn die Obsession des Schreibens nie verlassen: Reisetagebücher über Radtouren durch Europa sowie Kurzgeschichten faszinieren ihn. Zudem verfasst er ehrenamtlich seit 2015 humoristische Kolumnen für ein Fanmagazin eines Noch-Zweit-Liga-Fußballvereins (Auflage: 56.000 Stück).
Geboren wurde Klaus Baumann 1966 im beschaulichen Herford, wohnt in Münster und liebt Hamburg innig. Er hat eine 15-jährige Tochter.

Knee in a Day – Dr. Pit Putzeys

Sa, 26. Februar 2022 1 Kommentar

Nachdem in den vorangegangenen vier Artikeln Christoph Schütz’s Weg von seinen beginnenden Knie-Problemen über seine Entscheidungsfindung bis hin zur OP beschrieben wurde, stellen wir in diesem letzten Beitrag Dr. Pit Putzeys, der diese Operation durchgeführt hat, ausführlich vor.

Wohl wissend, dass die ambulante Versorgung mit einem künstlichen Knie-Gelenk nur möglich ist, wenn einige Parameter wie allgemeiner Fitness- und Gesundheitszustand des Patienten, das soziale Umfeld, eine sehr sorgfältige Vorbereitung und Planung der Post-OP Phase passen, haben wir Dr. Pit Putzeys natürlich auch dazu befragt.

In Vordergrund rechts der MAKOplasty® Roboter

EuS:
Herr Dr. Putzeys, Glauben Sie, dass sich die Operation mit MAKOplasty® bei Hüfte und Knie immer mehr durchsetzen wird und worin bestehen die wesentlichen Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Operation?

Dr. Putzeys:
2016 gab es in Europa rund 20 Zentren für MAKO, 2022 bereits 136.
45000 MAKO-Operationen wurden EU-weit seitdem durchgeführt. Bei über 1100 davon stand ich als Verantwortlicher am Operations-Tisch.
Ich denke, dass die robotergestützte Knie- und Hüft-Operationen weiter ansteigen werden, weil die Literatur (über 300 peer-reviewed Publikationen) objektiv belegen konnte, dass die klinischen Resultate verbessert wurden gegenüber den klassischen Methoden: Weniger Trauma, weniger Schmerzen post-operativ und eine schnellere Heilungszeit.

EuS:
Ein ‚ambulanter‘ Knie- oder Hüftgelenkersatz ist in Deutschland eine absolute Ausnahme und vermutlich auch nicht für jeden geeignet. Was muss der Patient mitbringen, damit das erfolgreich gelingen kann?

Dr. Putzeys:
Sie haben vollkommen Recht. Nur ein Teil der Patienten kommt für eine ambulante Versorgung in Betracht. Patienten mit multiplen Vorerkrankungen und schlechtem Allgemeinzustand müssen nach wie vor stationär versorgt werden. Auch muss die häusliche Betreuung die ersten Tage nach der OP durch Angehörige gewährleistet sein.

EuS:
Meine Artikel werden hauptsächlich in deutschsprachigem Raum gelesen. Es stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen können sich in Deutschland versicherte Patienten bei Ihnen oder generell im Ausland auf Wunsch operieren lassen. Gibt es Kooperationen mit deutschen Krankenkassen oder ist das nur als Privatzahler möglich?

Dr. Putzeys:
Für die Patienten wird die Operation nach einem Antrag bei ihrer Krankenkasse auf Grund einer EU Verordnung in der Regel komplett übernommen – das gilt auch für gesetzlich Versicherte. Siehe hier die entsprechende Verordnung der EU.
Die Operation ist zudem bei uns in Luxemburg günstiger als in Deutschland, weil Sie ambulant (max. eine Nacht) durchgeführt wird und es keine privaten Tarife für den Chirurgen gibt.

EuS:
Wären Sie bereit, unseren Lesern und Betroffenen ggf. in einem Live-Webinar die Operation mit der MAKOplasty® zu erläutern und dabei auch Zuschauer-Fragen zuzulassen?

Dr. Putzeys:
Das mache ich natürlich sehr gerne. Lassen Sie uns einen Termin vereinbaren.

EuS:
Herr Dr. Putzeys, herzlichen Dank für das Gespräch und Ihre Bereitschaft zu einem Webinar, zu dem wir uns in Kürze abstimmen werden.

Im diesem 11-minütigen RTL-Beitrag in luxemburgischer Sprache wird eine Patientin bei ihrer ambulanten OP von der Einlieferung bis zur Entlassung begleitet.


Dr. Pit Putzeys
Geburtsdatum 13.11.1962, wohnhaft in Bridel in Luxemburg
1988-1996 Studium der Medizin und Orthopädie-Traumatologie in Brüssel (ULB)(Belgien)
1996-1999 Oberarzt Orthopädie-Traumatologie in Montpellier (Frankreich)
1997 AO-Stipendium New-York (USA)
2000-2022 Orthopädie-Traumatologe der Hôpitaux Robert Schuman (HRS) Gruppe (Luxemburg)
Funktion: Senior Chirurg Hüft-Knie Team-5 Chirurgen von im ganzen 28 Orthopäden der HRS Gruppe und Senior Consultant für Stryker (MAKO)

HRS: 33000 Operationen im Jahr 2020, davon 8000 des Bewegungsapparates
Bis 2018 medizinischer Direktor der Orthopädie-Traumatologie 
Persönlich 450 Operationen pro Jahr davon 300 Hüft und Knie Teps,ausschließlich robotisiert seit 2016
Department Orthopädie-Traumatologie hat 4 international anerkannte Zertifikationen:
1. ATLS: advanced trauma life support
2. Endocert: Seit 2013 (persönlich Direktor) als erstes ausländisches Department
3. GRACE: Ambulante Chirurgie Zertifizierung
4. Geriatrische Traumatologie

Seit 2017 Zentrum in Europa der Zertifizierung für Robotik MAKO-STRYKER im hauseigenen Medical Training Center (MTC) mit über 400 zertifizierte Chirurgen und Personal

UPDATE: Liebscher & Bracht – Wer heilt hat trotzdem nicht Recht?

Mo, 14. Februar 2022 13 Kommentare

Update am 14.02.2022
Sind sind leider sehr rar, die kritischen Auseinandersetzungen von wissenschaftlicher Seite mit Liebscher & Bracht. Umso besser, dass ganz aktuell eine wissenschaftliche Ausarbeitung zu den vielen unbewiesenen Thesen und Heil-Versprechen von L&B veröffentlicht wurde, die praktisch alles, was L&B behaupten und behandeln, als nicht Evidenz basierend entlarvt – oder einfacher ausgedrückt als Unsinn.
Diese Veröffentlichung in der Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie 01/2022 (Thieme) wurde von Fachärzten, Wissenschaftlern und Therapeuten (werden alle im Beitrag genannt) zusammen erarbeitet und hat die Überschrift:
„Keine Evidenz für die biomechanischen und pathophysiologischen Erklärungsmodelle muskuloskelettaler Erkrankungen nach Liebscher & Bracht“
Sie kann hier kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Wer es lieber als Web-Seite lesen möchte, der wird hier fündig:

Ursprünglicher Artikel aus November 2017
Roland Liebscher & Dr. Petra Bracht (kurz L&B) sind in den Social-Media-Kanälen beim Thema Schmerztherapie und Arthrose fast allgegenwärtig. Gibt man z.B. in der YouTube-Suche ‚Arthrose‘ ein, prangt einem Roland Liebscher mit unzähligen Videos entgegen.

Auch in unserer TEPFIT-Facebook-Gruppe und in anderen Gruppen, die sich mit Arthrose beschäftigen, wird oft und sehr engagiert über L&B diskutiert.

Da ich den Versprechungen von Liebscher & Bracht wie z.B.

90 Prozent der Gelenkschmerzen werden meistens bereits in der ersten Behandlungsstunde dauerhaft behoben 

und deren Vorwürfen an die Schulmedizin, lt. Liebscher die ‚herkömmliche Medizin‘ – hier wörtlich aus dem Buch „Die Arthroselüge, Goldmann-Verlag, erschienen am 16.10.2017 – auf Seite 19“

Die heutige Realität bezüglich Arthrose und Schmerzen ist ein Jahrhundertirrtum der Medizin

zumindest skeptisch gegenüber stehe, habe ich mich in den letzten Wochen recht intensiv mit Liebscher & Bracht beschäftigt. Dazu habe ich Fachleute (Mediziner und Physiotherapeuten) befragt, intensiv die L&B-Web-Auftritte analysiert, mir einige der Vorträge von Roland Liebscher – auch den zur Arthroselüge – auf YouTube angesehen, die L&B Facebook-Gruppen verfolgt und mich durch das aktuelle Buch „Die Arthrose-Lüge“ gekämpft. Ich muss zugeben, letzteres ist mir zeitweise schwer gefallen ist. (Siehe meine Rezension auf Amazon)

Bewegung der Gelenke im goldenen Herbst

Man sollte auch noch wissen, dass Roland Liebscher keinerlei medizinische Ausbildung hat und seine Frau Dr. Petra Bracht Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde ist, wie die beiden selbst auf ihren Webseiten darlegen.

Es sieht nach Sichtung der vielen Informationen und Informations-Quellen so aus als gäbe es nur Personen, die L&B entweder in den Himmel heben oder wegen deren aggressiven Werbung und umstrittenen Aussagen in die Hölle wünschen.
Es scheint eine Art Parallelwelt zu geben:
Auf der einen Seite die Mediziner und ausgebildeten Experten (Chirurgen, Orthopäden, Physiotherapeuten, Sportmediziner), die von L&B wenig halten oder sogar teilweise nicht kennen (mag daran liegen, dass sich medizinische Fachwelt nur zögerlich den neuen Medien öffnet) und auf der anderen Seite die eingeschworene L&B-Fraktion: Bestehend aus denjenigen, die sich eigenfinanziert zu L&B Schmerztherapeuten haben ausbilden lassen und dann die gelernten L&B Methoden auch wirtschaftlich nutzen möchten und deren Patienten, die nach einigen erfolglosen Operationen mit schlechten Ergebnissen endlich auf Hilfe, auch aus dem Internet, hoffen.
Die Krankenkassen scheinen auch nicht überzeugt von der L&B- Therapie zu sein, da keine der angebotenen Leistungen von der Kasse bezahlt werden. Jetzt kann man entweder ein Komplott der „Medizin-Mafia“ als Grund vermuten – so wie es die L&B-Anhänger tun – oder es gibt eben einfach fachliche und sachliche Gründe, keine Kassenleistungen für diese Behandlungsmethode zu gewähren.
Die Erkärung ist vermutlich ebenso simpel wie einleuchtend: Die vom Roland Liebscher nach seinen Aussagen durch jahrelange Forschung perfektionierte „Osteopressur“ – ein in der Medizin nicht existierender Begriff – mit der 72 bekannte Schmerzpunkte behandelt werden, ist einfach nur ein Kombination aus bereits altbekannten und bewährten Elementen der konservativen Therapien, wie Akupressur (Shiatsu), manuelle Therapie, Physiotherapie, Osteopathie und neuerdings das Faszientraining.
Insofern möchte ich eine positive Wirkung der Behandlungsmethoden zusammen mit der ebenfalls propagieren ausreichenden Bewegung der Gelenke nicht in Abrede stellen – nur ist es eben keine ‚Weltneuheit‘, wie gerne behauptet wird.
Die Ausbildung (Fortbildung) zur einem L&B Schmerztherapeuten, die zwischen 2000,00 EUR und 3000,00 EUR kostet, dauert insgesamt nur vier Tage. Alleine da werde ich persönlich schon skeptisch. Damit sich ein Fachmediziner in Deutschland offiziell auch Schmerztherapeut nennen darf, muss dieser eine 12-monatige Zusatzausbildung absolvieren. Vermutlich deshalb ist ja auch auf der L&B-Webseite immer von ‚Die Schmerzspezialisten‘ die Rede. Diese Bezeichnung ist nicht geschützt!

Vom allseits bekannten, stets im Frühstücksfernsehen und auch sonst medial sehr präsenten Sportwissenschaftler, Prof. Dr. Ingo Froböse, der auf der L&B-Webseite mit seinem Namen wirbt, wollte ich wissen, ob es sportwissenschaftliche Untersuchungen zu L&B-Methoden gibt. Leider blieb meine nachfolgende Anfrage von Anfang Oktober unbeantwortet.

Sehr geehrter Dr. Froböse, ich schätze Sie als Sportwissenschaftler und Fitnessexperte sehr. Umso mehr erstaunt es mich, dass Sie, sofern man der Webseite von Liebscher&Bracht glauben kann, deren Aussagen und Therapien in den höchsten Tönen loben. Besonders deren Aussagen zur Arthrose, von Liebscher Arthroselüge genannt, sind sehr befremdlich und zumindest nach meinen Recherchen durch nichts bewiesen. Haben Sie eine wissenschaftliche Untersuchung zu den Methoden und Aussagen von Liebscher&Bracht, die Sie mir zukommen lassen könnten? Ich betreibe in FB selbst eine geschlossene Gruppe und habe auch zwei Bücher zum Thema künstliches Hüft- und Kniegelenk geschrieben. Da werden wir natürlich oft mit Liebscher&Bracht konfrontiert. Danke für eine Rückmeldung, gerne auch per eMail.

Ein Physiotherapeut, der auch Mitglied unsere Gruppe ist, hat mir auszugsweise auf meine Frage nach L&B wie folgt geantwortet:

Ich kann nach 25 Jahren Therapie sagen, dass keiner den Gral gefunden hat bzw. finden wird. Nahezu jeder neue Trend ist nichts als ein wiedergekäutes therapeutisches Verfahren im aufpolierten Gewand. Ich diskutiere diesbezüglich fast täglich mit meinen Physio-Kollegen, die jedem dieser Trends hinterher hecheln. Ich persönlich bin seit ein paar Jahren wieder zu den Wurzeln der „rehabilitativen Simplizität“ zurückgekehrt und fahre gut damit (auch wenn ich mich damit der Kritik von Kollegen und teilweise auch Patienten aussetze).

Dr. Georg Kaupe, Orthopäde und Sportmediziner aus Bonn, hatte sich ja bereits in unserer Facebook-Gruppe so geäußert:

Eine elementare Diagnose in der Medizin und indirekt die damit verbundenen Fakultäten sowie die dort arbeitenden Spezialisten der Lüge zu bezichtigen, ist schon ein sehr ambitioniertes Marketing. Wo sind die wissenschaftlichen Studien und zahlreichen Erfolge mit Statistik bitte zu finden? Beste Grüße aus Bonn Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie / Sportmedizin

Auch unseren sehr geschätzten Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Garmisch-Partenkirchen habe ich zu Liebscher & Bracht befragt, hier auszugsweise seine Antwort.

Seriös kann das nicht sein, dazu sind die Aussagen zu absolut (z.B.: 90% der Schmerzen in einer Behandlungsstunde eliminieren).
Eine Stellungnahme fällt mir derzeit entsprechend schwer, weil ich keine direkte Erfahrung damit habe. Geht wohl auch anderen so. Werde mich aber weiter erkundigen und sehen, was ich tun kann

Roland Liebscher habe ich ebenfalls persönlich über seine Web-Seite angeschrieben. Leider auch, wie bei Dr. Froböse, ohne eine Antwort! Nachfolgend mein Schreiben / meine Fragen:

Sehr geehrter Herr Liebscher,

ich muss zugeben, dass ich Ihren Aussagen wie ’90 % Schmerzfreiheit nach einer Behandlung‘ oder Ihren Aussagen zur Arthroselüge sehr kritisch gegenüberstehe. Zudem behaupten Sie wörtlich, ’sehr viele Patienten hätten mit einem künstlichen Gelenk, die gleichen Gelenkschmerzen wie vorher‘.

Damit stellen Sie elementare Diagnosen in der Medizin in Frage und bezichtigen indirekt die damit verbundenen Fakultäten sowie die dort arbeitenden Spezialisten der Lüge.

Ich selbst habe zwei künstliche Hüftgelenke, die auf Grund einer angeborenen Hüft-Dysplasie bereits im Alter von 39 und 51 notwendig wurden. Ich bin seitdem absolut schmerzfrei und sehr, sehr sportlich unterwegs. (Siehe hier: http://endoprothese-und-sport.de).

Daher hätte ich zwei Fragen, bzw. Bitten an Sie:

  1. Gibt es wissenschaftliche Studien, die Ihre Theorien und Aussagen beweisen und wenn ja, wäre es nett, wenn Sie mir die Quellen nennen würden. Ich würde diese dann auch mit Ihrer Genehmigung auf meinen Webseiten und/oder korrespondierenden FB-Seiten/FB-Gruppe veröffentlichen.
  2. Warum werden Ihre Therapien, die nach Ihren Aussagen vielen Patienten direkt helfen und zudem – nach Ihren Aussagen – die meisten unsinnigen OPs verhindern, nicht von der Kasse bezahlt, bzw. warum haben Sie keine Kassenzulassung?

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus!

Ich wäre übrigens wirklich auf der Antwort von Roland Liebscher sehr gespannt gewesen. Ich persönlich finde die Aussagen in dem Buch „Die Arthroselüge“ mehr als fragwürdig und vor allen Dingen falsche Hoffnungen bei Betroffenen weckend. Die viel zitierte Studie, mit der bewiesen werden soll, dass Arthrose heilbar ist, beruht auf einem komplexen medizinischen Eingriff mit gerade mal zwanzig freiwilligen Probanden.
Dabei gab es zwar teils unerwartete Ergebnisse, allerdings bei einer äußerst risikobehafteten operativen Extensions-Methode mit Knochenbohrungen für eine Fixatur (siehe Zeichnung aus der Studie unter nachfolgendem Link). Zwei der Probanden bekamen eine Lungenembolie und insgesamt siebzehn!! (von zwanzig) eine einfache oder mehrfache Pin-Trakt-Infektion (Infektionen an den Bohrungen der Fixatur). Da man außerdem versäumt hat, die Einnahme von Medikamenten vor und während des Versuchs (der Behandlung) zu dokumentieren, kann man einen Einfluss auf das Ergebnis nicht ausschließen. Das wird ausdrücklich als Fehler im Studien-Aufbau benannt.
Alles im Original nachzulesen in dem ausführlichen medizinischen Versuchsbericht in englischer Sprache.
Warum allerdings bei einigen öffentlichen Auftritten von Roland Liebscher, wie zuletzt in der Sendung ‚Konkret‘ des ORF, die oben genannten Details dieser Studie nicht hinterfragt werden, wenn sich Herr Liebscher zur Begründung für seine Aussagen zur Arthroselüge darauf beruft, erschließt sich mir nicht wirklich. Es ist allerdings auch Methode und Teil seines Erfolges, dass er seine Theorien wie in einer Dauerschleife immer und immer wieder, teils etwas anders formuliert, gebetsmühlenartig wiederholt, bis der ermüdete Zuhörer oder Leser es dann einfach glaubt.
Eine andere Taktik ist es, so entwaffnend unwissenschaftliche Aussagen zu treffen, dass man denkt, er muss einfach Recht haben. Als Beispiel dafür mag nachfolgende Einleitung zu seinem Buch „Die Arthroselüge“ auf Seite 18 gut geeignet zu sein:

Arthrose und Schmerzen sorgen für viel Leid nicht nur in unserem Land, sondern auf der ganzen Welt. Wir haben nun eine äußerst erfreuliche Nachricht für Sie: Das Problem der Arthrose und Schmerzen ist gelöst. Fragen Sie uns nicht, warum gerade wir das geschafft haben. Es hat sich einfach so entwickelt und hat immerhin 30 Jahre gedauert

Immerhin eine Aussage in seinem aktuellen Buch auf Seite 107 hat mich nachdenklich gemacht. Dort steht zum Thema künstliche Gelenke folgendes zu lesen:

Wir fragen uns aber, wie man auf die Idee kommen kann, eine nachgiebige Originalgelenkfläche durch eine superharte aus Metall, Plastik oder Keramik zu ersetzen. Für uns stimmt das schon im Ansatz nicht, denn auf diese Weise übertragen sich Erschütterungen in bestimmten Gelenkwinkeln ungebremst auf die Knochen. Und da wundern sich die Konstrukteure, dass die Ersatzgelenke sich lockern?’

Hier sollten tatsächlich Fachmediziner und Hersteller mehr Anstrengungen unternehmen, um das künstliche Gelenk dem Originalen möglichst ebenbürtig zu machen. Erste Versuche mit nachwachsenden Gelenken aus Stammzellen bei Tieren gibt es bereits!

Mein Fazit:
‚Wer heilt hat Recht, aber nicht immer!‘
Deshalb sollte jeder, der meint, die L&B-Methoden könnte helfen, das ruhig mal ausprobieren und danach selbst beurteilen, ob das Geld gut angelegt war. Die Art und Weise, wie Liebscher & Bracht ihr Theorien verbreiten, mag man kritisieren – sie sind damit aber durchaus erfolgreich.

2021 – Das Jahr der digitalen Medizin?

Deutschland hat im Vergleich zu anderen Ländern bei der Digitalisierung in der Medizin noch immer Nachholbedarf. Das geht aus einer Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag von Fresenius in Deutschland, Spanien und den USA hervor. Demnach sind vor allem Spanien, aber auch die USA, in mehreren Bereichen deutlich weiterentwickelt, wie das Ärzteblatt im Mai 2021 veröffentlicht hat.

Aber es ist deutlich zu spüren, dass von staatlicher Seite, aber vor allem durch agile Digital Health Startups (junge digitale Gesundheits-Unternehmen) der Versuch unternommen wird, hier kräftig aufzuholen.
Wenn man mal die ganzen Anglizismen und die scheinbar in der DNA der Startups liegenden modernen Begriffe wie ‚Value Based Managed Care‘, ‚Empowerment‘ oder ‚Patient-reported Outcome Measures‘ und ‚Patient-reported Experience Measures‘ = ‚PROMS & PREMS‘ – um nur einige zu nennen – außer Acht lässt, geht es im Wesentlichen um Folgendes:
Das Entwickeln von medizinischen Plattformen mit einer datenbasierten Qualitätstransparenz, einhergehend mit der Optimierung von Therapie und Versorgung, der die Patienten über deren gesamten Behandlungsweg möglichst individuell begleitet. Man verspricht sich dadurch Steigerungen von Effizienz und Qualität und idealtypisch kürzere Behandlungszeiten mit Kosteneinsparungen bei gleichzeitig höherer Zufriedenheit der Patienten – also eigentlich die Quadratur des Kreises.

Dabei wird es ohne die Sammlung und Verarbeitung von Massendaten oder – um im Terminus zu bleiben – ohne Big Data und künstliche Intelligenz (KI) nicht gehen. Und hier liegt auch in Deutschland eines der Probleme: Der Datenschutz.
So wichtig dieser natürlich ist, wird leider zu oft über das Ziel hinausgeschossen. Beispiele mögen die Corona-Warn-App (CWA) und die elektronische Patientenakte (ePA) sein. Letztere bietet bisher so gut wie keinen Mehrwert. Mehr als selbst digitalisierte Dokumente in die App zu laden, geht bisher nicht. Es sind kaum Arzt-Praxen angeschlossen und die Freigabe von Daten geht nur gesamt oder überhaupt nicht. Ein aktuelles Update hat zwar etwas nachgebessert, aber erst in der geplanten Ausbaustufe ab 1.1.2023 wird diese Anwendung wirklich Sinn machen, sofern die Planung auch eingehalten wird.

Staatlich finanzierte Projekte sind oft zu
schwerfällig, zu teuer und ineffizient

Es zeigt sich leider wie auch in anderen Bereichen, dass Projekte, wenn diese von staatlichen Stellen finanziert und beauftragt werden, viel zu schwerfällig sind. Brandaktuell ist die Meldung des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) – Mehrheitseigner der für Umsetzung des E-Rezeptes und für die bisher mangelhafte ePA verantwortlichen gematik GmbH -, die zum 1.1.2022 geplanten Einführung des E-Rezeptes auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Als weiteres Negativ-Beispiel mag der wirklich gute Ansatz der vom BMG erstellten Webseite gesund.bund.de inkl. zugehörigem YouTube-Kanal gelten. Man wollte erreichen, dass bei Anfragen an ‚Dr. Google‘, möglichst immer zuerst diese Seite mit gesicherten und validen Gesund-/Krankheitsinformationen gefunden wird. Lt. Information des Handelsblatt vom Sommer diesen Jahres hat diese Seite gerade mal 65.000 Besucher pro Monat und der zugehörige YouTube-Kanal zeigt die Abonnenten-Anzahl sicherheitshalber erst gar nicht an (vermutlich sind es unter 100, da der Kanal noch keine benutzerspezifische URL hat). Aber man kann sich die geringen Zahlen ungefähr denken, wenn z.B. das Video über Entstehung von Arthrose gerade mal 191 Aufrufe zum Zeitpunkt dieses Artikels hat.
Unser eigener, ohne jegliche finanzielle Mittel erstellter YouTube-Kanal TEPFIT, hat dagegen über 700 Abonnenten. Das am meisten aufgerufene Video liegt jenseits von 21.000 Aufrufen.
Es fehlt an intensiver Werbung für die Initiative des BMG und ein Vertrag mit Google, um diese Seite immer ganz oben anzuzeigen, wurde auf dem Klageweg von NetDoktor verhindert. So wurde leider aus einer guten Idee bisher nur ein mit vielen Steuergeldern – lt. Handelsblatt ca. 5 Millionen Euro pro Jahr – finanzierter Rohrkrepierer.


Die zahlreich entstandenen und entstehenden Digital Health Startups sind da viel flexibler und agiler. Um allerdings als Medizinprodukt zugelassen zu werden, gibt es gesetzliche Vorgaben.
Im Gegensatz zu sog. ‚Fitness-Apps‘, die zahlreich in App-Stores heruntergeladen werden können, gelten für Medizin-Apps strenge Gesetze und Regeln bezüglich der Verwendung von Daten. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird von unabhängigen Prüfern kontrolliert und zertifiziert. Darüber hinaus wird die Einhaltung der Regeln im Jahresturnus erneut auditiert. Das gilt für die nachfolgend erwähnten DiGAs genauso wie für die App von alley. Nur deshalb dürfen diese Anwendungen auch als Medizinprodukte geführt werden.

Doch wann und wie wird eine medizinische App für Nutzer interessant? Mindestens folgende Voraussetzungen sollten gegeben sein, damit diese genutzt wird und sowohl für Patient wie Behandler interessant ist:

  • Einfache Handhabung und einfache Installation/Einrichtung
  • Eine intuitive Nutzerführung, neudeutsch Usability
  • Spürbarer Mehrwert für den Nutzer (Zeitersparnis, gesicherte Informationen und Vermeidung unnützer Arztbesuche oder Behandlungen)
  • Vermeidung der Mehrfach-Anamnese (bei jedem Behandler)
  • Aus Sicht der Leistungserbringer / Behandler schneller Zugriff auf die notwendigen Daten und somit eine direkte Rückkopplung zwischen Arzt oder Physio-Praxis und Patient.
  • Und trotz Digitalisierung einen analogen Ansprechpartner bei Ängsten, Problemen oder organisatorischen Fragen, ein sog. hybrider Ansatz.

Bisher sind 25 digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) offiziell gelistet. Dies bedeutet, diese können vom Arzt per Rezept verschrieben werden und die Anbieter erhalten dann von den Krankenkassen eine Vergütung pro Verordnung. Zahlen von Oktober 2021 zeigen laut eines Artikels des Handelsblatts, dass rund 45000 Apps verschrieben wurden.

Manuel Mandler, Christina Auffenberg, Peter Herrchen (v.r.n.l.) – bei alley in Köln Dez 2021

Eine Medizin-App für Menschen mit Hüft- und Kniebeschwerden oder Arthrose entwickelt das 2019 gegründete Startup alley. In einer Evidenz-Studie, die 2022 Ergebnisse liefern wird, will man nachweisen, dass alle Patienten, die von alley auf ihrem gesamten Behandlungsweg begleitet werden, besser, individueller und kosteneffizienter behandelt werden können als bisher. Wer Details hierzu lesen möchte, auch zum Geschäftsmodell, dem sei die auf der alley-Seite verlinkte Pressemappe empfohlen.
Die App kann aktuell mit dem Freischaltcode „tepfit2021“ kostenfrei genutzt werden. Mehr dazu unter www.alley.de.

Agile Startups werden der Digitalisierung im
Gesundheitswesen zunehmend einen großen Schub verleihen

Ich konnte mich im Dezember 2021 persönlich im Rahmen von Dreharbeiten bei alley in Köln von der Idee und dem Konzept in Gesprächen mit dem Gründer Manuel Mandler und der Kommunikations-Chefin Christina Auffenberg (siehe Foto) überzeugen. Die oben genannten Voraussetzungen für eine erfolgreiche App werden alle erfüllt. Unsere TEPFIT-Gruppe und ich haben naturgemäß ein sehr großes Interesse an der App und dem Unternehmen, da ja genau unsere Zielgruppe angesprochen wird. Ich hatte zudem die große Freude, meine Erfahrungen und die unserer TEPFIT-Mitglieder seit Ende 2019 bei alley einzubringen.

2021 hat der digitalen Medizin definitiv einen Schub gegeben, auch Pandemie bedingt. Es ist aber noch ein weiter Weg, bis die Digitalisierung in allen medizinischen Bereichen flächendeckend angekommen ist und die aktuellen Player am Markt werden einen langen Atem benötigen.
Seien wir gespannt, wie es sich 2022 – auch unter dem neuen Gesundheitsminister – insgesamt in dieser Richtung weiterentwickelt und ob die mit Steuergeld finanzierten Projekte endlich mehr Fahrt aufnehmen.


2021 hat diese Webseite ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert. 
Seit dem Start gab es bisher eine halbe Million Seitenaufrufe. 
Dafür allen treuen Lesern ein ganz herzliches Dankeschön, ein friedliches Weihnachtsfest und 
ein hoffentlich für alle gesundes und sportliches Jahr 2022.

Hüft-Fitness mit Carina – Bauch gegen Po und Faszien-Rolle

Video Nummer drei und vier unserer Übungsreihe mit Carina Weidler sind auf unseren TEPFIT-Youtube-Kanal online.

Carina Weidler


Worum geht es im dritten Übungsvideo Bauch gegen Po?
Um Übungen für das Zusammenspiel von Bauch- und Gesäßmuskulatur für einen aufrechten Gang. Die Übung ist sehr gut geeignet für angehende TEPler vor der OP und für TEPler, bei denen die TEP schon mindestens sechs Monate eingebaut ist. Nach dem Einsetzen einer TEP dauert es eine Weile, bis die Übung sinnvoll ins Aufbautraining integriert werden kann. Die Strukturen müssen zuerst heilen und langsam wieder auftrainiert werden, bevor man mit derart intensiven Übungen arbeiten kann. Sprich bitte mit deinem Arzt, Physio und/oder Sporttherapeuten darüber, wann das bei dir der Fall ist. Da die OP-Verfahren, Implantate und individuellen Heilungsverläufe sehr unterschiedlich sind, sind pauschale Zeitangaben nicht sinnvoll. Egal in welchem Stadium du gerade bist – starte die „Bauch gegen Po“-Übung bitte erst dann, wenn du die Übungen aus den ersten beiden Videos schon mehrfach absolviert hast und sauber ausführen kannst. Die Übung bauen aufeinander auf und sind in der richtigen Reihenfolge gleich doppelt so effektiv!

Hier geht’s direkt zum Bauch gegen Po Video

Im vierten Übungsvideo zeigt Carina, wie die Oberschenkel-Faszien sanft bearbeitet werden können.
Wichtig bei der Faszienarbeit ist, achtsam in den Körper hineinzufühlen. Denke daran, du willst deinem Körper etwas Gutes tun, du möchtest mit ihm zusammenarbeiten – und ihn nicht bestrafen oder gegen ihn arbeiten. Deshalb achte darauf, nur so viel Druck auf die Rolle zu bringen, dass du keine Schmerzen hast. Wenn du regelmäßig mit der Faszienrolle arbeitest, wirst du merken, dass du mit der Zeit die Intensität steigern kannst und geschmeidiger wirst.

Hier geht’s direkt zum Faszien-Übungs-Video

WICHTIGER HINWEIS 

Für alle Videos der Reihe gilt:
Es ist ein konservatives Training für die OP-Vorbereitung und ab der 6. Woche Post-OP. Die gezeigten Übungen nur durchführen, wenn es die körperliche Fitness und der Gesundheitszustand zulassen und vorher mit dem Operateur / Physiotherapeuten abgestimmt ist, dass dies in Eurem speziellen individuellen Fall bereits so möglich ist.

Nordic-Cross-Training in der Fachpresse

Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin,

hat bereits vor vielen Jahren ein perfektes Ganzkörper-Trainingsgerät erfunden und war damit auch schon mehrfach in der Presse.
Einige wissen, dass ich auch dieses Trainingsgerät besitze und hier in meinem Blog einen Erfahrungsbericht zu der besonders gelenkschonenden Sportart, die für TEP-Träger und Menschen mit Arthrose perfekt geeignet ist, veröffentlicht habe.
Aktuell fand das von Kaupe entwickelte Nordic-Cross-Training mit einem ganzseitigen Artikel Einzug in die bundesdeutsche Fachpresse für Orthopädie.

Den kompletten Fachpresse-Artikel inkl. PDF-Download gibt es hier…

Wenn‘s knirscht in Hüfte und Knie

Seit Ende 2019 arbeite ich schon mit alley zusammen. alley ist eine analytisch-getriebene, medizinische Plattform, die in Zusammenarbeit mit Leistungserbringern und Kostenträgern den optimalen Behandlungspfad für Patient:innen strukturiert. alley konzentriert sich auf die Therapiebegleitung von Patient:innen mit akuten oder chronischen Beschwerden des Hüft- und Kniegelenks bis hin zur gesicherten Diagnose einer Cox- und Gonarthrose. Die dafür entwickelte App ist seit Juli 2021 kostenlos für alle verfügbar.

Als Betroffener und Gründer der knapp 5000 Mitglieder zählenden TEPFIT-Facebook Gruppe, habe ich die Entwicklung als Anwender und Berater begleitet und u.a. Usability-Tests durchgeführt.

Ende August haben wir eine gemeinsame Video-Webinar-Reihe ‚Rund um die Gelenkgesundheit’ gestartet mit drei Schwerpunkten, bzw. Themengebieten:

– Was gibt‘s Neues zum Thema Schmerz – 31.8.2021

– Arthrose-Behandlung: Souveräne Entscheidungen treffen – 7.9.2021

– alley: Chancen digitaler Medizin-Apps bei Knie- und Hüftbeschwerden – 14.9.2021

Nachdem das erste Webinar am 31.8.2021 eine sehr positive Resonanz hatte, findet am kommenden Dienstag, den 7.9.2021 um 20:15 Uhr, das zweite Online-Webinar statt.

Arthrose-Behandlung: Souveräne Entscheidungen treffen

Für viele Betroffene ist die Diagnose Arthrose zunächst ein Schock. Die Patienten werden damit alleine gelassen und wissen weder, was diese Diagnose wirklich bedeutet, noch welche Optionen es außer einer Operation gibt.
Genau hier setzt das Webinar an!
Neben den behandelnden Ärzten kann auch eine Selbsthilfegruppe, wie meine Facebook TEPFIT – Gruppe, erste Hilfestellungen geben und mit Rat, Tat und Erfahrung zur Seite stehen.

Eine andere Möglichkeit ist das Einschalten von professionellen ‚Care-Manager:innen’, die die gesamte Breite des Behandlungsspektrums im Blick haben, entsprechend medizinisch ausgebildet sind und die verschiedenen Leistungserbringer (Behandler) mit dem Patienten zusammenbringen und koordinieren.
Christiane Valk, Care-Managerin bei alley, wird die verschiedenen Optionen für den Betroffenen aufzeigen und im Anschluss an den Impulsvortrag mit Euch darüber diskutieren und Eure Fragen beantworten.
Wir, Peter Herrchen und Medical Expert Laura Wergowski von alley, werden das Webinar als Moderatoren begleiten. Wir stehen natürlich auch beide für Fragen zur Verfügung.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Einfach hier auf den Veranstaltungs-Link klicken.

Freude, Dankbarkeit, 3500 Kilometer und Netzwerkerweiterung

Was haben 3500 Km Laufen, Wandern und Gehen mit Orthopädie zu tun?

Drei Freunde auf dem Hirschberg

Heute jährt sich meine TEP-Komplett-Revision zum dritten Mal. Am 25. April 2018 war noch völlig unklar, ob ich mich je wieder sportlich und überhaupt schmerzfrei bewegen können würde. Wenige Tage später machten mir meine ‚Knochen-Docs‘, Dr. Rolf Schipp mit Team und Chefarzt Dr. Christian Fulghum von der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen, bereits Hoffnung. Die sehr komplexe dreistündige Revisions-OP war perfekt verlaufen und sofern keine späteren Komplikationen auftreten sollten, stünde einer vollständigen Wiederherstellung nichts im Wege.

Doch bis es soweit war, galt es noch einige Hürden zu meistern. Ohne die Unterstützung meiner Liebsten, der Physiotherapeuten und meinem eigenen Anspruch, wieder ein halbwegs sportliches Niveau zu erlangen, hätte ich nicht das erreicht, was Stand heute wieder alles problemlos möglich ist.

Mit meiner Liebsten

So kamen in den letzten zweineinhalb Jahren immerhin 3500 km Laufen, Wandern und Gehen, sowie knapp 1000 MTB-Kilometer zusammen. Zwei Höhepunkte waren dabei der unter Pandemie-Bedingungen ausgetragene Midsummer-Run in Wiesbaden und die anspruchsvolle 14 Km und 800 Höhenmeter Bergwanderung in gut 4 Stunden mit Freunden auf den Hirschberg bei Kreuth. Beides 2020 und alles absolut schmerzfrei. Dafür bin ich der endogap und seinem Team unendlich dankbar bei gleichzeitiger Demut, es nicht zu übertreiben.
Aktuell laufe ich in der Woche ca. 8-12 km in zwei bis drei Einheiten, sehr langsam und gelenkschonend mit relativ kleinen Schrittlängen, um die Stoßbelastungen zu minimieren.

Ausbau des Arthrose- und TEPFIT-Netzwerkes
midsummerrunMein über die Jahre aufgebautes Netzwerk von Arthrose-Betroffenen, Arthrose-Plattformen, Fachärzten und Experten erweitert sich stetig, sowohl innerhalb der aktuell knapp 4500 Mitglieder starken TEPFIT-Gruppe, als auch außerhalb.
Nachdem es schon seit 2017 eine Zusammenarbeit mit dem Arthroseforum Austria von Barbara Egger gibt, kamen 2019 und 2020 folgende neue Kooperationen hinzu:
Seit 2019 arbeite ich mit dem Startup alley zusammen, das im Rahmen der Digital Health Initiativen in Deutschland, eine digitale Gesundheits-App für Betroffene mit Hüft- und Knie-Arthrose entwickelt hat. Die offizielle Zulassung für die App auf Rezept wird im Sommer dieses Jahres erwartet.
Seit Anfang 2020 bin ich Mitglied im KnorpelKompetenzNetzwerk, welches von Ärzten des GK-Bonn ins Leben gerufen wurde.
Ebenfalls seit 2020 arbeite ich mit dem ArthroseNetzwerkDeutschland von Johannes Vossenkuhl zusammen. Im März diesen Jahres habe ich auf clubhouse den Club ‚ArthroseKompetenzNetzwerk‘ gegründet. Hier starten wir am kommenden Dienstag mit der ersten Folge einer Arthrose-Talk-Reihe, bei der mir als Experten die Chefärzte des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin des GK-Bonn, Dr. Holger Haas und Dr. Jochen Müller-Stromberg, zur Seite stehen.
Seit knapp zwei Wochen bin ich zudem mit der Arthrose-Hilfe von Timm Schuler vernetzt.

Was ist in Arbeit?
Zum einen läuft ein Antrag auf Anerkennung und Förderung unserer digitalen Selbsthilfe-Gruppe TEPFIT beim GKV Spitzenverband und zum anderen eine Bewerbung dieser Gruppe für den Social Media Smart Hero Award.

Es bleibt spannend in meiner Community.
Interessiert, ein Teil davon zu werden?
Dann einfach melden. Kontaktdaten im Impressum.

Arthrose-Kompetenz-Talk auf clubhouse

Der eine oder andere wird bereits von der neuen SocialMediaApp clubhouse gehört haben.
Kurz erklärt, eine Talk-Show auf Basis von Audio. Das bedeutet, es gibt virtuelle Räume in denen auf sog. ‚Bühnen‘ ein oder mehrere Moderatoren sitzen, die zu einem Thema ein Gespräch führen oder initiieren, um mit den Zuhörern, dem Publikum, zu diskutieren und/oder deren Fragen zu beantworten.
Vor gut einem Monat habe ich auf clubhouse den Club ‚ArthroseKompetenzNetzwerk‘ gegründet mit dem Ziel, dort auf Dauer eine Talk-Reihe zu etablieren, in der es um alle Themen im Zusammenhang mit Arthrose, Bewegung, Ernährung, Therapien und künstliche Gelenke geht.
Details dazu können hier nachgelesen werden.

Nach einigen Vorbereitungen ist nur der Termin für den Auftakt-Talk fixiert:
Dienstag, der 27.04.2021 um 20:15 Uhr.

Und natürlich habe ich hochkarätige Fachleute mit an Bord. Es werden mir Dr. med. Holger Haas und Dr. med. Jochen Müller-Stromberg kompetent zur Seite stehen und alle Fragen beantworten.
Beide sind Chefärzte im Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am GK-Bonn.
Jetzt den Termin im Kalender eintragen.
Wir freuen uns auf regen Austausch und spannende Diskussionen mit Euch.

 

E-Health – Digitalisierung im Gesundheitswesen – Apps und Live-Veranstaltungen

e-Health


Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist nicht mehr aufzuhalten. Große Firmen und kleinere Startups, meist von Main-Playern im Gesundheitssektor finanziell unterstützt, drängen auf den Markt. Fitness-APPs gibt es an jeder Ecke, auf jedem Armband, auf Smartphones und Uhren.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat aktuell 10 Gesundheits-APPs verschiedener Hersteller zugelassen, die es auf Rezept gibt.
Viele niedergelassene Ärzte haben inzwischen Video-Sprechstunden eingeführt, natürlich in 2020 auch ‚Corona‘ getrieben.
Auf Grund nicht erlaubter Präsenzveranstaltungen in 2020, konnten viele Informationsveranstaltungen von Kliniken und Endoprothetik-Zentren zur Patienten-Aufklärung bei Gelenkersatz nicht stattfinden.
Inzwischen werden solche Veranstaltungen vermehrt digital angeboten.

Als digitale Gesundheitsanwendung in Form einer App – speziell für Coxarthrose (Hüftarthrose) – ist bereits Vivira vorläufig zugelassen.
Für eine weitere App vom Startup alley wird die Zulassung noch im ersten Halbjahr erwartet. Bei dieser App geht es um einen kompletten Behandlungspfad für Patienten mit Knie- und Hüft-Arthrose (Gon- und Coxarthrose).
Mit einigen Partnerkliniken ist diese App aktuell im Live-(Test)-Betrieb, siehe weiter unten am Beispiel des GK-Bonn.
Ich hatte übrigens durch sehr frühen Kontakt zu diesem Startup die Möglichkeit, die Entwicklung der Anwendung in Teilen zu begleiten und mich von dem Mehrwert für Patienten zu überzeugen.
Wer sich informieren möchte, was mit der App auf Rezept alles möglich ist und wie diese Betroffenen helfen kann, dem sei das Online-Video-Patienten-KolloquiumDigitale Chancen für die Behandlung von Knie- und Hüftarthrose“ am 20.01.2021 des Uni-Klinikums Bonn ans Herz gelegt. Die 90-Minütige Veranstaltung hat drei Themen-Blöcke:

  • Die digitale Sprechstunde: per Video zur Diagnose? (Dr. Jansen)
  • Wie für Sie gemacht: Prothesenplanung in 3D (Dr. Randau)
  • Potenziale digitaler Medizinprodukte: Die alley App begleitet bei der Behandlung von Hüft- und Kniearthrose (Dr. Latz)

Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.


Dr. Holger Haas

Dr. Holger Haas

Eine weitere digitale hochspannende Video-Veranstaltung findet am 10.2.2021 statt. Diese ist allerdings exklusiv nur für die Mitglieder der privaten Facebook-Gruppe ‚TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‘ zugänglich. Nachfolgend die Details:

VIDEO-WEBINAR „Das schmerzhafte Kunstgelenk“ am 10.02.2021 von 18:00 – 21:00 Uhr von und mit Dr. med. Holger Haas, Chefarzt Allgemeine Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin GK-Bonn, Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung.
Bei Berichten über hervorragende Behandlungsergebnisse besteht ein regelrechter Wettkampf: nach schneller, besser und schöner…

Viele Betroffene wissen jedoch auch über unerfreuliche Erfahrungen und Schmerzen zu berichten.
Es ist das Ziel dieses Webinars, Licht in das Dunkel zu bringen und über Beschwerdeursachen und die möglichen Maßnahmen zur weiteren Abklärung bzw. Behandlung aufzuklären.
was ist ein gutes Ergebnis nach einer Prothesenimplantation?
 wie lange halten Prothesen?
Schmerzen nach Prothesen und deren Ursachen
wodurch lockern sich Prothesen?
wie geht es weiter, wenn ich Schmerzen habe?
Die Infektion als schwere Komplikation
Was das Webinar nicht leisten kann:
Eine persönliche oder individuelle Abklärung von Beschwerden ist im Rahmen dieses Webinars nicht möglich. Dies bleibt einer persönlichen ärztlichen Untersuchung und Beratung vorbehalten.
Was das Webinar leisten soll:
Betroffene sollen umfänglich aufgeklärt sein, um ihre Situation besser einschätzen zu können und bei Ihrem Arzt bzw. Ärztin die richtigen Fragen stellen zu können. Interessierte können sich noch besser über das große Gebiet der Endoprothetik aufklären lassen und so für ihre Entscheidung für oder gegen eine Prothese weitere Informationen gewinnen.

Wie könnt Ihr teilnehmen?
Eine Teilnahme ist nur als Facebook-Nutzer und Mitglied der TEPFIT-Gruppe möglich. Wer Interesse hat, einfach in Facebook eine Mitgliedsanfrage für die TEPFIT-Gruppe stellen, auf Veranstaltung gehen und anmelden, wie dort beschrieben (Name und eMail-Adresse sind dazu notwendig).

Ihr habt während der Live-Veranstaltung die Möglichkeit per Chat-Funktion direkt Eure Fragen zu stellen, die Dr. med. Holger Haas nach seinem Vortrag gerne beantwortet – allerdings ohne Gewähr, dass alle Fragen berücksichtigt werden können.


alley in der Praxis im GK-Bonn
Das Bonner Gemeinschaftskrankenhaus geht im Übrigen auch den Weg der digitalen Offensive und arbeitet mit der bereits alley-logo.g. Kölner Firma alley und deren Patienten-App zusammen. Seit April 2020 kommt die App alley zur Behandlung von Menschen mit Hüft- und Kniearthrose im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn zum Einsatz. Damit gehörte es nicht nur im Bonner Raum, sondern auch bundesweit zu den ersten Anwendern von alley und hat die Anwendung in ihrer Entwicklung maßgeblich geprägt. Dr. med. Holger Haas, Chefarzt Allgemeine Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, erklärt:

Als Klinik ist uns daran gelegen, Patientinnen und Patienten bei allen Fragen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung aktiv zu begleiten, auch wenn sie längere Zeit auf ihren OP-Termin warten müssen. Mit alley ist genau das möglich. App und Care Management helfen uns, die individuelle Situation unserer Patientinnen und Patienten besser zu verstehen und darauf einzugehen. Gerade mit zeitlichem Abstand von der Erstuntersuchung tauchen zudem oft Fragen auf, die dann durch die App oder im direkten Kontakt beantwortet werden können. Damit wird auch die Betreuung der Patienten durch die niedergelassenen Ärzte im Vorfeld der Operation hervorragend unterstützt.

Im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn kam alley bereits im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 zum Einsatz. „alley hat in dieser kritischen Lage der Klinik geholfen, unsere Patienten effektiv auf ihre Behandlung vorzubereiten und die anstrengende Phase des Wartens zu überbrücken“, betont Dr. Haas. Seine Erfahrungen sind in die Entwicklung der App eingeflossen.
Innerhalb der ersten Monate der Zusammenarbeit nutzten mehr als 100 Patienten alley als Begleitung und zur Vorbereitung auf ihre OP. Die Corona-Krise gab dem Angebot zusätzlichen Schub, da aufgrund der unsicheren Pandemie-Lage viele terminierte OPs verschoben werden mussten und niemand sicher sagen konnte, wann es wieder Eingriffe geben würde. Über das Dashboard hatten die Ärzte die Möglichkeit, anhand der Schmerzprotokolle ihrer Patienten Dringlichkeiten festzulegen und die Medikation aus der Ferne im Blick zu behalten. Die Patienten wurden über das alley Care Management regelmäßig kontaktiert, in das Terminmanagement des Krankenhauses eingebunden, erhielten auf sie zugeschnittene Übungen zum Aufbau und Erhalt der Grundmobilität. Beide Seiten blieben fachlich und persönlich in Kontakt. Diese Erfahrungen konnten im pandemiegeprägten Jahresverlauf fortgesetzt werden.

Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn und Dr. Holger Haas haben die Entwicklung von alley von Anfang an mit Passion und Expertise begleitet. Nach der erfolgreichen Pilotphase soll alley dauerhaft Teil des Klinikalltags in der Orthopädie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn werden. Dafür wird das Dashboard auf die klinikspezifischen Bedürfnisse hin angepasst und in das Krankenhaus-Informationssystem (KIS) eingebunden. Gleichzeitig wird alley in das Aufnahmecenter integriert, so dass Patienten vom Erstkontakt mit der Klinik an auf das alley Care Management zugreifen können.

Ausblick
Es wird auf jeden Fall spannend sein zu sehen, wie schnell die Digitalisierung im Gesundheitswesen die nächsten Jahre fortschreitet und wo die Grenzen des Sinnvollen liegen. Dabei spielt natürlich auch die Akzeptanz der Anwender eine große Rolle und die Frage, ob und in welchem Umfang sich die ältere Generation darauf einlässt. Ein sehr großen Augenmerk muss dabei von allen Seiten unbedingt auf die Sicherheit der Daten gelegt und die Verwendung und Speicherung absolut transparent gemacht werden.
Weitere Schritte der Digitalisierung wird es auch bei Diagnosen durch künstliche Intelligenz geben.
Auch hier positioniert sich das GK-Bonn sehr innovativ und ist über das KnorpelKompetenzNetzwerk eine einjährige Probe-Partnerschaft mit dem Wiener Start-Up Unternehmen ImageBiobsy Lab eingegangen.
Dieses junge Unternehmen beschäftigt sich mit der künstlichen Intelligenz in der medizinischen Bildgebung und hat sich hier schon frühzeitig auf die Diagnose bei Arthrosen der Hüft- und Kniegelenke spezialisiert.
Es bleibt spannend und interessant!

Das Pandemie-Jahr 2020 – der etwas andere Rückblick

pandemieDas Jahr 2020 wird als das Pandemie-Jahr in die Geschichte eingehen mit massiven Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens wie Ökonomie, Sport, Privatleben, Medizin/Gesundheit und Psyche, um nur einige zu nennen.

Medizin/Gesundheit
Für alle, die eine geplante Gelenkersatz-OP terminiert hatten, kam es ggf. zu Aufschiebungen und Termin-Absagen. Reine Endoprothtik-Zentren hatten es dabei etwas besser als solche, die an eine Klinik mit Komplettversorgung angeschlossen sind. Dort musste die Intensivbetten-Kapazität hochgehalten werden. So hatte z.B. die endogap Garmisch-Partenkirchen bis September ein Drittel weniger Gelenk-Operationen als im Jahr davor, wie mir der Chef Dr. Christian Fulghum mitgeteilt hat. Aber auch für alle Betroffenen, deren geplante OP stattfand, gab es Probleme und Einschränkungen in der Nachsorge. Fitness-Studios waren teilweise geschlossen, in Reha-Kliniken gab es entsprechende Hygiene-Auflagen und Physio-Therapie-Termine waren auf Grund der reduzierten Behandlungen noch viel schwerer zu bekommen, als sonst.

Privatleben und Ökonomie
Natürlich kam es auch zu massiven Einschränkungen im privaten Bereich, je nach Lebenssituation. Keine Schule, kein Kindergarten, Home-Office, Kurzarbeit und Umsatzeinbrüche. Letztere bei dem einen oder anderen einhergehend mit finanziellen Problemen, die trotz gigantischer Finanz-Maßnahmen des Staates, einfach nicht bei jedem rechtzeitig oder überhaupt angekommen sind. Hinterher wissen immer alle, wie man es hätte vielleicht besser machen können – leider konnte man die Pandemie nicht üben.
Darunter natürlich auch die rücksichtslosen Covidioten, Verschwörungstheoretiker, rechten Hetzer, Querdenker und Reichsbürger. So gerne ich die Errungenschaften der Sozialen Medien schätze und selbst nutze, zeigt sich jedoch hier deren Schwäche. Alle diejenigen, die sich nur noch dort informieren und seriöse Medien überhaupt nicht kennen (wollen), tun sich unglaublich schwer, Tatsachen von Schwachsinn zu unterscheiden. Wenn es dann noch dem Präsidenten einer Weltmacht gelingt, 74 Millionen Bürger mit Hetze auf Minderheiten und permanenten Lügen hinter sich zu scharen, zeigt sich unabhängig von der Pandemie wie wichtig es wäre, dass es in der Schule ein Medien-Kompetenz-Pflichtfach geben sollte. Denn leider zeigen sich auch in unserem Land diese Tendenzen in einigen Bundesländern, in denen ein Viertel der Wähler rechten Spinnern, Lügnern und Hetzern nach dem Maul reden.

Sport und Psyche
Alle Sporttreibenden, die ohnehin ihren Individualsport im Freien ausüben, wie Radfahren, Laufen, Wandern, Nordic Walking, hatten relativ wenig Einschränkungen. Alle Vereins- und Mannschaftssportler hingegen waren die meiste Zeit zum Nichtstun verdammt.

Dad- and Daughter-Challenge 2020

Dad- and Daughter-Challenge 2020

Wohl dem, der hier flexibel genug sein konnte, seine sportliche Aktivität den Regeln der Pandemie anzupassen oder Profisportler ist. Denn Sport und Bewegung sind extrem wichtig für Körper und Geist und damit für das psychische Wohlbefinden. Und ja, in den Wintermonaten, die Dank Klimaerwärmung in den meisten Teilen Deutschlands nur kurz und auch selten sehr kalt sind, bedarf es auf Grund der kurzen Tage natürlich noch mehr Kampf gegen den inneren Schweinehund, um sich nach Draußen aufzuraffen. Online-Workout-Programme zu Hause sind zwar eine Option, aber zumindest für mich persönlich eher spaßfrei.

Mein persönliches 2020 privat und sportlich
Für meine Familie und mich hat sich glücklicherweise nicht so viel geändert. Ich bin ganz normal in mein Büro gefahren und habe dort meist ganz alleine auf gut 60 qm gesessen und gearbeitet. Meine liebe Frau hat u.a. für ein gemütliches Zuhause, die kulinarische Versorgung und das Wohlfühlambiente gesorgt. Zudem haben wir die glückliche Situation zwar stadtnah aber direkt in der Natur zu wohnen. 50 Meter hinter dem Haus kann ich tagelang durch Feld, Wald und Flur des Taunus wandern, laufen, biken oder spazieren gehen. Und falls uns das zu langweilige wird, hüpfen wir mal schnell nach Oberbayern an unseren geliebten Tegernsee. Wir haben wirklich keinen Anlass über die Corona-Situation zu jammern, sondern akzeptieren diese einfach. Natürlich fehlen uns auch ab und an das Feiern und die gemeinsamen Stunden mit unseren liebsten Freunden, Konzertbesuche, Stadt- und Weinfeste oder, wie jetzt wieder aktuell, ein schöner Restaurantbesuch. Mir ist allerdings auch klar, dass dies je nach Lebenssituation leider nicht alle so entspannt sehen können.
Urkunde WI

Sportlich war 2020 das Jahr, in dem ich nach meiner Revision-OP 2018 wirklich absolut keinerlei Einschränkungen mehr hatte. Am Ende standen über 1000 schmerzfreie Lauf- und Wander- und Gehkilometer auf dem Tacho, dazu noch 400 MTB-Kilometer. Beim Laufen liegen die Kilometerzeiten durch mein neues ‚Langsamlaufen‘ zwar 30 % über denen zu meinen besten Doppel-TEP Halbmarathon-Zeiten, aber das ist für mich absolut in Ordnung. Es war mir sogar möglich, einen 5 km Pandemie-Laufwettkampf, den Midsummer-Run in Wiesbaden, für einen guten Zweck in einer für mich recht ordentlichen Zeit zu absolvieren. Sehr schön war auch, dass ich zusammen mit meiner Tochter auf Grund ihres geschlossenen Fitness-Studios, eine Dad- and Daughter-Challenge starten konnte.
Lediglich meinen Tischtennis-Sport musste ich seit April 2020 nahezu auf null reduzieren und damit auch auf die schönen gemeinsamen Stunden mit meinen TT-Freunden nach einem Punktspiel verzichten.

Ausblick 2021
Lasst uns für 2021 alle optimistisch bleiben und vor allen Dingen Rücksicht auf andere nehmen.
Lasst uns alle die Corona-Regeln befolgen, gebt dem Virus möglichst wenig Verbreitungschancen und weist die Impfgegner, Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker in Eurem Umfeld in die Schranken und lasst Euch bitte selbst impfen sobald es möglich ist.
Dann bin ich sicher, dass wir nächstes Jahr um diese Zeit gelassen auf die zwei Pandemie-Jahre zurückblicken und uns alle freuen, wieder wie gewohnt leben zu können, die demokratischen Freiheiten zu genießen, unbeschränkt Reisen zu können und vielleicht trotzdem die eine oder andere ‚alte‘ Verhaltensweise zu überdenken. Vielleicht ist es wie bei der Reha und dem Aufbautraining nach einem Gelenkersatz: ‚Weniger ist mehr!‘

Sport mit TEP, Kostendruck in der Endoprothetik und konservative Therapien

Vergangene Woche gab es eine Online-Pressekonferenz (PK) der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE) anlässlich des 22. AE-Kongresses vom 2. bis 4. Dezember 2020 in Düsseldorf „Endoprothetik im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Innovation“.
In der einstündigen PK gab es drei wirklich sehr interessante Themenblöcke:

  • Corona-Pandemie: Wie kommen Arthrose-Patienten gut durch diese Zeit? Und wann muss spätestens operiert werden? Ein Update der konservativen Möglichkeiten
    Priv.-Doz. Dr. Stephan Kirschner, MBA
    Vizepräsident der AE, Direktor der Klinik für Orthopädie der St. Vincentius- Kliniken, Karlsruhe
  • Sport mit Hüft- und Knieprothese – Ist die Angst vor einer Lockerung oder einem Implantatbruch noch berechtigt?
    Professor Dr. med. Carsten Perka
    Generalsekretär der AE, Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Hüft- und Knieprothesen: Ziel ist lebenslange Haltbarkeit – Was Materialien, OP-Robotik, 3-D-Prothesen und weitere Innovationen heute dazu beitragen können
    Professor Dr. med. Karl-Dieter Heller
    Präsident der AE, Ärztlicher Direktor des Herzogin Elisabeth Hospitals Braunschweig, Chefarzt der Orthopädischen Klinik

Im ersten Themenblock werden ausführlich die konservativen Therapien bei Arthrose besprochen.
Im zweiten Themenblock geht es darum, dass Sport und Bewegung mit einer TEP ausdrücklich erwünscht sind.
Der dritte Themenblock beschäftigt sich mit der Problematik des Kostendrucks, ganz besonders auch bei den spezialisierten Endoprothetik-Zentren, teils zu Lasten der Qualität der Implantate und der Innovationen.

Allen drei Bereiche wurden zwar hier im Blog und auch auf unserer Mut zur neuen Hüfte! bereits thematisiert.
Aber es ist wesentlich authentischer, wenn man diese Informationen direkt von den medizinischen Fachleuten hört und sieht. Ich kann diese einstündige, wirklich kurzweilige PK, jedem Interessierten und/oder Betroffenen nur ans Herz legen.
Die Pressemappe mit den Wortbeiträgen kann hier direkt als PDF heruntergeladen werden.
Die Aufzeichnung der Online-PK gibt es hier. Allerdings ist dort eine Anmeldung mit Name und eMail-Adresse nötig, was aber nach Rücksprache mit der AE auch für ‚Nicht-Presseleute‘ durchaus erlaubt und gewünscht ist.

Kein Verschleiß von Gelenken durch strapaziöse Sportarten

Studie über zehn Jahre – Joggen und Aerobic lässt Kniegelenke nicht verschleißen
Ärztezeitung, 11.05.2020, von Dr. Elke Oberhofer

laufen

Quelle: Klicker / pixelio.de

Es wird oft kontrovers diskutiert, ob gelenkbelastende Sportarten wie Laufen (Joggen), Tennis oder auch Aerobic Gelenke früher verschleißen lassen. Diese Diskussion kommt auch regelmäßig bei künstlichen Gelenken auf, die aber nicht Gegenstand dieser Studie waren.

Die US-Forscher kommen darin vielleicht etwas überraschend zu dem Schluss (Zitat):

„Es sei ermutigend zu sehen, dass sich auch ältere Menschen mit hohem Arthroserisiko belasten könnten, ohne dass es langfristig zu nachweisbaren Gelenkabnutzungen komme.“

Den kompletten Artikel und den Aufbau der Studie mit fast 1200 Teilnehmern gibt es hier…

Alter und Revision-TEPs schützen vor Torheiten nicht

Mi, 5. Februar 2020 4 Kommentare

neromanSchon Anfang 2018 hatte ich vor meiner Revisons-OP den zarten Gedanken, vielleicht nach der OP, wenn genug Zeit verstrichen ist, zum 3. Mal am Neroman in Wiesbaden teilzunehmen. Hatte ich die Premiere doch ziemlich exakt ein Jahr nach meiner letzten Hüft-TEP Operation (rechts) im Jahr 2009. Diesen Gedanken hatte ich aber dann bereits am 26.4.2018 – einen Tag nach der Revision-OP – schnell ad acta gelegt. Beim betrachten des Röntgenbildes und dem Anblick der Metall-Konstruktionen in meinem linken Oberschenkel, schien die Idee verrückt und unrealistisch. Wer mein Revisions-Tagebuch verfolgt hat, weiß wie langwierig und schwierig die vollständige Genesung und der langsame Aufbau meiner körperlichen Fitness war. Es hat gut ein Jahr gedauert, bis ich ohne Walking-Stöcke völlig problemlos lange Strecken ohne ein gefühltes und sichtbares leichtes Einknicken auf der operierten Seite gehen konnte. Ab dieser Zeit habe ich dann wieder – sehr besonnen und ganz langsam – mit kurzen vorsichtigen Laufeinheiten begonnen. Innerhalb der letzten 12 Monate kamen somit durchschnittlich sehr moderate 5,5 Laufkilometer pro Woche, immer in langsamen Tempo und mit kurzen Schrittlängen, zusammen. Ich war einfach nur froh, mich wieder absolut schmerzfrei laufend in der Natur bewegt zu können. Ich ertappte mich allerdings das eine oder andere Mal dabei, dass ich mich erneut in den ersten Wochen dieses Jahres mit dem Gedanken Neroman in Wiesbaden beschäftigte. Am 23.01.2020 habe ich mich dann tatsächlich auch angemeldet und werde, wenn alles nach Plan läuft, auf den Tag genau zwei Jahre nach meiner Revisions-OP meinen 3. Neroman absolvieren. Ich werde aber nichts erzwingen und auf gar keinen Fall meine Laufumfänge erhöhen oder versuchen schnell(er) zu laufen. Das gelenkschonende Schwimm- und Radtraining werde ich natürlich etwas intensivieren.
Allerdings kämpfe ich, während ich diese Zeilen schreibe mit Schmerzen im ISG links, die bis in den Oberschenkel ziehen. Diese kamen aus heiterem Himmel und hatte ich tatsächlich noch nie in meinem ganzen Leben, trotz dreier Hüft-TEP OPs und dauerhafter sportlicher Betätigung.
Sollte ich das nicht zeitnah in den Griff bekommen, wird es schwierig mit meinem oben beschrieben Ziel.
Neben dieser kleinen sportlichen und ungeplanten ISG-Herausforderung, plane ich 2020 mein TEPFIT- und Endoprothesen-Netzwerk zu vergrößern und mit einem eigenen Podcast-Kanal für meine aktuellen Leser, neuen Zuhörer und hoffentlich vielen neuen Interessierten an den Start zu gehen. Neben unserem TEPFIT-YouTube-Kanal wird dies eine weitere Informations-Quelle für Betroffene sein, sich rund um Arthrose, Gelenk-Probleme, OP-Vermeidung, Tipps vor und nach einer OP und aktuellen Fragen, die mir täglich begegnen, bequem im Auto, auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport oder wo auch immer sonst, rein auditiv zu informieren. Das Intro so oder so ähnlich gibt es schon mal hier zum reinhören.

KnorpelKompetenzNetzwerk e.V.
kkn-logoVor gut eineinhalb Jahren wurde unter Federführung des GK-Bonn und deren Chefärzte Dr. Holger Haas und Dr. Jochen Müller-Stromberg der Verein KnorpelKompetenzNetzwerk e.V. gegründet, der sich als Bindeglied zwischen optimaler Behandlung und Patient versteht.

Dr. Müller-Stromberg führt dazu aus:

Im KnorpelKompetenzNetzwerk ist eine Gruppe von erfahrenen, besonders geschulten Ärzten und Therapeuten zusammengeführt, die untereinander abgestimmt agieren, eine optimierte Kommunikation führen und sich dabei dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis sowie den geltenden Leitlinien verpflichtet sehen.
Durch die enge Verzahnung der Mitglieder haben die Patienten kurzfristig Zugriff auf fundierte Beurteilungen ihrer Gesundheitssituation im Sinne einer Zweitmeinung.
Durch das Netzwerk erhält der Patient neben einer objektiven Beratung kurzfristig die notwendige, wissenschaftlich anerkannte Therapie, um die oft schwerwiegenden Folgen einer im Frühstadium verzögerten Therapie zu vermeiden.
Das Netzwerk steht offen für verschiedene Berufsgruppen, um alle notwendigen Kompetenzen zu bündeln. Neben Orthopäden und Unfallchirurgen sollen weitere Ärzte mit spezieller Qualifikation einbezogen werden. Dabei muss auch eine ernährungs- und sportmedizinische Beratung erfolgen. Mit der Einbindung von Physiotherapeuten und Sportmedizinern wird der zentrale Aspekt einer gezielten körperlichen Aktivität für die Behandlung und Prävention von Erkrankungen des Gelenkknorpels betont.
Die Beratung und Behandlung eines Patienten mit Knorpelschaden bzw. beginnender Arthrose ist trotz aller vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse stets individuell auf diesen Patienten abzustimmen.

Die Satzung des Vereines kann hier heruntergeladen werden.
Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden. Mit einem schriftlichen Antrag an den Vorstand können auch Nicht-Mediziner Mitglied werden. Diese Chance habe ich wahrgenommen und bin hocherfreut, dass meine Mitgliedschaft ab 1. Februar 2020 bestätigt wurde. Ich werde versuchen, im Rahmen meiner „nichtmedizinischen“ Möglichkeiten und aus Sicht der Betroffenen, aktiv mitzuwirken und auch die eine oder andere Spende zu akquirieren. Ausführliche Informationen gibt es auf der Vereins-Webseite.
Ich finde diese Initiative ganz hervorragend. Bietet sie doch aus meiner Sicht Möglichkeiten, Kompetenzen zur Erforschung der Knorpelzüchtung und Knorpelregeneration zu bündeln, um in absehbarer Zeit hier neue Behandlungsmöglichkeiten für Arthrose-Betroffene zu schaffen und bereits heute, den oft vernachlässigten Ansatz einer ganzheitlichen Therapie anzubieten.