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Archive for the ‘Arthroskopie’ Category

Ostervorsätze und ein Spezialisten-Interview zur Knie-Spiegelung

Laufen im Regen

Den Vorsatz, in meinem knapp zehntägigen Osterurlaub jeden Tag im Freien und bei frühlingshaften Temperaturen Sport zu treiben (Wandern, Laufen, Biken), hatte ich ganz fest gefasst! Voll motiviert haben ich direkt am ersten Tag bei schönem Wetter mit meiner lieben Frau eine schnelle 10 km Walking-Runde absolviert.

Laufen im Schnee

Allerdings wollte uns der Wettergott ab Ostersonntag einen Strich durch die Rechnung machen: Beginnend mit Dauerregen, der dann ab Ostermontag in dreitägigen Dauerschnee überging. Kurz überlegend, ob ich Sportprogramm gegen Couch und Ostereier eintauschen sollte, habe ich mich dann doch für ersteres entschieden. Also, Regenklamotten an und raus! Hielt sich der Spaßfaktor da noch in Grenzen, so folgten anschließend dann drei echte Wintertage und das Ende April. Auch wenn der Schnee dabei immer noch von oben kam, macht Laufen im Schnee deutlich mehr Spaß! Noch viel mehr Spaß machen Outdoor-Aktivitäten natürlich bei Traumwetter.
Warum ich Euch das hier alles mitteile?

Laufen bei Traumwetter

Wenn mich sich sportliche, egal ob kleine oder ganz große Ziele setzt, sollte man versuchen daran festzuhalten und nicht vor den Launen des Wetters kapitulieren. Das gilt für jede Art der Bewegung in der Natur. Bis heute stehen somit knapp 25 Laufkilometer auf dem Tacho und zwei Tage bleiben ja noch. Da es sogar schon ganz leicht nach Sonne aussieht, kann ich vielleicht doch noch mein MTB aus der Garage holen. Warten wir es ab!

Nun zu einem ganz anderen Thema
Aktuell wird in unserer Facebook-Gruppe TEPFIT verstärkt über Sinn oder Unsinn von Arthroskopien rege diskutiert. An anderer Stelle in diesem Blog habe ich bereits ausführlich zur Hüftarthroskopie Stellung bezogen. Diese ist weit komplizierter als eine Knie-Spiegelung – das hat mit der Tiefe und Festigkeit des Gelenkes zu tun – und erzielt seltener die gewünschten Ergebnisse. Knie-Spiegelungen werden dagegen oft als kleine Eingriffe verharmlost, obwohl diese ebenfalls komplex sind und nur von absoluten Spezialisten nach entsprechender Indikation vorgenommen werden sollten.

Im aktuellen Interview nimmt Dr. Christian Hoser vom Gelenkpunkt in Innsbruck zu diesem Thema Stellung. Geführt hat das Interview die Österreicherin Barbara Egger, die ebenfalls einen Blog, sowie eine Facebook-Gruppe zum Thema Arthrose betreibt. Da das Interview ursprünglich als Facebook-Livevideo geführt wurde, ist die Bildqualität nicht gerade bestechend. Wichtig ist aber auch eher das gesprochene Wort.

Tod eines Fachmagazins und bald 1000 TEPFITte

Es ist wirklich schade. Das, wie ich finde, herausragende Fachmagazin MedicalSportsNetwork, dass man u.a. aus sportärztlichen Praxen, vom Physiotherapeuten und aus Reha-Kliniken kennt, wurde offensichtlich eingestellt. Besonders traurig ist es aus meiner Sicht, dass neben dem Printmagazin auch der gesamte Online-Content nicht mehr zur Verfügung steht und die Web-Seite gelöscht wurde. Hat sich das Magazin doch durch hochkarätige Beiträge von anerkannten Medizinern, Wissenschaftlern, Physiotherapeuten und auch Betroffenen zu Erkrankungen und Verletzungen, die sportliche Betätigung zunächst unmöglich machen, hervorgetan. Die Schwerpunkte lagen dabei neben der schnellen Regeneration auf vielen neuen, wissenschaftlich untermauerten, Methoden, die vor allen Dingen Spitzensportler in atemberaubender Zeit auch nach schweren Verletzungen wieder sportfähig machen können. Davon profitiert natürlich auch der Breitensportler. Das Thema Sport mit künstlichen Gelenken wurde ebenfalls in mehreren Ausgaben ausführlich behandelt. Auf zwei dieser Beiträge möchte ich hier gerne nochmals verweisen, da uns diese auf Grund unserer eigenen Beteiligung als PDF-Datei vorliegen.
Zum einen: Sport mit künstlichen Hüftgelenk von Simon Hendrich, Dr. med. Johannes Pauser, MHBA und PD Dr. med. M. Brem, MHBA, Ausgabe 4/2013.
und zum anderen : Mut zur neuen Hüfte von Peter Herrchen, Ausgabe 1/2013.
Weitere sehr interessante und thematisch passende Artikel (insgesamt sieben), auf die ich in meinem Blog teilweise verlinkt hatte, sind nun nicht mehr verfügbar.
Eine Anfrage bei den für die Zeitschrift zuständigen Maketing & Salesmanagern der succidia AG, die dort zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch als Verantwortliche für die MedicalSportsNetwork genannt sind, blieb leider unbeantwortet. Was also den Ausschlag für den Magazintod gegeben hat, ist mir somit nich bekannt.

Weitaus erfreulicher hingegen ist, dass unsere geschlossene Facebook-Gruppe ‚TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‚ ganz kurz vor der 1000-Mitglieder-Schallmauer steht. Es werden in dieser Gruppe täglich dutzende von Artikel, Fragen und Anregungen gepostet und diskutiert. Man hilft sich gegenseitig, spricht sich Mut zu, gibt sich Tipps, verlinkt Fachartikel und TV-Beiträge oder weint sich, wenn einem danach ist, auch einfach mal aus. Und damit das nicht alles nur in einem virtuellen Raum geschieht, findet ziemlich genau 20 Monate nach Gründung dieser Gruppe, ein reales TEPFIT-Meeting vom 18.11.2016 – 20.11.2016 in Erding bei München statt. Für Kurzentschlossene gibt es noch einige Restplätze, eine Anmeldung ist noch bis zum 21.10.2016, je nach Verfügbarkeit, möglich. Die Anmeldeunterlagen gibt es hier!
Das Programm besteht neben dem ‚Kennenlernabend‘ am Freitag aus vier hochkarätigen Work-Shops und Vorträgen am Folgetag, bei dem auch die Bewegung nicht zu kurz kommt.

Dem November-Blues 2016 ein Schnippchen schlagen

Die olympischen Spiele gehen gerade zu Ende und mit diesen auch so ganz langsam der deutsche Sommer, der dieses Jahr wieder mal kein richtiger war. Also Zeit, etwas für die eher ungemütliche Jahreszeit zu planen, bevor dann auch wie jedes Jahr ganz plötzlich Weihnachten ist. Um aber den November-Blues gar nicht erst aufkommen zu lassen, findet genau in dieser Zeit, 18.11. – 20.11.2016, das erste TEPFIT-Treffen in Erding bei München im schönen Schloß Aufhausen statt. Ins Leben gerufen wurde es, um die weit über 900 Mitglieder der geschlossenen Facebook-Gruppe ‚TEPFIT Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‚ aus dem ‚virtuellen‘ Raum in einen ‚realen‘ zu transportieren. Aber selbstverständlich ist diese Veranstaltung auch für die treuen Leser meines Blogs zugänglich.

Das Programm richtet sich an alle, die eine Endoprothese bereits ihr Eigen nennen oder irgendwann davor stehen. Der Fokus liegt auf Bewegung und Fitness mit künstlichen Gelenken, mit praktischen Übungen und theoretisch untermauerten Beiträgen von namhaften Referenten. Dabei werden natürlich die individuellen Möglichkeiten der Teilnehmer berücksichtigt, damit auch die (noch) nicht so ganz Fitten voll auf ihre Kosten kommen. Auch Spaß und Geselligkeit sollen keinesfalls zu kurz kommen. So starten wir am Anreisetag abends mit der Besichtigung der Erdinger Weißbierbrauerei mit anschließender zünftiger bayerischen Brotzeit und Zeit zum Kennenlernen und erstem Meinungsaustausch.

Am Samstag, dem Hauptprogramm-Tag, wird dann z.B.: Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der renommierten endogap – Klinik für Gelenkersatz, ebenso von der Partie sein, wie Dr. Georg Kaupe (Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin), der als Erfinder des Cross-Shaping diese neue gelenkschonende Ausdauer-Sportart vorstellen wird.
Dr. Christian Fulghum wird in seinem Vortrag unter anderen die Themen Wechsel-OP, TEP-Material, OP-Zugangswege und Sinn und Unsinn von Arthroskopien behandeln. Im Anschluss wird es eine ausführliche Frage- und Diskussionsrunde geben.
Daneben werden die Teilnehmer das Faszien-Training, dass inzwischen und aller Munde ist, ebenso kennenlernen, wie die etwas unbekanntere aber sehr effiziente Alexandertechnik.
Das komplette Programm finden Sie hier. Eine Anmeldung ist noch bis Mitte September möglich. Einfach das Anmeldeformular herunterladen, komplett ausfüllen und unterzeichnen. Das Ganze dann entweder als eingescanntes Dokument an diese eMail-Adresse senden oder an die im Anmeldeformular angegebene Faxnummer faxen. Eine Übermittlung mit der guten alten Post ist natürlich auch möglich.

Vergesst den November-Blues und kommt nach Erding!

TEPFIT-Jubiläum, die Wandlung einer Facebook-Verweigerin und Behandlungsfehler 2015

TEPFIT feiert Geburtstag 
Genau heute vor einem Jahr wurde unsere TEPFIT-Gruppe von Ulrike Steyer und mir gegründet, Therese Schreiber aus der Schweiz, die auf Grund ihrer über 10 Hüft-OPs wirklich einen sehr reichen Erfahrungsschatz besitzt, hat glücklicherweise aus unserem Duo ein sehr gut funktionierendes Triumvirat gemacht. Seit Gründung wächst unsere Gruppe konstant um 50 Mitglieder pro Monat. Dies ist bei aller Freude zugleich auch eine große Verantwortung für die Administratoren, durch maßvolle Moderation, weiterhin faire, sachliche, interessante und spannende Beiträge zu erhalten. Noch im März wird vermutlich die 600 Mitglieder-Marke erreicht. Dieses Netzwerk aus Betroffenen, Ärzten, Physiotherapeuten und weiteren Fachleuten aus den Bereichen Ernährung und Sport macht es möglich, auf kurzem Weg Hilfen zu geben, Fragen zu beantworten und Informationen rund um das Themengebiet Hüft- und Kniegelenk zu erhalten.

Von einer Facebook-Verweigerin zum Facebook-Junkie
Nein ganz so schlimm ist es hoffentlich (noch) nicht. Aber meine liebe Autorin Heidi Rauch, die mit mir zusammen unsere beiden Bücher ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mut zum neuen Knie!‘ verfasst hat, hat sich über Jahre standhaft geweigert, an der ‚ach so bösen‘ Facebook-Gemeinde teilzuhaben. An einem Montag im März, es war der 7.3.2016, hat sie sich dazu entschieden, dies zu ändern. Was ihre Wandlung herbeigeführt hat, bleibt ihr Geheimnis. Aber wenn sie etwas anfängt, dann mit Vollgas. Bereits nach zwei Tagen hatte sie 135 Facebook-Freunde, aktuell sind es schon 202. Ich freue mich persönlich sehr darüber, denn so kann Sie jetzt auch in unserem TEPFIT-Netzwerk und auf den beiden Facebook-Seiten (Mut zur neuen Hüfte und Endoprothese und Sport) allen mit ihrem reichen Erfahrungsschatz mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Behandlungsfehler 2015
Nun zu einem etwas ernsterem und nicht ganz so erfreulichem Thema: Auch wenn laut dem nachfolgenden Bericht der Ärztezeitung die Zahl der aktenkundlich gewordenen über 2000 Behandlungsfehler ganz leicht gegenüber den Vorjahren gesunken ist, so macht der große Anteil der Fehler gerade im orthopädischen und chirurgischen Bereich etwas nachdenklich. Immerhin 100 Patienten kamen dadurch zu Tode und etwa ein viertel haben bleibende Schäden davongetragen. Der Orthopäde Dr. Georg Kaupe hat dazu in unserer TEPFIT-Gruppe folgendes geschrieben: „Die Qualität der ärztlichen Leistung in Deutschland und der Schweiz ist weltweit führend! In jedem Bereich werden Fehler gemacht – allerdings ist die Zahl der unberechtigten Klagen sehr hoch! Bis ein Arzt in Deutschland operieren darf, sind wie kaum irgendwo erhebliche Kriterien zu erfüllen“ und weiter „Ich habe heute als Patient weit im Vorfeld alle Möglichkeiten der Information und werde über alle möglichen Folgen aufgeklärt. Unabhängige Gutachterkommissionen können sehr schnell begründete Behandlungsfehler aufdecken. Schlimm und teuer kann es aber auch für den Patienten werden, wenn Juristen ihn durch eine Prozess-und Kostenlawiene treiben.“ und abschließend „Deswegen ist es gut, dass es inzwischen Qualitätssicherung und Register gibt. Somit gehört auch die Arthroskopie nur in professionelle Zentren.“
Ich stimme seiner Aussage zu, da man sich im Vorfeld tatsächlich bestens informieren kann, wenngleich dies zeitaufwendig ist, eine gewisse Hartnäckigkeit erfordert und die Aneignung medizinischer Begriffe notwendig macht. Dies garantiert zwar keine komplikationslose ärztliche Versorgung, kann aber das Risiko sinnloser Behandlungen minimieren. Auch Dr. Kaupes Hinweis zum Thema Arthroskopie kann ich nur unterstreichen. In unserer TEPFIT Gruppe gibt es eine recht große Anzahl von Betroffenen, denen unsinnige Arthroskopien ‚aufgeschwätzt‘ wurden, oft mit erheblich größeren Problemen nach dem Eingriff als vorher. Insgesamt ist Deutschland auf einem guten Wege, durch Qualitätssicherungen und unabhängige Stellen, schwarze Schafe zu identifizieren. Gleichzeitig nimmt die Zahl der sich auf wenige Behandlungsfelder spezialisierten medizinischen Zentren zu. Beides ist gut für den Patienten.

Eine Arthroskopie ist kein Kindergeburtstag

Sa, 13. Februar 2016 2 Kommentare

Vor einigen Tagen habe ich einen verzweifelten Anruf einer Leserin unseres Buches ‚Mut zur neuen Hüfte!‚ erhalten, da man Ihr jetzt mit erst 58 Jahren zu einer Hüft-TEP geraten hat. Ihre Ausgangslage stellte sich wie folgt dar: Sie hatte seit einiger Zeit zunehmende Beschwerden in der Hüfte, die aber noch nicht wirklich sehr groß waren und sie auch in ihrer Beweglichkeit nicht massiv eingeschränkt haben. Mit einer Freundin, die ebenfalls leichte Hüft-Beschwerden hatte, ging sie zu einem Vortrag eines Spezialisten über Hüftgelenke, Hüftgelenksarthrose und deren Behandlungsmöglichkeiten. Dieser Arzt pries die Hüft-Arthroskopie als perfekte Möglichkeit an, die Probleme wegzuzaubern. Meine erste spontane Frage war: „Das haben Sie doch hoffentlich nicht machen lassen, oder?“ Doch, sie hatte und ihre Freundin gleich mit. Mit dem Ergebnis, dass Beide seitdem kaum noch laufen können und unter extremen Schmerzen leiden.
Somit scheint jetzt tatsächlich der Einsatz eines künstlichen Gelenkes die einzige Möglichkeit zu sein, der Leserin und ihrer Freundin zu helfen.
Problematisch ist dabei aus meiner Sicht, dass Arthroskopie für den Laien so niedlich klingt und leider von einigen Ärzten auch so vermittelt wird. Da schaut man ja bloß mit einem kleinen Endoskop in das Gelenk und kann dann ggf. den Knorpel glätten oder was da sonst noch so störendes herumliegt oder gewachsen ist, einfach abtragen. Das alles praktisch fast ambulant und nach ein paar Tagen ist alles vergessen. Dies ist leider keineswegs so. Eine Arthroskopie der Hüfte ist ein komplexer chirurgischer Eingriff, bei dem zudem das Gelenk distrahiert werden muss, um es überhaupt arthroskopisch behandeln zu können. Dies geschieht mit einem speziellen Extensionstisch, auf dem der Patient gelagert wird. Es ist zudem eine sehr genaue und intensive Diagnose notwendig, um die Indikation für eine Hüftarthroskopie abzusichern. Bei fortgeschrittener Arthrose ist eine Gelenkspiegelung z.B. absoluter Unsinn. Bei einem Impingement-Syndrom dagegen, kann eine fachmännisch ausgeführte Arthroskopie tatsächlich helfen. Und wie bei allen Operationen, sollte man diese nur von wirklich anerkannten Spezialisten durchführen lassen. Im Gegensatz zu früher ist es heute wirklich einfach, sich umfassend zu informieren: Internetseiten der Krankenkassen, Blogs und Webseiten wie diese, Erfahrungs-Gruppen in Facebook oder die Weisse Liste, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Mein dringender Appell an alle Betroffenen: Stimmen Sie einer Arthroskopie nur zu, wenn Ihnen der Arzt plausibel erklärt hat, wieso diese sinnvoll ist. Holen Sie unbedingt eine Zweitmeinung ein und informieren Sie vorher sich umfassend. Gehen Sie zudem nur zu absoluten Spezialisten auf diesem Gebiet. Ihr Gelenk wird es Ihnen danken.

Nachfolgender Link mit einem Video der Gelenk-Klinik in englischer Sprache vermittelt einen ganz guten Eindruck von der Komplexität des Eingriffes.