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Archive for the ‘Gelenkersatz’ Category

Wieder in Freiheit – Pflegefall oder Start der Aufbauphase

Mi, 30. Mai 2018 3 Kommentare

Kapitel 4 – Zuhause in der gewohnten und schönen Tegernsee-Umgebung kann die Aufbauphase ganz langsam beginnen, oft ist man allerdings noch ein Pflegefall

Die gut einstündige Fahrt von Garmisch nach Rottach-Egern war absolut problemlos. Ein- und Aussteigen ging allerdings noch sehr langsam. Dazu hat direkt nach Ankunft der Besuch des Hausarztes (1. Stock mit Wendeltreppe) noch etwas geschlaucht.
Es gab zwar einen Treppenlift, aber natürlich nicht für mich!

Ab 20. Post-OP Tag täglicher Stick-Walk zwischen 1,3 und 2,0 km

Zuhause angekommen, war dann erst mal Ausruhen angesagt. Und natürlich ist im eigenen Heim nichts behindertengerecht: Wohnen auf zwei Ebenen, tiefes Bett, tiefe Toilette, tiefe Sessel, tiefe Couch und tiefes Chaiselongue in Wohnzimmer. Aufgrund genereller körperlicher Fitness und kräftigem Oberkörper ist das aber alles zu bewältigen, wenn auch (sehr) langsam. Auf Hilfsmittel wie Keilkissen, Toilettensitzerhöhung oder Ähnliches habe ich, wie schon bei den letzten OPs, extra verzichtet. Etwas Training muss schon sein.
Eines ist aber auch ganz klar: Ohne Vollbelastung und immer auf zwei Gehhilfen angewiesen ist man zu Hause eigentlich ein Pflegefall. Lässt sich die Körperpflege noch ganz alleine bewältigen benötigt man für alles, was man von A nach B transportieren möchte und nicht in einen Rucksack passt, immer eine helfende Hand. Zum Glück habe ich diesen Luxus in Form meiner Liebsten!

Die folgenden Wochen sind geprägt von täglichen Fortschritten in punkto Beweglichkeit, körperlichem Wohlbefinden und erhöhter Leistungsfähigkeit nicht jedoch ohne, dass auch mich das eine oder andere Tief ereilt.

So ein Tief stellte sich bei mir am 11. Post-OP-Tag (zwei Tage nach der Krankenhaus-Entlassung) ein. Morgens trotz gutem Schlaf schon einigermaßen schlapp, falle ich nach dem Mittagessen direkt in den Tiefschlaf für zwei Stunden, um mich sofort nach dem Aufwachen zu übergeben. In der Folge hatte ich dann einen viel zu hohen Ruhepuls von 100 Schlägen pro Minute über einige Stunden. Da logischerweise Sonntag war – wann sonst gibt es solche Zwischenfälle, wenn nicht Sonntags oder Nachts – hatten meine Frau und ich beschlossen, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) anzurufen. Dies hat sehr gut funktioniert. Ca. 1,5 Std. nach dem Anruf war der diensthabende Arzt da. Dass er Facharzt für Gynäkologie war, störte mich nicht wirklich. Er hat alle Vitalfunktionen gründlich untersucht und konnte danach unsere Angst vor einer Embolie zerstreuen. Nicht ohne uns den Rat zu geben, am Montag nochmal in die Arztpraxis zu gehen, um Blutwerte abnehmen, sowie ein EGK schreiben zu lassen. Nebenbei haben wir ausführlich über meine ‚Mutmach‘-Bücher geplaudert und ich habe ihm natürlich beide zum Dank überreicht! Wenn alle Ärzte des Bereitschaftsdienstes so freundlich, gründlich und entspannt sind, wird es Zeit, dass diese Telefonnummer mehr und mehr den Vorzug vor dem Notarzt oder den Krankenhausnotdiensten erhält, so lange keine Lebensgefahr besteht!
Die Ergebnisse am Folgetag waren alle zufriedenstellend (Entzündungswerte sinkend, HB-Wert steigend, EGK absolut unauffällig, Puls und Blutdruck ok). Was diesen kleinen Rückfall verursacht hat: man weiß es nicht. Vermutlich ist das die normale Trauma-Bewältigung des Körpers, so meine eigene, nicht medizinische, Schlussfolgerung.

endofit Physiopass der endogap – Klinik für Gelenkersatz

Dies war aber bisher zum Glück das einzige erwähnenswerte Tief, wobei ich Tage mit etwas mehr Müdigkeit als üblich nicht dazuzähle.

So kam ich inzwischen täglich auf bis zu 1000 Schritte, war einige Male in einem Restaurant, verbunden mit längerem Sitzen, hatte Physiotherapie, bekam ein Teil der Fäden gezogen und gehe mit Erlaubnis meines Operateurs seit dem 20. Post-OP-Tag täglich bis zu 2 km mit dem ‚geliebten‘ Dreipunkt-Gang zu Fuß. Dr. Schipp hat mir außerdem erlaubt, mit beiden Beinen gleichbelastend ohne Gehhilfen zu stehen. Das hilft und ist z.B. sehr angenehm bei Zähneputzen und Rasieren.
Apropos Physiotherapie: Julia, meine Physiotherapeutin, war  extrem angetan davon, dass mir die endogap einen ‚Physiopass‘ ausgestellt hat. Lt. ihrer Aussage hat sie das  noch von keiner anderen Klinik gesehen. In dem Pass stehen alle relevanten Informationen zur meiner OP, zum Entlassungs-Status mit einem kleinen Röntgenbild und Empfehlungen zur Weiterbehandlung. Einfach vorbildlich.
Die nächsten Tage geht es stetig bergauf und ich werde täglich etwas belastbarer, wenngleich ich bestimmt immer noch 4-5 Stunden täglich meine Beine hochlege.

Seit Pfingstmontag habe ich die Schmerzmittel komplett abgesetzt und merke zum Glück keinen Unterschied. Im Gegenteil, subjektiv fühlt sich das operierte Bein immer stabiler an und ist absolut schmerzfrei.

TIPP: Aufpassen wenn die Gummifüsse der Gehhilfen mal durch nasse Wege feucht geworden sind. Unbedingt vor dem Gehen auf glatten Boden, z.B.: Fliesen, die Gummifüsse trocknen. Ich hätte mich fast beim Abstützen auf die rechte Gehhilfe komplett hingelegt, da diese um ca. 30-40 cm nach vorne gerutscht ist. Das wäre sicherlich alles andere als optimal gewesen.

Bei dem zweiten Physiotherapie-Termin in der Praxis Physiotherapie am See, hat meine Therapeutin meine Muskel am Oberschenkel des operierten Beinen fast eine Stunde gelockert und mir anschließend noch Übungen für zu Hause gezeigt. Hauptsächlich für die Hüftstreckung und eine stabile Mitte, als Voraussetzung der Hüftbeweglichkeit.
Auf den Nachhauseweg, übrigens zum ersten Mal seit vier Wochen mit dem Auto selbst fahrend (Automatik), fühlte sich das linke Bein an, als hätte es nie eine Revision-Prothese gesehen. Eine wirklich sehr empfehlenswerte Physio-Praxis – und ich kenne einige.
Apropos selbst fahren: Bei Fahrzeugen mit Automatik liegt das linke Bein (in meinem Fall das operierte) ja wirklich nur ‚blöd‘ herum und stellt somit kein Problem dar. Die größere Herausforderung war, in den flachen Roadster einzusteigen.
Alle Fäden meiner ‚Monster‘-Narbe sind inzwischen auch gezogen und ich traue mich zumindest zu Hause auch mal nur mit einer Gehhilfe zu gehen, damit ich das eine oder andere ohne fremde Hilfe erledigen, bzw. tragen kann.

Was sonst noch so war:
Die Genesungs-Zeit gleitet dahin und ich bin weiter in meinen neuen Trendsportart ‚Crutch Walking‘ aktiv.
in den letzten 2 Wochen fast 30 km im Dreipunkt-Gang mit Gehhilfen zurück gelegt, ‚Crutch-Walking‘ eben. (Siehe nachfolgendes Video)

Weiterhin genieße ich regelmäßige Physiotherapie-Termine mit Lockerungen, Faszienbehandlung und Kräftigungs-Übungen für den Gluteau Maximus.
In den letzten Tagen, exakt heute ist meine OP fünf Wochen her, passiert es mir auch gelegentlich, dass ich aus Versehen zu Hause schon mal 2-3 Schritte ohne Gehhilfen zurücklege. Da sich alles schon so stabil, absolut schmerzfrei und belastbar anfühlt, vergesse ich schlicht für einen Augenblick meine Gehhilfen. Meine große und lange Narbe sieht sehr gut aus und fühlt sich inzwischen auch schon richtig glatt an. Vielleicht liegt es an der täglichen Silikon-Narbenpflege.
Jetzt warte ich nur noch darauf, dass ich hoffentlich spätestens in der nächsten Woche die Genehmigung der Deutschen Rentenversicherung für meine stationäre Reha erhalte und ich auch den Wunschtermin ab 12.6.2018 bestätigt bekomme. Dann könnte es, die Vollbelastungsfreigabe am 11.6.2018 in der endogap vorausgesetzt, endlich los gehen mit dem Ausdauerwettkampf und Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit! Ich kann es kaum erwarten.

Prehabilitation: Das richtige Training vor dem Eingriff

Für die Operation fit werden
Prehabilitation: Das richtige Training vor dem Eingriff
Von uns wird schon lange propagiert, möglichst fit in eine notwendige OP zu gehen. Auch in unseren Büchern ‚Mut zur neuen Hüfte!!‚ und ‚Mut zum neuen Knie!‚ weisen wir eindringlich darauf hin!
SWR-Wissen greift genau dieses Thema auf, auch mit einem Info-Video- und -Audio!
(SWR2 Impuls. Von Dorothea Brummerloh. Online: Anja Braun & Ralf Kölbel. Stand: 14.5.2018)

Operationen schlauchen den Körper – die Bettruhe danach schwächt die Muskeln. Um dem vorzubeugen, gibt es die Prehabilitation: Fitness-Training vor dem Eingriff – eine konsequente Weiterentwicklung der Rehabilitation.
Aktive Patienten verkraften die Nebenwirkungen einer Operation besser. Das ist bei Eingriffen wegen Brust-, Darm- und Prostatakrebs sowie Leukämie schon belegt. Die vorbeugende Bewegung fördert die Genesung. Doch auch große orthopädische Operationen wie ein Hüftgelenksersatz schlauchen den Körper. Prehabilitation soll das verhindern…. mehr

Revolutionäre OP-Methode – TROPS und H-HIMIS stehen in den Startlöchern

So, 1. April 2018 1 Kommentar

H-HIMIS – Home interior miminimal invasive Surgery 01.04.2018 by Peter Herrchen

Wie das SMSJ (Scientific Medical Surgery Journal) in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, ist in der USA ein ganz neues Verfahren zur Implantation von Hüft-TEPs entwickelt worden, welches sowohl dem starken Kostendruck der Gesundheitssysteme als auch dem Wohle des Patienten in besonderem Maße Rechnung trägt.

Bilder wie hier in der endogap – Garmisch-Partenkirchen gehören Dank TROPS wohl bald der Vergangenheit an

Unter den Namen H-HIMIS – home interior minimal invasive surgery, (übersetzt: mininmal invasive Operation in heimischer Umgebung, ‚H‘ steht dabei für hip, englisch für Hüfte) können zukünftig in Erweiterung der inzwischen stark verbreiteten fachärztlichen Online-Diagnose und -Beratung im Internet, künstliche Gelenke per Live-Zuschaltung der entsprechend gebuchten Operateure ganz einfach im heimischen Wohn- oder Schlafzimmer erfolgen. Ein spezielles transportables Roboter-OPSystem – kurz TROPS genannt, dass nur zu Hause mit dem Internet verbunden werden muss, genügt. Nach vorheriger Termin-Vereinbarung mit dem Operateur, liefern die Krankenkassen TROPS mit dem passenden Implantat termingerecht frei Haus. Während Privatpatienten mit einer Prime-Lieferung innerhalb von 24 Stunden rechnen können, müssen gesetzlich Versicherte derzeit noch bis zu einem Jahr warten. „Sollte sich TROPS allerdings flächendeckend durchsetzen, könnten sich auch für diese Versichertengruppe die Wartezeiten deutlich reduzieren“, so der Gesundheitsminister Jens Spahn auf Nachfrage der Endoprothese und Sport Redaktion.
Das simple TROPS-Setup ermöglicht auch den technisch weniger begabten Patienten, Familienangehörigen oder Freunden, das System einfach mit dem Internet zu verbinden und eine direkte Kommunikation mit dem Operateur aufzubauen. Eine Integration von Alexa und Siri ist bereits in Vorbereitung, Cortana soll dann später folgen.
Steht die Online-Verbindung und der Patient hat es sich auf dem heimischen Sofa oder Bett bequem gemacht, kann es auch schon los gehen. Erste OP-Versuche waren bereits sehr vielversprechend.

Null Infektionsrisiko durch Krankenhauskeimen
Die Vorteile liegen auf der Hand:
Null Infektionsrisiko durch die gefährlichen Krankenhauskeime, signifikante Reduzierung der Anzahl der OP-Räume und des zugehörigen OP- und Pflege-Personals, keine OP Teams mehr notwendig und massive Betten-Einsparungen in den Kliniken, um nur einige der Vorteile zu nennen.
Dazu kommt natürlich das Wohlfühlambiente des Patienten als einer der größten Pluspunkte. Statt in Zwei- oder Dreibettzimmern in fremden Betten zu liegen, kann der Patient direkt nach der OP entspannt in seiner gewohnten Umgebung verbleiben und damit auch die teilweise schlechte Krankenhausverpflegung umgehen. Durch die in TROPS ebenfalls integrierte Online-Hilfe erlernen die Angehörigen schnell und effizient die ersten Handgriffe nach den OP. In Notfällen kann durch Drücken eines Emergency Buttons auch mit einem Facharzt sehr zügig Kontakt aufgenommen werden. Dieser Button ist allerdings nur bei privat versicherten Patienten standardmäßig aktiviert. Kassenpatienten können diese Leistung aber im Vorfeld, ähnlich wie heute bereits die IGeL-Leistungen, dazu buchen.

Wann genau TROPS in Deutschland verfügbar sein wird, konnte und der Erfinder Prof. Dr. Dr. med. Maximilian Templateman auf Nachfrage noch nicht mitteilen. Es gäbe lt. seiner Aussage auch noch einige Herausforderungen zu meistern. Bei den ersten Test-OPs hat das Zusatzmodul AA (anesthesia automation) nicht immer zuverlässig funktioniert. Erste Bug-Fixes werden hierzu bereits im Mai 2018 erwartet.

Eine Milliarde Einsparung jährlich
Nach ersten Berechnungen des Gesundheitsministeriums, könnte bei einer Kostenreduzierung von ca. 5000,00 EUR pro OP und derzeit ca. 200.000 Hüft-OPs jährlich, eine Milliarde pro Jahr eingespart werden.
Und das ist erst der Anfang:
Für 2019 und 2020 sind bereits die Module K-HIMIS und S-HMIS angekündigt. ‚K‘ und ‚S‘ stehen dabei für das englische knee and shoulder, nicht zu verwechseln mit head and shoulders!

OP-Säle werden überflüssig
„In 10 – 15 Jahren wird jeder OP-Saal weltweit überflüssig sein“, so der sehr optimistische Prof. Dr. Dr. med. Templateman. Er geht davon aus, dass TROPS bis dahin für jegliche Art von Operationen problemlos eingesetzt werden kann.

Die Wahrheit über Arthrose – Bewegung, Ernährung und alternative Heilmethoden

Fr, 30. März 2018 1 Kommentar

Die letzten Tage gab es gehäuft Berichte, Artikel und TV-Sendungen zum Thema Arthrose, Gelenkersatz, sowie zu Sport und Bewegung mit künstlichen Gelenken oder Arthrose. Ich nehme dies zum Anlass, mal einige Aspekte, die vermutlich alle irgendwie teilweise bekannt sind, zusammenzufassen.

Die Wahrheit über Arthrose
Die TV-Sendung, die noch bis März 2019 in der Mediathek zu sehen ist, hat sich bemüht, viele Facetten der Arthrose und deren Behandlung zu beleuchten, sowie dem Grund auf die Spur zu gehen, warum einige bereits früh von Arthrose geplagt sind und andere erst im hohen Alter oder sogar komplett davon verschont bleiben. Um mögliche Gründe dafür zu finden, wurden in aufwendigen Bewegungsstudien mit implantierter Technik Messungen durchgeführt, welche Belastungen bei normalen Bewegungen auf den Gelenken wirken. Dabei war für mich etwas verblüffend, dass z.B.: beim Gehen bei einigen Probanden das zweifache Körpergewicht auf den Gelenken lastet und bei anderen das dreifache. Als Gründe wurden muskuläre Dysbalancen und angewöhnte Fehlhaltungen genannt. Diese können z.B. durch eine Ganganalyse und Gangschule, sowie mit gezieltem Muskeltraining eliminiert werden.
Wenn die Arthrose bereits nachgewiesen werden kann und Schmerzen verursachen, gibt es wiederum einen ganzen Strauß von Maßnahmen, mit denen die Arthrose zwar nicht geheilt werden kann, aber die daraus resultierenden Einschränkungen und Beschwerden durchaus massiv gelindert werden können. In dem Beitrag wurde von der Ernährung über alternative Heilmethoden (Blutegel, Ayurveda) bis hin zur Hyaluron-Spritze und Kernspinresonanz-Therapie (MBST) auf einiges eingegangen. Und ja, auch mein ‚Lieblingsheiler‘ Liebscher & Bracht wurde erwähnt, bei dem mich ja weniger seine Behandlungsmethoden stören – sind diese doch auch nur ein Mix aus bewährten und bekannten Heilmethoden – sondern seine aggressive mit Unwahrheiten und falsche Erwartungen weckende Werbung für sich und seine Methoden, die zudem noch die gesamte Schulmedizin verunglimpfen.
Alle in dem TV-Beitrag erwähnten Optionen haben nur das eine Ziel, nämlich eine OP als ultima ratio so lange zu vermeiden wie irgend möglich.
Jeder muss hier für sich selbst den goldenen Weg finden. Etwas erschwert wird dies allerdings leider dadurch, dass praktisch alle genannten Optionen nicht von der Kasse bezahlt werden und damit nicht für jeden erschwinglich sind. Hier ist ein Umdenken der Krankenkassen und in unserem Gesundheitssystem dringend notwendig. Aber auch jeder einzelne sollte sich fragen, ob er den einen oder anderen Euro nicht lieber sinnvoll in seine Gesundheit investiert, statt in sonstige Statussymbole.

Bewegung mit oder ohne künstlichem Gelenk
Zum Thema Bewegung gab es einen interessanten Artikel im Bezug auf Yoga mit Gelenkersatz in der Ärztezeitung, zu dem auf der ‚Mut-zur-neuen-Hüfte‘-Seite bereits verwiesen wurde.
Wie man ganz praktisch, egal ob mit oder ohne künstlichem Gelenk viel für die Stabilität, den Muskelaufbau und das körperliche Wohlbefinden tun kann, ist in nachfolgendem 30 Minuten Video zu sehen. Fast alle Teilnehmer dieses Trainings anläßlich des TEPFIT-Gesundheitsworkshops im Februar 2018 in Hagen haben ein oder zwei künstliche Hüftgelenke. Nadine Abel gibt hier aufschlußreiche Einblicke in das Training mit dem Bellicon Trampolin.

Am besten direkt den TEPFIT-YouTube-Kanal abonnieren. Damit werden zukünftige Videos, die in loser Folge bereitgestellt werden, nicht verpasst!

 

 

Yoga nach Hüft-OP

Fr, 23. März 2018 2 Kommentare

Ich möchte meinen sportlichen und bewegungsfreudigen Lesern, unter denen es mit Sicherheit einige Yoga-Verfechter gibt, die ihre Asanas auch mit einem künstlichen Gelenk ausführen möchten, nachfolgenden Artikel aus der Ärzte Zeitung vom 21.3.2018 nicht vorenthalten. Meine persönliche Einschätzung dazu ist allerdings wie bei jeder Bewegung und/oder sportlicher Betätigung: Immer auf den Körper hören und spüren, was einem gut tut und was nicht. Belastungen auf das Hüftgelenk gibt es auch schon beim Gehen oder Treppensteigen mit bis zu 3-4-fachen des Körpergewichtes.
Wenn man schon Yoga-Erfahrungen hat, sollte man sich nach einer OP wieder langsam herantasten. Besonders problematische Asanas kann man ja ggf. weglassen. Plant man nach einer erfolgreichen OP mit Yoga neu anzufangen, unbedingt einen erfahrenen Yoga-Lehrer suchen und diesen auf das künstliche Gelenk hinweisen.

Nachfolgend der Original-Artikel:

Diese Übungen belasten das Gelenk!

Nach der Implantation einer künstlichen Hüfte ist Yoga mit Vorsicht zu genießen: Wie eine US-Studie mit gesunden Yogis gezeigt hat, stellen bestimmte Asanas eine starke Belastung für das Hüftgelenk dar.  mehr »

Social Media und Internet – auch abseits des Mainstreams erfolgreich

Was haben die Webseite Mut zur neuen Hüfte, die TEPFIT-Facebook-Gruppe und die Facebook-Seiten Endoprothese und Sport und Mut zur neuen Hüfte gemeinsam? Alles ist entstanden aus der Idee im Jahre 2011, von zwei damals 53 jährigen die sich nicht kannten, ihre positiven Erfahrungen mit zwei künstlichen Hüftgelenken – nach Jahren der Einschränkungen und sportlichen Entbehrungen – in die kleine große Welt zu tragen.
Heidi Rauch mit ihrem Titanhüften-Blog und ich mit diesem Blog. Zunächst rein virtuell wurden wir aufeinander aufmerksam, um dann Anfang 2012 das erste ‚Blind-Date‘ am Tegernseer Bahnhof zu haben, mit dem Ziel, auszuloten, ob wir nicht unsere Erfahrungen in einem gemeinsamen Buch niederschreiben könnten. Einige Stunden später, inzwischen natürlich nicht mehr am Bahnhof, war klar: Es passt!

TEPFIT-Admins

Admins der TEPFIT-Facebook-Gruppe: Therese Schreiber, Peter Herrchen und Ulrike Steyer

Seitdem ist einiges geschehen. Mit der Veröffentlichung des ersten Buches ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ Ende 2012 wurden auch korrespondierende Web- und Facebook-Seiten erstellt. 2014 folgte dann – nach dem Wunsch einiger Ärzte, dass es so ein informatives Buch auch für „das Knie“ geben müsste – das ‚Buch Mut zum neuen Knie!‘; was für Heidi und mich als reine Doppel-Hüft-TEP-Träger eine kleine Herausforderung war.
Im Frühjahr 2015 war es dann auch eher dem Zufall geschuldet, dass die geschlossene FB-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie) entstanden ist. Waren meine Mitbegründerin der Gruppe, Ulrike Steyer, und ich zunächst nur Mitglied in einer bereits bestehenden Facebook-Gruppe. Nach recht kurzer Zeit und einige Posts und Kommentare später, waren wie beide uns aber sicher, das geht qualitativ definitiv besser.
Gesagt getan, haben wir Stand heute über 2100 Mitglieder, von denen fast 80 % aktiv sind (lesen, liken, kommentieren und posten). Als eine Bestätigung, dass wir drei Admins (Therese Schreiber kam nach ca. 6 Monaten zur Unterstützung dazu) zusammen mit den Mitgliedern dafür sorgen, dem eigenen Qualitätsanspruch an unsere zu Gruppe gerecht zu werden, bewerten wir die Mitgliedschaft einer inzwischen zweistelligen Anzahl von Fachärzten, sowie weiteren Fachleuten wie Physiotherapeuten, Ernährungswissenschaftlern, Sportwissenschaftlern.
Das größte Kompliment hat uns dabei der Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz, Dr. Christian Fulghum persönlich gemacht mit folgenden Worten, hier auszugsweise aus seinem Vortrag wiedergegeben: „Ich bin völlig hin und weg von dieser Gruppe. ..das zeigt, dass Bedarf nach Informationen und Aufklärung da ist“ und weiter „Die Administratoren machen eine tollen Job! .. sehr gut, die Gruppe korrigiert sich auch immer wieder selbst..“

Heidi Rauch und Peter Herrchen im ‚Mut zur neuen Hüfte!‘-Outfit

Wie lebendig unsere Facebook-Gruppe ist zeigt, dass nach einem erfolgreichen ersten realen Treffen in November 2016 in Erding (ein kurzes Video gibt es gleich rechts neben dem Artikel), vom 23.2. – 25.2.2018 das zweite TEPFIT-Treffen in Hagen stattfindet, zu dem Gruppenmitglieder erneut aus ganz Deutschland anreisen werden in Erwartung eines sehr umfangreiches Programms rund um das Thema TEP, Revision, Bewegung und Gesundheit mit namhaften Referenten und Trainern. Detail-Infos dazu gibt es hier.

Was hat das eigentlich alles mit meinem Blog Endoprothese und Sport zu tun?
Sehr viel, zeigt es doch, dass ein Nischenthema auch für eine nicht gerade typische Facebook-Zielgruppe, gepaart mit der Hartnäckigkeit der Betreiber und Organisatoren, durchaus im Internet und den Social-Media Kanälen erfolgreich sein kann. Weit über eine Million Seitenaufrufe der oben genannten Webseiten und die große Resonanz in Facebook beweisen dies recht eindrucksvoll. Qualität und Social Media schließen sich eben nicht zwangsläufig aus.

Das hat dann übrigens auch meine Mitautorin Heidi Rauch von Facebook überzeugt. Sie dort dort nun seit fast zwei Jahren sehr engagiert dabei. Im Laufe des Jahres 2018 planen Heidi und ich zudem, unseren bereits vorhandenen YouTube-Kanal noch viel intensiver zu bestücken und zu pflegen, um regelmäßige Tipps für Betroffene und Informationen aus unserem Büchern zu liefern, natürlich dann auch in dazu passendem Outfit (siehe Foto) im Gegensatz zum nachfolgenden Clip, der Anfang 2017 entstanden ist.

Fazit
Sieben Jahre Social-Media- und Internet-Präsenz zu den Themen Endoprothesen, Bewegung, Sport, OP-Ängste, Ärzte, Kliniken, Ernährung, Arthrose-Vorbeugung, und, und, und .., lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Viel Arbeit, sehr erfolgreich, es macht Spaß und die positive Resonanz treibt uns alle weiter an.

Was sonst noch wichtig ist!
In wenigen Tagen erscheint die zweite und komplett überarbeitete Auflage ‚Mut zur neuen Hüfte!!‚. Auf 320 Seiten (70 Seiten stärker als die Erstauflage) gebündelte Informationen, neue Erfahrungsberichte und neue Ärzte-Interviews. Vorbestellungen sind bereits über unseren Online-Shop möglich, natürlich gibt es dort auch ein Preview ins neue Buch!

Gonarthrose, künstliche Gelenke, Sport und Eigeninitiative

Sehr häufig bekommen wir, besonders auch in unserer über 2000 Mitglieder starken Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie), folgende Fragen gestellt:

1. Kann, soll man mit Arthrose Sport machen?
2. Kann, darf, soll man mit einem künstlichen Gelenk Sport machen?

Beide Fragen uneingeschränkt mit ‚JA‘ zu beantworten ist zwar richtig, aber bedarf doch einer Erläuterung.

Ich verweise dazu gerne auf einen aktuellen Artikel der Sportärztezeitung. In dem Beitrag Gonarthrose und Sport geht es um Entlastung und Stabilisierung der Kniegelenke vor und auch nach einer Operation mit individuell angefertigten Knieorthesen. Dieser Artikel – erschienen in der sportärztezeitung 04/17 – ist hier als PDF aufrufbar. An Fallbeispielen mit Skifahrern und Tennisspielern wird dort aufgezeigt, wie heute moderne Orthesen helfen können, eine hohe Belastungsfähigkeit bei gleichzeitiger Schmerzreduktion zu erreichen und zu erhalten.

Karsten Rudloff mit MBT im Himalaya auf 5416 Meter Höhe

In unserer oben erwähnten Facebook-Gruppe hat uns folgender Sport-Mutmach-Post von Karsten Rudloff, der vor einem Jahr ein künstliches Hüftgelenk erhalten hat, erreicht:

Möchte mich hier auch nochmal kurz zu Wort melden, um deutlich zu machen, dass mit künstlicher Hüfte alles genauso möglich ist, wie mit unseren natürlichen Gelenken. Ich habe im Oktober 2016 eine Hüft-TEP rechts erhalten, im Oktober 2017 habe ich nun eine Mountainbike-Tour im Himalaya gemacht. Dabei musste das Rad u.a. stundenlang bis auf 5400m Höhe auf dem Rücken getragen werden, da der Weg zu steil und die Luft zu dünn war. Alles hat völlig problemlos geklappt
Ich war übrigens nicht der einzige Hüft-TEPler in unserer Gruppe: ein 60jähriger Österreicher hatte vor 1,5 Jahren ein neues Gelenk erhalten!
Also keine Angst vor der OP, danach ist wieder ALLES möglich!

 

Ein weiteres, nicht von jedem nachzuahmendes Beispiel ist der Profi-Boxer Manuel Charr: Er wird heute Abend gegen Alexander Ustinov mit zwei künstlichen Hüftgelenken, die erst ein halbes Jahr alt sind, um den Weltmeister-Titel im Boxen kämpfen.

Auch wenn die beiden letzten Beispiele sicherlich etwas extrem sind, so zeigen sie doch eindrucksvoll, dass mit künstlichen Gelenken und/oder Arthrose das sportliche Leben nicht zu Ende ist. Selbstverständlich ist das auch sehr stark von der allgemeinen körperlichen Verfassung und den sportlichen Aktivität der Patienten vor ihren Arthrose-Problemen abhängig. Last but not least kommt dem Können der Operateure, im Falle einer endoprothetischen Versorgung, eine ganz entscheidende Bedeutung zu.

Ich wiederhole daher gerne meinen Ratschlag:
Sollte eine OP unausweichlich sein, ergreifen Sie die Eigeninitiative: Suchen Sie sich ganz in Ruhe einen Spezialisten in einem Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZMax) aus und nehmen Sie dabei auch ggf. weite Wege in Kauf. Lassen Sie sich keinesfalls schnell zu einer OP bei Ihrem ersten Arzt-Termin drängen. Wir sind in Deutschland (noch) in der glücklichen Lage, auch als Kassenpatient die freie Krankenhaus-Wahl zu genießen und mehr als eine Meinung einholen zu können. Nutzen Sie das!
Informieren Sie sich vor eventuellen Eingriffen ausführlich. Die Möglichkeiten sind heute im Zeitalter des Internets und der Social Media-Kanäle so vielfältig wie nie.
Ohne Eigeninitiative und dem Willen, wieder vollständig zu genesen, was ein beständiges und hartnäckiges Training voraussetzt, wären auch die oben genannten sportlichen Leistungen nicht möglich gewesen.