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Archive for the ‘Klinikwahl’ Category

Gonarthrose, künstliche Gelenke, Sport und Eigeninitiative

Sehr häufig bekommen wir, besonders auch in unserer über 2000 Mitglieder starken Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie), folgende Fragen gestellt:

1. Kann, soll man mit Arthrose Sport machen?
2. Kann, darf, soll man mit einem künstlichen Gelenk Sport machen?

Beide Fragen uneingeschränkt mit ‚JA‘ zu beantworten ist zwar richtig, aber bedarf doch einer Erläuterung.

Ich verweise dazu gerne auf einen aktuellen Artikel der Sportärztezeitung. In dem Beitrag Gonarthrose und Sport geht es um Entlastung und Stabilisierung der Kniegelenke vor und auch nach einer Operation mit individuell angefertigten Knieorthesen. Dieser Artikel – erschienen in der sportärztezeitung 04/17 – ist hier als PDF aufrufbar. An Fallbeispielen mit Skifahrern und Tennisspielern wird dort aufgezeigt, wie heute moderne Orthesen helfen können, eine hohe Belastungsfähigkeit bei gleichzeitiger Schmerzreduktion zu erreichen und zu erhalten.

Karsten Rudloff mit MBT im Himalaya auf 5416 Meter Höhe

In unserer oben erwähnten Facebook-Gruppe hat uns folgender Sport-Mutmach-Post von Karsten Rudloff, der vor einem Jahr ein künstliches Hüftgelenk erhalten hat, erreicht:

Möchte mich hier auch nochmal kurz zu Wort melden, um deutlich zu machen, dass mit künstlicher Hüfte alles genauso möglich ist, wie mit unseren natürlichen Gelenken. Ich habe im Oktober 2016 eine Hüft-TEP rechts erhalten, im Oktober 2017 habe ich nun eine Mountainbike-Tour im Himalaya gemacht. Dabei musste das Rad u.a. stundenlang bis auf 5400m Höhe auf dem Rücken getragen werden, da der Weg zu steil und die Luft zu dünn war. Alles hat völlig problemlos geklappt
Ich war übrigens nicht der einzige Hüft-TEPler in unserer Gruppe: ein 60jähriger Österreicher hatte vor 1,5 Jahren ein neues Gelenk erhalten!
Also keine Angst vor der OP, danach ist wieder ALLES möglich!

 

Ein weiteres, nicht von jedem nachzuahmendes Beispiel ist der Profi-Boxer Manuel Charr: Er wird heute Abend gegen Alexander Ustinov mit zwei künstlichen Hüftgelenken, die erst ein halbes Jahr alt sind, um den Weltmeister-Titel im Boxen kämpfen.

Auch wenn die beiden letzten Beispiele sicherlich etwas extrem sind, so zeigen sie doch eindrucksvoll, dass mit künstlichen Gelenken und/oder Arthrose das sportliche Leben nicht zu Ende ist. Selbstverständlich ist das auch sehr stark von der allgemeinen körperlichen Verfassung und den sportlichen Aktivität der Patienten vor ihren Arthrose-Problemen abhängig. Last but not least kommt dem Können der Operateure, im Falle einer endoprothetischen Versorgung, eine ganz entscheidende Bedeutung zu.

Ich wiederhole daher gerne meinen Ratschlag:
Sollte eine OP unausweichlich sein, ergreifen Sie die Eigeninitiative: Suchen Sie sich ganz in Ruhe einen Spezialisten in einem Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZMax) aus und nehmen Sie dabei auch ggf. weite Wege in Kauf. Lassen Sie sich keinesfalls schnell zu einer OP bei Ihrem ersten Arzt-Termin drängen. Wir sind in Deutschland (noch) in der glücklichen Lage, auch als Kassenpatient die freie Krankenhaus-Wahl zu genießen und mehr als eine Meinung einholen zu können. Nutzen Sie das!
Informieren Sie sich vor eventuellen Eingriffen ausführlich. Die Möglichkeiten sind heute im Zeitalter des Internets und der Social Media-Kanäle so vielfältig wie nie.
Ohne Eigeninitiative und dem Willen, wieder vollständig zu genesen, was ein beständiges und hartnäckiges Training voraussetzt, wären auch die oben genannten sportlichen Leistungen nicht möglich gewesen.

Gelenkersatz – extrem erfolgreich mit überschaubaren Risiken

So, 19. Februar 2017 1 Kommentar
Dr. Holger Haas

Dr. Holger Haas

Der Hüft- oder Knie-Gelenkersatz gehört zu den erfolgreichsten operativen Eingriffen. Jährlich werden in Deutschland fast 400.000 Operationen durchgeführt. Hierbei wird die Hüfte häufiger ersetzt als das Knie und das aus gutem Grund: Das Knie-Gelenk ist wesentlich komplizierter, der Heilungsverlauf langwieriger und leichte Einschränkungen hinsichtlich Belastbarkeit und umfänglicher sportlicher Betätigungen bleiben in vielen Fällen leider nicht aus. Während nach einem Hüftgelenkersatz zwischen 90 und 95 % der Betroffenen danach keinerlei Beschwerden haben, läßt sich diese hohe Prozentzahl beim Knie leider (noch) nicht erreichen. Gerade deshalb ist es wichtig denjenigen, deren Ergebnis nicht ganz wie gewünscht verlaufen ist, Mut zu machen, diese Tatsache nicht klaglos zu akzeptieren. Dies war auch ein Thema des bemerkenswerten Vortrags „Der schmerzhafte Gelenkersatz von Dr. Holger Haas, Chefarzt Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie am GK in Bonn, am 8.2.2017 in Bonn. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie hier.

Als allgemeines Fazit der Veranstaltung bleibt, dass die endoprothetische Versorgung der Hüfte eine der erfolgreichsten Operationen in Deutschland ist. Beim Knie sind leichte Abstriche zu machen, dennoch sind bei 80 % der Patienten die Beschwerden nach einer OP wesentlich geringer als vorher.

Deshalb möchten wir allen, die vor einer Hüft-OP stehen und noch etwas Angst haben, das Mutmach-Video von Heidi Rauch und Peter Herrchen empfehlen. Schließlich sprechen beide aus eigener Erfahrung!

Einsparpotenzial: „Endoprothesenregister würde Revisionen ersparen“

Einsparpotenzial: „Endoprothesenregister würde Revisionen ersparen“ Ärzte Zeitung – 01.07.2016

Pro Jahr bliebe schätzungsweise 10.000 Menschen mit künstlichem Knie- oder Hüftgelenk eine Wechsel-Operation erspart, wenn es in Deutschland ein verpflichtendes Endoprothesenregister gäbe. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) mit.  mehr »

Da bleibt die Frage, warum das Endoprothesen-Register in Deutschland keine Pflicht für alle Kliniken ist. Wir leiden doch sonst nicht an Regelungsarmut!

Indikatoren für Qualitätsberichte festgelegt – zum Nachteil der Betroffenen

Fr, 17. Juni 2016 2 Kommentare

Wer zunächst glaubt, nachfolgender Artikel des Ärzteblatts sei eine gute Nachricht für Patienten, erfährt im kompletten Text dieses Artikels, dass bestimmte Qualitätsindikatoren gerade im Bereich Endoprothetik ‚als nicht zur Veröffentlichung empfohlen‘ heraus genommen wurden. Wer sich zusätzlich die Mühe macht, das ebenfalls im Artikel hinterlegte 508-seitige Dokument ‚Regelungen zum Qualitätsbericht der Krankenhäuser, Qb-R‘ zu durchforsten, findet dann ab Seite 486 die Qualitätsmerkmale, die der Öffentlichkeit und damit uns Betroffenen vorenthalten werden sollen. Darunter finden sich z.B. solch hochinteressante Indikatoren wie
– Gehunfähigkeit bei Entlassung
– Gefäßläsion / Nervenschaden
– Wundhämatome / Nachblutungen
– Fraktur
um nur einige der knapp 40 zu nennen, die nicht veröffentlicht werden sollen.
Ich halte das für absolut inakzeptabel. Man sollte sich zukünftig die Berichte der Kliniken ganz genau anschauen und darauf bauen, dass gute Kliniken diese Indikatoren trotzdem veröffentlichen. Falls nein, sollte jeder Betroffenen ganz gezielt danach fragen und sich diese ggf. schwarz auf weiss zeigen lassen.

Krankenhäuser: Indikatoren für Qualitätsberichte festgelegt – Ärzteblatt – 16.06.2016

Berlin – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Qualitätsindikatoren festgelegt, die von Krankenhäusern im Qualitätsbericht 2015 veröffentlicht werden müssen. Im Vergleich zum Berichtsjahr 2014 kommen 30 neue Indikatoren hinzu, 76 entfallen. Insgesamt müssen die Kliniken damit ihre  mehr »

Glückwunsch zu 10 Jahren ENDOLIFE

Vor zwei Tagen lag die neue Ausgabe des endolife-Magazins der endogap – Klinik für Gelenkersatz in meinem Briefkasten. Diese besondere Ausgabe zum 10-jährigen Jubiläum zeigt sehr eindrucksvoll die Geschichte und Entwicklung der endogap seit 2005. In den sechziger Jahren von einem der Pioniere der Endoprothetik Prof. Fritz Lechner als Abteilung eines Kreiskrankenhauses gegründet, hat sein Nachfolger Dr. Holm Schlemmer die endogap als eigene Marke kreiert und diese dann 2010 dem heutigen Chefarzt Dr. Christian Fulghum übergeben. Dieser hat mit seinem Team die Spezialklinik konsequent ausgebaut und dafür gesorgt, dass die endogap als eine der ersten Kliniken in Deutschland 2012 EndoCert zertifiziert wurde. Außerdem hat Dr. Christian Fulghum mit endofit einen jährlichen Fachkongress aus der Taufe gehoben, der durch die mehrmals jährlich stattfindenden indofit-sportkurse für Patienten abgerundet wird.
In den endolife-Magazinen, die zweimal jährlich erscheinen, geht es immer um Wissenswertes rund um das Thema der Endoprothetik, um aktuelle Entwicklungen und Neuerungen. In einer weiteren Rubrik werden Patienten vorgestellt, die von ihrem neuen Lebensgefühl nach einer erfolgreichen OP berichten. Ich selbst hatte das Vergnügen in der Ausgabe Sommer 2009 auf Seite 6 meine Geschichte beisteuern zu dürfen. Natürlich hat es mich besonders gefreut, dass diese Geschichte nun auch in der Jubiläumsausgabe (ebenfalls auf Seite 6) mit einem kleinen Foto erwähnt wurde. Alle 20 Magazine stehen auf der Klinikwebseite zur Verfügung. Es ist dort auch möglich, die Zeitschrift als ‚analoge‘ Ausgabe zu bestellen.
Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die endogap in Garmisch-Partenkirchen auch in den kommenden Jahren ihre Qualität und guten Ruf konsequent weiter ausbaut, um damit auch zukünftig eine der ersten Adressen für künstliche Hüfte- und Kniegelenke in Deutschland zu bleiben.

150.000 Zugriffe, 150 TEPFITte, viel Klärungsbedarf, Halbmarathon-Finisher und endogroup

150.000 Seitenzugriffe

Zunächst freue ich mich, dass dieser Blog seit einigen Tagen 150.000 Seiten-Zugriffe überschritten hat. Dies zeigt, dass die Informationen die hier zusammengetragen werden und wurden innerhalb der Gruppe der Betroffenen eine hohe Relevanz haben. Um eine noch größere Anzahl von Arthrosegeplagten zu erreichen, wurde vor gut sieben Wochen zusätzlich die Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie) ins Leben gerufen. Auch wenn hier im Blog Kommentare hinterlassen kann, was auch rege genutzt wird, so ist eine Interkommunikation im Social Media einfach besser abzubilden.

Knapp 150 Mitglieder

Was lag da also näher, als Facebook mit seinen 1,5 Milliarden Nutzern weltweit und 30 Millionen in Deutschland dafür zu nutzen.
Durchaus überrascht hat uns, dass unsere Gruppe in der kurzen Zeit fast 150 Mitglieder zählt. Dies entspricht ca. 20 Neuanmeldungen pro Woche. Ebenfalls überrascht sind wir von dem großen Anteil an sehr jungen Mitgliedern, die bereits künstliche Gelenke haben oder kurz davor stehen.

Viel Klärungsbedarf

Regelrecht entsetzt sind wir darüber, wie groß immer noch die Informationsdefizite und Verunsicherungen bei dem Thema künstliche Gelenke sind. Trotz einer Fülle von Informationen, die über unterschiedliche Quellen verfügbar sind, stehen sehr viele unbeantwortete Fragen im Raum. Eine große Verunsicherung entsteht dadurch, dass unsere Gruppenmitglieder bei Ihren Ärzten, im Krankenhaus oder bei Reha-Aufenthalten sehr vielstimmige Handlungsempfehlungen erhalten. Diese reichen von ‚Nie wieder auf der operierten Seite schlafen‘ über ‚Bis zu 12 Monaten nach der OP kein Fahrrad fahren‘ bis hin zu ‚Nach 3-4 Monaten können Sie ruhig mit dem Joggen anfangen‘. Da bleibt es schwierig für den Einzelnen, sich zu orientieren. Genau hier setzt unsere Gruppe an. Alle diese Fragen und Unsicherheiten können gepostet werden und werden meist in wenigen Minuten von den anderen Mitgliedern beantwortet. Da auch einige Orthopäden und Physiotherapeuten mit von der Partie sind, sind die Antworten sehr oft entsprechend fachlich untermauert.

Dirk Reidenbach

Dirk Reidenbach (li) mit Peter Herrchen

Gutenberg-Halbmarathon 9 Monate nach Hüft-TEP

Gratulieren möchten wir an dieser Stelle dem TEPFIT-Mitglied Dirk Reidenbach, der exakt 9 Monate nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes am 10. Mai 2015 in Mainz den Halbmarathon in einer hervorragenden Zeit von 2:11:06 gefinished hat. Fünf Monate zuvor hatte er erst wieder mit dem Laufen begonnen (vier Monate nach der OP).

Dirk ist ein Beispiel dafür, was alles mit einem künstlichen Gelenk möglich ist und das, obwohl die Voraussetzungen alles andere als günstig waren: Hatte er doch auf Grund eines sechs Monate zuvor erlittenen Unfalls und eines damit verbundenem unentdeckten Risses im Hüftkopf ein künstliches Gelenk erhalten müssen. Gut, dass er einen Operateur hatte, der sportliche Aktivitäten trotzdem für gut befand.

Peter Herrchen, Betreiber dieses Blogs und der TEPFIT-Gruppe, ließ es sich nicht nehmen, Dirk persönlich anzufeuern und zu gratulieren.

endgroup

Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen und auch Mitglied der TEPFIT-Gruppe, hat zusammen mit vier anderen Endoprothetik-Zentren in Deutschland die endogroup ins Leben gerufen.
‚Fünf auf dem Gebiet der Endoprothetik führenden Kliniken bilden endogroup. Durch die Kooperation soll ein Zugewinn in der Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung, der Mitarbeiterzufriedenheit und der Organisation unserer Abteilungen erreicht werden‘, erläutern die Betreiber auf ihrer Seite.
Umfassend und anschaulich wird über die Hüft- und Knie-Endoprothetik informiert, sowohl was die OP selbst als auch die möglichen Implantat-Varianten (Gleitpaarungen) betrifft. In der Rubrik ‚Knowledge-Center‘ werde alle Begriffe rund um die OP alphabetisch erläutert und die häufigsten Fragestellungen beantwortet.
Selbstverständlich gelangt man über endogroup-Seite auch zu den jeweiligen Klinik-Webseiten und deren Chefärzte!

Wie Ärzte und Patienten Qualitätsberichte besser nutzen können

Ein guter und richtiger Ansatz, die Qualitätsberichte der Kliniken auch ohne Hochschulstudium lesen zu können!
Beitrag aus dem Deutschen Ärzteblatt vom 8.4.2015

Köln – Wie Ärzte und Patienten die Qualitätsberichte der Krankenhäuser sinnvoll nutzen können, hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Infopaket dargestellt. Das Institut zeigt darin, welche Daten für die Suche nach einem passenden Krankenhaus hilfreich sein können und wie sie sich erschließen lassen … mehr