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Archive for the ‘Künstliche Hüfte’ Category

Vollbelastung mit Muskelaufbau endlich in Reichweite

Krauleinheit im Freibad – Rottach-Egern

Kapitel 5 – Nachdem die letzten Wochen geprägt waren von Geduld und Abwarten, ob der 8 Wochen Teilbelastung, ist ein Ende in Sicht: In wenigen Tagen beginnt die stationäre AGM (Anschlussgesundheitsmaßnahme) mit dem ärztlichen Auftrag meines Operateurs, in der ersten Woche die Gehhilfen ‚wegzutrainieren‘.

Die zurückliegenden 14 Tage sind eher unspektakulär verlaufen. Wie bisher wechselten sich tägliche ‚Crutch-Walking‘ Einheiten mit Physiotherapie und Ruhephasen ab. Vor einer Woche habe ich jedoch eine kleine zweite Stufe der Wiederherstellungsaktivitäten gestartet: Bin ich doch bisher insgesamt dreimal zum Sport-Freibad hin- und zurückgelaufen (insgesamt 2,5 km), um dort meine Bahnen zu ziehen. In Summe immerhin fast 2,5 Kraul-Kilometer plus Aqua-Jogging zum ‚Auslaufen‘. Den Kraul-Beinschlag habe ich bei meinem Bahnenziehen dabei natürlich noch recht vorsichtig ausgeführt, um die Muskel am operierten Bein nicht zu überreizen.

Vorgestern, am 11.6.2018, endlich der ersehnte Kontrolltermin in der endogap – Klinik für Gelenkersatz und Garmisch-Partenkirchen bei meinem Operateur Dr. Rolf Schipp. Er ist mit dem aktuellen Röntgenbild zufrieden. Alles sieht perfekt aus und das Implantat befindet sich immer noch exakt an der richtigen Position (kein Nachrutschen und keine Dezentrierung oder Ähnliches), was bei komplexen Revisions-OPs dieser Art nicht selbstverständlich ist. Zudem ist bereits in dem Knochenspalt, der durch den Wagnerzugang (Siehe Erläuterung in Kapitel 2) entstanden ist, zu erkennen, dass der Heilungsprozess, die körpereigene Reparatur dieses Defektes, begonnen hat. Fast euphorisch konnte ich somit direkt nach der Kontrolle mit ärztlicher Erlaubnis ins Vierpunkt ‚Crutch-Walking‘ übergehen. Kleine Tests am Folgetag mit ‚Nordic Walking Stöcken‘ und dem ‚Cross-Shaper‘ verliefen allerdings noch negativ!

Futuristische Eingangshalle endogap – Klinikum GAP

AHB, bzw. Reha-TIPP für Arbeitnehmer
Nachfolgend ein paar Tipps für alle, die mit der Deutschen Rentenversicherung (DRV) wg. ihrer AHB oder Reha in der Wunscheinrichtung nach einer OP zu kämpfen haben.
Bei Ablehnungen oder auf sich wartenden Bescheiden ist, wie oft im Leben, Eigeninitiative und Hartnäckigkeit gefragt. Dies beginnt schon mit dem Sozialdienst im Krankenhaus, der die AHB bereits einige Wochen vor dem feststehenden OP-Termin direkt mit der Wunscheinrichtung vereinbaren kann. In diesem Fall gibt es generell kein Problem mit der Kostenübernahme durch die Rentenversicherung. Hier einfach den Sozialdienst einige Wochen vor der OP anrufen. AHBs ganz zeitnah im Anschluss an eine OP sind in der Regel deshalb komplikationslos, weil die Reha-Einrichtung direkt mit der DRV abrechnen kann. Ungleich schwieriger wird es, wenn die AHB, die dann AGM (Anschlussgesundheitsmaßnahme) heißt, aus medizinischen Gründen wie bei mir erst ca. 8 Wochen nach der OP stattfinden soll. Hier stellt auch der Sozialdienst des Krankenhauses den angepassten Antrag (AGM statt AHB), aber das geht dann erst an die Deutsche Rentenversicherung, die diese Maßnahme genehmigen muss und dann (hoffentlich) direkt mit der Wunsch-Rehaeinrichtung Kontakt aufnimmt.
Dieses Verfahren ist mehr als zäh. Bei mir hat es exakt 6 Wochen ab Antragstellung durch den Sozialdienst der Krankenhauses gedauert, bis ich meine Wunsch-Reha genehmigt hatte. Dazwischen lagen in Summe fast sechs Stunden Telefonwarteschleifen mit nerviger Musik bei der DRV, unzählige Mails, Telefonate, falsche Bescheide, nicht angekommene Bescheide und dann am Schluss endlich, nur durch eindringliche telefonische Überzeugungskraft meinerseits, eine mündliche positive Aussage (die Telefonmitarbeiter dürfen nämlich den Inhalt des Bescheides eigentlich nicht mitteilen) und fast zeitgleich, statt Zustellung des Bescheides per Post, eine ebenfalls eingeforderte Zustellung per Fax. Der Bescheid per Post ist übrigens bis heute noch noch nicht angekommen. Sehr lobend möchte ich ausdrücklich den Sozialdienst der endogap erwähnen, der mich bei meinen Bemühen nach Kräften unterstützt hat (telefonisch und per Mail), sowie die Reha-Klinik Medical Park St. Hubertus in Bad Wiessee. Nachdem ich um ca. 10:00 Uhr morgens endlich das Genehmigungs-Fax der DRV in meinen Händen hatte, habe ich dieses per Mail einige Minuten später an die zentrale Reservierung des Medical Parks gesandt. Bereits knapp sechs Stunden später hatte ich die Zusage für meinen Wunschtermin 18.6.2018, ebenfalls per Mail. Schneller geht es kaum!

PNF – Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation
Schon mal etwas von Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, kurz PNF genannt, gehört?
Nein, ich auch nicht bis vor einigen Tagen. Da bei meinem letzten Physio-Termin meine ‚Stamm‘-Physiotherapeutin Julia in Urlaub weilte, nahm sich ihr Kollege Uwe meiner Revision-Hüfte an. Außer dass er meine nicht ganz so lockeren Adduktoren kräftig und erfolgreich bearbeitet hat, haben wir über einige Themen der Physiotherapie geplaudert und kamen dabei auch auf Nervenschädigungen zu sprechen, wie sie leider vereinzelt bei Hüfte-OPs auftreten können. Auch ich hatte vor meiner komplizierten Revisions-OP etwas Angst davor. Meiner Aussage, dass in Falle von größeren Nervenschädigungen, diese praktisch nicht mehr zu reparieren seien, widersprach mir Uwe unter Hinweis auf PNF, um mir diese Therapie dann zu erläutern und mit dem Beispiel eines Schlaganfall-Patienten zu belegen. Hier war es mit der PNF-Therapie gelungen, das Gehen, dass vorher nur mit einem Vierfuß-Gehstock möglich war, nach einiger Zeit ohne zu schaffen.
PNF fördert das Zusammenspiel zwischen Rezeptoren, Nerven und Muskeln („Neuromuskulär“). Arbeiten sie gut zusammen, fallen alle alltäglichen Bewegungen leichter („Fazilitation“). PNF ist Konzept, Therapiemethode und Technik zugleich.
Die PNF-Therapie darf nur von speziell dafür weitergebildeten Physiotherapeuten durchgeführt werden.
Ein spannendes Thema, dass ich in jedem Fall weiterverfolgen werde.

Kleine Schrecksekunde
War ich vielleicht zu euphorisch nach der endogap-Kontrolle am Montag? Kurz vor meinem letzten Physio-Termin zwei Tage später bei Julia, in meiner Lieblings-Physiotherapie-Praxis am See, hatte ich bei einer Belastung des operierten Beines bei einem ganz normalen Schritt in der Wohnung wie aus heiteren Himmel ein sehr schmerzhaftes ‚Schnalzen‘ eines Oberschenkelmuskels.

Physiotherapie am See: Oben, einer der großzügigen Therapie-Räume, links das Team mit Robin, Julia und Uwe, rechts dürfen natürlich unsere Buch-Flyer auf dem Tresen nicht fehlen

In der Folge quittierte der Muskel mit ‚Zumachen‘ und Schmerzen bei Belastung. Gut, dass zwei Stunden später eine komplette Physiotherapie-Stunde bei Julia anstand, in der sie meine Oberschenkelmuskulatur akribisch – auch mit Wärmeunterstützung – bearbeitete und lockerte, um die Verhärtungen herauszubekommen. Das ist ihr auch gelungen.
Wer eine gute Physiotherapie-Praxis mit sehr kompetenten und empathischen Therapeuten im Tegernseer Tal sucht, ist hier wirklich bestens aufgehoben.
Trotzdem scheint mein Muskel jetzt irgendwie beleidigt zu sein und quittiert jeden Schritt, auch mit Gehhilfen, noch mit Schmerzen und ich bewege mich aktuell wie kurz nach der OP!
Julia hat mir noch feuchte Wärme für zu Hause verordnet. Bewegen soll ich aber das Bein auch in jedem Fall, um die Durchblutung anzuregen! Bin gespannt wie sich das Morgen früh nach der Nachtruhe anlässt.
Ihr erfahrt es natürlich hier – im nächsten Kapitel.

Wieder in Freiheit – Pflegefall oder Start der Aufbauphase

Mi, 30. Mai 2018 2 Kommentare

Kapitel 4 – Zuhause in der gewohnten und schönen Tegernsee-Umgebung kann die Aufbauphase ganz langsam beginnen, oft ist man allerdings noch ein Pflegefall

Die gut einstündige Fahrt von Garmisch nach Rottach-Egern war absolut problemlos. Ein- und Aussteigen ging allerdings noch sehr langsam. Dazu hat direkt nach Ankunft der Besuch des Hausarztes (1. Stock mit Wendeltreppe) noch etwas geschlaucht.
Es gab zwar einen Treppenlift, aber natürlich nicht für mich!

Ab 20. Post-OP Tag täglicher Stick-Walk zwischen 1,3 und 2,0 km

Zuhause angekommen, war dann erst mal Ausruhen angesagt. Und natürlich ist im eigenen Heim nichts behindertengerecht: Wohnen auf zwei Ebenen, tiefes Bett, tiefe Toilette, tiefe Sessel, tiefe Couch und tiefes Chaiselongue in Wohnzimmer. Aufgrund genereller körperlicher Fitness und kräftigem Oberkörper ist das aber alles zu bewältigen, wenn auch (sehr) langsam. Auf Hilfsmittel wie Keilkissen, Toilettensitzerhöhung oder Ähnliches habe ich, wie schon bei den letzten OPs, extra verzichtet. Etwas Training muss schon sein.
Eines ist aber auch ganz klar: Ohne Vollbelastung und immer auf zwei Gehhilfen angewiesen ist man zu Hause eigentlich ein Pflegefall. Lässt sich die Körperpflege noch ganz alleine bewältigen benötigt man für alles, was man von A nach B transportieren möchte und nicht in einen Rucksack passt, immer eine helfende Hand. Zum Glück habe ich diesen Luxus in Form meiner Liebsten!

Die folgenden Wochen sind geprägt von täglichen Fortschritten in punkto Beweglichkeit, körperlichem Wohlbefinden und erhöhter Leistungsfähigkeit nicht jedoch ohne, dass auch mich das eine oder andere Tief ereilt.

So ein Tief stellte sich bei mir am 11. Post-OP-Tag (zwei Tage nach der Krankenhaus-Entlassung) ein. Morgens trotz gutem Schlaf schon einigermaßen schlapp, falle ich nach dem Mittagessen direkt in den Tiefschlaf für zwei Stunden, um mich sofort nach dem Aufwachen zu übergeben. In der Folge hatte ich dann einen viel zu hohen Ruhepuls von 100 Schlägen pro Minute über einige Stunden. Da logischerweise Sonntag war – wann sonst gibt es solche Zwischenfälle, wenn nicht Sonntags oder Nachts – hatten meine Frau und ich beschlossen, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) anzurufen. Dies hat sehr gut funktioniert. Ca. 1,5 Std. nach dem Anruf war der diensthabende Arzt da. Dass er Facharzt für Gynäkologie war, störte mich nicht wirklich. Er hat alle Vitalfunktionen gründlich untersucht und konnte danach unsere Angst vor einer Embolie zerstreuen. Nicht ohne uns den Rat zu geben, am Montag nochmal in die Arztpraxis zu gehen, um Blutwerte abnehmen, sowie ein EGK schreiben zu lassen. Nebenbei haben wir ausführlich über meine ‚Mutmach‘-Bücher geplaudert und ich habe ihm natürlich beide zum Dank überreicht! Wenn alle Ärzte des Bereitschaftsdienstes so freundlich, gründlich und entspannt sind, wird es Zeit, dass diese Telefonnummer mehr und mehr den Vorzug vor dem Notarzt oder den Krankenhausnotdiensten erhält, so lange keine Lebensgefahr besteht!
Die Ergebnisse am Folgetag waren alle zufriedenstellend (Entzündungswerte sinkend, HB-Wert steigend, EGK absolut unauffällig, Puls und Blutdruck ok). Was diesen kleinen Rückfall verursacht hat: man weiß es nicht. Vermutlich ist das die normale Trauma-Bewältigung des Körpers, so meine eigene, nicht medizinische, Schlussfolgerung.

endofit Physiopass der endogap – Klinik für Gelenkersatz

Dies war aber bisher zum Glück das einzige erwähnenswerte Tief, wobei ich Tage mit etwas mehr Müdigkeit als üblich nicht dazuzähle.

So kam ich inzwischen täglich auf bis zu 1000 Schritte, war einige Male in einem Restaurant, verbunden mit längerem Sitzen, hatte Physiotherapie, bekam ein Teil der Fäden gezogen und gehe mit Erlaubnis meines Operateurs seit dem 20. Post-OP-Tag täglich bis zu 2 km mit dem ‚geliebten‘ Dreipunkt-Gang zu Fuß. Dr. Schipp hat mir außerdem erlaubt, mit beiden Beinen gleichbelastend ohne Gehhilfen zu stehen. Das hilft und ist z.B. sehr angenehm bei Zähneputzen und Rasieren.
Apropos Physiotherapie: Julia, meine Physiotherapeutin, war  extrem angetan davon, dass mir die endogap einen ‚Physiopass‘ ausgestellt hat. Lt. ihrer Aussage hat sie das  noch von keiner anderen Klinik gesehen. In dem Pass stehen alle relevanten Informationen zur meiner OP, zum Entlassungs-Status mit einem kleinen Röntgenbild und Empfehlungen zur Weiterbehandlung. Einfach vorbildlich.
Die nächsten Tage geht es stetig bergauf und ich werde täglich etwas belastbarer, wenngleich ich bestimmt immer noch 4-5 Stunden täglich meine Beine hochlege.

Seit Pfingstmontag habe ich die Schmerzmittel komplett abgesetzt und merke zum Glück keinen Unterschied. Im Gegenteil, subjektiv fühlt sich das operierte Bein immer stabiler an und ist absolut schmerzfrei.

TIPP: Aufpassen wenn die Gummifüsse der Gehhilfen mal durch nasse Wege feucht geworden sind. Unbedingt vor dem Gehen auf glatten Boden, z.B.: Fliesen, die Gummifüsse trocknen. Ich hätte mich fast beim Abstützen auf die rechte Gehhilfe komplett hingelegt, da diese um ca. 30-40 cm nach vorne gerutscht ist. Das wäre sicherlich alles andere als optimal gewesen.

Bei dem zweiten Physiotherapie-Termin in der Praxis Physiotherapie am See, hat meine Therapeutin meine Muskel am Oberschenkel des operierten Beinen fast eine Stunde gelockert und mir anschließend noch Übungen für zu Hause gezeigt. Hauptsächlich für die Hüftstreckung und eine stabile Mitte, als Voraussetzung der Hüftbeweglichkeit.
Auf den Nachhauseweg, übrigens zum ersten Mal seit vier Wochen mit dem Auto selbst fahrend (Automatik), fühlte sich das linke Bein an, als hätte es nie eine Revision-Prothese gesehen. Eine wirklich sehr empfehlenswerte Physio-Praxis – und ich kenne einige.
Apropos selbst fahren: Bei Fahrzeugen mit Automatik liegt das linke Bein (in meinem Fall das operierte) ja wirklich nur ‚blöd‘ herum und stellt somit kein Problem dar. Die größere Herausforderung war, in den flachen Roadster einzusteigen.
Alle Fäden meiner ‚Monster‘-Narbe sind inzwischen auch gezogen und ich traue mich zumindest zu Hause auch mal nur mit einer Gehhilfe zu gehen, damit ich das eine oder andere ohne fremde Hilfe erledigen, bzw. tragen kann.

Was sonst noch so war:
Die Genesungs-Zeit gleitet dahin und ich bin weiter in meinen neuen Trendsportart ‚Crutch Walking‘ aktiv.
in den letzten 2 Wochen fast 30 km im Dreipunkt-Gang mit Gehhilfen zurück gelegt, ‚Crutch-Walking‘ eben. (Siehe nachfolgendes Video)

Weiterhin genieße ich regelmäßige Physiotherapie-Termine mit Lockerungen, Faszienbehandlung und Kräftigungs-Übungen für den Gluteau Maximus.
In den letzten Tagen, exakt heute ist meine OP fünf Wochen her, passiert es mir auch gelegentlich, dass ich aus Versehen zu Hause schon mal 2-3 Schritte ohne Gehhilfen zurücklege. Da sich alles schon so stabil, absolut schmerzfrei und belastbar anfühlt, vergesse ich schlicht für einen Augenblick meine Gehhilfen. Meine große und lange Narbe sieht sehr gut aus und fühlt sich inzwischen auch schon richtig glatt an. Vielleicht liegt es an der täglichen Silikon-Narbenpflege.
Jetzt warte ich nur noch darauf, dass ich hoffentlich spätestens in der nächsten Woche die Genehmigung der Deutschen Rentenversicherung für meine stationäre Reha erhalte und ich auch den Wunschtermin ab 12.6.2018 bestätigt bekomme. Dann könnte es, die Vollbelastungsfreigabe am 11.6.2018 in der endogap vorausgesetzt, endlich los gehen mit dem Ausdauerwettkampf und Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit! Ich kann es kaum erwarten.

Start zurück in die Normalität

Kapitel 3 – Ganz langsamer Start zurück in die Normalität (Post-OP Tag 3 bis zum Entlassungstag)

Die nächsten 7 Tage in der endogap bis zur Entlassung am 4.5.2018 laufen meist ähnlich ab:
Die ersten Tage begleiten mich auf Grund von immer noch erheblichen Kreislaufproblemen früh morgens Schwierigkeiten beim Aufstehen – ich bin allerdings im normalen Leben auch kein Morgenmensch! Ich musste daher erst die Physiotherapeuten davon überzeugen, dass es besser ist, wenn diese ab Mittags zu mir kommen. Das klappte dann auch nach dem ersten Tag. Physiotherapie heißt anfangs nur Aufstehen und vorsichtig einige Schritte an Gehhilfen gehen. Zunächst nur im Zimmer, dann auf dem Gang. Dazu gab es eine Art elektrische Lymphdrainage, sowie auch manuelle!

Krankenhaus-Zimmer mit Rundblick im TV-Sessel

Sehr erfreulich blieb, dass ich nach wie vor praktisch keine Schmerzen, keine Schwellungen und kaum Blutergüsse hatte. Darüber waren alle etwas verwundert. Ich hoffte, dass es so bleibt. Lediglich das Anspannen von Muskeln am arg malträtierten linken Bein quittieren diese logischerweise noch mit Schmerzen.
Am 4. Post-OP Tag war ich dann auch schon alleine unterwegs, merkte aber, dass mich ca. 300 Schritte noch ganz schön schlauchen.
Der 5. Post-OP Tag wird mir allerdings in Erinnerung bleiben:
Der Tag begann so, wie ich es liebe. Ich werde von der Dienst habenden Schwester so gegen kurz nach sieben aus dem Tiefschlaf gerissen. Ich solle sofort zum Röntgen. Mein kurzer Einwand, dass ich mich noch etwas frisch machen und Zähneputzen wollte, quittiert sie mit einem energischen „Nein“, da man bereits auf mich warte. Immerhin einen Rollstuhl-Transfer sollte ich nach kurzer Diskussion erhalten, da ich mich noch außer Stande sah, die ca. 300-350 Meter über 6 Stockwerke im Halbschlaf einigermaßen unfallfrei mit meinen Gehhilfen zu absolvieren. Und wer kommt mir auf dem Flur breit grinsend mit einem seiner Mitarbeiter mit den Worten „Schau mal, der Peter im Rollstuhl, dass es das gibt“ entgegen? Mein sehr geschätzter Chefarzt Dr. Chris Fulghum. Das ist genau mein Humor morgens gegen 7:00 Uhr.

Bei der Abschluss-Visite mit Dr. Chris Fulghum

Aber der Tag sollte noch um einiges besser werden.
Mein für diese Woche neuer Physiotherapeut Nico, ist genau meine Wellenlänge und machte mit mir sehr gute Laufübungen und zeigte mir weitere Übungen für das Theraband. Visite-Arzt Dr. Berger zeigte sich nach wie vor sehr zufrieden, auch mit dem neuen Röntgenbild und Chris Fulghum bestätigte dies nochmals.
Das nächste Highlight wird mein Duschpflaster. Ich konnte zum ersten Mal seit 6 Tagen ganz alleine duschen gehen.
Die nächsten Tage ging es stetig ganz langsam aufwärts. Treppenstufen von 10 auf 40 steigern, Mahlzeiten inzwischen alle am Esstisch sitzend, täglich morgens Duschen, reduzieren der Schmerzmittel, täglich zwischen 300 und 500 Schritten und als Highlight, auch erstmals nach der OP den sehr tiefen Komfort-TV-Sessel benutzt.
Wenn ich „es ging ganz langsam aufwärts“ sage, dann meine ich dies auch so.
Nach dem morgendlichen Komplettprogramm: Aus- und Anziehen, Rasieren, Duschen, Zähneputzen, etc. – alles bewußt ohne Hilfe – habe ich mich danach gefühlt wie nach einen 10 km-Lauf. Es hat auch ungefähr genauso lange gedauert. Schließlich muss jede Bewegung, jede Drehung, jeder Schritt, jede Beugung wohl überlegt sein, um ja da operierte Bein nicht über die genehmigten 20 Kg zu belasten und unter der 90 Grad Beugung zu bleiben.
Am letzten Tag vor den Entlassung dann Abschluss-Visite mit Dr. Chris Fulghum, der sich nun auch in einen wohlverdienten Italienurlaub verabschiedet.
Die endogap ist und bleibt für mich eine uneingeschränkt empfehlenswerte Klinik für Endoprothetik. Alles ist perfekt durchorganisiert, sämtliche Mitarbeiter, angefangen vom Chefarzt bis zu den Empfangsmitarbeitern, Schwestern, Service-Kräften, Physiotherapeuten und Reinigungspersonal, sind freundlich, kompetent und zuvorkommend. Und was natürlich das wichtigste ist, die große, jahrzehnte lange Expertise beim Gelenkersatz und/oder Revisionen.

6 plus 1 künstliche Hüftgelenke (immerhin) stehend – Ricki, Stefanie, Peter (v.l.n.r)

Langeweile stellte sich übrigens während des kompletten Krankanhausaufenthaltes keine ein. Neben den zweimal täglichen Besuchen meiner Liebsten, gab es auch mehrere Treffen mit Stefanie und Ricki, beide Mitglieder unserer geschlossenen Facebook-TEPFIT-Gruppe und zeitgleich mit mir an der Hüfte operiert. Ricki hat auf eigenen Wunsch zwei Hüften gleichzeitig und Stefanie ihre zweite erhalten. Über die schnell eingerichtete WhatsApp-Gruppe „6plus1Hips“ konnten wir uns prima abstimmen und gegenseitig aufmuntern.

Am Freitag, den 4.5.2018, chauffiert mich meine Liebste dann von Garmisch nach Rottach-Egern an den schönen Tegernsee, um dort meine Genesungsphase mit ihrer Hilfe fortzusetzen – schließlich bin ich mit permanent zwei Gehhilfen noch nicht wirklich alltagstauglich.
Ab wann wird sich das endlich ändern? Ihr erfahrt es in den nächsten Kapiteln!

Aufwachphase statt Wettkampf

Mi, 9. Mai 2018 3 Kommentare

Kapitel 2 – Die Aufwachphase – noch lange vor dem eigentlichen Wettkampf

Irgendwann, einige Stunden nach der OP, beginne ich grüne Frau- und Männchen um mich herum schemenhaft wahrzunehmen. Ein gutes Zeichen. Ich scheine zu leben – und zwar im Aufwachraum. Viel später registriere ich auch kurz meine Liebste, es ist inzwischen 20:30 Uhr am Abend der OP, wie mir am nächsten Tag mitgeteilt wird. Unbewusst, obwohl ich mir das irgendwie vorher fest vorgenommen hatte, versuche ich den Fuß meines operierten Beines zu bewegen. Es funktioniert tatsächlich und sogar völlig schmerzfrei. Ich bin beruhigt. Das, wenn auch sehr geringe OP Risiko eines Nervenschadens, ist damit ausgeschlossen. Ich falle erneut in den Tiefschlaf.

So richtig öffne ich mal kurz die Augen am nächsten Tag gegen 9:00 Uhr. Während der Nacht bekam ich noch Zufuhr von Sauerstoff durch die Nase und später dann Frühstück ans Bett. Trotz erster fester Nahrung seit über 36 Stunden hatte ich absolut noch keinen Appetit.

Revisionshüfte mit Wagnerzugang – Veröffentlichung des Röntgenbildes mit freundlicher Genehmigung der endogap durch Dr. Christian Fulghum

Dann der entscheidende Moment: Chefarzt Dr. Christian Fulghum kommt sehr erleichtert zu mir ins Zimmer und ist hocherfreut, dass der komplizierte drei Stunden-Eingriff planmäßig verlaufen ist. Wenig später erklärte mir dann mein ebenfalls sehr zufriedener Operatuer Dr. Rolf Schipp die OP nochmals im Detail. Um das komplette Zement zu entfernen, musste die Operation des Schaftes mit dem sog. Wagner-Zugang (auch Transfemoraler Zugang genannt) erfolgen. Das hat leider weniger mit klassischer Musik während der OP zu tun, als mit einer von einem Arzt namens Wagner eingeführten Technik. Der alte Schaft ließ sich lt. Dr. Schipp mit dem kleinen Finger herausziehen, aber das Herausbringen des Zementpropfens am Ende des Schaftes war die eigentliche Herausforderung. Dies mit einem Bohrer von oben vom Oberschenkel her zu versuchen ist viel zu riskant wg. der Gefahr den noch gesunden Oberschenkelknochen dort zu durchbohren, wo später die Revisionshüfte verankert werden soll. (Anm.: Der Zement ist wesentlich härter als der Knochen). Da kommt nun der Wagnerzugang zum Einsatz. Dabei wird der Oberschenkel-Knochen der Länge nach gespalten und dann aufgeklappt (Anm.: Wer das medizinisch exakt formuliert nachlesen möchte, dem sei nachfolgender Link (ab Seite 13) empfohlen). Da nun freier Zugang zum bombenfesten Restzement, besonders am Ende das alten Schaftes, gewährleistet ist, lässt sich dieser dann auch rückstandsfrei entfernen. Danach konnte ein spezieller modularer Revisionsschaft der Firma Peter-Brehm zementfrei eingebracht werden. Eine feste Verankerung findet dabei zunächst nur in den letzten 5 bis 6 cm des unteren noch intakten Oberschenkels statt (siehe Röntgenbild). Der aufgeklappte Oberschenkel-Knochen wurde nun wieder angelegt und in meinem Fall mit vier Cerclagen (ähnlich sehr dünnen Rohrschellen) befestigt.
Die Revsions-Hüftpfanne ist auch um einiges größer als die alte, da auch dort das größere Loch im Becken ausgefüllt werden musste. Es wurde eine spezielle Pfanne aus dem sehr teuren Material Tantal der Firma Zimmer ausgewählt, die dafür am besten geeignet ist. Bei der Gleitpaarung wurde auf die inzwischen gängige Kombination Keramik/Polyethylen gesetzt, wobei ein 36 mm Hüftkopf verwendet wurde. Sämtliche Braunülen, Blasenkatheder, Drainagen und der ZVK (zentrale Venen-Katheder) wurden sehr zeitnah entfernt. Das sind schließlich alles potentielle Infektions-Risiken.
Meine Liebste, die natürlich jeden Tag bei mir war, war nun auch erstmals etwas erleichtert.

Schlafen, lesen, schlafen, essen, schlafen. So verbrachte ich im Wesentlichen den 2. Tag nach der OP. Wenngleich ich Nachmittags die ersten wenigen Schritte an Gehhilfen mit der Physiotherapeutin im Zimmer absolvieren konnte, immer im Hinterkopf, dass ich das operierte Bein nur mit 20 kg belasten darf.

Arg zerrupfte Pfanne nach 21 Dienstjahren

Fabrikneu aussender Schaft mit Keramik-Kopf nach ebenfalls 21 Dienstjahren

Sowohl Chefarzt Dr. Christian Fulghum, wie auch mein Operateur sehen erneut nach
mir. Dr. Schipp verabschiedete sich bei mir in seinen nun wohlverdienten zweiwöchigen Aktiv-MTB-Urlaub (ich bin jetzt schon neidisch) – allerdings nicht ohne, dass ich ihm vorher mein Erstaunen über den fast fabrikneu aussehenden Schaft mit Keramik-Kopf und das absolut zerrupfte Polyethylen der Pfanne ausdrückte, dem man die 21 Jahre meiner sportlichen Aktivitäten wahrlich ansieht (siehe nebenstehende Fotos).
Dr. Schipp sagte dazu nur: „Ja, es war wirklich höchste Zeit“ und versicherte mir, dass während seiner Abwesenheit mein zweiter Operateur Dr. Florian Wolpert ebenso stets greifbar sei, wie sein Chef Chris Fulghum. Ich bin beruhigt und schlafe kurz darauf erneut ein. Mal sehen, wann nun wirklich mein Wettkampf starten kann.

Hüft-TEP-Komplettrevision in 3 Phasen: Aufwärmen – Ausdauerwettkampf – Auslaufen

Kapitel 1 – Aufwärmphase

Wie im letzten Beitrag schon angekündigt, bricht jetzt für ca. sechs Monate eine zumindest anfangs sehr bewegungsarme und sportlose Zeit an: Ein zäher Kampf, viel Physiotherapie, Gangschule, Hartnäckigkeit, Geduld, temporäre Unzufriedenheit, Anstrengungen im Alltag, nicht vermeidbare Rückschläge und das alles mit einem heute noch nicht bekannten Ausgang hinsichtlich der Sportfähigkeit und der kompletten beschwerdefreien Ausheilung am Ende des Weges.

Letzte MTB-Tour am 21.04.2018 am Tegernsee – vier Tage vor der Revision-OP

Mein linkes künstliches Hüftgelenk wurde 1997 in Hamburg einzementiert. Eine damals gängige Methode. Erste Anfänge mit nicht zementierten Implantaten gab es zwar schon vereinzelt, aber eben noch ohne Langzeiterfahrung. Somit war meine Entscheidung aus damaliger Sicht richtig. Nachdem dann 2008 in der endogap – Garmisch auch mein rechtes defektes Gelenk durch ein neues, künstliches und natürlich zementfreies ersetzt wurde, begann die Wiederaufnahme echter sportlicher Herausforderungen, wie Sie ja alle in diesem Blog verfolgen konnten.

Dabei natürlich stets im Hinterkopf, dass mein 97er rechtes Ersatzgelenk irgendwann aufgeben würde. Erste zarte Anzeichen gab es dann vor ca. vier Jahren (2014), sowohl radiologisch als auch mit minimalen gelegentlichen Beschwerden im Oberschenkel, ungefähr dort wo sich der Titan-Schaft befindet. Natürlich ließ ich meine beiden künstlichen Hüftgelenke immer jährlich kontrollieren, aber eine eindeutige Indikation, dass nun der exakt richtige Zeitpunkt für eine Revision gekommen sei, gab es nicht.
Bei der letzten Kontrolle 2017 in der endogap – Garmisch hatte ich dann mit Chefarzt Dr. Fulghum nach einem langen Gespräch vereinbart, dass wir die Revision-OP im April 2018 in Angriff nehmen werden. Eine doch langsam überfällige Entscheidung, da ansonsten durch die Lockerungen der verbleibende Knochen immer mehr geschädigt würde. Eine Woche zum Jahreswechsel 2017/2018, in der ich kaum noch 50 schmerzfreie Schritte machen konnte, bestätige meine getroffene Entscheidung dann eindrucksvoll.
Somit war klar: Die Aufwärmphase beginnt.
Mit Aufwärmen meine ich analog zum Sport die Zeit der mentalen und körperlichen Vorbereitung für die auf 25.04.2018 terminierte Wechsel-OP und des mit diesem Tag startenden langen Ausdauer-Wettkampfes. Dazu zählen für mich nachfolgende Punkte: Stets offener Umgang mit der OP, eine absolut positive Haltung zur getroffenen Entscheidung, alle notwendigen privaten sowie geschäftlichen Vorbereitungen treffen und das zum Auslaufmodell gewordene künstliche Gelenk in der kompletten Phase noch so gut und viel bewegen wie irgend möglich. Und natürlich gibt es auch bei mir immer mal wieder kurze Momente des Zweifelns, ob die OP denn jetzt wirklich schon nötig ist und zwar besonders dann, wenn ich mal wieder eine längere schmerzfreie Phase habe, die es durchaus gibt. Nach kurzer Für- und Wider-Abwägung sind die Zweifel aber auch schnell wieder ausgeräumt.
Zur Aufwärmphase gehörte dann bei mir auch noch eine Woche Urlaub vor der OP dazu, mit traumhaftem Wetter in herrlicher Berg- und Seekulisse im Kreise meiner Familie. Zeit zum Entspannen und Relaxen vor dem Eingriff – und um auch nicht am Morgen des Klinikaufnahme-Tages in Hektik zu verfallen, sind wir schon einen Tag vorher die wenigen 60 km nach Garmisch-Partenkirchen gefahren. Meine liebe Frau wollte sowieso in der Nähe sein und so haben wir uns in kurzer Entfernung zur Klinik in einem Gästehaus für zehn Tage eingemietet.

24.04.2018 – Aufnahme-Tag in der endogap
Dieser Tag sollte unerwartet sportlich werden. Zwischen 8:30 und 16:00 Uhr gab es volles Programm und da ich unbedingt den Aufzug vermeiden wollte, standen am Ende das Tages 6000 Schritte und 1200 Treppenstufen auf meinem Tageszähler.
Das bestens organisierte Aufnahmeprogramm hier nur in Stichworten:
Begrüßung am Eingang durch Kliniklotse und direkte Gepäckabgabe – Aufnahmedokumente unterzeichnen – in die Anbulanz/Aufnahme (1. Stock) zum ausführlichen 45 Minuten Arzt-Gespräch – Blutabnahme – zur Röntgenabteilung – zurück in die Ambulanz – Bezug des Zimmers im 6. Stock – zurück in die Ambulanz zwecks Narkosegespräch – Wartezeit zu lange, daher wieder in den 6. Stock zum Mittagessen – zurück in die Ambulanz – zufälliges meet and greet mit Dr. Chris Fulghum auf dem Flur – Narkosegespräch – erneut zum Röntgen für weitere spezielle Aufnahmen – zurück ins Zimmer auf einen schnellen Kaffee – ab ins Erdgeschoss zur Physio, zwecks Aufklärung für die Post-OP Tage und Übungen mit Gehhilfen – zurück in den 6. Stock auf meinen Haupt-Operateur Dr. Rolf Schipp warten – sympathisches, gründliches, aufklärendes und Mut machendes OP Gespräch mit Dr. Schipp – Chefarzt Dr. Chris Fulghum kam natürlich auch nochmal zur Beruhigung vorbei – nach 16:00 Uhr dann ins EG mit meiner Liebsten zur Cafeteria – danach in den sehr schönen Pateintengarten zum Abendsonnen – wieder aufs Zimmmer zur vorerst letzten festen Mahlzeit.

Abendsonne am Vor-OP-Abend im Patientengarten der endogap

Ergebnisse des Aufnahme-Tages
Vollnarkose notwendig, da OP -Dauer mindestens 2-3 Stunden, Komplettwechsel Pfanne und Schaft, besondere Herausforderung dabei: Die komplette Zemententfernung am Schaftende. Das neue Revisions-Implantat (Pfanne und Schaft) sollen zementfrei werden. Dies ist ggf. nur mit dem sog. Wagnerzugang möglich. Dazu mehr in den nächsten Kapiteln Wettkampf.
Abhängig vom OP-Verlauf wollte man offen lassen, ob ich Abends noch auf mein Zimmer komme oder auf der Intensivstation übernachte.

Tag 2 – OP-Tag
Da sich meine beiden Operateure und Leitenden Ärzte Dr. Rolf Schipp und Dr. Florian Wolpert nicht unter Zeitdruck setzten lassen wollten, wurde meine OP als letzte des Tages terminiert. Um 11:15 Uhr wurde ich im Zimmer abgeholt und exakt 12:25 Uhr ging bei mir dann im Kopf das Licht aus.
Die Aufwärmphase ist zu Ende, der Wettkampf hat begonnen!

 

 

Sport mit Endoprothese – auch nach einer Revisions-OP?

Sport mit Endoprothese – auch nach einer Revisions-OP?

Antworten zu dieser Frage werden nach meinem Selbstversuch in loser Reihenfolge in den nächsten Wochen und Monaten hier zu lesen sein.
Steht doch in Kürze ein Wechsel der 21 Jahre alten und damals zementierten linken Hüfte-TEP an und natürlich kommen Fragen auf:

  • Werde ich ähnlich sportlich aktiv danach sein können wie in den letzten Jahren?
  • Kann/darf ich nach der Wechsel-OP auch wieder Laufen (Joggen)?
  • Wie haltbar und belastbar wird die Austausch-Hüfte sein?
  • Welche meiner Sportarten (Radfahren/MTB, Schwimmen, Laufen, Ski-Langlauf, Tischtennis, Cross-Shpaing, Bergwandern) werden ganz problemlos wieder möglich sein und ab wann?

Erholung und Entspannung – Tegernsee

Eine Revision-OP ist eben keine Erstimplantation und daher etwas komplizierter.
Wie es letztendlich um die Knochenbeschaffenheit rund um den gelockerten Schaft wirklich steht, kann man leider erst bei der OP selbst feststellen.
Aktuell versuche ich mich entsprechend vorzubereiten und genieße vor der Operation noch eine gute Woche Urlaub am geliebten Tegernsee mit meiner Familie, um schön entspannt und ausgeruht zu sein. Zudem werde ich, neben Spaziergängen in Berg- und See-Kulisse, noch einige lockere Runden mit dem MTB drehen, damit das Gelenk bis zu endgültigen Aufnahme in der endogap in Bewegung bleibt.
Einige sportliche Ziele habe ich mir natürlich für Anfang 2019 bereits gesteckt. Ob diese erreichbar und machbar sein werden? Ihr erfahrt es hier!

Revolutionäre OP-Methode – TROPS und H-HIMIS stehen in den Startlöchern

So, 1. April 2018 1 Kommentar

H-HIMIS – Home interior miminimal invasive Surgery 01.04.2018 by Peter Herrchen

Wie das SMSJ (Scientific Medical Surgery Journal) in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, ist in der USA ein ganz neues Verfahren zur Implantation von Hüft-TEPs entwickelt worden, welches sowohl dem starken Kostendruck der Gesundheitssysteme als auch dem Wohle des Patienten in besonderem Maße Rechnung trägt.

Bilder wie hier in der endogap – Garmisch-Partenkirchen gehören Dank TROPS wohl bald der Vergangenheit an

Unter den Namen H-HIMIS – home interior minimal invasive surgery, (übersetzt: mininmal invasive Operation in heimischer Umgebung, ‚H‘ steht dabei für hip, englisch für Hüfte) können zukünftig in Erweiterung der inzwischen stark verbreiteten fachärztlichen Online-Diagnose und -Beratung im Internet, künstliche Gelenke per Live-Zuschaltung der entsprechend gebuchten Operateure ganz einfach im heimischen Wohn- oder Schlafzimmer erfolgen. Ein spezielles transportables Roboter-OPSystem – kurz TROPS genannt, dass nur zu Hause mit dem Internet verbunden werden muss, genügt. Nach vorheriger Termin-Vereinbarung mit dem Operateur, liefern die Krankenkassen TROPS mit dem passenden Implantat termingerecht frei Haus. Während Privatpatienten mit einer Prime-Lieferung innerhalb von 24 Stunden rechnen können, müssen gesetzlich Versicherte derzeit noch bis zu einem Jahr warten. „Sollte sich TROPS allerdings flächendeckend durchsetzen, könnten sich auch für diese Versichertengruppe die Wartezeiten deutlich reduzieren“, so der Gesundheitsminister Jens Spahn auf Nachfrage der Endoprothese und Sport Redaktion.
Das simple TROPS-Setup ermöglicht auch den technisch weniger begabten Patienten, Familienangehörigen oder Freunden, das System einfach mit dem Internet zu verbinden und eine direkte Kommunikation mit dem Operateur aufzubauen. Eine Integration von Alexa und Siri ist bereits in Vorbereitung, Cortana soll dann später folgen.
Steht die Online-Verbindung und der Patient hat es sich auf dem heimischen Sofa oder Bett bequem gemacht, kann es auch schon los gehen. Erste OP-Versuche waren bereits sehr vielversprechend.

Null Infektionsrisiko durch Krankenhauskeimen
Die Vorteile liegen auf der Hand:
Null Infektionsrisiko durch die gefährlichen Krankenhauskeime, signifikante Reduzierung der Anzahl der OP-Räume und des zugehörigen OP- und Pflege-Personals, keine OP Teams mehr notwendig und massive Betten-Einsparungen in den Kliniken, um nur einige der Vorteile zu nennen.
Dazu kommt natürlich das Wohlfühlambiente des Patienten als einer der größten Pluspunkte. Statt in Zwei- oder Dreibettzimmern in fremden Betten zu liegen, kann der Patient direkt nach der OP entspannt in seiner gewohnten Umgebung verbleiben und damit auch die teilweise schlechte Krankenhausverpflegung umgehen. Durch die in TROPS ebenfalls integrierte Online-Hilfe erlernen die Angehörigen schnell und effizient die ersten Handgriffe nach den OP. In Notfällen kann durch Drücken eines Emergency Buttons auch mit einem Facharzt sehr zügig Kontakt aufgenommen werden. Dieser Button ist allerdings nur bei privat versicherten Patienten standardmäßig aktiviert. Kassenpatienten können diese Leistung aber im Vorfeld, ähnlich wie heute bereits die IGeL-Leistungen, dazu buchen.

Wann genau TROPS in Deutschland verfügbar sein wird, konnte und der Erfinder Prof. Dr. Dr. med. Maximilian Templateman auf Nachfrage noch nicht mitteilen. Es gäbe lt. seiner Aussage auch noch einige Herausforderungen zu meistern. Bei den ersten Test-OPs hat das Zusatzmodul AA (anesthesia automation) nicht immer zuverlässig funktioniert. Erste Bug-Fixes werden hierzu bereits im Mai 2018 erwartet.

Eine Milliarde Einsparung jährlich
Nach ersten Berechnungen des Gesundheitsministeriums, könnte bei einer Kostenreduzierung von ca. 5000,00 EUR pro OP und derzeit ca. 200.000 Hüft-OPs jährlich, eine Milliarde pro Jahr eingespart werden.
Und das ist erst der Anfang:
Für 2019 und 2020 sind bereits die Module K-HIMIS und S-HMIS angekündigt. ‚K‘ und ‚S‘ stehen dabei für das englische knee and shoulder, nicht zu verwechseln mit head and shoulders!

OP-Säle werden überflüssig
„In 10 – 15 Jahren wird jeder OP-Saal weltweit überflüssig sein“, so der sehr optimistische Prof. Dr. Dr. med. Templateman. Er geht davon aus, dass TROPS bis dahin für jegliche Art von Operationen problemlos eingesetzt werden kann.