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Archive for the ‘Motivation’ Category

Stationäre Reha beendet – Aber der Weg ist noch lang

Sa, 21. Juli 2018 1 Kommentar

Kapitel 7 – Die stationäre Reha hat am 13.7.2018, exakt 11 Wochen und 1 Tag nach der Revision-OP, geendet. Der Weg bis zum einwandfreien Gangbild, geschweige denn bis zu vollständigen Wiederherstellung, ist noch sehr lang und erfordert Ausdauer und Disziplin.

Ich habe mir das ‚Weniger ist Mehr‘ Prinzip zu Herzen genommen und versucht, die Balance zwischen Be- und Entlastung zu finden, nachdem mir das nun wirklich jeder nahe gelegt hat, vom Physiotherapeut bis zu allen Chefärzten!
Die letzten drei Wochen der stationären Reha waren daher gezeichnet von sehr moderatem Training im Wasser, im MTT, von täglichen physiotherapeutischen Behandlungen und längeren Ruhephasen. Beim MTT beschränkte ich mich neben regelmäßigem Ergometertraining (auch immer moderat, max 5 km mit langsam steigernden Wattzahlen bis max. 120 Watt) auf reines Stabilitätstraining nur mit Körperkraft (ohne Gewichte).

AntiGravity-Laufband

Im Wasser bin ich maximal 400 Meter pro Tag geschwommen und habe zusätzlich auch hier Stabilitätsübungen gemacht, z.B. mit der ‚Schwimm-Nudel‘! Wie das geht? Mit beiden Füßen etwa hüftbreit mittig auf die Nudel stellen und dann, ohne dass ein Teil der Füße den Boden berührt, vorwärts gehen, am besten ohne sich am Rand festzuhalten. Mehrmals wöchentlich hatte ich zusätzlich Einzel- und Gruppen-Training im Wasser. Zwischen meinen täglichen Anwendungen hatte ich immer längere Ruhephasen eingeplant und diese auch mit schwerem Herzen eingehalten. Man darf auch die täglichen 3-4 Laufkilometer inkl. Treppenstufen nicht vergessen, die einfach nur durch die ganz normalen Wege zur Physio, zum Essen, zum Schwimmbad und zum MTT zusammen kamen. Einen Aufzug für die 4 Stockwerke des St. Hubertus hatte ich übrigens auch von innen gesehen!

Das Highlight schlechthin war für mich persönlich das AntiGravity-Laufband. Hier lässt sich exakt einstellen, mit welchem Prozentsatz des Körpergewichtes man sich beim Laufen belastet. Ziel dabei ist, sich nur so stark zu belasten, dass man ein absolut rundes Laufbild hat. Gestartet wurde mit 50%, am Ende der Reha war ich dann immerhin auf 65%. Den Versuch, mit Schmerzmittel den Schmerz beim normalen Abdrücken des operierten Beines beim Gehen zu unterdrücken und damit vielleicht aus dem Schmerzgedächtnis zu löschen, habe ich nach 5 Tagen aufgegeben. Die gewünschte Wirkung wurde einfach nicht erzielt.

Nachdem ich zunächst auf Anraten eines Therapeuten die Gehhilfen gegen NW-Stöcke zumindest zeitweise getauscht hatte, habe ich auch das nach ein paar Tagen sein gelassen, da ich tatsächlich nur mit zwei Gehhilfen ein absolut sauberes Gangbild hatte. Auch die Gangschule hat mir das nochmals entsprechend bestätigt!

Sehr positiv verlief meine selbst initiierte Ultraschall-Untersuchung, die von einer sehr emphatischen und gründlichen Oberärztin durchgeführt wurde. Entgegen meinen Befürchtungen, es könnte sich noch ein größerer innerer Bluterguss gebildet haben, war die Sonographie absolut unauffällig und damit auch meine kleine Schrecksekunde vor Reha-Beginn ohne Folgen.
Ansonsten hat mir eine ‚Physio-Folterknechtin‘, Extrembergsteigerin in der Freizeit, meinen psoas major (großen Hüftbeuger) so bearbeitet, dass ich noch drei Tage etwas davon hatte. War aber kein Problem.
Die Abschluss-Untersuchung war auch positiv: Meine Blutwerte (besonders der HB- und der Entzündungswert) waren alle wieder im Normbereich. Zudem hatte ich seit der OP im April 2018 noch knapp sechs Kilogramm abgenommen – davon zwei während der stationären Reha.

Also alles eigentlich prima, oder?
Für mich persönlich noch nicht ganz. Ich kann eben ohne zwei Gehhilfen noch nicht rund Laufen/Gehen, da der quasi ärztlich verordnete 8-wöchige Muskelschwund nicht in vier Wochen aufgeholt werden konnte.
Nach der erste Woche wieder im Job – alles übrigens absolut problemlos – sind meine weiteren Genesungsschritte schon fest geplant. Neben zweimal Physio pro Woche, werde ich ab nächster Woche (KW 30) ins Physio FIT-Zentrum in Viersen für zunächst 12 Wochen gehen. Dort kann ich das MTT-Training der Reha eins zu eins fortführen. Im übrigen trifft es sich sehr gut, dass ab 1.11.2018 der Medical Park Borussia Mönchengladbach eröffnet. Dort werde ich mit Sicherheit bis zum Frühjahr 2019 Stammgast sein.
Ich bin tatsächlich – mit leichter Ungeduld – gespannt, wann ein absolut rundes Gangbild bei mir wieder Einzug hält.
Ihr erfahrt es als Erste hier in diesem Blog – vielleicht in Kapitel 8!

 

 

Mini-Rückschlag und zähe Reha-Fortschritte – Ist weniger doch mehr?

Fr, 29. Juni 2018 1 Kommentar

Kapitel 6 – Aus der kleinen Schrecksekunde wurden drei Tage Ungewissheit mit starken Schmerzen. Die Erklärung lieferte nach Ultraschall und Röntgen der Orthopäden vor Ort.

Keine Besserung der Schmerzen über Nacht trotz Schmerzmittel. Tagsüber Muskelbehandlung, Wärme und ein heißes Bad. Am 3. Tag war ich doch etwas besorgt und habe mir z.B. ausgemalt, dass sich eine Cerclage geöffnet haben könnte. Also direkt früh zur Orthopädie-Praxis vor Ort – Termine sind in Bayern, warum auch immer, überhaupt kein Problem – und ohne Wartezeit zum Fachorthopäden. Dieser machte, nach meiner kurzen Schilderung des kompletten Sachverhaltes, zunächst ein Ultraschall und danach auch ein Röntgenbild. Die Gute Nachricht: Auf dem Röntgenbild alles genau so, wie fünf Tage zuvor. Die etwas schlechtere lieferte die Ultraschalluntersuchung: Es ist ein kleines Hämatom ungefähr in der Mitte des Oberschenkels, direkt am Knochen, sichtbar. Die Erklärung des Orthopäden: Es könnte sich eine Verklebung oder eine kleine Naht gelöst haben, die dann etwas eingeblutet hat. Mein Operateur Dr. Schipp bestätigt diese Möglichkeit per Telefonat. Leider kann dieses Hämatom durchaus gut zwei bis drei Wochen ein Problem bereiten. Doch bereits am nächsten Tag, ist der Schmerz nur noch leicht zu spüren. Also einfach nochmals schnell ins Schwimmbad ‚gecrutched‘ und 600 Meter Kraulen absolviert. Abends dann ca. zwei Stunden ohne Gehhilfen stehend verbracht. Alles absolut problemlos.

Somit war ich optimistisch, dass das kleine ‚Problemchen‘ mein Reha-Programm nicht sonderlich beeinflussen würde.

Mein Zimmer

Montag, den 18.6.2018, nun endlich der Reha-Start und die lang ersehnte Aufnahme im Medical Park Bad Wiessee, St. Hubertus!
Um es kurz zu machen: Aufnahme schnell, zügig, freundlich und kompetent. Zimmer und Bad sehr geräumig und mit allem ausgestattet, was man benötigt (TV-Flat-Screen, Minibar, Schreibtisch, Sessel, Terrasse mit Liegestuhl).
Ebenso freundlich die Aufnahmegespräche bei den Schwestern und zwei Fachärzten.
Am nächsten Tag begannen dann die Therapie-Termine, die von mir in Abstimmung mit dem Stationsarzt noch nachjustiert wurden. So konnte ich ihn z.B. leicht davon überzeugen, dass die Motorschiene keinen Sinn mehr macht, zumal die Anfangseinstellung 70 Grad war. Ebenso habe ich den Lymphomat (eine Art automatische Lymphdrainage) streichen lassen, da ich weder Wasser noch Schwellungen im Oberschenkel habe. Dadurch, dass man das Medizinisch Technische Training, kurz MTT genannt, nach einer ersten Einweisung – die übrigens durch den gleichen Physiotherapeuten wie vor zehn Jahren stattgefunden hat – zu einer beliebigen Zeit zwischen 8:00 und 18:00 Uhr absolvieren kann, ließ es sich immer gut in den Tagesplan integrieren. Neben dem Stationsarzt, haben sich bei mir sowohl die Oberärztin wie auch die Chefärztin in der ersten Woche vorgestellt und sich dabei auch ausreichend Zeit für ein Gespräch genommen.
Die nächsten Tage waren geprägt von ‚Wiederherstellungsterminen‘ von früh morgens bis zum späten Nachmittag.

Selbstverständlich wurde auch mein Trainings-Programm zu Muskelkräftigung und Stabilität angepasst und erweitert. Neben bekannten Trainingseinheiten auf unterschiedlichen Wackelbrettern, seitlichem Beinstrecker, Ergometer, etc., konnte ich erstmals selbst das TRX®-Training (ein dreidimensionales Training, das alltagsnahe sowie sportartspezifische Bewegungsmuster ermöglicht) kennenlernen. Neben dem Muskel- und Stabilitätstraining bin ich täglich zwischen 300 und 500 Meter im Schwimmbad gekrault und habe danach noch meine Wasser-Geh-Übungen absolviert, teils selbstständig, teils mit Therapeut. Dazu kamen täglich fünf Radkilometer (Ergometer zwischen 80 und 110 Watt) und ca. vier Geh-Kilometer (Crutch-Walking), fast ausschließlich durch die Wege in der Einrichtung selbst. Besonders ‚cool‘ übrigens das ‚Anti-Gravity-Laufband‘, auf dem man mit einem frei einstellbaren Prozentsatz des eigenen Körpergewichtes Gehen oder Laufen kann. Dabei wird man zusätzlich von allen Seiten gefilmt und kann auf dem Monitor direkt erkennen, wo eventuell Defizite sind, bzw. die Bewegung nicht korrekt ausgeführt wird. Ich war davon überzeugt, dass ich das beschriebene Pensum in Korrelation zu meiner körperlichen Fitness wohl dosiert absolvierte, zumal ich mich abends stets wohlgefühlt habe und niemals einen Muskelkater verspürte oder etwa stark erschöpft war.

TRX-Training

Trotzdem bin ich nach neun Tagen Therapie- und Aufbauprogramm noch unzufrieden, da mir ohne Gehhilfen einfach kein rundes Gangbild gelingt. Bei der Belastung des operierten Beines spüre ich bei jedem Schritt (ohne Gehhilfen) ein Schmerz im Oberschenkel, der mich eine Ausweichbewegung machen lässt. Da der Schmerz genau an der Stelle aufritt, in der das Hämatom (vor nunmehr zwei Wochen) diagnostiziert wurde (siehe Kleine Schrecksekunde), bin ich mir nicht sicher, ob mein Muskeldefizit oder eben der Bluterguss dafür verantwortlich sind. Meine Physiotherapeuten meinen, dass meine Muskulatur sehr verhärtet und verspannt sei. Nach einer 40-minütigen physiotherapeutischen Muskellockerung hatte ich das erste Mal einen etwas verminderten Schmerz an der besagten Oberschenkel-Stelle. Ich solle deshalb weniger trainieren und meiner Muskulatur mehr Ruhe gönnen. Genau in dieser Ruhezeit schreibe ich jetzt den Blog-Artikel. Zusätzlich habe ich mit den Ärzten eine erneute Ultraschall-Kontrolle vereinbart um festzustellen, ob das Hämatom noch vorhanden, bzw. sichtbar ist. Auch habe ich im Arztgespräch angesprochen, ob ich vielleicht doch nochmals einige Tage Schmerzmittel nehmen sollte, um den Schmerz aus dem Schmerzgedächtnis zu verbannen. Diese Idee quittierte mein Doc leicht augenzwinkernd: „Wenn Sie aktuell keinerlei Schmerzmittel nehmen, ist das ja Meckern auf hohem Niveau!“. Möglicherweise hatte er damit ja sogar recht und ich sollte mich tatsächlich mal 3-4 Tage auf die Einnahme von Schmerzmitteln einlassen, um danach gemeinsam mit den Ärzten zu entscheiden, wie es am besten weitergehen soll.
Vielleicht sollte ich in den nächsten Tagen wirklich kein Krafttraining mehr für die Beine machen, sondern nur Training für den Oberkörper, Dehnübungen und leichtes Ergometer-Training bei sehr niedriger Wattzahl, neben den bereits feststehenden Terminen für Wärmetherapie, Fußdynamik und der Gangschule – auch wenn es verdammt schwer fällt.

Vielleicht ist ‚weniger doch mehr‘?

Vollbelastung mit Muskelaufbau endlich in Reichweite

Mi, 13. Juni 2018 5 Kommentare

Krauleinheit im Freibad – Rottach-Egern

Kapitel 5 – Nachdem die letzten Wochen geprägt waren von Geduld und Abwarten, ob der 8 Wochen Teilbelastung, ist ein Ende in Sicht: In wenigen Tagen beginnt die stationäre AGM (Anschlussgesundheitsmaßnahme) mit dem ärztlichen Auftrag meines Operateurs, in der ersten Woche die Gehhilfen ‚wegzutrainieren‘.

Die zurückliegenden 14 Tage sind eher unspektakulär verlaufen. Wie bisher wechselten sich tägliche ‚Crutch-Walking‘ Einheiten mit Physiotherapie und Ruhephasen ab. Vor einer Woche habe ich jedoch eine kleine zweite Stufe der Wiederherstellungsaktivitäten gestartet: Bin ich doch bisher insgesamt dreimal zum Sport-Freibad hin- und zurückgelaufen (insgesamt 2,5 km), um dort meine Bahnen zu ziehen. In Summe immerhin fast 2,5 Kraul-Kilometer plus Aqua-Jogging zum ‚Auslaufen‘. Den Kraul-Beinschlag habe ich bei meinem Bahnenziehen dabei natürlich noch recht vorsichtig ausgeführt, um die Muskel am operierten Bein nicht zu überreizen.

Vorgestern, am 11.6.2018, endlich der ersehnte Kontrolltermin in der endogap – Klinik für Gelenkersatz und Garmisch-Partenkirchen bei meinem Operateur Dr. Rolf Schipp. Er ist mit dem aktuellen Röntgenbild zufrieden. Alles sieht perfekt aus und das Implantat befindet sich immer noch exakt an der richtigen Position (kein Nachrutschen und keine Dezentrierung oder Ähnliches), was bei komplexen Revisions-OPs dieser Art nicht selbstverständlich ist. Zudem ist bereits in dem Knochenspalt, der durch den Wagnerzugang (Siehe Erläuterung in Kapitel 2) entstanden ist, zu erkennen, dass der Heilungsprozess, die körpereigene Reparatur dieses Defektes, begonnen hat. Fast euphorisch konnte ich somit direkt nach der Kontrolle mit ärztlicher Erlaubnis ins Vierpunkt ‚Crutch-Walking‘ übergehen. Kleine Tests am Folgetag mit ‚Nordic Walking Stöcken‘ und dem ‚Cross-Shaper‘ verliefen allerdings noch negativ!

Futuristische Eingangshalle endogap – Klinikum GAP

AHB, bzw. Reha-TIPP für Arbeitnehmer
Nachfolgend ein paar Tipps für alle, die mit der Deutschen Rentenversicherung (DRV) wg. ihrer AHB oder Reha in der Wunscheinrichtung nach einer OP zu kämpfen haben.
Bei Ablehnungen oder auf sich wartenden Bescheiden ist, wie oft im Leben, Eigeninitiative und Hartnäckigkeit gefragt. Dies beginnt schon mit dem Sozialdienst im Krankenhaus, der die AHB bereits einige Wochen vor dem feststehenden OP-Termin direkt mit der Wunscheinrichtung vereinbaren kann. In diesem Fall gibt es generell kein Problem mit der Kostenübernahme durch die Rentenversicherung. Hier einfach den Sozialdienst einige Wochen vor der OP anrufen. AHBs ganz zeitnah im Anschluss an eine OP sind in der Regel deshalb komplikationslos, weil die Reha-Einrichtung direkt mit der DRV abrechnen kann. Ungleich schwieriger wird es, wenn die AHB, die dann AGM (Anschlussgesundheitsmaßnahme) heißt, aus medizinischen Gründen wie bei mir erst ca. 8 Wochen nach der OP stattfinden soll. Hier stellt auch der Sozialdienst des Krankenhauses den angepassten Antrag (AGM statt AHB), aber das geht dann erst an die Deutsche Rentenversicherung, die diese Maßnahme genehmigen muss und dann (hoffentlich) direkt mit der Wunsch-Rehaeinrichtung Kontakt aufnimmt.
Dieses Verfahren ist mehr als zäh. Bei mir hat es exakt 6 Wochen ab Antragstellung durch den Sozialdienst der Krankenhauses gedauert, bis ich meine Wunsch-Reha genehmigt hatte. Dazwischen lagen in Summe fast sechs Stunden Telefonwarteschleifen mit nerviger Musik bei der DRV, unzählige Mails, Telefonate, falsche Bescheide, nicht angekommene Bescheide und dann am Schluss endlich, nur durch eindringliche telefonische Überzeugungskraft meinerseits, eine mündliche positive Aussage (die Telefonmitarbeiter dürfen nämlich den Inhalt des Bescheides eigentlich nicht mitteilen) und fast zeitgleich, statt Zustellung des Bescheides per Post, eine ebenfalls eingeforderte Zustellung per Fax. Der Bescheid per Post ist übrigens bis heute noch noch nicht angekommen. Sehr lobend möchte ich ausdrücklich den Sozialdienst der endogap erwähnen, der mich bei meinen Bemühen nach Kräften unterstützt hat (telefonisch und per Mail), sowie die Reha-Klinik Medical Park St. Hubertus in Bad Wiessee. Nachdem ich um ca. 10:00 Uhr morgens endlich das Genehmigungs-Fax der DRV in meinen Händen hatte, habe ich dieses per Mail einige Minuten später an die zentrale Reservierung des Medical Parks gesandt. Bereits knapp sechs Stunden später hatte ich die Zusage für meinen Wunschtermin 18.6.2018, ebenfalls per Mail. Schneller geht es kaum!

PNF – Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation
Schon mal etwas von Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, kurz PNF genannt, gehört?
Nein, ich auch nicht bis vor einigen Tagen. Da bei meinem letzten Physio-Termin meine ‚Stamm‘-Physiotherapeutin Julia in Urlaub weilte, nahm sich ihr Kollege Uwe meiner Revision-Hüfte an. Außer dass er meine nicht ganz so lockeren Adduktoren kräftig und erfolgreich bearbeitet hat, haben wir über einige Themen der Physiotherapie geplaudert und kamen dabei auch auf Nervenschädigungen zu sprechen, wie sie leider vereinzelt bei Hüfte-OPs auftreten können. Auch ich hatte vor meiner komplizierten Revisions-OP etwas Angst davor. Meiner Aussage, dass in Falle von größeren Nervenschädigungen, diese praktisch nicht mehr zu reparieren seien, widersprach mir Uwe unter Hinweis auf PNF, um mir diese Therapie dann zu erläutern und mit dem Beispiel eines Schlaganfall-Patienten zu belegen. Hier war es mit der PNF-Therapie gelungen, das Gehen, dass vorher nur mit einem Vierfuß-Gehstock möglich war, nach einiger Zeit ohne zu schaffen.
Die PNF-Therapie darf nur von speziell dafür weitergebildeten Physiotherapeuten durchgeführt werden.
Ein spannendes Thema, dass ich in jedem Fall weiterverfolgen werde.

Kleine Schrecksekunde
War ich vielleicht zu euphorisch nach der endogap-Kontrolle am Montag? Kurz vor meinem letzten Physio-Termin zwei Tage später bei Julia, in meiner Lieblings-Physiotherapie-Praxis am See, hatte ich bei einer Belastung des operierten Beines bei einem ganz normalen Schritt in der Wohnung wie aus heiteren Himmel ein sehr schmerzhaftes ‚Schnalzen‘ eines Oberschenkelmuskels.

Physiotherapie am See: Oben, einer der großzügigen Therapie-Räume, links das Team mit Robin, Julia und Uwe, rechts dürfen natürlich unsere Buch-Flyer auf dem Tresen nicht fehlen

In der Folge quittierte der Muskel mit ‚Zumachen‘ und Schmerzen bei Belastung. Gut, dass zwei Stunden später eine komplette Physiotherapie-Stunde bei Julia anstand, in der sie meine Oberschenkelmuskulatur akribisch – auch mit Wärmeunterstützung – bearbeitete und lockerte, um die Verhärtungen herauszubekommen. Das ist ihr auch gelungen.
Wer eine gute Physiotherapie-Praxis mit sehr kompetenten und empathischen Therapeuten im Tegernseer Tal sucht, ist hier wirklich bestens aufgehoben.
Trotzdem scheint mein Muskel jetzt irgendwie beleidigt zu sein und quittiert jeden Schritt, auch mit Gehhilfen, noch mit Schmerzen und ich bewege mich aktuell wie kurz nach der OP!
Julia hat mir noch feuchte Wärme für zu Hause verordnet. Bewegen soll ich aber das Bein auch in jedem Fall, um die Durchblutung anzuregen! Bin gespannt wie sich das Morgen früh nach der Nachtruhe anlässt.
Ihr erfahrt es natürlich hier – im nächsten Kapitel.

Wieder in Freiheit – Pflegefall oder Start der Aufbauphase

Mi, 30. Mai 2018 3 Kommentare

Kapitel 4 – Zuhause in der gewohnten und schönen Tegernsee-Umgebung kann die Aufbauphase ganz langsam beginnen, oft ist man allerdings noch ein Pflegefall

Die gut einstündige Fahrt von Garmisch nach Rottach-Egern war absolut problemlos. Ein- und Aussteigen ging allerdings noch sehr langsam. Dazu hat direkt nach Ankunft der Besuch des Hausarztes (1. Stock mit Wendeltreppe) noch etwas geschlaucht.
Es gab zwar einen Treppenlift, aber natürlich nicht für mich!

Ab 20. Post-OP Tag täglicher Stick-Walk zwischen 1,3 und 2,0 km

Zuhause angekommen, war dann erst mal Ausruhen angesagt. Und natürlich ist im eigenen Heim nichts behindertengerecht: Wohnen auf zwei Ebenen, tiefes Bett, tiefe Toilette, tiefe Sessel, tiefe Couch und tiefes Chaiselongue in Wohnzimmer. Aufgrund genereller körperlicher Fitness und kräftigem Oberkörper ist das aber alles zu bewältigen, wenn auch (sehr) langsam. Auf Hilfsmittel wie Keilkissen, Toilettensitzerhöhung oder Ähnliches habe ich, wie schon bei den letzten OPs, extra verzichtet. Etwas Training muss schon sein.
Eines ist aber auch ganz klar: Ohne Vollbelastung und immer auf zwei Gehhilfen angewiesen ist man zu Hause eigentlich ein Pflegefall. Lässt sich die Körperpflege noch ganz alleine bewältigen benötigt man für alles, was man von A nach B transportieren möchte und nicht in einen Rucksack passt, immer eine helfende Hand. Zum Glück habe ich diesen Luxus in Form meiner Liebsten!

Die folgenden Wochen sind geprägt von täglichen Fortschritten in punkto Beweglichkeit, körperlichem Wohlbefinden und erhöhter Leistungsfähigkeit nicht jedoch ohne, dass auch mich das eine oder andere Tief ereilt.

So ein Tief stellte sich bei mir am 11. Post-OP-Tag (zwei Tage nach der Krankenhaus-Entlassung) ein. Morgens trotz gutem Schlaf schon einigermaßen schlapp, falle ich nach dem Mittagessen direkt in den Tiefschlaf für zwei Stunden, um mich sofort nach dem Aufwachen zu übergeben. In der Folge hatte ich dann einen viel zu hohen Ruhepuls von 100 Schlägen pro Minute über einige Stunden. Da logischerweise Sonntag war – wann sonst gibt es solche Zwischenfälle, wenn nicht Sonntags oder Nachts – hatten meine Frau und ich beschlossen, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) anzurufen. Dies hat sehr gut funktioniert. Ca. 1,5 Std. nach dem Anruf war der diensthabende Arzt da. Dass er Facharzt für Gynäkologie war, störte mich nicht wirklich. Er hat alle Vitalfunktionen gründlich untersucht und konnte danach unsere Angst vor einer Embolie zerstreuen. Nicht ohne uns den Rat zu geben, am Montag nochmal in die Arztpraxis zu gehen, um Blutwerte abnehmen, sowie ein EGK schreiben zu lassen. Nebenbei haben wir ausführlich über meine ‚Mutmach‘-Bücher geplaudert und ich habe ihm natürlich beide zum Dank überreicht! Wenn alle Ärzte des Bereitschaftsdienstes so freundlich, gründlich und entspannt sind, wird es Zeit, dass diese Telefonnummer mehr und mehr den Vorzug vor dem Notarzt oder den Krankenhausnotdiensten erhält, so lange keine Lebensgefahr besteht!
Die Ergebnisse am Folgetag waren alle zufriedenstellend (Entzündungswerte sinkend, HB-Wert steigend, EGK absolut unauffällig, Puls und Blutdruck ok). Was diesen kleinen Rückfall verursacht hat: man weiß es nicht. Vermutlich ist das die normale Trauma-Bewältigung des Körpers, so meine eigene, nicht medizinische, Schlussfolgerung.

endofit Physiopass der endogap – Klinik für Gelenkersatz

Dies war aber bisher zum Glück das einzige erwähnenswerte Tief, wobei ich Tage mit etwas mehr Müdigkeit als üblich nicht dazuzähle.

So kam ich inzwischen täglich auf bis zu 1000 Schritte, war einige Male in einem Restaurant, verbunden mit längerem Sitzen, hatte Physiotherapie, bekam ein Teil der Fäden gezogen und gehe mit Erlaubnis meines Operateurs seit dem 20. Post-OP-Tag täglich bis zu 2 km mit dem ‚geliebten‘ Dreipunkt-Gang zu Fuß. Dr. Schipp hat mir außerdem erlaubt, mit beiden Beinen gleichbelastend ohne Gehhilfen zu stehen. Das hilft und ist z.B. sehr angenehm bei Zähneputzen und Rasieren.
Apropos Physiotherapie: Julia, meine Physiotherapeutin, war  extrem angetan davon, dass mir die endogap einen ‚Physiopass‘ ausgestellt hat. Lt. ihrer Aussage hat sie das  noch von keiner anderen Klinik gesehen. In dem Pass stehen alle relevanten Informationen zur meiner OP, zum Entlassungs-Status mit einem kleinen Röntgenbild und Empfehlungen zur Weiterbehandlung. Einfach vorbildlich.
Die nächsten Tage geht es stetig bergauf und ich werde täglich etwas belastbarer, wenngleich ich bestimmt immer noch 4-5 Stunden täglich meine Beine hochlege.

Seit Pfingstmontag habe ich die Schmerzmittel komplett abgesetzt und merke zum Glück keinen Unterschied. Im Gegenteil, subjektiv fühlt sich das operierte Bein immer stabiler an und ist absolut schmerzfrei.

TIPP: Aufpassen wenn die Gummifüsse der Gehhilfen mal durch nasse Wege feucht geworden sind. Unbedingt vor dem Gehen auf glatten Boden, z.B.: Fliesen, die Gummifüsse trocknen. Ich hätte mich fast beim Abstützen auf die rechte Gehhilfe komplett hingelegt, da diese um ca. 30-40 cm nach vorne gerutscht ist. Das wäre sicherlich alles andere als optimal gewesen.

Bei dem zweiten Physiotherapie-Termin in der Praxis Physiotherapie am See, hat meine Therapeutin meine Muskel am Oberschenkel des operierten Beinen fast eine Stunde gelockert und mir anschließend noch Übungen für zu Hause gezeigt. Hauptsächlich für die Hüftstreckung und eine stabile Mitte, als Voraussetzung der Hüftbeweglichkeit.
Auf den Nachhauseweg, übrigens zum ersten Mal seit vier Wochen mit dem Auto selbst fahrend (Automatik), fühlte sich das linke Bein an, als hätte es nie eine Revision-Prothese gesehen. Eine wirklich sehr empfehlenswerte Physio-Praxis – und ich kenne einige.
Apropos selbst fahren: Bei Fahrzeugen mit Automatik liegt das linke Bein (in meinem Fall das operierte) ja wirklich nur ‚blöd‘ herum und stellt somit kein Problem dar. Die größere Herausforderung war, in den flachen Roadster einzusteigen.
Alle Fäden meiner ‚Monster‘-Narbe sind inzwischen auch gezogen und ich traue mich zumindest zu Hause auch mal nur mit einer Gehhilfe zu gehen, damit ich das eine oder andere ohne fremde Hilfe erledigen, bzw. tragen kann.

Was sonst noch so war:
Die Genesungs-Zeit gleitet dahin und ich bin weiter in meinen neuen Trendsportart ‚Crutch Walking‘ aktiv.
in den letzten 2 Wochen fast 30 km im Dreipunkt-Gang mit Gehhilfen zurück gelegt, ‚Crutch-Walking‘ eben. (Siehe nachfolgendes Video)

Weiterhin genieße ich regelmäßige Physiotherapie-Termine mit Lockerungen, Faszienbehandlung und Kräftigungs-Übungen für den Gluteau Maximus.
In den letzten Tagen, exakt heute ist meine OP fünf Wochen her, passiert es mir auch gelegentlich, dass ich aus Versehen zu Hause schon mal 2-3 Schritte ohne Gehhilfen zurücklege. Da sich alles schon so stabil, absolut schmerzfrei und belastbar anfühlt, vergesse ich schlicht für einen Augenblick meine Gehhilfen. Meine große und lange Narbe sieht sehr gut aus und fühlt sich inzwischen auch schon richtig glatt an. Vielleicht liegt es an der täglichen Silikon-Narbenpflege.
Jetzt warte ich nur noch darauf, dass ich hoffentlich spätestens in der nächsten Woche die Genehmigung der Deutschen Rentenversicherung für meine stationäre Reha erhalte und ich auch den Wunschtermin ab 12.6.2018 bestätigt bekomme. Dann könnte es, die Vollbelastungsfreigabe am 11.6.2018 in der endogap vorausgesetzt, endlich los gehen mit dem Ausdauerwettkampf und Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit! Ich kann es kaum erwarten.

2. TEPFIT-Sport-und Fitness Wochenende in Hagen – ein voller Erfolg

Veranstalter, Trainer und Teilnehmer

Bewegende Momente mit künstlichen Hüften
25 fröhliche Hüft-TEPler trafen sich Ende Februar 2018 in Hagen und erlebten im wahrsten Sinne des Wortes bewegende Momente voller Schwung: schwingend auf dem Bellicon-Trampolin, swingend mit den grünen Gute Laune-Smovey-Ringen und schwungvoll gehend mit Faszien-Unterstützung.
Der von den Buchautoren Heidi Rauch und Peter Herrchen in Zusammenarbeit mit Doris Brauckmann und Ulrike Steyer organisierte 2. TEPFIT-Gesundheitsworkshop im top-ausgestatteten Arcadeon-Tagungshotel war ein voller Erfolg … mehr

Das verflixte 7. Jahr – Jahresrück- und Vorschau

Oktober 2017 am Tegernsee mit zielgerichtetem Blick ins Jahr 2018!

Seit Anfang 2011 gibt es diesen Blog, im dem ich in loser Folge zu allen Themen rund um Sport mit Endoprothesen (TEPs) auf Grund eigener Erfahrungen berichte. Diese Informationen werden stets angereichert mit medizinisch, wissenschaftlichen Artikeln, auf die dann entsprechend verwiesen wird. 215 Beiträge sind in dieser Zeit entstanden, also etwas mehr als zwei pro Monat. Damit werden meine Leser zwar nicht gerade mit Artikeln überflutet, aber wenn ich meine Aktivitäten auf der korrespondierten Facebook-Seite, in unserer TEPFIT-Facebook-Gruppe und auf unserer Buch-Webseite mit einbeziehe, bedeuten diese einen nicht unerheblichen Zeitaufwand nebenbei. Ganz zu schweigen vom dem Ende letzten Jahres ins Leben gerufenen YouTube-Kanal, der ab 2018 mindestens monatlich mit neuen Video-Tipps bestückt werden wird. Am besten jetzt schon mal abonnieren, damit Sie nichts verpassen!

Warum das alles? Dafür gibt es mehrere Gründe:
Mein erster Antrieb im Jahre 2011 war, einfach nur Menschen mit ähnlichen Problemen an meinen sehr positiven Erfahrungen mit Doppel-TEP und der neuen gewonnen Beweglichkeit und sportlicher Lebensfreude teilhaben zu lassen. Dass aus dieser Idee mal ein großes Netzwerk von Patienten, Ärzten, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern,

5 km-Cross-Run beim Neroman 2009 – exakt 1 Jahr nach meiner rechten Hüft-TEP-OP in der endogap

sowie zusammen mit meiner Titanhüften-Blog-Freundin Heidi Rauch zwei (drei) Mut-Machbücher – eine komplett überarbeitete Neuauflage des Buches ‚Mut zur neuen Hüfte!!‘ erscheint Anfang nächsten Jahres – entstehen würde, war damals natürlich nicht abzusehen.

Trotz des erheblichen zeitlichen Aufwandes sind Sie es, meine lieben Leser und Follower, die mir mit ihren ausnahmslos positiven Rückmeldungen, Zuschriften, Kommentaren und dem Teilen von Beiträgen und Posts signalisieren, dass dieser sehr gut eingesetzt war und ist.

Warum also ‚Das verflixte 7. Jahr‘?
Dies ist rein sportlich zu sehen. Habe ich seit 2009, bzw. seit Start dieses Blogs 2011 viele jährliche Lauf- und Radkilometer in mehreren Einheiten pro Woche problemlos absolvieren können, musste ich nun 2017 – also im verflixten 7. Blog-Jahr – sportlich wesentlich kürzer treten. Nach zuletzt ca. 700-1000 Laufkilomentern pro Jahr, waren es 2017 nur noch lächerliche 200 km – und diese auch mehr schlecht als recht. Dabei mal meine 1,4 Mio Schritte mit einer zurückgelegten Distanz von 1.600 km außer Acht lassend. Dazu kamen dann noch ebenfalls sehr wenige 350 MTB-Radkilometer und 80 Bergwander-Kilometer. Der Grund ist ebenso einleuchtend wie er vorhersehbar war. Meine inzwischen fast 21 Jahre alte linke Hüft-TEP ruft nach einem Austausch! Der OP-Termin wurde letzte Woche vereinbart: Am 25.4.2018 gibt es – fast auf den Tag 21 Jahre nach der Erstimplantation – einen

Das endogap – Ärzteteam
Chefarzt Dr. Christian Fulghum mit seinen leitenden Ärzten Dr. Florian Wolpert, Dr. Rolf Schipp und Wolfgang Reng (v.l.n.r.)

‚Reifenwechsel‘ in der Klinik meines Vertrauens – der endogap – Garmisch-Partenkirchen. Bis dahin heißt es, sich gut auf die OP vorzubereiten und so beweglich und sportlich wie irgend möglich zu bleiben. Ab Januar werde ich dann zusätzlich noch ein paar Einheiten Krafttraining einbauen – die ich zuletzt etwas vernachlässigt habe -, um dann spätestens ab 26.4.2018 meine sportlichen Ziele neu zu definieren.
Mein bereits heute fest ins Auge gefasster Plan lautet: Ende April 2019, genau ein Jahr nach der Revision-OP, den Neroman in Wiesbaden (Sprint-Cross-Triathlon) zu bestreiten. War dies doch auch der erste Wettkampf nach meiner letzten Hüft-TEP rechts in Garmisch im April 2008 (Siehe Artikel der endolife auf Seite 6).
Ob es mir gelingt, die Neroman 2019 Ziellinie zu überqueren, erfahrt Ihr natürlich hier, sowie auf allen oben genannten anderen Media-Kanälen.

Wer mich vor meiner Revisions-OP nochmal ganz persönlich sehen und treffen möchte, hat dazu am Wochenende vom 23.-25.2.2018 in Hagen Gelegenheit. Nach dem sehr erfolgreichen 1. TEPFIT-Treffen in Erding im November 2016, findet an diesem Wochenende in Hagen der 2. TEPFIT-Gesundheitswork-Shop statt. Anmeldungen sind noch unter TEPFIT-Gesundheitsworkshop-2018 möglich! Das komplette Programm kann dort ebenfalls eingesehen werden. Es ist für jedem etwas dabei, von sportlich bis informativ, alles von Spezialisten präsentiert. Außerdem werden ich zusammen mit meiner lieben Mitautoren Heidi Rauch exklusiv die komplett überarbeitete Neuauflage unseres Mutmach-Buches vorstellen. Wer aus der näherem Umgebung von Hagen kommt, kann auch nur am Samstag, den 24.2.2017, am Hauptprogramm-Tag teilnehmen!

Ihnen allen eine schöne, bewegte und friedliche Weihnachtszeit. Ich hoffe, Sie bleiben mir auch 2018 treu und sparen nicht mit Kritik und Anregungen. Gerne können Sie mir auch persönliche ‚Erfolgs‘-Geschichten rund um Ihre TEP, die Sie schon immer mal veröffentlichen wollten, zusenden (eMail im Impressum)! Wir werden dann gemeinsam entscheiden, wie und ob daraus ein Blog-Artikel entstehen kann.

Gonarthrose, künstliche Gelenke, Sport und Eigeninitiative

Sehr häufig bekommen wir, besonders auch in unserer über 2000 Mitglieder starken Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie), folgende Fragen gestellt:

1. Kann, soll man mit Arthrose Sport machen?
2. Kann, darf, soll man mit einem künstlichen Gelenk Sport machen?

Beide Fragen uneingeschränkt mit ‚JA‘ zu beantworten ist zwar richtig, aber bedarf doch einer Erläuterung.

Ich verweise dazu gerne auf einen aktuellen Artikel der Sportärztezeitung. In dem Beitrag Gonarthrose und Sport geht es um Entlastung und Stabilisierung der Kniegelenke vor und auch nach einer Operation mit individuell angefertigten Knieorthesen. Dieser Artikel – erschienen in der sportärztezeitung 04/17 – ist hier als PDF aufrufbar. An Fallbeispielen mit Skifahrern und Tennisspielern wird dort aufgezeigt, wie heute moderne Orthesen helfen können, eine hohe Belastungsfähigkeit bei gleichzeitiger Schmerzreduktion zu erreichen und zu erhalten.

Karsten Rudloff mit MBT im Himalaya auf 5416 Meter Höhe

In unserer oben erwähnten Facebook-Gruppe hat uns folgender Sport-Mutmach-Post von Karsten Rudloff, der vor einem Jahr ein künstliches Hüftgelenk erhalten hat, erreicht:

Möchte mich hier auch nochmal kurz zu Wort melden, um deutlich zu machen, dass mit künstlicher Hüfte alles genauso möglich ist, wie mit unseren natürlichen Gelenken. Ich habe im Oktober 2016 eine Hüft-TEP rechts erhalten, im Oktober 2017 habe ich nun eine Mountainbike-Tour im Himalaya gemacht. Dabei musste das Rad u.a. stundenlang bis auf 5400m Höhe auf dem Rücken getragen werden, da der Weg zu steil und die Luft zu dünn war. Alles hat völlig problemlos geklappt
Ich war übrigens nicht der einzige Hüft-TEPler in unserer Gruppe: ein 60jähriger Österreicher hatte vor 1,5 Jahren ein neues Gelenk erhalten!
Also keine Angst vor der OP, danach ist wieder ALLES möglich!

 

Ein weiteres, nicht von jedem nachzuahmendes Beispiel ist der Profi-Boxer Manuel Charr: Er wird heute Abend gegen Alexander Ustinov mit zwei künstlichen Hüftgelenken, die erst ein halbes Jahr alt sind, um den Weltmeister-Titel im Boxen kämpfen.

Auch wenn die beiden letzten Beispiele sicherlich etwas extrem sind, so zeigen sie doch eindrucksvoll, dass mit künstlichen Gelenken und/oder Arthrose das sportliche Leben nicht zu Ende ist. Selbstverständlich ist das auch sehr stark von der allgemeinen körperlichen Verfassung und den sportlichen Aktivität der Patienten vor ihren Arthrose-Problemen abhängig. Last but not least kommt dem Können der Operateure, im Falle einer endoprothetischen Versorgung, eine ganz entscheidende Bedeutung zu.

Ich wiederhole daher gerne meinen Ratschlag:
Sollte eine OP unausweichlich sein, ergreifen Sie die Eigeninitiative: Suchen Sie sich ganz in Ruhe einen Spezialisten in einem Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZMax) aus und nehmen Sie dabei auch ggf. weite Wege in Kauf. Lassen Sie sich keinesfalls schnell zu einer OP bei Ihrem ersten Arzt-Termin drängen. Wir sind in Deutschland (noch) in der glücklichen Lage, auch als Kassenpatient die freie Krankenhaus-Wahl zu genießen und mehr als eine Meinung einholen zu können. Nutzen Sie das!
Informieren Sie sich vor eventuellen Eingriffen ausführlich. Die Möglichkeiten sind heute im Zeitalter des Internets und der Social Media-Kanäle so vielfältig wie nie.
Ohne Eigeninitiative und dem Willen, wieder vollständig zu genesen, was ein beständiges und hartnäckiges Training voraussetzt, wären auch die oben genannten sportlichen Leistungen nicht möglich gewesen.