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Archive for the ‘Mountain-Biken’ Category

Auch vergleichsweise unspektakuläre und kleine Übungen sind sehr effizient

Mo, 22. Oktober 2018 1 Kommentar

Kapitel 10 – Eigentlich wollte ich mit dem 10. Beitrag mein Revision-Tagebuch abschließen, habe mich aber dazu entschieden, Euch an meinen kleinen und eher unspektakulären Trainings-Einheiten und Übungen, mit denen man stetig weitere kleine Fortschritte erzielt, teilhaben zu lassen. Es muss nicht immer das „Hammer-Power-Training“ sein.

MTB-Runde um den Tegernsee – September 2018

Nach meinem sehr positiv verlaufenen Kontrollbesuch in der endogap nach gut fünf Monaten (siehe Kapitel 9), hatte ich das große Glück, noch eine ganze Woche Traumwetter am Tegernsee genießen und für Outdoor Aktivitäten nutzen zu können! Am Ende der gesamten zwei Wochen standen knapp 100 MTB-Kilometer, 35 Wanderkilometer und jeden zweiten Tag MTT-Training im Medical-Park in Bad Wiessee auf meinem Aktivitäten-Tacho. Dieses Pensum hat mich, wie erhofft, wirklich sehr weit nach vorne gebracht. Aber wie soll man das im Berufsalltag in dieser Intensität bewerkstelligen?

Ich habe mir von meinem Physiotherapeuten einige wenige effektive Übungen zeigen lassen, die sich überall im Alltag und auch im Büro integrieren lassen und diese mit weiteren, mir bekannten Übungen ergänzt. Als sehr effektiv hat sich dabei das Treppenstufen- oder auch Hockertraining erwiesen. Einfach mit dem operierten Bein auf die erste Treppenstufe stellen – später auch auf die zweite – und dann ganz langsam das nicht operierte Bein auf der dritten (später vierten) Stufe aufsetzen und danach ebenso langsam wieder in die Ausgangsposition zurückstellen. Wenn diese Übung am Anfang überhaupt nicht oder nur sehr schnell mit Ausweichbewegungen funktioniert, bitte unbedingt mit der gegenüberliegenden Hand an einem Geländer oder Stock genau so viel abstützen, dass diese Übung komplett rund und vor allen Dingen langsam und kontrolliert erfolgen kann. Das Ganze je nach Kraft 3 x 10 oder 3 x 15 mal wiederholen. Nach einiger Zeit wird das Geländer zunehmend überflüssig. In Ermangelung einer Treppenstufe kann man auch einen tiefen Hocker und nach einer Zeit einen Stuhl nehmen. Wie gesagt, unspektakulär aber sehr effektiv! Ebenso einfach und effektiv ist auch Folgendes: Immer konsequent versuchen aus dem Sitzen aufzustehen und auch wieder hinzusetzen, ohne sich mit den Armen abzustützen – und zwar auch von niedrigen Sitzpositionen wie Toilette, Couch, Sessel, Bettrand oder auch einem Ferrari, falls zufällig vorhanden. Ganz am Anfang wird das besonders aus tiefen Positionen nicht immer gehen, aber nach und nach auf jeden Fall. Man muss sich aber wirklich dazu zwingen. Bitte mal darauf achten, wie oft man am Tag mit Armunterstützung aufsteht und sich wieder hinsetzt. Da kommen locker einige Dutzend „Sit-ups“ und „Sit-downs“ zusammen. Diese Art des Aufstehens und Hinsetzens ist natürlich auch für jeden „Gesunden“ besser.
Was man auch immer im Alltag einplanen kann, ist der Einbeinstand und das Stehen auf Zehenspitzen, beides sehr gut für die Stabilisation. Zusätzlich kann man dann abends und morgens im Bett liegend die zwei- und später einbeinige Brücke machen und/oder seitlich liegend, dass operierte Bein gestreckt nach oben abheben.
Gerade auch diese letzten beiden Übungen konnte ich nach meiner Revision anfangs bestenfalls mit einigen wenige Zentimetern Spiel ausführen. Aber hier gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein!
Übrigens sind einige der erwähnten Übungen im Buch ‚Mut zur neuen Hüfte!!‚ im Kapitel „Die neun goldenen HOP-HIP-Regeln“ zu finden. Einen kleinen Auszug gibt es hier kostenlos zur Veranschaulichung als Download!

Mein Fazit:
Auch mit kleinen Einheiten und Übungen im Alltag kann man im Laufe der Zeit viel erreichen. Wenn dann noch am Wochenende oder Abends die eine oder andere Outdoor- oder Studiotrainingseinheit dazu kommt, geht es beständig und stetig aufwärts.
Wie lange es insgesamt bei mir persönlich gedauert hat, bis das letzte muskuläre Defizit Geschichte war, erfahrt Ihr dann hoffentlich im nächsten Kapitel!

 

Die letzten 5-10 Prozent fehlen noch – Glücksgefühle in der endogap

Mo, 1. Oktober 2018 2 Kommentare

Kapitel 9 – Die Revisions-OP ist seit gut fünf Monaten Geschichte. Auch wenn ich zeitweise das Gefühl habe, alles ist perfekt, gibt es doch immer wieder Phasen und Situationen, die mich die schwierige Revision-OP spüren lassen. Auch an den letzten 5-10 Prozent muss noch hart gearbeitet werden.

Die letzten Wochen waren geprägt vom Arbeitsalltag mit eingebauten Physio-Therapieeinheiten, Fitness-Studio einmal pro Woche abends und 1-2 ausführlicheren Sporteinheiten am Wochenende. Immer abwechselnd MTB und Laufen/Gehen mit Trekkingstöcken im Gelände. Die Highlights waren dabei einige größere problemlose MTB-Strecken mit bis zu 25 km, sowie an meinem Geburtstag endlich meine komplette MTB-Taunushausrunde mit insgesamt 20 km und 330 hm. Flankiert wird das alles von täglichen Einbein-Übungen mit dem operierten Bein als Standbein und tiefen Kniebeugen mit Festhalten an der Sprossenwand oder einem Geländer. Seit ca. 3 Wochen gelingt es mir auch immer besser aus der Seitenlage das operierte Bein nach oben anzuheben.

Wanderung auf den Wallberg – 5 Monate Post-OP

Es gibt Tage, da kommt es mir persönlich beim normalen Gehen so vor, als wäre alles zu 100% in Ordnung. Auch die Selbstkontrolle an Spiegeln oder Glastüren bestätigt dies. Dann sind aber auch wieder Tage dabei, an denen ich immer noch nach längerer Zeit einen leichten ‚Hink‘-Gang habe. Meine im letzten Kapitel geäußerte Hoffnung, mich bei der Städtetour in Bremen komplett ohne Trekking-Stöcke bewegen zu können, ließ sich nur teilweise erfüllen. Es standen allerdings am Ende der zwei Tage auch 20 Geh-Kilometer auf dem Zähler.

Aktuell kommt mir der zweiwöchige Urlaub am Tegernsee wirklich sehr gelegen. Das erste Mal seit der stationären Reha habe ich wieder richtig viel Zeit, an der eigenen Fitness und der 100%-igen Wiederherstellung zu arbeiten. Das sonnige Spätsommerwetter lässt auch alle Outdoor-Aktivitäten zu. Biken, Wandern und Spazierengehen stehen auf dem Programm, sowie Kraft- und Fitness-Training im Medical Park Bad Wiessee in den noch kühlen Vormittags-Stunden. Dort gibt es die hervorragende Möglichkeit, gegen einen wirklich sehr fairen Preis, eine 10er-Karte zu erwerben, mit der man genau dort weitermachen kann, wo man nach der stationären Reha aufgehört hat: Also ausgiebig MTT mit Schwimmbadnutzung.

Am 27.09.2018 konnte ich mich dann über das Erreichen meines selbst gesteckten Zieles freuen: Fünf Monate und 3 Tage nach meiner Revision konnte ich problemlos ohne irgendwelche Beschwerden den Tegernseer Hausberg – den Wallberg – bis zu Bergstation (1620 Meter) erwandern. Dies sind 800 Höhenmeter auf 6,5 Km, was einer durchschnittlichen Steigung von etwas über 12% entspricht. Natürlich bergauf durch zwei Bergwanderstöcke unterstützt und bergab die Kabinenbahn nehmend. Die weiteren 100 Höhen-Meter bis zum Gipfelkreuz nehme ich mir für nächstes Jahr vor, wenn genügend seitliche Stabilität auch für die Bergab-Passagen vorhanden ist.

Aber es bleibt dabei: Trotz recht intensivem Training, regelmäßigen Stabilitätsübungen und sportlichen sowie bewegungstechnischen Erfolgen, sind das muskuläre Defizit und die mangelnde seitliche Stabilität noch sichtbar, wie nachfolgendes Video vom 28.9.2018 deutlich beweist.

 

Glücksgefühle in der endogap
Am 01.10.2018, also genau 159 Tage nach meiner OP im April, fand mein Kontroll-Termin in der endogap statt.
Ich war sehr gespannt, ob sich mein eigenes Gefühl, dass der Heilungsprozess wirklich sehr gut verlaufen ist, bzw. noch verläuft, auch diagnostisch bestätigt. Zu meiner großen Freude und Erleichterung ist genau dies der Fall.

links April 2018 – rechts Okt 2018 – Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der endogap – Garmisch-Partenkirchen (Vergrößern durch anklicken)

Auf nebenstehendem Röntgenbild ist sehr gut zu sehen, dass sich die Osteolysen (Knochendefekte), die im linken Bild am Schaft deutlich durch die dunklen Stellen zu erkennen sind, sich auf dem rechten Bild schon hervorragend regeneriert haben. Außerdem ist der Knochenspalt – entstanden durch den Wagner-Zugang (Siehe Erläuterung in Kapitel 2) -, der auf dem linken Bild (oberhalb der unteren Cerclage) deutlich zu sehen ist, auf dem rechten Bild schon zusammengewachsen. Lt. meinem Operateur und leitenden Arzt der endogap, Dr. Rolf Schipp, ist diese schnelle Regeneration des Knochens eher ungewöhnlich und dauert normalerweise deutlich länger!
Zu meiner großen Freude und Zufriedenheit, habe ich jetzt auch grünes Licht, mein Krafttraining mit Gewichten angemessen zu erhöhen. Dr. Schipp zu mir wörtlich: „Da kann jetzt nix mehr passieren, das ist fest eingewachsen!“
Auf meine Frage, ob es denn irgendwann wieder möglich sei, kleinere Einheiten zu Laufen (Joggen), wenn meine letzten Muskeldefizite ausgeglichen sind, meinte er, ich solle es einfach versuchen mit kurzen Strecken auf nicht allzu hartem Untergrund. Das nehme ich mir aber jetzt frühestens für das Frühjahr 2019 vor.

Den Schwung und die positive Energie aus dem Kontroll-Besuch in der endogap werde ich jetzt die restlichen Urlaubstage noch nutzen, um mein Fitness-Training moderat zu steigern und an den bevorstehenden Sonnentagen noch einige größere Bike-Runden zu unternehmen!

Das nächste und vielleicht letzte Kapitel meiner Revisionsgeschichte folgt erst, wenn alle noch bestehenden Muskeldefizite vollständig ausgeglichen sind – und das kann noch dauern!

 

Arbeitsalltag und Aufbautraining muss synchronisiert werden

So, 12. August 2018 3 Kommentare

Kapitel 8 – Seit vier Wochen wieder im Arbeitsalltag. Physio-Termine, Fitness-Studio und Outdoor-Aktivitäten müssen mit einem Vollzeitjob synchronisiert werden. Nicht immer ganz einfach, aber irgendwie möglich.

Flache und langsame Bike-Runde am herrlichen Tegernsee

Eines vorweg: Sich in einer stationären Reha abseits des Alltags ganz auf seine körperliche Fitness und Wiederherstellung zu konzentrieren, kann überhaupt nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Möglichkeiten, die das Deutsche Kranken- und Rentenversicherungssystem hier bieten, sind in Europa vorbildlich und keineswegs selbstverständlich!
In meinem Fall hätte ich sogar noch Anspruch und die Option auf das IRENA-Programm bei entweder weiterer Arbeitsunfähigkeit oder mit einer mir zustehenden Wiedereingliederung mit reduzierter Arbeitszeit gehabt. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, da ich das weder meinem Arbeitgeber und meinen Mitarbeitern nach drei Monaten Krankheit zumuten wollte, noch dies wirklich für notwendig erachtet habe.
Ich habe mich auf Eigeninitiative in einem Reha-Fitness-Studio zunächst für 12 Wochen angemeldet und nehme die zusätzlich verordneten Einzel-Physiotherapie-Einheiten in Anspruch.

War es in der ersten Arbeitswoche tatsächlich nicht ganz einfach, sich mit ein oder gar zwei Gehhilfen zu bewegen und dabei noch Reisegepäck inkl. Rechnertaschen zu transportieren, habe ich das ab der zweiten Woche ohne die Gehhilfen absolviert, wobei natürlich das Gangbild noch zu wünschen übrig ließ, es sei denn ich benutze meine Gehhilfen oder, wie im nachfolgenden Video zu sehen, NW-/Trekking-Stöcke zur Abstützung! Achtung: Es ist kein Nordic-Walking Sport!

Apropos Gangbild: Das ist tatsächlich mein größtes Problem. Ich bin völlig schmerzfrei in allen aktuellen Lebenssituationen und kann Dinge des täglichen Lebens ohne Einschränkungen erledigen, wie z.B. Schuhe binden, Strümpfe anziehen, Fußnägel schneiden, aber mein Gangbild will ohne Gehhilfen einfach nicht rund werden. Trotz zweimal pro Woche Einzel-KG, ein- bis zweimal Fitness-Studio, zusätzlicher täglicher Übungen zu Hause und am Wochenende Outdoor-Aktivitäten wie MTB, normales Gehen mit Gehhilfen oder mit NW-/Trekking-Stöcken. Es gibt immer mal Phasen in denen ich meine, jetzt geht es richtig gut, bzw. viel besser.

Meine MTB-Hausrunde im Taunus mit leicht reduziertem Umfang!

Besonders – und das war für mich tatsächlich überraschend – nach meiner ersten MTB-Taunus-Runde nach der OP von knapp 14 km und 250 Höhenmetern. Nachdem ich mich in den Wochen zuvor ganz langsam wieder ans Outdoor-Biken auf flachen Strecken herangetastet habe (siehe Foto oben), wollte ich endlich wieder mal meine heimatliche Hausrunde fahren. Auch wenn ich die Strecke um knapp 6 km und 100 Höhenmeter verkürzt habe – um dem operierten Bein die sehr steilen Passagen noch nicht zuzumuten – war es ein wirklicher Genuss wieder in frischer Luft durch den herrlichen Taunuswald zu fahren, Steigungen und Abfahrten – immer (noch) mit der Hand an der Bremse, denn ein Sturz wäre alles andere als optimal – zu meistern und wunderbare Aussichten vom Taunus bis in den Odenwald zu genießen! Beim Biken werden eben viele Beinmuskeln angesprochen, die kurz danach für entsprechende Stabilität auch beim Gehen sorgen!
Aber leider ist dieses Gefühl des ‚runden Gehens‘ immer nur von kurzer Dauer. Ich benötige einfach beim Laufen / Gehen auf der rechten Seite noch einen Halt, eine Stütze, um nicht in den Ausweich- bzw. Hink-Gang zu verfallen. Noch bin ich einigermaßen geduldig. Ich möchte aber spätestens Ende August bei einer Städtereise mit besten Freunden die lästigen Dinger endlich in die Ecke stellen. Noch bin ich optimistisch, dass das funktioniert. Ob es wirklich klappt erfahrt Ihr spätestens in Kapitel 9.

 

Sport mit Endoprothese – auch nach einer Revisions-OP?

Sport mit Endoprothese – auch nach einer Revisions-OP?

Antworten zu dieser Frage werden nach meinem Selbstversuch in loser Reihenfolge in den nächsten Wochen und Monaten hier zu lesen sein.
Steht doch in Kürze ein Wechsel der 21 Jahre alten und damals zementierten linken Hüfte-TEP an und natürlich kommen Fragen auf:

  • Werde ich ähnlich sportlich aktiv danach sein können wie in den letzten Jahren?
  • Kann/darf ich nach der Wechsel-OP auch wieder Laufen (Joggen)?
  • Wie haltbar und belastbar wird die Austausch-Hüfte sein?
  • Welche meiner Sportarten (Radfahren/MTB, Schwimmen, Laufen, Ski-Langlauf, Tischtennis, Cross-Shpaing, Bergwandern) werden ganz problemlos wieder möglich sein und ab wann?

Erholung und Entspannung – Tegernsee

Eine Revision-OP ist eben keine Erstimplantation und daher etwas komplizierter.
Wie es letztendlich um die Knochenbeschaffenheit rund um den gelockerten Schaft wirklich steht, kann man leider erst bei der OP selbst feststellen.
Aktuell versuche ich mich entsprechend vorzubereiten und genieße vor der Operation noch eine gute Woche Urlaub am geliebten Tegernsee mit meiner Familie, um schön entspannt und ausgeruht zu sein. Zudem werde ich, neben Spaziergängen in Berg- und See-Kulisse, noch einige lockere Runden mit dem MTB drehen, damit das Gelenk bis zu endgültigen Aufnahme in der endogap in Bewegung bleibt.
Einige sportliche Ziele habe ich mir natürlich für Anfang 2019 bereits gesteckt. Ob diese erreichbar und machbar sein werden? Ihr erfahrt es hier!

Gonarthrose, künstliche Gelenke, Sport und Eigeninitiative

Sehr häufig bekommen wir, besonders auch in unserer über 2000 Mitglieder starken Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie), folgende Fragen gestellt:

1. Kann, soll man mit Arthrose Sport machen?
2. Kann, darf, soll man mit einem künstlichen Gelenk Sport machen?

Beide Fragen uneingeschränkt mit ‚JA‘ zu beantworten ist zwar richtig, aber bedarf doch einer Erläuterung.

Ich verweise dazu gerne auf einen aktuellen Artikel der Sportärztezeitung. In dem Beitrag Gonarthrose und Sport geht es um Entlastung und Stabilisierung der Kniegelenke vor und auch nach einer Operation mit individuell angefertigten Knieorthesen. Dieser Artikel – erschienen in der sportärztezeitung 04/17 – ist hier als PDF aufrufbar. An Fallbeispielen mit Skifahrern und Tennisspielern wird dort aufgezeigt, wie heute moderne Orthesen helfen können, eine hohe Belastungsfähigkeit bei gleichzeitiger Schmerzreduktion zu erreichen und zu erhalten.

Karsten Rudloff mit MBT im Himalaya auf 5416 Meter Höhe

In unserer oben erwähnten Facebook-Gruppe hat uns folgender Sport-Mutmach-Post von Karsten Rudloff, der vor einem Jahr ein künstliches Hüftgelenk erhalten hat, erreicht:

Möchte mich hier auch nochmal kurz zu Wort melden, um deutlich zu machen, dass mit künstlicher Hüfte alles genauso möglich ist, wie mit unseren natürlichen Gelenken. Ich habe im Oktober 2016 eine Hüft-TEP rechts erhalten, im Oktober 2017 habe ich nun eine Mountainbike-Tour im Himalaya gemacht. Dabei musste das Rad u.a. stundenlang bis auf 5400m Höhe auf dem Rücken getragen werden, da der Weg zu steil und die Luft zu dünn war. Alles hat völlig problemlos geklappt
Ich war übrigens nicht der einzige Hüft-TEPler in unserer Gruppe: ein 60jähriger Österreicher hatte vor 1,5 Jahren ein neues Gelenk erhalten!
Also keine Angst vor der OP, danach ist wieder ALLES möglich!

 

Ein weiteres, nicht von jedem nachzuahmendes Beispiel ist der Profi-Boxer Manuel Charr: Er wird heute Abend gegen Alexander Ustinov mit zwei künstlichen Hüftgelenken, die erst ein halbes Jahr alt sind, um den Weltmeister-Titel im Boxen kämpfen.

Auch wenn die beiden letzten Beispiele sicherlich etwas extrem sind, so zeigen sie doch eindrucksvoll, dass mit künstlichen Gelenken und/oder Arthrose das sportliche Leben nicht zu Ende ist. Selbstverständlich ist das auch sehr stark von der allgemeinen körperlichen Verfassung und den sportlichen Aktivität der Patienten vor ihren Arthrose-Problemen abhängig. Last but not least kommt dem Können der Operateure, im Falle einer endoprothetischen Versorgung, eine ganz entscheidende Bedeutung zu.

Ich wiederhole daher gerne meinen Ratschlag:
Sollte eine OP unausweichlich sein, ergreifen Sie die Eigeninitiative: Suchen Sie sich ganz in Ruhe einen Spezialisten in einem Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZMax) aus und nehmen Sie dabei auch ggf. weite Wege in Kauf. Lassen Sie sich keinesfalls schnell zu einer OP bei Ihrem ersten Arzt-Termin drängen. Wir sind in Deutschland (noch) in der glücklichen Lage, auch als Kassenpatient die freie Krankenhaus-Wahl zu genießen und mehr als eine Meinung einholen zu können. Nutzen Sie das!
Informieren Sie sich vor eventuellen Eingriffen ausführlich. Die Möglichkeiten sind heute im Zeitalter des Internets und der Social Media-Kanäle so vielfältig wie nie.
Ohne Eigeninitiative und dem Willen, wieder vollständig zu genesen, was ein beständiges und hartnäckiges Training voraussetzt, wären auch die oben genannten sportlichen Leistungen nicht möglich gewesen.

Die positive Aura der endogap oder eine Verschwörung des IoT?

MTB reaktiviert

Seit ca. zwei Jahren mehren sich die Anzeichen, dass eine Revision meiner inzwischen über 20 Jahre alten linken ‚Zement‘-Hüfte notwendig wird! Auf den Röntgenbildern sind vermehrt Osteolysen (Verlust von Knochensubstanz auf Grund des Abriebs) zu erkennen und ich selbst habe in unregelmäßigen Abständen Beschwerden, die sich mit Schmerzen und Kraftverlust im Oberschenkel bemerkbar machen, aber zum Glück nach ein bis maximal drei Tagen wieder verschwunden sind. Das hat natürlich auch dazu geführt, dass meine Läufe weniger und kürzer wurden und ich dafür wieder mehr mein MTB zum Einsatz bringe. Doch seit ich Anfang Juli dieses Jahren bei Dr. Christian Fulghum in der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen zu Kontrolle war und per Handschlag meine Revisions-OP für April 2018 dingfest gemacht habe, sind die subjektiven Beschwerden weg und ich gehe aktuell zumindest zweimal pro Woche regelmäßig Laufen, getreu dem Rat von Dr. Fulghum: ‚Machen Sie alles wie bisher, aber lassen Sie vielleicht den Halbmarathon weg!‘

endogap – Eingangshalle

Woran liegt das? Ist es die positive Aura der endogap (siehe Foto Eingangshalle), die unbändige Vorfreude auf die Revisions-OP oder gar eine Verschwörung des IoT (Internet of things)? Haben vielleicht professionelle Hacker – von Kliniken und Implantatherstellern engagiert – die vernetzten Röntgen- und MRT-Systeme infiltriert und die Befunde so manipuliert, dass möglichst viele OPs notwendig werden? Möglich wäre dieses Szenario, wo jedes technisch anspruchsvolle Gerät einen Internetzugang hat oder zumindest herstellen könnte, ohne Probleme. Man mag es sich nicht wirklich ausmalen, was das bedeutet würde. Aber schließlich wären auch bisher aufgedeckte Medizinskandale, wie z.B.: die Verwendung von minderwertigen Zahnimplantaten aus China im großen Stil, die dann bei uns zu hohen Kosten mit den Krankenkassen abgerechnet wurden, ohne gut funktionierende IT nicht möglich gewesen.

Bevor ich jetzt aufgebrachte und besorgte Zuschriften bekomme, so wie es Postillon ständig geht: Vorstehendes Szenario war zumindest in meinem Fall nicht wirklich ernst gemeint und ist – zumindest Stand heute – noch unter Satire zu verbuchen.

Bewegung und Sport ist immer gut, sowohl vor einer notwendigen Erst-OP als auch vor einer Revision. Je besser die Muskulatur ist und je mehr der Knochen noch ‚Futter‘ bekommt, desto besser sind die Voraussetzungen für den Erfolg des Eingriffs. Ich werde jedenfalls alles daran setzen, mich bis April 2018 so fit wie möglich zu halten und dabei hoffen, dass sich die Lockerungsschmerzen weiterhin sehr in Grenzen halten, um mich dann optimistisch in die Hände der Revisions-Spezialisten der endogap zu begeben. Ich werte es übrigens als gutes Zeichen und vertrauensbildende Maßnahme, dass Chefarzt Dr. Fulghum mich nicht selbst operieren möchte, sondern er mir seine beiden Oberärzte empfohlen hat, die für diese Art der Revisions-OP lt. seiner eigenen Aussage mehr Erfahrung haben.

Sport und Bewegung mit künstlichen Gelenken auch im Winter ein Muss!

So, 29. Januar 2017 2 Kommentare

Bewegung und sportliche Betätigung mit künstlichen Gelenken ist auch im Winter im Schnee und an der kalten frischen Luft kein Problem, sondern im Gegenteil fast ein Muss, wenn dabei ein paar Dinge beachtet werden:

  1. Ausdauerspolanglauftraumrtarten wie Laufen und Radfahren deutlich langsamer angehen als im Sommer (Genuss statt Wettkampf).
  2. Auf wintertaugliches Schuhwerk achten (Gore-Tex-Winter-Trail-Schuhe mit gutem Profil), ggf. auch mit Spikes.
  3. Mountain-Biken auf festem Schnee ist kein Problem. Schneematsch und glatte Strecken natürlich meiden. Bei Tauwetter darauf ganz verzichten.
  4. Neben der ’normalen‘ winterlichen Sport-Kleidung besonders darauf achten, dass der Kopf warm bleibt. Daher unbedingt Mütze und/oder Stirnband anziehen.
  5. Wer in den Atemwegen empfindlich ist, sollte bei Minusgraden ein Tuch (Buff) über Mund und ggf. Nase ziehen.
  6. Besonders ideal im Winter ist natürlich auch Ski-Langlauf als Ausdauersport. Skating ist dabei sicherlich möglich, doch der klassische Stil verträgt sich besser mit künstlichen Gelenken, da keine Spreiz- und Rotationsbewegungen damit verbunden sind.
  7. Wer nicht schon immer ein absoluter Langlauf-Crack war, sollte sich eher auf einfachere Loipen begeben, um das Sturzrisiko zu minimieren.
  8. Aber auch gemütliches Wandern oder zügiges Gehen ist immer noch 100% besser, als nichts zu tun.

Ein paar Tipps zur Bewegung mit TEPs gebe ich auch auf dem YouTube TEPFIT-Kanal zusammen mit Heidi Rauch!