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Die Komplett-Revision der Hüfte in 12 Kapiteln

Sa, 5. Oktober 2019 2 Kommentare

Nachdem ich knapp 10 Jahre lang mit meinen beiden künstlichen Hüftgelenken sportlich richtig Gas geben konnte, stand im April 2018 die notwendige Komplett-Revision der 21 Jahre alten TEP auf dem OP-Plan. Komplett hieß in meinem Fall, alle zementierten Komponenten entfernen (Pfanne und Schaft) und versuchen, eine natürlich größere, aber dafür nicht einzementierte Revisionsprothese einzusetzen. Wie schon bei der letzten OP (rechte Seite in 2008) vertraute ich hier auf das bewährte und hervorragende Team der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen. Die nachfolgenden Kapitel zeigen den langen und teils auch beschwerlichen Weg zurück zur Normalität und auch zum Sport.

Das komplette Tagebuch (41 Seiten) kann auch hier als ePDF mit allen Links und Videos heruntergeladen und somit ganz bequem auf einem Tablet oder PC offline gelesen werden.

Ärztefreuden über glücklichen Revisions-Patienten

Sa, 5. Oktober 2019 6 Kommentare

Oftmals wird erfolgreichen Operateuren nachgesagt, dass sie zwar ihr Fach verstehen, es Ihnen aber an Empathie mangelt. Dass sich Empathie und Können nicht ausschließen, dafür stehen bisher alle Ärzte, die ich persönlich in der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen kennengelernt habe.
Vor wenigen Tagen hatte ich 17 Monate nach meiner Komplett-Revision links quasi den TÜV-Termin bei meinem Operateur. Mein eigenes positives Gefühl, dass alles top verheilt und sportlich belastbar ist, sollte hoffentlich radiologisch und durch Untersuchung meiner Ärzte in der endogap bestätigt werden. Dr. Andreas Berger und mein Operateur Dr. Rolf Schipp haben sich beide hocherfreut und zugleich leicht überrascht mein Röntgenbild angeschaut. Die Revision-TEP habe sich keinen Millimeter bewegt und sei bombenfest eingewachsen, so die sehr gute Nachricht.

Links sechs Monate vor der Revision – Mitte vier Wochen Post-OP – Rechts siebzehn Monate Post-OP (zum Vergrößern auf das Bild klicken) – Auch wenn die Maßstäbe nicht identisch sind, spiegelt das mittlere Bild die Länge im Vergleich zur Erst-TEP links wieder – Veröffentlichung der Röntgenbilder mit freundlicher Genehmigung der endogap

Besonders gut kann man das am nebenstehendem Röntgenbildvergleich sehen. Auf dem linken Bild, vor der Revision, sind sehr deutlich die Osteolysen (Knochendefekte, schwarze Regionen) am und um den lockeren Schaft zu sehen. Rechts kann man einerseits erkennen, dass der offene Spalt (mittleres Bild vor der 4. Cerclage) jetzt komplett vom neu gebildeten Knochengewebe, dem sog. Kallus wieder verschlossen (überbaut) wurde. Zudem ist deutlich zu erkennen, wie der Knochen wieder sehr kräftig geworden ist und die ’schwarzen Löcher‘ verschwunden sind (zum Vergrößern auf das Bild klicken). „Der ist ja doppelt so stark wie vor der Revision“, so Dr. Schipp. Auf meine Frage, ob das ein normaler Prozess sei oder ggf. auch genetisch bedingt sein könnte, haben sich die Docs wie folgt geäußert: „Eine gute Muskulatur und moderates stetiges Training sind notwendig, um dem Knochen genügend Anreize zu geben, sich zu regenerieren und zu kräftigen“. Eine sehr gut ausgebildete Muskulatur an beiden Oberschenkeln und Gesäßseiten wurde mir dabei direkt ärztlich bestätigt.
Ich kann meinem Glücksgefühl kaum Ausdruck verleihen, dass nach dem langen Prozess letztlich alles so optimal verlaufen ist und sich über ein Jahr stetiges Arbeiten an meiner vollständigen Wiederherstellung mehr als gelohnt haben. Neben meinem Hauptoperateur Dr. Rolf Schipp, ohne dessen hervorragende Arbeit meine eigenen Bemühungen wesentlich weniger erfolgreich gewesen wären, haben auch alle mich begleitenden Physiotherapeuten über den Zeitraum (endogap, zu Hause, Reha) einen großen Anteil daran. Besonders mein Haupt-Physio Marius Topf im Medical Park St. Hubertus hat mich völlig zu Recht anfangs stets eingebremst, es bloß nicht zu übertreiben. Ihnen allen gilt mein Dank.
Besonders schön auch, dass ich bei dem Kontroll-Termin meinen Physiotherapeuten und Triathleten Nico Ben Kartes getroffen habe, mit dem ich im April 2018 die ersten mühsamen Schritte im endogap-Krankenhausflur absolviert habe, während wir uns dabei über den Triathlon-Sport unterhielten.
Meinen eigenen sportlichen Aktivitäten steht nun auch ‚amtlich‘ nichts mehr im Wege, lediglich das Laufen werde ich vernünftigerweise stark reduziert, sehr langsam und mit kurzen Schrittlängen so gelenkschonend wie möglich betreiben. Ich genieße es einfach nur, in herrlicher Natur wieder leicht und locker joggen zu können, ohne jeden Wettkampfgedanken.

Herrliche Wanderung über Kühzagl – Bodenschneidhaus – Freudenreich-Alm und zurück

Ob der mehr als guten Nachrichten, habe ich mich dann selbst mit einer neuen Multisportuhr (Garmin Fenix 5x) belohnt. Bereits gut eine Woche nach dem Kontrolltermin hat dieser Mini-Computer insgesamt 25 MTB-Kilometer und knapp 80 km zu Fuß (Laufen, Gehen, Wandern) mit über 1800 Tegernseer-Tal-Höhenmetern in der Aktivitätsübersicht angezeigt. Alles ohne auch nur ein Hauch von Zwicken oder Zwacken der künstlichen Gelenken. Es ist einfach herrlich.

Übrigens hatte ich mich bereits im Vorfeld des Kontroll-Termins bei einem Laufladen mit schuhorthopädischer Expertise komplett neu auf dem Laufband barfuß vermessen lassen. Das für mich sehr überraschende Resultat: Die Beinachse des ‚Revisionsbeins‘ ist absolut perfekt. Auf der rechten TEP-Seite ist ein minimales, kaum wahrnehmbares leichtes Einknicken des Fußes nach innen zu beobachten, welches aber keine extra angefertigte Innen-Sohlenunterfütterung von wenigen Millimetern mehr rechtfertigt, wie ich diese bis dato immer hatte (Siehe meinen Artikel aus dem Jahre 2011 – Laufstilanpassungen bei Endoprothesenträgern). Meine beiden neuen Schuhe, ein Laufschuh mit sehr niedriger Sprengung (5 mm) und ein Trail-Running-Schuh, den ich auch zum Wandern benutze, haben dies nach den oben genannten zurückgelegten Kilometern auch im Live-Test eindrucksvoll bestätigt.

Mit vorstehendem Beitrag schließe ich das Revisionstagebuch nun endgültig ab.
Wenngleich: Nach der Revision ist vor der Revision. Meine rechte Hüft-TEP geht nun auch ins zwölfte Jahr. Meine Docs haben zumindest mal vorsichtig anklingen lassen, dass es ggf. sinnvoll sein könnte, die Gleitpaarung in einigen – vielleicht 8-10 Jahren – ‚prophylaktisch‘ auszutauschen, bevor der unvermeidbare Abrieb soviel Schaden angerichtet hat, dass der Schaft locker wird und wieder eine Komplett-Revision nötig wäre. Den exakt richtigen Zeitpunkt gemeinsam zu finden, dürfte dabei die größte Herausforderung sein. Klar ist aber, dass dazu eine engmaschige, also jährliche Röntgenkontrolle notwendig ist. Aber dies habe ich ja bisher ohnehin immer so gehandhabt.

 

Revision Dank endogap nach einem Jahr körperlich und mental abgeschlossen

Mi, 24. April 2019 2 Kommentare

Kapitel 12 – Mit diesem letzten Kapitel schließe ich nun mein Revisionstagebuch bis auf das noch folgende Nachwort ab. Exakt ein Jahr ist die Revisions-OP nun her und ich denke weder an die neue Revisions-TEP noch spüre ich diese im Alltag! Das Leben und auch der Sport hat mich wieder.

Freude pur beim ersten Lauf ohne Stöcke nach der Revision

Nach den wundervollen Urlaubstagen Anfang Januar 2019 in Südafrika zog naturgemäß wieder der Arbeitsalltag in mein Leben ein. An einem Wochenende Anfang Februar habe ich es dann zum ersten Mal gewagt, einige wenige Kilometer, drei um genau zu sein, ohne Stöcke zu Laufen (Joggen) – und zwar sehr, sehr langsam und mit kleinen Schrittlängen. Trotzdem ist das Glücksgefühl nach so langer Zeit kaum zu beschreiben. In den vier Folgewochen bin ich dann insgesamt knapp 20 km langsam und vorsichtig gelaufen, davon einige sogar in kurzen Hosen, da Mitte/Ende Februar schon mal kurz der Frühling ausgebrochen war. Meine längste Einheit war 5 km in „sagenhaften“ 50 Minuten.
Ansonsten einige Tischtennis-Liga Spiele und meine täglichen Übungen wie gehabt.

Es folgte eine Woche Sportpause wegen einer Erkältung und dann ein kurzes Wochenende am geliebten Tegernsee. Ich war voller Hoffnung, dass ich es noch kurz vor Ende der Saison schaffen würde, meine Langlaufbretter nach langer Zeit wieder zu testen. Auch wenn tagsüber die Temperaturen bei sonnigen 15-18 Grad (plus) lagen, war es in den Tälern bei Kreuth doch nachts noch recht frostig und die Loipen, nach über zwei Meter Schnee in diesem Winter, wirklich überraschend gut in Schuss.
Am 23.3.2019 war es dann soweit. Ich konnte bei herrlichen Bedingungen vormittags lockere vier Testkilometer im klassischen Langlaufstil absolvieren. Immer noch mit dem nötigen Respekt vor dem großen Metallgestänge in meinem linken Oberschenkel. Aber bis auf einen Mini-Muskelkater am nächsten Tag (Oberschenkel-Innenseite), war alles perfekt. Keine Schmerzen während oder danach.

Morgens Winterlanglauf und mittags Sommer-MTB

Mittags anschließend bei sommerlichen Temperaturen eine 12 km MTB-Genuss-Runde eingestreut und tags darauf dann nochmals lockere 14 km auf dem Mountain-Bike absolviert. Außer kleinen Problemen an den Stellen, an denen sich mein Körper mit dem schmalen Sportsattel verbindet (war schließlich das erste Biken seit 6 Monaten), alles tipptopp! Jetzt fehlt nur noch ein Monat zum „Revision-OP-Jahrestag“. Auf Grund meiner guten Verfassung und absoluten Schmerzfreiheit muss ich zugeben, dass ich sehr stark am Überlegen war, ob ich mich für den Sprint-Cross-Triathlon (500 m Schwimmen, 20 km MTB und 5 km Laufen) rund um den Wiesbadener Neroberg Ende April 2019 anmelden sollte. Dieser Wettkampf wäre dann ziemlich genau ein Jahr nach der OP, so wie schon 2009 nach der letzten OP (rechte Seite) gewesen. Doch ich habe mich dann selbst wie folgt überredet: „Der Wettkampf ist nicht wirklich wichtig. Wichtig ist, dass ich weiß, ich würde das schaffen. Denn 500 Meter Schwimmen sind natürlich kein Problem, 20 km MTB habe ich schon einige Male nach der OP absolviert und 5 km am Stück gelaufen bin ich auch bereits zweimal.“ Die Vernunft hat dieses Mal (noch) gesiegt. Nach dieser Entscheidung Ende März bin ich dann das erste Mal wieder meine Pfingstborn-Hausrunde (5 km, 125 Hm) langsam gelaufen bei sommerlichen 20 Grad.
Im April folgten dann erneut vier Tage Tegernsee-Aufenthalt mit Zeit und Muße für die eigene Fitness und den Outdoor-Sport. Wie gehabt etwas Laufen und Mountain-Biken. Einen Schlechtwettertag nutzte ich, um in meiner „alten“ Reha-Wirkungsstätte Medical Park St. Hubertus das mir bekannte Medizinisch Technische Training (kurz MTT) zu absolvieren. Von einem Physiotherapeuten, der bei meiner ersten Reha im Medical Park 2008 auch schon dort war, ließ ich meinen Laufstil auf dem Laufband analysieren. Er hat dabei exakt das erkannt, was ich ganz bewusst versuche: Mit kleinen flachen Schrittlängen möglichst wenig Belastung auf die Gelenke einwirken zu lassen. Er meinte, dies sei ideal, um die das Kunstgelenk umgebenden Knochen nach und nach an etwas größere Belastungen zu gewöhnen. Schön, wenn ein Fachmann das eigene Trainings-/Laufkonzept bestätigt. Ich praktiziere hier im Prinzip das Slow-Jogging, vielleicht ganz leicht abgewandelt, da ich geringfügig schneller unterwegs bin. Wichtig ist hierbei, auf dem Mittelfuß, bzw. dem ganzen Fuß aufzukommen.
Unverhofft und positiv überrascht hat mich eine ganz andere Nachricht: Der Diplom-Sportlehrer, anerkannte Faszienexperte und Certified RolferTM Markus Roßmann hat seine Zelte in Erding abgesprochen und eine eigene Gesundheits-Lounge am Tegernsee eröffnet. Hätte er das doch bloß schon ein Jahr früher getan! Ich wäre nach meiner OP sicherlich Stammgast dort gewesen. Aber wenigstens habe ich jetzt eine ideale Anlaufstelle, um eventuelle Dysbalancen oder Beschwerden meines Bewegungsapparates behandeln zu lassen, sofern diese denn mal auftreten oder ich auch nur das Gefühl haben sollte.

MTB, Laufen und Wandern mit Tochter bei Traumwetter am Tegernsee an Ostern

Kurz vor Ostern hatte ich mit meiner Mannschaft noch unser letztes Liga-Tischtennisspiel bestritten, mit dem wir unsere sehr erfolgreiche Meisterschafts-Saison abgeschlossen haben. Alle von mir absolvierten Spiele waren in Bezug auf die Hüfte absolut problemlos und völlig beschwerdefrei. Tags darauf dann noch eine weitere kleine Slow-Jogging Einheit (4 km) bei kühlem, aber sonnigem Aprilwetter.
Eine Woche vor meinem Revision-OP-Jahrestag (25.04.2019) durfte ich mich erneut auf weitere fünf supersonnige Ostertage mit meiner Familie am geliebten Tegernsee freuen. Viereinhalb Aktiv-Tage bei Traumwetter standen auf dem Programm. Insgesamt 42 MTB-, 7 Lauf- und 7,5 Wanderkilometer liegen nun hinter mir. Es war alles perfekt und absolut schmerzfrei.
Die Urlaubstage habe ich auch genutzt, um selbst mehr über Faszien zur erfahren und mit dem oben bereits erwähnten Markus Roßmann ein Interview zum Thema „TEPFIT trifft Faszie“ zu führen – mit vielen Tipps und Infos zum Faszientraining mit künstlichen Gelenken. Das knapp zehn Minuten lange Video gibt es hier.
Nachdem ich das Revisionstagebuch nun exakt ein Jahr geführt habe, ist für mich das Kapitel Revisions-OP fast abgeschlossen. Danke an alle meine Leser, die sich durch die insgesamt 12 Kapitel durchgekämpft haben, vielleicht habt Ihr ja auch noch Kraft für mein Nachwort.
Wenn ich dem einen oder anderen aufzeigen konnte, dass eine Komplett-Revision nicht das Ende der Tage ist, dann hat mein Tagebuch sein Ziel erreicht.
Der allergrößte Dank gebührt natürlich dem hervorragenden Operations-Team der endogap in Garmisch-Partenkirchen unter der Federführung meines Hauptoperateurs Dr. Rolf Schipp und deren Chefarzt Dr. Christian Fulghum, sowie meiner lieben Frau Doro, die mich in den ersten Wochen nach der OP als Pflegefall grandios umsorgt hat. Ohne die vorstehend genannten Personen hätte auch mein eigener eiserner Wille, die vollständige Genesung und Sportfähigkeit zu erreichen, nur sehr wenig genützt. Last, but not least gehört natürlich auch ein Quäntchen Glück dazu, nicht zu den deutschlandweit 2-3% Prozent zu gehören, bei denen bei der Hüft-OP leider nicht alles glatt läuft!

Neun Monate nach Komplett-Revisions-OP, wenige Mini-Downs, viele Maxi-UPs

So, 3. Februar 2019 2 Kommentare

Kapitel 11 – In den letzten drei Monaten ging es ständig und stetig weiter bergauf mit meiner vollständigen Wiederherstellung. Dazwischen gab es kleine, teils unerklärliche, teils selbst verschuldete Rückschläge. Zum Glück immer nur von sehr kurzer Dauer.

Nach dem Herbsturlaub (siehe Kapitel 10) war zunächst einmal Arbeitsalltag angesagt mit etwas weniger Zeit für die eigenen sportlichen und rehabilitativen Aktivitäten. Aber nach insgesamt fast 4 Monaten Auszeit durch OP, Reha und Urlaub war dies durchaus auch wohltuend, wenngleich es dann Ende Oktober erneut für 10 Tage an den Tegernsee ging, um nochmals intensiv zu trainieren.

Wanderung mit Hu(e)nd(chen) zur Wildbachütte entlang der Rottach

MTT, Schwimmen und Aqua-Jogging im Medical-Park Bad Wiessee, Bergwandern, Cross-Shaping und viel Spazierengehen. Durch einer der genannten Aktivitäten hatte ich einen kleinen Rückschlag zu verkraften. Der Grund dürfte eine 8 km lange Wanderung zur Wildbachhütte und zurück gewesen sein. Weil ich Nachbars Hund dabeihatte, bin ich mit nur einem Treckingstock gewandert. Dies hat zumindest bergab für eine starke einseitige Belastung gesorgt, die mir tatsächlich ca. 1 Woche Schmerzen im Oberschenkel und oberhalb des Knies des operierten Beines bescherte. Genau in dieser Zeit besuchte mich zu meiner Freude und ganz überraschend Dr. Andreas Berger, Oberarzt in der endogap, am Tegernsee und war besorgt über meinen auf Grund der Schmerzen aktuell schlechten Gang. Doch genauso plötzlich wie die Beschwerden gekommen waren, waren diese nach einer Woche zum Glück komplett verschwunden. Wieder zu Hause in Wiesbaden, konnte ich dann problemlos das erste Tischtennis-Training, sowie ein Liga-Punktspiel bestreiten.

Wintersonne und Lauftraining ohne Schnee

Genau 7 Monate nach der OP wagte ich meinen ersten kompletten Lauf (Joggen) ohne Gehpausen mit Stockunterstützung.
Ich nenne das liebevoll Slow-Stick-Jogging. Freude pur, endlich wieder in der ‚Lauf-Spur‘. In den nächsten Wochen folgten dann weitere TT-Punktspiele und Training. Alles super und bestens wenn, ja wenn ich eines Morgens keine Brötchen geholt hätte.
Auf einem regennassen Fliesenboden beim Verlassen der Bäckerei habe ich mich krachend hingelegt und bin natürlich auf dem Knie des frisch operierten Beines gelandet.
Schürfwunden und blaue Flecken waren die Folge und dann abends leichte Schmerzen im Oberschenkel, die sich eher wie ein Muskelkater anfühlten. Zwei Tage später dann aus heiterem Himmel und unerklärlich plötzlich starke Schmerzen nach dem Aussteigen aus dem Auto im operierten Bein vom Oberschenkel bis zum Knie. Am nächsten Tag von Schmerzen keine Spur mehr und das allgemeine Befinden besser denn je. Daraufhin gleich 200 Treppenstufen in einem Kaufhaus-Parkhaus hochgelaufen (Laufschritt) und tags darauf eine weitere Slow-Stick-Jogging Einheit mit gut 4 km absolviert. Galt es ab jetzt diese Fitness und absolute Schmerzfreiheit über Weihnachten und bis zum ersehnten Südafrika-Urlaub im Januar 2019 zu erhalten. Eigentlich wollte ich zwischen Weihnachten und Silvester wieder auf die Langlaufbretter steigen, aber mangels Schnees, blieb es bei Slow-Stick-Jogging und ausgiebigen Spaziergängen. Der Schnee kam danach wirklich zu genüge, aber eben erst am Tag unserer Abreise vom Tegernsee.

Hiking zum Wasserfall im Jonkershoek Nature Reserve

Am 12. Januar dann endlich unsere lang ersehnte und inzwischen fünfte Reise nach Südafrika. Entspannte 16 Tage Kapstadt und Western Cape lagen vor uns. Neben reichlich Armmuskeltraining durch dauerndes Heben und Senken eines vollen oder fast leeren Glases hervorragenden südafrikanischen Weines, standen natürlich auch viele sportliche Aktivitäten auf dem Programm. Besonders das Naturreservat Jonkershoek in Stellenbosch und die Umgebung von Montagu luden dabei zum Wandern, neudeutsch Hiking, ein. Eine anspruchsvolle Wanderung zu einem Wasserfall und eine eher einfache Wanderung entlang des Keisierivier zu den Hot Springs bei über 30 Grad sorgten für jede Menge Spaß und Schweiß.
Im Anschluss ging es dann an die Küste nach De Kelders an der Whale Route, in die Nähe des wesentlich bekannteren Hermanus. Diese Region ist vor allen Dingen durch die Walbeobachtung in den entsprechenden Zeiten (Oktober/November) direkt vor der Küste berühmt. Hier standen eher kleinere Unternehmungen in der Umgebung auf dem Programm, bei denen aber auch täglich fast immer 8-10 Lauf(Geh)-Kilometer zusammen kamen.

Video-Drehort – Klippen von De Kelders

Alles ohne jegliche Probleme. Auf den Klippen von De Kelders ist dann auch einer meiner Youtube TEPFIT-Video-Clips entstanden. In den letzten fünf Tagen in Kapstadt wurde erneut alles, was möglich war, zu Fuß erledigt. Insgesamt bin ich neun Monate nach der OP hochzufrieden und sehe meinem Vorhaben, ein Jahr nach der OP im April 2019 ganz langsam und wohldosiert wieder mit leichtem Joggen (ohne Stöcke) bei kleinen Umfängen anzufangen, sehr optimistisch entgegen. Ob es wirklich klappt, erfahrt Ihr dann im 12. und letzten Kapitel meines Revisions-Tagebuches.

Jetzt freue ich mich erst einmal auf das bald kommende Frühjahr, um endlich wieder in kurzen Hosen meinen Outdoor-Aktivitäten nachgehen zu können und auf unser 3. TEPFIT-Treffen in Berlin am 6. April.
Einige Plätze gibt es noch. Für weitere Infos und Anmeldung einfach hier klicken.

Auch vergleichsweise unspektakuläre und kleine Übungen sind sehr effizient

Mo, 22. Oktober 2018 4 Kommentare

Kapitel 10 – Eigentlich wollte ich mit dem 10. Beitrag mein Revision-Tagebuch abschließen, habe mich aber dazu entschieden, Euch an meinen kleinen und eher unspektakulären Trainings-Einheiten und Übungen, mit denen man stetig weitere kleine Fortschritte erzielt, teilhaben zu lassen. Es muss nicht immer das „Hammer-Power-Training“ sein.

MTB-Runde um den Tegernsee – September 2018

Nach meinem sehr positiv verlaufenen Kontrollbesuch in der endogap nach gut fünf Monaten (siehe Kapitel 9), hatte ich das große Glück, noch eine ganze Woche Traumwetter am Tegernsee genießen und für Outdoor Aktivitäten nutzen zu können! Am Ende der gesamten zwei Wochen standen knapp 100 MTB-Kilometer, 35 Wanderkilometer und jeden zweiten Tag MTT-Training im Medical-Park in Bad Wiessee auf meinem Aktivitäten-Tacho. Dieses Pensum hat mich, wie erhofft, wirklich sehr weit nach vorne gebracht. Aber wie soll man das im Berufsalltag in dieser Intensität bewerkstelligen?

Ich habe mir von meinem Physiotherapeuten einige wenige effektive Übungen zeigen lassen, die sich überall im Alltag und auch im Büro integrieren lassen und diese mit weiteren, mir bekannten Übungen ergänzt. Als sehr effektiv hat sich dabei das Treppenstufen- oder auch Hockertraining erwiesen. Einfach mit dem operierten Bein auf die erste Treppenstufe stellen – später auch auf die zweite – und dann ganz langsam das nicht operierte Bein auf der dritten (später vierten) Stufe aufsetzen und danach ebenso langsam wieder in die Ausgangsposition zurückstellen. Wenn diese Übung am Anfang überhaupt nicht oder nur sehr schnell mit Ausweichbewegungen funktioniert, bitte unbedingt mit der gegenüberliegenden Hand an einem Geländer oder Stock genau so viel abstützen, dass diese Übung komplett rund und vor allen Dingen langsam und kontrolliert erfolgen kann. Das Ganze je nach Kraft 3 x 10 oder 3 x 15-mal wiederholen. Nach einiger Zeit wird das Geländer zunehmend überflüssig. In Ermangelung einer Treppenstufe kann man auch einen tiefen Hocker und nach einer Zeit einen Stuhl nehmen. Wie gesagt, unspektakulär, aber sehr effektiv! Ebenso einfach und effektiv ist auch Folgendes: Immer konsequent versuchen aus dem Sitzen aufzustehen und auch wieder hinzusetzen, ohne sich mit den Armen abzustützen – und zwar auch von niedrigen Sitzpositionen wie Toilette, Couch, Sessel, Bettrand oder auch einem Ferrari, falls zufällig vorhanden. Ganz am Anfang wird das besonders aus tiefen Positionen nicht immer gehen, aber nach und nach auf jeden Fall. Man muss sich aber wirklich dazu zwingen. Bitte mal darauf achten, wie oft man am Tag mit Armunterstützung aufsteht und sich wieder hinsetzt. Da kommen locker einige Dutzend „Sit-ups“ und „Sit-downs“ zusammen. Diese Art des Aufstehens und Hinsetzens ist natürlich auch für jeden „Gesunden“ besser.
Was man auch immer im Alltag einplanen kann, ist der Einbeinstand und das Stehen auf Zehenspitzen, beides sehr gut für die Stabilisation. Zusätzlich kann man dann abends und morgens im Bett liegend die zwei- und später einbeinige Brücke machen und/oder seitlich liegend, dass operierte Bein gestreckt nach oben abheben.
Gerade auch diese letzten beiden Übungen konnte ich nach meiner Revision anfangs bestenfalls mit einigen wenige Zentimetern Spiel ausführen. Aber hier gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein!
Übrigens sind einige der erwähnten Übungen im Buch ‚Mut zur neuen Hüfte!!‚ im Kapitel „Die neun goldenen HOP-HIP-Regeln“ zu finden. Einen kleinen Auszug gibt es hier kostenlos zur Veranschaulichung als Download!

Mein Fazit:
Auch mit kleinen Einheiten und Übungen im Alltag kann man im Laufe der Zeit viel erreichen. Wenn dann noch am Wochenende oder Abends die eine oder andere Outdoor- oder Studiotrainingseinheit dazu kommt, geht es beständig und stetig aufwärts.
Wie lange es insgesamt bei mir persönlich gedauert hat, bis das letzte muskuläre Defizit Geschichte war, erfahrt Ihr dann hoffentlich im nächsten Kapitel!

 

Die letzten 5-10 Prozent fehlen noch – Glücksgefühle in der endogap

Mo, 1. Oktober 2018 3 Kommentare

Kapitel 9 – Die Revisions-OP ist seit gut fünf Monaten Geschichte. Auch wenn ich zeitweise das Gefühl habe, alles ist perfekt, gibt es doch immer wieder Phasen und Situationen, die mich die schwierige Revision-OP spüren lassen. Auch an den letzten 5-10 Prozent muss noch hart gearbeitet werden.

Die letzten Wochen waren geprägt vom Arbeitsalltag mit eingebauten Physio-Therapieeinheiten, Fitness-Studio einmal pro Woche abends und 1-2 ausführlicheren Sporteinheiten am Wochenende. Immer abwechselnd MTB und Laufen/Gehen mit Trekkingstöcken im Gelände. Die Highlights waren dabei einige größere problemlose MTB-Strecken mit bis zu 25 km, sowie an meinem Geburtstag endlich meine komplette MTB-Taunushausrunde mit insgesamt 20 km und 330 hm. Flankiert wird das alles von täglichen Einbein-Übungen mit dem operierten Bein als Standbein und tiefen Kniebeugen mit Festhalten an der Sprossenwand oder einem Geländer. Seit ca. 3 Wochen gelingt es mir auch immer besser aus der Seitenlage das operierte Bein nach oben anzuheben.

Wanderung auf den Wallberg – 5 Monate Post-OP

Es gibt Tage, da kommt es mir persönlich beim normalen Gehen so vor, als wäre alles zu 100% in Ordnung. Auch die Selbstkontrolle an Spiegeln oder Glastüren bestätigt dies. Dann sind aber auch wieder Tage dabei, an denen ich immer noch nach längerer Zeit einen leichten ‚Hink‘-Gang habe. Meine im letzten Kapitel geäußerte Hoffnung, mich bei der Städtetour in Bremen komplett ohne Trekking-Stöcke bewegen zu können, ließ sich nur teilweise erfüllen. Es standen allerdings am Ende der zwei Tage auch 20 Geh-Kilometer auf dem Zähler.

Aktuell kommt mir der zweiwöchige Urlaub am Tegernsee wirklich sehr gelegen. Das erste Mal seit der stationären Reha habe ich wieder richtig viel Zeit, an der eigenen Fitness und der 100%-igen Wiederherstellung zu arbeiten. Das sonnige Spätsommerwetter lässt auch alle Outdoor-Aktivitäten zu. Biken, Wandern und Spazierengehen stehen auf dem Programm, sowie Kraft- und Fitness-Training im Medical Park Bad Wiessee in den noch kühlen Vormittags-Stunden. Dort gibt es die hervorragende Möglichkeit, gegen einen wirklich sehr fairen Preis, eine 10er-Karte zu erwerben, mit der man genau dort weitermachen kann, wo man nach der stationären Reha aufgehört hat: Also ausgiebig MTT mit Schwimmbadnutzung.

Am 27.09.2018 konnte ich mich dann über das Erreichen meines selbst gesteckten Zieles freuen: Fünf Monate und 3 Tage nach meiner Revision konnte ich problemlos ohne irgendwelche Beschwerden den Tegernseer Hausberg – den Wallberg – bis zu Bergstation (1620 Meter) erwandern. Dies sind 800 Höhenmeter auf 6,5 Km, was einer durchschnittlichen Steigung von etwas über 12% entspricht. Natürlich bergauf durch zwei Bergwanderstöcke unterstützt und bergab die Kabinenbahn nehmend. Die weiteren 100 Höhen-Meter bis zum Gipfelkreuz nehme ich mir für nächstes Jahr vor, wenn genügend seitliche Stabilität auch für die Bergab-Passagen vorhanden ist.

Aber es bleibt dabei: Trotz recht intensivem Training, regelmäßigen Stabilitätsübungen und sportlichen sowie bewegungstechnischen Erfolgen, sind das muskuläre Defizit und die mangelnde seitliche Stabilität noch sichtbar, wie nachfolgendes Video vom 28.9.2018 deutlich beweist.

 

Glücksgefühle in der endogap
Am 01.10.2018, also genau 159 Tage nach meiner OP im April, fand mein Kontroll-Termin in der endogap statt.
Ich war sehr gespannt, ob sich mein eigenes Gefühl, dass der Heilungsprozess wirklich sehr gut verlaufen ist, bzw. noch verläuft, auch diagnostisch bestätigt. Zu meiner großen Freude und Erleichterung ist genau dies der Fall.

links April 2018 – rechts Okt 2018 – Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der endogap – Garmisch-Partenkirchen (Vergrößern durch anklicken)

Auf nebenstehendem Röntgenbild ist sehr gut zu sehen, dass sich die Osteolysen (Knochendefekte), die im linken Bild am Schaft deutlich durch die dunklen Stellen zu erkennen sind, sich auf dem rechten Bild schon hervorragend regeneriert haben. Außerdem ist der Knochenspalt – entstanden durch den Wagner-Zugang (Siehe Erläuterung in Kapitel 2) -, der auf dem linken Bild (oberhalb der unteren Cerclage) deutlich zu sehen ist, auf dem rechten Bild schon zusammengewachsen. Lt. meinem Operateur und leitenden Arzt der endogap, Dr. Rolf Schipp, ist diese schnelle Regeneration des Knochens eher ungewöhnlich und dauert normalerweise deutlich länger!
Zu meiner großen Freude und Zufriedenheit, habe ich jetzt auch grünes Licht, mein Krafttraining mit Gewichten angemessen zu erhöhen. Dr. Schipp zu mir wörtlich: „Da kann jetzt nix mehr passieren, das ist fest eingewachsen!“
Auf meine Frage, ob es denn irgendwann wieder möglich sei, kleinere Einheiten zu Laufen (Joggen), wenn meine letzten Muskeldefizite ausgeglichen sind, meinte er, ich solle es einfach versuchen mit kurzen Strecken auf nicht allzu hartem Untergrund. Das nehme ich mir aber jetzt frühestens für das Frühjahr 2019 vor.

Den Schwung und die positive Energie aus dem Kontroll-Besuch in der endogap werde ich jetzt die restlichen Urlaubstage noch nutzen, um mein Fitness-Training moderat zu steigern und an den bevorstehenden Sonnentagen noch einige größere Bike-Runden zu unternehmen!

Das nächste und vielleicht letzte Kapitel meiner Revisionsgeschichte folgt erst, wenn alle noch bestehenden Muskeldefizite vollständig ausgeglichen sind – und das kann noch dauern!

 

Arbeitsalltag und Aufbautraining muss synchronisiert werden

So, 12. August 2018 4 Kommentare

Kapitel 8 – Seit vier Wochen wieder im Arbeitsalltag. Physio-Termine, Fitness-Studio und Outdoor-Aktivitäten müssen mit einem Vollzeitjob synchronisiert werden. Nicht immer ganz einfach, aber irgendwie möglich.

Flache und langsame Bike-Runde am herrlichen Tegernsee

Eines vorweg: Sich in einer stationären Reha abseits des Alltags ganz auf seine körperliche Fitness und Wiederherstellung zu konzentrieren, kann überhaupt nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Möglichkeiten, die das Deutsche Kranken- und Rentenversicherungssystem hier bieten, sind in Europa vorbildlich und keineswegs selbstverständlich!
In meinem Fall hätte ich sogar noch Anspruch und die Option auf das IRENA-Programm bei entweder weiterer Arbeitsunfähigkeit oder mit einer mir zustehenden Wiedereingliederung mit reduzierter Arbeitszeit gehabt. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, da ich das weder meinem Arbeitgeber und meinen Mitarbeitern nach drei Monaten Krankheit zumuten wollte, noch dies wirklich für notwendig erachtet habe.
Ich habe mich auf Eigeninitiative in einem Reha-Fitness-Studio zunächst für 12 Wochen angemeldet und nehme die zusätzlich verordneten Einzel-Physiotherapie-Einheiten in Anspruch.

War es in der ersten Arbeitswoche tatsächlich nicht ganz einfach, sich mit ein oder gar zwei Gehhilfen zu bewegen und dabei noch Reisegepäck inkl. Rechnertaschen zu transportieren, habe ich das ab der zweiten Woche ohne die Gehhilfen absolviert, wobei natürlich das Gangbild noch zu wünschen übrig ließ, es sei denn ich benutze meine Gehhilfen oder, wie im nachfolgenden Video zu sehen, NW-/Trekking-Stöcke zur Abstützung! Achtung: Es ist kein Nordic-Walking Sport!

Apropos Gangbild: Das ist tatsächlich mein größtes Problem. Ich bin völlig schmerzfrei in allen aktuellen Lebenssituationen und kann Dinge des täglichen Lebens ohne Einschränkungen erledigen, wie z.B. Schuhe binden, Strümpfe anziehen, Fußnägel schneiden, aber mein Gangbild will ohne Gehhilfen einfach nicht rund werden. Trotz zweimal pro Woche Einzel-KG, ein- bis zweimal Fitness-Studio, zusätzlicher täglicher Übungen zu Hause und am Wochenende Outdoor-Aktivitäten wie MTB, normales Gehen mit Gehhilfen oder mit NW-/Trekking-Stöcken. Es gibt immer mal Phasen, in denen ich meine, jetzt geht es richtig gut, bzw. viel besser.

Meine MTB-Hausrunde im Taunus mit leicht reduziertem Umfang!

Besonders – und das war für mich tatsächlich überraschend – nach meiner ersten MTB-Taunus-Runde nach der OP von knapp 14 km und 250 Höhenmetern. Nachdem ich mich in den Wochen zuvor ganz langsam wieder ans Outdoor-Biken auf flachen Strecken herangetastet habe (siehe Foto oben), wollte ich endlich wieder mal meine heimatliche Hausrunde fahren. Auch wenn ich die Strecke um knapp 6 km und 100 Höhenmeter verkürzt habe – um dem operierten Bein die sehr steilen Passagen noch nicht zuzumuten – war es ein wirklicher Genuss wieder in frischer Luft durch den herrlichen Taunuswald zu fahren, Steigungen und Abfahrten – immer (noch) mit der Hand an der Bremse, denn ein Sturz wäre alles andere als optimal – zu meistern und wunderbare Aussichten vom Taunus bis in den Odenwald zu genießen! Beim Biken werden eben viele Beinmuskeln angesprochen, die kurz danach für entsprechende Stabilität auch beim Gehen sorgen!
Aber leider ist dieses Gefühl des ‚runden Gehens‘ immer nur von kurzer Dauer. Ich benötige einfach beim Laufen / Gehen auf der rechten Seite noch einen Halt, eine Stütze, um nicht in den Ausweich- bzw. Hink-Gang zu verfallen. Noch bin ich einigermaßen geduldig. Ich möchte aber spätestens Ende August bei einer Städtereise mit besten Freunden die lästigen Dinger endlich in die Ecke stellen. Noch bin ich optimistisch, dass das funktioniert. Ob es wirklich klappt erfahrt Ihr spätestens in Kapitel 9.