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Valide Informationen in der digitalen Welt

Über Fehl- und Falschinformationen in den Untiefen des WorldWideWeb – gerade auch zu den Themen Arthrose und künstliche Gelenke – habe ich schon einige Male hier berichtet.
Leider machen diese auch vor Klinik-Webseiten nicht halt (siehe gerne die Beiträge Kann man Informationen auf Klinik-Webseiten immer glauben? oder auch Der mündige und aufgeklärte Online-Patient – eine Herausforderung für Betroffene und Ärzte).
Mit Christina Auffenberg von alley habe ich darüber gesprochen, wie valide und verlässliche Informationen im Netz zu erhalten, sowie verifizierte digitale Angebote zu finden sind.
alley ist die smarte Begleiterin bei Arthrose in Knie und Hüfte und sorgt für einen optimalen Behandlungsweg. alley bereitet zudem auf Behandlungstermine vor, unterstützt und koordiniert diese, bietet den Betroffenen individuelle Videos und Übungen an, liefert passgenaue Informationen und steht zudem auch ganz analog mit einem Care Management Team Patienten und Ratsuchenden zur Seite.

Im nachfolgenden knapp 8-minütigen Interview geht es darum, welche Informationen Betroffene, wann und warum benötigen und wie diese am besten zu erhalten sind. Dabei sind unsere nunmehr siebenjährigen Erfahrungen aus unserer TEPFIT-Selbsthilfegruppe natürlich eingeflossen.

Patientenreisebegleiter – ein neues Berufsbild?

Wer dabei an Meer, blauen Himmel und Berge denkt, liegt allerdings nicht ganz richtig.

In der Medizin setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass nicht singuläre Therapien bei verschiedenen Behandlern zielführend sind, sondern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Krankenhäusern, medizinischen Zentren, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern und je nach Krankheitsbild und Diagnosen mit weiteren medizinische Partnern. Die Patienten sollen dabei optimal begleitet werden und durch bestmögliche Informiertheit befähigt werden selbstbestimmt zu entscheiden. Bereits erfasste medizinische Daten und Diagnosen sollen nicht immer wieder neu erhoben werden, sondern den Behandlern beim Patientenbesuch direkt zur Verfügung stehen. Die englischen Begriffe wie „Patient Journey“, „Patient Empowerment“ oder „Value Based Healthcare“ werden hierbei oft verwandt.

Das Unternehmen alley beschäftigt sich seit über zwei Jahren genau mit diesem Themenkomplex und hat für den orthopädischen Bereich der Knie- und Hüftgelenk-Beschwerden eine medizinische Plattform mit einer datenbasierten Qualitätstransparenz entwickelt, einhergehend mit der Optimierung von Therapie und Versorgung, der die Patienten über deren gesamten Behandlungsweg möglichst individuell begleitet.

Das klingt etwas kompliziert und daher ist es wichtig, dass der Patient auf dieser Reise mitgenommen wird. Dafür braucht es den „Patientenreisebegleiter“ oder auch den „Kunden(Patienten)-Betreuer“ – oder soll ich diesen Anglizismen konform „Patient Journey Manager“ nennen?
Dies kann eine telefonische Beratung und Betreuung bei Fragen sein, wie es alley z.B. aktuell mit ihrem Care Management anbietet. Aber auch Selbsthilfegruppen können diese Rolle übernehmen. Dabei ist es wichtig, möglichst valide Informationen zum Krankheitsbild zur Verfügung zu stellen und den Betroffenen Mut zu machen, sich offensiv und positiv den Herausforderungen nach einer Diagnose Hüft- oder Knie-Arthrose zu stellen. Die Facebook-Gruppe TEPFIT hat sich hier über letzten Jahre einen Namen gemacht. Als Gründer dieser Gruppe, hat mich alley zu einem Interview eingeladen. Neben meiner eigenen langjährigen Patientenreise ging es auch darum, Betroffenen mit auf den Weg zu geben, dass mit viel Eigeninitiative auch bei scheinbar schlechten Voraussetzungen und Diagnosen, ein gutes Ergebnis und ein sportliches, bewegtes Leben mit Spaß und Lebensfreude möglich ist. Das 15-minütige Interview gibt es auf dem alley-YouTube Kanal, der natürlich abonniert werden kann und weitere spannende Videos zu dem o.g. Themenkomplex bereit hält. Über einen Abo-Klick auf meinem TEPFIT-YouTube-Kanal freue ich mich natürlich auch.

2021 – Das Jahr der digitalen Medizin?

Deutschland hat im Vergleich zu anderen Ländern bei der Digitalisierung in der Medizin noch immer Nachholbedarf. Das geht aus einer Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag von Fresenius in Deutschland, Spanien und den USA hervor. Demnach sind vor allem Spanien, aber auch die USA, in mehreren Bereichen deutlich weiterentwickelt, wie das Ärzteblatt im Mai 2021 veröffentlicht hat.

Aber es ist deutlich zu spüren, dass von staatlicher Seite, aber vor allem durch agile Digital Health Startups (junge digitale Gesundheits-Unternehmen) der Versuch unternommen wird, hier kräftig aufzuholen.
Wenn man mal die ganzen Anglizismen und die scheinbar in der DNA der Startups liegenden modernen Begriffe wie ‚Value Based Managed Care‘, ‚Empowerment‘ oder ‚Patient-reported Outcome Measures‘ und ‚Patient-reported Experience Measures‘ = ‚PROMS & PREMS‘ – um nur einige zu nennen – außer Acht lässt, geht es im Wesentlichen um Folgendes:
Das Entwickeln von medizinischen Plattformen mit einer datenbasierten Qualitätstransparenz, einhergehend mit der Optimierung von Therapie und Versorgung, der die Patienten über deren gesamten Behandlungsweg möglichst individuell begleitet. Man verspricht sich dadurch Steigerungen von Effizienz und Qualität und idealtypisch kürzere Behandlungszeiten mit Kosteneinsparungen bei gleichzeitig höherer Zufriedenheit der Patienten – also eigentlich die Quadratur des Kreises.

Dabei wird es ohne die Sammlung und Verarbeitung von Massendaten oder – um im Terminus zu bleiben – ohne Big Data und künstliche Intelligenz (KI) nicht gehen. Und hier liegt auch in Deutschland eines der Probleme: Der Datenschutz.
So wichtig dieser natürlich ist, wird leider zu oft über das Ziel hinausgeschossen. Beispiele mögen die Corona-Warn-App (CWA) und die elektronische Patientenakte (ePA) sein. Letztere bietet bisher so gut wie keinen Mehrwert. Mehr als selbst digitalisierte Dokumente in die App zu laden, geht bisher nicht. Es sind kaum Arzt-Praxen angeschlossen und die Freigabe von Daten geht nur gesamt oder überhaupt nicht. Ein aktuelles Update hat zwar etwas nachgebessert, aber erst in der geplanten Ausbaustufe ab 1.1.2023 wird diese Anwendung wirklich Sinn machen, sofern die Planung auch eingehalten wird.

Staatlich finanzierte Projekte sind oft zu
schwerfällig, zu teuer und ineffizient

Es zeigt sich leider wie auch in anderen Bereichen, dass Projekte, wenn diese von staatlichen Stellen finanziert und beauftragt werden, viel zu schwerfällig sind. Brandaktuell ist die Meldung des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) – Mehrheitseigner der für Umsetzung des E-Rezeptes und für die bisher mangelhafte ePA verantwortlichen gematik GmbH -, die zum 1.1.2022 geplanten Einführung des E-Rezeptes auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Als weiteres Negativ-Beispiel mag der wirklich gute Ansatz der vom BMG erstellten Webseite gesund.bund.de inkl. zugehörigem YouTube-Kanal gelten. Man wollte erreichen, dass bei Anfragen an ‚Dr. Google‘, möglichst immer zuerst diese Seite mit gesicherten und validen Gesund-/Krankheitsinformationen gefunden wird. Lt. Information des Handelsblatt vom Sommer diesen Jahres hat diese Seite gerade mal 65.000 Besucher pro Monat und der zugehörige YouTube-Kanal zeigt die Abonnenten-Anzahl sicherheitshalber erst gar nicht an (vermutlich sind es unter 100, da der Kanal noch keine benutzerspezifische URL hat). Aber man kann sich die geringen Zahlen ungefähr denken, wenn z.B. das Video über Entstehung von Arthrose gerade mal 191 Aufrufe zum Zeitpunkt dieses Artikels hat.
Unser eigener, ohne jegliche finanzielle Mittel erstellter YouTube-Kanal TEPFIT, hat dagegen über 700 Abonnenten. Das am meisten aufgerufene Video liegt jenseits von 21.000 Aufrufen.
Es fehlt an intensiver Werbung für die Initiative des BMG und ein Vertrag mit Google, um diese Seite immer ganz oben anzuzeigen, wurde auf dem Klageweg von NetDoktor verhindert. So wurde leider aus einer guten Idee bisher nur ein mit vielen Steuergeldern – lt. Handelsblatt ca. 5 Millionen Euro pro Jahr – finanzierter Rohrkrepierer.


Die zahlreich entstandenen und entstehenden Digital Health Startups sind da viel flexibler und agiler. Um allerdings als Medizinprodukt zugelassen zu werden, gibt es gesetzliche Vorgaben.
Im Gegensatz zu sog. ‚Fitness-Apps‘, die zahlreich in App-Stores heruntergeladen werden können, gelten für Medizin-Apps strenge Gesetze und Regeln bezüglich der Verwendung von Daten. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird von unabhängigen Prüfern kontrolliert und zertifiziert. Darüber hinaus wird die Einhaltung der Regeln im Jahresturnus erneut auditiert. Das gilt für die nachfolgend erwähnten DiGAs genauso wie für die App von alley. Nur deshalb dürfen diese Anwendungen auch als Medizinprodukte geführt werden.

Doch wann und wie wird eine medizinische App für Nutzer interessant? Mindestens folgende Voraussetzungen sollten gegeben sein, damit diese genutzt wird und sowohl für Patient wie Behandler interessant ist:

  • Einfache Handhabung und einfache Installation/Einrichtung
  • Eine intuitive Nutzerführung, neudeutsch Usability
  • Spürbarer Mehrwert für den Nutzer (Zeitersparnis, gesicherte Informationen und Vermeidung unnützer Arztbesuche oder Behandlungen)
  • Vermeidung der Mehrfach-Anamnese (bei jedem Behandler)
  • Aus Sicht der Leistungserbringer / Behandler schneller Zugriff auf die notwendigen Daten und somit eine direkte Rückkopplung zwischen Arzt oder Physio-Praxis und Patient.
  • Und trotz Digitalisierung einen analogen Ansprechpartner bei Ängsten, Problemen oder organisatorischen Fragen, ein sog. hybrider Ansatz.

Bisher sind 25 digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) offiziell gelistet. Dies bedeutet, diese können vom Arzt per Rezept verschrieben werden und die Anbieter erhalten dann von den Krankenkassen eine Vergütung pro Verordnung. Zahlen von Oktober 2021 zeigen laut eines Artikels des Handelsblatts, dass rund 45000 Apps verschrieben wurden.

Manuel Mandler, Christina Auffenberg, Peter Herrchen (v.r.n.l.) – bei alley in Köln Dez 2021

Eine Medizin-App für Menschen mit Hüft- und Kniebeschwerden oder Arthrose entwickelt das 2019 gegründete Startup alley. In einer Evidenz-Studie, die 2022 Ergebnisse liefern wird, will man nachweisen, dass alle Patienten, die von alley auf ihrem gesamten Behandlungsweg begleitet werden, besser, individueller und kosteneffizienter behandelt werden können als bisher. Wer Details hierzu lesen möchte, auch zum Geschäftsmodell, dem sei die auf der alley-Seite verlinkte Pressemappe empfohlen.
Die App kann aktuell mit dem Freischaltcode „tepfit2021“ kostenfrei genutzt werden. Mehr dazu unter www.alley.de.

Agile Startups werden der Digitalisierung im
Gesundheitswesen zunehmend einen großen Schub verleihen

Ich konnte mich im Dezember 2021 persönlich im Rahmen von Dreharbeiten bei alley in Köln von der Idee und dem Konzept in Gesprächen mit dem Gründer Manuel Mandler und der Kommunikations-Chefin Christina Auffenberg (siehe Foto) überzeugen. Die oben genannten Voraussetzungen für eine erfolgreiche App werden alle erfüllt. Unsere TEPFIT-Gruppe und ich haben naturgemäß ein sehr großes Interesse an der App und dem Unternehmen, da ja genau unsere Zielgruppe angesprochen wird. Ich hatte zudem die große Freude, meine Erfahrungen und die unserer TEPFIT-Mitglieder seit Ende 2019 bei alley einzubringen.

2021 hat der digitalen Medizin definitiv einen Schub gegeben, auch Pandemie bedingt. Es ist aber noch ein weiter Weg, bis die Digitalisierung in allen medizinischen Bereichen flächendeckend angekommen ist und die aktuellen Player am Markt werden einen langen Atem benötigen.
Seien wir gespannt, wie es sich 2022 – auch unter dem neuen Gesundheitsminister – insgesamt in dieser Richtung weiterentwickelt und ob die mit Steuergeld finanzierten Projekte endlich mehr Fahrt aufnehmen.


2021 hat diese Webseite ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert. 
Seit dem Start gab es bisher eine halbe Million Seitenaufrufe. 
Dafür allen treuen Lesern ein ganz herzliches Dankeschön, ein friedliches Weihnachtsfest und 
ein hoffentlich für alle gesundes und sportliches Jahr 2022.

Wenn‘s knirscht in Hüfte und Knie

Seit Ende 2019 arbeite ich schon mit alley zusammen. alley ist eine analytisch-getriebene, medizinische Plattform, die in Zusammenarbeit mit Leistungserbringern und Kostenträgern den optimalen Behandlungspfad für Patient:innen strukturiert. alley konzentriert sich auf die Therapiebegleitung von Patient:innen mit akuten oder chronischen Beschwerden des Hüft- und Kniegelenks bis hin zur gesicherten Diagnose einer Cox- und Gonarthrose. Die dafür entwickelte App ist seit Juli 2021 kostenlos für alle verfügbar.

Als Betroffener und Gründer der knapp 5000 Mitglieder zählenden TEPFIT-Facebook Gruppe, habe ich die Entwicklung als Anwender und Berater begleitet und u.a. Usability-Tests durchgeführt.

Ende August haben wir eine gemeinsame Video-Webinar-Reihe ‚Rund um die Gelenkgesundheit’ gestartet mit drei Schwerpunkten, bzw. Themengebieten:

– Was gibt‘s Neues zum Thema Schmerz – 31.8.2021

– Arthrose-Behandlung: Souveräne Entscheidungen treffen – 7.9.2021

– alley: Chancen digitaler Medizin-Apps bei Knie- und Hüftbeschwerden – 14.9.2021

Nachdem das erste Webinar am 31.8.2021 eine sehr positive Resonanz hatte, findet am kommenden Dienstag, den 7.9.2021 um 20:15 Uhr, das zweite Online-Webinar statt.

Arthrose-Behandlung: Souveräne Entscheidungen treffen

Für viele Betroffene ist die Diagnose Arthrose zunächst ein Schock. Die Patienten werden damit alleine gelassen und wissen weder, was diese Diagnose wirklich bedeutet, noch welche Optionen es außer einer Operation gibt.
Genau hier setzt das Webinar an!
Neben den behandelnden Ärzten kann auch eine Selbsthilfegruppe, wie meine Facebook TEPFIT – Gruppe, erste Hilfestellungen geben und mit Rat, Tat und Erfahrung zur Seite stehen.

Eine andere Möglichkeit ist das Einschalten von professionellen ‚Care-Manager:innen’, die die gesamte Breite des Behandlungsspektrums im Blick haben, entsprechend medizinisch ausgebildet sind und die verschiedenen Leistungserbringer (Behandler) mit dem Patienten zusammenbringen und koordinieren.
Christiane Valk, Care-Managerin bei alley, wird die verschiedenen Optionen für den Betroffenen aufzeigen und im Anschluss an den Impulsvortrag mit Euch darüber diskutieren und Eure Fragen beantworten.
Wir, Peter Herrchen und Medical Expert Laura Wergowski von alley, werden das Webinar als Moderatoren begleiten. Wir stehen natürlich auch beide für Fragen zur Verfügung.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Einfach hier auf den Veranstaltungs-Link klicken.

E-Health – Digitalisierung im Gesundheitswesen – Apps und Live-Veranstaltungen

e-Health


Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist nicht mehr aufzuhalten. Große Firmen und kleinere Startups, meist von Main-Playern im Gesundheitssektor finanziell unterstützt, drängen auf den Markt. Fitness-APPs gibt es an jeder Ecke, auf jedem Armband, auf Smartphones und Uhren.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat aktuell 10 Gesundheits-APPs verschiedener Hersteller zugelassen, die es auf Rezept gibt.
Viele niedergelassene Ärzte haben inzwischen Video-Sprechstunden eingeführt, natürlich in 2020 auch ‚Corona‘ getrieben.
Auf Grund nicht erlaubter Präsenzveranstaltungen in 2020, konnten viele Informationsveranstaltungen von Kliniken und Endoprothetik-Zentren zur Patienten-Aufklärung bei Gelenkersatz nicht stattfinden.
Inzwischen werden solche Veranstaltungen vermehrt digital angeboten.

Als digitale Gesundheitsanwendung in Form einer App – speziell für Coxarthrose (Hüftarthrose) – ist bereits Vivira vorläufig zugelassen.
Für eine weitere App vom Startup alley wird die Zulassung noch im ersten Halbjahr erwartet. Bei dieser App geht es um einen kompletten Behandlungspfad für Patienten mit Knie- und Hüft-Arthrose (Gon- und Coxarthrose).
Mit einigen Partnerkliniken ist diese App aktuell im Live-(Test)-Betrieb, siehe weiter unten am Beispiel des GK-Bonn.
Ich hatte übrigens durch sehr frühen Kontakt zu diesem Startup die Möglichkeit, die Entwicklung der Anwendung in Teilen zu begleiten und mich von dem Mehrwert für Patienten zu überzeugen.
Wer sich informieren möchte, was mit der App auf Rezept alles möglich ist und wie diese Betroffenen helfen kann, dem sei das Online-Video-Patienten-KolloquiumDigitale Chancen für die Behandlung von Knie- und Hüftarthrose“ am 20.01.2021 des Uni-Klinikums Bonn ans Herz gelegt. Die 90-Minütige Veranstaltung hat drei Themen-Blöcke:

  • Die digitale Sprechstunde: per Video zur Diagnose? (Dr. Jansen)
  • Wie für Sie gemacht: Prothesenplanung in 3D (Dr. Randau)
  • Potenziale digitaler Medizinprodukte: Die alley App begleitet bei der Behandlung von Hüft- und Kniearthrose (Dr. Latz)

Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.


Dr. Holger Haas

Dr. Holger Haas

Eine weitere digitale hochspannende Video-Veranstaltung findet am 10.2.2021 statt. Diese ist allerdings exklusiv nur für die Mitglieder der privaten Facebook-Gruppe ‚TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‘ zugänglich. Nachfolgend die Details:

VIDEO-WEBINAR „Das schmerzhafte Kunstgelenk“ am 10.02.2021 von 18:00 – 21:00 Uhr von und mit Dr. med. Holger Haas, Chefarzt Allgemeine Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin GK-Bonn, Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung.
Bei Berichten über hervorragende Behandlungsergebnisse besteht ein regelrechter Wettkampf: nach schneller, besser und schöner…

Viele Betroffene wissen jedoch auch über unerfreuliche Erfahrungen und Schmerzen zu berichten.
Es ist das Ziel dieses Webinars, Licht in das Dunkel zu bringen und über Beschwerdeursachen und die möglichen Maßnahmen zur weiteren Abklärung bzw. Behandlung aufzuklären.
was ist ein gutes Ergebnis nach einer Prothesenimplantation?
 wie lange halten Prothesen?
Schmerzen nach Prothesen und deren Ursachen
wodurch lockern sich Prothesen?
wie geht es weiter, wenn ich Schmerzen habe?
Die Infektion als schwere Komplikation
Was das Webinar nicht leisten kann:
Eine persönliche oder individuelle Abklärung von Beschwerden ist im Rahmen dieses Webinars nicht möglich. Dies bleibt einer persönlichen ärztlichen Untersuchung und Beratung vorbehalten.
Was das Webinar leisten soll:
Betroffene sollen umfänglich aufgeklärt sein, um ihre Situation besser einschätzen zu können und bei Ihrem Arzt bzw. Ärztin die richtigen Fragen stellen zu können. Interessierte können sich noch besser über das große Gebiet der Endoprothetik aufklären lassen und so für ihre Entscheidung für oder gegen eine Prothese weitere Informationen gewinnen.

Wie könnt Ihr teilnehmen?
Eine Teilnahme ist nur als Facebook-Nutzer und Mitglied der TEPFIT-Gruppe möglich. Wer Interesse hat, einfach in Facebook eine Mitgliedsanfrage für die TEPFIT-Gruppe stellen, auf Veranstaltung gehen und anmelden, wie dort beschrieben (Name und eMail-Adresse sind dazu notwendig).

Ihr habt während der Live-Veranstaltung die Möglichkeit per Chat-Funktion direkt Eure Fragen zu stellen, die Dr. med. Holger Haas nach seinem Vortrag gerne beantwortet – allerdings ohne Gewähr, dass alle Fragen berücksichtigt werden können.


alley in der Praxis im GK-Bonn
Das Bonner Gemeinschaftskrankenhaus geht im Übrigen auch den Weg der digitalen Offensive und arbeitet mit der bereits alley-logo.g. Kölner Firma alley und deren Patienten-App zusammen. Seit April 2020 kommt die App alley zur Behandlung von Menschen mit Hüft- und Kniearthrose im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn zum Einsatz. Damit gehörte es nicht nur im Bonner Raum, sondern auch bundesweit zu den ersten Anwendern von alley und hat die Anwendung in ihrer Entwicklung maßgeblich geprägt. Dr. med. Holger Haas, Chefarzt Allgemeine Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, erklärt:

Als Klinik ist uns daran gelegen, Patientinnen und Patienten bei allen Fragen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung aktiv zu begleiten, auch wenn sie längere Zeit auf ihren OP-Termin warten müssen. Mit alley ist genau das möglich. App und Care Management helfen uns, die individuelle Situation unserer Patientinnen und Patienten besser zu verstehen und darauf einzugehen. Gerade mit zeitlichem Abstand von der Erstuntersuchung tauchen zudem oft Fragen auf, die dann durch die App oder im direkten Kontakt beantwortet werden können. Damit wird auch die Betreuung der Patienten durch die niedergelassenen Ärzte im Vorfeld der Operation hervorragend unterstützt.

Im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn kam alley bereits im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 zum Einsatz. „alley hat in dieser kritischen Lage der Klinik geholfen, unsere Patienten effektiv auf ihre Behandlung vorzubereiten und die anstrengende Phase des Wartens zu überbrücken“, betont Dr. Haas. Seine Erfahrungen sind in die Entwicklung der App eingeflossen.
Innerhalb der ersten Monate der Zusammenarbeit nutzten mehr als 100 Patienten alley als Begleitung und zur Vorbereitung auf ihre OP. Die Corona-Krise gab dem Angebot zusätzlichen Schub, da aufgrund der unsicheren Pandemie-Lage viele terminierte OPs verschoben werden mussten und niemand sicher sagen konnte, wann es wieder Eingriffe geben würde. Über das Dashboard hatten die Ärzte die Möglichkeit, anhand der Schmerzprotokolle ihrer Patienten Dringlichkeiten festzulegen und die Medikation aus der Ferne im Blick zu behalten. Die Patienten wurden über das alley Care Management regelmäßig kontaktiert, in das Terminmanagement des Krankenhauses eingebunden, erhielten auf sie zugeschnittene Übungen zum Aufbau und Erhalt der Grundmobilität. Beide Seiten blieben fachlich und persönlich in Kontakt. Diese Erfahrungen konnten im pandemiegeprägten Jahresverlauf fortgesetzt werden.

Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn und Dr. Holger Haas haben die Entwicklung von alley von Anfang an mit Passion und Expertise begleitet. Nach der erfolgreichen Pilotphase soll alley dauerhaft Teil des Klinikalltags in der Orthopädie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn werden. Dafür wird das Dashboard auf die klinikspezifischen Bedürfnisse hin angepasst und in das Krankenhaus-Informationssystem (KIS) eingebunden. Gleichzeitig wird alley in das Aufnahmecenter integriert, so dass Patienten vom Erstkontakt mit der Klinik an auf das alley Care Management zugreifen können.

Ausblick
Es wird auf jeden Fall spannend sein zu sehen, wie schnell die Digitalisierung im Gesundheitswesen die nächsten Jahre fortschreitet und wo die Grenzen des Sinnvollen liegen. Dabei spielt natürlich auch die Akzeptanz der Anwender eine große Rolle und die Frage, ob und in welchem Umfang sich die ältere Generation darauf einlässt. Ein sehr großen Augenmerk muss dabei von allen Seiten unbedingt auf die Sicherheit der Daten gelegt und die Verwendung und Speicherung absolut transparent gemacht werden.
Weitere Schritte der Digitalisierung wird es auch bei Diagnosen durch künstliche Intelligenz geben.
Auch hier positioniert sich das GK-Bonn sehr innovativ und ist über das KnorpelKompetenzNetzwerk eine einjährige Probe-Partnerschaft mit dem Wiener Start-Up Unternehmen ImageBiobsy Lab eingegangen.
Dieses junge Unternehmen beschäftigt sich mit der künstlichen Intelligenz in der medizinischen Bildgebung und hat sich hier schon frühzeitig auf die Diagnose bei Arthrosen der Hüft- und Kniegelenke spezialisiert.
Es bleibt spannend und interessant!