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Posts Tagged ‘Arthrose’

Alter und Revision-TEPs schützen vor Torheiten nicht

Mi, 5. Februar 2020 2 Kommentare

Schon Anfang 2018 hatte ich vor meiner Revisons-OP den zarten Gedanken, vielleicht nach der OP, wenn genug Zeit verstrichen ist, zum 3. Mal am Neroman in Wiesbaden teilzunehmen. Hatte ich die Premiere doch ziemlich exakt ein Jahr nach meiner letzten Hüft-TEP Operation (rechts) im Jahr 2009. Diesen Gedanken hatte ich aber dann bereits am 26.4.2018 – einen Tag nach der Revision-OP – schnell ad acta gelegt. Beim betrachten des Röntgenbildes und dem Anblick der Metall-Konstruktionen in meinem linken Oberschenkel, schien die Idee verrückt und unrealistisch. Wer mein Revisions-Tagebuch verfolgt hat, weiß wie langwierig und schwierig die vollständige Genesung und der langsame Aufbau meiner körperlichen Fitness war. Es hat gut ein Jahr gedauert, bis ich ohne Walking-Stöcke völlig problemlos lange Strecken ohne ein gefühltes und sichtbares leichtes Einknicken auf der operierten Seite gehen konnte. Ab dieser Zeit habe ich dann wieder – sehr besonnen und ganz langsam – mit kurzen vorsichtigen Laufeinheiten begonnen. Innerhalb der letzten 12 Monate kamen somit durchschnittlich sehr moderate 5,5 Laufkilometer pro Woche, immer in langsamen Tempo und mit kurzen Schrittlängen, zusammen. Ich war einfach nur froh, mich wieder absolut schmerzfrei laufend in der Natur bewegt zu können. Ich ertappte mich allerdings das eine oder andere Mal dabei, dass ich mich erneut in den ersten Wochen dieses Jahres mit dem Gedanken Neroman in Wiesbaden beschäftigte. Am 23.01.2020 habe ich mich dann tatsächlich auch angemeldet und werde, wenn alles nach Plan läuft, auf den Tag genau zwei Jahre nach meiner Revisions-OP meinen 3. Neroman absolvieren. Ich werde aber nichts erzwingen und auf gar keinen Fall meine Laufumfänge erhöhen oder versuchen schnell(er) zu laufen. Das gelenkschonende Schwimm- und Radtraining werde ich natürlich etwas intensivieren.
Allerdings kämpfe ich, während ich diese Zeilen schreibe mit Schmerzen im ISG links, die bis in den Oberschenkel ziehen. Diese kamen aus heiterem Himmel und hatte ich tatsächlich noch nie in meinem ganzen Leben, trotz dreier Hüft-TEP OPs und dauerhafter sportlicher Betätigung.
Sollte ich das nicht zeitnah in den Griff bekommen, wird es schwierig mit meinem oben beschrieben Ziel.
Neben dieser kleinen sportlichen und ungeplanten ISG-Herausforderung, plane ich 2020 mein TEPFIT- und Endoprothesen-Netzwerk zu vergrößern und mit einem eigenen Podcast-Kanal für meine aktuellen Leser, neuen Zuhörer und hoffentlich vielen neuen Interessierten an den Start zu gehen. Neben unserem TEPFIT-YouTube-Kanal wird dies eine weitere Informations-Quelle für Betroffene sein, sich rund um Arthrose, Gelenk-Probleme, OP-Vermeidung, Tipps vor und nach einer OP und aktuellen Fragen, die mir täglich begegnen, bequem im Auto, auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport oder wo auch immer sonst, rein auditiv zu informieren. Das Intro so oder so ähnlich gibt es schon mal hier zum reinhören.

KnorpelKompetenzNetzwerk e.V.
Vor gut eineinhalb Jahren wurde unter Federführung des GK-Bonn und deren Chefärzte Dr. Holger Haas und Dr. Jochen Müller-Stromberg der Verein KnorpelKompetenzNetzwerk e.V. gegründet, der sich als Bindeglied zwischen optimaler Behandlung und Patient versteht.

Dr. Müller-Stromberg führt dazu aus:

Im KnorpelKompetenzNetzwerk ist eine Gruppe von erfahrenen, besonders geschulten Ärzten und Therapeuten zusammengeführt, die untereinander abgestimmt agieren, eine optimierte Kommunikation führen und sich dabei dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis sowie den geltenden Leitlinien verpflichtet sehen.
Durch die enge Verzahnung der Mitglieder haben die Patienten kurzfristig Zugriff auf fundierte Beurteilungen ihrer Gesundheitssituation im Sinne einer Zweitmeinung.
Durch das Netzwerk erhält der Patient neben einer objektiven Beratung kurzfristig die notwendige, wissenschaftlich anerkannte Therapie, um die oft schwerwiegenden Folgen einer im Frühstadium verzögerten Therapie zu vermeiden.
Das Netzwerk steht offen für verschiedene Berufsgruppen, um alle notwendigen Kompetenzen zu bündeln. Neben Orthopäden und Unfallchirurgen sollen weitere Ärzte mit spezieller Qualifikation einbezogen werden. Dabei muss auch eine ernährungs- und sportmedizinische Beratung erfolgen. Mit der Einbindung von Physiotherapeuten und Sportmedizinern wird der zentrale Aspekt einer gezielten körperlichen Aktivität für die Behandlung und Prävention von Erkrankungen des Gelenkknorpels betont.
Die Beratung und Behandlung eines Patienten mit Knorpelschaden bzw. beginnender Arthrose ist trotz aller vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse stets individuell auf diesen Patienten abzustimmen.

Die Satzung des Vereines kann hier heruntergeladen werden.
Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden. Mit einem schriftlichen Antrag an den Vorstand können auch Nicht-Mediziner Mitglied werden. Diese Chance habe ich wahrgenommen und bin hocherfreut, dass meine Mitgliedschaft ab 1. Februar 2020 bestätigt wurde. Ich werde versuchen, im Rahmen meiner „nichtmedizinischen“ Möglichkeiten und aus Sicht der Betroffenen, aktiv mitzuwirken und auch die eine oder andere Spende zu akquirieren. Ausführliche Informationen gibt es auf der Vereins-Webseite.
Ich finde diese Initiative ganz hervorragend. Bietet sie doch aus meiner Sicht Möglichkeiten, Kompetenzen zur Erforschung der Knorpelzüchtung und Knorpelregeneration zu bündeln, um in absehbarer Zeit hier neue Behandlungsmöglichkeiten für Arthrose-Betroffene zu schaffen und bereits heute, den oft vernachlässigten Ansatz einer ganzheitlichen Therapie anzubieten.

Bewegung und Sport mit Arthrose – das Vivea-Hotel im Ötztal macht’s möglich

Er scheint ein Teufelskreislauf zu sein. Gelenke wollen und müssen bewegt werden, damit diese funktionieren und der Knorpel mit genug Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) versorgt wird. Der Gelenkverschleiß ist ein normaler Prozess, der heute mehr Menschen betrifft als früher auf Grund der höheren Lebenserwartung. Aber nicht jeder natürliche Gelenkverschleiß macht sich mit Schmerzen bemerkbar. Wenn dies jedoch der Fall ist, versuchen die meisten Betroffenen das Gelenk zu schonen.

Vivea Gesundheitshotel Umhausen – Ötztal

Aber genau hier beginnt die Krux: Gerade mit Arthrose ist es extrem wichtig, dass das Gelenk nicht geschont, sondern stetig und moderat bewegt wird. Mit Schmerzen ist das allerdings dauerhaft schwierig. Und so kam meine Blogger-Freundin Barbara Egger, die das Arthroseforum Austria sowie ihren Blog Tirolturtle betreibt, letztes Jahr auf die Idee, eine Arthrose-Urlaubswoche in sehr schöner und angenehmer Umgebung mit verschiedenen Therapien für die geschundenen Gelenke und vor allen Dingen auch mit sportlichen, bzw. bewegungsreichen Einheiten ins Leben zu rufen. Jetzt musste nur noch ein Hotel mit passender Ausstattung gefunden werden, welches diese Idee auch unterstützt. Und hier kommt das vier Sterne-Hotel Vivea Gesundheitshotel Umhausen im Ötztal ins Spiel. Der emphatische und aufgeschlossene Hotelmanager Michael Rupp war sofort Feuer und Flamme. So gab es im April 2018 die erste Arthrose Gesundheitswoche in Umhausen, quasi als Testlauf. Neben der Initiatorin Barbara Egger, durfte auch ich, zusammen mit meiner Mitautorin Heidi Rauch, einige Tage in dieses innovative Programm eintauchen. Zudem hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, Heidi und mich – im Rahmen unserer Buchvorstellungen „Mut zur neuen Hüfte!!“ und „Mut zum neuen Knie!“ – nach unseren Erfahrungen mit insgesamt vier Hüft-TEPs zu befragen. Nach dem großen Erfolg im April 2018 und den durchweg positiven Reaktionen der Teilnehmer, folgten weitere dieser erfolgreichen Arthrose-Wochen in 2018 und 2019.
So war es nur die logische Folge, dass nun ab 2020 die Arthrose-Woche ganzjährig zu einem sehr attraktiven Preis inkl. aller therapeutischen Leistungen (ärztliches Beratungsgespräch, Einzel- und Gruppen-Therapien, geführte Wanderungen, sanftes Yoga und vieles mehr), Vollpension, Wellness und Beauty (Hallenbad, Außenschwimmbad, Whirlpool, Sauna) und weiteren sehr attraktiven Angeboten im Programm ist. Alle Details und Preise finden Sie hier.
Somit haben alle Betroffenen jetzt jederzeit die hervorragende Gelegenheit in wunderschöner Umgebung im Winter wie im Sommer, etwas für die eigene Gesundheit, das Wohlbefinden und die Linderung der Arthroseschmerzen zu tun.

Für das Video einfach das Bild anklicken

Zudem können sich alle untereinander in schöner Atmosphäre rege austauschen und etwas für die Stärkung des persönlichen Arthrose Selbstmanagements tun. Ich bin sicher, dass das bisher einzigartige Angebot, bestens angenommen wird und werde selbst versuchen, in 2020 auch ein paar Tage dabei sein zu können.
Den Informationsflyer können Sie hier herunterladen.
Wer schon mal einen eindrucksvollen Vorgeschmack aus seinen nächsten Urlaub haben möchte, dem empfehle ich nebenstehendes kurzes Video.

Manuelle Medizin versus Apparatemedizin

Mo, 2. September 2019 2 Kommentare

Leider ist heute die allgemeine Neigung jegliche Art von Beschwerden – und ganz besonders Gelenkbeschwerden, bzw. Probleme mit dem Bewegungsapparat – statt mit manueller Medizin (ausführliche Anamnese, Untersuchung und Diagnose), mit Technik zu erschlagen. Es wird geröntgt und ultrageschallt, es werden MRTs und/oder CTs verschrieben und wenn dies noch nicht reicht, das ganze nochmal von vorne mit Kontrastmitteln. Woran das liegt ist klar: Es werden diese Untersuchungen von den Krankenkassen prima und wesentlich besser vergütet, als wenn sich ein Arzt Zeit nimmt für eine manuelle Untersuchung. Aktuell hat die Presse gerade über die einfache Zusatzeinnahme-Quelle Kontrastmittel berichtet.
Meiner Ansicht nach muss in Bezug auf die Geräte-Medizin in einigen medizinischen Fachbereichen endlich ein Umdenken stattfinden.
Natürlich gibt es Krankheitsbilder, die zwingend eine radiologische Untersuchung nötig machen und es ist gut, dass es diese Möglichkeiten gibt und jedem zur Verfügung stehen. Aber es ist schlecht, dass sich viele Ärzte immer mehr auf diese Diagnostik verlasen, statt den Menschen in seiner Gesamtheit zu betrachten. Vermutlich werden bereits im Studium und im praktischen Jahr die Weichen falsch gestellt, ohne dass ich das belegen kann.

Wie effektiv der Ansatz der manuellen Medizin in den richtigen Händen sein kann, möchte ich mit einem persönlichen Beispiel belegen.

Dr. Georg Kaupe – Bonn

Die Ausgangslage
Eine sportliche und jung gebliebene Sechzigjährige – nämlich meine liebe Frau – hat seit ein bis zwei Jahren mal mehr und mal weniger leichte Beschwerden im Hüftbereich und im ISG. Im Frühjahr dieses Jahres wurden diese allerdings so stark, dass teilweise nur noch wenige Meter schmerzfreies Gehen möglich waren. Die Schmerzen breiteten sich von der Hüfte bis weit in den Oberschenkel hinein aus.
Dies zog sich über einige Wochen, teilweise mit der Einnahme von Schmerzmitteln, hin, bis ein kleiner Ärzte-Marathon gestartet wurde. Es wurden die Hüften und die Wirbelsäule geröntgt ohne wirklichen Befund, bis auf die altersgemäßen Abnutzungserscheinungen. Es wurde Physiotherapie verschrieben, was ich per se schon mal sehr gut finde, aber in ihrem Fall leider nicht geholfen hat.
Ich bin ein vehementer Verfechter von physiotherapeutischen Behandlungen. Habe ich diese doch nach meinen Gelenk-OPs immer selbst gerne und stets erfolgreich in Anspruch genommen.
Da einer meine Frau behandelnden Orthopäden meinte, leichte Arthroseanzeichen auf einem der Hüft-Röntgenbilder gesehen zu haben, wollte er dies noch mit einem Arthro-MRT (MRT mit Kontrastmittel ins Hüftgelenk) absichern. Ich habe in meinem Leben nun wirklich viele Hüft-Röntgenbilder gesehen auf Grund meiner eigenen Gelenkprobleme, durch meine Aktivitäten hier in diesem Blog, in der TEPFIT-Gruppe und im Rahmen der Recherchen für unsere Mutmach-Bücher „Mut zur neuen Hüfte!!“ und „Mut zum neuen Knie!“
Auch als Nicht-Mediziner ist für mich zu erkennen, dass die radiologisch sichtbaren minimal vorhandenen Abnutzungserscheinungen, eigentlich nicht diese massiven Schmerzen verursachen können und deshalb ein Arthro-MRT, bei dem in ein gesundes Gelenk Kontrastmittel gespritzt wird, wenig sinnvoll ist. Meine Liebste entscheidet sich nach einigen Überlegungen gegen diese Untersuchung. Doch wie kann das Problem angegangen und gelöst werden?
Ich nehme Kontakt zu meinem befreundeten Facharzt der Orthopädie Dr. Georg Kaupe in Bonn auf, der seine Behandlungsmethoden auf seiner Praxisseite wie folgt beschreibt:

Als Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin kombiniere ich klassische und alternative Therapiemethoden. Die ganzheitliche Sichtweise ist die Basis meines Behandlungskonzeptes.
Meine anerkannten Zusatzbezeichnungen sind Akupunktur, Chirotherapie und Sportmedizin. Zu einem gründlichen Behandlungskonzept gehört auch die Analyse Ihrer Lebensumstände.
Ich versuche allen Patienten und gerade Kindern mehr Freude an gesunder Bewegung zu vermitteln. Sinnvolle Bewegungskonzepte können das Körperbewußtsein enorm steigern und viele Beschwerden in Vorfeld minimieren.
Neben der Therapie mit unseren Patienten ist die Physiotherapie eine weitere wesentliche Säule zum dauerhaften Behandlungserfolg. Deshalb arbeite ich eng mit diversen Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten zusammen.

Wir vereinbaren einen Termin in seiner Praxis. Vorher gibt er noch den Tipp, meine Frau sollte eine Knochendichtemessung durchführen lassen, da Osteoporose auch oft für diese unspezifischen Beschwerden verantwortlich sein können.

Der Untersuchungstag
Mit diesem Messergebnis kommen wir Anfang August nun in Bonn an. Dr. Georg Kaupe möchte keine Röntgenbilder sehen und kommentiert das Messergebnis der Knochendichtemessung meiner Frau mit den Worten: „Du hast ja Knochen wie ein Bär!“.
Er beginnt nun mit einer eingehenden ‚Ganzkörper‘-Untersuchung durch sichten, bewegen und bestimmte Druckpunkte ertasten und setzen.
Danach schließt sich eine Ganganalyse an. Diese wird natürlich auch durch Technik unterstützt. Die Bodenplatten, über die meine Frau barfuß gehen soll, zeichnen das Gangbild auf (3D-Ganganalyse). Dr. Kaupe kann damit direkt Fehlstellungen der Füße und Dysbalancen im Bewegungsablauf erkennen. Dies ist auch hier der Fall: Meine Frau hat Fußfehlstellungen, so seine Diagnose.
Doch was wird er nun empfehlen, bzw. was sind seine Therapiemaßnahmen?
Er nimmt ein paar Perlotten (kleine Schaumstoffkissen, nur wenige Millimeter dick) aus seinem Fundus und klebt diese als Akutmaßnahme an einer bestimmten Stelle unter beide Füße. Meine Frau ist zunächst sehr skeptisch: Diese wenigen Millimeter sollen die Schmerzen eines halben Jahres einfach beseitigen?
Ich konnte mir das schon eher vorstellen, schließlich hatte ich Jahre zuvor eine ähnliche Erfahrung mit wenigen Millimetern Ausgleich in meinen Laufschuhen gemacht.
Da danach ein Wochenende bei Freunden mit vielen Gehkilometern anstand, war die Bewährungsprobe bereits in Sichtweite. Zusätzlich wurden dann noch entsprechende Einlagen verschrieben, die in normalen Schuhen getragen werden sollen.

Das Ergebnis
Hier das verblüffende Ergebnis: Meine Frau konnte mit diesen kleinen geklebten Schaumstoffkissen unter den Fußsohlen über 10 Stadt-Kilometer in zwei Tagen absolut schmerzfrei zu Fuß bewältigen. Statt aufwendiger und teurer Apparatemedizin, haben hier ein geschultes Auge und jahrelange Erfahrung, gepaart mit entsprechender exzellenter Ausbildung, sowie ein 6,00 EUR teures Paar Perlotten ein Problem behoben, welches vorher ein halbes Jahr lang durch aufwendige technische Untersuchungen und mehrere Stunden bei diversen Fachärzten nicht einmal ansatzweise diagnostiziert wurde.
Inzwischen sind vier Wochen vergangen, meine Frau trägt sowohl die Einlagen regelmäßig, wie auch zu Hause barfuß die Perlotten. Die massiven Schmerzen in der Hüfte und im Oberschenkel sind seitdem einfach dauerhaft verschwunden und meine Frau kann wieder mit Freude an Bewegung und Sport denken.

Was ist das Fazit?
Als Patient mit Problemen am Bewegungsapparat sollte man eine erste Geräte-Diagnose zunächst hinterfragen und ggf. eine Arzt aufsuchen, der das Fach der manuellen Medizin beherrscht. Diese findet man eher unter Sportmedizinern. Wer im Raum Köln-Bonn wohnt, kennt ja nun bereits einen.
Einige gute Sportmediziner bieten Ihre Leistungen nur privatärztlich an. Sofern man gesetzlich versichert ist und es die finanziellen Möglichkeiten erlauben, sollte einem eine gründliche manuelle Untersuchung ggf. ein paar Euro Wert sein. Es kann eine sehr gute Investition in die eigene Gesundheit und Schmerzfreiheit sein.

Der mündige und aufgeklärte Online-Patient – eine Herausforderung für Betroffene und Ärzte

Sa, 11. Mai 2019 2 Kommentare

Es ist so herrlich einfach: Mal eben schnell einen medizinischen Fachbegriff oder eine Krankheit in eine Suchmaschine eingeben und schon weiß man besser Bescheid als jeder Arzt. Dieser Trend wird durch gesetzlich inzwischen erlaubte Online-Sprechstunden unterstützt. Kurz mit dem Facharzt einen kleinen Video-Chat aufsetzen und schon steht die Diagnose fest, die man sich ja vorher ohnehin bereits „ergoogelt“ hatte.

In Wirklichkeit ist die Recherche im Netz aber alles andere als einfach. Gilt es doch, seriöse Seiten von reinen Werbeseiten, Fachinformationen von Falschinformationen und aktuelle Artikel von längst überholten, zu unterscheiden. Bei der Suche nach Krankheiten und Beschwerden besteht zudem die Gefahr, dass man eher geneigt ist, den beschriebenen schlimmsten Szenarien der eigenen Symptome Glauben zu schenken, als den harmlosen.
Doch wie kann man die Online-Möglichkeiten nutzen, ohne in die genannten Fallen zu tappen?
Eines vorweg, es kostet in jedem Fall Zeit.
Als erstes sollte man immer das Impressum lesen. Ein Impressum ist für alle Webseitenbetreiber verpflichtend. Wenn dieses fehlt oder unvollständig ist, sollte die Internetseite direkt aussortiert werden. Danach ggf. den Betreiber der Seite im Netz recherchieren. Wenn man sich immer noch unsicher ist, kann man auch prüfen, was andere bereits zu der Seite oder der Firma im Netz geschrieben haben. Auch Seiten mit auffallend vielen Rechtschreibfehlern oder merkwürdigen Formulierungen können ein Indiz für unseriöse Angebote sein.
Es gibt auch im Internet einige hilfreiche Tipps, wie man Falschmeldungen (Fake News) entlarven kann. Die Seite des SWR bietet einen guten Leitfaden an.
In Fall der Medizin-Seite mit dem wohlklingenden Namen „Leading Medicine Guide“, die mich zu diesem Artikel veranlasst hat, war es trotzdem nicht ganz so einfach auf den ersten Blick und ohne größeren Zeitaufwand zu erkennen, dass hier keinesfalls unabhängige Qualitätskriterien dazu geführt haben, Kliniken und Ärzte als herausragende Experten dort aufzuführen, sondern Zahlungen von mindestens 5.000,00 EUR pro Jahr. Allenfalls der im Impressum genannte Betreiber, der „Deutsche Verlag für Gesundheitsinformation GmbH“, kann einem vielleicht stutzig werden lassen, sowie das goldene eigene ausgegebene Zertifikat. Beide genannten Seiten sind sehr professionell gestaltet und wirken dadurch seriös und fachkompetent. Die zwei zusammengehörenden Seiten einer Firma, machen übrigens keinen Hehl daraus, Dienstleistungen für Ärzte und Kliniken zu verkaufen, um diese im Suchmaschinen-Ranking nach vorne zu bringen. Mann muss sich allerdings erst das 5-minütige, etwas versteckte Werbevideo anschauen, um ab Minute 4 zu erfahren, wie hoch die Kosten dafür sind – und wer macht das schon?
Die 10 genannten Aufnahmekriterien klingen zunächst auch ganz plausibel und vernünftig. Wenn man dann aber weiterliest und erfährt, dass davon nur 7 erfüllt sein müssen, ergibt sich eine ganz andere Wahrnehmung.
Eine Aufnahme in den „Expertenkreis“ ist damit ohne nachfolgende sehr wichtige drei Kriterien möglich
– „Mindestens 10 Jahre Operations- und Behandlungserfahrung“
– „Beherrschung moderner diagnostischer und operativer Verfahren“
– „evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)“
wenn stattdessen eher unwichtige Kriterien wie z.B.:
– „Ärzte- und Kollegenakzeptanz“
– „Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)“
– „Leitende berufliche Position“
nachgewiesen werden. Das sagt eigentlich schon alles über diese Web-Seite und die Expertenliste aus.

Zur dem oben genannten Verlag gehören übrigens noch weitere 17 (in Worten siebzehn) Portale spezieller medizinischer Fachrichtungen, die alle das „…guide“ im Namen führen und designtechnisch jeweils etwas anders aufbereitet sind, so dass diese nicht direkt in Zusammenhang gebracht werden, es sei denn man schaut in jedes Impressum oder es fallen einem die gleichen Bilder mit den seriös dreinschauenden Gesichtern auf.
Es zwar nicht ganz  auszuschließen ist, dass das eine oder andere dort veröffentlichte Thema auch sinnvolle Informationen enthält, jedoch fällt dem aufmerksamen Leser auf, dass nie ein Datum der Veröffentlichung angegeben wird und meist auch keine Quellenangabe. Allenfalls anhand einiger dort genannter Zahlen kann man das Alter der Artikel ablesen. Z.B. lesen wir dort von 250.000 endoprothetischen Versorgungen pro Jahr (Hüfte und Knie), lt. seriöser EPRD-Quelle waren es 2016 ca. 440.000.

Das inzwischen weitestgehend aufgehobene Werbeverbot für Mediziner macht es für die Betroffenen aber auch für Ärzte nicht einfacher. Gilt es doch auch hier, seriöse und sachliche Information ohne Verkaufsangebote von eben weniger seriösen mit versteckter oder auch offene Werbung zu unterscheiden. Professionell in Studio-Qualität erstellte Youtube-Videos sind leider auch hier kein fachliches Qualitätsmerkmal.
Last but not least sieht vielleicht auch der eine oder andere Mediziner die Notwendigkeit, bei einer rein profitorientierten Werbeplattform mitzumachen, um sich nicht von Patienten fragen zu lassen, warum denn gerade er nicht auf einem „sogenannten Expertenportal“ vertreten ist. Ich bin mir allerdings sicher, dass die Mehrzahl der wirklich anerkannten Fachärzte dieser Versuchung widerstehen werden.
Am Ende ist es wie immer im Leben: Am besten den gesunden Menschenverstand walten lassen und bei medizinischen Ratschlägen und Wunderheilungsversprechen misstrauisch sein.
Keine schlechte Quelle für Informationen können Selbsthilfegruppen, egal ob real oder im Netz, sein. Bei letzteren gelten natürlich die gleichen vorstehend genannten Kriterien. Wenn so eine Gruppe gut geführt ist, mit Fachleuten besetzt ist und eine notwendige Größe hat, die für ein gewisses Maß an Selbstregulierung sorgt, kann man sich dort durchaus zu medizinischen Themen informieren und austauschen. Ein qualifizierter Arztbesuch ist dadurch selbstverständlich keinesfalls zu ersetzen.

In dem mir bekannten medizinischen Umfeld, seien zum Thema „Arthrose und künstliche Gelenke“ stellvertretend zwei Gruppen/Foren genannt:

Beide genannten Gruppen und Foren bemühen sich intensiv um sachliche Informationen, die durch eine größere Anzahl von Experten (Medizinern, Physiotherapeuten, Sportwissenschaftlern, etc.), die auch namentlich bekannt sind, fachlich unterstützt und begleitet werden.

Als orthopädische und chirurgische Webseiten mit validen Fachinformationen seien nachfolgende genannt, wobei die ersten drei eingetragene Vereine sind und am Aufbau der letzten zwei genannten Organisationen maßgeblich beteiligt waren.

Natürlich sind auch Portale der Krankenkassen eine praktikable Anlaufstelle, um Kliniken und Fachärzte zu finden!

Fazit: Sinne schärfen beim Surfen!

Vom Blog über zwei Bücher zum 3. TEPFIT-Treffen in Berlin

Was 2011 mit diesem Blog begann, hat sich in den letzten sieben Jahren prächtig weiterentwickelt. In den Jahren 2012 und 2014 sind die Bücher ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mut zum neuen Knie!‘ erschienen – das erste inzwischen in der zweiten Auflage. 2015 wurde die geschlossene Facebook-Gruppe ‚TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‘ gegründet, die in Kürze das 3000. Mitglied feiern wird.

Teilnehmer des 2. TEPFIT Workshops 2018 in Hagen

Damit reifte dann auch der Entschluss, die Mitglieder der virtuellen Facebook-Gruppe in einem realen Treffen zusammenzubringen. Das erste Treffen im November 2016 in der Nähe von München war damit aus der Taufe gehoben.
Im April 2019 findet nun bereits das dritte TEPFIT-Treffen (Workshop) mit einem erneut sehr interessanten Programm in Berlin statt. Drei hochkarätige Impulsvorträge renommierter Fachärzte der Charité am Vormittag, sowie Yoga und Zumba für TEP-Träger am Nachmittag, bilden die Programm-Säulen. Für ein ausgewogenes Rahmenprogramm mit gemeinsamen Abend ist natürlich ebenfalls gesorgt.
Wer Interesse hat, kann sich unter nachfolgendem Link ausführlich informieren und natürlich auch gleich verbindlich anmelden!
Ein paar ‚Live‘-Eindrücke vom letzen Treffen gibt es rechts mit dem TEPFIT-Trailer 2018 und natürlich in unserem YouTube-Kanal!

TEPFIT-Club und TEPFIT-YouTube-Kanal

TEPFIT Workshop 2018 in Hagen

Alle, die sich zu Themen im Zusammenhang mit Arthrose, Verhalten vor oder nach einer Gelenks-OP, mögliche sportliche Betätigungen, OP-Vermeidung und alternative Heilmethoden informieren und austauschen möchten, sei unser TEPFIT-Club empfohlen.

Ebenfalls steigender Beliebtheit erfreut sich unser TEPFIT-YouTube-Kanal. Hier werden regelmäßig in unterschiedlichen zeitlichen Abständen Informations-Videos rund um künstliche Gelenke, Bewegung, Sport und Tipps dazu veröffentlicht. Auch unsere realen TEPFIT-Treffen und -Workshops sind dort filmisch aufbereitet zu finden. Am besten den YouTube-Kanal einfach abonnieren, um kein neues Video zu verpassen.

Prehabilitation: Das richtige Training vor dem Eingriff

Für die Operation fit werden
Prehabilitation: Das richtige Training vor dem Eingriff
Von uns wird schon lange propagiert, möglichst fit in eine notwendige OP zu gehen. Auch in unseren Büchern ‚Mut zur neuen Hüfte!!‚ und ‚Mut zum neuen Knie!‚ weisen wir eindringlich darauf hin!
SWR-Wissen greift genau dieses Thema auf, auch mit einem Info-Video- und -Audio!
(SWR2 Impuls. Von Dorothea Brummerloh. Online: Anja Braun & Ralf Kölbel. Stand: 14.5.2018)

Operationen schlauchen den Körper – die Bettruhe danach schwächt die Muskeln. Um dem vorzubeugen, gibt es die Prehabilitation: Fitness-Training vor dem Eingriff – eine konsequente Weiterentwicklung der Rehabilitation.
Aktive Patienten verkraften die Nebenwirkungen einer Operation besser. Das ist bei Eingriffen wegen Brust-, Darm- und Prostatakrebs sowie Leukämie schon belegt. Die vorbeugende Bewegung fördert die Genesung. Doch auch große orthopädische Operationen wie ein Hüftgelenksersatz schlauchen den Körper. Prehabilitation soll das verhindern…. mehr