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Posts Tagged ‘Arthrose’

Gesundheitsworkshop am 17.9.2022 in Bonn

Mit künstlichen Gelenken oder Arthrose beweglich sein und bleiben 

Slowjogging, Stabilitätstraining und Sturzprophylaxe, Fachvorträge zu Ernährung und zur Digitalisierung im Gesundheitswesen, sowie Rahmenprogramm

Hüft- und Knie-TEPler, d.h. Menschen mit künstlichen Gelenken sowie von Arthrose Betroffene, treffen sich zum Austausch und zur bewegungsfreudigen „Weiterbildung“ zu einem „Gesundheitsworkshop“ in Bonn, Nordrhein-Westfalen: 
Vom 16. bis 18. September findet dort der 3. TEPFIT-Gesundheitsworkshop unter dem Motto: „Mit künstlichen Gelenken oder Arthrose beweglich sein und bleiben“ statt. 
Das Programm mit einem Chefarzt-Vortrag zur Ernährung, einem Vortrag über die neuen digitalen Möglichkeiten im Gesundheitswesen, Einführung und Ausprobieren des gelenkschonenden Slowjoggings, sowie Stabilitätstraining und Sturzprophylaxe unter fachlicher Anleitung wendet sich sowohl an bereits operierte TEP-Träger als auch an von Arthrose betroffene Menschen, die zum einem erfahren wollen, wie man ein künstliches Gelenk ggf. etwas aufschieben kann und zum anderen wissen möchten, was bzw. wie man alles wieder sportlich mit künstlichen Gelenken machen kann!

Veranstalter: ArthroseKompetenzNetzwerk TEPFIT e.V. zusammen GK-Bonn und alley

Ort: Cafeteria des Gemeinschaftskrankenhause St. Petrus in Bonn, Bonner Talweg 4-6, D-53113 Bonn
Preis:EUR 30,00(*) inkl. kleinem Mittags-Lunch und Getränken am 17.09.2022
Vereinsmitglieder zahlen nur EUR 8,00(*)
(*) Übernachtung, Abendessen und Rahmenprogramm sind nicht im Preis enthalten

Hier geht’s direkt zur Anmeldung – Anmeldeschluss 19.08.2022
(Die Teilnehmerzahl ist auf max. 50 begrenzt)

Workshop-Programm am Samstag, den 17. September

09:30 – 10:00 UhrBegrüßung Vereinsvorstand und Partner-Vertreter (alley, GK-Bonn)
10:00 – 10:45 UhrFachvortrag „Ernährung bei Arthrose und mit künstlichen Gelenken“
Dr. med. Markus Menzen, Chefarzt des Diabeteszentrums, GK-Bonn
11.00 – 11:45 UhrDigitalisierung im Gesundheitswesen, (DiGA, ePA, eRezept und Co)
Manuel Mandler, Gründer und CCO bei alley
12.00 – 14.00 UhrMittagspause, Lunch und Zeit zum Austausch 
14.00 – 15.00 UhrStabilitätstraining und Sturzprohylaxe Julia Babczynski
Leiterin der therapeutischen Dienste im GK-Bonn (*)
15:15 – 17.00 UhrSlowjogging mit der zertifizierten Slowjogging Trainerin und
TEPFIT-Gruppenmitglied Petra Broszat (Outdoor) (*)

(*) Bitte für die Programmpunkte am Nachmittag bequeme Sportschuhe oder Sneakers (ohne Absätze) dabei- oder anhaben.


Rahmen- und Partnerprogramm:

Freitag, den 16.9.2022 
Um 17:00 Uhr für alle, die bereits angereist sind, eine priv. Führung Schloß Drachenburg – Findet nur bei mind. 10 Teilnehmer statt. Danach ca. 19:30 Uhr für alle bereits am Freitag Anreisende ein gemeinsames Abendessen.

Samstag, den 17.09.2022 

Tagsüber:Für mitreisende Partner je nach Anzahl und Bedarf ein Partnerprogramm.
Abends:Abschluss-Beisammensein und Austausch mit gemeinsamen Abendessen.

Grenzüberschreitendes Arthrose Netzwerk gestartet

Arthrose Selbsthilfe neu gedacht. Erstmals haben sich betroffene Patient*innen mit Gelenkspezialisten und Therapeut*innen vernetzt und gemeinsam das grenzüberschreitende ArthroseKompetenzNetzwerk TEPFIT e.V. gegründet. 

Seit Jahren sind die beiden Selbsthilfegruppen „Das Arthrose Forum Austria“ und „TEPFIT® – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)“ eng vernetzt, wenn auch mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten, aber mit gleichen Zielen: Maximale und seriöse Aufklärung für Betroffene von Arthrose und Personen mit künstlichen Gelenken. Da war es nur logisch, nach nunmehr sieben Jahren grenzüberschreitender gemeinsamer Aktivitäten sich noch professioneller und noch enger gemeinsam aufzustellen. 

Die Gründungsversammlung für das ArthroseKompetenzNetzwerk TEPFIT e.V. erfolgte im Mai 2022. Der Vorstand ist besetzt mit Vertreter*innen der Arthrose Selbsthilfe in Österreich und Deutschland, Barbara Egger-Spiess, Angelika Eisenhut und Peter Herrchen sowie Physiotherapeutin Julia Babczynski und Gelenkspezialist Priv.-Doz. Dr. Ralf Rosenberger. 

Die insgesamt elf Gründungsmitglieder sind alle Expert*innen in ihrem Fach, sei es Orthopädie und Gelenkchirurgie, Physiotherapie oder Wegbereiter*innen und Gründer*innen der Arthrose Selbsthilfe. 

Die ausführliche Pressemeldung gibt es hier.

Barbara Egger-Spiess (Co-Vorsitzende) und Peter Herrchen (Vorsitzender) v. r. n. l.

Ausführliche Informationen zum Verein finden Sie auf der Vereins-Webseite. Dort können Sie auch unkompliziert Mitglied werden und benötigen als Mindestbeitrag nur einen Gesundheits-EURO pro Monat. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Initiative unterstützen. Vielleicht haben wir ja auch Ihnen die letzten Jahre mit unseren Informationen, mit Zuspruch, mit Tipps, mit Mut machen und einer Begleitung auf Ihrem Behandlungspfad geholfen und Sie möchten uns mit Ihrer Mitgliedschaft helfen und unterstützen, um

– unser gemeinsames Netzwerk stetig und konsequent weiter auszubauen.

– alle Ressourcen in dem Bereich zu bündeln.

– von vielen länderübergreifenden Experten und Spezialisten zu profitieren.

– sich selbst aktiv einzubringen.

– sich bei gemeinsamen Veranstaltungen – zwei finden noch dieses Jahr statt – mit Betroffenen und Experten auszutauschen.

– an den Mehrwerten für Mitglieder, die wir nach und nach schaffen und dauerhaft erweitern werden, teilzuhaben.

Wir freuen uns auf Sie!

Valide Informationen in der digitalen Welt

Über Fehl- und Falschinformationen in den Untiefen des WorldWideWeb – gerade auch zu den Themen Arthrose und künstliche Gelenke – habe ich schon einige Male hier berichtet.
Leider machen diese auch vor Klinik-Webseiten nicht halt (siehe gerne die Beiträge Kann man Informationen auf Klinik-Webseiten immer glauben? oder auch Der mündige und aufgeklärte Online-Patient – eine Herausforderung für Betroffene und Ärzte).
Mit Christina Auffenberg von alley habe ich darüber gesprochen, wie valide und verlässliche Informationen im Netz zu erhalten, sowie verifizierte digitale Angebote zu finden sind.
alley ist die smarte Begleiterin bei Arthrose in Knie und Hüfte und sorgt für einen optimalen Behandlungsweg. alley bereitet zudem auf Behandlungstermine vor, unterstützt und koordiniert diese, bietet den Betroffenen individuelle Videos und Übungen an, liefert passgenaue Informationen und steht zudem auch ganz analog mit einem Care Management Team Patienten und Ratsuchenden zur Seite.

Im nachfolgenden knapp 8-minütigen Interview geht es darum, welche Informationen Betroffene, wann und warum benötigen und wie diese am besten zu erhalten sind. Dabei sind unsere nunmehr siebenjährigen Erfahrungen aus unserer TEPFIT-Selbsthilfegruppe natürlich eingeflossen.

UPDATE: Liebscher & Bracht – Wer heilt hat trotzdem nicht Recht?

Mo, 14. Februar 2022 16 Kommentare

Update am 14.02.2022
Sind sind leider sehr rar, die kritischen Auseinandersetzungen von wissenschaftlicher Seite mit Liebscher & Bracht. Umso besser, dass ganz aktuell eine wissenschaftliche Ausarbeitung zu den vielen unbewiesenen Thesen und Heil-Versprechen von L&B veröffentlicht wurde, die praktisch alles, was L&B behaupten und behandeln, als nicht Evidenz basierend entlarvt – oder einfacher ausgedrückt als Unsinn.
Diese Veröffentlichung in der Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie 01/2022 (Thieme) wurde von Fachärzten, Wissenschaftlern und Therapeuten (werden alle im Beitrag genannt) zusammen erarbeitet und hat die Überschrift:
„Keine Evidenz für die biomechanischen und pathophysiologischen Erklärungsmodelle muskuloskelettaler Erkrankungen nach Liebscher & Bracht“
Sie kann hier kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Wer es lieber als Web-Seite lesen möchte, der wird hier fündig:

Ursprünglicher Artikel aus November 2017
Roland Liebscher & Dr. Petra Bracht (kurz L&B) sind in den Social-Media-Kanälen beim Thema Schmerztherapie und Arthrose fast allgegenwärtig. Gibt man z.B. in der YouTube-Suche ‚Arthrose‘ ein, prangt einem Roland Liebscher mit unzähligen Videos entgegen.

Auch in unserer TEPFIT-Facebook-Gruppe und in anderen Gruppen, die sich mit Arthrose beschäftigen, wird oft und sehr engagiert über L&B diskutiert.

Da ich den Versprechungen von Liebscher & Bracht wie z.B.

90 Prozent der Gelenkschmerzen werden meistens bereits in der ersten Behandlungsstunde dauerhaft behoben 

und deren Vorwürfen an die Schulmedizin, lt. Liebscher die ‚herkömmliche Medizin‘ – hier wörtlich aus dem Buch „Die Arthroselüge, Goldmann-Verlag, erschienen am 16.10.2017 – auf Seite 19“

Die heutige Realität bezüglich Arthrose und Schmerzen ist ein Jahrhundertirrtum der Medizin

zumindest skeptisch gegenüber stehe, habe ich mich in den letzten Wochen recht intensiv mit Liebscher & Bracht beschäftigt. Dazu habe ich Fachleute (Mediziner und Physiotherapeuten) befragt, intensiv die L&B-Web-Auftritte analysiert, mir einige der Vorträge von Roland Liebscher – auch den zur Arthroselüge – auf YouTube angesehen, die L&B Facebook-Gruppen verfolgt und mich durch das aktuelle Buch „Die Arthrose-Lüge“ gekämpft. Ich muss zugeben, letzteres ist mir zeitweise schwer gefallen ist. (Siehe meine Rezension auf Amazon)

Bewegung der Gelenke im goldenen Herbst

Man sollte auch noch wissen, dass Roland Liebscher keinerlei medizinische Ausbildung hat und seine Frau Dr. Petra Bracht Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde ist, wie die beiden selbst auf ihren Webseiten darlegen.

Es sieht nach Sichtung der vielen Informationen und Informations-Quellen so aus als gäbe es nur Personen, die L&B entweder in den Himmel heben oder wegen deren aggressiven Werbung und umstrittenen Aussagen in die Hölle wünschen.
Es scheint eine Art Parallelwelt zu geben:
Auf der einen Seite die Mediziner und ausgebildeten Experten (Chirurgen, Orthopäden, Physiotherapeuten, Sportmediziner), die von L&B wenig halten oder sogar teilweise nicht kennen (mag daran liegen, dass sich medizinische Fachwelt nur zögerlich den neuen Medien öffnet) und auf der anderen Seite die eingeschworene L&B-Fraktion: Bestehend aus denjenigen, die sich eigenfinanziert zu L&B Schmerztherapeuten haben ausbilden lassen und dann die gelernten L&B Methoden auch wirtschaftlich nutzen möchten und deren Patienten, die nach einigen erfolglosen Operationen mit schlechten Ergebnissen endlich auf Hilfe, auch aus dem Internet, hoffen.
Die Krankenkassen scheinen auch nicht überzeugt von der L&B- Therapie zu sein, da keine der angebotenen Leistungen von der Kasse bezahlt werden. Jetzt kann man entweder ein Komplott der „Medizin-Mafia“ als Grund vermuten – so wie es die L&B-Anhänger tun – oder es gibt eben einfach fachliche und sachliche Gründe, keine Kassenleistungen für diese Behandlungsmethode zu gewähren.
Die Erkärung ist vermutlich ebenso simpel wie einleuchtend: Die vom Roland Liebscher nach seinen Aussagen durch jahrelange Forschung perfektionierte „Osteopressur“ – ein in der Medizin nicht existierender Begriff – mit der 72 bekannte Schmerzpunkte behandelt werden, ist einfach nur ein Kombination aus bereits altbekannten und bewährten Elementen der konservativen Therapien, wie Akupressur (Shiatsu), manuelle Therapie, Physiotherapie, Osteopathie und neuerdings das Faszientraining.
Insofern möchte ich eine positive Wirkung der Behandlungsmethoden zusammen mit der ebenfalls propagieren ausreichenden Bewegung der Gelenke nicht in Abrede stellen – nur ist es eben keine ‚Weltneuheit‘, wie gerne behauptet wird.
Die Ausbildung (Fortbildung) zur einem L&B Schmerztherapeuten, die zwischen 2000,00 EUR und 3000,00 EUR kostet, dauert insgesamt nur vier Tage. Alleine da werde ich persönlich schon skeptisch. Damit sich ein Fachmediziner in Deutschland offiziell auch Schmerztherapeut nennen darf, muss dieser eine 12-monatige Zusatzausbildung absolvieren. Vermutlich deshalb ist ja auch auf der L&B-Webseite immer von ‚Die Schmerzspezialisten‘ die Rede. Diese Bezeichnung ist nicht geschützt!

Vom allseits bekannten, stets im Frühstücksfernsehen und auch sonst medial sehr präsenten Sportwissenschaftler, Prof. Dr. Ingo Froböse, der auf der L&B-Webseite mit seinem Namen wirbt, wollte ich wissen, ob es sportwissenschaftliche Untersuchungen zu L&B-Methoden gibt. Leider blieb meine nachfolgende Anfrage von Anfang Oktober unbeantwortet.

Sehr geehrter Dr. Froböse, ich schätze Sie als Sportwissenschaftler und Fitnessexperte sehr. Umso mehr erstaunt es mich, dass Sie, sofern man der Webseite von Liebscher&Bracht glauben kann, deren Aussagen und Therapien in den höchsten Tönen loben. Besonders deren Aussagen zur Arthrose, von Liebscher Arthroselüge genannt, sind sehr befremdlich und zumindest nach meinen Recherchen durch nichts bewiesen. Haben Sie eine wissenschaftliche Untersuchung zu den Methoden und Aussagen von Liebscher&Bracht, die Sie mir zukommen lassen könnten? Ich betreibe in FB selbst eine geschlossene Gruppe und habe auch zwei Bücher zum Thema künstliches Hüft- und Kniegelenk geschrieben. Da werden wir natürlich oft mit Liebscher&Bracht konfrontiert. Danke für eine Rückmeldung, gerne auch per eMail.

Ein Physiotherapeut, der auch Mitglied unsere Gruppe ist, hat mir auszugsweise auf meine Frage nach L&B wie folgt geantwortet:

Ich kann nach 25 Jahren Therapie sagen, dass keiner den Gral gefunden hat bzw. finden wird. Nahezu jeder neue Trend ist nichts als ein wiedergekäutes therapeutisches Verfahren im aufpolierten Gewand. Ich diskutiere diesbezüglich fast täglich mit meinen Physio-Kollegen, die jedem dieser Trends hinterher hecheln. Ich persönlich bin seit ein paar Jahren wieder zu den Wurzeln der „rehabilitativen Simplizität“ zurückgekehrt und fahre gut damit (auch wenn ich mich damit der Kritik von Kollegen und teilweise auch Patienten aussetze).

Dr. Georg Kaupe, Orthopäde und Sportmediziner aus Bonn, hatte sich ja bereits in unserer Facebook-Gruppe so geäußert:

Eine elementare Diagnose in der Medizin und indirekt die damit verbundenen Fakultäten sowie die dort arbeitenden Spezialisten der Lüge zu bezichtigen, ist schon ein sehr ambitioniertes Marketing. Wo sind die wissenschaftlichen Studien und zahlreichen Erfolge mit Statistik bitte zu finden? Beste Grüße aus Bonn Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie / Sportmedizin

Auch unseren sehr geschätzten Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Garmisch-Partenkirchen habe ich zu Liebscher & Bracht befragt, hier auszugsweise seine Antwort.

Seriös kann das nicht sein, dazu sind die Aussagen zu absolut (z.B.: 90% der Schmerzen in einer Behandlungsstunde eliminieren).
Eine Stellungnahme fällt mir derzeit entsprechend schwer, weil ich keine direkte Erfahrung damit habe. Geht wohl auch anderen so. Werde mich aber weiter erkundigen und sehen, was ich tun kann

Roland Liebscher habe ich ebenfalls persönlich über seine Web-Seite angeschrieben. Leider auch, wie bei Dr. Froböse, ohne eine Antwort! Nachfolgend mein Schreiben / meine Fragen:

Sehr geehrter Herr Liebscher,

ich muss zugeben, dass ich Ihren Aussagen wie ’90 % Schmerzfreiheit nach einer Behandlung‘ oder Ihren Aussagen zur Arthroselüge sehr kritisch gegenüberstehe. Zudem behaupten Sie wörtlich, ’sehr viele Patienten hätten mit einem künstlichen Gelenk, die gleichen Gelenkschmerzen wie vorher‘.

Damit stellen Sie elementare Diagnosen in der Medizin in Frage und bezichtigen indirekt die damit verbundenen Fakultäten sowie die dort arbeitenden Spezialisten der Lüge.

Ich selbst habe zwei künstliche Hüftgelenke, die auf Grund einer angeborenen Hüft-Dysplasie bereits im Alter von 39 und 51 notwendig wurden. Ich bin seitdem absolut schmerzfrei und sehr, sehr sportlich unterwegs. (Siehe hier: http://endoprothese-und-sport.de).

Daher hätte ich zwei Fragen, bzw. Bitten an Sie:

  1. Gibt es wissenschaftliche Studien, die Ihre Theorien und Aussagen beweisen und wenn ja, wäre es nett, wenn Sie mir die Quellen nennen würden. Ich würde diese dann auch mit Ihrer Genehmigung auf meinen Webseiten und/oder korrespondierenden FB-Seiten/FB-Gruppe veröffentlichen.
  2. Warum werden Ihre Therapien, die nach Ihren Aussagen vielen Patienten direkt helfen und zudem – nach Ihren Aussagen – die meisten unsinnigen OPs verhindern, nicht von der Kasse bezahlt, bzw. warum haben Sie keine Kassenzulassung?

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus!

Ich wäre übrigens wirklich auf der Antwort von Roland Liebscher sehr gespannt gewesen. Ich persönlich finde die Aussagen in dem Buch „Die Arthroselüge“ mehr als fragwürdig und vor allen Dingen falsche Hoffnungen bei Betroffenen weckend. Die viel zitierte Studie, mit der bewiesen werden soll, dass Arthrose heilbar ist, beruht auf einem komplexen medizinischen Eingriff mit gerade mal zwanzig freiwilligen Probanden.
Dabei gab es zwar teils unerwartete Ergebnisse, allerdings bei einer äußerst risikobehafteten operativen Extensions-Methode mit Knochenbohrungen für eine Fixatur (siehe Zeichnung aus der Studie unter nachfolgendem Link). Zwei der Probanden bekamen eine Lungenembolie und insgesamt siebzehn!! (von zwanzig) eine einfache oder mehrfache Pin-Trakt-Infektion (Infektionen an den Bohrungen der Fixatur). Da man außerdem versäumt hat, die Einnahme von Medikamenten vor und während des Versuchs (der Behandlung) zu dokumentieren, kann man einen Einfluss auf das Ergebnis nicht ausschließen. Das wird ausdrücklich als Fehler im Studien-Aufbau benannt.
Alles im Original nachzulesen in dem ausführlichen medizinischen Versuchsbericht in englischer Sprache.
Warum allerdings bei einigen öffentlichen Auftritten von Roland Liebscher, wie zuletzt in der Sendung ‚Konkret‘ des ORF, die oben genannten Details dieser Studie nicht hinterfragt werden, wenn sich Herr Liebscher zur Begründung für seine Aussagen zur Arthroselüge darauf beruft, erschließt sich mir nicht wirklich. Es ist allerdings auch Methode und Teil seines Erfolges, dass er seine Theorien wie in einer Dauerschleife immer und immer wieder, teils etwas anders formuliert, gebetsmühlenartig wiederholt, bis der ermüdete Zuhörer oder Leser es dann einfach glaubt.
Eine andere Taktik ist es, so entwaffnend unwissenschaftliche Aussagen zu treffen, dass man denkt, er muss einfach Recht haben. Als Beispiel dafür mag nachfolgende Einleitung zu seinem Buch „Die Arthroselüge“ auf Seite 18 gut geeignet zu sein:

Arthrose und Schmerzen sorgen für viel Leid nicht nur in unserem Land, sondern auf der ganzen Welt. Wir haben nun eine äußerst erfreuliche Nachricht für Sie: Das Problem der Arthrose und Schmerzen ist gelöst. Fragen Sie uns nicht, warum gerade wir das geschafft haben. Es hat sich einfach so entwickelt und hat immerhin 30 Jahre gedauert

Immerhin eine Aussage in seinem aktuellen Buch auf Seite 107 hat mich nachdenklich gemacht. Dort steht zum Thema künstliche Gelenke folgendes zu lesen:

Wir fragen uns aber, wie man auf die Idee kommen kann, eine nachgiebige Originalgelenkfläche durch eine superharte aus Metall, Plastik oder Keramik zu ersetzen. Für uns stimmt das schon im Ansatz nicht, denn auf diese Weise übertragen sich Erschütterungen in bestimmten Gelenkwinkeln ungebremst auf die Knochen. Und da wundern sich die Konstrukteure, dass die Ersatzgelenke sich lockern?’

Hier sollten tatsächlich Fachmediziner und Hersteller mehr Anstrengungen unternehmen, um das künstliche Gelenk dem Originalen möglichst ebenbürtig zu machen. Erste Versuche mit nachwachsenden Gelenken aus Stammzellen bei Tieren gibt es bereits!

Mein Fazit:
‚Wer heilt hat Recht, aber nicht immer!‘
Deshalb sollte jeder, der meint, die L&B-Methoden könnte helfen, das ruhig mal ausprobieren und danach selbst beurteilen, ob das Geld gut angelegt war. Die Art und Weise, wie Liebscher & Bracht ihr Theorien verbreiten, mag man kritisieren – sie sind damit aber durchaus erfolgreich.

2021 – Das Jahr der digitalen Medizin?

Deutschland hat im Vergleich zu anderen Ländern bei der Digitalisierung in der Medizin noch immer Nachholbedarf. Das geht aus einer Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag von Fresenius in Deutschland, Spanien und den USA hervor. Demnach sind vor allem Spanien, aber auch die USA, in mehreren Bereichen deutlich weiterentwickelt, wie das Ärzteblatt im Mai 2021 veröffentlicht hat.

Aber es ist deutlich zu spüren, dass von staatlicher Seite, aber vor allem durch agile Digital Health Startups (junge digitale Gesundheits-Unternehmen) der Versuch unternommen wird, hier kräftig aufzuholen.
Wenn man mal die ganzen Anglizismen und die scheinbar in der DNA der Startups liegenden modernen Begriffe wie ‚Value Based Managed Care‘, ‚Empowerment‘ oder ‚Patient-reported Outcome Measures‘ und ‚Patient-reported Experience Measures‘ = ‚PROMS & PREMS‘ – um nur einige zu nennen – außer Acht lässt, geht es im Wesentlichen um Folgendes:
Das Entwickeln von medizinischen Plattformen mit einer datenbasierten Qualitätstransparenz, einhergehend mit der Optimierung von Therapie und Versorgung, der die Patienten über deren gesamten Behandlungsweg möglichst individuell begleitet. Man verspricht sich dadurch Steigerungen von Effizienz und Qualität und idealtypisch kürzere Behandlungszeiten mit Kosteneinsparungen bei gleichzeitig höherer Zufriedenheit der Patienten – also eigentlich die Quadratur des Kreises.

Dabei wird es ohne die Sammlung und Verarbeitung von Massendaten oder – um im Terminus zu bleiben – ohne Big Data und künstliche Intelligenz (KI) nicht gehen. Und hier liegt auch in Deutschland eines der Probleme: Der Datenschutz.
So wichtig dieser natürlich ist, wird leider zu oft über das Ziel hinausgeschossen. Beispiele mögen die Corona-Warn-App (CWA) und die elektronische Patientenakte (ePA) sein. Letztere bietet bisher so gut wie keinen Mehrwert. Mehr als selbst digitalisierte Dokumente in die App zu laden, geht bisher nicht. Es sind kaum Arzt-Praxen angeschlossen und die Freigabe von Daten geht nur gesamt oder überhaupt nicht. Ein aktuelles Update hat zwar etwas nachgebessert, aber erst in der geplanten Ausbaustufe ab 1.1.2023 wird diese Anwendung wirklich Sinn machen, sofern die Planung auch eingehalten wird.

Staatlich finanzierte Projekte sind oft zu
schwerfällig, zu teuer und ineffizient

Es zeigt sich leider wie auch in anderen Bereichen, dass Projekte, wenn diese von staatlichen Stellen finanziert und beauftragt werden, viel zu schwerfällig sind. Brandaktuell ist die Meldung des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) – Mehrheitseigner der für Umsetzung des E-Rezeptes und für die bisher mangelhafte ePA verantwortlichen gematik GmbH -, die zum 1.1.2022 geplanten Einführung des E-Rezeptes auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Als weiteres Negativ-Beispiel mag der wirklich gute Ansatz der vom BMG erstellten Webseite gesund.bund.de inkl. zugehörigem YouTube-Kanal gelten. Man wollte erreichen, dass bei Anfragen an ‚Dr. Google‘, möglichst immer zuerst diese Seite mit gesicherten und validen Gesund-/Krankheitsinformationen gefunden wird. Lt. Information des Handelsblatt vom Sommer diesen Jahres hat diese Seite gerade mal 65.000 Besucher pro Monat und der zugehörige YouTube-Kanal zeigt die Abonnenten-Anzahl sicherheitshalber erst gar nicht an (vermutlich sind es unter 100, da der Kanal noch keine benutzerspezifische URL hat). Aber man kann sich die geringen Zahlen ungefähr denken, wenn z.B. das Video über Entstehung von Arthrose gerade mal 191 Aufrufe zum Zeitpunkt dieses Artikels hat.
Unser eigener, ohne jegliche finanzielle Mittel erstellter YouTube-Kanal TEPFIT, hat dagegen über 700 Abonnenten. Das am meisten aufgerufene Video liegt jenseits von 21.000 Aufrufen.
Es fehlt an intensiver Werbung für die Initiative des BMG und ein Vertrag mit Google, um diese Seite immer ganz oben anzuzeigen, wurde auf dem Klageweg von NetDoktor verhindert. So wurde leider aus einer guten Idee bisher nur ein mit vielen Steuergeldern – lt. Handelsblatt ca. 5 Millionen Euro pro Jahr – finanzierter Rohrkrepierer.


Die zahlreich entstandenen und entstehenden Digital Health Startups sind da viel flexibler und agiler. Um allerdings als Medizinprodukt zugelassen zu werden, gibt es gesetzliche Vorgaben.
Im Gegensatz zu sog. ‚Fitness-Apps‘, die zahlreich in App-Stores heruntergeladen werden können, gelten für Medizin-Apps strenge Gesetze und Regeln bezüglich der Verwendung von Daten. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird von unabhängigen Prüfern kontrolliert und zertifiziert. Darüber hinaus wird die Einhaltung der Regeln im Jahresturnus erneut auditiert. Das gilt für die nachfolgend erwähnten DiGAs genauso wie für die App von alley. Nur deshalb dürfen diese Anwendungen auch als Medizinprodukte geführt werden.

Doch wann und wie wird eine medizinische App für Nutzer interessant? Mindestens folgende Voraussetzungen sollten gegeben sein, damit diese genutzt wird und sowohl für Patient wie Behandler interessant ist:

  • Einfache Handhabung und einfache Installation/Einrichtung
  • Eine intuitive Nutzerführung, neudeutsch Usability
  • Spürbarer Mehrwert für den Nutzer (Zeitersparnis, gesicherte Informationen und Vermeidung unnützer Arztbesuche oder Behandlungen)
  • Vermeidung der Mehrfach-Anamnese (bei jedem Behandler)
  • Aus Sicht der Leistungserbringer / Behandler schneller Zugriff auf die notwendigen Daten und somit eine direkte Rückkopplung zwischen Arzt oder Physio-Praxis und Patient.
  • Und trotz Digitalisierung einen analogen Ansprechpartner bei Ängsten, Problemen oder organisatorischen Fragen, ein sog. hybrider Ansatz.

Bisher sind 25 digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) offiziell gelistet. Dies bedeutet, diese können vom Arzt per Rezept verschrieben werden und die Anbieter erhalten dann von den Krankenkassen eine Vergütung pro Verordnung. Zahlen von Oktober 2021 zeigen laut eines Artikels des Handelsblatts, dass rund 45000 Apps verschrieben wurden.

Manuel Mandler, Christina Auffenberg, Peter Herrchen (v.r.n.l.) – bei alley in Köln Dez 2021

Eine Medizin-App für Menschen mit Hüft- und Kniebeschwerden oder Arthrose entwickelt das 2019 gegründete Startup alley. In einer Evidenz-Studie, die 2022 Ergebnisse liefern wird, will man nachweisen, dass alle Patienten, die von alley auf ihrem gesamten Behandlungsweg begleitet werden, besser, individueller und kosteneffizienter behandelt werden können als bisher. Wer Details hierzu lesen möchte, auch zum Geschäftsmodell, dem sei die auf der alley-Seite verlinkte Pressemappe empfohlen.
Die App kann aktuell mit dem Freischaltcode „tepfit2021“ kostenfrei genutzt werden. Mehr dazu unter www.alley.de.

Agile Startups werden der Digitalisierung im
Gesundheitswesen zunehmend einen großen Schub verleihen

Ich konnte mich im Dezember 2021 persönlich im Rahmen von Dreharbeiten bei alley in Köln von der Idee und dem Konzept in Gesprächen mit dem Gründer Manuel Mandler und der Kommunikations-Chefin Christina Auffenberg (siehe Foto) überzeugen. Die oben genannten Voraussetzungen für eine erfolgreiche App werden alle erfüllt. Unsere TEPFIT-Gruppe und ich haben naturgemäß ein sehr großes Interesse an der App und dem Unternehmen, da ja genau unsere Zielgruppe angesprochen wird. Ich hatte zudem die große Freude, meine Erfahrungen und die unserer TEPFIT-Mitglieder seit Ende 2019 bei alley einzubringen.

2021 hat der digitalen Medizin definitiv einen Schub gegeben, auch Pandemie bedingt. Es ist aber noch ein weiter Weg, bis die Digitalisierung in allen medizinischen Bereichen flächendeckend angekommen ist und die aktuellen Player am Markt werden einen langen Atem benötigen.
Seien wir gespannt, wie es sich 2022 – auch unter dem neuen Gesundheitsminister – insgesamt in dieser Richtung weiterentwickelt und ob die mit Steuergeld finanzierten Projekte endlich mehr Fahrt aufnehmen.


2021 hat diese Webseite ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert. 
Seit dem Start gab es bisher eine halbe Million Seitenaufrufe. 
Dafür allen treuen Lesern ein ganz herzliches Dankeschön, ein friedliches Weihnachtsfest und 
ein hoffentlich für alle gesundes und sportliches Jahr 2022.

Hüft-Fitness mit Carina – Bauch gegen Po und Faszien-Rolle

Video Nummer drei und vier unserer Übungsreihe mit Carina Weidler sind auf unseren TEPFIT-Youtube-Kanal online.

Carina Weidler


Worum geht es im dritten Übungsvideo Bauch gegen Po?
Um Übungen für das Zusammenspiel von Bauch- und Gesäßmuskulatur für einen aufrechten Gang. Die Übung ist sehr gut geeignet für angehende TEPler vor der OP und für TEPler, bei denen die TEP schon mindestens sechs Monate eingebaut ist. Nach dem Einsetzen einer TEP dauert es eine Weile, bis die Übung sinnvoll ins Aufbautraining integriert werden kann. Die Strukturen müssen zuerst heilen und langsam wieder auftrainiert werden, bevor man mit derart intensiven Übungen arbeiten kann. Sprich bitte mit deinem Arzt, Physio und/oder Sporttherapeuten darüber, wann das bei dir der Fall ist. Da die OP-Verfahren, Implantate und individuellen Heilungsverläufe sehr unterschiedlich sind, sind pauschale Zeitangaben nicht sinnvoll. Egal in welchem Stadium du gerade bist – starte die „Bauch gegen Po“-Übung bitte erst dann, wenn du die Übungen aus den ersten beiden Videos schon mehrfach absolviert hast und sauber ausführen kannst. Die Übung bauen aufeinander auf und sind in der richtigen Reihenfolge gleich doppelt so effektiv!

Hier geht’s direkt zum Bauch gegen Po Video

Im vierten Übungsvideo zeigt Carina, wie die Oberschenkel-Faszien sanft bearbeitet werden können.
Wichtig bei der Faszienarbeit ist, achtsam in den Körper hineinzufühlen. Denke daran, du willst deinem Körper etwas Gutes tun, du möchtest mit ihm zusammenarbeiten – und ihn nicht bestrafen oder gegen ihn arbeiten. Deshalb achte darauf, nur so viel Druck auf die Rolle zu bringen, dass du keine Schmerzen hast. Wenn du regelmäßig mit der Faszienrolle arbeitest, wirst du merken, dass du mit der Zeit die Intensität steigern kannst und geschmeidiger wirst.

Hier geht’s direkt zum Faszien-Übungs-Video

WICHTIGER HINWEIS 

Für alle Videos der Reihe gilt:
Es ist ein konservatives Training für die OP-Vorbereitung und ab der 6. Woche Post-OP. Die gezeigten Übungen nur durchführen, wenn es die körperliche Fitness und der Gesundheitszustand zulassen und vorher mit dem Operateur / Physiotherapeuten abgestimmt ist, dass dies in Eurem speziellen individuellen Fall bereits so möglich ist.

Nordic-Cross-Training in der Fachpresse

Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin,

hat bereits vor vielen Jahren ein perfektes Ganzkörper-Trainingsgerät erfunden und war damit auch schon mehrfach in der Presse.
Einige wissen, dass ich auch dieses Trainingsgerät besitze und hier in meinem Blog einen Erfahrungsbericht zu der besonders gelenkschonenden Sportart, die für TEP-Träger und Menschen mit Arthrose perfekt geeignet ist, veröffentlicht habe.
Aktuell fand das von Kaupe entwickelte Nordic-Cross-Training mit einem ganzseitigen Artikel Einzug in die bundesdeutsche Fachpresse für Orthopädie.

Den kompletten Fachpresse-Artikel inkl. PDF-Download gibt es hier…

Hüft-Fitness mit Carina – Bauchmuskel aktivieren

So, 12. September 2021 1 Kommentar

Das zweite Video der losen und aufeinander aufbauenden Trainings-Reihe mit Carina ist in unserem TEPFIT-Youtube-Kanal jetzt live. Dieses Mal geht es nach der „Gluteale Amnesie“ um die Aktivierung der „Bauchmuskulatur“.

Carina Weidler
Carina Weidler

Um was geht es genau?
Carina erklärt das wie folgt:

„Die meisten Menschen haben vor allem Übungen in Rückenlage im Kopf, wenn sie an Bauchmuskeltraining  denken. Übungen, bei denen man den Oberkörper einrollt, die Hüfte anhebt oder die Beine absenkt. Vor allem der letzte Punkt ist kritisch: Fast niemandem ist bewusst, dass die meisten dieser Übungen gar kein Bauchmuskeltraining sind, sondern Training der hüftbeugenden Muskulatur. Wenn das jemand gezielt machen möchte, weil es in seiner speziellen Situation Sinn ergibt – prima. Die meisten denken allerdings, dass sie ihre Bauchmuskulatur trainieren – vielleicht, weil sie Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulen-Bereich haben und die Bauchmuskulatur ihrem Rücken zu Liebe kräftigen möchten. In den allermeisten Fällen tun diese Menschen sich nichts Gutes, wenn sie – versehentlich – den Hüftbeuger kräftigen, denn der ist ja sowieso schon bei den meisten verkürzt (wer mag, kann das gerne im Beitrag zur Glutealen Amnesie nochmal nachlesen). 

Und selbst dann, wenn richtige Bauchmuskelübungen sauber ausgeführt werden, würde ich mir wünschen, dass Bauchmuskeltraining mindestens überwiegend anders gemacht wird. Und zwar aus folgendem Grund: 

Die Bauchmuskulatur geht vom Brustbein bis zum Schambein. Klar, wenn man diese Muskulatur kontrahiert, also anspannt und zusammenzieht, bring man Brustbein und Schambein näher zusammen und rollt den Oberkörper ein. 

Aber jetzt mal ehrlich – im Alltag ist das nicht das, was wir von unseren Bauchmuskeln erwarten, oder? Und auch beim Sport ist nur in ausgewählte Situationen das aktive Einrollen gewünscht. Meist soll die Bauchmuskulatur (gemeinsam mit der Rückenmuskulatur) die Aufgabe erfüllen, die Wirbelsäule in ihrer physiologischen Position zu stabilisieren. Konkret bedeutet das, die Bauchmuskulatur ermöglicht uns eine stabile, aufrechte Körperhaltung in den unterschiedlichsten Situationen: Zum Beispiel beim Gehen, Stehen, Sitzen, Laufen, Springen, Toben, Heben etc. Gleichzeitig übernimmt die Bauchmuskulatur eine sehr wichtige Rolle für die Position des Beckens. 

Eine stabile, aufrechte Körperhaltung und eine gesunde Beckenposition sind für alle essentiell wichtig. Insbesondere für alle mit Hüftschmerzen oder künstlichen Gelenken wünsche ich mir, dass sie ihre Bauchmuskulatur sehr gut ansteuern können. Deshalb zeige ich dir im zweiten Trainingsvideo einen (vielleicht für dich noch neuen) Ansatz, mit dem dir das gelingt. Viel Spaß dabei! Für Muskelkater übernehme ich keine Haftung“

WICHTIGER HINWEIS 

Für alle Videos der Reihe gilt:
Es ist ein konservatives Training für die OP-Vorbereitung und ab der 6. Woche Post-OP. Die gezeigten Übungen nur durchführen, wenn es die körperliche Fitness und der Gesundheitszustand zulassen und vorher mit dem Operateur / Physiotherapeuten abgestimmt ist, dass dies in Eurem speziellen individuellen Fall bereits so möglich ist. Die Übung-Videos bauen aufeinander auf. Daher nachfolgende Übung erst dann durchführen, wenn die Vorhergehende absolviert wurde.

Hier geht’s direkt zum Übungs-Video.

Wenn‘s knirscht in Hüfte und Knie

Seit Ende 2019 arbeite ich schon mit alley zusammen. alley ist eine analytisch-getriebene, medizinische Plattform, die in Zusammenarbeit mit Leistungserbringern und Kostenträgern den optimalen Behandlungspfad für Patient:innen strukturiert. alley konzentriert sich auf die Therapiebegleitung von Patient:innen mit akuten oder chronischen Beschwerden des Hüft- und Kniegelenks bis hin zur gesicherten Diagnose einer Cox- und Gonarthrose. Die dafür entwickelte App ist seit Juli 2021 kostenlos für alle verfügbar.

Als Betroffener und Gründer der knapp 5000 Mitglieder zählenden TEPFIT-Facebook Gruppe, habe ich die Entwicklung als Anwender und Berater begleitet und u.a. Usability-Tests durchgeführt.

Ende August haben wir eine gemeinsame Video-Webinar-Reihe ‚Rund um die Gelenkgesundheit’ gestartet mit drei Schwerpunkten, bzw. Themengebieten:

– Was gibt‘s Neues zum Thema Schmerz – 31.8.2021

– Arthrose-Behandlung: Souveräne Entscheidungen treffen – 7.9.2021

– alley: Chancen digitaler Medizin-Apps bei Knie- und Hüftbeschwerden – 14.9.2021

Nachdem das erste Webinar am 31.8.2021 eine sehr positive Resonanz hatte, findet am kommenden Dienstag, den 7.9.2021 um 20:15 Uhr, das zweite Online-Webinar statt.

Arthrose-Behandlung: Souveräne Entscheidungen treffen

Für viele Betroffene ist die Diagnose Arthrose zunächst ein Schock. Die Patienten werden damit alleine gelassen und wissen weder, was diese Diagnose wirklich bedeutet, noch welche Optionen es außer einer Operation gibt.
Genau hier setzt das Webinar an!
Neben den behandelnden Ärzten kann auch eine Selbsthilfegruppe, wie meine Facebook TEPFIT – Gruppe, erste Hilfestellungen geben und mit Rat, Tat und Erfahrung zur Seite stehen.

Eine andere Möglichkeit ist das Einschalten von professionellen ‚Care-Manager:innen’, die die gesamte Breite des Behandlungsspektrums im Blick haben, entsprechend medizinisch ausgebildet sind und die verschiedenen Leistungserbringer (Behandler) mit dem Patienten zusammenbringen und koordinieren.
Christiane Valk, Care-Managerin bei alley, wird die verschiedenen Optionen für den Betroffenen aufzeigen und im Anschluss an den Impulsvortrag mit Euch darüber diskutieren und Eure Fragen beantworten.
Wir, Peter Herrchen und Medical Expert Laura Wergowski von alley, werden das Webinar als Moderatoren begleiten. Wir stehen natürlich auch beide für Fragen zur Verfügung.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Einfach hier auf den Veranstaltungs-Link klicken.

Freude, Dankbarkeit, 3500 Kilometer und Netzwerkerweiterung

Was haben 3500 Km Laufen, Wandern und Gehen mit Orthopädie zu tun?

Drei Freunde auf dem Hirschberg

Heute jährt sich meine TEP-Komplett-Revision zum dritten Mal. Am 25. April 2018 war noch völlig unklar, ob ich mich je wieder sportlich und überhaupt schmerzfrei bewegen können würde. Wenige Tage später machten mir meine ‚Knochen-Docs‘, Dr. Rolf Schipp mit Team und Chefarzt Dr. Christian Fulghum von der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen, bereits Hoffnung. Die sehr komplexe dreistündige Revisions-OP war perfekt verlaufen und sofern keine späteren Komplikationen auftreten sollten, stünde einer vollständigen Wiederherstellung nichts im Wege.

Doch bis es soweit war, galt es noch einige Hürden zu meistern. Ohne die Unterstützung meiner Liebsten, der Physiotherapeuten und meinem eigenen Anspruch, wieder ein halbwegs sportliches Niveau zu erlangen, hätte ich nicht das erreicht, was Stand heute wieder alles problemlos möglich ist.

Mit meiner Liebsten

So kamen in den letzten zweineinhalb Jahren immerhin 3500 km Laufen, Wandern und Gehen, sowie knapp 1000 MTB-Kilometer zusammen. Zwei Höhepunkte waren dabei der unter Pandemie-Bedingungen ausgetragene Midsummer-Run in Wiesbaden und die anspruchsvolle 14 Km und 800 Höhenmeter Bergwanderung in gut 4 Stunden mit Freunden auf den Hirschberg bei Kreuth. Beides 2020 und alles absolut schmerzfrei. Dafür bin ich der endogap und seinem Team unendlich dankbar bei gleichzeitiger Demut, es nicht zu übertreiben.
Aktuell laufe ich in der Woche ca. 8-12 km in zwei bis drei Einheiten, sehr langsam und gelenkschonend mit relativ kleinen Schrittlängen, um die Stoßbelastungen zu minimieren.

Ausbau des Arthrose- und TEPFIT-Netzwerkes
midsummerrunMein über die Jahre aufgebautes Netzwerk von Arthrose-Betroffenen, Arthrose-Plattformen, Fachärzten und Experten erweitert sich stetig, sowohl innerhalb der aktuell knapp 4500 Mitglieder starken TEPFIT-Gruppe, als auch außerhalb.
Nachdem es schon seit 2017 eine Zusammenarbeit mit dem Arthroseforum Austria von Barbara Egger gibt, kamen 2019 und 2020 folgende neue Kooperationen hinzu:
Seit 2019 arbeite ich mit dem Startup alley zusammen, das im Rahmen der Digital Health Initiativen in Deutschland, eine digitale Gesundheits-App für Betroffene mit Hüft- und Knie-Arthrose entwickelt hat. Die offizielle Zulassung für die App auf Rezept wird im Sommer dieses Jahres erwartet.
Seit Anfang 2020 bin ich Mitglied im KnorpelKompetenzNetzwerk, welches von Ärzten des GK-Bonn ins Leben gerufen wurde.
Ebenfalls seit 2020 arbeite ich mit dem ArthroseNetzwerkDeutschland von Johannes Vossenkuhl zusammen. Im März diesen Jahres habe ich auf clubhouse den Club ‚ArthroseKompetenzNetzwerk‘ gegründet. Hier starten wir am kommenden Dienstag mit der ersten Folge einer Arthrose-Talk-Reihe, bei der mir als Experten die Chefärzte des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin des GK-Bonn, Dr. Holger Haas und Dr. Jochen Müller-Stromberg, zur Seite stehen.
Seit knapp zwei Wochen bin ich zudem mit der Arthrose-Hilfe von Timm Schuler vernetzt.

Was ist in Arbeit?
Zum einen läuft ein Antrag auf Anerkennung und Förderung unserer digitalen Selbsthilfe-Gruppe TEPFIT beim GKV Spitzenverband und zum anderen eine Bewerbung dieser Gruppe für den Social Media Smart Hero Award.

Es bleibt spannend in meiner Community.
Interessiert, ein Teil davon zu werden?
Dann einfach melden. Kontaktdaten im Impressum.

Arthrose-Kompetenz-Talk auf clubhouse

Der eine oder andere wird bereits von der neuen SocialMediaApp clubhouse gehört haben.
Kurz erklärt, eine Talk-Show auf Basis von Audio. Das bedeutet, es gibt virtuelle Räume in denen auf sog. ‚Bühnen‘ ein oder mehrere Moderatoren sitzen, die zu einem Thema ein Gespräch führen oder initiieren, um mit den Zuhörern, dem Publikum, zu diskutieren und/oder deren Fragen zu beantworten.
Vor gut einem Monat habe ich auf clubhouse den Club ‚ArthroseKompetenzNetzwerk‘ gegründet mit dem Ziel, dort auf Dauer eine Talk-Reihe zu etablieren, in der es um alle Themen im Zusammenhang mit Arthrose, Bewegung, Ernährung, Therapien und künstliche Gelenke geht.
Details dazu können hier nachgelesen werden.

Nach einigen Vorbereitungen ist nur der Termin für den Auftakt-Talk fixiert:
Dienstag, der 27.04.2021 um 20:15 Uhr.

Und natürlich habe ich hochkarätige Fachleute mit an Bord. Es werden mir Dr. med. Holger Haas und Dr. med. Jochen Müller-Stromberg kompetent zur Seite stehen und alle Fragen beantworten.
Beide sind Chefärzte im Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am GK-Bonn.
Jetzt den Termin im Kalender eintragen.
Wir freuen uns auf regen Austausch und spannende Diskussionen mit Euch.

 

Kein Verschleiß von Gelenken durch strapaziöse Sportarten

Studie über zehn Jahre – Joggen und Aerobic lässt Kniegelenke nicht verschleißen
Ärztezeitung, 11.05.2020, von Dr. Elke Oberhofer

laufen

Quelle: Klicker / pixelio.de

Es wird oft kontrovers diskutiert, ob gelenkbelastende Sportarten wie Laufen (Joggen), Tennis oder auch Aerobic Gelenke früher verschleißen lassen. Diese Diskussion kommt auch regelmäßig bei künstlichen Gelenken auf, die aber nicht Gegenstand dieser Studie waren.

Die US-Forscher kommen darin vielleicht etwas überraschend zu dem Schluss (Zitat):

„Es sei ermutigend zu sehen, dass sich auch ältere Menschen mit hohem Arthroserisiko belasten könnten, ohne dass es langfristig zu nachweisbaren Gelenkabnutzungen komme.“

Den kompletten Artikel und den Aufbau der Studie mit fast 1200 Teilnehmern gibt es hier…

Alter und Revision-TEPs schützen vor Torheiten nicht

Mi, 5. Februar 2020 4 Kommentare

neromanSchon Anfang 2018 hatte ich vor meiner Revisons-OP den zarten Gedanken, vielleicht nach der OP, wenn genug Zeit verstrichen ist, zum 3. Mal am Neroman in Wiesbaden teilzunehmen. Hatte ich die Premiere doch ziemlich exakt ein Jahr nach meiner letzten Hüft-TEP Operation (rechts) im Jahr 2009. Diesen Gedanken hatte ich aber dann bereits am 26.4.2018 – einen Tag nach der Revision-OP – schnell ad acta gelegt. Beim betrachten des Röntgenbildes und dem Anblick der Metall-Konstruktionen in meinem linken Oberschenkel, schien die Idee verrückt und unrealistisch. Wer mein Revisions-Tagebuch verfolgt hat, weiß wie langwierig und schwierig die vollständige Genesung und der langsame Aufbau meiner körperlichen Fitness war. Es hat gut ein Jahr gedauert, bis ich ohne Walking-Stöcke völlig problemlos lange Strecken ohne ein gefühltes und sichtbares leichtes Einknicken auf der operierten Seite gehen konnte. Ab dieser Zeit habe ich dann wieder – sehr besonnen und ganz langsam – mit kurzen vorsichtigen Laufeinheiten begonnen. Innerhalb der letzten 12 Monate kamen somit durchschnittlich sehr moderate 5,5 Laufkilometer pro Woche, immer in langsamen Tempo und mit kurzen Schrittlängen, zusammen. Ich war einfach nur froh, mich wieder absolut schmerzfrei laufend in der Natur bewegt zu können. Ich ertappte mich allerdings das eine oder andere Mal dabei, dass ich mich erneut in den ersten Wochen dieses Jahres mit dem Gedanken Neroman in Wiesbaden beschäftigte. Am 23.01.2020 habe ich mich dann tatsächlich auch angemeldet und werde, wenn alles nach Plan läuft, auf den Tag genau zwei Jahre nach meiner Revisions-OP meinen 3. Neroman absolvieren. Ich werde aber nichts erzwingen und auf gar keinen Fall meine Laufumfänge erhöhen oder versuchen schnell(er) zu laufen. Das gelenkschonende Schwimm- und Radtraining werde ich natürlich etwas intensivieren.
Allerdings kämpfe ich, während ich diese Zeilen schreibe mit Schmerzen im ISG links, die bis in den Oberschenkel ziehen. Diese kamen aus heiterem Himmel und hatte ich tatsächlich noch nie in meinem ganzen Leben, trotz dreier Hüft-TEP OPs und dauerhafter sportlicher Betätigung.
Sollte ich das nicht zeitnah in den Griff bekommen, wird es schwierig mit meinem oben beschrieben Ziel.
Neben dieser kleinen sportlichen und ungeplanten ISG-Herausforderung, plane ich 2020 mein TEPFIT- und Endoprothesen-Netzwerk zu vergrößern und mit einem eigenen Podcast-Kanal für meine aktuellen Leser, neuen Zuhörer und hoffentlich vielen neuen Interessierten an den Start zu gehen. Neben unserem TEPFIT-YouTube-Kanal wird dies eine weitere Informations-Quelle für Betroffene sein, sich rund um Arthrose, Gelenk-Probleme, OP-Vermeidung, Tipps vor und nach einer OP und aktuellen Fragen, die mir täglich begegnen, bequem im Auto, auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport oder wo auch immer sonst, rein auditiv zu informieren. Das Intro so oder so ähnlich gibt es schon mal hier zum reinhören.

KnorpelKompetenzNetzwerk e.V.
kkn-logoVor gut eineinhalb Jahren wurde unter Federführung des GK-Bonn und deren Chefärzte Dr. Holger Haas und Dr. Jochen Müller-Stromberg der Verein KnorpelKompetenzNetzwerk e.V. gegründet, der sich als Bindeglied zwischen optimaler Behandlung und Patient versteht.

Dr. Müller-Stromberg führt dazu aus:

Im KnorpelKompetenzNetzwerk ist eine Gruppe von erfahrenen, besonders geschulten Ärzten und Therapeuten zusammengeführt, die untereinander abgestimmt agieren, eine optimierte Kommunikation führen und sich dabei dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis sowie den geltenden Leitlinien verpflichtet sehen.
Durch die enge Verzahnung der Mitglieder haben die Patienten kurzfristig Zugriff auf fundierte Beurteilungen ihrer Gesundheitssituation im Sinne einer Zweitmeinung.
Durch das Netzwerk erhält der Patient neben einer objektiven Beratung kurzfristig die notwendige, wissenschaftlich anerkannte Therapie, um die oft schwerwiegenden Folgen einer im Frühstadium verzögerten Therapie zu vermeiden.
Das Netzwerk steht offen für verschiedene Berufsgruppen, um alle notwendigen Kompetenzen zu bündeln. Neben Orthopäden und Unfallchirurgen sollen weitere Ärzte mit spezieller Qualifikation einbezogen werden. Dabei muss auch eine ernährungs- und sportmedizinische Beratung erfolgen. Mit der Einbindung von Physiotherapeuten und Sportmedizinern wird der zentrale Aspekt einer gezielten körperlichen Aktivität für die Behandlung und Prävention von Erkrankungen des Gelenkknorpels betont.
Die Beratung und Behandlung eines Patienten mit Knorpelschaden bzw. beginnender Arthrose ist trotz aller vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse stets individuell auf diesen Patienten abzustimmen.

Die Satzung des Vereines kann hier heruntergeladen werden.
Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden. Mit einem schriftlichen Antrag an den Vorstand können auch Nicht-Mediziner Mitglied werden. Diese Chance habe ich wahrgenommen und bin hocherfreut, dass meine Mitgliedschaft ab 1. Februar 2020 bestätigt wurde. Ich werde versuchen, im Rahmen meiner „nichtmedizinischen“ Möglichkeiten und aus Sicht der Betroffenen, aktiv mitzuwirken und auch die eine oder andere Spende zu akquirieren. Ausführliche Informationen gibt es auf der Vereins-Webseite.
Ich finde diese Initiative ganz hervorragend. Bietet sie doch aus meiner Sicht Möglichkeiten, Kompetenzen zur Erforschung der Knorpelzüchtung und Knorpelregeneration zu bündeln, um in absehbarer Zeit hier neue Behandlungsmöglichkeiten für Arthrose-Betroffene zu schaffen und bereits heute, den oft vernachlässigten Ansatz einer ganzheitlichen Therapie anzubieten.

Bewegung und Sport mit Arthrose – das Vivea-Hotel im Ötztal macht’s möglich

Er scheint ein Teufelskreislauf zu sein. Gelenke wollen und müssen bewegt werden, damit diese funktionieren und der Knorpel mit genug Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) versorgt wird. Der Gelenkverschleiß ist ein normaler Prozess, der heute mehr Menschen betrifft als früher auf Grund der höheren Lebenserwartung. Aber nicht jeder natürliche Gelenkverschleiß macht sich mit Schmerzen bemerkbar. Wenn dies jedoch der Fall ist, versuchen die meisten Betroffenen das Gelenk zu schonen.

Vivea

Vivea Gesundheitshotel Umhausen – Ötztal

Aber genau hier beginnt die Krux: Gerade mit Arthrose ist es extrem wichtig, dass das Gelenk nicht geschont, sondern stetig und moderat bewegt wird. Mit Schmerzen ist das allerdings dauerhaft schwierig. Und so kam meine Blogger-Freundin Barbara Egger, die das Arthroseforum Austria sowie ihren Blog Tirolturtle betreibt, letztes Jahr auf die Idee, eine Arthrose-Urlaubswoche in sehr schöner und angenehmer Umgebung mit verschiedenen Therapien für die geschundenen Gelenke und vor allen Dingen auch mit sportlichen, bzw. bewegungsreichen Einheiten ins Leben zu rufen. Jetzt musste nur noch ein Hotel mit passender Ausstattung gefunden werden, welches diese Idee auch unterstützt. Und hier kommt das vier Sterne-Hotel Vivea Gesundheitshotel Umhausen im Ötztal ins Spiel. Der emphatische und aufgeschlossene Hotelmanager Michael Rupp war sofort Feuer und Flamme. So gab es im April 2018 die erste Arthrose Gesundheitswoche in Umhausen, quasi als Testlauf. Neben der Initiatorin Barbara Egger, durfte auch ich, zusammen mit meiner Mitautorin Heidi Rauch, einige Tage in dieses innovative Programm eintauchen. Zudem hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, Heidi und mich – im Rahmen unserer Buchvorstellungen „Mut zur neuen Hüfte!!“ und „Mut zum neuen Knie!“ – nach unseren Erfahrungen mit insgesamt vier Hüft-TEPs zu befragen. Nach dem großen Erfolg im April 2018 und den durchweg positiven Reaktionen der Teilnehmer, folgten weitere dieser erfolgreichen Arthrose-Wochen in 2018 und 2019.
So war es nur die logische Folge, dass nun ab 2020 die Arthrose-Woche ganzjährig zu einem sehr attraktiven Preis inkl. aller therapeutischen Leistungen (ärztliches Beratungsgespräch, Einzel- und Gruppen-Therapien, geführte Wanderungen, sanftes Yoga und vieles mehr), Vollpension, Wellness und Beauty (Hallenbad, Außenschwimmbad, Whirlpool, Sauna) und weiteren sehr attraktiven Angeboten im Programm ist. Alle Details und Preise finden Sie hier.
Somit haben alle Betroffenen jetzt jederzeit die hervorragende Gelegenheit in wunderschöner Umgebung im Winter wie im Sommer, etwas für die eigene Gesundheit, das Wohlbefinden und die Linderung der Arthroseschmerzen zu tun.

Video

Für das Video einfach das Bild anklicken

Zudem können sich alle untereinander in schöner Atmosphäre rege austauschen und etwas für die Stärkung des persönlichen Arthrose Selbstmanagements tun. Ich bin sicher, dass das bisher einzigartige Angebot, bestens angenommen wird und werde selbst versuchen, in 2020 auch ein paar Tage dabei sein zu können.
Den Informationsflyer können Sie hier herunterladen.
Wer schon mal einen eindrucksvollen Vorgeschmack aus seinen nächsten Urlaub haben möchte, dem empfehle ich nebenstehendes kurzes Video.

Manuelle Medizin versus Apparatemedizin

Mo, 2. September 2019 2 Kommentare

Leider ist heute die allgemeine Neigung jegliche Art von Beschwerden – und ganz besonders Gelenkbeschwerden, bzw. Probleme mit dem Bewegungsapparat – statt mit manueller Medizin (ausführliche Anamnese, Untersuchung und Diagnose), mit Technik zu erschlagen. Es wird geröntgt und ultrageschallt, es werden MRTs und/oder CTs verschrieben und wenn dies noch nicht reicht, das ganze nochmal von vorne mit Kontrastmitteln. Woran das liegt ist klar: Es werden diese Untersuchungen von den Krankenkassen prima und wesentlich besser vergütet, als wenn sich ein Arzt Zeit nimmt für eine manuelle Untersuchung. Aktuell hat die Presse gerade über die einfache Zusatzeinnahme-Quelle Kontrastmittel berichtet.
Meiner Ansicht nach muss in Bezug auf die Geräte-Medizin in einigen medizinischen Fachbereichen endlich ein Umdenken stattfinden.
Natürlich gibt es Krankheitsbilder, die zwingend eine radiologische Untersuchung nötig machen und es ist gut, dass es diese Möglichkeiten gibt und jedem zur Verfügung stehen. Aber es ist schlecht, dass sich viele Ärzte immer mehr auf diese Diagnostik verlasen, statt den Menschen in seiner Gesamtheit zu betrachten. Vermutlich werden bereits im Studium und im praktischen Jahr die Weichen falsch gestellt, ohne dass ich das belegen kann.

Wie effektiv der Ansatz der manuellen Medizin in den richtigen Händen sein kann, möchte ich mit einem persönlichen Beispiel belegen.

Dr. Georg Kaupe – Bonn

Die Ausgangslage
Eine sportliche und jung gebliebene Sechzigjährige – nämlich meine liebe Frau – hat seit ein bis zwei Jahren mal mehr und mal weniger leichte Beschwerden im Hüftbereich und im ISG. Im Frühjahr dieses Jahres wurden diese allerdings so stark, dass teilweise nur noch wenige Meter schmerzfreies Gehen möglich waren. Die Schmerzen breiteten sich von der Hüfte bis weit in den Oberschenkel hinein aus.
Dies zog sich über einige Wochen, teilweise mit der Einnahme von Schmerzmitteln, hin, bis ein kleiner Ärzte-Marathon gestartet wurde. Es wurden die Hüften und die Wirbelsäule geröntgt ohne wirklichen Befund, bis auf die altersgemäßen Abnutzungserscheinungen. Es wurde Physiotherapie verschrieben, was ich per se schon mal sehr gut finde, aber in ihrem Fall leider nicht geholfen hat.
Ich bin ein vehementer Verfechter von physiotherapeutischen Behandlungen. Habe ich diese doch nach meinen Gelenk-OPs immer selbst gerne und stets erfolgreich in Anspruch genommen.
Da einer meine Frau behandelnden Orthopäden meinte, leichte Arthroseanzeichen auf einem der Hüft-Röntgenbilder gesehen zu haben, wollte er dies noch mit einem Arthro-MRT (MRT mit Kontrastmittel ins Hüftgelenk) absichern. Ich habe in meinem Leben nun wirklich viele Hüft-Röntgenbilder gesehen auf Grund meiner eigenen Gelenkprobleme, durch meine Aktivitäten hier in diesem Blog, in der TEPFIT-Gruppe und im Rahmen der Recherchen für unsere Mutmach-Bücher „Mut zur neuen Hüfte!!“ und „Mut zum neuen Knie!“
Auch als Nicht-Mediziner ist für mich zu erkennen, dass die radiologisch sichtbaren minimal vorhandenen Abnutzungserscheinungen, eigentlich nicht diese massiven Schmerzen verursachen können und deshalb ein Arthro-MRT, bei dem in ein gesundes Gelenk Kontrastmittel gespritzt wird, wenig sinnvoll ist. Meine Liebste entscheidet sich nach einigen Überlegungen gegen diese Untersuchung. Doch wie kann das Problem angegangen und gelöst werden?
Ich nehme Kontakt zu meinem befreundeten Facharzt der Orthopädie Dr. Georg Kaupe in Bonn auf, der seine Behandlungsmethoden auf seiner Praxisseite wie folgt beschreibt:

Als Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin kombiniere ich klassische und alternative Therapiemethoden. Die ganzheitliche Sichtweise ist die Basis meines Behandlungskonzeptes.
Meine anerkannten Zusatzbezeichnungen sind Akupunktur, Chirotherapie und Sportmedizin. Zu einem gründlichen Behandlungskonzept gehört auch die Analyse Ihrer Lebensumstände.
Ich versuche allen Patienten und gerade Kindern mehr Freude an gesunder Bewegung zu vermitteln. Sinnvolle Bewegungskonzepte können das Körperbewußtsein enorm steigern und viele Beschwerden in Vorfeld minimieren.
Neben der Therapie mit unseren Patienten ist die Physiotherapie eine weitere wesentliche Säule zum dauerhaften Behandlungserfolg. Deshalb arbeite ich eng mit diversen Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten zusammen.

Wir vereinbaren einen Termin in seiner Praxis. Vorher gibt er noch den Tipp, meine Frau sollte eine Knochendichtemessung durchführen lassen, da Osteoporose auch oft für diese unspezifischen Beschwerden verantwortlich sein können.

Der Untersuchungstag
Mit diesem Messergebnis kommen wir Anfang August nun in Bonn an. Dr. Georg Kaupe möchte keine Röntgenbilder sehen und kommentiert das Messergebnis der Knochendichtemessung meiner Frau mit den Worten: „Du hast ja Knochen wie ein Bär!“.
Er beginnt nun mit einer eingehenden ‚Ganzkörper‘-Untersuchung durch sichten, bewegen und bestimmte Druckpunkte ertasten und setzen.
Danach schließt sich eine Ganganalyse an. Diese wird natürlich auch durch Technik unterstützt. Die Bodenplatten, über die meine Frau barfuß gehen soll, zeichnen das Gangbild auf (3D-Ganganalyse). Dr. Kaupe kann damit direkt Fehlstellungen der Füße und Dysbalancen im Bewegungsablauf erkennen. Dies ist auch hier der Fall: Meine Frau hat Fußfehlstellungen, so seine Diagnose.
Doch was wird er nun empfehlen, bzw. was sind seine Therapiemaßnahmen?
Er nimmt ein paar Perlotten (kleine Schaumstoffkissen, nur wenige Millimeter dick) aus seinem Fundus und klebt diese als Akutmaßnahme an einer bestimmten Stelle unter beide Füße. Meine Frau ist zunächst sehr skeptisch: Diese wenigen Millimeter sollen die Schmerzen eines halben Jahres einfach beseitigen?
Ich konnte mir das schon eher vorstellen, schließlich hatte ich Jahre zuvor eine ähnliche Erfahrung mit wenigen Millimetern Ausgleich in meinen Laufschuhen gemacht.
Da danach ein Wochenende bei Freunden mit vielen Gehkilometern anstand, war die Bewährungsprobe bereits in Sichtweite. Zusätzlich wurden dann noch entsprechende Einlagen verschrieben, die in normalen Schuhen getragen werden sollen.

Das Ergebnis
Hier das verblüffende Ergebnis: Meine Frau konnte mit diesen kleinen geklebten Schaumstoffkissen unter den Fußsohlen über 10 Stadt-Kilometer in zwei Tagen absolut schmerzfrei zu Fuß bewältigen. Statt aufwendiger und teurer Apparatemedizin, haben hier ein geschultes Auge und jahrelange Erfahrung, gepaart mit entsprechender exzellenter Ausbildung, sowie ein 6,00 EUR teures Paar Perlotten ein Problem behoben, welches vorher ein halbes Jahr lang durch aufwendige technische Untersuchungen und mehrere Stunden bei diversen Fachärzten nicht einmal ansatzweise diagnostiziert wurde.
Inzwischen sind vier Wochen vergangen, meine Frau trägt sowohl die Einlagen regelmäßig, wie auch zu Hause barfuß die Perlotten. Die massiven Schmerzen in der Hüfte und im Oberschenkel sind seitdem einfach dauerhaft verschwunden und meine Frau kann wieder mit Freude an Bewegung und Sport denken.

Was ist das Fazit?
Als Patient mit Problemen am Bewegungsapparat sollte man eine erste Geräte-Diagnose zunächst hinterfragen und ggf. eine Arzt aufsuchen, der das Fach der manuellen Medizin beherrscht. Diese findet man eher unter Sportmedizinern. Wer im Raum Köln-Bonn wohnt, kennt ja nun bereits einen.
Einige gute Sportmediziner bieten Ihre Leistungen nur privatärztlich an. Sofern man gesetzlich versichert ist und es die finanziellen Möglichkeiten erlauben, sollte einem eine gründliche manuelle Untersuchung ggf. ein paar Euro Wert sein. Es kann eine sehr gute Investition in die eigene Gesundheit und Schmerzfreiheit sein.