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Posts Tagged ‘Dr. Christian Fulghum’

Laufeinstieg nach Hüft-TEP OP

So, 7. Juni 2020 2 Kommentare

Chefarzt Dr. Christian Fulghum – endogap Garmisch-Partenkirchen

Die Frage, ab wann darf und kann man nach einem Ersatz des Hüftgelenkes (Hüft-TEP) wieder in den Sport und ganz besonders mit dem Laufen einsteigen, wird oft gestellt und auch von Fachleuten hin und wieder unterschiedlich beantwortet. Auch in diesem Blog wurde das schon thematisiert.

Ich möchte daher die Frage eines Mitglieds unserer TEPFIT-Gruppe zum Anlass nehmen, die eindeutige und klare Antwort des Chefarztes Dr. Christian Fulghum der endogap in Garmisch-Partenkirchen, eine der Kliniken für Gelenkersatz in Deutschland, hier zu präsentieren.

Ein TEPFIT-Mitglied hat gefragt, ob er 13 Wochen nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes wieder mit dem Laufen anfangen kann.
Nachfolgend die Original-Antwort von Dr. Christian Fulghum:

Die (nehme ich an) zementfreie Hüfte ist durch den Operateur zunächst nur im Knochen „verklemmt“ – zwar primär stabil, aber nicht eingewachsen. Über den Zeitraum mehrerer Monate nach der Operation wird aus der Verklemmung durch Anwachsen von Knochenzellen ein fester Verbund, der dann in der Regel dauerhaft besteht. Wird durch ständige größere Krafteinwirkung, z.B. Joggen, in dem sensiblen Zeitraum des Einwachsens dieser wichtige Prozess gestört, kommt es anstatt zur Knochenbildung zur Bildung von Bindegewebe zwischen Implantat und Knochen, da dieses den einwirkenden hohen Kräften besser widerstehen kann. Das Implantat bleibt dann dauerhaft von Bindegewebe ummantelt – und das entspricht einer Frühlockerung, die sich auch später nicht mehr umbilden kann. Also: Auch wenn’s frühzeitig so gut geht, nicht die Geduld verlieren sich über die guten Fortschritte freuen und sechs Monate mit dem Joggen warten. Dann wird es umso schöner und das dann auch auf lange Zeit ….

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Der Heilungsprozess sollte also tunlichst nicht gestört werden durch zu großen dauerhaften Impact auf das neue künstliche Gelenk in den ersten 6 Monaten. Das gilt natürlich auch für alle andere Sportarten, die im Hüftgelenk für dauerhafte Erschütterung sorgen, wie Tennis, Tischtennis, Badminton, Squash, Reiten, MTB-Downhill, etc. Eine Frühlockerung sollte keinesfalls riskiert werden.

Das nachfolgende Video, auch wenn es von einem Implantat-Hersteller erstellt wurde, zeigt die Einheilungsphasen (Primär- und Sekundärstabilität) ebenfalls sehr anschaulich. Darin ist zwar die Rede davon, dass bereits nach 3 Monaten die Sekundärstabilität erreicht ist, aber ich vertraue hier eher auf die Aussage eines absoluten Spezialisten auf dem Gebiet der Endoprothetik, als den Versprechen eines Herstellers – zumal die Einheilungsdauer auch von der Vitalität des Knochens abhängig ist und durchaus variieren kann. Mit sechs Monaten ist man daher auf der sichern Seite.

Zweiter Jahrestag der Komplett-Revision – Dankbarkeit und Freude pur

Sa, 18. April 2020 1 Kommentar

Freude pur – Laufen durch Raps-Feldern

Zweiter Jahrestag
Am Samstag, den 25.04.2020, jährt sich meine Komplett-Revisions-OP zum zweiten Mal. Wer mein Revisions-Tagebuch kennt, kennt auch meinen langen Weg und meinen Optimismus, dass alles danach wieder fast so werden würde wie vorher. Natürlich war ich mir trotzdem weder am 25.04.2018, meinem OP-Tag, noch die Tage und Wochen danach wirklich sicher, dass es auch so funktionieren würde. Trotz des sehr großen Vertrauens in meine Operateure und in meine eigene Konstitution, war der Ausgang anfangs mehr als ungewiß. Dafür war die auf keinen Fall alltägliche Revisions-OP einfach zu komliziert und der optimale Ausgang sehr stark von der großen Erfahrung des OP-Teams und bestimmt auch von einem Quäntchen Glück abhängig.
Aber als mir am Tag nach der OP der Chefarzt der endogap – Garmisch-Partenkirchen, Dr. Christian Fulghum und kurze Zeit später auch mein Hauptoperateur, Dr. Rolf Schipp, erklärten, dass alles nach Plan gelaufen sei, gewann bei mir sofort die große Zuversicht Oberhand. Wohl wissend, dass einerseits der Weg lang und steinig werden, andererseits aber auch (fast) nur noch von meiner eigenen Einstellung und meiner Vernunft, keinesfalls zu früh zu übertreiben, abhängig sein würde.

Mit dieser Maxime begann ich meinen Rekonvaleszenz-Marathon und kann heute, exakt zwei Jahre nach meiner letzten Narkose freudig und sehr dankbar sagen: „Es hat sich wirklich gelohnt!“

7,11 km langsam aber mit 220 Höhenmetern

Ca. 4 Monate Post-OP begann ich wieder ganz vorsichtig mit Mountainbiken auf flachen und einfachen Strecken. Walken, Wandern und längere Strecken Gehen waren nach 5 Monaten schmerzfrei möglich. Ohne Walkingstöcke und mit einem runden Gangbild allerdings erst nach fast einem Jahr. Nicht vergessen werde ich dabei meinen ersten richtigen Lauf (Joggen) im November 2018 – noch mit Walkingstock-Unterstützung – und nach gut 10 Monaten, im Februar 2019, meinen ersten kurzen Lauf ohne Stöcke.

Freude pur
In exakt einer Woche, zwei Jahre Post-OP, wäre jetzt um diese Uhrzeit gleich der Start zu meinem ingesamt dritten Neroman (Cross-Sprinttriathlon) gewesen, der natürlich in Corona-Zeiten abgesagt wurde. Aber wer weiß wozu es gut ist. Vielleicht hätte ich mich trotz der sehr überschaubaren Streckenlängen doch (noch) überlastet. Stattdessen habe ich mir dafür meinen längsten Lauf seit meiner OP und vermutlich langsamsten Lauf ever geschenkt: 7,11 Km mit 220 Höhenmetern in 1 Stunde und 10 Minuten.
Ich bin einfach nur glücklich und meinen Medizinern unendlich dankbar. Freude pur eben!

Fazit
Auch jenseits von 60 Jahren ist es möglich, nach einer komplizierten TEP-Revisions-Operation den Alltag in allen Lagen problemlos zu meistern und wieder völlig schmerzfrei, nahezu ohne Einschränkungen, seinem Sport nachzugehen (Laufen, MTB, Schwimmen, Tischtennis, Wandern, Ski-Langlauf). Alles sicher etwas langsamer, ohne Höchstleistungen und dafür wertschätzender als in jungen Jahren.
Garantien gibt es für das Gesamtergebnis leider keine. Aber sehr erfahrene Operateure, gute Physiotherapeuten, ein intaktes privates Umfeld und eine gehörige Portion Selbstdisziplin, gepaart mit ein paar Prozent Glück, machen es möglich, 100% Gesamtzufriedenheit zu erreichen.

Revision Dank endogap nach einem Jahr körperlich und mental abgeschlossen

Mi, 24. April 2019 2 Kommentare

Kapitel 12 – Mit diesem letzten Kapitel schließe ich nun mein Revisionstagebuch bis auf das noch folgende Nachwort ab. Exakt ein Jahr ist die Revisions-OP nun her und ich denke weder an die neue Revisions-TEP noch spüre ich diese im Alltag! Das Leben und auch der Sport hat mich wieder.

Freude pur beim ersten Lauf ohne Stöcke nach der Revision

Nach den wundervollen Urlaubstagen Anfang Januar 2019 in Südafrika zog naturgemäß wieder der Arbeitsalltag in mein Leben ein. An einem Wochenende Anfang Februar habe ich es dann zum ersten Mal gewagt, einige wenige Kilometer, drei um genau zu sein, ohne Stöcke zu Laufen (Joggen) – und zwar sehr, sehr langsam und mit kleinen Schrittlängen. Trotzdem ist das Glücksgefühl nach so langer Zeit kaum zu beschreiben. In den vier Folgewochen bin ich dann insgesamt knapp 20 km langsam und vorsichtig gelaufen, davon einige sogar in kurzen Hosen, da Mitte/Ende Februar schon mal kurz der Frühling ausgebrochen war. Meine längste Einheit war 5 km in „sagenhaften“ 50 Minuten.
Ansonsten einige Tischtennis-Liga Spiele und meine täglichen Übungen wie gehabt.

Es folgte eine Woche Sportpause wegen einer Erkältung und dann ein kurzes Wochenende am geliebten Tegernsee. Ich war voller Hoffnung, dass ich es noch kurz vor Ende der Saison schaffen würde, meine Langlaufbretter nach langer Zeit wieder zu testen. Auch wenn tagsüber die Temperaturen bei sonnigen 15-18 Grad (plus) lagen, war es in den Tälern bei Kreuth doch nachts noch recht frostig und die Loipen, nach über zwei Meter Schnee in diesem Winter, wirklich überraschend gut in Schuss.
Am 23.3.2019 war es dann soweit. Ich konnte bei herrlichen Bedingungen vormittags lockere vier Testkilometer im klassischen Langlaufstil absolvieren. Immer noch mit dem nötigen Respekt vor dem großen Metallgestänge in meinem linken Oberschenkel. Aber bis auf einen Mini-Muskelkater am nächsten Tag (Oberschenkel-Innenseite), war alles perfekt. Keine Schmerzen während oder danach.

Morgens Winterlanglauf und mittags Sommer-MTB

Mittags anschließend bei sommerlichen Temperaturen eine 12 km MTB-Genuss-Runde eingestreut und tags darauf dann nochmals lockere 14 km auf dem Mountain-Bike absolviert. Außer kleinen Problemen an den Stellen, an denen sich mein Körper mit dem schmalen Sportsattel verbindet (war schließlich das erste Biken seit 6 Monaten), alles tipptopp! Jetzt fehlt nur noch ein Monat zum „Revision-OP-Jahrestag“. Auf Grund meiner guten Verfassung und absoluten Schmerzfreiheit muss ich zugeben, dass ich sehr stark am Überlegen war, ob ich mich für den Sprint-Cross-Triathlon (500 m Schwimmen, 20 km MTB und 5 km Laufen) rund um den Wiesbadener Neroberg Ende April 2019 anmelden sollte. Dieser Wettkampf wäre dann ziemlich genau ein Jahr nach der OP, so wie schon 2009 nach der letzten OP (rechte Seite) gewesen. Doch ich habe mich dann selbst wie folgt überredet: „Der Wettkampf ist nicht wirklich wichtig. Wichtig ist, dass ich weiß, ich würde das schaffen. Denn 500 Meter Schwimmen sind natürlich kein Problem, 20 km MTB habe ich schon einige Male nach der OP absolviert und 5 km am Stück gelaufen bin ich auch bereits zweimal.“ Die Vernunft hat dieses Mal (noch) gesiegt. Nach dieser Entscheidung Ende März bin ich dann das erste Mal wieder meine Pfingstborn-Hausrunde (5 km, 125 Hm) langsam gelaufen bei sommerlichen 20 Grad.
Im April folgten dann erneut vier Tage Tegernsee-Aufenthalt mit Zeit und Muße für die eigene Fitness und den Outdoor-Sport. Wie gehabt etwas Laufen und Mountain-Biken. Einen Schlechtwettertag nutzte ich, um in meiner „alten“ Reha-Wirkungsstätte Medical Park St. Hubertus das mir bekannte Medizinisch Technische Training (kurz MTT) zu absolvieren. Von einem Physiotherapeuten, der bei meiner ersten Reha im Medical Park 2008 auch schon dort war, ließ ich meinen Laufstil auf dem Laufband analysieren. Er hat dabei exakt das erkannt, was ich ganz bewusst versuche: Mit kleinen flachen Schrittlängen möglichst wenig Belastung auf die Gelenke einwirken zu lassen. Er meinte, dies sei ideal, um die das Kunstgelenk umgebenden Knochen nach und nach an etwas größere Belastungen zu gewöhnen. Schön, wenn ein Fachmann das eigene Trainings-/Laufkonzept bestätigt. Ich praktiziere hier im Prinzip das Slow-Jogging, vielleicht ganz leicht abgewandelt, da ich geringfügig schneller unterwegs bin. Wichtig ist hierbei, auf dem Mittelfuß, bzw. dem ganzen Fuß aufzukommen.
Unverhofft und positiv überrascht hat mich eine ganz andere Nachricht: Der Diplom-Sportlehrer, anerkannte Faszienexperte und Certified RolferTM Markus Roßmann hat seine Zelte in Erding abgesprochen und eine eigene Gesundheits-Lounge am Tegernsee eröffnet. Hätte er das doch bloß schon ein Jahr früher getan! Ich wäre nach meiner OP sicherlich Stammgast dort gewesen. Aber wenigstens habe ich jetzt eine ideale Anlaufstelle, um eventuelle Dysbalancen oder Beschwerden meines Bewegungsapparates behandeln zu lassen, sofern diese denn mal auftreten oder ich auch nur das Gefühl haben sollte.

MTB, Laufen und Wandern mit Tochter bei Traumwetter am Tegernsee an Ostern

Kurz vor Ostern hatte ich mit meiner Mannschaft noch unser letztes Liga-Tischtennisspiel bestritten, mit dem wir unsere sehr erfolgreiche Meisterschafts-Saison abgeschlossen haben. Alle von mir absolvierten Spiele waren in Bezug auf die Hüfte absolut problemlos und völlig beschwerdefrei. Tags darauf dann noch eine weitere kleine Slow-Jogging Einheit (4 km) bei kühlem, aber sonnigem Aprilwetter.
Eine Woche vor meinem Revision-OP-Jahrestag (25.04.2019) durfte ich mich erneut auf weitere fünf supersonnige Ostertage mit meiner Familie am geliebten Tegernsee freuen. Viereinhalb Aktiv-Tage bei Traumwetter standen auf dem Programm. Insgesamt 42 MTB-, 7 Lauf- und 7,5 Wanderkilometer liegen nun hinter mir. Es war alles perfekt und absolut schmerzfrei.
Die Urlaubstage habe ich auch genutzt, um selbst mehr über Faszien zur erfahren und mit dem oben bereits erwähnten Markus Roßmann ein Interview zum Thema „TEPFIT trifft Faszie“ zu führen – mit vielen Tipps und Infos zum Faszientraining mit künstlichen Gelenken. Das knapp zehn Minuten lange Video gibt es hier.
Nachdem ich das Revisionstagebuch nun exakt ein Jahr geführt habe, ist für mich das Kapitel Revisions-OP fast abgeschlossen. Danke an alle meine Leser, die sich durch die insgesamt 12 Kapitel durchgekämpft haben, vielleicht habt Ihr ja auch noch Kraft für mein Nachwort.
Wenn ich dem einen oder anderen aufzeigen konnte, dass eine Komplett-Revision nicht das Ende der Tage ist, dann hat mein Tagebuch sein Ziel erreicht.
Der allergrößte Dank gebührt natürlich dem hervorragenden Operations-Team der endogap in Garmisch-Partenkirchen unter der Federführung meines Hauptoperateurs Dr. Rolf Schipp und deren Chefarzt Dr. Christian Fulghum, sowie meiner lieben Frau Doro, die mich in den ersten Wochen nach der OP als Pflegefall grandios umsorgt hat. Ohne die vorstehend genannten Personen hätte auch mein eigener eiserner Wille, die vollständige Genesung und Sportfähigkeit zu erreichen, nur sehr wenig genützt. Last, but not least gehört natürlich auch ein Quäntchen Glück dazu, nicht zu den deutschlandweit 2-3% Prozent zu gehören, bei denen bei der Hüft-OP leider nicht alles glatt läuft!

Viel Endoprothese und wenig Sport – mein 2018

Sa, 15. Dezember 2018 2 Kommentare

Bei der Abschluss-Visite mit Dr. Chris Fulghum

Das nun fast abgelaufene Jahr 2018 war sicherlich das sportärmste aber zugleich körperlich für mich herausforderndste Jahr seit Bestehen dieses Blogs. Stand 2018 doch ganz im Zeichen meiner Komplett-Revision der inzwischen arg in die Jahre gekommenen linken, zementierten Hüft-TEP. Galt es für mich zunächst noch am Jahresanfang, mein gelockertes Hüftgelenk noch so beweglich wie möglich zu halten (siehe Aufwärmphase), begann ab April dann der lange Weg zurück ins normale und gegen Ende des Jahres auch wieder sportliche Leben. Der Überschriftsteil ‚Viel Endoprothese‘ ist dabei übrigens durchaus in doppeltem Sinne gemeint. Zum einen, dass dieses neue Stück aus Titan, Keramik und Polyethylen mein Leben und meine Lebensweise in 2018 sehr stark (viel) bestimmt hat und zum anderen meint ‚viel‘ eben auch eine wirklich sehr große Revisions-Endoprothese, wie in der Aufnahme leicht im Vergleich zur rechten TEP zu sehen ist. Während ich diese Zeilen schreibe ist es erst ganz wenige Wochen her, dass ich fast nichts mehr von dieser OP spüre und meine muskulären Defizite zu nahe 100 Prozent wieder ausgeglichen sind. Dass dies überhaupt möglich war und ist, verdanke ich natürlich dem herausragenden Team der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen mit Dr. Christian Fulghum an der Spitze und meinem hervorragenden und revisionserfahrenen Operateur Dr. Rolf Schipp, der die ‚RoboCop‘-TEP, wie ich sie inzwischen fast liebevoll nenne, gemeinsam mit dem ebenfalls sehr erfahrenen Dr. Florian Wolpert – dem ich übrigens meine rechte TEP aus 2008 verdanke – in dreistündiger harter Arbeit ‚hineingezimmert‘ hat.

Revisionshüfte mit Wagnerzugang – mit freundlicher Genehmigung der endogap durch Dr. Christian Fulghum

An dieser Stelle nochmals mein herzlichster Dank dafür an mein Ärzte-Team. Mein Dank gilt aber auch meinen Physiotherapeuten der Medical-Park-Klinik St. Hubertus in Bad Wiessee, in der ich meine vierwöchige Reha absolviert habe, der Physiotherapie am See in Gmund, die mich während der 6 Wochen Teilbelastung vor der Reha betreut hat und meiner lieben Frau, die mich als Pflegefall mit zwei ständigen Gehhilfen in den ersten 8 Wochen verständnis- und liebevoll um- und versorgt hat. Das komplette Auf -und Ab der Wiederherstellung meiner körperlichen Leistungsfähigkeit kann ja auch hier im Blog unter der Rubrik ‚Revision‘ in bisher 10 Kapiteln ausführlich nachgelesen werden, wobei es noch ein oder zwei weitere Kapitel geben wird.
Mit echten sportlichen Aktivitäten, wenn man mal von regelmäßigem Fitness- und Aufbautraining, sowie Walking mit Stöcken absieht, habe ich vor ca. 4 Wochen wieder begonnen. Ich habe die letzten drei Tischtennis-Ligaspiele der Vorrunde mit meinem Team erfolgreich und absolut schmerzfrei absolviert.

Damit ist mein sportlicher Ausblick auf 2019 geprägt von Optimismus und der Gewissheit, dass ich spätestens ab Frühjahr wieder etwas intensiver mit Ausdauersport starten kann. Geplant sind hier abwechselnd MTB-Einheiten (die ich übrigens ganz vorsichtig auch schon im Oktober dieses Jahres absolviert habe), Nordic-Cross-Training (Cross-Shaper) und kleine, lockere und kürzere Laufeinheiten, nachdem mir Dr. Schipp bei der 6-Monatskontrolle hierfür vorsichtig grünes Licht gegeben hat.

Meine liebste Doro und ich 2015 am Bloubergstrand bei Kapstadt

Darüberhinaus freue ich mich im Januar auf wunderschöne Wochen in Südafrika mit meiner Liebsten und unseren besten Freunden (übrigens als Wiederholungstäter schon zum 5. Mal in diesem traumhaften Land) und im April 2019 auf den nunmehr 3. TEPFIT-Workshop seit Bestehen unserer geschlossenen Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie). Dieses Mal wird es an wechselnden Locations in Berlin mit hochinteressanten Vorträgen und einem Aktiv-Programm für Betroffene stattfinden. Zur Anmeldung mit allen Informationen geht es hier.

Des Weiteren planen meine Mitautorin der beiden ‚Mutmach-Bücher‘ ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mut zum neuen Knie!‘ Heidi Rauch und ich, 2019 regelmäßig in loser Folge kleine Video-Clips für unseren TEPFIT-YouTube-Kanal zu erstellen. Darin zeigen wir kleine aber effektive Übungen für die Stabilisation und den Muskelaufbau nach Hüft- oder Knie-OPs, die sich jederzeit und überall in den Alltag integrieren lassen. Den Anfang hat bereits Heidi Rauch gemacht mit ihrem ‚Einbein-Übungsvideo‘.
Wenn es Euch gefällt, abonniert einfach unseren YouTube-Kanal.

Ich wünsche meinen treuen Lesern und Abonnenten ein schönes, friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes, bewegungsreiches, sportliches und schmerzfreies Jahr 2019.

 

Start zurück in die Normalität

Do, 17. Mai 2018 1 Kommentar

Kapitel 3 – Ganz langsamer Start zurück in die Normalität (Post-OP Tag 3 bis zum Entlassungstag)

Die nächsten 7 Tage in der endogap bis zur Entlassung am 4.5.2018 laufen meist ähnlich ab:
Die ersten Tage begleiten mich auf Grund von immer noch erheblichen Kreislaufproblemen früh morgens Schwierigkeiten beim Aufstehen – ich bin allerdings im normalen Leben auch kein Morgenmensch! Ich musste daher erst die Physiotherapeuten davon überzeugen, dass es besser ist, wenn diese ab mittags zu mir kommen. Das klappte dann auch nach dem ersten Tag. Physiotherapie heißt anfangs nur Aufstehen und vorsichtig einige Schritte an Gehhilfen gehen. Zunächst nur im Zimmer, dann auf dem Gang. Dazu gab es eine Art elektrische Lymphdrainage, sowie auch manuelle!

Krankenhaus-Zimmer mit Rundblick im TV-Sessel

Sehr erfreulich blieb, dass ich nach wie vor praktisch keine Schmerzen, keine Schwellungen und kaum Blutergüsse hatte. Darüber waren alle etwas verwundert. Ich hoffte, dass es so bleibt. Lediglich das Anspannen von Muskeln am arg malträtierten linken Bein quittieren diese logischerweise noch mit Schmerzen.
Am 4. Post-OP Tag war ich dann auch schon alleine unterwegs, merkte aber, dass mich ca. 300 Schritte noch ganz schön schlauchen.
Der 5. Post-OP Tag wird mir allerdings in Erinnerung bleiben:
Der Tag begann so, wie ich es liebe. Ich werde von der diensthabenden Schwester so gegen kurz nach sieben aus dem Tiefschlaf gerissen. Ich solle sofort zum Röntgen. Mein kurzer Einwand, dass ich mich noch etwas frisch machen und Zähneputzen wollte, quittiert sie mit einem energischen „Nein“, da man bereits auf mich warte. Immerhin einen Rollstuhl-Transfer sollte ich nach kurzer Diskussion erhalten, da ich mich noch außer Stande sah, die ca. 300-350 Meter über 6 Stockwerke im Halbschlaf einigermaßen unfallfrei mit meinen Gehhilfen zu absolvieren. Und wer kommt mir auf dem Flur breit grinsend mit einem seiner Mitarbeiter mit den Worten „Schau mal, der Peter im Rollstuhl, dass es das gibt“ entgegen? Mein sehr geschätzter Chefarzt Dr. Chris Fulghum. Das ist genau mein Humor morgens gegen 7:00 Uhr.

Bei der Abschluss-Visite mit Dr. Chris Fulghum

Aber der Tag sollte noch um einiges besser werden.
Mein für diese Woche neuer Physiotherapeut Nico, ist genau meine Wellenlänge und machte mit mir sehr gute Laufübungen und zeigte mir weitere Übungen für das Theraband. Visite-Arzt Dr. Berger zeigte sich nach wie vor sehr zufrieden, auch mit dem neuen Röntgenbild und Chris Fulghum bestätigte dies nochmals.
Das nächste Highlight wird mein Duschpflaster. Ich konnte zum ersten Mal seit 6 Tagen ganz alleine duschen gehen.
Die nächsten Tage ging es stetig ganz langsam aufwärts. Treppenstufen von 10 auf 40 steigern, Mahlzeiten inzwischen alle am Esstisch sitzend, täglich morgens Duschen, reduzieren der Schmerzmittel, täglich zwischen 300 und 500 Schritten und als Highlight, auch erstmals nach der OP den sehr tiefen Komfort-TV-Sessel benutzt.
Wenn ich „es ging ganz langsam aufwärts“ sage, dann meine ich dies auch so.
Nach dem morgendlichen Komplettprogramm: Aus- und Anziehen, Rasieren, Duschen, Zähneputzen, etc. – alles bewusst ohne Hilfe – habe ich mich danach gefühlt wie nach einen 10 km-Lauf. Es hat auch ungefähr genauso lange gedauert. Schließlich muss jede Bewegung, jede Drehung, jeder Schritt, jede Beugung wohl überlegt sein, um ja da operierte Bein nicht über die genehmigten 20 Kg zu belasten und unter der 90 Grad Beugung zu bleiben.
Am letzten Tag vor den Entlassung dann Abschluss-Visite mit Dr. Chris Fulghum, der sich nun auch in einen wohlverdienten Italienurlaub verabschiedet.
Die endogap ist und bleibt für mich eine uneingeschränkt empfehlenswerte Klinik für Endoprothetik. Alles ist perfekt durchorganisiert, sämtliche Mitarbeiter, angefangen vom Chefarzt bis zu den Empfangsmitarbeitern, Schwestern, Service-Kräften, Physiotherapeuten und Reinigungspersonal, sind freundlich, kompetent und zuvorkommend. Und was natürlich das wichtigste ist, die große, jahrzehntelange Expertise beim Gelenkersatz und/oder Revisionen.

6 plus 1 künstliche Hüftgelenke (immerhin) stehend – Ricki, Stefanie, Peter (v.l.n.r)

Langeweile stellte sich übrigens während des kompletten Krankenhausaufenthaltes keine ein. Neben den zweimal täglichen Besuchen meiner Liebsten, gab es auch mehrere Treffen mit Stefanie und Ricki, beide Mitglieder unserer geschlossenen Facebook-TEPFIT-Gruppe und zeitgleich mit mir an der Hüfte operiert. Ricki hat auf eigenen Wunsch zwei Hüften gleichzeitig und Stefanie ihre zweite erhalten. Über die schnell eingerichtete WhatsApp-Gruppe „6plus1Hips“ konnten wir uns prima abstimmen und gegenseitig aufmuntern.

Am Freitag, den 4.5.2018, chauffiert mich meine Liebste dann von Garmisch nach Rottach-Egern an den schönen Tegernsee, um dort meine Genesungsphase mit ihrer Hilfe fortzusetzen – schließlich bin ich mit permanent zwei Gehhilfen noch nicht wirklich alltagstauglich.
Ab wann wird sich das endlich ändern? Ihr erfahrt es in den nächsten Kapiteln!

Aufwachphase statt Wettkampf

Mi, 9. Mai 2018 10 Kommentare

Kapitel 2 – Die Aufwachphase – noch lange vor dem eigentlichen Wettkampf

Irgendwann, einige Stunden nach der OP, beginne ich grüne Frau- und Männchen um mich herum schemenhaft wahrzunehmen. Ein gutes Zeichen. Ich scheine zu leben – und zwar im Aufwachraum. Viel später registriere ich auch kurz meine Liebste, es ist inzwischen 20:30 Uhr am Abend der OP, wie mir am nächsten Tag mitgeteilt wird. Unbewusst, obwohl ich mir das irgendwie vorher fest vorgenommen hatte, versuche ich den Fuß meines operierten Beines zu bewegen. Es funktioniert tatsächlich und sogar völlig schmerzfrei. Ich bin beruhigt. Das, wenn auch sehr geringe OP Risiko eines Nervenschadens, ist damit ausgeschlossen. Ich falle erneut in den Tiefschlaf.

So richtig öffne ich mal kurz die Augen am nächsten Tag gegen 9:00 Uhr. Während der Nacht bekam ich noch Zufuhr von Sauerstoff durch die Nase und später dann Frühstück ans Bett. Trotz erster fester Nahrung seit über 36 Stunden hatte ich absolut noch keinen Appetit.

Revisionshüfte mit Wagnerzugang – Veröffentlichung des Röntgenbildes mit freundlicher Genehmigung der endogap durch Dr. Christian Fulghum

Dann der entscheidende Moment: Chefarzt Dr. Christian Fulghum kommt sehr erleichtert zu mir ins Zimmer und ist hocherfreut, dass der komplizierte drei Stunden-Eingriff planmäßig verlaufen ist. Wenig später erklärte mir dann mein ebenfalls sehr zufriedener Operatuer Dr. Rolf Schipp die OP nochmals im Detail. Um das komplette Zement zu entfernen, musste die Operation des Schaftes mit dem sog. Wagner-Zugang (auch Transfemoraler Zugang genannt) erfolgen. Das hat leider weniger mit klassischer Musik während der OP zu tun, als mit einer von einem Arzt namens Wagner eingeführten Technik. Der alte Schaft ließ sich lt. Dr. Schipp mit dem kleinen Finger herausziehen, aber das Herausbringen des Zementpropfens am Ende des Schaftes war die eigentliche Herausforderung. Dies mit einem Bohrer von oben vom Oberschenkel her zu versuchen ist viel zu riskant wg. der Gefahr den noch gesunden Oberschenkelknochen dort zu durchbohren, wo später die Revisionshüfte verankert werden soll. (Anm.: Der Zement ist wesentlich härter als der Knochen). Da kommt nun der Wagnerzugang zum Einsatz. Dabei wird der Oberschenkel-Knochen der Länge nach gespalten und dann aufgeklappt (Anm.: Wer das medizinisch exakt formuliert nachlesen möchte, dem sei nachfolgender Link (ab Seite 13) empfohlen). Da nun freier Zugang zum bombenfesten Restzement, besonders am Ende das alten Schaftes, gewährleistet ist, lässt sich dieser dann auch rückstandsfrei entfernen. Danach konnte ein spezieller modularer Revisionsschaft der Firma Peter-Brehm zementfrei eingebracht werden. Eine feste Verankerung findet dabei zunächst nur in den letzten 5 bis 6 cm des unteren noch intakten Oberschenkels statt (siehe Röntgenbild). Der aufgeklappte Oberschenkel-Knochen wurde nun wieder angelegt und in meinem Fall mit vier Cerclagen (ähnlich sehr dünnen Rohrschellen) befestigt.
Die Revsions-Hüftpfanne ist auch um einiges größer als die alte, da auch dort das größere Loch im Becken ausgefüllt werden musste. Es wurde eine spezielle Pfanne aus dem sehr teuren Material Tantal der Firma Zimmer ausgewählt, die dafür am besten geeignet ist. Bei der Gleitpaarung wurde auf die inzwischen gängige Kombination Keramik/Polyethylen gesetzt, wobei ein 36 mm Hüftkopf verwendet wurde. Sämtliche Braunülen, Blasenkatheder, Drainagen und der ZVK (zentrale Venen-Katheder) wurden sehr zeitnah entfernt. Das sind schließlich alles potentielle Infektions-Risiken.
Meine Liebste, die natürlich jeden Tag bei mir war, war nun auch erstmals etwas erleichtert.

Schlafen, lesen, schlafen, essen, schlafen. So verbrachte ich im Wesentlichen den 2. Tag nach der OP. Wenngleich ich Nachmittags die ersten wenigen Schritte an Gehhilfen mit der Physiotherapeutin im Zimmer absolvieren konnte, immer im Hinterkopf, dass ich das operierte Bein nur mit 20 kg belasten darf.

Arg zerrupfte Pfanne nach 21 Dienstjahren

Fabrikneu aussehender Schaft mit Keramik-Kopf nach ebenfalls 21 Dienstjahren

Sowohl Chefarzt Dr. Christian Fulghum, wie auch mein Operateur sehen erneut nach
mir. Dr. Schipp verabschiedete sich bei mir in seinen nun wohlverdienten zweiwöchigen Aktiv-MTB-Urlaub (ich bin jetzt schon neidisch) – allerdings nicht ohne, dass ich ihm vorher mein Erstaunen über den fast fabrikneu aussehenden Schaft mit Keramik-Kopf und das absolut zerrupfte Polyethylen der Pfanne ausdrückte, dem man die 21 Jahre meiner sportlichen Aktivitäten wahrlich ansieht (siehe nebenstehende Fotos).
Dr. Schipp sagte dazu nur: „Ja, es war wirklich höchste Zeit“ und versicherte mir, dass während seiner Abwesenheit mein zweiter Operateur Dr. Florian Wolpert ebenso stets greifbar sei, wie sein Chef Chris Fulghum. Ich bin beruhigt und schlafe kurz darauf erneut ein. Mal sehen, wann nun wirklich mein Wettkampf starten kann.

Hüft-TEP-Komplettrevision in 3 Phasen: Aufwärmen – Ausdauerwettkampf – Auslaufen

Di, 24. April 2018 4 Kommentare

Kapitel 1 – Aufwärmphase

Wie im letzten Beitrag schon angekündigt, bricht jetzt für ca. sechs Monate eine zumindest anfangs sehr bewegungsarme und sportlose Zeit an: Ein zäher Kampf, viel Physiotherapie, Gangschule, Hartnäckigkeit, Geduld, temporäre Unzufriedenheit, Anstrengungen im Alltag, nicht vermeidbare Rückschläge und das alles mit einem heute noch nicht bekannten Ausgang hinsichtlich der Sportfähigkeit und der kompletten beschwerdefreien Ausheilung am Ende des Weges.

Letzte MTB-Tour am 21.04.2018 am Tegernsee – vier Tage vor der Revision-OP

Mein linkes künstliches Hüftgelenk wurde 1997 in Hamburg einzementiert. Eine damals gängige Methode. Erste Anfänge mit nicht zementierten Implantaten gab es zwar schon vereinzelt, aber eben noch ohne Langzeiterfahrung. Somit war meine Entscheidung aus damaliger Sicht richtig. Nachdem dann 2008 in der endogap – Garmisch auch mein rechtes defektes Gelenk durch ein neues, künstliches und natürlich zementfreies ersetzt wurde, begann die Wiederaufnahme echter sportlicher Herausforderungen, wie Sie ja alle in diesem Blog verfolgen konnten.

Dabei natürlich stets im Hinterkopf, dass mein 97er rechtes Ersatzgelenk irgendwann aufgeben würde. Erste zarte Anzeichen gab es dann vor ca. vier Jahren (2014), sowohl radiologisch als auch mit minimalen gelegentlichen Beschwerden im Oberschenkel, ungefähr dort wo sich der Titan-Schaft befindet. Natürlich ließ ich meine beiden künstlichen Hüftgelenke immer jährlich kontrollieren, aber eine eindeutige Indikation, dass nun der exakt richtige Zeitpunkt für eine Revision gekommen sei, gab es nicht.
Bei der letzten Kontrolle 2017 in der endogap – Garmisch hatte ich dann mit Chefarzt Dr. Fulghum nach einem langen Gespräch vereinbart, dass wir die Revision-OP im April 2018 in Angriff nehmen werden. Eine doch langsam überfällige Entscheidung, da ansonsten durch die Lockerungen der verbleibende Knochen immer mehr geschädigt würde. Eine Woche zum Jahreswechsel 2017/2018, in der ich kaum noch 50 schmerzfreie Schritte machen konnte, bestätige meine getroffene Entscheidung dann eindrucksvoll.
Somit war klar: Die Aufwärmphase beginnt.
Mit Aufwärmen meine ich analog zum Sport die Zeit der mentalen und körperlichen Vorbereitung für die auf 25.04.2018 terminierte Wechsel-OP und des mit diesem Tag startenden langen Ausdauer-Wettkampfes. Dazu zählen für mich nachfolgende Punkte: Stets offener Umgang mit der OP, eine absolut positive Haltung zur getroffenen Entscheidung, alle notwendigen privaten sowie geschäftlichen Vorbereitungen treffen und das zum Auslaufmodell gewordene künstliche Gelenk in der kompletten Phase noch so gut und viel bewegen wie irgend möglich. Und natürlich gibt es auch bei mir immer mal wieder kurze Momente des Zweifelns, ob die OP denn jetzt wirklich schon nötig ist und zwar besonders dann, wenn ich mal wieder eine längere schmerzfreie Phase habe, die es durchaus gibt. Nach kurzer Für- und Wider-Abwägung sind die Zweifel aber auch schnell wieder ausgeräumt.
Zur Aufwärmphase gehörte dann bei mir auch noch eine Woche Urlaub vor der OP dazu, mit traumhaftem Wetter in herrlicher Berg- und Seekulisse im Kreise meiner Familie. Zeit zum Entspannen und Relaxen vor dem Eingriff – und um auch nicht am Morgen des Klinikaufnahme-Tages in Hektik zu verfallen, sind wir schon einen Tag vorher die wenigen 60 km nach Garmisch-Partenkirchen gefahren. Meine liebe Frau wollte sowieso in der Nähe sein und so haben wir uns in kurzer Entfernung zur Klinik in einem Gästehaus für zehn Tage eingemietet.

24.04.2018 – Aufnahme-Tag in der endogap
Dieser Tag sollte unerwartet sportlich werden. Zwischen 8:30 und 16:00 Uhr gab es volles Programm und da ich unbedingt den Aufzug vermeiden wollte, standen am Ende das Tages 6000 Schritte und 1200 Treppenstufen auf meinem Tageszähler.
Das bestens organisierte Aufnahmeprogramm hier nur in Stichworten:
Begrüßung am Eingang durch Kliniklotse und direkte Gepäckabgabe – Aufnahmedokumente unterzeichnen – in die Ambulanz/Aufnahme (1. Stock) zum ausführlichen 45 Minuten Arzt-Gespräch – Blutabnahme – zur Röntgenabteilung – zurück in die Ambulanz – Bezug des Zimmers im 6. Stock – zurück in die Ambulanz zwecks Narkosegespräch – Wartezeit zu lange, daher wieder in den 6. Stock zum Mittagessen – zurück in die Ambulanz – zufälliges meet and greet mit Dr. Chris Fulghum auf dem Flur – Narkosegespräch – erneut zum Röntgen für weitere spezielle Aufnahmen – zurück ins Zimmer auf einen schnellen Kaffee – ab ins Erdgeschoss zur Physio, zwecks Aufklärung für die Post-OP Tage und Übungen mit Gehhilfen – zurück in den 6. Stock auf meinen Haupt-Operateur Dr. Rolf Schipp warten – sympathisches, gründliches, aufklärendes und Mut machendes OP Gespräch mit Dr. Schipp – Chefarzt Dr. Chris Fulghum kam natürlich auch nochmal zur Beruhigung vorbei – nach 16:00 Uhr dann ins EG mit meiner Liebsten zur Cafeteria – danach in den sehr schönen Patientengarten zum Abendsonnen – und wieder aufs Zimmer zur vorerst letzten festen Mahlzeit.

Abendsonne am Vor-OP-Abend im Patientengarten der endogap

Ergebnisse des Aufnahme-Tages
Vollnarkose notwendig, da OP -Dauer mindestens 2-3 Stunden, Komplettwechsel Pfanne und Schaft, besondere Herausforderung dabei: Die komplette Zemententfernung am Schaftende. Das neue Revisions-Implantat (Pfanne und Schaft) sollen zementfrei werden. Dies ist ggf. nur mit dem sog. Wagnerzugang möglich. Dazu mehr in den nächsten Kapiteln Wettkampf.
Abhängig vom OP-Verlauf wollte man offen lassen, ob ich abends noch auf mein Zimmer komme oder auf der Intensivstation übernachte.

Tag 2 – OP-Tag
Da sich meine beiden Operateure und Leitenden Ärzte Dr. Rolf Schipp und Dr. Florian Wolpert nicht unter Zeitdruck setzten lassen wollten, wurde meine OP als letzte des Tages terminiert. Um 11:15 Uhr wurde ich im Zimmer abgeholt und exakt 12:25 Uhr ging bei mir dann im Kopf das Licht aus.
Die Aufwärmphase ist zu Ende, der Wettkampf hat begonnen!

 

 

Das verflixte 7. Jahr – Jahresrück- und Vorschau

Oktober 2017 am Tegernsee mit zielgerichtetem Blick ins Jahr 2018!

Seit Anfang 2011 gibt es diesen Blog, im dem ich in loser Folge zu allen Themen rund um Sport mit Endoprothesen (TEPs) auf Grund eigener Erfahrungen berichte. Diese Informationen werden stets angereichert mit medizinisch, wissenschaftlichen Artikeln, auf die dann entsprechend verwiesen wird. 215 Beiträge sind in dieser Zeit entstanden, also etwas mehr als zwei pro Monat. Damit werden meine Leser zwar nicht gerade mit Artikeln überflutet, aber wenn ich meine Aktivitäten auf der korrespondierten Facebook-Seite, in unserer TEPFIT-Facebook-Gruppe und auf unserer Buch-Webseite mit einbeziehe, bedeuten diese einen nicht unerheblichen Zeitaufwand nebenbei. Ganz zu schweigen vom dem Ende letzten Jahres ins Leben gerufenen YouTube-Kanal, der ab 2018 mindestens monatlich mit neuen Video-Tipps bestückt werden wird. Am besten jetzt schon mal abonnieren, damit Sie nichts verpassen!

Warum das alles? Dafür gibt es mehrere Gründe:
Mein erster Antrieb im Jahre 2011 war, einfach nur Menschen mit ähnlichen Problemen an meinen sehr positiven Erfahrungen mit Doppel-TEP und der neuen gewonnen Beweglichkeit und sportlicher Lebensfreude teilhaben zu lassen. Dass aus dieser Idee mal ein großes Netzwerk von Patienten, Ärzten, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern,

5 km-Cross-Run beim Neroman 2009 – exakt 1 Jahr nach meiner rechten Hüft-TEP-OP in der endogap

sowie zusammen mit meiner Titanhüften-Blog-Freundin Heidi Rauch zwei (drei) Mut-Machbücher – eine komplett überarbeitete Neuauflage des Buches ‚Mut zur neuen Hüfte!!‘ erscheint Anfang nächsten Jahres – entstehen würde, war damals natürlich nicht abzusehen.

Trotz des erheblichen zeitlichen Aufwandes sind Sie es, meine lieben Leser und Follower, die mir mit ihren ausnahmslos positiven Rückmeldungen, Zuschriften, Kommentaren und dem Teilen von Beiträgen und Posts signalisieren, dass dieser sehr gut eingesetzt war und ist.

Warum also ‚Das verflixte 7. Jahr‘?
Dies ist rein sportlich zu sehen. Habe ich seit 2009, bzw. seit Start dieses Blogs 2011 viele jährliche Lauf- und Radkilometer in mehreren Einheiten pro Woche problemlos absolvieren können, musste ich nun 2017 – also im verflixten 7. Blog-Jahr – sportlich wesentlich kürzer treten. Nach zuletzt ca. 700-1000 Laufkilomentern pro Jahr, waren es 2017 nur noch lächerliche 200 km – und diese auch mehr schlecht als recht. Dabei mal meine 1,4 Mio Schritte mit einer zurückgelegten Distanz von 1.600 km außer Acht lassend. Dazu kamen dann noch ebenfalls sehr wenige 350 MTB-Radkilometer und 80 Bergwander-Kilometer. Der Grund ist ebenso einleuchtend wie er vorhersehbar war. Meine inzwischen fast 21 Jahre alte linke Hüft-TEP ruft nach einem Austausch! Der OP-Termin wurde letzte Woche vereinbart: Am 25.4.2018 gibt es – fast auf den Tag 21 Jahre nach der Erstimplantation – einen

Das endogap – Ärzteteam
Chefarzt Dr. Christian Fulghum mit seinen leitenden Ärzten Dr. Florian Wolpert, Dr. Rolf Schipp und Wolfgang Reng (v.l.n.r.)

‚Reifenwechsel‘ in der Klinik meines Vertrauens – der endogap – Garmisch-Partenkirchen. Bis dahin heißt es, sich gut auf die OP vorzubereiten und so beweglich und sportlich wie irgend möglich zu bleiben. Ab Januar werde ich dann zusätzlich noch ein paar Einheiten Krafttraining einbauen – die ich zuletzt etwas vernachlässigt habe -, um dann spätestens ab 26.4.2018 meine sportlichen Ziele neu zu definieren.
Mein bereits heute fest ins Auge gefasster Plan lautet: Ende April 2019, genau ein Jahr nach der Revision-OP, den Neroman in Wiesbaden (Sprint-Cross-Triathlon) zu bestreiten. War dies doch auch der erste Wettkampf nach meiner letzten Hüft-TEP rechts in Garmisch im April 2008 (Siehe Artikel der endolife auf Seite 6).
Ob es mir gelingt, die Neroman 2019 Ziellinie zu überqueren, erfahrt Ihr natürlich hier, sowie auf allen oben genannten anderen Media-Kanälen.

Wer mich vor meiner Revisions-OP nochmal ganz persönlich sehen und treffen möchte, hat dazu am Wochenende vom 23.-25.2.2018 in Hagen Gelegenheit. Nach dem sehr erfolgreichen 1. TEPFIT-Treffen in Erding im November 2016, findet an diesem Wochenende in Hagen der 2. TEPFIT-Gesundheitswork-Shop statt. Anmeldungen sind noch unter TEPFIT-Gesundheitsworkshop-2018 möglich! Das komplette Programm kann dort ebenfalls eingesehen werden. Es ist für jedem etwas dabei, von sportlich bis informativ, alles von Spezialisten präsentiert. Außerdem werden ich zusammen mit meiner lieben Mitautoren Heidi Rauch exklusiv die komplett überarbeitete Neuauflage unseres Mutmach-Buches vorstellen. Wer aus der näherem Umgebung von Hagen kommt, kann auch nur am Samstag, den 24.2.2017, am Hauptprogramm-Tag teilnehmen!

Ihnen allen eine schöne, bewegte und friedliche Weihnachtszeit. Ich hoffe, Sie bleiben mir auch 2018 treu und sparen nicht mit Kritik und Anregungen. Gerne können Sie mir auch persönliche ‚Erfolgs‘-Geschichten rund um Ihre TEP, die Sie schon immer mal veröffentlichen wollten, zusenden (eMail im Impressum)! Wir werden dann gemeinsam entscheiden, wie und ob daraus ein Blog-Artikel entstehen kann.

1. TEPFIT-Golfturnier am 14. Mai im GC Werdenfels – mit Dr. Christian Fulghum!

Gerne verweise ich an dieser Stelle passend zum Thema ‚Endoprothese und Sport‘ auf nachfolgende Veranstaltung, die meine liebe Kollegin Heidi Rauch in ihrem Blog veröffentlicht und detailliert beschrieben hat.

Clubhaus GC Werdenfels

Auszug aus dem Artikel von Heidi Rauch:
An alle Golfer unter meinen Lesern und an diejenigen, die es mal ausprobieren wollen: Am Sonntag, 14. Mai 2017, wird es das erste TEPFIT-Golfturnier über 9 Löcher im Land- und Golfclub Werdenfels bei Garmisch-Partenkirchen geben. Dies ist der Golfclub von Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap-Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen. Er bietet seinen Patienten ja schon seit längerem ein sogenanntes endolife-Sportprogramm zum Wiedereinstieg nach der Hüft- (oder Knie-)OP. Just am 13. Mai ist die endolife-Golfwoche beendet. Was liegt da näher, als zum Abschluss ein kleines Turnier für alle TEP-Träger … mehr

Die Ausschreibungen zu dem sportlichen Golftag finden Sie nachfolgend:
Ausschreibung TEPFIT-Turnier GC Werdenfels am 14.05.2017
Schnupperkurs Healthy Swing 1.TEPFIT-Turnier GC Werdenfels am 14.05.2017

Treffen der TEPFITen im November 2016

Wie Ihnen liebe Leser ja sicher schon aus einigen Artikel hier in diesem Blog bekannt ist, betreibe ich zusammen mit zwei reizenden TEP-Damen die geschlossene Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie).
Diese Gruppe besteht seit etwas mehr als einem Jahr und hat inzwischen über 730 Mitglieder. Im November 2016 (18.11.- 20.11.2016) gibt es nun ein TEPFIT-Meeting in Erding bei München. Dafür haben wir uns ein sehr abwechslungsreiches Programm ausgedacht, bei dem sicher jeder auf seine Kosten kommt. Namhafte Referenten konnten gewonnen werden, wie z.B.: der Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz, Dr. Christian Fulghum, aus Garmisch-Partenkichen oder der Cross-Shaper-Erfinder und Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, Dr. Georg Kaupe, der die neue Sportart theoretisch erklärt und danach einen Schnupperkurs anbietet. Das vollständige Programm können Sie hier ‚downloaden‘.

Sollten Sie das Programm und die Veranstaltung interessant finden, so haben Sie auch als Leser dieses Blogs die Möglichkeit, daran teilzunehmen. Die vollständigen Anmeldeunterlagen gibt es hier. Einfach vollständig ausfüllen, unterzeichnen und an die auf den Unterlagen (letzte Seite) angebende Adresse senden (Post, eMail oder Fax).

Glückwunsch zu 10 Jahren ENDOLIFE

Vor zwei Tagen lag die neue Ausgabe des endolife-Magazins der endogap – Klinik für Gelenkersatz in meinem Briefkasten. Diese besondere Ausgabe zum 10-jährigen Jubiläum zeigt sehr eindrucksvoll die Geschichte und Entwicklung der endogap seit 2005. In den sechziger Jahren von einem der Pioniere der Endoprothetik Prof. Fritz Lechner als Abteilung eines Kreiskrankenhauses gegründet, hat sein Nachfolger Dr. Holm Schlemmer die endogap als eigene Marke kreiert und diese dann 2010 dem heutigen Chefarzt Dr. Christian Fulghum übergeben. Dieser hat mit seinem Team die Spezialklinik konsequent ausgebaut und dafür gesorgt, dass die endogap als eine der ersten Kliniken in Deutschland 2012 EndoCert zertifiziert wurde. Außerdem hat Dr. Christian Fulghum mit endofit einen jährlichen Fachkongress aus der Taufe gehoben, der durch die mehrmals jährlich stattfindenden indofit-sportkurse für Patienten abgerundet wird.
In den endolife-Magazinen, die zweimal jährlich erscheinen, geht es immer um Wissenswertes rund um das Thema der Endoprothetik, um aktuelle Entwicklungen und Neuerungen. In einer weiteren Rubrik werden Patienten vorgestellt, die von ihrem neuen Lebensgefühl nach einer erfolgreichen OP berichten. Ich selbst hatte das Vergnügen in der Ausgabe Sommer 2009 auf Seite 6 meine Geschichte beisteuern zu dürfen. Natürlich hat es mich besonders gefreut, dass diese Geschichte nun auch in der Jubiläumsausgabe (ebenfalls auf Seite 6) mit einem kleinen Foto erwähnt wurde. Alle 20 Magazine stehen auf der Klinikwebseite zur Verfügung. Es ist dort auch möglich, die Zeitschrift als ‚analoge‘ Ausgabe zu bestellen.
Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die endogap in Garmisch-Partenkirchen auch in den kommenden Jahren ihre Qualität und guten Ruf konsequent weiter ausbaut, um damit auch zukünftig eine der ersten Adressen für künstliche Hüfte- und Kniegelenke in Deutschland zu bleiben.

AMIS – Alter Wein in neuen Schläuchen?

Fr, 27. Februar 2015 8 Kommentare

In letzter Zeit ist in der Presse und auf Klinik- und Ärzteseiten häufiger von der neuen AMIS-Methode bei Hüft-OPs die Rede (siehe z.B.: TZ oder auch WAZ). AMIS steht dabei für ‚Anterior Minimal Invasive Surgery‘ und bedeutet nicht wörtlich übersetzt: ‚Die minmal-invasive Durchführung einer Hüft-OP über einen vorderen Zugang‘. Bei dieser Operationsmethode wird immer nur von Vorteilen gegenüber allen anderen Methoden berichtet (schnellere Rehabilitation, Vollbelastung direkt nach der OP, weniger bis keine Schäden an Muskeln und Nerven, geringe Luxationsgefahr, weniger Schmerzen, weniger Blutverlust, kleine Narbe). Anlass genug mal zu hinterfragen, warum diese Methode in Deutschland noch immer sehr wenig verbreitet und ob diese wirklich neu ist?

Bei der Recherche stellt sich schnell heraus, dass dieser Zugangsweg zum Hüftgelenk schon lange – wenn auch ohne marketingfähigen Namen – vor allen Dingen in Frankreich (seit den 90er Jahren), aber auch in Österreich und in der Schweiz angewandt wurde, bzw. wird. Seinen Ursprung hatte dieser Zugangsweg übrigens bereits 1870 in Deutschland! Carl Hueter hat damals bereits diese Methode beschrieben. Sie verschwand von der Bildfläche bis in den 90er Jahren Dr. F. Laude aus Paris diesen wiederbelebte. In einem Artikel aus dem Jahre 2010 ist von bisher 30000 Operationen insgesamt nach dieser Methode die Rede. Setzt man die Zahl ins Verhältnis zu den jährlich ca. 200.000 Hüftgelenksersatz-Operationen in Deutschland, so relativiert sich diese sehr schnell. Aktuellere Zahlen liegen mir leider nicht vor.

Alles Grund genug. unseren Spezialisten Dr. Christian Fulghum, den Cherfarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz, zu diesem Thema zu befragen.
Lesen Sie nachfolgend die ausführliche Antwort zu unseren Fragen an Dr. Fulghum:

Endoprothese und Sport
Wenn AMIS nur Vorteile hat, warum ist diese Methode in unserer Wahrnehmung in Deutschland so wenig verbreitet?
Wo liegen die Probleme in dieser Operationsmethode?
Was sind die Nachteile?

Dr. Christian Fulghum

  1. AMIS ist eine sehr guter Zugangsweg/Methode, wenn sie beherrscht wird.
  2. AMIS ist nichts Neues – es ist der altbekannte vordere Hüftzugang, schon vor vielen Jahren beschrieben, jetzt mit neuem, marketingfähigen Namen.
  3. Es gibt 5 natürliche Hüftlücken, die den Zugang zum Gelenk ermöglichen. Durch alle kann man operativ tätig werden, mal mit etwas mehr Muskelschonung, mal mit etwas weniger.
  4. Die Benutzung aller 5 Zugangswege bedingt bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks Muskelschäden, sei es durch Durchtrennung, durch Dehnung oder Quetschung des Gewebes. Welcher Schaden da vorzuziehen ist, bleibt völlig offen!
  5. Bestimmte Zugänge zeigen in den ersten 6 Wochen eine etwas schnellere Rehabilitation (u.a. AMIS), nach 3 Monaten sind absolut keine Unterschiede mehr nachweisbar (der Körper regeneriert sich).
  6. Signifikante Unterschiede haben sich in kontrollierten Studien nicht nachweisen lassen.
  7. Leider wird mit AMIS geworben, das alleine ist schon nicht OK, denn alle Hüftzugänge führen, bei korrekter, schonender Ausführung, zu sehr guten Ergebnissen.
  8. AMIS ist bei Komplikationen nicht erweiterbar – im Gegensatz zu den seitlichen und hinteren Zugängen; Und niemand ist gegen Komplikationen gefeit.
  9. Unter anderem deshalb hat sich AMIS auch bisher nicht wirklich durchgesetzt. Was sollte uns daran hindern einen überlegenen Zugang zu verwenden (wenn er denn überlegen wäre ….)?
  10. Es gibt eben bei keinem Zugang nur Vorteile, es kommt immer auf die Erfahrung des Operateurs an und den individuellen Patienten.

Dr. Fulghums Fazit: Das Wichtigste ist die Erfahrung und das Können des Operateurs und zwar unabhängig davon, welche der 5 möglichen Zugangswege gewählt werden.

Spätestens dieses Werbevideo sollte im Bezug auf AMIS nachdenklich stimmen!