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Mini-Rückschlag und zähe Reha-Fortschritte – Ist weniger doch mehr?

Kapitel 6 – Aus der kleinen Schrecksekunde wurden drei Tage Ungewissheit mit starken Schmerzen. Die Erklärung lieferte nach Ultraschall und Röntgen der Orthopäden vor Ort.

Keine Besserung der Schmerzen über Nacht trotz Schmerzmittel. Tagsüber Muskelbehandlung, Wärme und ein heißes Bad. Am 3. Tag war ich doch etwas besorgt und habe mir z.B. ausgemalt, dass sich eine Cerclage geöffnet haben könnte. Also direkt früh zur Orthopädie-Praxis vor Ort – Termine sind in Bayern, warum auch immer, überhaupt kein Problem – und ohne Wartezeit zum Fachorthopäden. Dieser machte, nach meiner kurzen Schilderung des kompletten Sachverhaltes, zunächst ein Ultraschall und danach auch ein Röntgenbild. Die Gute Nachricht: Auf dem Röntgenbild alles genau so, wie fünf Tage zuvor. Die etwas schlechtere lieferte die Ultraschalluntersuchung: Es ist ein kleines Hämatom ungefähr in der Mitte des Oberschenkels, direkt am Knochen, sichtbar. Die Erklärung des Orthopäden: Es könnte sich eine Verklebung oder eine kleine Naht gelöst haben, die dann etwas eingeblutet hat. Mein Operateur Dr. Schipp bestätigt diese Möglichkeit per Telefonat. Leider kann dieses Hämatom durchaus gut zwei bis drei Wochen ein Problem bereiten. Doch bereits am nächsten Tag, ist der Schmerz nur noch leicht zu spüren. Also einfach nochmals schnell ins Schwimmbad ‚gecrutched‘ und 600 Meter Kraulen absolviert. Abends dann ca. zwei Stunden ohne Gehhilfen stehend verbracht. Alles absolut problemlos.

Somit war ich optimistisch, dass das kleine ‚Problemchen‘ mein Reha-Programm nicht sonderlich beeinflussen würde.

Mein Zimmer

Montag, den 18.6.2018, nun endlich der Reha-Start und die lang ersehnte Aufnahme im Medical Park Bad Wiessee, St. Hubertus!
Um es kurz zu machen: Aufnahme schnell, zügig, freundlich und kompetent. Zimmer und Bad sehr geräumig und mit allem ausgestattet, was man benötigt (TV-Flat-Screen, Minibar, Schreibtisch, Sessel, Terrasse mit Liegestuhl).
Ebenso freundlich die Aufnahmegespräche bei den Schwestern und zwei Fachärzten.
Am nächsten Tag begannen dann die Therapie-Termine, die von mir in Abstimmung mit dem Stationsarzt noch nachjustiert wurden. So konnte ich ihn z.B. leicht davon überzeugen, dass die Motorschiene keinen Sinn mehr macht, zumal die Anfangseinstellung 70 Grad war. Ebenso habe ich den Lymphomat (eine Art automatische Lymphdrainage) streichen lassen, da ich weder Wasser noch Schwellungen im Oberschenkel habe. Dadurch, dass man das Medizinisch Technische Training, kurz MTT genannt, nach einer ersten Einweisung – die übrigens durch den gleichen Physiotherapeuten wie vor zehn Jahren stattgefunden hat – zu einer beliebigen Zeit zwischen 8:00 und 18:00 Uhr absolvieren kann, ließ es sich immer gut in den Tagesplan integrieren. Neben dem Stationsarzt, haben sich bei mir sowohl die Oberärztin wie auch die Chefärztin in der ersten Woche vorgestellt und sich dabei auch ausreichend Zeit für ein Gespräch genommen.
Die nächsten Tage waren geprägt von ‚Wiederherstellungsterminen‘ von früh morgens bis zum späten Nachmittag.

Selbstverständlich wurde auch mein Trainings-Programm zu Muskelkräftigung und Stabilität angepasst und erweitert. Neben bekannten Trainingseinheiten auf unterschiedlichen Wackelbrettern, seitlichem Beinstrecker, Ergometer, etc., konnte ich erstmals selbst das TRX®-Training (ein dreidimensionales Training, das alltagsnahe sowie sportartspezifische Bewegungsmuster ermöglicht) kennenlernen. Neben dem Muskel- und Stabilitätstraining bin ich täglich zwischen 300 und 500 Meter im Schwimmbad gekrault und habe danach noch meine Wasser-Geh-Übungen absolviert, teils selbstständig, teils mit Therapeut. Dazu kamen täglich fünf Radkilometer (Ergometer zwischen 80 und 110 Watt) und ca. vier Geh-Kilometer (Crutch-Walking), fast ausschließlich durch die Wege in der Einrichtung selbst. Besonders ‚cool‘ übrigens das ‚Anti-Gravity-Laufband‘, auf dem man mit einem frei einstellbaren Prozentsatz des eigenen Körpergewichtes Gehen oder Laufen kann. Dabei wird man zusätzlich von allen Seiten gefilmt und kann auf dem Monitor direkt erkennen, wo eventuell Defizite sind, bzw. die Bewegung nicht korrekt ausgeführt wird. Ich war davon überzeugt, dass ich das beschriebene Pensum in Korrelation zu meiner körperlichen Fitness wohl dosiert absolvierte, zumal ich mich abends stets wohlgefühlt habe und niemals einen Muskelkater verspürte oder etwa stark erschöpft war.

TRX-Training

Trotzdem bin ich nach neun Tagen Therapie- und Aufbauprogramm noch unzufrieden, da mir ohne Gehhilfen einfach kein rundes Gangbild gelingt. Bei der Belastung des operierten Beines spüre ich bei jedem Schritt (ohne Gehhilfen) ein Schmerz im Oberschenkel, der mich eine Ausweichbewegung machen lässt. Da der Schmerz genau an der Stelle aufritt, in der das Hämatom (vor nunmehr zwei Wochen) diagnostiziert wurde (siehe Kleine Schrecksekunde), bin ich mir nicht sicher, ob mein Muskeldefizit oder eben der Bluterguss dafür verantwortlich sind. Meine Physiotherapeuten meinen, dass meine Muskulatur sehr verhärtet und verspannt sei. Nach einer 40-minütigen physiotherapeutischen Muskellockerung hatte ich das erste Mal einen etwas verminderten Schmerz an der besagten Oberschenkel-Stelle. Ich solle deshalb weniger trainieren und meiner Muskulatur mehr Ruhe gönnen. Genau in dieser Ruhezeit schreibe ich jetzt den Blog-Artikel. Zusätzlich habe ich mit den Ärzten eine erneute Ultraschall-Kontrolle vereinbart um festzustellen, ob das Hämatom noch vorhanden, bzw. sichtbar ist. Auch habe ich im Arztgespräch angesprochen, ob ich vielleicht doch nochmals einige Tage Schmerzmittel nehmen sollte, um den Schmerz aus dem Schmerzgedächtnis zu verbannen. Diese Idee quittierte mein Doc leicht augenzwinkernd: „Wenn Sie aktuell keinerlei Schmerzmittel nehmen, ist das ja Meckern auf hohem Niveau!“. Möglicherweise hatte er damit ja sogar recht und ich sollte mich tatsächlich mal 3-4 Tage auf die Einnahme von Schmerzmitteln einlassen, um danach gemeinsam mit den Ärzten zu entscheiden, wie es am besten weitergehen soll.
Vielleicht sollte ich in den nächsten Tagen wirklich kein Krafttraining mehr für die Beine machen, sondern nur Training für den Oberkörper, Dehnübungen und leichtes Ergometer-Training bei sehr niedriger Wattzahl, neben den bereits feststehenden Terminen für Wärmetherapie, Fußdynamik und der Gangschule – auch wenn es verdammt schwer fällt.

Vielleicht ist ‚weniger doch mehr‘?

Die Wahrheit über Arthrose – Bewegung, Ernährung und alternative Heilmethoden

Fr, 30. März 2018 1 Kommentar

Die letzten Tage gab es gehäuft Berichte, Artikel und TV-Sendungen zum Thema Arthrose, Gelenkersatz, sowie zu Sport und Bewegung mit künstlichen Gelenken oder Arthrose. Ich nehme dies zum Anlass, mal einige Aspekte, die vermutlich alle irgendwie teilweise bekannt sind, zusammenzufassen.

Die Wahrheit über Arthrose
Die TV-Sendung, die noch bis März 2019 in der Mediathek zu sehen ist, hat sich bemüht, viele Facetten der Arthrose und deren Behandlung zu beleuchten, sowie dem Grund auf die Spur zu gehen, warum einige bereits früh von Arthrose geplagt sind und andere erst im hohen Alter oder sogar komplett davon verschont bleiben. Um mögliche Gründe dafür zu finden, wurden in aufwendigen Bewegungsstudien mit implantierter Technik Messungen durchgeführt, welche Belastungen bei normalen Bewegungen auf den Gelenken wirken. Dabei war für mich etwas verblüffend, dass z.B.: beim Gehen bei einigen Probanden das zweifache Körpergewicht auf den Gelenken lastet und bei anderen das dreifache. Als Gründe wurden muskuläre Dysbalancen und angewöhnte Fehlhaltungen genannt. Diese können z.B. durch eine Ganganalyse und Gangschule, sowie mit gezieltem Muskeltraining eliminiert werden.
Wenn die Arthrose bereits nachgewiesen werden kann und Schmerzen verursachen, gibt es wiederum einen ganzen Strauß von Maßnahmen, mit denen die Arthrose zwar nicht geheilt werden kann, aber die daraus resultierenden Einschränkungen und Beschwerden durchaus massiv gelindert werden können. In dem Beitrag wurde von der Ernährung über alternative Heilmethoden (Blutegel, Ayurveda) bis hin zur Hyaluron-Spritze und Kernspinresonanz-Therapie (MBST) auf einiges eingegangen. Und ja, auch mein ‚Lieblingsheiler‘ Liebscher & Bracht wurde erwähnt, bei dem mich ja weniger seine Behandlungsmethoden stören – sind diese doch auch nur ein Mix aus bewährten und bekannten Heilmethoden – sondern seine aggressive mit Unwahrheiten und falsche Erwartungen weckende Werbung für sich und seine Methoden, die zudem noch die gesamte Schulmedizin verunglimpfen.
Alle in dem TV-Beitrag erwähnten Optionen haben nur das eine Ziel, nämlich eine OP als ultima ratio so lange zu vermeiden wie irgend möglich.
Jeder muss hier für sich selbst den goldenen Weg finden. Etwas erschwert wird dies allerdings leider dadurch, dass praktisch alle genannten Optionen nicht von der Kasse bezahlt werden und damit nicht für jeden erschwinglich sind. Hier ist ein Umdenken der Krankenkassen und in unserem Gesundheitssystem dringend notwendig. Aber auch jeder einzelne sollte sich fragen, ob er den einen oder anderen Euro nicht lieber sinnvoll in seine Gesundheit investiert, statt in sonstige Statussymbole.

Bewegung mit oder ohne künstlichem Gelenk
Zum Thema Bewegung gab es einen interessanten Artikel im Bezug auf Yoga mit Gelenkersatz in der Ärztezeitung, zu dem auf der ‚Mut-zur-neuen-Hüfte‘-Seite bereits verwiesen wurde.
Wie man ganz praktisch, egal ob mit oder ohne künstlichem Gelenk viel für die Stabilität, den Muskelaufbau und das körperliche Wohlbefinden tun kann, ist in nachfolgendem 30 Minuten Video zu sehen. Fast alle Teilnehmer dieses Trainings anläßlich des TEPFIT-Gesundheitsworkshops im Februar 2018 in Hagen haben ein oder zwei künstliche Hüftgelenke. Nadine Abel gibt hier aufschlußreiche Einblicke in das Training mit dem Bellicon Trampolin.

Am besten direkt den TEPFIT-YouTube-Kanal abonnieren. Damit werden zukünftige Videos, die in loser Folge bereitgestellt werden, nicht verpasst!

 

 

2. TEPFIT-Sport-und Fitness Wochenende in Hagen – ein voller Erfolg

Veranstalter, Trainer und Teilnehmer

Bewegende Momente mit künstlichen Hüften
25 fröhliche Hüft-TEPler trafen sich Ende Februar 2018 in Hagen und erlebten im wahrsten Sinne des Wortes bewegende Momente voller Schwung: schwingend auf dem Bellicon-Trampolin, swingend mit den grünen Gute Laune-Smovey-Ringen und schwungvoll gehend mit Faszien-Unterstützung.
Der von den Buchautoren Heidi Rauch und Peter Herrchen in Zusammenarbeit mit Doris Brauckmann und Ulrike Steyer organisierte 2. TEPFIT-Gesundheitsworkshop im top-ausgestatteten Arcadeon-Tagungshotel war ein voller Erfolg … mehr

2. TEPFIT-Gesundheitsworkshop 23.-25.2.2018

ANMELDUNG AB SOFORT MÖGLICH

Nach der sehr erfolgreichen ersten TEPFIT-Veranstaltung November 2016 in Erding bei München, sind die finalen Planungen für den zweiten TEPFIT-Gesundheitsworkshop abgeschlossen. Die Veranstaltung findet in Hagen statt. Es wird einen Fachvortrag des anerkannten Professors für Orthopädie und Unfallchirurgie (Knie- und Hüft-Endoprothetik), Prof. Dr. Bernd-Dietrich Katthagen, geben – und damit alle möglichst schwungvoll mit ihren künstlichen Gelenken wieder durchstarten können – sind natürlich auch ‚Action‘-Programmpunkte unter fachlicher Anleitung enthalten wie z.B. Smovey-Training und das Bellicon-Minitrampolin.
Als Veranstaltungsort ist das Tagungshotel Arcadeon bereits fest gebucht. Für ein attraktives Rahmenprogramm ist ebenfalls gesorgt.

Der TEPFIT-Gesundheitsworkschop ist selbstverständlich eine ‚Non Profit-Veranstaltung‘! Mit möglichen Überschüssen wird die Deutsche Kinderrheuma-Stiftung unterstützt. Schirmherrin ist Rosi Mittermaier, ehemalige Skirennläuferin mit insgesamt fünf Olympia-Gold-Medaillen. Zahlreiche Sportveranstaltungen wie Marathonläufe oder Golfturniere finden alljährlich zum Spendensammeln für die Stiftung statt.

Das komplette Programm mit allen Details, Preisen und Zimmeroptionen steht ab sofort zur Verfügung!

Hier geht es zur verbindlichen Anmeldung (inkl. Programm und allen weiteren Infos und Links).

Man sieht sich spätestens im Februar 2018!

7 Sekunden, 1 Kilogramm – und was das alles mit TEPFIT zu tun hat

Sa, 17. Oktober 2015 1 Kommentar

Schlaue Lauf- und Fitnesszeitungen veröffentlichen häufiger Untersuchungen zur Laufgeschwindigkeit verbunden mit dem Körpergewicht. Dabei gilt die Regel, dass pro Kilogramm weniger Körpergewicht, die Laufzeit pro Kilometer um ca. sieben Sekunden schneller wird. Leider gilt dies aber auch umgekehrt. Konnte ich 2009/2010 auf flacher Strecke noch einen 6er-Schnitt pro Kilometer laufen (im Wettkampf), so liegt mein derzeitiger Trainings-Schnitt bei ca. 7:30/km. Nach oben genannten wissenschaftlichen Untersuchungen müsste ich somit 13 Kg zugenommen haben. Dies ist zum Glück nicht der Fall, aber 35 Sekunden, die darauf zurückzuführen sind, muss ich wohl zugeben. Der Rest resultiert einfach aus insgesamt weniger Training und Sport und einem damit gesunkenen Fitness-Level.
Damit komme ich dann fast automatisch zu unserer sehr erfolgreichen Facebook-Gruppe „TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)„. Nachdem ich scheinbar neben Familie, meinem Job, mit dem Schreiben von zwei Büchern, den daraus resultierenden Aktivitäten, wie Vermarktung, Web-Seiten-Pflege, Buchhaltung, Mail-Beantwortungen von Leseranfragen und diesem Blog nicht ausgelastet war oder bin, kam mir im März dieses Jahres die Idee, zusammen mit Ulrike Steyer die Facebook Gruppe „TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)“ ins Leben zu rufen.
Doch damit nicht genug, wollten Ulrike und ich auch dafür sorgen, dass diese Gruppe hinsichtlich ihre Beiträge ein möglichst hohes Niveau hat und hält, was in Facebook nicht ganz einfach ist.

Entschleunigen

Entschleunigungsvorbild

Damit dies gelingt wurden aktiv medizinische Fachleute angesprochen, mit dem Resultat, dass wir in der Gruppe inzwischen Ärzte, Physiotherapeuten, Ernährungswissenschaftler, Sportlehrer und medizinische Redakteure haben. Gleichzeitig müssen wir Gruppen-Administratoren aber auch nahe am ‚Posting‘-Geschehen bleiben, um Beiträge, die nicht zu unseren offen kommunizierten Vorstellungen passen, frühzeitig zu sichten. Da rächt sich etwas meine gelegentlich unpraktische und zeitraubende Eigenschaft: Entweder richtig oder überhaupt nicht. Nach nunmehr 7 Monaten sehr lebendiger und erfolgreicher TEPFIT-Gruppe, mit täglich 1,7 neuen Mitgliedern, muss ich aber erkennen, dass mich die Moderation und aktive Begleitung der inzwischen über 360 Mitglieder, neben den nach wie vor notwendigen o.g. anderen ‚Nebenbei-Aktivitäten‘, jede Menge zusätzliche Tages-, Nacht- und Lebenszeit kostet. Zeit, die mir dann für sportliche Aktivitäten fehlt und an meinem Fitness-Level nagt. Ich werde also den Spagat versuchen müssen, den Facebook-Aufwand besser zu kanalisieren und insgesamt etwas zu reduzieren, ohne dabei meinem eigenen Qualitätsanspruch und dem von Ulrike Steyer nicht mehr zu genügen. Wie das genau gehen soll, weiss ich noch nicht. Vielleicht fällt mir bei dem in Kürze anstehenden Entschleunigen in Südafrika dazu etwas passendes ein.

In diesem Sinne, bleiben Sie mir als Blog-Leser, Buch-Leser und TEPFIT-Gruppenmitglied gewogen und sehen Sie mir nach, wenn ich mal nicht innerhalb von bisher gewohnt kurzer Zeit antworte und reagiere.