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Posts Tagged ‘Halbmarathon’

Auf die Bremse, um dann wieder Gas zu geben

Pacemaker beim Slowjogging

Als Sportler seit Kindesbeinen kannte ich eigentlich immer nur eine Maxime: Vollgas geben, um sportlich weiter zu kommen und dabei stets alle sportlichen und körperlichen Reserven zu mobilisieren. Wer braucht als 20- oder 30-jähriger schon Regeneration? Ich hatte zudem das große Glück, mal von meinen allseits bekannten angeborenen Hüftproblemen abgesehen, von Verletzungen komplett verschont geblieben zu sein. So hatte mich zwar die erste Hüft-OP im Alter von 39 etwas ausgebremst, aber nicht lange. Nach der zweiten mit 51 kam es noch besser. Hüftseitig komplett wieder hergestellt mit zwei gleichlangen Beinen und perfekt arbeitenden künstlichen Gelenken ausgestattet, fühlte ich mich wieder wie in der alten Zeit und konnte dann nochmals sportlich richtig durchstarten für knapp 8 Jahre. Triathlon, Halbmarathon, 25-35 Laufkilometer die Woche, MTB, Ski-Langlauf im Winter und Tischtennis sowieso. Klar war, dass würde nicht ewig so weiter gehen. Zum einen wegen des fortschreitenden Alters zum anderen wegen nicht unendlich haltbarer künstlicher Gelenke. So kam es dann im April 2018 zu der erwarteten Zäsur: Komplett-Austausch des 21 Jahre alten künstlichen Gelenkes auf der linken Seite. Details hierzu gibt es sehr ausführlich unter der Rubrik Revision.
Mal von den ersten postoperativen Tagen abgesehen, in denen wenig bis sehr wenig ging, reifte zügig mein Plan, direkt mit der erlaubten Vollbelastung in der Reha natürlich wieder Vollgas zu geben. Aber hier hatte ich die Rechnung dann doch ohne den Wirt, bzw. in meinem Fall ohne Physiotherapeuten und ohne meinen Körper gemacht. Ich lernte sehr schnell: Viel hilft jetzt in dieser Situation nicht viel. So startet ich ab Juni 2018 meinen Bremsvorgang, hörte auf die Fachleute und arbeitete mich ganz langsam Schritt für Schritt nach vorne; konnte nach einem Jahr erstmals ohne Walking-Stock-Unterstützung eine kleine Strecke Laufen im Sinne von ganz langsam Joggen. Neben sehr vorsichtigem kleinen und langsamen Laufeinheiten, maximal zwei- bis dreimal pro Woche und maximal 3 – 4 Kilometer, habe ich stetig Muskelaufbau- und Stabi-Übungen eingebaut.

Midsummerrun 2020 in Wiesbaden

Selbst Hobby-Läufer werden nur müde lächeln, wenn ich meine 9-10 Minuten pro Laufkilometer hier postuliere. Aber wie heißt es so schön: „Steter Tropfen höhlt den Stein“.
Wichtig war mir vor allen Dingen währen der sehr langen Aufbauphase eines: Auf keinen Fall etwas riskieren und keine meiner Aktivitäten sollte während oder danach irgendwelche Schmerzen oder auch nur ein kleines Zwicken erzeugen.
Ich hatte mir dann schon fast leicht übermütig vorgenommen, am zweiten Jahrestag meiner Revision, quasi als Belohnung für meine ungewohnte Zurückhaltung, einen kleinen Sprinttriathlon zu absolvieren ohne dabei das Lauftempo besonders steigern zu wollen. Hier machte dann Corona einen Strich durch die Rechnung. Da traf es sich gut, dass mit einem speziellen Konzept der Midsummerrun im Juni in Wiesbaden für einen guten Zweck stattfinden konnte.
Und siehe da, ich konnte dort, trotz der sehr moderaten und stets langsamen Trainingsläufe unerwartet, zumindest für meine Verhältnisse, Gas geben. Mein kleines Ziel, 5 Kilometer unter 45 Minuten zu laufen, konnte ich mit 39,20 Minuten sehr locker unterbieten. Das bedeutete eine Kilometerzeit von 8:11, auf dem letzten Kilometer sogar 7:15 Minuten pro Kilometer und ich hatte noch etwas Luft oben und war keineswegs ausgepowert im Zieleinlauf.
Mein Fazit: Bei mir hat sich meine Langsamkeit, mein Bremspedal, für mehr als zwei Jahre sehr positiv ausgewirkt. Viel hilft unter bestimmten Voraussetzungen eben nicht viel, wie mein Physio Marius Topf, dabei stets unterstützt von den Fachärzten, während meiner Reha immer wieder gebetsmühlenartig gepredigt hat. Heute bin ich ihm sehr dankbar dafür.

Entschleunigen um zu beschleunigen – was wir aus der Corona-Krise lernen könn(t)en

Mo, 13. April 2020 1 Kommentar

Die Welt steht still. Privat und gesellschaftlich. Die Wirtschaft legt eine heftige Rezessions-Pause ein und die Umwelt atmet dafür richtig auf – wer hat z.B. im Rhein-Main-Gebiet in den letzten Jahrzehnten je so einen klaren blauen Himmel gesehen?
Die Corona-Krise führt uns weltweit vor Augen, wie verletzlich wir und unser globales Wirtschaftssystem sind. Ein unsichtbares Etwas verändert unser Leben radikal von jetzt auf gleich. Ob alle aktuellen Maßnahmen richtig oder falsch sind, ist zumindest hier in meinem Blog nicht Thema und wird sich vermutlich auch erst in einigen Monaten oder gar Jahren in der Nachbetrachtung herausstellen.
Aber was zeigt uns die aktuelle Situation?
Sollten wir nicht alle hier in Deutschland jetzt wirklich zu schätzen wissen, was Freiheit bedeutet? Zu fahren und zu reisen wohin man will! Zu treffen und zu besuchen wen man will! Sich zu bewegen und zu feiern mit wem, wann und wo man will! Kaum einer von uns kennt es anders.
Jahrzehnte gab es nur eine Richtung: Schneller, höher, weiter, mehr Geld, mehr Wohlstand, mehr Egoismen.
Und was sehen wir nun? Berufe, die viel zu schlecht bezahlt und immer belächelt wurden, sind plötzlich systemrelevant. Andere, hoch angesehene und hoch dotierte Berufsgruppen, wie beispielsweise Piloten, sind aktuell völlig überflüssig.

Walking am Ostersonntag im Taunus

Und was hat das jetzt alles mit Endoprothese und Sport zu tun?
Ich bin nun seit fast 10 Jahren in Sachen Endoprothetik und Sport aktiv und stelle dabei zunehmend fest: Es geht nach einer Hüft- oder Knie-OP oft auch nur um schneller, höher und weiter. Statt Dankbarkeit und Demut an den Tag zu legen, dass die Ärzte etwas Wunderbares mit dem neuen künstlichen Gelenk geschaffen haben, wollen einige damit glänzen, dass sie nach wenigen Tagen bereits ohne Gehhilfen das Krankenhaus zehnmal umrundet haben. Ich nehme mich da selbst nicht ganz aus, habe ich doch nach meiner zweiten Hüft-TEP 2008 ähnlich Gas gegeben, was zum Glück funktioniert hat, aber mit dem Wissen von heute vielleicht eher fahrlässig war.
Ich selbst habe auch erst nach meiner Komplett-Revision 2018 gelernt etwas zu entschleunigen. Alles was vorher problemlos möglich war, war plötzlich extrem mühsam und oft schmerzhaft. Nur sehr langsam haben sich meine persönlichen Einschränkungen nach und nach sprichwörtlich „gelockert“ und wurden von mir auf einmal ganz anders wahrgenommen. Ein schmerzfreier Spaziergang wurde zum Tages-Highlight. Darüber hätte ich einige Jahre zuvor nach einem Halbmarathon-Finish nur gelächelt. Meinen ersten „runden“ Lauf (Joggen) ohne Walking-Stöcke nach ca. einem Jahr werde ich auch so schnell nicht vergessen.
Und nun in Corona-Zeiten weiß ich die aktuell wenige Freiheit zu schätzen und genieße es, in der Natur alleine oder mit meiner Liebsten zu Laufen, zu Walken und mit dem MTB unterwegs zu sein. Ganz ohne Wettkampfanspruch, einfach nur so, auch wenn ich mich für den inzwischen abgesagten Neroman angemeldet hatte – manchmal juckt es mich halt doch noch in den Fingern, respektive Füßen.
Bewegung ist Leben und eine gesunde Umgebung in frischer Luft gehört dazu.
Es benötigt wohl ab und an eine Erdung, um nicht übermütig zu werden und das zu genießen, was man hat. Das gilt in allen Lebensbereichen wie Familie, Beruf, Gesundheit, Sport, Bewegung, Verein, Freunde und Bekannte.
Manchmal müssen wir einfach entschleunigen, um danach wieder moderat und vor allen Dingen wertschätzend zu beschleunigen – aber vielleicht und hoffentlich um Einiges langsamer, reflektierter und dankbarer als vorher.

150.000 Zugriffe, 150 TEPFITte, viel Klärungsbedarf, Halbmarathon-Finisher und endogroup

150.000 Seitenzugriffe

Zunächst freue ich mich, dass dieser Blog seit einigen Tagen 150.000 Seiten-Zugriffe überschritten hat. Dies zeigt, dass die Informationen die hier zusammengetragen werden und wurden innerhalb der Gruppe der Betroffenen eine hohe Relevanz haben. Um eine noch größere Anzahl von Arthrosegeplagten zu erreichen, wurde vor gut sieben Wochen zusätzlich die Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie) ins Leben gerufen. Auch wenn hier im Blog Kommentare hinterlassen kann, was auch rege genutzt wird, so ist eine Interkommunikation im Social Media einfach besser abzubilden.

Knapp 150 Mitglieder

Was lag da also näher, als Facebook mit seinen 1,5 Milliarden Nutzern weltweit und 30 Millionen in Deutschland dafür zu nutzen.
Durchaus überrascht hat uns, dass unsere Gruppe in der kurzen Zeit fast 150 Mitglieder zählt. Dies entspricht ca. 20 Neuanmeldungen pro Woche. Ebenfalls überrascht sind wir von dem großen Anteil an sehr jungen Mitgliedern, die bereits künstliche Gelenke haben oder kurz davor stehen.

Viel Klärungsbedarf

Regelrecht entsetzt sind wir darüber, wie groß immer noch die Informationsdefizite und Verunsicherungen bei dem Thema künstliche Gelenke sind. Trotz einer Fülle von Informationen, die über unterschiedliche Quellen verfügbar sind, stehen sehr viele unbeantwortete Fragen im Raum. Eine große Verunsicherung entsteht dadurch, dass unsere Gruppenmitglieder bei Ihren Ärzten, im Krankenhaus oder bei Reha-Aufenthalten sehr vielstimmige Handlungsempfehlungen erhalten. Diese reichen von ‚Nie wieder auf der operierten Seite schlafen‘ über ‚Bis zu 12 Monaten nach der OP kein Fahrrad fahren‘ bis hin zu ‚Nach 3-4 Monaten können Sie ruhig mit dem Joggen anfangen‘. Da bleibt es schwierig für den Einzelnen, sich zu orientieren. Genau hier setzt unsere Gruppe an. Alle diese Fragen und Unsicherheiten können gepostet werden und werden meist in wenigen Minuten von den anderen Mitgliedern beantwortet. Da auch einige Orthopäden und Physiotherapeuten mit von der Partie sind, sind die Antworten sehr oft entsprechend fachlich untermauert.

Dirk Reidenbach

Dirk Reidenbach (li) mit Peter Herrchen

Gutenberg-Halbmarathon 9 Monate nach Hüft-TEP

Gratulieren möchten wir an dieser Stelle dem TEPFIT-Mitglied Dirk Reidenbach, der exakt 9 Monate nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes am 10. Mai 2015 in Mainz den Halbmarathon in einer hervorragenden Zeit von 2:11:06 gefinished hat. Fünf Monate zuvor hatte er erst wieder mit dem Laufen begonnen (vier Monate nach der OP).

Dirk ist ein Beispiel dafür, was alles mit einem künstlichen Gelenk möglich ist und das, obwohl die Voraussetzungen alles andere als günstig waren: Hatte er doch auf Grund eines sechs Monate zuvor erlittenen Unfalls und eines damit verbundenem unentdeckten Risses im Hüftkopf ein künstliches Gelenk erhalten müssen. Gut, dass er einen Operateur hatte, der sportliche Aktivitäten trotzdem für gut befand.

Peter Herrchen, Betreiber dieses Blogs und der TEPFIT-Gruppe, ließ es sich nicht nehmen, Dirk persönlich anzufeuern und zu gratulieren.

endgroup

Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen und auch Mitglied der TEPFIT-Gruppe, hat zusammen mit vier anderen Endoprothetik-Zentren in Deutschland die endogroup ins Leben gerufen.
‚Fünf auf dem Gebiet der Endoprothetik führenden Kliniken bilden endogroup. Durch die Kooperation soll ein Zugewinn in der Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung, der Mitarbeiterzufriedenheit und der Organisation unserer Abteilungen erreicht werden‘, erläutern die Betreiber auf ihrer Seite.
Umfassend und anschaulich wird über die Hüft- und Knie-Endoprothetik informiert, sowohl was die OP selbst als auch die möglichen Implantat-Varianten (Gleitpaarungen) betrifft. In der Rubrik ‚Knowledge-Center‘ werde alle Begriffe rund um die OP alphabetisch erläutert und die häufigsten Fragestellungen beantwortet.
Selbstverständlich gelangt man über endogroup-Seite auch zu den jeweiligen Klinik-Webseiten und deren Chefärzte!

Studie: Zu viel Joggen ist lebensgefährlich

Do, 5. Februar 2015 1 Kommentar

Studie: Zu viel Joggen ist lebensgefährlich – Artikel aus dem Ärzteblatt vom 5.2.2015

Sport in Maßen ist gesund, wer es allerdings mit der körperlichen Fitness übertreibt, lebt gefährlich. So lautet das Fazit einer Analyse der Copenhagen City Heart Study. Peter Schnohr vom  … mehr

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Jubiläum am Tegernsee: Das fünfte Mal zum Achtzigsten

Mi, 15. Oktober 2014 3 Kommentare
Tegernseelauf 2014

Tegernseelauf 2014

Was hat es damit auf sich? Wer auf der Seite „Über mich“ aufgepasst hat weis, dass ich heuer immerhin schon 57 Jahre alt geworden bin. Wer dann noch meine beiden OP-Termine kennt, kann die „Laufzeit“ meiner beiden Hüften korrekt mit 17 und 6 Jahren identifizieren. Somit haben meine beiden Metall-Polyethylen-Titan-Freunde zusammen mit mir dieses Jahr den Achtzigsten gefeiert. Bleibt noch die Zahl 5. Nach meiner zweiten OP im April 2008 war ich, wie den meisten meiner Leser bekannt ist, körperlich und sportlich so fit und komplett wieder hergestellt, dass ich mich entschloss, nach dem Vorbild meiner lieben Frau, eine Sportart zu betreiben, die ich im Alter von ca. 20 Jahren einstellen musste: Nämlich das Laufen/Joggen. So kam es, dass ich im September 2009 zum ersten Mal am Tegernseelauf in unserer Zweitheimat teilgenommen habe, seinerzeit nur die 10 km. Neben zahlreichen Lauf- und Triathlonwettkämpfen ließ ich in der Folge bis auf ein Jahr, nämlich 2011, keinen Tegernseelauf aus. 2010, 2012 und 2013 reichte es jeweils zu einem Halbmarathon. Und nun 2014, schließt sich der Kreis. Dieses Mal wartete in Anbetracht der etwas in die Jahre gekommenen linken künstlichen Hüfte wieder die 10 km Strecke, sowie im Ziel Freunde und Familie auf mich, um meine bisher langsamste 10 km-Zeit entsprechend zu würdigen.
Traurig war und bin ich darüber keine Sekunde. Wie sehr konnte und kann ich mich daran erfreuen, dass ich seit meinen Aufzeichnungen 2009 absolut problemlos und schmerzfrei knapp 5000 Laufkilometer zurücklegen konnte, neben den anderen sportlichen Aktivitäten wie Tischtennis, Schwimmen, Mountainbike, Tennis, Bergwandern und Skilanglauf.
So werde ich mich auch ganz unaufgeregt und in Ruhe langsam mit dem Gedanken vertraut machen, dass möglicherweise 2016 ein TEP-Wechsel notwendig wird. Bis dahin werde ich, mit ärztlichem Rat abgesichert, die sportlichen Aktivitäten keineswegs einschränken. Schließlich wollen Muskeln, Sehnen und Bänder gut trainiert in eine OP gehen.

FiveArtHips – 2014

Nun ist es plötzlich schon da, das Jahr des 70.3 Half-Ironman in Wiesbaden. In 8 Monaten fällt der Startschuss. Wir drei (Claudia Weber, Heinz Meixner und ich) sind schon mal alle gemeldet. Mein Trainingszustand lässt zum jetzigen Zeitpunkt noch zu wünschen übrig, war aber auch nicht

Silvesterlauf Schliersee 2013

Silvesterlauf Schliersee 2013

anders geplant. Nach meinem Weihnachtsurlaub, in dem ich immerhin über 60 Kilometer moderat gejoggt bin und sogar spontan mit Freunden bei einem Silvesterlauf rund um dem Schliersee (7,6 km) teilgenommen habe, geht es im Januar in die Trainingsfeinplanung mit zugehöriger Ernährungsanpassung und zusätzlichem Krafttraining. Mit intensivem Radtraining werde ich dann erst bei wärmeren Temperaturen im Frühjahr beginnen. Bis jetzt also noch alles im Soll. Und was machen meine beiden „Mitathleten“?
Claudia hat einen neuen Schwimmtrainer, der ihren Kraulstil verfeinern soll. Beim Laufen macht ihr ohnehin keiner etwas vor – hat sie doch Anfang Dezember im Jamaica beim Reggae Marathon noch eben schnell einen Halbmarathon bestritten – und Radfahren ist auch kein Problem. Heinz war auch im Weihnachtsurlaub und wird wie ich, erst im Januar/Februar 2014 richtig in den Trainingsplan einsteigen. Ist er doch ein alter Hase, der schon zwei 70.3 erfolgreich gefinished hat.
Der Weg bis August ist zwar noch lang aber bisher ist alles im Plan! Der nächste Statusbericht folgt in ein paar Wochen!

Mail-, Blog-, Freizeit-, Buch- und Halbmarathon – Jahresrückblick 2013

Mo, 23. Dezember 2013 1 Kommentar

Mail-, Blog-, Freizeit-, Buch- und Halbmarathon – mein Jahresrückblick 2013

In Kurzfassung lautet mein privater Jahresrückblick
12010, 2038, 811, 107, 85, 62, 31, 8, 1, 1, 1

Was wollen uns diese Zahlen sagen?

Zugegeben, richtig erschrocken bin ich bei den ersten beiden Zahlen, zumal hier alle geschäftlichen Mails, die tagsüber im Job anfallen, nicht mitgezählt sind. Macht also knapp 40 private Mails täglich. Der Anteil der 5 selbst geschriebenen Mails klingt zwar wenig, ist aber dafür zeitintensiver. Zeit, die ich allerdings was den Mail-Kontakt zu meinen Blog- und Buchlesern betrifft, gerne investiert habe.
Erschrocken bin ich auch über meine nur 811 Laufkilometer, ganz zu schweigen von den wenigen Rad- und Schwimmkilometern. Für 2014 werde ich wohl einige überflüssige eMail-Newsletter abbestellen oder ein Buch weniger schreiben.
Ich frage mich wirklich: ‚Was hat man mit dem horrenden Zeitgewinn vor 20 Jahren angefangen (ohne Fax, PC, Handy, Facebook, eMail)?‘. Ich weiss es nicht (mehr)!
Eines scheint allerdings festzustehen: ‚Das heutige digitale Verhalten geht eindeutig zu Lasten des klassischen Fernsehens!‘. Wenn ich mal auf 3-5 Stunden TV pro Woche komme, ist das schon viel.
Aber wann wird die tägliche Flut von eMails, Facebook-Posts, Tweets und Likes eigentlich bewältigt? Kürzlich habe ich in einem Post, natürlich auf Facebook, gelesen, dass Smartphones endlich das Schaffen, was Frauen schon immer wollten: Männer, die auf der Toilette sitzen. Da könnte etwas Wahres dran sein.
Ein wenig ist aus meiner Wahrnehmung schon ein zarter Umkehrtrend festzustellen. Neben einigen Stimmen von Digitalforschern, Arbeitsexperten, Social Media Experten und Internetwissenschaftlern, die eine ‚Rund um die Uhr‘ Erreichbarkeit vehement ablehnen, waren auch bei mir persönlich zum ersten mal seit langer Zeit dieses Jahr geschäftliche eMails im Urlaub tabu!
Zukünftig wird es noch mehr darauf ankommen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, zu filtern, zu automatisieren! Es wird digitale Auszeiten geben müssen – und zwar komplett. Es nervt einfach, wenn überall Handys klingeln und an jedem Ort, sei er auch noch so privat und romantisch, Menschen in ihre Smartphones starren oder lautstark ihre privaten Probleme ins Mobil-Phone absondern. Leider passiert mir zumindest Ersteres auch noch ab und zu.
Am besten 2014 einen Anfang machen, dann werden es auch wieder mehr Lauf-, Schwimm- und Radkilometer, gibt es mehr Zeit für gute Gespräche und es wird weniger digitaler Schrott produziert. Aus diesem Grunde bin ich mit einer Zahl, nämlich nur 31 Blogbeiträgen, sehr zufrieden. Geht es hier doch nicht um das bloße Erzeugen von Content, sondern um Beiträge, die eine gewisse Sinnhaftigkeit haben, einen Mehrwert bieten und themenbezogen sind. Dieser Rückblick gehört vielleicht nicht in diese Kategorie, aber einen schlechten Beitrag pro Jahr kann mein Blog verkraften.
Mögen also im Sinne dieses Beitrags 2014 alle meine Leser noch gezielter die Informationen suchen und filtern, die Sie benötigen und diejenigen aussortieren, die überflüssig sind. Wäre natürlich schön wenn mein Blog weiterhin zu Ersteren gehören würde.
Allen ein schönes und friedliches Weihnachtsfest, einen guten Start ins neue Jahr und weniger digitale Zeitverschwendung!

Euer Endo-Blogger!

Sport mit künstlicher Hüfte – geht das?

In einem ausführlichen Interview im MedJournal des Wiesbadener Kuriers und Wiesbadener Tagblatts steht Peter Herrchen der Wissenschaftsjournalistin Teresa Koschwitz Rede und Antwort zum Thema Sport mit künstlichen Hüftgelenken. Das komplette Interview können Sie hier mit freundlicher Genehmigung des Medjournals, Wiesbadener Kurier und Wiesbadener Tagblatt, als PDF-Datein lesen.

Joggen mit neuer Hüfte schadet nicht

Mo, 4. November 2013 4 Kommentare

Joggen mit neuer Hüfte schadet nicht – kein vorzeitiger Verschleiß – Ärzte Zeitung online, 04.11.2013, Christine Starostzik

Kann man einem Jogger empfehlen, nach der Implantation einer Totalhüftendoprothese seinen Sport weiter zu betreiben? Einer japanischen Studie zufolge ist dies ohne Schaden für das neue Gelenk möglich – zumindest im gewählten Beobachtungszeitraum …mehr

 

2/5 FiveArtHips – Heinz Meixner

Heinz Meixner

Heinz Meixner

Wie angekündigt hat Heinz Meixner gestern beim 7. Bayerischen Bäderlauf von Bad Aibling nach Bad Feilnbach seine 70.3 Tauglichkeit angetestet. Mit einer Zeit von 2:37:59 war er bei dem recht bergigen Lauf sehr zufrieden. Jetzt heißt es an diese Leistungen anknüpfen und bis August 2014 langsam aber stetig zu verbessern.  Schließlich gilt es für Peter und Heinz zu versuchen, leicht an Claudia’s vorgelegter ‚OneHip-Halbmarathon-Zeit‘ von gut 2 Stunden zu kratzen!

FiveArtHips – erster kleiner Test

Claudia Weber - © Thomas Wenning

Claudia Weber – © Thomas Wenning

Am 15.9.2013 haben Claudia und Peter beim Tegernseer Halbmarathon immerhin schon mal die letzte Disziplin des für nächstes Jahr geplanten 70.3 absolviert. Heinz wird am kommenden Wochenende beim 7. Bayerischen Bäderlauf von Bad Aibling nach Bad Feilnbach gleichziehen. Claudia lief dabei in der hervorragenden Zeit von 2:02:22. Peter ließ es mit seinen beiden Freunden wesentlich langsamer angehen und kam nach 2:34:46 ins Ziel. Da sollte für nächstes Jahr noch Luft nach oben sein.

Peter and friends - © Thomas Wenning

Peter and friends – © Thomas Wenning

Auch wenn dies noch keine gezielten Trainingsvorbereitungen für 2014 waren, so wurde aber zumindest in der Triathlon-Disziplin, die mit Abstand die größte Herausforderung für das künstliche Hüftgelenk bedeutet, der Belastungstest bestanden.

Ab jetzt gilt also: Moderates Herbst- und Winter-Training – auch schlechtem Wetter zum Trotz, um dann ab Anfang 2014 mit den gezielten Vorbereitungen für den 10.8.2014 zu beginnen.

FiveArtHips Reloaded – Das Experiment

So, 25. August 2013 2 Kommentare
Claudia Weber

Claudia Weber

Heinz Meixner

Heinz Meixner

Die FiveArtHips kommen zurück, wenn auch in leicht veränderter Besetzung, denn FiveArtHips wird weiblicher! An Stelle von Stefan Saal, früher Ironman und Leistungschwimmer, tritt Claudia Weber, frühere Extremläuferin. Claudia ist seit Anfang 2013 auch ’stolze‘ Besitzerin eines neuen Hüftgelenks. Was haben wir vor? Am 15. September werden Claudia und ich zunächst als ThreeArtHips beim Tegernseelauf auf der Halbmarathon-Distanz starten. Heinz, der Dritte im Bunde, läuft eine Woche später beim 7. Bayerischen Bäderlauf die HM-Distanz von Bad Aibling nach Bad Feilnbach, ganz in der Nähe.
Danach heißt es knapp ein Jahr ins Trainingslager, denn am 10.8.2014 planen die (wir) drei Verrückten beim 70.3 Half-Ironman in Wiesbaden gemeinsam zu starten. Allerdings nicht als Staffel, sondern jeder als Einzelstarter.

Peter Herrchen

Peter Herrchen

Ob dieses Experiment wirklich klappt, ob die Zeit fürs Training neben Job und Familie reicht, ob wir wirklich alle fit bleiben, ob die künstlichen Gelenke das aushalten und die sportärztliche bescheinigte Fitness genügt, um dann jeder 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen beim härtesten halben Tag des Jahres bewältigen zu können – das Trainingspensum von ca. 15 Std. wöchentlich über einen Zeitraum von mindestens 7 Monate nicht zu vergessen?

Wir werden es (hoffentlich) erleben und Sie können es hier verfolgen! In loser Folge werden wir vom Training, den Qualen, den Rückschlägen und hoffentlich vielen Erfolgen berichten.

Endoprothesen, Implantate und EU-Menschenrechte – narkotische Gedanken

Endoprothesen, Implantate und EU-Menschenrechte – narkotische Gedanken

Wie viel Metall darf man eigentlich im Körper haben, bevor EU-Grenzwerte überschritten werden? Ab wieviel Pfund Fremdmaterialien in meinem Körper werden meine Menschenrechte verletzt? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen mich spätestens seit heute, 4 Stunden nachdem mir nun in etwas höheren Körperregionen Implantate Nr. 3 bis 5 gesetzt wurden. Möglich, dass diese wirren Gedanken den Schmerzmitteln und den Nachwirkungen der örtlichen Betäubung mit anschließender fast halbseitiger Gesichtslähmung geschuldet sind. Aber mal ehrlich: Bei der Regelungswut der EU ist es bestimmt nur eine Frage der Zeit, bis es ein ‚Körpermetallgrenzwertfeststellungsgesetz‘ gibt, welches dann Obergrenzen für Fremdmetalle im menschlichen Körper Nanogramm genau vorschreibt; oder gibt es das sogar schon? Verstoßen die Metalle (Titan) in meinem Körper gegen Genfer Konventionen? Kann ich trotz Einwilligung zum Eintreiben von Fremdkörpern in meinen Knochenapparat nachträglich eine Klage bei Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einreichen? Schließlich sehe ich jetzt tagelang so aus, wie ein Boxer, der gerade seinen WM-Kampf verloren hat. Mich wundert, dass hier noch keine geldgierigen und findigen Anwälte aktiv geworden sind, bei über 400.000 Hüft- und Knie-Endoprothesen und über 1 Million Zahnimplantaten jährlich. Würde ich in der USA leben, könnte ich bestimmt noch Millionen an Schmerzensgeld einklagen, weil mir mein Chirurg nicht bis auf die Sekunde genau gesagt hat, wie lange ich Schmerzen haben werde, wie lange die Schwellungen anhalten und vor allen Dingen um wie viel Millimeter sich diese genau ausdehnen.
Da ich aber nicht in der USA, sondern im schönen Wiesbaden und/oder am noch schöneren Tegernsee lebe, warte ich jetzt einfach mal ein paar Tage ab, nehme meine Schmerzmittel und Antibiotika, füge mich meiner Halbmarathon-Vorbereitungs-Zwangspause, freue mich über die äußerst kleidsame Kühlpad-Haltevorrichtung meiner Frau, kann die Schnabeltassen-Mahlzeiten kaum erwarten und nutzte die Zeit zum Unsinn schreiben. Vielleicht der Start zum 3. Buch: ‚Mut zum neuen Zahn!‘

Interview mit Peter Herrchen in MedicalSportsNetwork

Interview mit Peter Herrchen in MedicalSportsNetwork

Peter Herrchen hat dem Magazin MedicalSportsNetwork ein ausführliches Interview gegeben. Dieses ist inzwischen in der aktuellen Ausgabe 1/2013 erschienen! MedicalSportsNetwork ist ein Fachmagazin mit einer Auflage von derzeit 15.500 Exemplaren. Die Empfänger und Zielgruppen des Magazins sind Sportmediziner, Kardiologen, Sportkardiologen (Klinik/Praxis), Sportverbände, Physiotherapeuten, Kliniken und sonstige Fachleute aus dem Bereich Sport und Medizin. Details hierzu können Sie den Mediadaten einnehmen.

Im Interview wird ausführlich auf die Krankengeschichte, die sportlichen Erfolge, Komplikationen nach der 1. OP und der Weg zurück in eine sehr sportliches Leben nach der zweiten neuen Hüfte eingegangen. Das komplette 4-seitige Interview mit Peter Herrchen aus dem Magazin können Sie mit freundlicher Genehmigung von MedicalSportsNetwork hier als PDF-Datei downloaden!

Jahresrückblick 2012, jetzt auch bei Endoprothese und Sport

Jahresrückblick 2012, jetzt auch bei Endoprothese und Sport

Es wimmelt in den letzten Wochen eines Jahres immer nur so von Jahresrückblicken in Magazinen, Tageszeitungen, Radiosendungen und TV-Shows. Warum also nicht auch in meinem Blog?

Ein im wahrsten Sinne des Wortes bewegtes Jahr geht zu Ende. Meine beiden Endoprothesen versehen nach wie vor absolut klaglos und schmerzfrei ihren Dienst und haben es mir auch in diesem Jahr wieder gestattet, damit rund 1000 Kilometer zu Laufen, neben Schwimmen, Radfahren, Skilanglauf, Bergwandern und Tischtennisspielen. Das Jahr 2012 war auch geprägt von sehr interessanten Projekten. So wurde FiveArtHips aus der Taufe gehoben. 3 sportive Spinner mit 5 künstlichen Hüftgelenken absolvieren den Audi Tegernsee Triathlon als Staffel im Juli 2012. Dies war sogar der Juni Ausgabe des Triathlon-Magazins einen Bericht wert. Kaum war dies geschafft, hieß es erneut trainieren – und zwar für den Tegernseelauf im September 2012 für die Halbmarathon-Distanz. Am 23.9.2012 war es dann soweit und meine beiden künstlichen Hüftgelenke haben sich zusammen mit mir auf die 21,0975 km lange Strecke begeben, um diese dann auch mit mir gut 2 Stunden und 20 Minuten später zu finishen, übrigens zum 2.Mal nach 2010. Nur 3 Tage später, am 26.9.2012 hat dann das umfangreichste Projekt 2012 das Licht der Welt erblickt. ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ ist erschienen. Aus einem losen und zufälligen Blog-Kontakt mit der Jornalistin Heidi Rauch (Titanhüfte) – deren Hüften auch mit zwei künstlichen Gelenken neu modelliert wurden – und einem einzigen Telefonat im Frühjahr 2012, ist in 6-monatiger enger Zusammenarbeit ein 247 Seiten dickes ‚Mutmachbuch‘ Buch entstanden. Die Leser dieses Blogs haben hier einen nicht unerheblichen Anteil daran. Denn erst die vielen Mail-Zuschriften die wir beide in unseren Blogs erhalten haben, haben uns selbst Mut gemacht, ein Buch aus Patientensicht für Patienten zu verfassen, welches es so bisher noch nicht gab. Die Resonanz auf das Buch ist ausnahmslos positiv und der Verkauf nach knapp 3 Monaten sehr erfolgreich. Erhältlich ist es in allen traditionellen Buchhandlungen und in allen Online-Buchshops. Seit letzter Woche kommt unser Buch auch als eBook nach und nach in alle einschlägigen Online-Stores (Apple, Amazon, etc.) und wird noch vor Weihnachten überall verfügbar sein. Damit sind unsere für 2012 selbst gesteckten Ziele alle erreicht. Heidi Rauch und ich schauen auf ein ereignisreiches, sportliches und erfolgreiches Jahr zurück, bei dem natürlich unsere unterstützenden und verständnisvollen Ehepartner den notwendigen Rückhalt für die vielen Stunden Sonderarbeit gaben.

Für 2013 nehmen wir uns vor, unsere ‚Mut zur neuen Hüfte!‘-Community weiter zu pflegen und zu vergrößern. Dazu planen wir, wie auch schon im diesem Jahr, gezielte Veranstaltungen mit Ärzten, Physiotherapeuten und Betroffenen, immer verbunden mit einem kleinen sportlichen Event. Hierüber werden wir natürlich in unseren Blogs, auf unserer Web-Site und in Facebook informieren. Alle Abonnenten des Blogs und alle ‚Liker‘ bei Facebook erhalten die entsprechenden Infos automatisch.

Als sportliche Ausdauer-Wettkämpfe plane ich für 2013 den Neroman Ende April in Wiesbaden, den Tegernsee-Triathlon im Sommer und den Tegernseer Halbmarathon im September – soweit mich die Endoprothesen tragen.

In diesem Sinne Allen ein geruhsames und friedliches Weihnachtsfest, einen guten Start ins Jahr 2013 vielleicht verbunden mit dem Vorsatz, sich ab Januar wieder mehr zu bewegen und sportlich aktiv zu sein. Sowohl Ihre echten, wie auch Ihre ggf. künstlichen Gelenke werden es Ihnen danken – und schön, wenn Sie uns auch im neuen Jahr die Treue halten.