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Posts Tagged ‘Hüft-TEP’

Kostenersparnis durch TEP-Recycling – Pilotprojekt INTEREST

Der permanente Kostendruck der Kostenträger im Gesundheitswesen erfordert innovative Ideen. So stellt sich die berechtigte Frage, warum bei ca. 400.000 Operationen jährlich in Deutschland, bei denen ein künstliches Hüft-oder Knie-Gelenk eingesetzt wird, nicht auch recycelte Implantate zum Einsatz kommen könnten. Schließlich sind darunter ca. 50.000 Wechsel-OPs, bei denen die Implantate ohnehin entnommen werden. Die Rohmaterialien (Titan, verschiedene Metall-Legierungen und Polyethylen) könnten bei hohen Temperaturen eingeschmolzen und dann zu neuen Implantaten gefertigt werden.
Da der Schmelzpunkt für Titan bei 1668 Grad Celsius liegt, könnten zusätzlich, falls ein verstorbener TEP-Träger in einer Urne beigesetzt wird, auch diese Implantate noch verwandt werden.
Eine Feuerbestattung findet bei ‚nur‘ 850 Grad Celsius statt. Somit nimmt das Material keinen Schaden, abgesehen vom Polyethylen. Bei einer etwaigen Wiederverwendung von Keramik sind dagegen noch einige technische Hürden zu meistern, da der Schmelzpunkt bei 3422 Grad Celsius liegt.

Bei einem Sportler nach 21 Jahren ausgebauter Schaft mit Keramikkopf

Damit aber in jedem Fall das Titan verwendet werden kann, soll zukünftig in jedem ausgestellten Implantat-Pass automatisch das Einverständnis zur Verwendung nach dem Tod eingetragen werden, es sei denn es wird ausdrücklich widersprochen. Den ursprünglichen Gedanken einiger Experten, entnommene Implantate als sog. ‚refurbished TEPs‘ direkt wieder einzusetzen – zeigt doch zumindest der Titan-Schaft selbst nach 21 Jahren Einsatz bei einem Sportler (s. nebenstehendes Foto) kaum äußerliche Abnutzungserscheinungen – hat man auf Grund von Unsicherheiten im Bezug auf die nicht zu überprüfende Beanspruchung des Materials über die Jahre im Körper der TEP-Träger wieder verworfen.

Intelligente TEP Recycling Strategie

Der anerkannte Gesundheitsökonom Prof. Dr. Franz-Johannes Hanebüchen rechnet vor: „Durch die Wiederverwendung der Materialien können die Implantatkosten im Einkauf um bis zu 70% gesenkt werden.“
In Abstimmung mit allen Kostenträgern und politischen Entscheidungsträgern hat die Vereinigung der deutschen Implantat-Produzenten (VddIP), in der alle namhaften Hersteller vertreten sind, das Pilotprojekt INTEREST am 1.4.2021 gestartet.
INTEREST steht für „Intelligente TEP Recycling Strategie“. Dabei haben sich acht repräsentativ ausgewählte Endoprothetik-Zentren im Rahmen des Piloten verpflichtet, alle bei Revisions-OPs entnommenen Implantate an die VddIP zu senden. Patientendaten sollen dabei nur anonymisiert erfasst werden. Im Gegenzug profitieren diese Kliniken von den günstigen im Recyclingverfahren hergestellten Implantaten. Solange die Fallpauschalen für eine endoprothetische Versorgung gleich bleiben, lassen sich in den Kliniken signifikant höhere Gewinne erwirtschaften.
Allerdings wird der sog. Kellertreppeneffekt spätestens dann, wenn das System flächendeckend etabliert wurde, dafür sorgen, dass die Fallpauschalen wie üblich entsprechend gekürzt und sich die Margen wieder sukzessive verringern werden. Insgesamt sorgt dies dann immerhin für eine Reduktion der Gesamtkosten, die allen GKV-Versicherten zu Gute kommt.
Der Chefarzt einer der beteiligten Kliniken, Prof. Dr. Retep Endomichalsky, ist überzeugt: „Auch wenn wir noch keine exakten Ergebnisse hinsichtlich der Haltbarkeit haben, überwiegen die Vorteile. Selbst wenn wider Erwarten die Standzeiten geringer sein sollten als bei den Originalen, so generiert eine vorzeitige Revision weitere Umsätze.“

Weitgehend politischer Konsens

Auch die Politik steht mehrheitlich hinter dem Projekt. So ist die gesundheitspolitische Sprecherin des Bündnis 90/Die Grünen, Frauke-Katharina Schmidthans-Wagenbroock, überzeugt, damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum schonenden Umgang mit Ressourcen beizutragen. Lediglich die Parteien des rechten Randes sorgen sich um rein deutsche Patienten ohne Migrationshintergrund. Hier könne nicht ausgeschlossen werden, dass wiederverwendete Implantate ursprünglich von ausländischen Mitbürgern stammen könnten und somit die Möglichkeit bestünde, dass Deutsche quasi mit fremdländischem Material ‚infziert‘ würden.

Das Projekt INTEREST ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Dann will man die Ergebnisse vollumfänglich analysieren und entscheiden, ob die flächendeckende und verpflichtende Teilnahme für alle Kliniken per Gesetz umgesetzt wird.

REHA (AHB) ja oder nein? Stationär oder ambulant?

Fr, 25. September 2020 1 Kommentar

Über das deutsche System der Anschluß-Heilbehandlung (AHB), im Volksmund meist REHA (Rehabilitation) genannt, kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein – aber es dient dazu, nach Operationen die Arbeitsfähigkeit des Patienten möglichst schnell wieder herzustellen.

Bank mit Aussicht

Eine Reha benötigt auch Ruhephasen – Hier auf dem Lieblingsplatz von Victoria Rebensburg unterhalb des Hirschbergs in Kreuth. Das Foto ist bei einer Bergwanderung entstanden.

Aus diesem Grund übernimmt die Kosten bei Angestellten auch die Deutsche Rentenversicherung. Bei Beamten, Selbständigen und Rentnern gibt es andere Kostenträger (Beihilfe, Krankenkasse).
Damit stellt Deutschland neben Österreich eine Ausnahme in Europa dar. In den meisten anderen Ländern gibt es stationäre Rehabilitationsmaßnahmen nur auf eigene Kosten.
Ich persönlich finde die Möglichkeit, sich durch eine medizinische Rehabilitations-Maßnahme nach einer Operation intensiv um die eigenen Genesung, frei von sonstigen Verpflichtungen und größtenteils finanziell abgesichert, zu kümmern, hervorragend. Einzig die Tatsache, dass es für einige Patienten nach dem Einsatz eines künstlichen Gelenkes zu früh ist, direkt nach dem Krankenhausaufenthalt die AHB anzutreten, ist ggf. kritikwürdig. Oft wird auch von einer „blutigen Entlassung“ gesprochen, da ja auch die Krankenhausaufenthalte immer kürzer werden. Wie man die normalerweise innerhalb von 14 Tagen nach der Krankenhausentlassung anzutretende AHB-Maßnahme auch später antreten kann (heißt dann AGM-Maßnahme), habe ich selbst praktiziert und kann hier nachgelesen werden.
Bei uns in Deutschland ist die AHB aber nicht verpflichtend, d.h.: jeder kann selbst entscheiden, ob er das in Anspruch nehmen möchte und wenn, dann gilt es noch zwischen ambulanter Reha und stationärer zu wählen. Diese Wahlfreiheit setzt aber auch voraus, dass der Patient selbst einschätzen kann, was für ihn das beste nach der OP ist. Genau daran scheitert dann am Ende oft die zügige vollständige Genesung. Sei es, weil man, nachdem sich gegen eine AHB entschieden hat, doch merkt, dass man sich zu viel zugemutet hat und sich deshalb überlastet und das künstliche Gelenk nicht perfekt einheilen kann. Sei es, weil man bei der Wahl einer ambulanten Reha zu spät merkt, dass der tägliche Hin- und Rück-Transport zur Einrichtung sehr mühsam ist. Sei es, weil man an die stationäre Reha – gilt auch für die ambulante – falsche Erwartungen hat und diese dann nicht mit der nötigen positiven Einstellung absolviert. Wie man sich am besten auf eine Reha-Maßnahme vorbereiten und was man beim Aussuchen des Hauses beachten sollte, ist in meinem 10 Punkte Plan in den Kapiteln Was ist bei den Reha-Maßnahmen zu beachten? und Wie finde ich die passende Reha-Einrichtung? zu finden.

Eine stationäre Reha ist kein Wellness-Urlaub und die Rehaklinik kein Hotel

In jedem Fall ist während der drei- oder vierwöchigen Reha eine positive Grundhaltung extrem wichtig und der Aufenthalt nicht mit einem Wellness-Urlaub zu verwechseln. Wenn man sich verschiedene Reha-Klinik-Bewertungen durchliest, scheinen genau dies jedoch einige Patienten zu tun. Da ist von schlechtem Essen, nicht mehr ganz modernen Zimmern oder zu kleinen TV-Geräten die Rede. Selten wird von der Qualität der medizinischen Anwendungen und den Physiotherapeuten gesprochen, die jedoch in meinen Augen die höchste Priorität haben sollten. Oft werden auch schlechte Reha-Ärzte und zu viele oder zu wenige Anwendungen moniert. Bei den Ärzten sollte man sich vor Augen halten, dass es sicherlich einen Grund hat, wenn ein Facharzt den „nine to five“ Dienst einem stressigen Klinik-Alltag oder der eigenen Praxis vorzieht. Das gilt aber in der Regel nicht für die Chefärzte der Reha-Kliniken. Daher sollte man, wenn man unzufrieden ist, immer auf einem Termin mit dem Chefarzt bestehen oder bei der wöchentlichen Chefarzt-Visite seine Unzufriedenheit freundlich aber bestimmt ansprechen. Das gleiche gilt übrigens für den Therapie-Plan. Hier kann man natürlich selbst Einfluß nehmen und entweder Anwendungen streichen lassen oder zusätzlich fordern, sofern medizinisch sinnvoll. Ich habe das regelmäßig bei meinen Reha-Aufenthalten so gehalten und bin immer sehr gut damit gefahren, wobei die Anpassung der Pläne aus technischen Gründen meist zwei oder auch drei Tage dauert. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig zu melden.
Ich empfehle auch, sich wenn möglich die Reha-Einrichtung vorher anzuschauen hinsichtlich Lage und Ausstattung.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus

Ich persönlich habe immer die stationäre Reha der ambulanten vorgezogen. Man hat dann die Möglichkeit, sich bei teils straffem Therapieplan in den Pausen im Zimmer auszuruhen, was kurz nach der OP durchaus gut tut. Ruhe- und Regenerations-Pausen sind sehr wichtig. In der ambulanten Reha ist das eher selten möglich. Die Argumente gegen eine stationäre Reha, die oft lauten, dass man von Hund, Katz und Partner (meist in der Reihenfolge) keine drei Wochen getrennt sein kann, kann ich nur schwer nachvollziehen.

Es ist ein unschätzbarer Vorteil, dass wir in Deutschland hier eine Wahl haben und jeder für sich das Beste heraussuchen kann. Wenn man allerdings dann seine Wahl getroffen hat, ist es die Pflicht jedes Einzelnen das beste daraus zu machen, eine positive Einstellung zu haben, fokussiert des eigene Reha-Ziel im Auge zu behalten, dem dort im Dienste der Gesundheit arbeitenden Personal freundlich und respektvoll gegenüberzutreten und alles für die Genesung zu tun. Dies ist man auch der zahlenden Solidargemeinschaft schuldig.

Laufeinstieg nach Hüft-TEP OP

So, 7. Juni 2020 2 Kommentare

Dr. Christian Fulghum

Chefarzt Dr. Christian Fulghum – endogap Garmisch-Partenkirchen

Die Frage, ab wann darf und kann man nach einem Ersatz des Hüftgelenkes (Hüft-TEP) wieder in den Sport und ganz besonders mit dem Laufen einsteigen, wird oft gestellt und auch von Fachleuten hin und wieder unterschiedlich beantwortet. Auch in diesem Blog wurde das schon thematisiert.

Ich möchte daher die Frage eines Mitglieds unserer TEPFIT-Gruppe zum Anlass nehmen, die eindeutige und klare Antwort des Chefarztes Dr. Christian Fulghum der endogap in Garmisch-Partenkirchen, eine der Kliniken für Gelenkersatz in Deutschland, hier zu präsentieren.

Ein TEPFIT-Mitglied hat gefragt, ob er 13 Wochen nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes wieder mit dem Laufen anfangen kann.
Nachfolgend die Original-Antwort von Dr. Christian Fulghum:

Die (nehme ich an) zementfreie Hüfte ist durch den Operateur zunächst nur im Knochen „verklemmt“ – zwar primär stabil, aber nicht eingewachsen. Über den Zeitraum mehrerer Monate nach der Operation wird aus der Verklemmung durch Anwachsen von Knochenzellen ein fester Verbund, der dann in der Regel dauerhaft besteht. Wird durch ständige größere Krafteinwirkung, z.B. Joggen, in dem sensiblen Zeitraum des Einwachsens dieser wichtige Prozess gestört, kommt es anstatt zur Knochenbildung zur Bildung von Bindegewebe zwischen Implantat und Knochen, da dieses den einwirkenden hohen Kräften besser widerstehen kann. Das Implantat bleibt dann dauerhaft von Bindegewebe ummantelt – und das entspricht einer Frühlockerung, die sich auch später nicht mehr umbilden kann. Also: Auch wenn’s frühzeitig so gut geht, nicht die Geduld verlieren sich über die guten Fortschritte freuen und sechs Monate mit dem Joggen warten. Dann wird es umso schöner und das dann auch auf lange Zeit ….

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Der Heilungsprozess sollte also tunlichst nicht gestört werden durch zu großen dauerhaften Impact auf das neue künstliche Gelenk in den ersten 6 Monaten. Das gilt natürlich auch für alle andere Sportarten, die im Hüftgelenk für dauerhafte Erschütterung sorgen, wie Tennis, Tischtennis, Badminton, Squash, Reiten, MTB-Downhill, etc. Eine Frühlockerung sollte keinesfalls riskiert werden.

Das nachfolgende Video, auch wenn es von einem Implantat-Hersteller erstellt wurde, zeigt die Einheilungsphasen (Primär- und Sekundärstabilität) ebenfalls sehr anschaulich. Darin ist zwar die Rede davon, dass bereits nach 3 Monaten die Sekundärstabilität erreicht ist, aber ich vertraue hier eher auf die Aussage eines absoluten Spezialisten auf dem Gebiet der Endoprothetik, als den Versprechen eines Herstellers – zumal die Einheilungsdauer auch von der Vitalität des Knochens abhängig ist und durchaus variieren kann. Mit sechs Monaten ist man daher auf der sichern Seite.

Entschleunigen um zu beschleunigen – was wir aus der Corona-Krise lernen könn(t)en

Mo, 13. April 2020 1 Kommentar

Die Welt steht still. Privat und gesellschaftlich. Die Wirtschaft legt eine heftige Rezessions-Pause ein und die Umwelt atmet dafür richtig auf – wer hat z.B. im Rhein-Main-Gebiet in den letzten Jahrzehnten je so einen klaren blauen Himmel gesehen?
Die Corona-Krise führt uns weltweit vor Augen, wie verletzlich wir und unser globales Wirtschaftssystem sind. Ein unsichtbares Etwas verändert unser Leben radikal von jetzt auf gleich. Ob alle aktuellen Maßnahmen richtig oder falsch sind, ist zumindest hier in meinem Blog nicht Thema und wird sich vermutlich auch erst in einigen Monaten oder gar Jahren in der Nachbetrachtung herausstellen.
Aber was zeigt uns die aktuelle Situation?
Sollten wir nicht alle hier in Deutschland jetzt wirklich zu schätzen wissen, was Freiheit bedeutet? Zu fahren und zu reisen wohin man will! Zu treffen und zu besuchen wen man will! Sich zu bewegen und zu feiern mit wem, wann und wo man will! Kaum einer von uns kennt es anders.
Jahrzehnte gab es nur eine Richtung: Schneller, höher, weiter, mehr Geld, mehr Wohlstand, mehr Egoismen.
Und was sehen wir nun? Berufe, die viel zu schlecht bezahlt und immer belächelt wurden, sind plötzlich systemrelevant. Andere, hoch angesehene und hoch dotierte Berufsgruppen, wie beispielsweise Piloten, sind aktuell völlig überflüssig.

Walking

Walking am Ostersonntag im Taunus

Und was hat das jetzt alles mit Endoprothese und Sport zu tun?
Ich bin nun seit fast 10 Jahren in Sachen Endoprothetik und Sport aktiv und stelle dabei zunehmend fest: Es geht nach einer Hüft- oder Knie-OP oft auch nur um schneller, höher und weiter. Statt Dankbarkeit und Demut an den Tag zu legen, dass die Ärzte etwas Wunderbares mit dem neuen künstlichen Gelenk geschaffen haben, wollen einige damit glänzen, dass sie nach wenigen Tagen bereits ohne Gehhilfen das Krankenhaus zehnmal umrundet haben. Ich nehme mich da selbst nicht ganz aus, habe ich doch nach meiner zweiten Hüft-TEP 2008 ähnlich Gas gegeben, was zum Glück funktioniert hat, aber mit dem Wissen von heute vielleicht eher fahrlässig war.
Ich selbst habe auch erst nach meiner Komplett-Revision 2018 gelernt etwas zu entschleunigen. Alles was vorher problemlos möglich war, war plötzlich extrem mühsam und oft schmerzhaft. Nur sehr langsam haben sich meine persönlichen Einschränkungen nach und nach sprichwörtlich „gelockert“ und wurden von mir auf einmal ganz anders wahrgenommen. Ein schmerzfreier Spaziergang wurde zum Tages-Highlight. Darüber hätte ich einige Jahre zuvor nach einem Halbmarathon-Finish nur gelächelt. Meinen ersten „runden“ Lauf (Joggen) ohne Walking-Stöcke nach ca. einem Jahr werde ich auch so schnell nicht vergessen.
Und nun in Corona-Zeiten weiß ich die aktuell wenige Freiheit zu schätzen und genieße es, in der Natur alleine oder mit meiner Liebsten zu Laufen, zu Walken und mit dem MTB unterwegs zu sein. Ganz ohne Wettkampfanspruch, einfach nur so, auch wenn ich mich für den inzwischen abgesagten Neroman angemeldet hatte – manchmal juckt es mich halt doch noch in den Fingern, respektive Füßen.
Bewegung ist Leben und eine gesunde Umgebung in frischer Luft gehört dazu.
Es benötigt wohl ab und an eine Erdung, um nicht übermütig zu werden und das zu genießen, was man hat. Das gilt in allen Lebensbereichen wie Familie, Beruf, Gesundheit, Sport, Bewegung, Verein, Freunde und Bekannte.
Manchmal müssen wir einfach entschleunigen, um danach wieder moderat und vor allen Dingen wertschätzend zu beschleunigen – aber vielleicht und hoffentlich um Einiges langsamer, reflektierter und dankbarer als vorher.

Ärztefreuden über glücklichen Revisions-Patienten

Sa, 5. Oktober 2019 6 Kommentare

Oftmals wird erfolgreichen Operateuren nachgesagt, dass sie zwar ihr Fach verstehen, es Ihnen aber an Empathie mangelt. Dass sich Empathie und Können nicht ausschließen, dafür stehen bisher alle Ärzte, die ich persönlich in der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen kennengelernt habe.
Vor wenigen Tagen hatte ich 17 Monate nach meiner Komplett-Revision links quasi den TÜV-Termin bei meinem Operateur. Mein eigenes positives Gefühl, dass alles top verheilt und sportlich belastbar ist, sollte hoffentlich radiologisch und durch Untersuchung meiner Ärzte in der endogap bestätigt werden. Dr. Andreas Berger und mein Operateur Dr. Rolf Schipp haben sich beide hocherfreut und zugleich leicht überrascht mein Röntgenbild angeschaut. Die Revision-TEP habe sich keinen Millimeter bewegt und sei bombenfest eingewachsen, so die sehr gute Nachricht.

Links sechs Monate vor der Revision – Mitte vier Wochen Post-OP – Rechts siebzehn Monate Post-OP (zum Vergrößern auf das Bild klicken) – Auch wenn die Maßstäbe nicht identisch sind, spiegelt das mittlere Bild die Länge im Vergleich zur Erst-TEP links wieder – Veröffentlichung der Röntgenbilder mit freundlicher Genehmigung der endogap

Besonders gut kann man das am nebenstehendem Röntgenbildvergleich sehen. Auf dem linken Bild, vor der Revision, sind sehr deutlich die Osteolysen (Knochendefekte, schwarze Regionen) am und um den lockeren Schaft zu sehen. Rechts kann man einerseits erkennen, dass der offene Spalt (mittleres Bild vor der 4. Cerclage) jetzt komplett vom neu gebildeten Knochengewebe, dem sog. Kallus wieder verschlossen (überbaut) wurde. Zudem ist deutlich zu erkennen, wie der Knochen wieder sehr kräftig geworden ist und die ’schwarzen Löcher‘ verschwunden sind (zum Vergrößern auf das Bild klicken). „Der ist ja doppelt so stark wie vor der Revision“, so Dr. Schipp. Auf meine Frage, ob das ein normaler Prozess sei oder ggf. auch genetisch bedingt sein könnte, haben sich die Docs wie folgt geäußert: „Eine gute Muskulatur und moderates stetiges Training sind notwendig, um dem Knochen genügend Anreize zu geben, sich zu regenerieren und zu kräftigen“. Eine sehr gut ausgebildete Muskulatur an beiden Oberschenkeln und Gesäßseiten wurde mir dabei direkt ärztlich bestätigt.
Ich kann meinem Glücksgefühl kaum Ausdruck verleihen, dass nach dem langen Prozess letztlich alles so optimal verlaufen ist und sich über ein Jahr stetiges Arbeiten an meiner vollständigen Wiederherstellung mehr als gelohnt haben. Neben meinem Hauptoperateur Dr. Rolf Schipp, ohne dessen hervorragende Arbeit meine eigenen Bemühungen wesentlich weniger erfolgreich gewesen wären, haben auch alle mich begleitenden Physiotherapeuten über den Zeitraum (endogap, zu Hause, Reha) einen großen Anteil daran. Besonders mein Haupt-Physio Marius Topf im Medical Park St. Hubertus hat mich völlig zu Recht anfangs stets eingebremst, es bloß nicht zu übertreiben. Ihnen allen gilt mein Dank.
Besonders schön auch, dass ich bei dem Kontroll-Termin meinen Physiotherapeuten und Triathleten Nico Ben Kartes getroffen habe, mit dem ich im April 2018 die ersten mühsamen Schritte im endogap-Krankenhausflur absolviert habe, während wir uns dabei über den Triathlon-Sport unterhielten.
Meinen eigenen sportlichen Aktivitäten steht nun auch ‚amtlich‘ nichts mehr im Wege, lediglich das Laufen werde ich vernünftigerweise stark reduziert, sehr langsam und mit kurzen Schrittlängen so gelenkschonend wie möglich betreiben. Ich genieße es einfach nur, in herrlicher Natur wieder leicht und locker joggen zu können, ohne jeden Wettkampfgedanken.

Herrliche Wanderung über Kühzagl – Bodenschneidhaus – Freudenreich-Alm und zurück

Ob der mehr als guten Nachrichten, habe ich mich dann selbst mit einer neuen Multisportuhr (Garmin Fenix 5x) belohnt. Bereits gut eine Woche nach dem Kontrolltermin hat dieser Mini-Computer insgesamt 25 MTB-Kilometer und knapp 80 km zu Fuß (Laufen, Gehen, Wandern) mit über 1800 Tegernseer-Tal-Höhenmetern in der Aktivitätsübersicht angezeigt. Alles ohne auch nur ein Hauch von Zwicken oder Zwacken der künstlichen Gelenken. Es ist einfach herrlich.

Übrigens hatte ich mich bereits im Vorfeld des Kontroll-Termins bei einem Laufladen mit schuhorthopädischer Expertise komplett neu auf dem Laufband barfuß vermessen lassen. Das für mich sehr überraschende Resultat: Die Beinachse des ‚Revisionsbeins‘ ist absolut perfekt. Auf der rechten TEP-Seite ist ein minimales, kaum wahrnehmbares leichtes Einknicken des Fußes nach innen zu beobachten, welches aber keine extra angefertigte Innen-Sohlenunterfütterung von wenigen Millimetern mehr rechtfertigt, wie ich diese bis dato immer hatte (Siehe meinen Artikel aus dem Jahre 2011 – Laufstilanpassungen bei Endoprothesenträgern). Meine beiden neuen Schuhe, ein Laufschuh mit sehr niedriger Sprengung (5 mm) und ein Trail-Running-Schuh, den ich auch zum Wandern benutze, haben dies nach den oben genannten zurückgelegten Kilometern auch im Live-Test eindrucksvoll bestätigt.

Mit vorstehendem Beitrag schließe ich das Revisionstagebuch nun endgültig ab.
Wenngleich: Nach der Revision ist vor der Revision. Meine rechte Hüft-TEP geht nun auch ins zwölfte Jahr. Meine Docs haben zumindest mal vorsichtig anklingen lassen, dass es ggf. sinnvoll sein könnte, die Gleitpaarung in einigen – vielleicht 8-10 Jahren – ‚prophylaktisch‘ auszutauschen, bevor der unvermeidbare Abrieb soviel Schaden angerichtet hat, dass der Schaft locker wird und wieder eine Komplett-Revision nötig wäre. Den exakt richtigen Zeitpunkt gemeinsam zu finden, dürfte dabei die größte Herausforderung sein. Klar ist aber, dass dazu eine engmaschige, also jährliche Röntgenkontrolle notwendig ist. Aber dies habe ich ja bisher ohnehin immer so gehandhabt.

 

E-Mountainbiken – der neue Sex des Alters?

Fr, 28. Juni 2019 4 Kommentare

Nachdem man hier in der Tegernseer-Bergwelt zu gefühlt 90% nur eMTBs sieht und einige Bekannte und Freunde von mir regelrecht nach ihren ersten Fahrten ins Schwärmen kamen, wollte ich das selbst einmal ausprobieren.

Eines gleich vorweg: Alle meine Vorurteile und Vorbehalte gegen elektrisch unterstütztes Mountainbiken – unhandlich, unsportlich, viel zu schwer, ist wie Moped fahren, konditionell nicht fordernd, kann ‚echten Kerlen‘ keinen Spaß machen – haben sich in Luft aufgelöst.

Rossignol e-Track Trail

Kurz zu Technik: Ich hatte mir ein Rossignol E-Track Trail-Bike mit dem überall hervorragend getesteten Shimano e8000 MTB drive Motor (250 Watt) ausgeliehen. Technik-Freaks entnehmen bitte die exakten Daten dem obigen Link. Die erste Überraschung beim Anheben und Schieben: Es fühlt sich nicht sehr schwer an. Lt. meinem Verleiher liegt das Gewicht bei ca. 17,5 kg. Eine exakte Gewichtsangabe habe ich tatsächlich nirgends gefunden. Die nächste Überraschung dann beim Fahren, ohne den Motor zu bemühen. Mit seinen neun Gängen läßt sich das Bike ganz problemlos auf einer ebenen Strecke bewegen, fast wie ein normales MTB. Die 27,5 Plus Bereifung – ein Mittelweg zwischen Fat-Bike und normalen Reifen – sorgt für Komfort und Grip auf Schotterwegen. Einen Test des Mountainbike-Magazins dazu findet Ihr hier. Wer mehr über den Shimano-Motor wissen möchte, dem sei der verlinkte Testvergleich empfohlen. Und wer sich genau wie ich fragt: „Rossignol, die können doch nur Ski?“, dem sei kurz erklärt, dass Rossignol erst einen finnischen Bike-Zubehör-Hersteller und dann 2017 die renommierte US-Bike-Firma ‚Felt Bicycles‘ gekauft hat.
Ideal für alle, die nach oder vor ihren Hüft- oder Knie-Operationen oder einfach mangels Beweglichkeit ihr Bein nicht mehr problemlos über die normale Sattelhöhe schwingen können oder wollen, ist der elektrisch verstellbare Sattel, bzw. Sattelstütze. Per Knopfdruck kann diese in der Höhe verstellt werden. Auf den Trails werden es die ambitionierten Biker zu schätzen wissen, dass sie den Sattel beim Bergabfahren zur besseren Kontrolle während der Fahrt absenken können.

Blick oberhalb von Buch auf Bad Wiessee

Nun zu meinem Fahrtest:
Da dies mein erster eMTB-Versuch war, habe ich mich die ersten 1-2 km auf normalem geraden Terrain zunächst mit dem Bike und den Funktionen vertraut gemacht. Das würde ich jedem empfehlen, der so ein eBike zum ersten Mal fährt. Wer kaum oder wenig MTB-Erfahrung hat, sollte diese Eingewöhnungsphase natürlich entsprechend ausdehnen. Der Shimano-Antrieb hat 3, bzw. 4 Stufen: Eco, Trail, Boost und Off. Auf ebener Strecke wählt man entweder Eco oder Off (Ausschalten des Motors). Sobald man sich in welligem und hügeligen Terrain befindet, ist der Modus Trail eine gute Wahl. Links schaltet man am Lenker wie gewohnt von Gang 1 bis Gang 9 unabhängig vom gewählten Modus und der Motor entfaltet sehr intuitiv in Abhängigkeit von den Pedaliergewohnheiten des Fahrers seine Leistung. Je aggressiver man in die Pedale tritt, desto mehr Zusatz-Power stellt der e8000 zur Verfügung. Das leichte ‚Heulgeräusch‘ des Antriebs ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit konnte ich aber damit auch gut abschätzen, wieviel Leistung der Motor gerade abgibt. Bei 25 km/h schaltet sich der Motor generell ab, da dies so vorgeschrieben ist. Mein Verleiher hat mir augenzwinkernd verraten, dass man diese Abriegelung auch ausschalten könnte, was natürlich nicht erlaubt ist. Nun zu meiner gewählten Test-Strecke: Ich habe mir, für alle die die herrliche Gegend am Tegernsee kennen, eine Tour ausgesucht, die ich natürlich auch mit meinem normalen MTB schon öfters gefahren bin, um einen echten Vergleich zu haben.

Streckenkarte eMTB-Test

Die Strecke ging von Rottach-Egern nach Kreuth, weiter über die Klamm und dann zur Schwarzen Tenn, bzw. Klein-Bucher-Alm (1050 Meter) hoch. Dann weiter über Bauer in der Au, nach Bad Wiessee und zurück nach Rottach-Egern. Insgesamt 36 Kilometer mit knapp 500 Höhenmeter. Siehe nebenstehende Karte (Darauf fehlt allerdings die Strecke von Abwinkl zurück nach Rottach-Egern, da ich in unserem Lieblings-Fischerei-Bistro eine kurze Jausen-Pause gemacht habe).
Größtenteils sind die Steigungen mäßig und auch ohne ‚e‘ zu bewältigen. Allerdings gibt es einen ca. 600 Meter langen Streckenabschnitt, kurz vor der Schwarzen Tenn von Bad Wiessee kommend, mit 20% Steigung. Diesen konnte ich bisher mit meinem normalen MTB-Fully noch nie treten. Da ich allerdings von der anderen Seite kam, musste ich zum Bergauftest erstmal die 20% auf dem Schotterweg hinabfahren. Auch dies ließ sich Dank der absenkbaren Sattelstütze, der breiten 27,5 Plus-Reifen und der kräftig zupackenden aber trotzdem prima zu dosierenden Scheibenbremsen problemlos bewältigen. Unten angekommen, kurz drehen und dann der Steigungstest. Mit dem Modus Trail beginnend, habe ich dann ganz schnell auf Boost umgeschaltet. Und was jetzt passierte war einfach der Hit: Als ob man plötzlich in ein Schleppseil eingehakt wird, gibt es einen gewaltigen Schub nach vorne und man kann diese Steigung mit über 12 km/h spielend bewältigen. Später habe ich dann den Boost noch einige Male getestet. Mäßige Steigungen (bis 10 %) sind mit entsprechendem eigenen Krafteinsatz gut und gerne mit 20 km/h hinaufzuradeln. Spaß und Fun pur – nur Fliegen ist schöner. Ich war nur froh auf meiner Tour gestern keinen normalen Biker bergauf überholen zu müssen. Es wäre mir etwas peinlich gewesen. Beim Zurückschalten von Boost auf Trail wird man übrigens ebenso jäh gebremst. Man hat das Gefühl, als ob ein Bremsfallschirm zündet. Nach einigen Metern hat man sich aber wieder daran gewöhnt.

Mein persönliches Fazit:
Das eMTB spielt auf steilen bis sehr steilen Strecken sein Potenzial aus. Man kann trotz Antriebsunterstützung sehr sportlich und durchaus auch konditionell fordernd große Strecken mit vielen Höhenmetern bei unglaublich viel Fahrspaß bewältigen. Für Hüft- und Kniegeschädigte kommt noch der unschätzbare Vorteil dazu, dass man den Krafteinsatz, der auf Hüfte und Knie beim Pedalieren wirkt, perfekt dosieren kann ohne dafür bestimmte Strecken meiden zu müssen. Der Sportorthopäde Dr. Georg Kaupe, der hier seine eigene neue Erfahrung aus medizinischer Sicht beschreibt, bemerkt dazu treffend:

„Es handelt sich hier um ein hocheffektives Ergometertraining im Freien. Durch zahlreiche Programme und Übersetzungen ist immer ein gelenkschonendes aerobes Training gewährleistet und jeder Berg wird zur Freude und nicht zur Qual.“

In flachem Gelände ist aus meiner Sicht für den sportlich ambitionierten Fahrer ein eBike nicht notwendig und bringt zudem wenig Gewinn an Fahrspaß. Allenfalls die Reichweite ist dank höherer Durchschnittsgeschwindigkeit etwas größer. Dafür würde ich persönlich allerdings kein Geld ausgeben. Apropos Geld: Für ein gutes eMTB-Fully mit entsprechendem High-End-Antrieb und hochwertigen Komponenten muss man mit ca. 4000,00 EUR bis 5000,00 EUR recht tief in die Tasche greifen. Ein Hardtail ist für ca. 500,00 EUR weniger zu haben.
Ich selbst werde mir trotz des riesengroßen Fun-Effektes vorerst kein eMTB zulegen, denn an meinem Hauptwohnsitz im Rhein-Main-Gebiet und im Taunus benötige ich es wirklich (noch) nicht und an meinem geliebten Tegernsee würde es zu oft in der Garage stehen. Mit großer Sicherheit werde mir aber für Bergtouren noch einige Male so ein Bike ausleihen bei überschaubaren Kosten. 55,00 EUR Leihgebühr pro Tag (45,00 EUR für 3 Stunden), das Hardtail für 10,00 EUR weniger. Die Fünf-Tagespreise liegen umgerechnet bei 40,00 EUR, bzw. 32,00 EUR pro Tag. Damit könnte ich mehr als 100 Tage lang das eMTB fahren, bevor sich ein Kauf rechnen würde – und ich kann dabei immer das neueste Modell ausprobieren.
Wer nach dem Lesen des Beitrags auf den Geschmack gekommen ist, dem kann ich nur raten, es einfach mal unvoreingenommen auszuprobieren, aber unbedingt dabei auf ein hochwertiges E-Mountainbike achten.
Ich bin mir fast sicher, dass in einigen wenigen Jahren das geflügelte Wort: „Haben Sie noch Sex oder spielen Sie schon Golf?“ neu definiert werden muss.
Ich werde mich jetzt erst einmal eine Runde auf mein gutes Scott G-Zero Pro MTB-Fully ganz ohne elektrischen Antrieb schwingen und während der Fahrt schwitzend vom gestrigen E-Mountainbiken träumen.

Slow Jogging – ein Selbstversuch

Update am 23.6.2019
Schön, wenn man sich als Sportler auf das eigene Körpergefühl verlassen kann. Hatte ich doch bei meinem Selbstversuch bereits vermutet, dass mein Puls beim Slow Jogging um ca. 15% gegenüber meinem aktuell (noch) sehr langsamen Normal-Lauf erhöht sei, so habe ich das heute mittels Pulsmesser verifiziert. Ich habe mich um 2% verschätzt. Es waren exakt 13%. Das zeigt, dass Slow-Jogging bei gleichem Tempo gegenüber einem normalen Lauf effektiver und gleichzeitig gelenkschonender ist.

Meine Ausgangslage
Eine Komplett-Hüft-TEP-Revision vor gut 13 Monaten. Nach zähem Aufbautraining – siehe „Die Komplett-Revision der Hüfte in 12 Kapiteln“ – habe ich 10 Monate nach der OP wieder angefangen, ganz vorsichtig ohne Stockeinsatz kleine Strecken langsam zu joggen. Dabei habe ich meine Schrittlänge stark reduziert, um mit dem Mittelfuß aufkommend möglichst wenig Stoßbelastung auf meine Gelenke zu erzeugen.
Irgendwann bin ich dann auf das von einem Japaner propagierte Slow Jogging gestoßen. Nach der reinen Lehre soll man mit Schrittfrequenz von 180 pro Minute laufen. Durch die sehr kleinen, fast Trippelschritte, kommt man mit Vorder- und  Mittelfuß auf und hat so eine wesentlich geringere Belastung auf die Gelenke. Auf der verlinkten Webseite wird das sehr gut erklärt und mit Studien, die ich nicht überprüfen konnte, belegt.

Studien sind das eine, mein Selbstversuch das andere
Ich habe während eines Spontanlaufes von gut 4 km nach einer langen Autofahrt beschlossen, genau nach Stopp-Uhr diese 180er-Frequenz mal zu testen. Da mein Gelände zu Hause sehr hügelig ist, waren insgesamt auch noch 100 Höhenmeter dabei zu bewältigen. Um mein aktuell noch sehr langsames Laufen mit den Trippelschritten zu vergleichen, bin ich mehrere einminütige und zweiminütige Intervalle im Wechsel gelaufen.
Das Ergebnis war, dass ich mit der 180er Frequenz genauso so schnell war, wie bei meinem aktuell noch sehr langsamen Lauftempo, nämlich exakt 10 Min / km – ähnlich wie schnelles Gehen. Allerdings empfand ich dabei tatsächlich, dass Slow Jogging um einiges anstrengender als mein „Normal-Lauf“ war. Leider hatte ich keine Pulsmessung dabei, aber gefühlt würde ich meinen, dass mein Puls beim Slow Jogging um ca. 15 % höher war. Und, auch etwas überraschend, war direkt zu spüren, dass meine Oberschenkelmuskulatur mehr gefordert wird.
Auf der Slow Jogging Web Seite steht dazu wörtlich:

Bei gleicher Distanz verbrennt Slow Jogging doppelt so viele Kalorien wie Walking und genau so viele wie schnelleres Laufen. Bereits ab 6 km/h ist es angenehmer langsam zu laufen als schnell zu gehen. Slow Jogging trainiert die Gesäß- und die großen vorderen Oberschenkelmuskeln, was sehr effektiv dem altersbedingten Muskelschwund (Sarkopenie) entgegen wirkt und damit Stürzen und Verletzungen vorbeugt. Gehen oder Walking ist hierfür hingegen wenig effektiv.

Ich würde das persönlich nach meinem Kurztest unterstreichen.

Mein Fazit
Bei Gelenkproblemen oder mit Hüft- und auch Knie-TEPs kann dies eine gute Alternative zum „normalen Joggen“ und „Walken“ sein.
Es ist auf jeden Fall durchaus anstrengend, ganz besonders bergauf. Allerdings geht die sehr hohe Schrittfrequenz zu lasten der natürlichen Armbewegung beim Laufen.
Einfach mal versuchen. Die deutsche Slow Jogging Webseite gibt sehr gute Anleitungen und Hintergrundinformationen dazu.

Geiz ist geil – Gesundheit, Fitness und ein langes Leben zum Nulltarif?

Es scheint sich mehr und mehr in unserer Gesellschaft zu verfestigen, dass für die eigene Gesundheit gefälligst andere zu sorgen haben – und zwar umfassend und kostenlos. Wer sind die anderen? Der Staat, die Krankenkassen, die Sportvereine, ehrenamtliche Selbsthilfegruppen und nicht zuletzt eine geschlossene Facebook-Gruppe, wie „TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)“ mit bald 3000 Mitgliedern. Zudem wird wie selbstverständlich erwartet, dass hunderte oder tausende von perfekt produzierten Fitness- oder medizinischen Hilfe-Videos in Youtube kostenlos konsumiert werden können. Hier sei auch exemplarisch unser TEPFIT-Youtube-Kanal erwähnt oder der inzwischen mit einer großen Reichweite agierende Kanal Video-Visite von Dr. Tobias Weigl. Woher kommt es, dass die Meisten viel Geld in PS-starke teure Autos oder in Smartphones jenseits der 1000,00 EUR-Marke investieren, aber nicht bereit sind, für Gesundheit und gesunde Ernährung nur ein Bruchteil davon auszugeben?

Yoga – Foto: AndiP auf Pixabay

Wieso werden eher teure Gebühren für Bezahl-TV, Video- und Musik-Streamingdienste monatlich entrichtet, als Mitgliedschaften in einem Sportverein oder Fitness-Studio zu bezahlen?

Alle wollen möglichst lange leben und dabei gesund bleiben, aber nichts oder nur wenig dafür investieren.

Was sind die Gründe? Liegt es an der 24-Stunden Verfügbarkeit des Internets immer und überall und des damit einhergehenden viel zu hohen Medien-Konsums, der a) keine Zeit mehr für Bewegung und Sport in der Gemeinschaft lässt und b) natürlich auch mit Mobilfunkkosten weit höher als eine Vereinsmitgliedschaft zu Buche schlägt? Ist die Politik schuld, die das Gesundheitsbewusstsein nicht fördert und medial unterstützt, dafür aber inflationär irgendwelche unsinnigen Lebensmittel-Siegel erfindet? Wieso besteht die Werbezeit auch im öffentlich-rechtlichen TV zu 80% aus Medikamenten- und Arzeneimittel-Spots, die unverkäuflich wären, wenn Sport, Bewegung und gesunde, vitaminreiche Ernährung gelebt würde?
Ein Monatsbetrag in einem Sportverein mit vielfältigen Angeboten kostet, wenn er teuer ist, maximal 15 EUR, also 50 Cent pro Tag. Trotzdem haben besonders in Städten die Vereine mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Selbst Fitness-Studios, in denen man fast rund um die Uhr trainieren kann, gibt es für ein Euro pro Tag. Das ist vielen scheinbar zu teuer. Aber für einen Becher Coffee to go in umweltschädlichem Plastik werden gerne 3,00 EUR bis 4,00 EUR ausgegeben.

Für hochkarätige Gesundheitsveranstaltungen mit einem von Fachleuten begleitetem und ausgearbeiteten Programm, die zum Selbstkostenpreis angeboten werden, melden sich trotz einer exakt definierten und potenziellen Zielgruppe von 3000 Mitgliedern, die sich täglich viral intensiv austauschen, kaum ein Dutzend (0,3 Prozent) Personen an. Selbst Chefärzte von renommierten Kliniken, die speziell für Patienten mit künstlichen Gelenken, Seminare für den Wiedereinstieg in den Sport zusammen mit Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern zu wirklich moderaten Kosten anbieten, haben damit zu kämpfen, genug Anmeldungen zu erhalten, damit sich der Aufwand überhaupt lohnt – und das bei jährlich etwa 400.000 neuen potenziellen ‚Kunden‘.

Ab und zu träume ich den Gedanken, von den Mitgliedern unserer geschlossenen TEPFIT-Gruppe einen Monatsbeitrag von 0,50 oder 1,00 EUR zu erheben. Das wären ca. 1,5 bzw. 3 Cent pro Tag. Es wäre wirklich interessant zu wissen, wieviele am Ende noch in dieser Gruppe übrig blieben.
Ich bin übrigens ganz fest davon überzeugt, dass der Mehrwert, den diese Gruppe bietet, viel mehr als 1,00 EUR pro Monat wert ist. Aber das liegt auch vielleicht daran, dass ich weiß, wieviel Aufwand unser Admin-Triumvirat mit der Gruppe hat und wie stark sich im Hintergrund auch die medizinischen Fachleute in der Gruppe engagieren.

Fest steht, dass die ‚Geiz ist geil‘-Mentalität rasant um sich greift und in allen Bereichen immer präsenter wird: Vermeintliche Billig-Schnäppchen im Internet, die dem qualifizierten Fachhandel schaden; Last-Minute-Urlaube ‚all inclusive‘ weit weg, statt die traumhaften Landschaften und Reiseziele vor der Haustüre zu besuchen; sich über nicht artgerechte Tierhaltung echauffieren aber im Supermarkt abgepacktes Billigfleisch kaufen, statt zum Metzger des Vertrauens zu gehen.

Aber was hat das eigentlich alles mit ‚Endoprothese und Sport‘ zu tun? Viel, sehr viel!
Schließlich kostet eine Gelenkersatz-OP die Solidargemeinschaft ca. 10.000,00 EUR pro Fall. Macht bei 400.000 OPs pro Jahr schlappe 4 Milliarden Euro, jährlich – ohne die Rehabilitationskosten und den mehrwöchigen Ausfall als Arbeitskraft. Da ist es selbstverständlich die Pflicht jedes einzelnen alles dafür zu tun, dass das Ergebnis auch super wird, zumal Deutschland beim Thema AHB (Anschlussheilbehandlung), finanziert durch die Rentenversicherung oder Krankenkasse, durchaus Vorreiter in Europa ist. Dafür sollten die Betroffenen spätestens im Anschluss eigenes Geld in die Hand nehmen, um nach dem ‚Anschub-Sponsoring‘ durch die Solidargemeinschaft, selbst für sich Verantwortung zu übernehmen. Dazu zählen wie schon oben erwähnt auch Gesundheits-Workshops, Sport- und Fitness-Angebote, gesunde Ernährung und täglich ausreichend Bewegung. Das letztgenannte ist zwar tatsächlich zum Nulltarif zu haben – mal von gutem Schuhwerk abgesehen -, am Ende des Tages ist aber ein gewisser Aufwand an Geld und Zeit unabdingbar. Hier ist ganz dringend ein Umdenken in der breiten Masse notwendig. Nur so kann auch dem seit Jahren steigendem BMI der Gesamtbevölkerung entgegengewirkt werden. Besonders kritisch ist hierbei die Verdreifachung der adipösen Jugendlichen seit den 90er Jahren.

Viel Endoprothese und wenig Sport – mein 2018

Sa, 15. Dezember 2018 2 Kommentare

Bei der Abschluss-Visite mit Dr. Chris Fulghum

Das nun fast abgelaufene Jahr 2018 war sicherlich das sportärmste aber zugleich körperlich für mich herausforderndste Jahr seit Bestehen dieses Blogs. Stand 2018 doch ganz im Zeichen meiner Komplett-Revision der inzwischen arg in die Jahre gekommenen linken, zementierten Hüft-TEP. Galt es für mich zunächst noch am Jahresanfang, mein gelockertes Hüftgelenk noch so beweglich wie möglich zu halten (siehe Aufwärmphase), begann ab April dann der lange Weg zurück ins normale und gegen Ende des Jahres auch wieder sportliche Leben. Der Überschriftsteil ‚Viel Endoprothese‘ ist dabei übrigens durchaus in doppeltem Sinne gemeint. Zum einen, dass dieses neue Stück aus Titan, Keramik und Polyethylen mein Leben und meine Lebensweise in 2018 sehr stark (viel) bestimmt hat und zum anderen meint ‚viel‘ eben auch eine wirklich sehr große Revisions-Endoprothese, wie in der Aufnahme leicht im Vergleich zur rechten TEP zu sehen ist. Während ich diese Zeilen schreibe ist es erst ganz wenige Wochen her, dass ich fast nichts mehr von dieser OP spüre und meine muskulären Defizite zu nahe 100 Prozent wieder ausgeglichen sind. Dass dies überhaupt möglich war und ist, verdanke ich natürlich dem herausragenden Team der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen mit Dr. Christian Fulghum an der Spitze und meinem hervorragenden und revisionserfahrenen Operateur Dr. Rolf Schipp, der die ‚RoboCop‘-TEP, wie ich sie inzwischen fast liebevoll nenne, gemeinsam mit dem ebenfalls sehr erfahrenen Dr. Florian Wolpert – dem ich übrigens meine rechte TEP aus 2008 verdanke – in dreistündiger harter Arbeit ‚hineingezimmert‘ hat.

Revisionshüfte mit Wagnerzugang – mit freundlicher Genehmigung der endogap durch Dr. Christian Fulghum

An dieser Stelle nochmals mein herzlichster Dank dafür an mein Ärzte-Team. Mein Dank gilt aber auch meinen Physiotherapeuten der Medical-Park-Klinik St. Hubertus in Bad Wiessee, in der ich meine vierwöchige Reha absolviert habe, der Physiotherapie am See in Gmund, die mich während der 6 Wochen Teilbelastung vor der Reha betreut hat und meiner lieben Frau, die mich als Pflegefall mit zwei ständigen Gehhilfen in den ersten 8 Wochen verständnis- und liebevoll um- und versorgt hat. Das komplette Auf -und Ab der Wiederherstellung meiner körperlichen Leistungsfähigkeit kann ja auch hier im Blog unter der Rubrik ‚Revision‘ in bisher 10 Kapiteln ausführlich nachgelesen werden, wobei es noch ein oder zwei weitere Kapitel geben wird.
Mit echten sportlichen Aktivitäten, wenn man mal von regelmäßigem Fitness- und Aufbautraining, sowie Walking mit Stöcken absieht, habe ich vor ca. 4 Wochen wieder begonnen. Ich habe die letzten drei Tischtennis-Ligaspiele der Vorrunde mit meinem Team erfolgreich und absolut schmerzfrei absolviert.

Damit ist mein sportlicher Ausblick auf 2019 geprägt von Optimismus und der Gewissheit, dass ich spätestens ab Frühjahr wieder etwas intensiver mit Ausdauersport starten kann. Geplant sind hier abwechselnd MTB-Einheiten (die ich übrigens ganz vorsichtig auch schon im Oktober dieses Jahres absolviert habe), Nordic-Cross-Training (Cross-Shaper) und kleine, lockere und kürzere Laufeinheiten, nachdem mir Dr. Schipp bei der 6-Monatskontrolle hierfür vorsichtig grünes Licht gegeben hat.

Meine liebste Doro und ich 2015 am Bloubergstrand bei Kapstadt

Darüberhinaus freue ich mich im Januar auf wunderschöne Wochen in Südafrika mit meiner Liebsten und unseren besten Freunden (übrigens als Wiederholungstäter schon zum 5. Mal in diesem traumhaften Land) und im April 2019 auf den nunmehr 3. TEPFIT-Workshop seit Bestehen unserer geschlossenen Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie). Dieses Mal wird es an wechselnden Locations in Berlin mit hochinteressanten Vorträgen und einem Aktiv-Programm für Betroffene stattfinden. Zur Anmeldung mit allen Informationen geht es hier.

Des Weiteren planen meine Mitautorin der beiden ‚Mutmach-Bücher‘ ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mut zum neuen Knie!‘ Heidi Rauch und ich, 2019 regelmäßig in loser Folge kleine Video-Clips für unseren TEPFIT-YouTube-Kanal zu erstellen. Darin zeigen wir kleine aber effektive Übungen für die Stabilisation und den Muskelaufbau nach Hüft- oder Knie-OPs, die sich jederzeit und überall in den Alltag integrieren lassen. Den Anfang hat bereits Heidi Rauch gemacht mit ihrem ‚Einbein-Übungsvideo‘.
Wenn es Euch gefällt, abonniert einfach unseren YouTube-Kanal.

Ich wünsche meinen treuen Lesern und Abonnenten ein schönes, friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes, bewegungsreiches, sportliches und schmerzfreies Jahr 2019.

 

Sportlich unterwegs mit neuer Hüftprothese

Moderne Implantatmaterialien erlauben mehr Aktivität – Freiburg, November 2018

Der Anteil an Patienten, die auch mit einem künstlichen Hüftgelenk sportlich aktiv sein wollen, nimmt immer weiter zu. Tatsächlich erlauben moderne Materialpaarungen für den Ersatz von Hüftpfanne und Hüftkopf mittlerweile einen aktiveren Lebenswandel. Der Grund: sie erzeugen bei Belastung deutlich weniger Abriebpartikel – bisher eine der Hauptursachen für eine Lockerung des Implantats. Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. empfiehlt daher heute allen Patienten mit Hüftprothese, regelmäßig moderaten Sport, etwa Schwimmen oder Radfahren, zu betreiben…. hier der komplette Artikel mit Sportarten-Empfehlungen als PDF-Download

Deutsches Endoprothesenregister (EPRD) veröffentlicht den Jahresbericht 2017

Deutsches Endoprothesenregister (EPRD) veröffentlicht seinen Jahresbericht 2017

Titan-Schaft mit Keramik-Kopf (Baujahr 1997) nach dem Ausbau im April 2018.

Nachdem, längst überfällig, 2012 endlich der Startschuss für das deutsche Endoprothesenregister gefallen war, hat es sich nach holprigem Start trotz der Freiwilligkeit zur Datenübermittlung recht gut entwickelt. Immerhin gab es lt. Bericht im Jahre 2017 eine Abdeckungsquote von 63% und Ende 2018 wird das Register ca. eine Million erfasste Fälle dokumentiert haben.

Anm.: Bei geschätzten 400.000 Hüft- und Knie-Endoprothesen pro Jahr müssten eigentlich seit 2012 knapp drei Millionen Fälle dokumentiert sein. Andere Länder sind da wesentlich weiter.

Viele der im Bericht veröffentlichten Zahlen und Fakten sind auf jeden Fall für Betroffene interessant.

Weitere Details dazu, sowie aktuelle TEPFIT-Themen und interessante Ideen zur Physiotherapie gibt es hier!

Auch vergleichsweise unspektakuläre und kleine Übungen sind sehr effizient

Mo, 22. Oktober 2018 4 Kommentare

Kapitel 10 – Eigentlich wollte ich mit dem 10. Beitrag mein Revision-Tagebuch abschließen, habe mich aber dazu entschieden, Euch an meinen kleinen und eher unspektakulären Trainings-Einheiten und Übungen, mit denen man stetig weitere kleine Fortschritte erzielt, teilhaben zu lassen. Es muss nicht immer das „Hammer-Power-Training“ sein.

MTB-Runde um den Tegernsee – September 2018

Nach meinem sehr positiv verlaufenen Kontrollbesuch in der endogap nach gut fünf Monaten (siehe Kapitel 9), hatte ich das große Glück, noch eine ganze Woche Traumwetter am Tegernsee genießen und für Outdoor Aktivitäten nutzen zu können! Am Ende der gesamten zwei Wochen standen knapp 100 MTB-Kilometer, 35 Wanderkilometer und jeden zweiten Tag MTT-Training im Medical-Park in Bad Wiessee auf meinem Aktivitäten-Tacho. Dieses Pensum hat mich, wie erhofft, wirklich sehr weit nach vorne gebracht. Aber wie soll man das im Berufsalltag in dieser Intensität bewerkstelligen?

Ich habe mir von meinem Physiotherapeuten einige wenige effektive Übungen zeigen lassen, die sich überall im Alltag und auch im Büro integrieren lassen und diese mit weiteren, mir bekannten Übungen ergänzt. Als sehr effektiv hat sich dabei das Treppenstufen- oder auch Hockertraining erwiesen. Einfach mit dem operierten Bein auf die erste Treppenstufe stellen – später auch auf die zweite – und dann ganz langsam das nicht operierte Bein auf der dritten (später vierten) Stufe aufsetzen und danach ebenso langsam wieder in die Ausgangsposition zurückstellen. Wenn diese Übung am Anfang überhaupt nicht oder nur sehr schnell mit Ausweichbewegungen funktioniert, bitte unbedingt mit der gegenüberliegenden Hand an einem Geländer oder Stock genau so viel abstützen, dass diese Übung komplett rund und vor allen Dingen langsam und kontrolliert erfolgen kann. Das Ganze je nach Kraft 3 x 10 oder 3 x 15-mal wiederholen. Nach einiger Zeit wird das Geländer zunehmend überflüssig. In Ermangelung einer Treppenstufe kann man auch einen tiefen Hocker und nach einer Zeit einen Stuhl nehmen. Wie gesagt, unspektakulär, aber sehr effektiv! Ebenso einfach und effektiv ist auch Folgendes: Immer konsequent versuchen aus dem Sitzen aufzustehen und auch wieder hinzusetzen, ohne sich mit den Armen abzustützen – und zwar auch von niedrigen Sitzpositionen wie Toilette, Couch, Sessel, Bettrand oder auch einem Ferrari, falls zufällig vorhanden. Ganz am Anfang wird das besonders aus tiefen Positionen nicht immer gehen, aber nach und nach auf jeden Fall. Man muss sich aber wirklich dazu zwingen. Bitte mal darauf achten, wie oft man am Tag mit Armunterstützung aufsteht und sich wieder hinsetzt. Da kommen locker einige Dutzend „Sit-ups“ und „Sit-downs“ zusammen. Diese Art des Aufstehens und Hinsetzens ist natürlich auch für jeden „Gesunden“ besser.
Was man auch immer im Alltag einplanen kann, ist der Einbeinstand und das Stehen auf Zehenspitzen, beides sehr gut für die Stabilisation. Zusätzlich kann man dann abends und morgens im Bett liegend die zwei- und später einbeinige Brücke machen und/oder seitlich liegend, dass operierte Bein gestreckt nach oben abheben.
Gerade auch diese letzten beiden Übungen konnte ich nach meiner Revision anfangs bestenfalls mit einigen wenige Zentimetern Spiel ausführen. Aber hier gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein!
Übrigens sind einige der erwähnten Übungen im Buch ‚Mut zur neuen Hüfte!!‚ im Kapitel „Die neun goldenen HOP-HIP-Regeln“ zu finden. Einen kleinen Auszug gibt es hier kostenlos zur Veranschaulichung als Download!

Mein Fazit:
Auch mit kleinen Einheiten und Übungen im Alltag kann man im Laufe der Zeit viel erreichen. Wenn dann noch am Wochenende oder Abends die eine oder andere Outdoor- oder Studiotrainingseinheit dazu kommt, geht es beständig und stetig aufwärts.
Wie lange es insgesamt bei mir persönlich gedauert hat, bis das letzte muskuläre Defizit Geschichte war, erfahrt Ihr dann hoffentlich im nächsten Kapitel!

 

Die letzten 5-10 Prozent fehlen noch – Glücksgefühle in der endogap

Mo, 1. Oktober 2018 4 Kommentare

Kapitel 9 – Die Revisions-OP ist seit gut fünf Monaten Geschichte. Auch wenn ich zeitweise das Gefühl habe, alles ist perfekt, gibt es doch immer wieder Phasen und Situationen, die mich die schwierige Revision-OP spüren lassen. Auch an den letzten 5-10 Prozent muss noch hart gearbeitet werden.

Die letzten Wochen waren geprägt vom Arbeitsalltag mit eingebauten Physio-Therapieeinheiten, Fitness-Studio einmal pro Woche abends und 1-2 ausführlicheren Sporteinheiten am Wochenende. Immer abwechselnd MTB und Laufen/Gehen mit Trekkingstöcken im Gelände. Die Highlights waren dabei einige größere problemlose MTB-Strecken mit bis zu 25 km, sowie an meinem Geburtstag endlich meine komplette MTB-Taunushausrunde mit insgesamt 20 km und 330 hm. Flankiert wird das alles von täglichen Einbein-Übungen mit dem operierten Bein als Standbein und tiefen Kniebeugen mit Festhalten an der Sprossenwand oder einem Geländer. Seit ca. 3 Wochen gelingt es mir auch immer besser aus der Seitenlage das operierte Bein nach oben anzuheben.

Wanderung auf den Wallberg – 5 Monate Post-OP

Es gibt Tage, da kommt es mir persönlich beim normalen Gehen so vor, als wäre alles zu 100% in Ordnung. Auch die Selbstkontrolle an Spiegeln oder Glastüren bestätigt dies. Dann sind aber auch wieder Tage dabei, an denen ich immer noch nach längerer Zeit einen leichten ‚Hink‘-Gang habe. Meine im letzten Kapitel geäußerte Hoffnung, mich bei der Städtetour in Bremen komplett ohne Trekking-Stöcke bewegen zu können, ließ sich nur teilweise erfüllen. Es standen allerdings am Ende der zwei Tage auch 20 Geh-Kilometer auf dem Zähler.

Aktuell kommt mir der zweiwöchige Urlaub am Tegernsee wirklich sehr gelegen. Das erste Mal seit der stationären Reha habe ich wieder richtig viel Zeit, an der eigenen Fitness und der 100%-igen Wiederherstellung zu arbeiten. Das sonnige Spätsommerwetter lässt auch alle Outdoor-Aktivitäten zu. Biken, Wandern und Spazierengehen stehen auf dem Programm, sowie Kraft- und Fitness-Training im Medical Park Bad Wiessee in den noch kühlen Vormittags-Stunden. Dort gibt es die hervorragende Möglichkeit, gegen einen wirklich sehr fairen Preis, eine 10er-Karte zu erwerben, mit der man genau dort weitermachen kann, wo man nach der stationären Reha aufgehört hat: Also ausgiebig MTT mit Schwimmbadnutzung.

Am 27.09.2018 konnte ich mich dann über das Erreichen meines selbst gesteckten Zieles freuen: Fünf Monate und 3 Tage nach meiner Revision konnte ich problemlos ohne irgendwelche Beschwerden den Tegernseer Hausberg – den Wallberg – bis zu Bergstation (1620 Meter) erwandern. Dies sind 800 Höhenmeter auf 6,5 Km, was einer durchschnittlichen Steigung von etwas über 12% entspricht. Natürlich bergauf durch zwei Bergwanderstöcke unterstützt und bergab die Kabinenbahn nehmend. Die weiteren 100 Höhen-Meter bis zum Gipfelkreuz nehme ich mir für nächstes Jahr vor, wenn genügend seitliche Stabilität auch für die Bergab-Passagen vorhanden ist.

Aber es bleibt dabei: Trotz recht intensivem Training, regelmäßigen Stabilitätsübungen und sportlichen sowie bewegungstechnischen Erfolgen, sind das muskuläre Defizit und die mangelnde seitliche Stabilität noch sichtbar, wie nachfolgendes Video vom 28.9.2018 deutlich beweist.

 

Glücksgefühle in der endogap
Am 01.10.2018, also genau 159 Tage nach meiner OP im April, fand mein Kontroll-Termin in der endogap statt.
Ich war sehr gespannt, ob sich mein eigenes Gefühl, dass der Heilungsprozess wirklich sehr gut verlaufen ist, bzw. noch verläuft, auch diagnostisch bestätigt. Zu meiner großen Freude und Erleichterung ist genau dies der Fall.

links April 2018 – rechts Okt 2018 – Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der endogap – Garmisch-Partenkirchen (Vergrößern durch anklicken)

Auf nebenstehendem Röntgenbild ist sehr gut zu sehen, dass sich die Osteolysen (Knochendefekte), die im linken Bild am Schaft deutlich durch die dunklen Stellen zu erkennen sind, sich auf dem rechten Bild schon hervorragend regeneriert haben. Außerdem ist der Knochenspalt – entstanden durch den Wagner-Zugang (Siehe Erläuterung in Kapitel 2) -, der auf dem linken Bild (oberhalb der unteren Cerclage) deutlich zu sehen ist, auf dem rechten Bild schon zusammengewachsen. Lt. meinem Operateur und leitenden Arzt der endogap, Dr. Rolf Schipp, ist diese schnelle Regeneration des Knochens eher ungewöhnlich und dauert normalerweise deutlich länger!
Zu meiner großen Freude und Zufriedenheit, habe ich jetzt auch grünes Licht, mein Krafttraining mit Gewichten angemessen zu erhöhen. Dr. Schipp zu mir wörtlich: „Da kann jetzt nix mehr passieren, das ist fest eingewachsen!“
Auf meine Frage, ob es denn irgendwann wieder möglich sei, kleinere Einheiten zu Laufen (Joggen), wenn meine letzten Muskeldefizite ausgeglichen sind, meinte er, ich solle es einfach versuchen mit kurzen Strecken auf nicht allzu hartem Untergrund. Das nehme ich mir aber jetzt frühestens für das Frühjahr 2019 vor.

Den Schwung und die positive Energie aus dem Kontroll-Besuch in der endogap werde ich jetzt die restlichen Urlaubstage noch nutzen, um mein Fitness-Training moderat zu steigern und an den bevorstehenden Sonnentagen noch einige größere Bike-Runden zu unternehmen!

Das nächste und vielleicht letzte Kapitel meiner Revisionsgeschichte folgt erst, wenn alle noch bestehenden Muskeldefizite vollständig ausgeglichen sind – und das kann noch dauern!

 

Arbeitsalltag und Aufbautraining muss synchronisiert werden

So, 12. August 2018 5 Kommentare

Kapitel 8 – Seit vier Wochen wieder im Arbeitsalltag. Physio-Termine, Fitness-Studio und Outdoor-Aktivitäten müssen mit einem Vollzeitjob synchronisiert werden. Nicht immer ganz einfach, aber irgendwie möglich.

Flache und langsame Bike-Runde am herrlichen Tegernsee

Eines vorweg: Sich in einer stationären Reha abseits des Alltags ganz auf seine körperliche Fitness und Wiederherstellung zu konzentrieren, kann überhaupt nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Möglichkeiten, die das Deutsche Kranken- und Rentenversicherungssystem hier bieten, sind in Europa vorbildlich und keineswegs selbstverständlich!
In meinem Fall hätte ich sogar noch Anspruch und die Option auf das IRENA-Programm bei entweder weiterer Arbeitsunfähigkeit oder mit einer mir zustehenden Wiedereingliederung mit reduzierter Arbeitszeit gehabt. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, da ich das weder meinem Arbeitgeber und meinen Mitarbeitern nach drei Monaten Krankheit zumuten wollte, noch dies wirklich für notwendig erachtet habe.
Ich habe mich auf Eigeninitiative in einem Reha-Fitness-Studio zunächst für 12 Wochen angemeldet und nehme die zusätzlich verordneten Einzel-Physiotherapie-Einheiten in Anspruch.

War es in der ersten Arbeitswoche tatsächlich nicht ganz einfach, sich mit ein oder gar zwei Gehhilfen zu bewegen und dabei noch Reisegepäck inkl. Rechnertaschen zu transportieren, habe ich das ab der zweiten Woche ohne die Gehhilfen absolviert, wobei natürlich das Gangbild noch zu wünschen übrig ließ, es sei denn ich benutze meine Gehhilfen oder, wie im nachfolgenden Video zu sehen, NW-/Trekking-Stöcke zur Abstützung! Achtung: Es ist kein Nordic-Walking Sport!

Apropos Gangbild: Das ist tatsächlich mein größtes Problem. Ich bin völlig schmerzfrei in allen aktuellen Lebenssituationen und kann Dinge des täglichen Lebens ohne Einschränkungen erledigen, wie z.B. Schuhe binden, Strümpfe anziehen, Fußnägel schneiden, aber mein Gangbild will ohne Gehhilfen einfach nicht rund werden. Trotz zweimal pro Woche Einzel-KG, ein- bis zweimal Fitness-Studio, zusätzlicher täglicher Übungen zu Hause und am Wochenende Outdoor-Aktivitäten wie MTB, normales Gehen mit Gehhilfen oder mit NW-/Trekking-Stöcken. Es gibt immer mal Phasen, in denen ich meine, jetzt geht es richtig gut, bzw. viel besser.

Meine MTB-Hausrunde im Taunus mit leicht reduziertem Umfang!

Besonders – und das war für mich tatsächlich überraschend – nach meiner ersten MTB-Taunus-Runde nach der OP von knapp 14 km und 250 Höhenmetern. Nachdem ich mich in den Wochen zuvor ganz langsam wieder ans Outdoor-Biken auf flachen Strecken herangetastet habe (siehe Foto oben), wollte ich endlich wieder mal meine heimatliche Hausrunde fahren. Auch wenn ich die Strecke um knapp 6 km und 100 Höhenmeter verkürzt habe – um dem operierten Bein die sehr steilen Passagen noch nicht zuzumuten – war es ein wirklicher Genuss wieder in frischer Luft durch den herrlichen Taunuswald zu fahren, Steigungen und Abfahrten – immer (noch) mit der Hand an der Bremse, denn ein Sturz wäre alles andere als optimal – zu meistern und wunderbare Aussichten vom Taunus bis in den Odenwald zu genießen! Beim Biken werden eben viele Beinmuskeln angesprochen, die kurz danach für entsprechende Stabilität auch beim Gehen sorgen!
Aber leider ist dieses Gefühl des ‚runden Gehens‘ immer nur von kurzer Dauer. Ich benötige einfach beim Laufen / Gehen auf der rechten Seite noch einen Halt, eine Stütze, um nicht in den Ausweich- bzw. Hink-Gang zu verfallen. Noch bin ich einigermaßen geduldig. Ich möchte aber spätestens Ende August bei einer Städtereise mit besten Freunden die lästigen Dinger endlich in die Ecke stellen. Noch bin ich optimistisch, dass das funktioniert. Ob es wirklich klappt erfahrt Ihr spätestens in Kapitel 9.

 

Stationäre Reha beendet – Aber der Weg ist noch lang

Sa, 21. Juli 2018 5 Kommentare

Kapitel 7 – Die stationäre Reha hat am 13.7.2018, exakt 11 Wochen und 1 Tag nach der Revision-OP, geendet. Der Weg bis zum einwandfreien Gangbild, geschweige denn bis zu vollständigen Wiederherstellung, ist noch sehr lang und erfordert Ausdauer und Disziplin.

Ich habe mir das ‚Weniger ist Mehr‘ Prinzip zu Herzen genommen und versucht, die Balance zwischen Be- und Entlastung zu finden, nachdem mir das nun wirklich jeder nahe gelegt hat, vom Physiotherapeut bis zu allen Chefärzten!
Die letzten drei Wochen der stationären Reha waren daher gezeichnet von sehr moderatem Training im Wasser, im MTT, von täglichen physiotherapeutischen Behandlungen und längeren Ruhephasen. Beim MTT beschränkte ich mich neben regelmäßigem Ergometertraining (auch immer moderat, max. 5 km mit langsam steigernden Wattzahlen bis max. 120 Watt) auf reines Stabilitätstraining nur mit Körperkraft (ohne Gewichte).

AntiGravity-Laufband

Im Wasser bin ich maximal 400 Meter pro Tag geschwommen und habe zusätzlich auch hier Stabilitätsübungen gemacht, z.B. mit der ‚Schwimm-Nudel‘! Wie das geht? Mit beiden Füßen etwa hüftbreit mittig auf die Nudel stellen und dann, ohne dass ein Teil der Füße den Boden berührt, vorwärts gehen, am besten ohne sich am Rand festzuhalten. Mehrmals wöchentlich hatte ich zusätzlich Einzel- und Gruppen-Training im Wasser. Zwischen meinen täglichen Anwendungen hatte ich immer längere Ruhephasen eingeplant und diese auch mit schwerem Herzen eingehalten. Man darf auch die täglichen 3-4 Laufkilometer inkl. Treppenstufen nicht vergessen, die einfach nur durch die ganz normalen Wege zur Physio, zum Essen, zum Schwimmbad und zum MTT zusammenkamen. Einen Aufzug für die 4 Stockwerke des St. Hubertus hatte ich übrigens auch von innen gesehen!

Das Highlight schlechthin war für mich persönlich das AntiGravity-Laufband. Hier lässt sich exakt einstellen, mit welchem Prozentsatz des Körpergewichtes man sich beim Laufen belastet. Ziel dabei ist, sich nur so stark zu belasten, dass man ein absolut rundes Laufbild hat. Gestartet wurde mit 50%, am Ende der Reha war ich dann immerhin auf 65%. Den Versuch, mit Schmerzmittel den Schmerz beim normalen Abdrücken des operierten Beines beim Gehen zu unterdrücken und damit vielleicht aus dem Schmerzgedächtnis zu löschen, habe ich nach 5 Tagen aufgegeben. Die gewünschte Wirkung wurde einfach nicht erzielt.

Nachdem ich zunächst auf Anraten eines Therapeuten die Gehhilfen gegen NW-Stöcke zumindest zeitweise getauscht hatte, habe ich auch das nach ein paar Tagen sein gelassen, da ich tatsächlich nur mit zwei Gehhilfen ein absolut sauberes Gangbild hatte. Auch die Gangschule hat mir das nochmals entsprechend bestätigt!

Sehr positiv verlief meine selbst initiierte Ultraschall-Untersuchung, die von einer sehr emphatischen und gründlichen Oberärztin durchgeführt wurde. Entgegen meinen Befürchtungen, es könnte sich noch ein größerer innerer Bluterguss gebildet haben, war die Sonographie absolut unauffällig und damit auch meine kleine Schrecksekunde vor Reha-Beginn ohne Folgen.
Ansonsten hat mir eine ‚Physio-Folterknechtin‘, Extrembergsteigerin in der Freizeit, meinen psoas major (großen Hüftbeuger) so bearbeitet, dass ich noch drei Tage etwas davon hatte. War aber kein Problem.
Die Abschluss-Untersuchung war auch positiv: Meine Blutwerte (besonders der HB- und der Entzündungswert) waren alle wieder im Normbereich. Zudem hatte ich seit der OP im April 2018 noch knapp sechs Kilogramm abgenommen – davon zwei während der stationären Reha.

Also alles eigentlich prima, oder?
Für mich persönlich noch nicht ganz. Ich kann eben ohne zwei Gehhilfen noch nicht rund Laufen/Gehen, da der quasi ärztlich verordnete 8-wöchige Muskelschwund nicht in vier Wochen aufgeholt werden konnte.
Nach der ersten Woche wieder im Job – alles übrigens absolut problemlos – sind meine weiteren Genesungsschritte schon fest geplant. Neben zweimal Physio pro Woche, werde ich ab nächster Woche (KW 30) ins Physio FIT-Zentrum in Viersen für zunächst 12 Wochen gehen. Dort kann ich das MTT-Training der Reha eins zu eins fortführen. Im übrigen trifft es sich sehr gut, dass ab 1.11.2018 der Medical Park Borussia Mönchengladbach eröffnet. Dort werde ich mit Sicherheit bis zum Frühjahr 2019 Stammgast sein.
Ich bin tatsächlich – mit leichter Ungeduld – gespannt, wann ein absolut rundes Gangbild bei mir wieder Einzug hält.
Ihr erfahrt es als Erste hier in diesem Blog – vielleicht in Kapitel 8!