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Posts Tagged ‘Hüft-TEP’

Laufeinstieg nach Hüft-TEP OP

So, 7. Juni 2020 2 Kommentare

Chefarzt Dr. Christian Fulghum – endogap Garmisch-Partenkirchen

Die Frage, ab wann darf und kann man nach einem Ersatz des Hüftgelenkes (Hüft-TEP) wieder in den Sport und ganz besonders mit dem Laufen einsteigen, wird oft gestellt und auch von Fachleuten hin und wieder unterschiedlich beantwortet. Auch in diesem Blog wurde das schon thematisiert.

Ich möchte daher die Frage eines Mitglieds unserer TEPFIT-Gruppe zum Anlass nehmen, die eindeutige und klare Antwort des Chefarztes Dr. Christian Fulghum der endogap in Garmisch-Partenkirchen, eine der Kliniken für Gelenkersatz in Deutschland, hier zu präsentieren.

Ein TEPFIT-Mitglied hat gefragt, ob er 13 Wochen nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes wieder mit dem Laufen anfangen kann.
Nachfolgend die Original-Antwort von Dr. Christian Fulghum:

Die (nehme ich an) zementfreie Hüfte ist durch den Operateur zunächst nur im Knochen „verklemmt“ – zwar primär stabil, aber nicht eingewachsen. Über den Zeitraum mehrerer Monate nach der Operation wird aus der Verklemmung durch Anwachsen von Knochenzellen ein fester Verbund, der dann in der Regel dauerhaft besteht. Wird durch ständige größere Krafteinwirkung, z.B. Joggen, in dem sensiblen Zeitraum des Einwachsens dieser wichtige Prozess gestört, kommt es anstatt zur Knochenbildung zur Bildung von Bindegewebe zwischen Implantat und Knochen, da dieses den einwirkenden hohen Kräften besser widerstehen kann. Das Implantat bleibt dann dauerhaft von Bindegewebe ummantelt – und das entspricht einer Frühlockerung, die sich auch später nicht mehr umbilden kann. Also: Auch wenn’s frühzeitig so gut geht, nicht die Geduld verlieren sich über die guten Fortschritte freuen und sechs Monate mit dem Joggen warten. Dann wird es umso schöner und das dann auch auf lange Zeit ….

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Der Heilungsprozess sollte also tunlichst nicht gestört werden durch zu großen dauerhaften Impact auf das neue künstliche Gelenk in den ersten 6 Monaten. Das gilt natürlich auch für alle andere Sportarten, die im Hüftgelenk für dauerhafte Erschütterung sorgen, wie Tennis, Tischtennis, Badminton, Squash, Reiten, MTB-Downhill, etc. Eine Frühlockerung sollte keinesfalls riskiert werden.

Das nachfolgende Video, auch wenn es von einem Implantat-Hersteller erstellt wurde, zeigt die Einheilungsphasen (Primär- und Sekundärstabilität) ebenfalls sehr anschaulich. Darin ist zwar die Rede davon, dass bereits nach 3 Monaten die Sekundärstabilität erreicht ist, aber ich vertraue hier eher auf die Aussage eines absoluten Spezialisten auf dem Gebiet der Endoprothetik, als den Versprechen eines Herstellers – zumal die Einheilungsdauer auch von der Vitalität des Knochens abhängig ist und durchaus variieren kann. Mit sechs Monaten ist man daher auf der sichern Seite.

Zweiter Jahrestag der Komplett-Revision – Dankbarkeit und Freude pur

Freude pur – Laufen durch Raps-Feldern

Zweiter Jahrestag
Am Samstag, den 25.04.2020, jährt sich meine Komplett-Revisions-OP zum zweiten Mal. Wer mein Revisions-Tagebuch kennt, kennt auch meinen langen Weg und meinen Optimismus, dass alles danach wieder fast so werden würde wie vorher. Natürlich war ich mir trotzdem weder am 25.04.2018, meinem OP-Tag, noch die Tage und Wochen danach wirklich sicher, dass es auch so funktionieren würde. Trotz des sehr großen Vertrauens in meine Operateure und in meine eigene Konstitution, war der Ausgang anfangs mehr als ungewiß. Dafür war die auf keinen Fall alltägliche Revisions-OP einfach zu komliziert und der optimale Ausgang sehr stark von der großen Erfahrung des OP-Teams und bestimmt auch von einem Quäntchen Glück abhängig.
Aber als mir am Tag nach der OP der Chefarzt der endogap – Garmisch-Partenkirchen, Dr. Christian Fulghum und kurze Zeit später auch mein Hauptoperateur, Dr. Rolf Schipp, erklärten, dass alles nach Plan gelaufen sei, gewann bei mir sofort die große Zuversicht Oberhand. Wohl wissend, dass einerseits der Weg lang und steinig werden, andererseits aber auch (fast) nur noch von meiner eigenen Einstellung und meiner Vernunft, keinesfalls zu früh zu übertreiben, abhängig sein würde.

Mit dieser Maxime begann ich meinen Rekonvaleszenz-Marathon und kann heute, exakt zwei Jahre nach meiner letzten Narkose freudig und sehr dankbar sagen: „Es hat sich wirklich gelohnt!“

7,11 km langsam aber mit 220 Höhenmetern

Ca. 4 Monate Post-OP begann ich wieder ganz vorsichtig mit Mountainbiken auf flachen und einfachen Strecken. Walken, Wandern und längere Strecken Gehen waren nach 5 Monaten schmerzfrei möglich. Ohne Walkingstöcke und mit einem runden Gangbild allerdings erst nach fast einem Jahr. Nicht vergessen werde ich dabei meinen ersten richtigen Lauf (Joggen) im November 2018 – noch mit Walkingstock-Unterstützung – und nach gut 10 Monaten, im Februar 2019, meinen ersten kurzen Lauf ohne Stöcke.

Freude pur
In exakt einer Woche, zwei Jahre Post-OP, wäre jetzt um diese Uhrzeit gleich der Start zu meinem ingesamt dritten Neroman (Cross-Sprinttriathlon) gewesen, der natürlich in Corona-Zeiten abgesagt wurde. Aber wer weiß wozu es gut ist. Vielleicht hätte ich mich trotz der sehr überschaubaren Streckenlängen doch (noch) überlastet. Stattdessen habe ich mir dafür meinen längsten Lauf seit meiner OP und vermutlich langsamsten Lauf ever geschenkt: 7,11 Km mit 220 Höhenmetern in 1 Stunde und 10 Minuten.
Ich bin einfach nur glücklich und meinen Medizinern unendlich dankbar. Freude pur eben!

Fazit
Auch jenseits von 60 Jahren ist es möglich, nach einer komplizierten TEP-Revisions-Operation den Alltag in allen Lagen problemlos zu meistern und wieder völlig schmerzfrei, nahezu ohne Einschränkungen, seinem Sport nachzugehen (Laufen, MTB, Schwimmen, Tischtennis, Wandern, Ski-Langlauf). Alles sicher etwas langsamer, ohne Höchstleistungen und dafür wertschätzender als in jungen Jahren.
Garantien gibt es für das Gesamtergebnis leider keine. Aber sehr erfahrene Operateure, gute Physiotherapeuten, ein intaktes privates Umfeld und eine gehörige Portion Selbstdisziplin, gepaart mit ein paar Prozent Glück, machen es möglich, 100% Gesamtzufriedenheit zu erreichen.

Entschleunigen um zu beschleunigen – was wir aus der Corona-Krise lernen könn(t)en

Mo, 13. April 2020 1 Kommentar

Die Welt steht still. Privat und gesellschaftlich. Die Wirtschaft legt eine heftige Rezessions-Pause ein und die Umwelt atmet dafür richtig auf – wer hat z.B. im Rhein-Main-Gebiet in den letzten Jahrzehnten je so einen klaren blauen Himmel gesehen?
Die Corona-Krise führt uns weltweit vor Augen, wie verletzlich wir und unser globales Wirtschaftssystem sind. Ein unsichtbares Etwas verändert unser Leben radikal von jetzt auf gleich. Ob alle aktuellen Maßnahmen richtig oder falsch sind, ist zumindest hier in meinem Blog nicht Thema und wird sich vermutlich auch erst in einigen Monaten oder gar Jahren in der Nachbetrachtung herausstellen.
Aber was zeigt uns die aktuelle Situation?
Sollten wir nicht alle hier in Deutschland jetzt wirklich zu schätzen wissen, was Freiheit bedeutet? Zu fahren und zu reisen wohin man will! Zu treffen und zu besuchen wen man will! Sich zu bewegen und zu feiern mit wem, wann und wo man will! Kaum einer von uns kennt es anders.
Jahrzehnte gab es nur eine Richtung: Schneller, höher, weiter, mehr Geld, mehr Wohlstand, mehr Egoismen.
Und was sehen wir nun? Berufe, die viel zu schlecht bezahlt und immer belächelt wurden, sind plötzlich systemrelevant. Andere, hoch angesehene und hoch dotierte Berufsgruppen, wie beispielsweise Piloten, sind aktuell völlig überflüssig.

Walking am Ostersonntag im Taunus

Und was hat das jetzt alles mit Endoprothese und Sport zu tun?
Ich bin nun seit fast 10 Jahren in Sachen Endoprothetik und Sport aktiv und stelle dabei zunehmend fest: Es geht nach einer Hüft- oder Knie-OP oft auch nur um schneller, höher und weiter. Statt Dankbarkeit und Demut an den Tag zu legen, dass die Ärzte etwas Wunderbares mit dem neuen künstlichen Gelenk geschaffen haben, wollen einige damit glänzen, dass sie nach wenigen Tagen bereits ohne Gehhilfen das Krankenhaus zehnmal umrundet haben. Ich nehme mich da selbst nicht ganz aus, habe ich doch nach meiner zweiten Hüft-TEP 2008 ähnlich Gas gegeben, was zum Glück funktioniert hat, aber mit dem Wissen von heute vielleicht eher fahrlässig war.
Ich selbst habe auch erst nach meiner Komplett-Revision 2018 gelernt etwas zu entschleunigen. Alles was vorher problemlos möglich war, war plötzlich extrem mühsam und oft schmerzhaft. Nur sehr langsam haben sich meine persönlichen Einschränkungen nach und nach sprichwörtlich „gelockert“ und wurden von mir auf einmal ganz anders wahrgenommen. Ein schmerzfreier Spaziergang wurde zum Tages-Highlight. Darüber hätte ich einige Jahre zuvor nach einem Halbmarathon-Finish nur gelächelt. Meinen ersten „runden“ Lauf (Joggen) ohne Walking-Stöcke nach ca. einem Jahr werde ich auch so schnell nicht vergessen.
Und nun in Corona-Zeiten weiß ich die aktuell wenige Freiheit zu schätzen und genieße es, in der Natur alleine oder mit meiner Liebsten zu Laufen, zu Walken und mit dem MTB unterwegs zu sein. Ganz ohne Wettkampfanspruch, einfach nur so, auch wenn ich mich für den inzwischen abgesagten Neroman angemeldet hatte – manchmal juckt es mich halt doch noch in den Fingern, respektive Füßen.
Bewegung ist Leben und eine gesunde Umgebung in frischer Luft gehört dazu.
Es benötigt wohl ab und an eine Erdung, um nicht übermütig zu werden und das zu genießen, was man hat. Das gilt in allen Lebensbereichen wie Familie, Beruf, Gesundheit, Sport, Bewegung, Verein, Freunde und Bekannte.
Manchmal müssen wir einfach entschleunigen, um danach wieder moderat und vor allen Dingen wertschätzend zu beschleunigen – aber vielleicht und hoffentlich um Einiges langsamer, reflektierter und dankbarer als vorher.

Die Komplett-Revision der Hüfte in 12 Kapiteln

Sa, 5. Oktober 2019 5 Kommentare

Nachdem ich knapp 10 Jahre lang mit meinen beiden künstlichen Hüftgelenken sportlich richtig Gas geben konnte, stand im April 2018 die notwendige Komplett-Revision der 21 Jahre alten TEP auf dem OP-Plan. Komplett hieß in meinem Fall, alle zementierten Komponenten entfernen (Pfanne und Schaft) und versuchen, eine natürlich größere, aber dafür nicht einzementierte Revisionsprothese einzusetzen. Wie schon bei der letzten OP (rechte Seite in 2008) vertraute ich hier auf das bewährte und hervorragende Team der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen. Die nachfolgenden Kapitel zeigen den langen und teils auch beschwerlichen Weg zurück zur Normalität und auch zum Sport.

Das komplette Tagebuch (41 Seiten) kann auch hier als ePDF mit allen Links und Videos heruntergeladen und somit ganz bequem auf einem Tablet oder PC offline gelesen werden.

Ärztefreuden über glücklichen Revisions-Patienten

Sa, 5. Oktober 2019 6 Kommentare

Oftmals wird erfolgreichen Operateuren nachgesagt, dass sie zwar ihr Fach verstehen, es Ihnen aber an Empathie mangelt. Dass sich Empathie und Können nicht ausschließen, dafür stehen bisher alle Ärzte, die ich persönlich in der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen kennengelernt habe.
Vor wenigen Tagen hatte ich 17 Monate nach meiner Komplett-Revision links quasi den TÜV-Termin bei meinem Operateur. Mein eigenes positives Gefühl, dass alles top verheilt und sportlich belastbar ist, sollte hoffentlich radiologisch und durch Untersuchung meiner Ärzte in der endogap bestätigt werden. Dr. Andreas Berger und mein Operateur Dr. Rolf Schipp haben sich beide hocherfreut und zugleich leicht überrascht mein Röntgenbild angeschaut. Die Revision-TEP habe sich keinen Millimeter bewegt und sei bombenfest eingewachsen, so die sehr gute Nachricht.

Links sechs Monate vor der Revision – Mitte vier Wochen Post-OP – Rechts siebzehn Monate Post-OP (zum Vergrößern auf das Bild klicken) – Auch wenn die Maßstäbe nicht identisch sind, spiegelt das mittlere Bild die Länge im Vergleich zur Erst-TEP links wieder – Veröffentlichung der Röntgenbilder mit freundlicher Genehmigung der endogap

Besonders gut kann man das am nebenstehendem Röntgenbildvergleich sehen. Auf dem linken Bild, vor der Revision, sind sehr deutlich die Osteolysen (Knochendefekte, schwarze Regionen) am und um den lockeren Schaft zu sehen. Rechts kann man einerseits erkennen, dass der offene Spalt (mittleres Bild vor der 4. Cerclage) jetzt komplett vom neu gebildeten Knochengewebe, dem sog. Kallus wieder verschlossen (überbaut) wurde. Zudem ist deutlich zu erkennen, wie der Knochen wieder sehr kräftig geworden ist und die ’schwarzen Löcher‘ verschwunden sind (zum Vergrößern auf das Bild klicken). „Der ist ja doppelt so stark wie vor der Revision“, so Dr. Schipp. Auf meine Frage, ob das ein normaler Prozess sei oder ggf. auch genetisch bedingt sein könnte, haben sich die Docs wie folgt geäußert: „Eine gute Muskulatur und moderates stetiges Training sind notwendig, um dem Knochen genügend Anreize zu geben, sich zu regenerieren und zu kräftigen“. Eine sehr gut ausgebildete Muskulatur an beiden Oberschenkeln und Gesäßseiten wurde mir dabei direkt ärztlich bestätigt.
Ich kann meinem Glücksgefühl kaum Ausdruck verleihen, dass nach dem langen Prozess letztlich alles so optimal verlaufen ist und sich über ein Jahr stetiges Arbeiten an meiner vollständigen Wiederherstellung mehr als gelohnt haben. Neben meinem Hauptoperateur Dr. Rolf Schipp, ohne dessen hervorragende Arbeit meine eigenen Bemühungen wesentlich weniger erfolgreich gewesen wären, haben auch alle mich begleitenden Physiotherapeuten über den Zeitraum (endogap, zu Hause, Reha) einen großen Anteil daran. Besonders mein Haupt-Physio Marius Topf im Medical Park St. Hubertus hat mich völlig zu Recht anfangs stets eingebremst, es bloß nicht zu übertreiben. Ihnen allen gilt mein Dank.
Besonders schön auch, dass ich bei dem Kontroll-Termin meinen Physiotherapeuten und Triathleten Nico Ben Kartes getroffen habe, mit dem ich im April 2018 die ersten mühsamen Schritte im endogap-Krankenhausflur absolviert habe, während wir uns dabei über den Triathlon-Sport unterhielten.
Meinen eigenen sportlichen Aktivitäten steht nun auch ‚amtlich‘ nichts mehr im Wege, lediglich das Laufen werde ich vernünftigerweise stark reduziert, sehr langsam und mit kurzen Schrittlängen so gelenkschonend wie möglich betreiben. Ich genieße es einfach nur, in herrlicher Natur wieder leicht und locker joggen zu können, ohne jeden Wettkampfgedanken.

Herrliche Wanderung über Kühzagl – Bodenschneidhaus – Freudenreich-Alm und zurück

Ob der mehr als guten Nachrichten, habe ich mich dann selbst mit einer neuen Multisportuhr (Garmin Fenix 5x) belohnt. Bereits gut eine Woche nach dem Kontrolltermin hat dieser Mini-Computer insgesamt 25 MTB-Kilometer und knapp 80 km zu Fuß (Laufen, Gehen, Wandern) mit über 1800 Tegernseer-Tal-Höhenmetern in der Aktivitätsübersicht angezeigt. Alles ohne auch nur ein Hauch von Zwicken oder Zwacken der künstlichen Gelenken. Es ist einfach herrlich.

Übrigens hatte ich mich bereits im Vorfeld des Kontroll-Termins bei einem Laufladen mit schuhorthopädischer Expertise komplett neu auf dem Laufband barfuß vermessen lassen. Das für mich sehr überraschende Resultat: Die Beinachse des ‚Revisionsbeins‘ ist absolut perfekt. Auf der rechten TEP-Seite ist ein minimales, kaum wahrnehmbares leichtes Einknicken des Fußes nach innen zu beobachten, welches aber keine extra angefertigte Innen-Sohlenunterfütterung von wenigen Millimetern mehr rechtfertigt, wie ich diese bis dato immer hatte (Siehe meinen Artikel aus dem Jahre 2011 – Laufstilanpassungen bei Endoprothesenträgern). Meine beiden neuen Schuhe, ein Laufschuh mit sehr niedriger Sprengung (5 mm) und ein Trail-Running-Schuh, den ich auch zum Wandern benutze, haben dies nach den oben genannten zurückgelegten Kilometern auch im Live-Test eindrucksvoll bestätigt.

Mit vorstehendem Beitrag schließe ich das Revisionstagebuch nun endgültig ab.
Wenngleich: Nach der Revision ist vor der Revision. Meine rechte Hüft-TEP geht nun auch ins zwölfte Jahr. Meine Docs haben zumindest mal vorsichtig anklingen lassen, dass es ggf. sinnvoll sein könnte, die Gleitpaarung in einigen – vielleicht 8-10 Jahren – ‚prophylaktisch‘ auszutauschen, bevor der unvermeidbare Abrieb soviel Schaden angerichtet hat, dass der Schaft locker wird und wieder eine Komplett-Revision nötig wäre. Den exakt richtigen Zeitpunkt gemeinsam zu finden, dürfte dabei die größte Herausforderung sein. Klar ist aber, dass dazu eine engmaschige, also jährliche Röntgenkontrolle notwendig ist. Aber dies habe ich ja bisher ohnehin immer so gehandhabt.

 

Motivation, Zeit, fehlendes Ziel und Ausreden

Sa, 27. Juli 2019 1 Kommentar

Nach einigen schönen, leider nur sehr kurzen Aufenthalten an meinem geliebten Tegernsee ist mir wieder einmal richtig bewußt geworden, wie sehr eine wunderschöne Umgebung gepaart mit arbeitsfreier Zeit meiner Motivation zu sportlicher Betätigung extrem förderlich ist.

Biken am Berg und Biberbiotop am Tegernsee

Obwohl ich jetzt einige Male nur von Freitag- bis Sonntagabend im Tegernseer Tal war, habe ich mich jeden Tag laufend, bikend und schwimmend bewegt. Zurück im Arbeitsalltag fällt es mir inzwischen deutlich schwerer, spät abends noch einen kleinen Lauf zu machen, ins Fitness-Studio zu gehen oder im Schwimmbad Bahnen zu ziehen, obwohl es jetzt im Sommer sehr lange hell ist. Meine Selbstreflexion hat dabei Folgendes zu Tage gefördert:
Zum einen ist es mit fortschreitendem Alter für mich scheinbar schwerer, nach einem meist langen Arbeitstag die Komfortzone abends zu verlassen – immer öfter ziehe ich das gute Glas Wein auf der Abendterrasse oder auf der gemütlichen Couch vor.
Zum anderen verbringe ich durch meine TEPFIT-, Blog-, Buch- und Social-Media-Aktivitäten vor allen Dingen abends mehr Zeit vor dem Bildschirm, Smartphone oder Tablet, als noch vor einigen Jahren.
An den Wochenenden steigt dann mein Aktivitätslevel wieder deutlich an. Auch wenn ich sicherlich weit aktiver bin als die große Mehrheit der Bevölkerung in unserem Lande, bin ich nicht wirklich mit mir zufrieden. Zu oft ertappe ich mich dabei, dass mein tagsüber gefasster Vorsatz, mich abends noch im Studio oder im Wald sportlich zu betätigen, in der Ausrede mündet, dass es doch schon zu spät, zu dunkel oder zu regnerisch sei.
Rückblickend auf die letzten Jahre ist allerdings zusätzlich ein wichtiger Antrieb zum Training weggefallen – nämlich das Ziel, auf einen Wettkampf hinzuarbeiten. Als Sportler war ich es Jahrzehnte lang gewohnt zu trainieren, um meine sportlichen Ziele zu erreichen. Früher, um möglichst erfolgreich jedes Wochenende als Spitzenspieler in der Regionalliga Tischtennis zu spielen oder Einzelmeisterschaften zu gewinnen, in den letzten Jahre, um mich auf Triathlon- und Halbmarathon-Wettkämpfe vorzubereiten. Nach meiner komplizierten Revision im Frühjahr 2018 hatte ich noch die große Herausforderung vor Augen, körperlich wieder völlig fit zu werden. Dies ist mir gelungen bei gleichzeitigem Wegfall der Zielsetzung.

Baden und Freiwasser-Schwimmen im Tegernsee

Um meine „neue“ Revionshüfte nicht zu stark zu belasten, obwohl ich das Gefühl habe, ich könnte es problemlos, suche ich noch den Spagat zwischen moderater sportlicher Betätigung bei gleichzeitigem Training für eine echte Herausforderung im Bereich des Ausdauersportes, die ggf. auch in einem Wettkampf mündet. Als wirklich gelenkschonende Ausdaueraktivität kommt im Prinzip nur Radfahren (für mich MTB) oder Kachelnzählen (Schwimmen) in Frage. Ersteres ist während einer Arbeitswoche eigentlich nur im Sommer möglich, Letzteres geht zwar immer, ist mir aber auf Dauer zu öde. Zudem ist es bei beiden Sportarten schwierig, Wettkämpfe zu bestreiten, zumindest im Hobbysport-Bereich. Somit bleibt eigentlich nur mental an mir zu arbeiten und meine Motivation aus dem körperlichen Wohlbefinden nach sportlicher Betätigung zu schöpfen – verbunden mit dem Ziel, so fit und gesund zu bleiben, dass ich nach meinem Arbeitsleben in wenigen Jahren neben der dann vorhandenen Zeit noch die körperliche Fähigkeit besitze, z.B. eine Alpenüberquerung zu Fuß und/oder mit dem Bike zu planen, mich intensiver mit anspruchsvollerem Bergwandern und im Winter neben Ski-Langlauf z.B. mit Schneeschuhwandern zu beschäftigen.
Nun bin ich allerdings auch erstmal auf Ende September gespannt, ob denn der Jahres-Kontroll-Termin in der endogap (der letzte war Anfang Oktober 2018) meine gefühlte komplette Wiederherstellung auch radiologisch bestätigt und meine Knochen im Oberschenkel und Becken mit dem Revisions-Implantat inzwischen quasi eine Einheit geworden sind. Natürlich auch verbunden mit der Hoffnung, dass meine rechte, inzwischen auch 11 Jahre alte Hüft-TEP, ebenfalls noch tadellos sitzt.

E-Mountainbiken – der neue Sex des Alters?

Fr, 28. Juni 2019 4 Kommentare

Nachdem man hier in der Tegernseer-Bergwelt zu gefühlt 90% nur eMTBs sieht und einige Bekannte und Freunde von mir regelrecht nach ihren ersten Fahrten ins Schwärmen kamen, wollte ich das selbst einmal ausprobieren.

Eines gleich vorweg: Alle meine Vorurteile und Vorbehalte gegen elektrisch unterstütztes Mountainbiken – unhandlich, unsportlich, viel zu schwer, ist wie Moped fahren, konditionell nicht fordernd, kann ‚echten Kerlen‘ keinen Spaß machen – haben sich in Luft aufgelöst.

Rossignol e-Track Trail

Kurz zu Technik: Ich hatte mir ein Rossignol E-Track Trail-Bike mit dem überall hervorragend getesteten Shimano e8000 MTB drive Motor (250 Watt) ausgeliehen. Technik-Freaks entnehmen bitte die exakten Daten dem obigen Link. Die erste Überraschung beim Anheben und Schieben: Es fühlt sich nicht sehr schwer an. Lt. meinem Verleiher liegt das Gewicht bei ca. 17,5 kg. Eine exakte Gewichtsangabe habe ich tatsächlich nirgends gefunden. Die nächste Überraschung dann beim Fahren, ohne den Motor zu bemühen. Mit seinen neun Gängen läßt sich das Bike ganz problemlos auf einer ebenen Strecke bewegen, fast wie ein normales MTB. Die 27,5 Plus Bereifung – ein Mittelweg zwischen Fat-Bike und normalen Reifen – sorgt für Komfort und Grip auf Schotterwegen. Einen Test des Mountainbike-Magazins dazu findet Ihr hier. Wer mehr über den Shimano-Motor wissen möchte, dem sei der verlinkte Testvergleich empfohlen. Und wer sich genau wie ich fragt: „Rossignol, die können doch nur Ski?“, dem sei kurz erklärt, dass Rossignol erst einen finnischen Bike-Zubehör-Hersteller und dann 2017 die renommierte US-Bike-Firma ‚Felt Bicycles‘ gekauft hat.
Ideal für alle, die nach oder vor ihren Hüft- oder Knie-Operationen oder einfach mangels Beweglichkeit ihr Bein nicht mehr problemlos über die normale Sattelhöhe schwingen können oder wollen, ist der elektrisch verstellbare Sattel, bzw. Sattelstütze. Per Knopfdruck kann diese in der Höhe verstellt werden. Auf den Trails werden es die ambitionierten Biker zu schätzen wissen, dass sie den Sattel beim Bergabfahren zur besseren Kontrolle während der Fahrt absenken können.

Blick oberhalb von Buch auf Bad Wiessee

Nun zu meinem Fahrtest:
Da dies mein erster eMTB-Versuch war, habe ich mich die ersten 1-2 km auf normalem geraden Terrain zunächst mit dem Bike und den Funktionen vertraut gemacht. Das würde ich jedem empfehlen, der so ein eBike zum ersten Mal fährt. Wer kaum oder wenig MTB-Erfahrung hat, sollte diese Eingewöhnungsphase natürlich entsprechend ausdehnen. Der Shimano-Antrieb hat 3, bzw. 4 Stufen: Eco, Trail, Boost und Off. Auf ebener Strecke wählt man entweder Eco oder Off (Ausschalten des Motors). Sobald man sich in welligem und hügeligen Terrain befindet, ist der Modus Trail eine gute Wahl. Links schaltet man am Lenker wie gewohnt von Gang 1 bis Gang 9 unabhängig vom gewählten Modus und der Motor entfaltet sehr intuitiv in Abhängigkeit von den Pedaliergewohnheiten des Fahrers seine Leistung. Je aggressiver man in die Pedale tritt, desto mehr Zusatz-Power stellt der e8000 zur Verfügung. Das leichte ‚Heulgeräusch‘ des Antriebs ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit konnte ich aber damit auch gut abschätzen, wieviel Leistung der Motor gerade abgibt. Bei 25 km/h schaltet sich der Motor generell ab, da dies so vorgeschrieben ist. Mein Verleiher hat mir augenzwinkernd verraten, dass man diese Abriegelung auch ausschalten könnte, was natürlich nicht erlaubt ist. Nun zu meiner gewählten Test-Strecke: Ich habe mir, für alle die die herrliche Gegend am Tegernsee kennen, eine Tour ausgesucht, die ich natürlich auch mit meinem normalen MTB schon öfters gefahren bin, um einen echten Vergleich zu haben.

Streckenkarte eMTB-Test

Die Strecke ging von Rottach-Egern nach Kreuth, weiter über die Klamm und dann zur Schwarzen Tenn, bzw. Klein-Bucher-Alm (1050 Meter) hoch. Dann weiter über Bauer in der Au, nach Bad Wiessee und zurück nach Rottach-Egern. Insgesamt 36 Kilometer mit knapp 500 Höhenmeter. Siehe nebenstehende Karte (Darauf fehlt allerdings die Strecke von Abwinkl zurück nach Rottach-Egern, da ich in unserem Lieblings-Fischerei-Bistro eine kurze Jausen-Pause gemacht habe).
Größtenteils sind die Steigungen mäßig und auch ohne ‚e‘ zu bewältigen. Allerdings gibt es einen ca. 600 Meter langen Streckenabschnitt, kurz vor der Schwarzen Tenn von Bad Wiessee kommend, mit 20% Steigung. Diesen konnte ich bisher mit meinem normalen MTB-Fully noch nie treten. Da ich allerdings von der anderen Seite kam, musste ich zum Bergauftest erstmal die 20% auf dem Schotterweg hinabfahren. Auch dies ließ sich Dank der absenkbaren Sattelstütze, der breiten 27,5 Plus-Reifen und der kräftig zupackenden aber trotzdem prima zu dosierenden Scheibenbremsen problemlos bewältigen. Unten angekommen, kurz drehen und dann der Steigungstest. Mit dem Modus Trail beginnend, habe ich dann ganz schnell auf Boost umgeschaltet. Und was jetzt passierte war einfach der Hit: Als ob man plötzlich in ein Schleppseil eingehakt wird, gibt es einen gewaltigen Schub nach vorne und man kann diese Steigung mit über 12 km/h spielend bewältigen. Später habe ich dann den Boost noch einige Male getestet. Mäßige Steigungen (bis 10 %) sind mit entsprechendem eigenen Krafteinsatz gut und gerne mit 20 km/h hinaufzuradeln. Spaß und Fun pur – nur Fliegen ist schöner. Ich war nur froh auf meiner Tour gestern keinen normalen Biker bergauf überholen zu müssen. Es wäre mir etwas peinlich gewesen. Beim Zurückschalten von Boost auf Trail wird man übrigens ebenso jäh gebremst. Man hat das Gefühl, als ob ein Bremsfallschirm zündet. Nach einigen Metern hat man sich aber wieder daran gewöhnt.

Mein persönliches Fazit:
Das eMTB spielt auf steilen bis sehr steilen Strecken sein Potenzial aus. Man kann trotz Antriebsunterstützung sehr sportlich und durchaus auch konditionell fordernd große Strecken mit vielen Höhenmetern bei unglaublich viel Fahrspaß bewältigen. Für Hüft- und Kniegeschädigte kommt noch der unschätzbare Vorteil dazu, dass man den Krafteinsatz, der auf Hüfte und Knie beim Pedalieren wirkt, perfekt dosieren kann ohne dafür bestimmte Strecken meiden zu müssen. Der Sportorthopäde Dr. Georg Kaupe, der hier seine eigene neue Erfahrung aus medizinischer Sicht beschreibt, bemerkt dazu treffend:

„Es handelt sich hier um ein hocheffektives Ergometertraining im Freien. Durch zahlreiche Programme und Übersetzungen ist immer ein gelenkschonendes aerobes Training gewährleistet und jeder Berg wird zur Freude und nicht zur Qual.“

In flachem Gelände ist aus meiner Sicht für den sportlich ambitionierten Fahrer ein eBike nicht notwendig und bringt zudem wenig Gewinn an Fahrspaß. Allenfalls die Reichweite ist dank höherer Durchschnittsgeschwindigkeit etwas größer. Dafür würde ich persönlich allerdings kein Geld ausgeben. Apropos Geld: Für ein gutes eMTB-Fully mit entsprechendem High-End-Antrieb und hochwertigen Komponenten muss man mit ca. 4000,00 EUR bis 5000,00 EUR recht tief in die Tasche greifen. Ein Hardtail ist für ca. 500,00 EUR weniger zu haben.
Ich selbst werde mir trotz des riesengroßen Fun-Effektes vorerst kein eMTB zulegen, denn an meinem Hauptwohnsitz im Rhein-Main-Gebiet und im Taunus benötige ich es wirklich (noch) nicht und an meinem geliebten Tegernsee würde es zu oft in der Garage stehen. Mit großer Sicherheit werde mir aber für Bergtouren noch einige Male so ein Bike ausleihen bei überschaubaren Kosten. 55,00 EUR Leihgebühr pro Tag (45,00 EUR für 3 Stunden), das Hardtail für 10,00 EUR weniger. Die Fünf-Tagespreise liegen umgerechnet bei 40,00 EUR, bzw. 32,00 EUR pro Tag. Damit könnte ich mehr als 100 Tage lang das eMTB fahren, bevor sich ein Kauf rechnen würde – und ich kann dabei immer das neueste Modell ausprobieren.
Wer nach dem Lesen des Beitrags auf den Geschmack gekommen ist, dem kann ich nur raten, es einfach mal unvoreingenommen auszuprobieren, aber unbedingt dabei auf ein hochwertiges E-Mountainbike achten.
Ich bin mir fast sicher, dass in einigen wenigen Jahren das geflügelte Wort: „Haben Sie noch Sex oder spielen Sie schon Golf?“ neu definiert werden muss.
Ich werde mich jetzt erst einmal eine Runde auf mein gutes Scott G-Zero Pro MTB-Fully ganz ohne elektrischen Antrieb schwingen und während der Fahrt schwitzend vom gestrigen E-Mountainbiken träumen.

Slow Jogging – ein Selbstversuch

Update am 23.6.2019
Schön, wenn man sich als Sportler auf das eigene Körpergefühl verlassen kann. Hatte ich doch bei meinem Selbstversuch bereits vermutet, dass mein Puls beim Slow Jogging um ca. 15% gegenüber meinem aktuell (noch) sehr langsamen Normal-Lauf erhöht sei, so habe ich das heute mittels Pulsmesser verifiziert. Ich habe mich um 2% verschätzt. Es waren exakt 13%. Das zeigt, dass Slow-Jogging bei gleichem Tempo gegenüber einem normalen Lauf effektiver und gleichzeitig gelenkschonender ist.

Meine Ausgangslage
Eine Komplett-Hüft-TEP-Revision vor gut 13 Monaten. Nach zähem Aufbautraining – siehe „Die Komplett-Revision der Hüfte in 12 Kapiteln“ – habe ich 10 Monate nach der OP wieder angefangen, ganz vorsichtig ohne Stockeinsatz kleine Strecken langsam zu joggen. Dabei habe ich meine Schrittlänge stark reduziert, um mit dem Mittelfuß aufkommend möglichst wenig Stoßbelastung auf meine Gelenke zu erzeugen.
Irgendwann bin ich dann auf das von einem Japaner propagierte Slow Jogging gestoßen. Nach der reinen Lehre soll man mit Schrittfrequenz von 180 pro Minute laufen. Durch die sehr kleinen, fast Trippelschritte, kommt man mit Vorder- und  Mittelfuß auf und hat so eine wesentlich geringere Belastung auf die Gelenke. Auf der verlinkten Webseite wird das sehr gut erklärt und mit Studien, die ich nicht überprüfen konnte, belegt.

Studien sind das eine, mein Selbstversuch das andere
Ich habe während eines Spontanlaufes von gut 4 km nach einer langen Autofahrt beschlossen, genau nach Stopp-Uhr diese 180er-Frequenz mal zu testen. Da mein Gelände zu Hause sehr hügelig ist, waren insgesamt auch noch 100 Höhenmeter dabei zu bewältigen. Um mein aktuell noch sehr langsames Laufen mit den Trippelschritten zu vergleichen, bin ich mehrere einminütige und zweiminütige Intervalle im Wechsel gelaufen.
Das Ergebnis war, dass ich mit der 180er Frequenz genauso so schnell war, wie bei meinem aktuell noch sehr langsamen Lauftempo, nämlich exakt 10 Min / km – ähnlich wie schnelles Gehen. Allerdings empfand ich dabei tatsächlich, dass Slow Jogging um einiges anstrengender als mein „Normal-Lauf“ war. Leider hatte ich keine Pulsmessung dabei, aber gefühlt würde ich meinen, dass mein Puls beim Slow Jogging um ca. 15 % höher war. Und, auch etwas überraschend, war direkt zu spüren, dass meine Oberschenkelmuskulatur mehr gefordert wird.
Auf der Slow Jogging Web Seite steht dazu wörtlich:

Bei gleicher Distanz verbrennt Slow Jogging doppelt so viele Kalorien wie Walking und genau so viele wie schnelleres Laufen. Bereits ab 6 km/h ist es angenehmer langsam zu laufen als schnell zu gehen. Slow Jogging trainiert die Gesäß- und die großen vorderen Oberschenkelmuskeln, was sehr effektiv dem altersbedingten Muskelschwund (Sarkopenie) entgegen wirkt und damit Stürzen und Verletzungen vorbeugt. Gehen oder Walking ist hierfür hingegen wenig effektiv.

Ich würde das persönlich nach meinem Kurztest unterstreichen.

Mein Fazit
Bei Gelenkproblemen oder mit Hüft- und auch Knie-TEPs kann dies eine gute Alternative zum „normalen Joggen“ und „Walken“ sein.
Es ist auf jeden Fall durchaus anstrengend, ganz besonders bergauf. Allerdings geht die sehr hohe Schrittfrequenz zu lasten der natürlichen Armbewegung beim Laufen.
Einfach mal versuchen. Die deutsche Slow Jogging Webseite gibt sehr gute Anleitungen und Hintergrundinformationen dazu.

Revision Dank endogap nach einem Jahr körperlich und mental abgeschlossen

Mi, 24. April 2019 2 Kommentare

Kapitel 12 – Mit diesem letzten Kapitel schließe ich nun mein Revisionstagebuch bis auf das noch folgende Nachwort ab. Exakt ein Jahr ist die Revisions-OP nun her und ich denke weder an die neue Revisions-TEP noch spüre ich diese im Alltag! Das Leben und auch der Sport hat mich wieder.

Freude pur beim ersten Lauf ohne Stöcke nach der Revision

Nach den wundervollen Urlaubstagen Anfang Januar 2019 in Südafrika zog naturgemäß wieder der Arbeitsalltag in mein Leben ein. An einem Wochenende Anfang Februar habe ich es dann zum ersten Mal gewagt, einige wenige Kilometer, drei um genau zu sein, ohne Stöcke zu Laufen (Joggen) – und zwar sehr, sehr langsam und mit kleinen Schrittlängen. Trotzdem ist das Glücksgefühl nach so langer Zeit kaum zu beschreiben. In den vier Folgewochen bin ich dann insgesamt knapp 20 km langsam und vorsichtig gelaufen, davon einige sogar in kurzen Hosen, da Mitte/Ende Februar schon mal kurz der Frühling ausgebrochen war. Meine längste Einheit war 5 km in „sagenhaften“ 50 Minuten.
Ansonsten einige Tischtennis-Liga Spiele und meine täglichen Übungen wie gehabt.

Es folgte eine Woche Sportpause wegen einer Erkältung und dann ein kurzes Wochenende am geliebten Tegernsee. Ich war voller Hoffnung, dass ich es noch kurz vor Ende der Saison schaffen würde, meine Langlaufbretter nach langer Zeit wieder zu testen. Auch wenn tagsüber die Temperaturen bei sonnigen 15-18 Grad (plus) lagen, war es in den Tälern bei Kreuth doch nachts noch recht frostig und die Loipen, nach über zwei Meter Schnee in diesem Winter, wirklich überraschend gut in Schuss.
Am 23.3.2019 war es dann soweit. Ich konnte bei herrlichen Bedingungen vormittags lockere vier Testkilometer im klassischen Langlaufstil absolvieren. Immer noch mit dem nötigen Respekt vor dem großen Metallgestänge in meinem linken Oberschenkel. Aber bis auf einen Mini-Muskelkater am nächsten Tag (Oberschenkel-Innenseite), war alles perfekt. Keine Schmerzen während oder danach.

Morgens Winterlanglauf und mittags Sommer-MTB

Mittags anschließend bei sommerlichen Temperaturen eine 12 km MTB-Genuss-Runde eingestreut und tags darauf dann nochmals lockere 14 km auf dem Mountain-Bike absolviert. Außer kleinen Problemen an den Stellen, an denen sich mein Körper mit dem schmalen Sportsattel verbindet (war schließlich das erste Biken seit 6 Monaten), alles tipptopp! Jetzt fehlt nur noch ein Monat zum „Revision-OP-Jahrestag“. Auf Grund meiner guten Verfassung und absoluten Schmerzfreiheit muss ich zugeben, dass ich sehr stark am Überlegen war, ob ich mich für den Sprint-Cross-Triathlon (500 m Schwimmen, 20 km MTB und 5 km Laufen) rund um den Wiesbadener Neroberg Ende April 2019 anmelden sollte. Dieser Wettkampf wäre dann ziemlich genau ein Jahr nach der OP, so wie schon 2009 nach der letzten OP (rechte Seite) gewesen. Doch ich habe mich dann selbst wie folgt überredet: „Der Wettkampf ist nicht wirklich wichtig. Wichtig ist, dass ich weiß, ich würde das schaffen. Denn 500 Meter Schwimmen sind natürlich kein Problem, 20 km MTB habe ich schon einige Male nach der OP absolviert und 5 km am Stück gelaufen bin ich auch bereits zweimal.“ Die Vernunft hat dieses Mal (noch) gesiegt. Nach dieser Entscheidung Ende März bin ich dann das erste Mal wieder meine Pfingstborn-Hausrunde (5 km, 125 Hm) langsam gelaufen bei sommerlichen 20 Grad.
Im April folgten dann erneut vier Tage Tegernsee-Aufenthalt mit Zeit und Muße für die eigene Fitness und den Outdoor-Sport. Wie gehabt etwas Laufen und Mountain-Biken. Einen Schlechtwettertag nutzte ich, um in meiner „alten“ Reha-Wirkungsstätte Medical Park St. Hubertus das mir bekannte Medizinisch Technische Training (kurz MTT) zu absolvieren. Von einem Physiotherapeuten, der bei meiner ersten Reha im Medical Park 2008 auch schon dort war, ließ ich meinen Laufstil auf dem Laufband analysieren. Er hat dabei exakt das erkannt, was ich ganz bewusst versuche: Mit kleinen flachen Schrittlängen möglichst wenig Belastung auf die Gelenke einwirken zu lassen. Er meinte, dies sei ideal, um die das Kunstgelenk umgebenden Knochen nach und nach an etwas größere Belastungen zu gewöhnen. Schön, wenn ein Fachmann das eigene Trainings-/Laufkonzept bestätigt. Ich praktiziere hier im Prinzip das Slow-Jogging, vielleicht ganz leicht abgewandelt, da ich geringfügig schneller unterwegs bin. Wichtig ist hierbei, auf dem Mittelfuß, bzw. dem ganzen Fuß aufzukommen.
Unverhofft und positiv überrascht hat mich eine ganz andere Nachricht: Der Diplom-Sportlehrer, anerkannte Faszienexperte und Certified RolferTM Markus Roßmann hat seine Zelte in Erding abgesprochen und eine eigene Gesundheits-Lounge am Tegernsee eröffnet. Hätte er das doch bloß schon ein Jahr früher getan! Ich wäre nach meiner OP sicherlich Stammgast dort gewesen. Aber wenigstens habe ich jetzt eine ideale Anlaufstelle, um eventuelle Dysbalancen oder Beschwerden meines Bewegungsapparates behandeln zu lassen, sofern diese denn mal auftreten oder ich auch nur das Gefühl haben sollte.

MTB, Laufen und Wandern mit Tochter bei Traumwetter am Tegernsee an Ostern

Kurz vor Ostern hatte ich mit meiner Mannschaft noch unser letztes Liga-Tischtennisspiel bestritten, mit dem wir unsere sehr erfolgreiche Meisterschafts-Saison abgeschlossen haben. Alle von mir absolvierten Spiele waren in Bezug auf die Hüfte absolut problemlos und völlig beschwerdefrei. Tags darauf dann noch eine weitere kleine Slow-Jogging Einheit (4 km) bei kühlem, aber sonnigem Aprilwetter.
Eine Woche vor meinem Revision-OP-Jahrestag (25.04.2019) durfte ich mich erneut auf weitere fünf supersonnige Ostertage mit meiner Familie am geliebten Tegernsee freuen. Viereinhalb Aktiv-Tage bei Traumwetter standen auf dem Programm. Insgesamt 42 MTB-, 7 Lauf- und 7,5 Wanderkilometer liegen nun hinter mir. Es war alles perfekt und absolut schmerzfrei.
Die Urlaubstage habe ich auch genutzt, um selbst mehr über Faszien zur erfahren und mit dem oben bereits erwähnten Markus Roßmann ein Interview zum Thema „TEPFIT trifft Faszie“ zu führen – mit vielen Tipps und Infos zum Faszientraining mit künstlichen Gelenken. Das knapp zehn Minuten lange Video gibt es hier.
Nachdem ich das Revisionstagebuch nun exakt ein Jahr geführt habe, ist für mich das Kapitel Revisions-OP fast abgeschlossen. Danke an alle meine Leser, die sich durch die insgesamt 12 Kapitel durchgekämpft haben, vielleicht habt Ihr ja auch noch Kraft für mein Nachwort.
Wenn ich dem einen oder anderen aufzeigen konnte, dass eine Komplett-Revision nicht das Ende der Tage ist, dann hat mein Tagebuch sein Ziel erreicht.
Der allergrößte Dank gebührt natürlich dem hervorragenden Operations-Team der endogap in Garmisch-Partenkirchen unter der Federführung meines Hauptoperateurs Dr. Rolf Schipp und deren Chefarzt Dr. Christian Fulghum, sowie meiner lieben Frau Doro, die mich in den ersten Wochen nach der OP als Pflegefall grandios umsorgt hat. Ohne die vorstehend genannten Personen hätte auch mein eigener eiserner Wille, die vollständige Genesung und Sportfähigkeit zu erreichen, nur sehr wenig genützt. Last, but not least gehört natürlich auch ein Quäntchen Glück dazu, nicht zu den deutschlandweit 2-3% Prozent zu gehören, bei denen bei der Hüft-OP leider nicht alles glatt läuft!

Hüftgelenkersatz und die Rückkehr zum Sport

Gerne stelle ich einen Artikel aus der-niedergelassene-arzt.de zur Verfügung. Darin geht es ausführlich um die Rückkehr zum Sport nach Gelenkersatz. Der Artikel wurde von Prof. Dr. med. Christian H. Siebert, Klinik für Orthopädie und Sporttraumatologie Paracelsus Klinik Hannover Langenhagen veröffentlicht

Es wird die sich mit den Jahren geänderten Haltung der Fachärzte zu erlaubten Sportarten dargelegt und verschiedene Aspekte des körperlichen Wohlbefindens durch Sport mit Gelenkersatz beleuchtet.
Gleichwohl wird festgestellt, dass es noch keine wirklich evidenten Studien gibt, wie sich verschiedene Sportarten auf die Haltbarkeit des Gelenkes wirklich auswirken….mehr

Geiz ist geil – Gesundheit, Fitness und ein langes Leben zum Nulltarif?

Es scheint sich mehr und mehr in unserer Gesellschaft zu verfestigen, dass für die eigene Gesundheit gefälligst andere zu sorgen haben – und zwar umfassend und kostenlos. Wer sind die anderen? Der Staat, die Krankenkassen, die Sportvereine, ehrenamtliche Selbsthilfegruppen und nicht zuletzt eine geschlossene Facebook-Gruppe, wie „TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)“ mit bald 3000 Mitgliedern. Zudem wird wie selbstverständlich erwartet, dass hunderte oder tausende von perfekt produzierten Fitness- oder medizinischen Hilfe-Videos in Youtube kostenlos konsumiert werden können. Hier sei auch exemplarisch unser TEPFIT-Youtube-Kanal erwähnt oder der inzwischen mit einer großen Reichweite agierende Kanal Video-Visite von Dr. Tobias Weigl. Woher kommt es, dass die Meisten viel Geld in PS-starke teure Autos oder in Smartphones jenseits der 1000,00 EUR-Marke investieren, aber nicht bereit sind, für Gesundheit und gesunde Ernährung nur ein Bruchteil davon auszugeben?

Yoga – Foto: AndiP auf Pixabay

Wieso werden eher teure Gebühren für Bezahl-TV, Video- und Musik-Streamingdienste monatlich entrichtet, als Mitgliedschaften in einem Sportverein oder Fitness-Studio zu bezahlen?

Alle wollen möglichst lange leben und dabei gesund bleiben, aber nichts oder nur wenig dafür investieren.

Was sind die Gründe? Liegt es an der 24-Stunden Verfügbarkeit des Internets immer und überall und des damit einhergehenden viel zu hohen Medien-Konsums, der a) keine Zeit mehr für Bewegung und Sport in der Gemeinschaft lässt und b) natürlich auch mit Mobilfunkkosten weit höher als eine Vereinsmitgliedschaft zu Buche schlägt? Ist die Politik schuld, die das Gesundheitsbewusstsein nicht fördert und medial unterstützt, dafür aber inflationär irgendwelche unsinnigen Lebensmittel-Siegel erfindet? Wieso besteht die Werbezeit auch im öffentlich-rechtlichen TV zu 80% aus Medikamenten- und Arzeneimittel-Spots, die unverkäuflich wären, wenn Sport, Bewegung und gesunde, vitaminreiche Ernährung gelebt würde?
Ein Monatsbetrag in einem Sportverein mit vielfältigen Angeboten kostet, wenn er teuer ist, maximal 15 EUR, also 50 Cent pro Tag. Trotzdem haben besonders in Städten die Vereine mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Selbst Fitness-Studios, in denen man fast rund um die Uhr trainieren kann, gibt es für ein Euro pro Tag. Das ist vielen scheinbar zu teuer. Aber für einen Becher Coffee to go in umweltschädlichem Plastik werden gerne 3,00 EUR bis 4,00 EUR ausgegeben.

Für hochkarätige Gesundheitsveranstaltungen mit einem von Fachleuten begleitetem und ausgearbeiteten Programm, die zum Selbstkostenpreis angeboten werden, melden sich trotz einer exakt definierten und potenziellen Zielgruppe von 3000 Mitgliedern, die sich täglich viral intensiv austauschen, kaum ein Dutzend (0,3 Prozent) Personen an. Selbst Chefärzte von renommierten Kliniken, die speziell für Patienten mit künstlichen Gelenken, Seminare für den Wiedereinstieg in den Sport zusammen mit Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern zu wirklich moderaten Kosten anbieten, haben damit zu kämpfen, genug Anmeldungen zu erhalten, damit sich der Aufwand überhaupt lohnt – und das bei jährlich etwa 400.000 neuen potenziellen ‚Kunden‘.

Ab und zu träume ich den Gedanken, von den Mitgliedern unserer geschlossenen TEPFIT-Gruppe einen Monatsbeitrag von 0,50 oder 1,00 EUR zu erheben. Das wären ca. 1,5 bzw. 3 Cent pro Tag. Es wäre wirklich interessant zu wissen, wieviele am Ende noch in dieser Gruppe übrig blieben.
Ich bin übrigens ganz fest davon überzeugt, dass der Mehrwert, den diese Gruppe bietet, viel mehr als 1,00 EUR pro Monat wert ist. Aber das liegt auch vielleicht daran, dass ich weiß, wieviel Aufwand unser Admin-Triumvirat mit der Gruppe hat und wie stark sich im Hintergrund auch die medizinischen Fachleute in der Gruppe engagieren.

Fest steht, dass die ‚Geiz ist geil‘-Mentalität rasant um sich greift und in allen Bereichen immer präsenter wird: Vermeintliche Billig-Schnäppchen im Internet, die dem qualifizierten Fachhandel schaden; Last-Minute-Urlaube ‚all inclusive‘ weit weg, statt die traumhaften Landschaften und Reiseziele vor der Haustüre zu besuchen; sich über nicht artgerechte Tierhaltung echauffieren aber im Supermarkt abgepacktes Billigfleisch kaufen, statt zum Metzger des Vertrauens zu gehen.

Aber was hat das eigentlich alles mit ‚Endoprothese und Sport‘ zu tun? Viel, sehr viel!
Schließlich kostet eine Gelenkersatz-OP die Solidargemeinschaft ca. 10.000,00 EUR pro Fall. Macht bei 400.000 OPs pro Jahr schlappe 4 Milliarden Euro, jährlich – ohne die Rehabilitationskosten und den mehrwöchigen Ausfall als Arbeitskraft. Da ist es selbstverständlich die Pflicht jedes einzelnen alles dafür zu tun, dass das Ergebnis auch super wird, zumal Deutschland beim Thema AHB (Anschlussheilbehandlung), finanziert durch die Rentenversicherung oder Krankenkasse, durchaus Vorreiter in Europa ist. Dafür sollten die Betroffenen spätestens im Anschluss eigenes Geld in die Hand nehmen, um nach dem ‚Anschub-Sponsoring‘ durch die Solidargemeinschaft, selbst für sich Verantwortung zu übernehmen. Dazu zählen wie schon oben erwähnt auch Gesundheits-Workshops, Sport- und Fitness-Angebote, gesunde Ernährung und täglich ausreichend Bewegung. Das letztgenannte ist zwar tatsächlich zum Nulltarif zu haben – mal von gutem Schuhwerk abgesehen -, am Ende des Tages ist aber ein gewisser Aufwand an Geld und Zeit unabdingbar. Hier ist ganz dringend ein Umdenken in der breiten Masse notwendig. Nur so kann auch dem seit Jahren steigendem BMI der Gesamtbevölkerung entgegengewirkt werden. Besonders kritisch ist hierbei die Verdreifachung der adipösen Jugendlichen seit den 90er Jahren.

EndoFit Wochenende in Bonn – Bewegung und Sport mit Gelenkersatz – 3.-5. Mai 2019

Fr, 1. Februar 2019 1 Kommentar

Dr. Holger Haas

Aktualisierung vom 22.02.2019
Das detaillierte und sehr umfangreiche 3-Tages Programm steht inzwischen fest und kann hier ‚downgeloadet‚ werden.

Artikel vom 01.02.2019
Die Sehnsucht, sich nach einer Gelenkersatz-Operation endlich wieder sportlich und vor allen Dingen schmerzfrei zu betätigen, ist bei vielen Betroffenen sehr groß. Oft wieder dieser Wunsch allerdings von der Angst begleitet, etwas falsch zu machen und damit dem künstlichen Gelenk zu schaden. Das EndoFit-Programm, ursprünglich von der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen vor einigen Jahren ins Leben gerufen, findet nun zum erstem Mal (fast) in der Mitte Deutschlands, nämlich in Bonn, statt.
Dies ist eine sehr gute Gelegenheit für alle, die in der näheren oder oder weiteren Umgebung von Bonn zu Hause sind, etwas für die eigene Fitness zu tun und das Rüstzeug für den selbstbestimmten Weg zurück in ein aktives und bewegtes Leben zu erhalten.
Dr. Holger Haas – Chefarzt Allgemeine Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin des Gemeinschafts-Krankenhauses Bonn, St. Petrus – fasst nachfolgend in einem persönlichen Anschreiben das Programm und das Ziel dieses Wochenendes zusammen.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

denken, kommunizieren und mobil zu sein, macht das Leben aus. Dies gilt auch und gerade für Menschen, die durch die Implantation einer Endoprothese ihre Mobilität zurückgewonnen haben. Aber es gehört Zutrauen und manchmal Mut dazu, wieder körperlich aktiv zu werden. Dabei wollen wir Sie unterstützen: Unser Team von Physiotherapeuten, Ärzten und Betreuern wird Sie mit einem abwechslungsreichen Wochenendprogramm auf dem Weg zurück in ein sportlich aktives Leben begleiten. Dabei kommen die Information und der Erfahrungsaustausch nicht zu kurz. In Fachvorträgen werden Sie über aktuelle Aspekte der Endoprothetik informiert, gepaart mit zahlreichen sportlichen Aktivitäten und Medizinchecks. Es erwartet Sie ein speziell zugeschnittenes Trainingskonzept für Gelenkersatz-Träger.

Wir würden uns sehr freuen, Sie hier in Bonn zu unserem ersten endofit-Wochenende begrüßen zu können!

Chefarzt Dr. med. Holger Haas mit dem gesamten Team

Den Flyer mit allen Details zur Anmeldung, Kosten, Veranstaltungsort, Ansprechpartner und den begleitenden Fachleuten gibt es hier.

Natürlich unterstütze ich gerne diese Veranstaltung. Nicht ohne Grund heißt meine Webseite „Endoprothese und Sport“!

Viel Endoprothese und wenig Sport – mein 2018

Sa, 15. Dezember 2018 2 Kommentare

Bei der Abschluss-Visite mit Dr. Chris Fulghum

Das nun fast abgelaufene Jahr 2018 war sicherlich das sportärmste aber zugleich körperlich für mich herausforderndste Jahr seit Bestehen dieses Blogs. Stand 2018 doch ganz im Zeichen meiner Komplett-Revision der inzwischen arg in die Jahre gekommenen linken, zementierten Hüft-TEP. Galt es für mich zunächst noch am Jahresanfang, mein gelockertes Hüftgelenk noch so beweglich wie möglich zu halten (siehe Aufwärmphase), begann ab April dann der lange Weg zurück ins normale und gegen Ende des Jahres auch wieder sportliche Leben. Der Überschriftsteil ‚Viel Endoprothese‘ ist dabei übrigens durchaus in doppeltem Sinne gemeint. Zum einen, dass dieses neue Stück aus Titan, Keramik und Polyethylen mein Leben und meine Lebensweise in 2018 sehr stark (viel) bestimmt hat und zum anderen meint ‚viel‘ eben auch eine wirklich sehr große Revisions-Endoprothese, wie in der Aufnahme leicht im Vergleich zur rechten TEP zu sehen ist. Während ich diese Zeilen schreibe ist es erst ganz wenige Wochen her, dass ich fast nichts mehr von dieser OP spüre und meine muskulären Defizite zu nahe 100 Prozent wieder ausgeglichen sind. Dass dies überhaupt möglich war und ist, verdanke ich natürlich dem herausragenden Team der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen mit Dr. Christian Fulghum an der Spitze und meinem hervorragenden und revisionserfahrenen Operateur Dr. Rolf Schipp, der die ‚RoboCop‘-TEP, wie ich sie inzwischen fast liebevoll nenne, gemeinsam mit dem ebenfalls sehr erfahrenen Dr. Florian Wolpert – dem ich übrigens meine rechte TEP aus 2008 verdanke – in dreistündiger harter Arbeit ‚hineingezimmert‘ hat.

Revisionshüfte mit Wagnerzugang – mit freundlicher Genehmigung der endogap durch Dr. Christian Fulghum

An dieser Stelle nochmals mein herzlichster Dank dafür an mein Ärzte-Team. Mein Dank gilt aber auch meinen Physiotherapeuten der Medical-Park-Klinik St. Hubertus in Bad Wiessee, in der ich meine vierwöchige Reha absolviert habe, der Physiotherapie am See in Gmund, die mich während der 6 Wochen Teilbelastung vor der Reha betreut hat und meiner lieben Frau, die mich als Pflegefall mit zwei ständigen Gehhilfen in den ersten 8 Wochen verständnis- und liebevoll um- und versorgt hat. Das komplette Auf -und Ab der Wiederherstellung meiner körperlichen Leistungsfähigkeit kann ja auch hier im Blog unter der Rubrik ‚Revision‘ in bisher 10 Kapiteln ausführlich nachgelesen werden, wobei es noch ein oder zwei weitere Kapitel geben wird.
Mit echten sportlichen Aktivitäten, wenn man mal von regelmäßigem Fitness- und Aufbautraining, sowie Walking mit Stöcken absieht, habe ich vor ca. 4 Wochen wieder begonnen. Ich habe die letzten drei Tischtennis-Ligaspiele der Vorrunde mit meinem Team erfolgreich und absolut schmerzfrei absolviert.

Damit ist mein sportlicher Ausblick auf 2019 geprägt von Optimismus und der Gewissheit, dass ich spätestens ab Frühjahr wieder etwas intensiver mit Ausdauersport starten kann. Geplant sind hier abwechselnd MTB-Einheiten (die ich übrigens ganz vorsichtig auch schon im Oktober dieses Jahres absolviert habe), Nordic-Cross-Training (Cross-Shaper) und kleine, lockere und kürzere Laufeinheiten, nachdem mir Dr. Schipp bei der 6-Monatskontrolle hierfür vorsichtig grünes Licht gegeben hat.

Meine liebste Doro und ich 2015 am Bloubergstrand bei Kapstadt

Darüberhinaus freue ich mich im Januar auf wunderschöne Wochen in Südafrika mit meiner Liebsten und unseren besten Freunden (übrigens als Wiederholungstäter schon zum 5. Mal in diesem traumhaften Land) und im April 2019 auf den nunmehr 3. TEPFIT-Workshop seit Bestehen unserer geschlossenen Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie). Dieses Mal wird es an wechselnden Locations in Berlin mit hochinteressanten Vorträgen und einem Aktiv-Programm für Betroffene stattfinden. Zur Anmeldung mit allen Informationen geht es hier.

Des Weiteren planen meine Mitautorin der beiden ‚Mutmach-Bücher‘ ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mut zum neuen Knie!‘ Heidi Rauch und ich, 2019 regelmäßig in loser Folge kleine Video-Clips für unseren TEPFIT-YouTube-Kanal zu erstellen. Darin zeigen wir kleine aber effektive Übungen für die Stabilisation und den Muskelaufbau nach Hüft- oder Knie-OPs, die sich jederzeit und überall in den Alltag integrieren lassen. Den Anfang hat bereits Heidi Rauch gemacht mit ihrem ‚Einbein-Übungsvideo‘.
Wenn es Euch gefällt, abonniert einfach unseren YouTube-Kanal.

Ich wünsche meinen treuen Lesern und Abonnenten ein schönes, friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes, bewegungsreiches, sportliches und schmerzfreies Jahr 2019.

 

Vom Blog über zwei Bücher zum 3. TEPFIT-Treffen in Berlin

Was 2011 mit diesem Blog begann, hat sich in den letzten sieben Jahren prächtig weiterentwickelt. In den Jahren 2012 und 2014 sind die Bücher ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mut zum neuen Knie!‘ erschienen – das erste inzwischen in der zweiten Auflage. 2015 wurde die geschlossene Facebook-Gruppe ‚TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‘ gegründet, die in Kürze das 3000. Mitglied feiern wird.

Teilnehmer des 2. TEPFIT Workshops 2018 in Hagen

Damit reifte dann auch der Entschluss, die Mitglieder der virtuellen Facebook-Gruppe in einem realen Treffen zusammenzubringen. Das erste Treffen im November 2016 in der Nähe von München war damit aus der Taufe gehoben.
Im April 2019 findet nun bereits das dritte TEPFIT-Treffen (Workshop) mit einem erneut sehr interessanten Programm in Berlin statt. Drei hochkarätige Impulsvorträge renommierter Fachärzte der Charité am Vormittag, sowie Yoga und Zumba für TEP-Träger am Nachmittag, bilden die Programm-Säulen. Für ein ausgewogenes Rahmenprogramm mit gemeinsamen Abend ist natürlich ebenfalls gesorgt.
Wer Interesse hat, kann sich unter nachfolgendem Link ausführlich informieren und natürlich auch gleich verbindlich anmelden!
Ein paar ‚Live‘-Eindrücke vom letzen Treffen gibt es rechts mit dem TEPFIT-Trailer 2018 und natürlich in unserem YouTube-Kanal!

Sportlich unterwegs mit neuer Hüftprothese

Moderne Implantatmaterialien erlauben mehr Aktivität – Freiburg, November 2018

Der Anteil an Patienten, die auch mit einem künstlichen Hüftgelenk sportlich aktiv sein wollen, nimmt immer weiter zu. Tatsächlich erlauben moderne Materialpaarungen für den Ersatz von Hüftpfanne und Hüftkopf mittlerweile einen aktiveren Lebenswandel. Der Grund: sie erzeugen bei Belastung deutlich weniger Abriebpartikel – bisher eine der Hauptursachen für eine Lockerung des Implantats. Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. empfiehlt daher heute allen Patienten mit Hüftprothese, regelmäßig moderaten Sport, etwa Schwimmen oder Radfahren, zu betreiben…. hier der komplette Artikel mit Sportarten-Empfehlungen als PDF-Download