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Posts Tagged ‘Hüfte’

Tod eines Fachmagazins und bald 1000 TEPFITte

Es ist wirklich schade. Das, wie ich finde, herausragende Fachmagazin MedicalSportsNetwork, dass man u.a. aus sportärztlichen Praxen, vom Physiotherapeuten und aus Reha-Kliniken kennt, wurde offensichtlich eingestellt. Besonders traurig ist es aus meiner Sicht, dass neben dem Printmagazin auch der gesamte Online-Content nicht mehr zur Verfügung steht und die Web-Seite gelöscht wurde. Hat sich das Magazin doch durch hochkarätige Beiträge von anerkannten Medizinern, Wissenschaftlern, Physiotherapeuten und auch Betroffenen zu Erkrankungen und Verletzungen, die sportliche Betätigung zunächst unmöglich machen, hervorgetan. Die Schwerpunkte lagen dabei neben der schnellen Regeneration auf vielen neuen, wissenschaftlich untermauerten, Methoden, die vor allen Dingen Spitzensportler in atemberaubender Zeit auch nach schweren Verletzungen wieder sportfähig machen können. Davon profitiert natürlich auch der Breitensportler. Das Thema Sport mit künstlichen Gelenken wurde ebenfalls in mehreren Ausgaben ausführlich behandelt. Auf zwei dieser Beiträge möchte ich hier gerne nochmals verweisen, da uns diese auf Grund unserer eigenen Beteiligung als PDF-Datei vorliegen.
Zum einen: Sport mit künstlichen Hüftgelenk von Simon Hendrich, Dr. med. Johannes Pauser, MHBA und PD Dr. med. M. Brem, MHBA, Ausgabe 4/2013.
und zum anderen : Mut zur neuen Hüfte von Peter Herrchen, Ausgabe 1/2013.
Weitere sehr interessante und thematisch passende Artikel (insgesamt sieben), auf die ich in meinem Blog teilweise verlinkt hatte, sind nun nicht mehr verfügbar.
Eine Anfrage bei den für die Zeitschrift zuständigen Maketing & Salesmanagern der succidia AG, die dort zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch als Verantwortliche für die MedicalSportsNetwork genannt sind, blieb leider unbeantwortet. Was also den Ausschlag für den Magazintod gegeben hat, ist mir somit nich bekannt.

Weitaus erfreulicher hingegen ist, dass unsere geschlossene Facebook-Gruppe ‚TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‚ ganz kurz vor der 1000-Mitglieder-Schallmauer steht. Es werden in dieser Gruppe täglich dutzende von Artikel, Fragen und Anregungen gepostet und diskutiert. Man hilft sich gegenseitig, spricht sich Mut zu, gibt sich Tipps, verlinkt Fachartikel und TV-Beiträge oder weint sich, wenn einem danach ist, auch einfach mal aus. Und damit das nicht alles nur in einem virtuellen Raum geschieht, findet ziemlich genau 20 Monate nach Gründung dieser Gruppe, ein reales TEPFIT-Meeting vom 18.11.2016 – 20.11.2016 in Erding bei München statt. Für Kurzentschlossene gibt es noch einige Restplätze, eine Anmeldung ist noch bis zum 21.10.2016, je nach Verfügbarkeit, möglich. Die Anmeldeunterlagen gibt es hier!
Das Programm besteht neben dem ‚Kennenlernabend‘ am Freitag aus vier hochkarätigen Work-Shops und Vorträgen am Folgetag, bei dem auch die Bewegung nicht zu kurz kommt.

Tegernsee, Blackroll, TEPFIT

tegernseeWie seit nunmehr 10 Jahren lade ich auch dieses Jahr wieder am herrlichen Tegernsee meinen Akku etwas auf. Durch die aktuellen Wetterkapriolen (4 Tage 30 Grad und Sonne, 3 Tage 13 Grad und Regen) bleibt genug Zeit, neben sportlich aktiven Tagen (Laufen, MTB, Schwimmen, Wandern), auch entspannt auszuruhen. Dumm nur, dass meine Blackroll, die ich erst kürzlich erworben habe, nicht dabei ist. Diese ist ideal zur Regeneration der Myofaszien (Bindegewebe der Muskeln und Muskelgruppen) – auch bei INDOOR-Regentagen. Verspannungen lassen sich damit prima lösen! Längst hat die ‚Rolle‘ auch im Spitzensport zur Regeneration Einzug gehalten und wird z.B. im Profifußball beim DFB (Die Mannschaft) genutzt.

Faszien-Training ist ein perfektes Stichwort für unseren TEPFIT-Workshop im November in Erding bei München! Neben einem kleinen Rahmenprogramm stehen folgende Highlights auf der Agenda:

Alles optimal für Personen geeignet, die entweder vor einer Gelenkersatz-OP stehen oder diese bereits hinter sich haben. Hier gibt es das komplette Programm und die Anmeldeunterlagen. Diese einfach vollständig ausfüllen, unterzeichnen und an die auf den Unterlagen (letzte Seite) angebende Adresse senden (Post, eMail oder Fax).

Treffen der TEPFITen im November 2016

Wie Ihnen liebe Leser ja sicher schon aus einigen Artikel hier in diesem Blog bekannt ist, betreibe ich zusammen mit zwei reizenden TEP-Damen die geschlossene Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie).
Diese Gruppe besteht seit etwas mehr als einem Jahr und hat inzwischen über 730 Mitglieder. Im November 2016 (18.11.- 20.11.2016) gibt es nun ein TEPFIT-Meeting in Erding bei München. Dafür haben wir uns ein sehr abwechslungsreiches Programm ausgedacht, bei dem sicher jeder auf seine Kosten kommt. Namhafte Referenten konnten gewonnen werden, wie z.B.: der Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz, Dr. Christian Fulghum, aus Garmisch-Partenkichen oder der Cross-Shaper-Erfinder und Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, Dr. Georg Kaupe, der die neue Sportart theoretisch erklärt und danach einen Schnupperkurs anbietet. Das vollständige Programm können Sie hier ‚downloaden‘.

Sollten Sie das Programm und die Veranstaltung interessant finden, so haben Sie auch als Leser dieses Blogs die Möglichkeit, daran teilzunehmen. Die vollständigen Anmeldeunterlagen gibt es hier. Einfach vollständig ausfüllen, unterzeichnen und an die auf den Unterlagen (letzte Seite) angebende Adresse senden (Post, eMail oder Fax).

Glückwunsch zu 10 Jahren ENDOLIFE

Vor zwei Tagen lag die neue Ausgabe des endolife-Magazins der endogap – Klinik für Gelenkersatz in meinem Briefkasten. Diese besondere Ausgabe zum 10-jährigen Jubiläum zeigt sehr eindrucksvoll die Geschichte und Entwicklung der endogap seit 2005. In den sechziger Jahren von einem der Pioniere der Endoprothetik Prof. Fritz Lechner als Abteilung eines Kreiskrankenhauses gegründet, hat sein Nachfolger Dr. Holm Schlemmer die endogap als eigene Marke kreiert und diese dann 2010 dem heutigen Chefarzt Dr. Christian Fulghum übergeben. Dieser hat mit seinem Team die Spezialklinik konsequent ausgebaut und dafür gesorgt, dass die endogap als eine der ersten Kliniken in Deutschland 2012 EndoCert zertifiziert wurde. Außerdem hat Dr. Christian Fulghum mit endofit einen jährlichen Fachkongress aus der Taufe gehoben, der durch die mehrmals jährlich stattfindenden indofit-sportkurse für Patienten abgerundet wird.
In den endolife-Magazinen, die zweimal jährlich erscheinen, geht es immer um Wissenswertes rund um das Thema der Endoprothetik, um aktuelle Entwicklungen und Neuerungen. In einer weiteren Rubrik werden Patienten vorgestellt, die von ihrem neuen Lebensgefühl nach einer erfolgreichen OP berichten. Ich selbst hatte das Vergnügen in der Ausgabe Sommer 2009 auf Seite 6 meine Geschichte beisteuern zu dürfen. Natürlich hat es mich besonders gefreut, dass diese Geschichte nun auch in der Jubiläumsausgabe (ebenfalls auf Seite 6) mit einem kleinen Foto erwähnt wurde. Alle 20 Magazine stehen auf der Klinikwebseite zur Verfügung. Es ist dort auch möglich, die Zeitschrift als ‚analoge‘ Ausgabe zu bestellen.
Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die endogap in Garmisch-Partenkirchen auch in den kommenden Jahren ihre Qualität und guten Ruf konsequent weiter ausbaut, um damit auch zukünftig eine der ersten Adressen für künstliche Hüfte- und Kniegelenke in Deutschland zu bleiben.

TEPFIT-Jubiläum, die Wandlung einer Facebook-Verweigerin und Behandlungsfehler 2015

TEPFIT feiert Geburtstag 
Genau heute vor einem Jahr wurde unsere TEPFIT-Gruppe von Ulrike Steyer und mir gegründet, Therese Schreiber aus der Schweiz, die auf Grund ihrer über 10 Hüft-OPs wirklich einen sehr reichen Erfahrungsschatz besitzt, hat glücklicherweise aus unserem Duo ein sehr gut funktionierendes Triumvirat gemacht. Seit Gründung wächst unsere Gruppe konstant um 50 Mitglieder pro Monat. Dies ist bei aller Freude zugleich auch eine große Verantwortung für die Administratoren, durch maßvolle Moderation, weiterhin faire, sachliche, interessante und spannende Beiträge zu erhalten. Noch im März wird vermutlich die 600 Mitglieder-Marke erreicht. Dieses Netzwerk aus Betroffenen, Ärzten, Physiotherapeuten und weiteren Fachleuten aus den Bereichen Ernährung und Sport macht es möglich, auf kurzem Weg Hilfen zu geben, Fragen zu beantworten und Informationen rund um das Themengebiet Hüft- und Kniegelenk zu erhalten.

Von einer Facebook-Verweigerin zum Facebook-Junkie
Nein ganz so schlimm ist es hoffentlich (noch) nicht. Aber meine liebe Autorin Heidi Rauch, die mit mir zusammen unsere beiden Bücher ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mut zum neuen Knie!‘ verfasst hat, hat sich über Jahre standhaft geweigert, an der ‚ach so bösen‘ Facebook-Gemeinde teilzuhaben. An einem Montag im März, es war der 7.3.2016, hat sie sich dazu entschieden, dies zu ändern. Was ihre Wandlung herbeigeführt hat, bleibt ihr Geheimnis. Aber wenn sie etwas anfängt, dann mit Vollgas. Bereits nach zwei Tagen hatte sie 135 Facebook-Freunde, aktuell sind es schon 202. Ich freue mich persönlich sehr darüber, denn so kann Sie jetzt auch in unserem TEPFIT-Netzwerk und auf den beiden Facebook-Seiten (Mut zur neuen Hüfte und Endoprothese und Sport) allen mit ihrem reichen Erfahrungsschatz mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Behandlungsfehler 2015
Nun zu einem etwas ernsterem und nicht ganz so erfreulichem Thema: Auch wenn laut dem nachfolgenden Bericht der Ärztezeitung die Zahl der aktenkundlich gewordenen über 2000 Behandlungsfehler ganz leicht gegenüber den Vorjahren gesunken ist, so macht der große Anteil der Fehler gerade im orthopädischen und chirurgischen Bereich etwas nachdenklich. Immerhin 100 Patienten kamen dadurch zu Tode und etwa ein viertel haben bleibende Schäden davongetragen. Der Orthopäde Dr. Georg Kaupe hat dazu in unserer TEPFIT-Gruppe folgendes geschrieben: „Die Qualität der ärztlichen Leistung in Deutschland und der Schweiz ist weltweit führend! In jedem Bereich werden Fehler gemacht – allerdings ist die Zahl der unberechtigten Klagen sehr hoch! Bis ein Arzt in Deutschland operieren darf, sind wie kaum irgendwo erhebliche Kriterien zu erfüllen“ und weiter „Ich habe heute als Patient weit im Vorfeld alle Möglichkeiten der Information und werde über alle möglichen Folgen aufgeklärt. Unabhängige Gutachterkommissionen können sehr schnell begründete Behandlungsfehler aufdecken. Schlimm und teuer kann es aber auch für den Patienten werden, wenn Juristen ihn durch eine Prozess-und Kostenlawiene treiben.“ und abschließend „Deswegen ist es gut, dass es inzwischen Qualitätssicherung und Register gibt. Somit gehört auch die Arthroskopie nur in professionelle Zentren.“
Ich stimme seiner Aussage zu, da man sich im Vorfeld tatsächlich bestens informieren kann, wenngleich dies zeitaufwendig ist, eine gewisse Hartnäckigkeit erfordert und die Aneignung medizinischer Begriffe notwendig macht. Dies garantiert zwar keine komplikationslose ärztliche Versorgung, kann aber das Risiko sinnloser Behandlungen minimieren. Auch Dr. Kaupes Hinweis zum Thema Arthroskopie kann ich nur unterstreichen. In unserer TEPFIT Gruppe gibt es eine recht große Anzahl von Betroffenen, denen unsinnige Arthroskopien ‚aufgeschwätzt‘ wurden, oft mit erheblich größeren Problemen nach dem Eingriff als vorher. Insgesamt ist Deutschland auf einem guten Wege, durch Qualitätssicherungen und unabhängige Stellen, schwarze Schafe zu identifizieren. Gleichzeitig nimmt die Zahl der sich auf wenige Behandlungsfelder spezialisierten medizinischen Zentren zu. Beides ist gut für den Patienten.

150.000 Zugriffe, 150 TEPFITte, viel Klärungsbedarf, Halbmarathon-Finisher und endogroup

150.000 Seitenzugriffe

Zunächst freue ich mich, dass dieser Blog seit einigen Tagen 150.000 Seiten-Zugriffe überschritten hat. Dies zeigt, dass die Informationen die hier zusammengetragen werden und wurden innerhalb der Gruppe der Betroffenen eine hohe Relevanz haben. Um eine noch größere Anzahl von Arthrosegeplagten zu erreichen, wurde vor gut sieben Wochen zusätzlich die Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie) ins Leben gerufen. Auch wenn hier im Blog Kommentare hinterlassen kann, was auch rege genutzt wird, so ist eine Interkommunikation im Social Media einfach besser abzubilden.

Knapp 150 Mitglieder

Was lag da also näher, als Facebook mit seinen 1,5 Milliarden Nutzern weltweit und 30 Millionen in Deutschland dafür zu nutzen.
Durchaus überrascht hat uns, dass unsere Gruppe in der kurzen Zeit fast 150 Mitglieder zählt. Dies entspricht ca. 20 Neuanmeldungen pro Woche. Ebenfalls überrascht sind wir von dem großen Anteil an sehr jungen Mitgliedern, die bereits künstliche Gelenke haben oder kurz davor stehen.

Viel Klärungsbedarf

Regelrecht entsetzt sind wir darüber, wie groß immer noch die Informationsdefizite und Verunsicherungen bei dem Thema künstliche Gelenke sind. Trotz einer Fülle von Informationen, die über unterschiedliche Quellen verfügbar sind, stehen sehr viele unbeantwortete Fragen im Raum. Eine große Verunsicherung entsteht dadurch, dass unsere Gruppenmitglieder bei Ihren Ärzten, im Krankenhaus oder bei Reha-Aufenthalten sehr vielstimmige Handlungsempfehlungen erhalten. Diese reichen von ‚Nie wieder auf der operierten Seite schlafen‘ über ‚Bis zu 12 Monaten nach der OP kein Fahrrad fahren‘ bis hin zu ‚Nach 3-4 Monaten können Sie ruhig mit dem Joggen anfangen‘. Da bleibt es schwierig für den Einzelnen, sich zu orientieren. Genau hier setzt unsere Gruppe an. Alle diese Fragen und Unsicherheiten können gepostet werden und werden meist in wenigen Minuten von den anderen Mitgliedern beantwortet. Da auch einige Orthopäden und Physiotherapeuten mit von der Partie sind, sind die Antworten sehr oft entsprechend fachlich untermauert.

Dirk Reidenbach

Dirk Reidenbach (li) mit Peter Herrchen

Gutenberg-Halbmarathon 9 Monate nach Hüft-TEP

Gratulieren möchten wir an dieser Stelle dem TEPFIT-Mitglied Dirk Reidenbach, der exakt 9 Monate nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes am 10. Mai 2015 in Mainz den Halbmarathon in einer hervorragenden Zeit von 2:11:06 gefinished hat. Fünf Monate zuvor hatte er erst wieder mit dem Laufen begonnen (vier Monate nach der OP).

Dirk ist ein Beispiel dafür, was alles mit einem künstlichen Gelenk möglich ist und das, obwohl die Voraussetzungen alles andere als günstig waren: Hatte er doch auf Grund eines sechs Monate zuvor erlittenen Unfalls und eines damit verbundenem unentdeckten Risses im Hüftkopf ein künstliches Gelenk erhalten müssen. Gut, dass er einen Operateur hatte, der sportliche Aktivitäten trotzdem für gut befand.

Peter Herrchen, Betreiber dieses Blogs und der TEPFIT-Gruppe, ließ es sich nicht nehmen, Dirk persönlich anzufeuern und zu gratulieren.

endgroup

Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen und auch Mitglied der TEPFIT-Gruppe, hat zusammen mit vier anderen Endoprothetik-Zentren in Deutschland die endogroup ins Leben gerufen.
‚Fünf auf dem Gebiet der Endoprothetik führenden Kliniken bilden endogroup. Durch die Kooperation soll ein Zugewinn in der Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung, der Mitarbeiterzufriedenheit und der Organisation unserer Abteilungen erreicht werden‘, erläutern die Betreiber auf ihrer Seite.
Umfassend und anschaulich wird über die Hüft- und Knie-Endoprothetik informiert, sowohl was die OP selbst als auch die möglichen Implantat-Varianten (Gleitpaarungen) betrifft. In der Rubrik ‚Knowledge-Center‘ werde alle Begriffe rund um die OP alphabetisch erläutert und die häufigsten Fragestellungen beantwortet.
Selbstverständlich gelangt man über endogroup-Seite auch zu den jeweiligen Klinik-Webseiten und deren Chefärzte!

AMIS – Alter Wein in neuen Schläuchen?

Fr, 27. Februar 2015 4 Kommentare

In letzter Zeit ist in der Presse und auf Klinik- und Ärzteseiten häufiger von der neuen AMIS-Methode bei Hüft-OPs die Rede (siehe z.B.: TZ oder auch WAZ). AMIS steht dabei für ‚Anterior Minimal Invasive Surgery‘ und bedeutet nicht wörtlich übersetzt: ‚Die minmal-invasive Durchführung einer Hüft-OP über einen vorderen Zugang‘. Bei dieser Operationsmethode wird immer nur von Vorteilen gegenüber allen anderen Methoden berichtet (schnellere Rehabilitation, Vollbelastung direkt nach der OP, weniger bis keine Schäden an Muskeln und Nerven, geringe Luxationsgefahr, weniger Schmerzen, weniger Blutverlust, kleine Narbe). Anlass genug mal zu hinterfragen, warum diese Methode in Deutschland noch immer sehr wenig verbreitet und ob diese wirklich neu ist?

Bei der Recherche stellt sich schnell heraus, dass dieser Zugangsweg zum Hüftgelenk schon lange – wenn auch ohne marketingfähigen Namen – vor allen Dingen in Frankreich (seit den 90er Jahren), aber auch in Österreich und in der Schweiz angewandt wurde, bzw. wird. Seinen Ursprung hatte dieser Zugangsweg übrigens bereits 1870 in Deutschland! Carl Hueter hat damals bereits diese Methode beschrieben. Sie verschwand von der Bildfläche bis in den 90er Jahren Dr. F. Laude aus Paris diesen wiederbelebte. In einem Artikel aus dem Jahre 2010 ist von bisher 30000 Operationen insgesamt nach dieser Methode die Rede. Setzt man die Zahl ins Verhältnis zu den jährlich ca. 200.000 Hüftgelenksersatz-Operationen in Deutschland, so relativiert sich diese sehr schnell. Aktuellere Zahlen liegen mir leider nicht vor.

Alles Grund genug. unseren Spezialisten Dr. Christian Fulghum, den Cherfarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz, zu diesem Thema zu befragen.
Lesen Sie nachfolgend die ausführliche Antwort zu unseren Fragen an Dr. Fulghum:

Endoprothese und Sport
Wenn AMIS nur Vorteile hat, warum ist diese Methode in unserer Wahrnehmung in Deutschland so wenig verbreitet?
Wo liegen die Probleme in dieser Operationsmethode?
Was sind die Nachteile?

Dr. Christian Fulghum

  1. AMIS ist eine sehr guter Zugangsweg/Methode, wenn sie beherrscht wird.
  2. AMIS ist nichts Neues – es ist der altbekannte vordere Hüftzugang, schon vor vielen Jahren beschrieben, jetzt mit neuem, marketingfähigen Namen.
  3. Es gibt 5 natürliche Hüftlücken, die den Zugang zum Gelenk ermöglichen. Durch alle kann man operativ tätig werden, mal mit etwas mehr Muskelschonung, mal mit etwas weniger.
  4. Die Benutzung aller 5 Zugangswege bedingt bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks Muskelschäden, sei es durch Durchtrennung, durch Dehnung oder Quetschung des Gewebes. Welcher Schaden da vorzuziehen ist, bleibt völlig offen!
  5. Bestimmte Zugänge zeigen in den ersten 6 Wochen eine etwas schnellere Rehabilitation (u.a. AMIS), nach 3 Monaten sind absolut keine Unterschiede mehr nachweisbar (der Körper regeneriert sich).
  6. Signifikante Unterschiede haben sich in kontrollierten Studien nicht nachweisen lassen.
  7. Leider wird mit AMIS geworben, das alleine ist schon nicht OK, denn alle Hüftzugänge führen, bei korrekter, schonender Ausführung, zu sehr guten Ergebnissen.
  8. AMIS ist bei Komplikationen nicht erweiterbar – im Gegensatz zu den seitlichen und hinteren Zugängen; Und niemand ist gegen Komplikationen gefeit.
  9. Unter anderem deshalb hat sich AMIS auch bisher nicht wirklich durchgesetzt. Was sollte uns daran hindern einen überlegenen Zugang zu verwenden (wenn er denn überlegen wäre ….)?
  10. Es gibt eben bei keinem Zugang nur Vorteile, es kommt immer auf die Erfahrung des Operateurs an und den individuellen Patienten.

Dr. Fulghums Fazit: Das Wichtigste ist die Erfahrung und das Können des Operateurs und zwar unabhängig davon, welche der 5 möglichen Zugangswege gewählt werden.

Spätestens dieses Werbevideo sollte im Bezug auf AMIS nachdenklich stimmen!