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Posts Tagged ‘Klinikwahl’

Glückwunsch zu 10 Jahren ENDOLIFE

Vor zwei Tagen lag die neue Ausgabe des endolife-Magazins der endogap – Klinik für Gelenkersatz in meinem Briefkasten. Diese besondere Ausgabe zum 10-jährigen Jubiläum zeigt sehr eindrucksvoll die Geschichte und Entwicklung der endogap seit 2005. In den sechziger Jahren von einem der Pioniere der Endoprothetik Prof. Fritz Lechner als Abteilung eines Kreiskrankenhauses gegründet, hat sein Nachfolger Dr. Holm Schlemmer die endogap als eigene Marke kreiert und diese dann 2010 dem heutigen Chefarzt Dr. Christian Fulghum übergeben. Dieser hat mit seinem Team die Spezialklinik konsequent ausgebaut und dafür gesorgt, dass die endogap als eine der ersten Kliniken in Deutschland 2012 EndoCert zertifiziert wurde. Außerdem hat Dr. Christian Fulghum mit endofit einen jährlichen Fachkongress aus der Taufe gehoben, der durch die mehrmals jährlich stattfindenden indofit-sportkurse für Patienten abgerundet wird.
In den endolife-Magazinen, die zweimal jährlich erscheinen, geht es immer um Wissenswertes rund um das Thema der Endoprothetik, um aktuelle Entwicklungen und Neuerungen. In einer weiteren Rubrik werden Patienten vorgestellt, die von ihrem neuen Lebensgefühl nach einer erfolgreichen OP berichten. Ich selbst hatte das Vergnügen in der Ausgabe Sommer 2009 auf Seite 6 meine Geschichte beisteuern zu dürfen. Natürlich hat es mich besonders gefreut, dass diese Geschichte nun auch in der Jubiläumsausgabe (ebenfalls auf Seite 6) mit einem kleinen Foto erwähnt wurde. Alle 20 Magazine stehen auf der Klinikwebseite zur Verfügung. Es ist dort auch möglich, die Zeitschrift als ‚analoge‘ Ausgabe zu bestellen.
Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die endogap in Garmisch-Partenkirchen auch in den kommenden Jahren ihre Qualität und guten Ruf konsequent weiter ausbaut, um damit auch zukünftig eine der ersten Adressen für künstliche Hüfte- und Kniegelenke in Deutschland zu bleiben.

150.000 Zugriffe, 150 TEPFITte, viel Klärungsbedarf, Halbmarathon-Finisher und endogroup

150.000 Seitenzugriffe

Zunächst freue ich mich, dass dieser Blog seit einigen Tagen 150.000 Seiten-Zugriffe überschritten hat. Dies zeigt, dass die Informationen die hier zusammengetragen werden und wurden innerhalb der Gruppe der Betroffenen eine hohe Relevanz haben. Um eine noch größere Anzahl von Arthrosegeplagten zu erreichen, wurde vor gut sieben Wochen zusätzlich die Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie) ins Leben gerufen. Auch wenn hier im Blog Kommentare hinterlassen kann, was auch rege genutzt wird, so ist eine Interkommunikation im Social Media einfach besser abzubilden.

Knapp 150 Mitglieder

Was lag da also näher, als Facebook mit seinen 1,5 Milliarden Nutzern weltweit und 30 Millionen in Deutschland dafür zu nutzen.
Durchaus überrascht hat uns, dass unsere Gruppe in der kurzen Zeit fast 150 Mitglieder zählt. Dies entspricht ca. 20 Neuanmeldungen pro Woche. Ebenfalls überrascht sind wir von dem großen Anteil an sehr jungen Mitgliedern, die bereits künstliche Gelenke haben oder kurz davor stehen.

Viel Klärungsbedarf

Regelrecht entsetzt sind wir darüber, wie groß immer noch die Informationsdefizite und Verunsicherungen bei dem Thema künstliche Gelenke sind. Trotz einer Fülle von Informationen, die über unterschiedliche Quellen verfügbar sind, stehen sehr viele unbeantwortete Fragen im Raum. Eine große Verunsicherung entsteht dadurch, dass unsere Gruppenmitglieder bei Ihren Ärzten, im Krankenhaus oder bei Reha-Aufenthalten sehr vielstimmige Handlungsempfehlungen erhalten. Diese reichen von ‚Nie wieder auf der operierten Seite schlafen‘ über ‚Bis zu 12 Monaten nach der OP kein Fahrrad fahren‘ bis hin zu ‚Nach 3-4 Monaten können Sie ruhig mit dem Joggen anfangen‘. Da bleibt es schwierig für den Einzelnen, sich zu orientieren. Genau hier setzt unsere Gruppe an. Alle diese Fragen und Unsicherheiten können gepostet werden und werden meist in wenigen Minuten von den anderen Mitgliedern beantwortet. Da auch einige Orthopäden und Physiotherapeuten mit von der Partie sind, sind die Antworten sehr oft entsprechend fachlich untermauert.

Dirk Reidenbach

Dirk Reidenbach (li) mit Peter Herrchen

Gutenberg-Halbmarathon 9 Monate nach Hüft-TEP

Gratulieren möchten wir an dieser Stelle dem TEPFIT-Mitglied Dirk Reidenbach, der exakt 9 Monate nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes am 10. Mai 2015 in Mainz den Halbmarathon in einer hervorragenden Zeit von 2:11:06 gefinished hat. Fünf Monate zuvor hatte er erst wieder mit dem Laufen begonnen (vier Monate nach der OP).

Dirk ist ein Beispiel dafür, was alles mit einem künstlichen Gelenk möglich ist und das, obwohl die Voraussetzungen alles andere als günstig waren: Hatte er doch auf Grund eines sechs Monate zuvor erlittenen Unfalls und eines damit verbundenem unentdeckten Risses im Hüftkopf ein künstliches Gelenk erhalten müssen. Gut, dass er einen Operateur hatte, der sportliche Aktivitäten trotzdem für gut befand.

Peter Herrchen, Betreiber dieses Blogs und der TEPFIT-Gruppe, ließ es sich nicht nehmen, Dirk persönlich anzufeuern und zu gratulieren.

endgroup

Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen und auch Mitglied der TEPFIT-Gruppe, hat zusammen mit vier anderen Endoprothetik-Zentren in Deutschland die endogroup ins Leben gerufen.
‚Fünf auf dem Gebiet der Endoprothetik führenden Kliniken bilden endogroup. Durch die Kooperation soll ein Zugewinn in der Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung, der Mitarbeiterzufriedenheit und der Organisation unserer Abteilungen erreicht werden‘, erläutern die Betreiber auf ihrer Seite.
Umfassend und anschaulich wird über die Hüft- und Knie-Endoprothetik informiert, sowohl was die OP selbst als auch die möglichen Implantat-Varianten (Gleitpaarungen) betrifft. In der Rubrik ‚Knowledge-Center‘ werde alle Begriffe rund um die OP alphabetisch erläutert und die häufigsten Fragestellungen beantwortet.
Selbstverständlich gelangt man über endogroup-Seite auch zu den jeweiligen Klinik-Webseiten und deren Chefärzte!

Wie Ärzte und Patienten Qualitätsberichte besser nutzen können

Ein guter und richtiger Ansatz, die Qualitätsberichte der Kliniken auch ohne Hochschulstudium lesen zu können!
Beitrag aus dem Deutschen Ärzteblatt vom 8.4.2015

Köln – Wie Ärzte und Patienten die Qualitätsberichte der Krankenhäuser sinnvoll nutzen können, hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Infopaket dargestellt. Das Institut zeigt darin, welche Daten für die Suche nach einem passenden Krankenhaus hilfreich sein können und wie sie sich erschließen lassen … mehr

Eigene Klinik-Recherche ist ein Muss

Wie finde ich die richtige Klinik?: „Eigene Klinik-Recherche ist ein Muss“

Nachfolgend ein interessanter Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 6.1.2015, der sich absolut mit meiner eigenen Auffassung und Erfahrung deckt:

Ein Beispiel ist die Knie-TEP, also das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks. Dazu hat das wissenschaftliche Institut der Krankenkasse AOK in …mehr

Heavy Metal und Metall-Hüften

Mo, 23. Juni 2014 1 Kommentar

Was hat Heavy Metal Musik und künstlichen Hüftgelenken zu tun?

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Black Sabbath am 13.06.2014, Königsplatz München

Als im Oktober letzten Jahres feststand, dass eine der Bands, die meine musikalische Jugend geprägt haben, 2014 vielleicht zum letzten Mal Live auftritt, habe ich keine Sekunde gezögert, Karten zu bestellen. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang, oder? Doch wäre Black Sabbath um den durch viele Höhen und Tiefen gegangenen Sänger Ozzy Osbourne einige Jahre früher in einem Open Air Konzert aufgetreten, hätte ich nie an einen Kartenkauf gedacht. Ich hätte niemals mit meinen kaputten Hüften 4-5 Stunden zusammen mit meinen Freunden und weiteren 20.000 Zuschauern stehend, tanzend und ‚headbangend‘ ein Konzert durchgestanden, geschweige denn die Wege zum Konzert und vom Konzert zu Fuß geschafft. Mein ganz persönliches ‚Heavy Metal‘ in meinen beiden Hüftgelenken hat mir dieses grandiose Konzert am 13.6.2014 auf dem Münchner Königsplatz ermöglicht, welches ausnahmslos sehr gute Kritiken erhalten hat. Und nicht nur das: Am Vormittag das gleichen Tages haben wir drei noch einen lockeren 10 Km Jogg am Tegernsee absolviert und am Folgetag sind wir zusammen 12 km auf die Königsalm – passend zur Konzert-Location – ‚berg‘-gewandert. Alles ohne irgendwelche Schmerzen in und um die Hüften.

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Die 3 Headbanger

Warum erzähle ich das alles hier in meinem Blog?
Ich möchte wiederholt diejenigen zu einer Entscheidung für eine notwendige Hüft-Operation ermuntern, die Bedenken vor diesem Eingriff haben, sich deshalb mit Schmerzen quälen und Bewegungseinschränkungen in Kauf nehmen, die sich auch auf das soziale Leben, Familie und Freunde massiv auswirken. Und sei es nur, auf ein Konzert seiner Lieblingsband zu verzichten und Freunde und Familie alleine ziehen zu lassen. Das Leben ist zu kurz, um sich für viele Jahre unnötig einzuschränken. Nach wie vor zählt das Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken zu einer der erfolgreichsten OPs mit sehr geringen Komplikationsraten, ganz besonders wenn man dabei auf erfahrene Operateure und Kliniken setzt. Weitere Tipps hierzu, sowie rund um das Thema Hüft- und Knie-OP gibt es natürlich auch in unseren beiden Büchern ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mut zum neuen Knie!‘ und auf unserer Webseite.

Endoprothese – Die Qual der Wahl

So, 15. Dezember 2013 4 Kommentare

Nach lagen Überlegungen ist es soweit: Sie haben sich für eine Operation, den Einsatz einer Endoprothese entschieden.

Aber jetzt erst beginnt für Sie als Betroffener die eigentliche Arbeit und unzählige Fragen wollen beantwortet werden:

  1. Wie finde ich die richtige Klinik?
  2. Was ist die richtige/beste OP-Technik, das beste Material/Implantat für mich?
  3. Wie lange hält das künstliche Hüftgelenk?
  4. Was ist bei den Reha-Maßnahmen zu beachten?
  5. Wie finde ich die passende Reha-Einrichtung?
  6. Wie und ab wann kann ich die Hüfte / das Knie wieder belasten?
  7. Was ist im Alltag zu beachten?
  8. Darf ich nach der Operation Sport treiben?
  9. Welche Sportart darf/sollte ich ausüben?
  10. Wie intensiv kann/darf/sollte ich Sport treiben?

Auf alle diese Fragen finden Sie ausführliche Antworten und zwar nicht aus der Sicht eines Wissenschaftlers oder Arztes, sondern aus der eines Patienten, der bereits drei – eine Revision 2018 – erfolgreiche Operationen (Hüft-TEP’s) hinter sich hat. Weitergehende Informationen können Sie in meinen Büchern „Mut zur neuen Hüfte!!“ und „Mut zum neuen Knie!“ finden, die ich zusammen mit Heidi Rauch – Titanhüfte, ebenfalls mit zwei künstlichen Hüftgelenken ausgestattet, geschrieben habe.

Betrachten Sie die nachfolgenden Links Laufeinstieg mit zwei künstlichen Hüften (Hüftgelenken) und Männer aus Titan als Motivation, sich ohne Angst mit dem Thema Endoprothese zu beschäftigen!

Es muss nicht gleich das Skalpell sein

Operieren Othopäden zuviel? Es muss nicht gleich das Skalpell sein

02.11.2013 ·  Standortbestimmung in Berlin: Noch immer erhalten zu wenige Patienten mit Rückenschmerzen eine sanfte Medizin.

Lesen Sie hier einige interessante Aspekte vom diesjährigen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin zum Thema Knie- und Hüft-Endoprothesen, sowie über die steigende Zahl von Wirbelsäulen OPs.

Endoprothese – Der 10 Punkte-Plan

Endoprothese – Der 10 Punkte-Plan

Wer vor der Entscheidung einer endoprothetischen Operation der Hüfte oder des Knies steht, kann in nachfolgendem 10 Punkte-Plan wertvolle Entscheidungshilfen, Tipps und Antworten auf Fragen rund um das Thema finden.

Interview mit Peter Herrchen in MedicalSportsNetwork

Interview mit Peter Herrchen in MedicalSportsNetwork

Peter Herrchen hat dem Magazin MedicalSportsNetwork ein ausführliches Interview gegeben. Dieses ist inzwischen in der aktuellen Ausgabe 1/2013 erschienen! MedicalSportsNetwork ist ein Fachmagazin mit einer Auflage von derzeit 15.500 Exemplaren. Die Empfänger und Zielgruppen des Magazins sind Sportmediziner, Kardiologen, Sportkardiologen (Klinik/Praxis), Sportverbände, Physiotherapeuten, Kliniken und sonstige Fachleute aus dem Bereich Sport und Medizin. Details hierzu können Sie den Mediadaten einnehmen.

Im Interview wird ausführlich auf die Krankengeschichte, die sportlichen Erfolge, Komplikationen nach der 1. OP und der Weg zurück in eine sehr sportliches Leben nach der zweiten neuen Hüfte eingegangen. Das komplette 4-seitige Interview mit Peter Herrchen aus dem Magazin können Sie mit freundlicher Genehmigung von MedicalSportsNetwork hier als PDF-Datei downloaden!

Gericht kippt Mindestmengen für Knie-Operationen

Gericht kippt Mindestmengen für Knie-Operationen – Ärztezeitung 18.8.2011

POTSDAM (ami). Die Mindestmengen für Knieprothesen stehen in Frage. Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg (LSG) hat in einem aktuellen Rechtstreit die Anforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) gekippt …mehr

Arztbewertung im Internet: Der Bedarf ist vorhanden

Arztbewertung im Internet: Der Bedarf ist vorhanden

Von Ilse Schlingensiepen

Viele Patienten haben bereits mindestens einmal ein Arztbewertungsportal
genutzt – aber die meisten Ärzte glauben immer noch, dass die Portale eher eine
Modeerscheinung sind. Das könnte ein Trugschluss sein … mehr

 

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Arztnavi ab sofort bundesweit online

Arztnavi ab sofort bundesweit online – Ärztezeitung – 03.05.2011

Ab sofort können 30 Millionen Versicherte von AOK und BARMER GEK bundesweit ihren Ärzten online ein Zeugnis ausstellen. Das Portal richtet sich aber nicht gegen Ärzte: Diese können sogar von der neuen Online-Arztsuche profitieren, betonen die Kassen. …Lesen Sie weiter – Arztnavi ab sofort bundesweit online.

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Ausführliche Information vor der Operation ist das A und O

Ausführliche Information vor der Operation ist das A und O

Wie für jede Operation gilt besonders für die Endoprothetik: Vor der Entscheidung zur Operation so ausführlich wie nur irgend möglich informieren. Anders als bei akuten Operationen, sei es durch Unfall oder plötzlich auftretende lebensbedrohliche Krankheiten, ist der Patient, wenn es um die Entscheidung zur Hüft- Knie- oder Schulterprothese geht, in der komfortablem Lage, sich in Ruhe zu informieren und die Klinik aussuchen zu können. Seit der Eröffnung dieses Blogs habe ich viele Zuschriften von Patienten erhalten, die leider massive Probleme nach der Operation hatten oder noch haben. Bei der OP gebrochene Knochen und schnell sich lockerndes Material seien hier nur stellvertretend genannt. Ich bin mir sicher, dass einige dieser Problemfälle vermeidbar gewesen wären, wenn alle heute möglichen Informationsquellen ausgeschöpft worden wären. Besonders möchte ich an dieser Stelle nochmals auf die Qualitätsberichte der Kliniken hinweisen. Richtig gelesen, gebe diese einen guten Überblick. Auch das nicht veröffentlichen wichtiger Kennzahlen in diesen Berichten ist sehr aufschlussreich. Eine 2. oder 3. Meinung eines Orthopäden vor der Operation ist ebenfalls sehr hilfreich. Mit der heutigen Vielfalt der Implantate und OP-Techniken sollte man sich vorab soweit vertraut machen, dass man die Empfehlungen der Ärzte auch versteht und gezielt hinterfragen kann.

Fazit: Nehmen Sie sich Zeit für die Entscheidungsfindung und informieren Sie sich ausführlich in der Presse, im Internet, bei Ärzten, bei Betroffenen und in den Kliniken (dort werden oft Informationsveranstaltungen angeboten) selbst.

Die richtige Klinik finden

PATIENTEN-INFOS – Was Experten bei der Suche nach einem Krankenhaus raten – von Dieter Weirauch – 27.03.2011

Kerstin Brandt hatte sich auf den Facharzt verlassen. Der Orthopäde wies die 52-jährige Berlinerin zur Operation in die Klinik eines ihm bekannten Oberarztes ein. „Von Anfang an hatte ich da ein schlechtes Gefühl. Das Krankenhaus machte einen abgenutzten Eindruck“, erinnert sich die Patientin. Am Tag nach der OP sagte der Operateur: „Sie bleiben noch vier Tage zur Beobachtung.“ Dann erschien die Stationsschwester: „Packen Sie Ihre Sachen, Sie werden entlassen.“ Dabei war die OP nicht mal erfolgreich: Die Schrauben von einem früheren Bruch konnten nicht herausgenommen …weiter 

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Endoprothese – Wie finde ich die richtige Klinik?

Fr, 4. März 2011 8 Kommentare

Endoprothese – Wie finde ich die richtige Klinik? – Es gibt sie nicht ‚Die richtige Klinik‘.

Die Entscheidung wo man sich einer Endoprothesen-Operation (Hüftgelenk oder Kniegelenk) unterziehen sollte, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Als erstes sollte man natürlich mit seinem Orthopäden sprechen. Er hat in der Regel eine Vielzahl von guten Informationen bzgl. möglicher Kliniken, bzw. Operateuren. Wurde eine Klinik empfohlen, so sollte man sich umfassend über diese Einrichtung informieren. Dank der Segnungen des Internets ist dies recht einfach, wenngleich auch zeitaufwendig. Die Kliniken sind verpflichtet Ihre Qualitätsberichte zu veröffentlichen. Bei guten Kliniken – diejenigen, die bei den Qualitätszahlen besser als der bundesweite Referenzwert abschneiden – findet man dieses Dokument in der Regel auf der Homepage des jeweiligen Krankenhauses. Ansonsten ist der Klinik-Lotse (die Seite wird vom Verband der Ersatzkassen gepflegt) eine gute Adresse, um diese Berichte zu finden. Am Anfang wird einem das Studium eines Qualitätsberichtes etwas mühsam erscheinen. Da aber alle gleich aufgebaut sind, ist ein Vergleich mit etwas Übung gut möglich. Wichtige Kriterien sind aus meiner Sicht

a) die Fallzahlen für die jeweilige Operation (z.B.: Hüft-Endoprothese) im Teil B des jeweiligen Berichtes und

b) die Tabelle ‚Ergebnisse für ausgewählte Qualitätsindikatoren aus dem BQS-Verfahren‘ im Teil C des Berichtes.

Hierbei sind besonders die Spalten 1, 5, 6, 7 zu beachten. In Spalte 1 steht der jeweilige Leistungsbereich, in Spalte 5 ‚Ergebnis‘ eine Prozentzahl, in Spalte 6 ‚Zähler/Nenner‘ die Anzahl der Komplikationen im Verhältnis zu der Gesamtzahl der Operationen. In Spalte 7 ist der bundesweite Referenzbereich zu finden.

Beispiel: Leistungsbereich: ‚Endoprothesenluxation‘, Ergebnis: 0,33%, Zähler/Nenner: 4/1202. Dies bedeutet, dass es bei 4 von 1202 Operationen zu einer Luxation nach der OP gekommen ist. Dies entspricht 0,33%)

Es ist allerdings auffällig, dass nicht alle Kliniken im Teil C eventuelle Komplikationen in der entsprechenden Tabelle offenlegen. Dies scheint nicht in jedem Fall verpflichtend zu sein.

Hat man sich so durch einige Berichte durchgearbeitet, sollte man unbedingt mit den in Frage kommenden Kliniken Kontakt aufnehmen und einen Termin vereinbaren. Nur bei einem persönlichen Gespräch mit dem Operateur oder zumindest mit einem Mitglied des OP-Teams bekommt man ein Gefühl dafür, wie man in der Klinik aufgehoben ist. Außerdem kann man dort in Ruhe besprechen, welche OP-Techniken und Implantate in Frage kommen.

endoCert – Eine neues Zertifizierungssystem für Endoprothetik

2012 wurde eine neues Zertifizierungssystem für Endoprothetik aus der Taufe gehoben.
Um die Qualität der endoprothetischen Versorgung zu erhalten und zu verbessern, ist ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung erforderlich. Die DGOOC hat daher gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik (AE) und dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) eine Initiative zur Zertifizierung medizinischer Einrichtungen für den Gelenkersatz entwickelt.
Das Verfahren ist seit Oktober 2012 bundesweit freigegeben. Medizinische Einrichtungen können sich seither als EndoProthetikZentrum (EPZ) und als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifizieren lassen, wenn die Erfüllung der aufgestellten Anforderungen in einem Audit nachgewiesen wird.
Weitere Infos auf der endoCert-Webseite. Hier finden Sie auch zertifizierte Endoprothetikzentren in Ihrer Nähe, die diese Zertifizierungen erworben haben. Allerdings sind auf dieser Seite nicht direkt die Kriterien für die Zertifizierung ersichtlich. Etwas versteckt findet man einen Download-Hinweis auf das Gesamt-Werk Zertifizierung von Endoprothetischen Versorgungszentren in Deutschland, welches kostenlos als eBook erhältlich ist. In Kurzfassung sind diese Kriterien auch auf der Medführer-Webseite zu finden. Ich persönlich halte die Anzahl der notwendigen Operationen zur Erlangung der Zertifizierung noch für zu gering, besonders auf den Hauptoperateur bezogen. Aber es ist in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung!

Tipp: Neben den oben genannten Kriterien lassen sich gute Kliniken Zeit bei der Beratung!

Da solche Termine meist mit einigen Wartezeiten einhergehen (Privatpatienten mal ausgenommen), sollte man die Chance nutzen und sich mit den anderen dort wartenden Patienten unterhalten. Der eine oder andere hat bestimmt bereits persönliche Erfahrungen mit der Klinik gemacht, sei es als Patient oder auch nur als Angehöriger.

Ich persönlich würde immer eine Klinik auswählen, die möglichst viele Hüft- oder Knie-Endoprothesen pro Jahr operiert und daher besonders spezialisiert ist, auch wenn inzwischen jedes Kreiskrankenhaus diese OP’s durchführt. In jedem Fall sollte die Klinik der Wahl auch einen Intensivbereich haben, falls es doch zu unvorhergesehenen Komplikationen kommen sollte, die sich ja leider nie ganz ausschließen lassen.

Für die Auswahl spielt außerdem noch das private und berufliche Umfeld eine Rolle, besonders dann, wenn man sich für eine Klinik entscheiden sollte, die weit vom eigenen Wohnort entfernt liegt.

Das Wichtigste zum Schluss:

Man sollte sich nur dann für die Klinik entscheiden, wenn man nach dem Beratungsgespräch ein wirklich ‚gutes Gefühl‘ hat. Schließlich ist die eigene Zuversicht in das Gelingen der Operation fast genauso wichtig wie die Operation selbst.