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Posts Tagged ‘Kniegelenksarthrose’

Knee in a Day – Dr. Pit Putzeys

Sa, 26. Februar 2022 1 Kommentar

Nachdem in den vorangegangenen vier Artikeln Christoph Schütz’s Weg von seinen beginnenden Knie-Problemen über seine Entscheidungsfindung bis hin zur OP beschrieben wurde, stellen wir in diesem letzten Beitrag Dr. Pit Putzeys, der diese Operation durchgeführt hat, ausführlich vor.

Wohl wissend, dass die ambulante Versorgung mit einem künstlichen Knie-Gelenk nur möglich ist, wenn einige Parameter wie allgemeiner Fitness- und Gesundheitszustand des Patienten, das soziale Umfeld, eine sehr sorgfältige Vorbereitung und Planung der Post-OP Phase passen, haben wir Dr. Pit Putzeys natürlich auch dazu befragt.

In Vordergrund rechts der MAKOplasty® Roboter

EuS:
Herr Dr. Putzeys, Glauben Sie, dass sich die Operation mit MAKOplasty® bei Hüfte und Knie immer mehr durchsetzen wird und worin bestehen die wesentlichen Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Operation?

Dr. Putzeys:
2016 gab es in Europa rund 20 Zentren für MAKO, 2022 bereits 136.
45000 MAKO-Operationen wurden EU-weit seitdem durchgeführt. Bei über 1100 davon stand ich als Verantwortlicher am Operations-Tisch.
Ich denke, dass die robotergestützte Knie- und Hüft-Operationen weiter ansteigen werden, weil die Literatur (über 300 peer-reviewed Publikationen) objektiv belegen konnte, dass die klinischen Resultate verbessert wurden gegenüber den klassischen Methoden: Weniger Trauma, weniger Schmerzen post-operativ und eine schnellere Heilungszeit.

EuS:
Ein ‚ambulanter‘ Knie- oder Hüftgelenkersatz ist in Deutschland eine absolute Ausnahme und vermutlich auch nicht für jeden geeignet. Was muss der Patient mitbringen, damit das erfolgreich gelingen kann?

Dr. Putzeys:
Sie haben vollkommen Recht. Nur ein Teil der Patienten kommt für eine ambulante Versorgung in Betracht. Patienten mit multiplen Vorerkrankungen und schlechtem Allgemeinzustand müssen nach wie vor stationär versorgt werden. Auch muss die häusliche Betreuung die ersten Tage nach der OP durch Angehörige gewährleistet sein.

EuS:
Meine Artikel werden hauptsächlich in deutschsprachigem Raum gelesen. Es stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen können sich in Deutschland versicherte Patienten bei Ihnen oder generell im Ausland auf Wunsch operieren lassen. Gibt es Kooperationen mit deutschen Krankenkassen oder ist das nur als Privatzahler möglich?

Dr. Putzeys:
Für die Patienten wird die Operation nach einem Antrag bei ihrer Krankenkasse auf Grund einer EU Verordnung in der Regel komplett übernommen – das gilt auch für gesetzlich Versicherte. Siehe hier die entsprechende Verordnung der EU.
Die Operation ist zudem bei uns in Luxemburg günstiger als in Deutschland, weil Sie ambulant (max. eine Nacht) durchgeführt wird und es keine privaten Tarife für den Chirurgen gibt.

EuS:
Wären Sie bereit, unseren Lesern und Betroffenen ggf. in einem Live-Webinar die Operation mit der MAKOplasty® zu erläutern und dabei auch Zuschauer-Fragen zuzulassen?

Dr. Putzeys:
Das mache ich natürlich sehr gerne. Lassen Sie uns einen Termin vereinbaren.

EuS:
Herr Dr. Putzeys, herzlichen Dank für das Gespräch und Ihre Bereitschaft zu einem Webinar, zu dem wir uns in Kürze abstimmen werden.

Im diesem 11-minütigen RTL-Beitrag in luxemburgischer Sprache wird eine Patientin bei ihrer ambulanten OP von der Einlieferung bis zur Entlassung begleitet.


Dr. Pit Putzeys
Geburtsdatum 13.11.1962, wohnhaft in Bridel in Luxemburg
1988-1996 Studium der Medizin und Orthopädie-Traumatologie in Brüssel (ULB)(Belgien)
1996-1999 Oberarzt Orthopädie-Traumatologie in Montpellier (Frankreich)
1997 AO-Stipendium New-York (USA)
2000-2022 Orthopädie-Traumatologe der Hôpitaux Robert Schuman (HRS) Gruppe (Luxemburg)
Funktion: Senior Chirurg Hüft-Knie Team-5 Chirurgen von im ganzen 28 Orthopäden der HRS Gruppe und Senior Consultant für Stryker (MAKO)

HRS: 33000 Operationen im Jahr 2020, davon 8000 des Bewegungsapparates
Bis 2018 medizinischer Direktor der Orthopädie-Traumatologie 
Persönlich 450 Operationen pro Jahr davon 300 Hüft und Knie Teps,ausschließlich robotisiert seit 2016
Department Orthopädie-Traumatologie hat 4 international anerkannte Zertifikationen:
1. ATLS: advanced trauma life support
2. Endocert: Seit 2013 (persönlich Direktor) als erstes ausländisches Department
3. GRACE: Ambulante Chirurgie Zertifizierung
4. Geriatrische Traumatologie

Seit 2017 Zentrum in Europa der Zertifizierung für Robotik MAKO-STRYKER im hauseigenen Medical Training Center (MTC) mit über 400 zertifizierte Chirurgen und Personal

Knee in a day – Projekt erfolgreich abgeschlossen?

Sa, 19. Februar 2022 2 Kommentare

Nach dem im vorherigen Artikel beschrieben Tag der OP wieder zu Hause angekommen, hat sich Christoph Schütz direkt auf der Wohnzimmercouch einquartiert und regelmäßig seine Kältekompressen gewechselt. Dr. Putzeys hat sich gleich abends noch telefonisch gemeldet und nach dem aktuellen Stand gefragt. Die erste Nacht war alles noch ohne Probleme und jegliche Schmerzen, direkt am nächsten Morgen wurde dann um 07:30 Uhr bei einem befreundeten Physiotherapeuten in der Nähe bereits die erste Einheit absolviert. Der Physiotherapeut hat ihm dann auch gleich einige Post-OP Übungen als Hausaufgabe für zu Hause mitgegeben. Dr. Putzeys hat sich die ersten 10 Tage ein- bis zweimal täglich telefonisch oder per SMS bei ihm gemeldet und nach dem Befinden erkundigt. Dann 36 Stunden nach der OP haben kurz vor der zweiten Nacht die verabreichten Schmerzmittel der OP nachgelassen und die Schmerzen im operierten Knie wurden heftiger, es war eine Art sehr starkes Brennen. Mit etwas „Zähne zusammenbeißen“ und ständigem Kühlen haben diese aber von Tag zu Tag immer mehr nachgelassen. Als Schmerzmittel wurde auf Opiate verzichtet, lediglich übliche Schmerzmittel wurden für wenige Tage genommen. Die Physiotherapie wurde wöchentlich zweimal für ca. 20-30 Minuten durchgeführt und dabei auch Lymphdrainagen integriert.

Nach 16 Tagen gab es den verabredeten ein Kontrolltermin bei Dr. Putzeys in Luxemburg. Es wurden die Fäden gezogen und die Beugung (110 Grad) und Streckung kontrolliert. Ab diesem Zeitpunkt hat Christoph auch das Fitnessstudio wieder aufgesucht und ca. 1 Stunde Oberkörpertraining gemacht. Vier Wochen Post-OP war die Beugung bereits bei 125 Grad und es konnte dann auch schon mit Ergometer (1 Std. täglich) begonnen werden. 6 Wochen Post-OP erfolgte dann eine erneute Nachuntersuchung inkl. Röntgen. Die TEP bzw. Schlittenprothese sitzt einwandfrei und der Operateur Dr. Putzeys war wie Christoph hoch zufrieden, lag doch die Beugung bereits bei 135 Grad. 
Leichte Beschwerden in Form eines Steifheitsgefühls nach längerem Sitzen oder Stehen bestanden zwar noch, sind aber laut Operateur nach dieser kurzen Zeit völlig normal.

Alles in allem hat Christoph die Entscheidung, sich ambulant eine Knie-TEP implantieren zu lassen, keine Sekunde bereut. Wichtig zu erwähnen dabei, dass Dr. Putzeys sich intensiv um Christoph in der ersten postoperativen Phase gekümmert hat und auch alles absolut reibungslos verlief. 

Training nach der OP
Christoph trainiert seit Ende Oktober 2021 im Fitnesscenter regelmäßig Mo.-Sa. jeweils täglich ca. 2 Std. (1 Std. Krafttraining, 1 Std. Ergometer), Sonntag ist Ruhetag.

Dazu kommen Balance-/Koordinations- und Theraband-Übungen auf einer Fitnessmatte zu Hause.

Christoph auf den Balance-Board nach der OP

In der ersten Januarwoche 2022 hat Christoph dann endlich wieder mit dem Tennistraining angefangen und spielt wöchentlich 2 Stunden Einzel – zwar von Anfang an nur von der Grundlinie und alles noch ohne große Ausfallschritte und schnelle Sprints, aber völlig schmerzfrei. 
Im März wird der positiv Tennis-Verrückte dann das Training intensivieren und im April für eine Woche nach Mallorca ins Tennis-Trainingslager gehen.
Alles in allem ein sehr bemerkenswertes Pensum.

Es gibt tausende von Krankheiten, aber nur eine Gesundheit

Christoph Schütz

Im Mai 2022, also ca. 8 Monate Post-OP, will Christoph wieder sein erstes Tennisturnier spielen. 
Ich bin sicher, er wird dieses Ziel erreichen.

Fazit und Anmerkungen:
Das Beispiel zeigt, dass bei entsprechender körperlicher Voraussetzung mit akribischer und sehr gezielter Vorbereitung auf solch einen Eingriff, vieles möglich ist.

Natürlich ist eine ambulante Knie-TEP (noch) nicht der Standard. Welche Voraussetzungen optimaler Weise dafür gegeben sein müssen, wird sowohl aus den bisher veröffentlichten Artikeln sehr deutlich wie auch aus dem letzten Beitrag der Reihe, in dem wir Dr. Pit Putzeys interviewt haben.

Welche zusätzlichen Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit die beschriebene Operation aus medizinischer Sicht möglich ist, wird der Operateur Dr. Pit Putzeys, den wir natürlich dazu befragt haben, im nächsten und letzten Artikel der Reihe zusammen mit der Vorstellung seiner Person, seiner Vita und seiner umfangreichen Erfahrung mit MAKOplasty® ausführlich beantworten.

Knee in a day – Jetzt wird es ernst

So, 13. Februar 2022 2 Kommentare

Nachdem die Entscheidung und Vorbereitung abgeschlossen waren, wurde es nun langsam ernst für Christoph Schütz.

Drei Wochen vor dem OP-Termin war noch ein CT nötig, bei dem das Knie für die MAKOplasty-Planung vermessen wurde. Dabei wird am Rechner die ideale Lage der Prothese mit einer Genauigkeit von 0,1 mm geplant. 

Eine Woche vor dem OP-Termin am 23. September erfolgte die Voruntersuchung inkl. einem Aufklärungsgespräch mit dem Narkosearzt, der Ernährungsberaterin, einem MRSA-Test sowie diversen Blutabnahmen. Zudem bekam er 5 x 0,2 l Getränk Pre-OP Nutricia mit sowie eine spezielle Knie-Kältekompresse, die wieder am OP-Tag mitzubringen waren. Einen Tag vor der OP musste noch ein aktueller PCR-Test durchgeführt werden, der in jedem Fall negativ sein muss. Inzwischen hatte Christoph wie geplant in 10 Wochen insgesamt 15 kg an Gewicht abgenommen, was natürlich optimal war.

Am Montag, den 04.10.2021, war es dann so weit:
Christoph kam morgens gleich als erster in den OP, vorher musste er in seinem Zimmer gründlich duschen und die OP-Kleidung inkl. Rutschsocken anziehen. Bereits um 6:30 Uhr wurden die entsprechenden Vorkehrungen durch die OP-Helfer getroffen und anschließend die Vollnarkose eingeleitet. 

Ich habe die ambulante OP keine Sekunde bereut

Christoph Schütz

Im OP wird ein minimal-invasiver Zugang zum Gelenk angelegt (ca. 8 cm). Die tatsächliche Knochenkontur des Patienten wird mit einem Tastfühler abgegriffen und mit der Planung verglichen. Nun wird das Gelenk durchbewegt. Dabei wird die Kinematik der Kniebänder erfasst und die Planung noch einmal auf diese Verhältnisse angepasst. Noch bevor ein einziger Schnitt am Knochen gesetzt wurde, kann der Operateur bereits die Kinematik des Gelenkes nach der Operation simulieren. Dann kommt die Operation selbst. Bei der Operation geht man zwar minimal-invasiv vor, es ist aber erforderlich, an Ober- und Unterschenkel je zwei zusätzliche Stiche für die sichere Bestimmung der Lage des Knochens im Raum anzulegen. Die Narben sind je etwa 5 mm lang. Es wurde eine Schlittenprothese mit einer Chrom-Cobalt-Molybdän Legierung eingebaut.

Wird Christoph bald wieder internationale Turniere spielen wie früher – hier in Litauen 2014

Kurz vor 10 Uhr wurde Christoph im Aufwachraum wieder wach. Laut Operateur hat die OP ca. 45 Minuten gedauert. Nach ein paar Minuten kam gleich ein Physiotherapeut und hat ein paar Beinbeuge-Übungen gemacht, ehe er wieder auf sein Zimmer gebracht wurde. Schmerzen hatte er zu diesem Zeitpunkt keine. Nach einer kleinen Mittags-Mahlzeit kamen Dr. Putzeys mit seinem Assistenzarzt Dr. Moreira inkl. Pflegepersonal zur Visite.
Der angelegte OP-Verband wurde ersetzt. Neben der 8 cm großen Schnittwunde am rechten Knie wurden auch die 2 Wunden, jeweils am Schienbein und am Oberschenkel, wo die Sonden befestigt waren, mitversorgt. Anschließend musste/durfte Christoph bereits mit Gehhilfen über den Flur laufen. Hierbei wurde das bereits sehr zufriedenstellende Gangbild genau kontrolliert.

Gegen 14:30 Uhr folgte noch ein Kontrollröntgen: Die Prothese saß perfekt.

Gegen 15 Uhr kam dann eine Stationsschwester und brachte bereits die Entlassungspapiere. Sie übergab ihm neben der Kältekompresse jeweils ein Rezept für Medikamente (Schmerzmittel und Verbandmittel), ein Rezept für die Physiotherapie sowie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitgeber. Christophs Ehefrau nahm ihren Mann dann im Anschluss hocherfreut mit nach Hause.

Freut Euch auf die Fortsetzung der Story und seid gespannt, ob das Projekt einen erfolgreichen Abschluss hat.

Knee in a day – Entscheidung und Vorbereitung

Sa, 5. Februar 2022 3 Kommentare

Nachdem die Entscheidung zur Operation gefällt war (hier der Weg bis zu dieser Entscheidung), begann Christoph die Ernährung umzustellen, viele Physiotherapien-Einheiten zu absolvieren und viel E-Bike zu fahren. In der Folge wurden weitere Meinungen in drei Kliniken, zwei davon Endocert zertifiziert, eingeholt. Leider immer mit dem gleichen Ergebnis: Knie-TEP rechts, Schlittenprothese. Alle Operateure haben aber im Vorfeld das Tennisspielen als sehr problematisch dargestellt und haben hier als Sportart lediglich Schwimmen und Radfahren empfohlen, was Christoph dann doch einiges an Kopfzerbrechen bereitete. Sollte er tatsächlich seinen liebsten Sport Tennis nicht mehr ausüben können? Wo finde ich eine Klinik, die den ‚Knie-Roboter‘ einsetzt?
Christoph, natürlich inzwischen auch Mitglied unserer TEPFIT-Facebook-Gruppe erfuhr so von Schloß Werneck, die seit Jahren bereits mit dem Roboter ‚MAKOplasty®‘ operieren.
Auch dort machte Christoph dann einen Termin, um nach der 400 Kilometer Anreise die gleiche Diagnose zu erhalten, allerdings mit einem Unterschied: Der dortige Oberarzt hielt nach der erfolgreichen OP das Tennisspielen weiterhin für möglich. Genau das wollte Christoph natürlich hören.

Nach weiteren Behandlungen in Luxemburg – als Grenzgänger zwischen Saarland und Luxemburg hat er den Vorteil, zwei Versicherungssysteme nutzen zu können – bekam er eine Empfehlung für den Leiter des Endocert zertifizierten Endoprothetikzentrums Hopitaux Robert Schumann in Luxemburg, Dr. Pit Putzeys empfohlen. Zufällig arbeitet Dr. Putzeys auch schon jahrelang mit der Klinik Schloß Werneck zusammen und setzt ebenfalls die MAKOplasty®, also ein robotergestütztes System ein. Dabei konnte die HRS Klinik in Luxemburg gerade aktuell das Jubiläum der 2000. Operation mit MAKOplasty® feiern.

2000 Operationen mit MAKOplasty im HRS
OP Nummer 2000 mit dem MAKOplasty®-Roboter im Hôpitaux Robert Schuman

Dank der integralen Finanzierung durch die Fondation Hôpitaux Robert Schuman,
war das HRS-Krankenhaus sehr lange Zeit das Einzige seiner Art indem Robotergestützte OP’s durchgeführt wurden.
Noch heute profitieren die Patienten von diesem technischen Wissensvorsprung

Georges Heirendt, Fondation Hôpitaux Robert Schuman 

Mitte Juli 2021 stellte Christoph Schütz bei seinem ersten Termin mit Dr. Pit Putzeys gleich fest, dass hier aufgrund der Anzahl der getätigten Operationen sowie des gesamten Gesprächsverlaufes, bei dem alle Fragen kompetent beantwortet werden konnten, die „Chemie“ perfekt stimmte und direkt ein sehr großes Vertrauen vorhanden war. 
Dr. Putzeys empfahl dann aufgrund aktueller MRT-Bilder, die am gleichen Tag neu gemacht wurden, sogar eine ambulante OP bzgl. Knie-TEP, hier eine Schlittenprothese – also morgens OP, im Anschluss dann am gleichen Nachmittag wieder die Klinik verlassen und direkt nach Hause. Dies ist seit vielen Jahren in Amerika schon Standard und wird aufgrund der MAKOplasty® seit 5 Jahren auch in Luxemburg praktiziert. Aufgrund der Erfahrungen bzgl. dieser OP wäre es laut Dr. Putzeys später auch kein Problem, seinen Lieblingssport, das Turniertennis wieder aktiv auszuführen. Es wurde daraufhin gleich ein fester Termin für den 04.10.2021 verbindlich vereinbart, da die Tennissaison zum 30.09.2021 endete. Dr. Putzeys gab ihm seine Mobil-Nr. sowie seine E-Mail-Adresse, damit er ihn jederzeit für Fragen kontaktieren könne. Mehrere Nach- bzw. Rückfragen konnten somit auch sehr schnell beantwortet werden.

e MTB
Christoph auf seinem eMTB

Ziel von Christoph Schütz war es jetzt, von Mitte Juli 2021 bis Anfang Oktober 2021, also in den nächsten 10 Wochen bis zur OP noch so viel an Gewicht abzunehmen wie möglich. In den letzten drei Jahren hatte Christoph aufgrund mangelnder Bewegung und geschlossener Fitnessstudios wg. Corona kaum Möglichkeiten, wie gewünscht gezielt zu trainieren. Den festen OP-Termin im Blick trainierte Christoph von nun an täglich zwei Stunden im Fitnessstudio zum speziellen Muskelaufbau für die Knie (Beinbeuger, Beinstrecker, Beinpresse, Wadenheber etc.) – zusätzlich zum E-Bike fahren und Tennistraining. Zwischendurch konnte er aufgrund der Verbesserung der Beweglichkeit und Verminderung der Schmerzen sogar noch Ende Juli 2021 an einem Mannschaftsspiel bei den Herren 50 in der Saarlandliga teilnehmen und mit seinem Team den Aufstieg in die Oberliga feiern. 

Mein Tennisspielen wollte ich auf keinen Fall aufgeben

Christoph Schütz

Seht hier wie es weitergeht mit der geplanten OP.

Knee in a day – Ambulanter Knie-Gelenk-Ersatz – wie alles begann

Di, 1. Februar 2022 3 Kommentare

Ist das wirklich möglich?
Morgens zum Operateur und Nachmittags mit einem Kniegelenkersatz nach Hause?

Das werdet Ihr am Ende der mehrteiligen Artikel-Serie genauer wissen.

Christoph Schütz, 58 Jahre, seit 30 Jahren IT-Unternehmer und wohnhaft im nördlichen Saarland hat Anfang 1999 sein Unternehmen von Deutschland nach Luxemburg ins Dreiländereck verlegt.

Er spielte seit seiner Jugend bis zum 34.-ten Lebensjahr aktiv Fußball, ehe er dann als Quereinsteiger zum Tennis wechselte.

Bereits nach wenigen Jahren konnte Christoph in seiner Altersklasse einige regionale Tennisturniere gewinnen und war auch mehrfach Bezirks- bzw. Regionalmeister und sogar Vize-Saarlandmeister. Einige Verletzungen wie z. B. Tennis- und Golferarm, Entzündung der Supraspinatussehne, Bündelriss in der Wade, mehrfache Muskelfaserrisse, Zerrungen etc. zwangen ihn immer wieder zu Wettkampfpausen.

Im Jahr 2014 nahm er bei den Herren 50 zum ersten Mal auch an internationalen ITF Tennisturnieren in Litauen, Ungarn, Belgien, Luxemburg und Deutschland teil und konnte sich auf Rang 878 seiner Altersklasse weltweit platzieren. Das Training lag wöchentlich hier schon bei 10 – 15 Stunden und wurde parallel durch Mountainbiken ergänzt.

Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt und Sport treibt,
muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern

Christoph Schütz
Tennis Rückhand Slice
Christoph Schütz bei seinem Lieblingssport

Ab 2018 spielte er dann bei den Herren 55 an Position 2 in der Oberliga. Doch gleich im ersten Medenspiel Ende April 2018 traten plötzlich starke Knieschmerzen im rechten Knie auf. Es wurde dann kurzfristig ein MRT durchgeführt und neben einem Meniskusriss im Hinterhornbereich, eine Bakerzyste sowie auch eine beginnende Arthrose diagnostiziert. Auf Anraten des betreuenden Orthopäden entschied man sich zunächst für eine rein konservative Behandlung und für das Tragen einer Kniebandage, sowie der Gabe von temporären Schmerzmitteln. 
Leider kam es wie es kommen musste: Die Schmerzen wurden stärker und auch das linke Knie machte sich auf Grund von Fehlbelastungen langsam bemerkbar.
Sein geliebtes Tennisspielen auf Regionalliga-Niveau wurde natürlich zunehmend beschwerlich und war schließlich nicht mehr möglich. 2019 gab es dann weitere Therapieversuche mit Hyaluron-Injektionen und PRP-Eigenblut-Behandlungen. Trotzdem reichte es nur noch für Tennis im Doppel.

Im August 2020 folgten dann weitere Untersuchungen in Köln mit dem Ziel, ggf. mit einem einen kollagenen Meniskusimplantat das Problem in den Griff zu bekommen. Bei den dafür notwendigen ausführlichen Untersuchungen gab es für Christoph dann die wenig erfreuliche Diagnose:
Mediale Gonarthrose sowie eine angeborene Achsfehlstellung (O-Beine), die Innenknorpel waren auf beiden Seiten nahezu komplett weg, die Außenknorpel waren noch soweit o.k., rechts waren es 8,6 Grad, links 6,5 Grad Abweichung zur Beinachse, also Arthrose 4. Grades rechts und 3. Grades links. 
Empfehlung des Orthopäden: Eine Knie-Schlittenprothese in einer Endocert zertifizierten Klinik, am besten mit einem Knieroboter. Zusätzlich wurden Einlagen mit Außenranderhöhung verschrieben und beidseitige Knie-Orthesen.

Wie geht es weiter? Wird sich Christoph zur OP entscheiden und wenn ja, wie und wo?
Das könnt Ihr hier lesen – und wenn Ihr rechts auf E-Mail-Abo klickt, bekommt Ihr automatisch eine Info, wenn der Artikel online geht.

Kniegelenksarthrose – Die wirksamste Therapie ist Sport!

Die konservative Behandlung der Kniegelenksarthrose – Artikel aus ihrarzt.de vom 14.10.2014

nachfolgend ein interessanter Artikel zu den neuen Leitlinien der Arthrosegesellschaft OARSI (Osteoarthritis Research Society International):

Die in den aktuellen Leitlinien der Arthrosegesellschaft OARSI vorgelegte Neubewertung bewährter und neuer patientenorientierter Therapiestrategien überrascht an einigen Stellen. Lediglich eine Empfehlung bleibt weitgehend unverändert: Die wirksamste Therapie ist …mehr