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Posts Tagged ‘MTB’

Arbeitsalltag und Aufbautraining muss synchronisiert werden

So, 12. August 2018 3 Kommentare

Kapitel 8 – Seit vier Wochen wieder im Arbeitsalltag. Physio-Termine, Fitness-Studio und Outdoor-Aktivitäten müssen mit einem Vollzeitjob synchronisiert werden. Nicht immer ganz einfach, aber irgendwie möglich.

Flache und langsame Bike-Runde am herrlichen Tegernsee

Eines vorweg: Sich in einer stationären Reha abseits des Alltags ganz auf seine körperliche Fitness und Wiederherstellung zu konzentrieren, kann überhaupt nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Möglichkeiten, die das Deutsche Kranken- und Rentenversicherungssystem hier bieten, sind in Europa vorbildlich und keineswegs selbstverständlich!
In meinem Fall hätte ich sogar noch Anspruch und die Option auf das IRENA-Programm bei entweder weiterer Arbeitsunfähigkeit oder mit einer mir zustehenden Wiedereingliederung mit reduzierter Arbeitszeit gehabt. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, da ich das weder meinem Arbeitgeber und meinen Mitarbeitern nach drei Monaten Krankheit zumuten wollte, noch dies wirklich für notwendig erachtet habe.
Ich habe mich auf Eigeninitiative in einem Reha-Fitness-Studio zunächst für 12 Wochen angemeldet und nehme die zusätzlich verordneten Einzel-Physiotherapie-Einheiten in Anspruch.

War es in der ersten Arbeitswoche tatsächlich nicht ganz einfach, sich mit ein oder gar zwei Gehhilfen zu bewegen und dabei noch Reisegepäck inkl. Rechnertaschen zu transportieren, habe ich das ab der zweiten Woche ohne die Gehhilfen absolviert, wobei natürlich das Gangbild noch zu wünschen übrig ließ, es sei denn ich benutze meine Gehhilfen oder, wie im nachfolgenden Video zu sehen, NW-/Trekking-Stöcke zur Abstützung! Achtung: Es ist kein Nordic-Walking Sport!

Apropos Gangbild: Das ist tatsächlich mein größtes Problem. Ich bin völlig schmerzfrei in allen aktuellen Lebenssituationen und kann Dinge des täglichen Lebens ohne Einschränkungen erledigen, wie z.B. Schuhe binden, Strümpfe anziehen, Fußnägel schneiden, aber mein Gangbild will ohne Gehhilfen einfach nicht rund werden. Trotz zweimal pro Woche Einzel-KG, ein- bis zweimal Fitness-Studio, zusätzlicher täglicher Übungen zu Hause und am Wochenende Outdoor-Aktivitäten wie MTB, normales Gehen mit Gehhilfen oder mit NW-/Trekking-Stöcken. Es gibt immer mal Phasen in denen ich meine, jetzt geht es richtig gut, bzw. viel besser.

Meine MTB-Hausrunde im Taunus mit leicht reduziertem Umfang!

Besonders – und das war für mich tatsächlich überraschend – nach meiner ersten MTB-Taunus-Runde nach der OP von knapp 14 km und 250 Höhenmetern. Nachdem ich mich in den Wochen zuvor ganz langsam wieder ans Outdoor-Biken auf flachen Strecken herangetastet habe (siehe Foto oben), wollte ich endlich wieder mal meine heimatliche Hausrunde fahren. Auch wenn ich die Strecke um knapp 6 km und 100 Höhenmeter verkürzt habe – um dem operierten Bein die sehr steilen Passagen noch nicht zuzumuten – war es ein wirklicher Genuss wieder in frischer Luft durch den herrlichen Taunuswald zu fahren, Steigungen und Abfahrten – immer (noch) mit der Hand an der Bremse, denn ein Sturz wäre alles andere als optimal – zu meistern und wunderbare Aussichten vom Taunus bis in den Odenwald zu genießen! Beim Biken werden eben viele Beinmuskeln angesprochen, die kurz danach für entsprechende Stabilität auch beim Gehen sorgen!
Aber leider ist dieses Gefühl des ‚runden Gehens‘ immer nur von kurzer Dauer. Ich benötige einfach beim Laufen / Gehen auf der rechten Seite noch einen Halt, eine Stütze, um nicht in den Ausweich- bzw. Hink-Gang zu verfallen. Noch bin ich einigermaßen geduldig. Ich möchte aber spätestens Ende August bei einer Städtereise mit besten Freunden die lästigen Dinger endlich in die Ecke stellen. Noch bin ich optimistisch, dass das funktioniert. Ob es wirklich klappt erfahrt Ihr spätestens in Kapitel 9.

 

Urlaub und Kunst des Müßigganges

Wander-Tag

Es ist soweit, der Urlaub steht vor der Türe und die Aktivitäts-Vorsätze reifen. Jeden Tag etwas Sport und Bewegung (Schwimmen, Radfahren, Laufen, Wandern, Spazieren gehen). Das Tegernseer Tal bietet dazu alle Möglichkeiten. Nun immerhin schon eine Woche den Urlaub genießend, muss ich erkennen, dass mein Bewegungsdrang nicht ganz den eigenen Ursprungsplanungen entspricht. Wie schön ist es auch mal nur in der Sonne zu sitzen und die Bergkulisse zu betrachten, in aller Ruhe und Ausgiebigkeit die Tageszeitung zu lesen oder auch einfach mal nur ‚vor sich hin‘ zu dösen.

See-Tag

Zwischendurch schon das eine oder andere Mal vom schlechten Gewissen geplagt, welches ruft: „Los, raffe Dich auf, unternimm etwas!“
Auch wenn ich darauf einige Male gehört habe, sieht die Bewegungs- und Sportbilanz eher mager aus. Zwar sagt mir mein Aktivitätstracker, dass ich knapp 30 km in den letzten 7 Tagen gegangen, bzw. gelaufen bin und gut 50 km auf dem MTB bewältigt habe, sowie nicht erwähnenswerte 300 Meter im See geschwommen bin, aber im Vergleich zu früheren Aktivitäten in vergleichbarer Situation, ist das doch sehr überschaubar. Und wo liegt das Problem? Es gibt keines.

Müßiggang-Tag

Man muss und sollte einfach auch mal wirklich ausspannen und dem Müßiggang frönen, lange und ausgiebig schlafen und das alles ohne schlechtes Gewissen. Schließlich müssen die Batterien wieder aufgeladen werden, um dann erholt und frisch, den Arbeitsalltag zu meistern. Ganz kurz hat mich heute, während ich diese Zeilen schreibe, dann tatsächlich etwas Wehmut ergriffen. Findet doch jetzt gerade der Tegernseer Tal Triathlon statt, an dem ich schon zweimal teilgenommen habe (2010 als Einzelstarter und 2012 in der Staffel im Rahmen des FiveArtHips-Projektes). Allerdings meint es das heutige 12 Grad kühle Dauerregenwetter in diesem Fall gut mit mir und ich kann ganz entspannt bleiben.

MTB-Tag

Der Wettkampf hätte unter diesen Bedingungen nur mäßig Spaß gemacht, vor allen Dingen auch für die Zuschauer, Angehörigen und Freunde. So lasse ich mich nun auch in die zweite Urlaubswoche treiben, ganz ohne Aktivität-Stress, wobei sicher noch der eine oder andere Lauf- und Radkilometer dazu kommt.
In diesem Sinne wünsche ich all meinen treuen Lesern eine schöne Ferienzeit mit viel Zeit für sich selbst und die Liebsten!

Sport und Bewegung mit künstlichen Gelenken auch im Winter ein Muss!

So, 29. Januar 2017 2 Kommentare

Bewegung und sportliche Betätigung mit künstlichen Gelenken ist auch im Winter im Schnee und an der kalten frischen Luft kein Problem, sondern im Gegenteil fast ein Muss, wenn dabei ein paar Dinge beachtet werden:

  1. Ausdauerspolanglauftraumrtarten wie Laufen und Radfahren deutlich langsamer angehen als im Sommer (Genuss statt Wettkampf).
  2. Auf wintertaugliches Schuhwerk achten (Gore-Tex-Winter-Trail-Schuhe mit gutem Profil), ggf. auch mit Spikes.
  3. Mountain-Biken auf festem Schnee ist kein Problem. Schneematsch und glatte Strecken natürlich meiden. Bei Tauwetter darauf ganz verzichten.
  4. Neben der ’normalen‘ winterlichen Sport-Kleidung besonders darauf achten, dass der Kopf warm bleibt. Daher unbedingt Mütze und/oder Stirnband anziehen.
  5. Wer in den Atemwegen empfindlich ist, sollte bei Minusgraden ein Tuch (Buff) über Mund und ggf. Nase ziehen.
  6. Besonders ideal im Winter ist natürlich auch Ski-Langlauf als Ausdauersport. Skating ist dabei sicherlich möglich, doch der klassische Stil verträgt sich besser mit künstlichen Gelenken, da keine Spreiz- und Rotationsbewegungen damit verbunden sind.
  7. Wer nicht schon immer ein absoluter Langlauf-Crack war, sollte sich eher auf einfachere Loipen begeben, um das Sturzrisiko zu minimieren.
  8. Aber auch gemütliches Wandern oder zügiges Gehen ist immer noch 100% besser, als nichts zu tun.

Ein paar Tipps zur Bewegung mit TEPs gebe ich auch auf dem YouTube TEPFIT-Kanal zusammen mit Heidi Rauch!