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Vollbelastung mit Muskelaufbau endlich in Reichweite

Mi, 13. Juni 2018 5 Kommentare

Krauleinheit im Freibad – Rottach-Egern

Kapitel 5 – Nachdem die letzten Wochen geprägt waren von Geduld und Abwarten, ob der 8 Wochen Teilbelastung, ist ein Ende in Sicht: In wenigen Tagen beginnt die stationäre AGM (Anschlussgesundheitsmaßnahme) mit dem ärztlichen Auftrag meines Operateurs, in der ersten Woche die Gehhilfen ‚wegzutrainieren‘.

Die zurückliegenden 14 Tage sind eher unspektakulär verlaufen. Wie bisher wechselten sich tägliche ‚Crutch-Walking‘ Einheiten mit Physiotherapie und Ruhephasen ab. Vor einer Woche habe ich jedoch eine kleine zweite Stufe der Wiederherstellungsaktivitäten gestartet: Bin ich doch bisher insgesamt dreimal zum Sport-Freibad hin- und zurückgelaufen (insgesamt 2,5 km), um dort meine Bahnen zu ziehen. In Summe immerhin fast 2,5 Kraul-Kilometer plus Aqua-Jogging zum ‚Auslaufen‘. Den Kraul-Beinschlag habe ich bei meinem Bahnenziehen dabei natürlich noch recht vorsichtig ausgeführt, um die Muskel am operierten Bein nicht zu überreizen.

Vorgestern, am 11.6.2018, endlich der ersehnte Kontrolltermin in der endogap – Klinik für Gelenkersatz und Garmisch-Partenkirchen bei meinem Operateur Dr. Rolf Schipp. Er ist mit dem aktuellen Röntgenbild zufrieden. Alles sieht perfekt aus und das Implantat befindet sich immer noch exakt an der richtigen Position (kein Nachrutschen und keine Dezentrierung oder Ähnliches), was bei komplexen Revisions-OPs dieser Art nicht selbstverständlich ist. Zudem ist bereits in dem Knochenspalt, der durch den Wagnerzugang (Siehe Erläuterung in Kapitel 2) entstanden ist, zu erkennen, dass der Heilungsprozess, die körpereigene Reparatur dieses Defektes, begonnen hat. Fast euphorisch konnte ich somit direkt nach der Kontrolle mit ärztlicher Erlaubnis ins Vierpunkt ‚Crutch-Walking‘ übergehen. Kleine Tests am Folgetag mit ‚Nordic Walking Stöcken‘ und dem ‚Cross-Shaper‘ verliefen allerdings noch negativ!

Futuristische Eingangshalle endogap – Klinikum GAP

AHB, bzw. Reha-TIPP für Arbeitnehmer
Nachfolgend ein paar Tipps für alle, die mit der Deutschen Rentenversicherung (DRV) wg. ihrer AHB oder Reha in der Wunscheinrichtung nach einer OP zu kämpfen haben.
Bei Ablehnungen oder auf sich wartenden Bescheiden ist, wie oft im Leben, Eigeninitiative und Hartnäckigkeit gefragt. Dies beginnt schon mit dem Sozialdienst im Krankenhaus, der die AHB bereits einige Wochen vor dem feststehenden OP-Termin direkt mit der Wunscheinrichtung vereinbaren kann. In diesem Fall gibt es generell kein Problem mit der Kostenübernahme durch die Rentenversicherung. Hier einfach den Sozialdienst einige Wochen vor der OP anrufen. AHBs ganz zeitnah im Anschluss an eine OP sind in der Regel deshalb komplikationslos, weil die Reha-Einrichtung direkt mit der DRV abrechnen kann. Ungleich schwieriger wird es, wenn die AHB, die dann AGM (Anschlussgesundheitsmaßnahme) heißt, aus medizinischen Gründen wie bei mir erst ca. 8 Wochen nach der OP stattfinden soll. Hier stellt auch der Sozialdienst des Krankenhauses den angepassten Antrag (AGM statt AHB), aber das geht dann erst an die Deutsche Rentenversicherung, die diese Maßnahme genehmigen muss und dann (hoffentlich) direkt mit der Wunsch-Rehaeinrichtung Kontakt aufnimmt.
Dieses Verfahren ist mehr als zäh. Bei mir hat es exakt 6 Wochen ab Antragstellung durch den Sozialdienst der Krankenhauses gedauert, bis ich meine Wunsch-Reha genehmigt hatte. Dazwischen lagen in Summe fast sechs Stunden Telefonwarteschleifen mit nerviger Musik bei der DRV, unzählige Mails, Telefonate, falsche Bescheide, nicht angekommene Bescheide und dann am Schluss endlich, nur durch eindringliche telefonische Überzeugungskraft meinerseits, eine mündliche positive Aussage (die Telefonmitarbeiter dürfen nämlich den Inhalt des Bescheides eigentlich nicht mitteilen) und fast zeitgleich, statt Zustellung des Bescheides per Post, eine ebenfalls eingeforderte Zustellung per Fax. Der Bescheid per Post ist übrigens bis heute noch noch nicht angekommen. Sehr lobend möchte ich ausdrücklich den Sozialdienst der endogap erwähnen, der mich bei meinen Bemühen nach Kräften unterstützt hat (telefonisch und per Mail), sowie die Reha-Klinik Medical Park St. Hubertus in Bad Wiessee. Nachdem ich um ca. 10:00 Uhr morgens endlich das Genehmigungs-Fax der DRV in meinen Händen hatte, habe ich dieses per Mail einige Minuten später an die zentrale Reservierung des Medical Parks gesandt. Bereits knapp sechs Stunden später hatte ich die Zusage für meinen Wunschtermin 18.6.2018, ebenfalls per Mail. Schneller geht es kaum!

PNF – Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation
Schon mal etwas von Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, kurz PNF genannt, gehört?
Nein, ich auch nicht bis vor einigen Tagen. Da bei meinem letzten Physio-Termin meine ‚Stamm‘-Physiotherapeutin Julia in Urlaub weilte, nahm sich ihr Kollege Uwe meiner Revision-Hüfte an. Außer dass er meine nicht ganz so lockeren Adduktoren kräftig und erfolgreich bearbeitet hat, haben wir über einige Themen der Physiotherapie geplaudert und kamen dabei auch auf Nervenschädigungen zu sprechen, wie sie leider vereinzelt bei Hüfte-OPs auftreten können. Auch ich hatte vor meiner komplizierten Revisions-OP etwas Angst davor. Meiner Aussage, dass in Falle von größeren Nervenschädigungen, diese praktisch nicht mehr zu reparieren seien, widersprach mir Uwe unter Hinweis auf PNF, um mir diese Therapie dann zu erläutern und mit dem Beispiel eines Schlaganfall-Patienten zu belegen. Hier war es mit der PNF-Therapie gelungen, das Gehen, dass vorher nur mit einem Vierfuß-Gehstock möglich war, nach einiger Zeit ohne zu schaffen.
Die PNF-Therapie darf nur von speziell dafür weitergebildeten Physiotherapeuten durchgeführt werden.
Ein spannendes Thema, dass ich in jedem Fall weiterverfolgen werde.

Kleine Schrecksekunde
War ich vielleicht zu euphorisch nach der endogap-Kontrolle am Montag? Kurz vor meinem letzten Physio-Termin zwei Tage später bei Julia, in meiner Lieblings-Physiotherapie-Praxis am See, hatte ich bei einer Belastung des operierten Beines bei einem ganz normalen Schritt in der Wohnung wie aus heiteren Himmel ein sehr schmerzhaftes ‚Schnalzen‘ eines Oberschenkelmuskels.

Physiotherapie am See: Oben, einer der großzügigen Therapie-Räume, links das Team mit Robin, Julia und Uwe, rechts dürfen natürlich unsere Buch-Flyer auf dem Tresen nicht fehlen

In der Folge quittierte der Muskel mit ‚Zumachen‘ und Schmerzen bei Belastung. Gut, dass zwei Stunden später eine komplette Physiotherapie-Stunde bei Julia anstand, in der sie meine Oberschenkelmuskulatur akribisch – auch mit Wärmeunterstützung – bearbeitete und lockerte, um die Verhärtungen herauszubekommen. Das ist ihr auch gelungen.
Wer eine gute Physiotherapie-Praxis mit sehr kompetenten und empathischen Therapeuten im Tegernseer Tal sucht, ist hier wirklich bestens aufgehoben.
Trotzdem scheint mein Muskel jetzt irgendwie beleidigt zu sein und quittiert jeden Schritt, auch mit Gehhilfen, noch mit Schmerzen und ich bewege mich aktuell wie kurz nach der OP!
Julia hat mir noch feuchte Wärme für zu Hause verordnet. Bewegen soll ich aber das Bein auch in jedem Fall, um die Durchblutung anzuregen! Bin gespannt wie sich das Morgen früh nach der Nachtruhe anlässt.
Ihr erfahrt es natürlich hier – im nächsten Kapitel.

Mail-, Blog-, Freizeit-, Buch- und Halbmarathon – Jahresrückblick 2013

Mo, 23. Dezember 2013 1 Kommentar

Mail-, Blog-, Freizeit-, Buch- und Halbmarathon – mein Jahresrückblick 2013

In Kurzfassung lautet mein privater Jahresrückblick
12010, 2038, 811, 107, 85, 62, 31, 8, 1, 1, 1

Was wollen uns diese Zahlen sagen?

Zugegeben, richtig erschrocken bin ich bei den ersten beiden Zahlen, zumal hier alle geschäftlichen Mails, die tagsüber im Job anfallen, nicht mitgezählt sind. Macht also knapp 40 private Mails täglich. Der Anteil der 5 selbst geschriebenen Mails klingt zwar wenig, ist aber dafür zeitintensiver. Zeit, die ich allerdings was den Mail-Kontakt zu meinen Blog- und Buchlesern betrifft, gerne investiert habe.
Erschrocken bin ich auch über meine nur 811 Laufkilometer, ganz zu schweigen von den wenigen Rad- und Schwimmkilometern. Für 2014 werde ich wohl einige überflüssige eMail-Newsletter abbestellen oder ein Buch weniger schreiben.
Ich frage mich wirklich: ‚Was hat man mit dem horrenden Zeitgewinn vor 20 Jahren angefangen (ohne Fax, PC, Handy, Facebook, eMail)?‘. Ich weiss es nicht (mehr)!
Eines scheint allerdings festzustehen: ‚Das heutige digitale Verhalten geht eindeutig zu Lasten des klassischen Fernsehens!‘. Wenn ich mal auf 3-5 Stunden TV pro Woche komme, ist das schon viel.
Aber wann wird die tägliche Flut von eMails, Facebook-Posts, Tweets und Likes eigentlich bewältigt? Kürzlich habe ich in einem Post, natürlich auf Facebook, gelesen, dass Smartphones endlich das Schaffen, was Frauen schon immer wollten: Männer, die auf der Toilette sitzen. Da könnte etwas Wahres dran sein.
Ein wenig ist aus meiner Wahrnehmung schon ein zarter Umkehrtrend festzustellen. Neben einigen Stimmen von Digitalforschern, Arbeitsexperten, Social Media Experten und Internetwissenschaftlern, die eine ‚Rund um die Uhr‘ Erreichbarkeit vehement ablehnen, waren auch bei mir persönlich zum ersten mal seit langer Zeit dieses Jahr geschäftliche eMails im Urlaub tabu!
Zukünftig wird es noch mehr darauf ankommen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, zu filtern, zu automatisieren! Es wird digitale Auszeiten geben müssen – und zwar komplett. Es nervt einfach, wenn überall Handys klingeln und an jedem Ort, sei er auch noch so privat und romantisch, Menschen in ihre Smartphones starren oder lautstark ihre privaten Probleme ins Mobil-Phone absondern. Leider passiert mir zumindest Ersteres auch noch ab und zu.
Am besten 2014 einen Anfang machen, dann werden es auch wieder mehr Lauf-, Schwimm- und Radkilometer, gibt es mehr Zeit für gute Gespräche und es wird weniger digitaler Schrott produziert. Aus diesem Grunde bin ich mit einer Zahl, nämlich nur 31 Blogbeiträgen, sehr zufrieden. Geht es hier doch nicht um das bloße Erzeugen von Content, sondern um Beiträge, die eine gewisse Sinnhaftigkeit haben, einen Mehrwert bieten und themenbezogen sind. Dieser Rückblick gehört vielleicht nicht in diese Kategorie, aber einen schlechten Beitrag pro Jahr kann mein Blog verkraften.
Mögen also im Sinne dieses Beitrags 2014 alle meine Leser noch gezielter die Informationen suchen und filtern, die Sie benötigen und diejenigen aussortieren, die überflüssig sind. Wäre natürlich schön wenn mein Blog weiterhin zu Ersteren gehören würde.
Allen ein schönes und friedliches Weihnachtsfest, einen guten Start ins neue Jahr und weniger digitale Zeitverschwendung!

Euer Endo-Blogger!