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Posts Tagged ‘Tischtennis’

Viel Endoprothese und wenig Sport – mein 2018

Bei der Abschluss-Visite mit Dr. Chris Fulghum

Das nun fast abgelaufene Jahr 2018 war sicherlich das sportärmste aber zugleich körperlich für mich herausforderndste Jahr seit Bestehen dieses Blogs. Stand 2018 doch ganz im Zeichen meiner Komplett-Revision der inzwischen arg in die Jahre gekommenen linken, zementierten Hüft-TEP. Galt es für mich zunächst noch am Jahresanfang, mein gelockertes Hüftgelenk noch so beweglich wie möglich zu halten (siehe Aufwärmphase), begann ab April dann der lange Weg zurück ins normale und gegen Ende des Jahres auch wieder sportliche Leben. Der Überschriftsteil ‚Viel Endoprothese‘ ist dabei übrigens durchaus in doppeltem Sinne gemeint. Zum einen, dass dieses neue Stück aus Titan, Keramik und Polyethylen mein Leben und meine Lebensweise in 2018 sehr stark (viel) bestimmt hat und zum anderen meint ‚viel‘ eben auch eine wirklich sehr große Revisions-Endoprothese, wie in der Aufnahme leicht im Vergleich zur rechten TEP zu sehen ist. Während ich diese Zeilen schreibe ist es erst ganz wenige Wochen her, dass ich fast nichts mehr von dieser OP spüre und meine muskulären Defizite zu nahe 100 Prozent wieder ausgeglichen sind. Dass dies überhaupt möglich war und ist, verdanke ich natürlich dem herausragenden Team der endogap – Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen mit Dr. Christian Fulghum an der Spitze und meinem hervorragenden und revisionserfahrenen Operateur Dr. Rolf Schipp, der die ‚RoboCop‘-TEP, wie ich sie inzwischen fast liebevoll nenne, gemeinsam mit dem ebenfalls sehr erfahrenen Dr. Florian Wolpert – dem ich übrigens meine rechte TEP aus 2008 verdanke – in dreistündiger harter Arbeit ‚hineingezimmert‘ hat.

Revisionshüfte mit Wagnerzugang – mit freundlicher Genehmigung der endogap durch Dr. Christian Fulghum

An dieser Stelle nochmals mein herzlichster Dank dafür an mein Ärzte-Team. Mein Dank gilt aber auch meinen Physiotherapeuten der Medical-Park-Klinik St. Hubertus in Bad Wiessee, in der ich meine vierwöchige Reha absolviert habe, der Physiotherapie am See in Gmund, die mich während der 6 Wochen Teilbelastung vor der Reha betreut hat und meiner lieben Frau, die mich als Pflegefall mit zwei ständigen Gehhilfen in den ersten 8 Wochen verständnis- und liebevoll um- und versorgt hat. Das komplette Auf -und Ab der Wiederherstellung meiner körperlichen Leistungsfähigkeit kann ja auch hier im Blog unter der Rubrik ‚Revision‘ in bisher 10 Kapiteln ausführlich nachgelesen werden, wobei es noch ein oder zwei weitere Kapitel geben wird.
Mit echten sportlichen Aktivitäten, wenn man mal von regelmäßigem Fitness- und Aufbautraining, sowie Walking mit Stöcken absieht, habe ich vor ca. 4 Wochen wieder begonnen. Ich habe die letzten drei Tischtennis-Ligaspiele der Vorrunde mit meinem Team erfolgreich und absolut schmerzfrei absolviert.

Damit ist mein sportlicher Ausblick auf 2019 geprägt von Optimismus und der Gewissheit, dass ich spätestens ab Frühjahr wieder etwas intensiver mit Ausdauersport starten kann. Geplant sind hier abwechselnd MTB-Einheiten (die ich übrigens ganz vorsichtig auch schon im Oktober dieses Jahres absolviert habe), Nordic-Cross-Training (Cross-Shaper) und kleine, lockere und kürzere Laufeinheiten, nachdem mir Dr. Schipp bei der 6-Monatskontrolle hierfür vorsichtig grünes Licht gegeben hat.

Meine liebste Doro und ich 2015 am Bloubergstrand bei Kapstadt

Darüberhinaus freue ich mich im Januar auf wunderschöne Wochen in Südafrika mit meiner Liebsten und unseren besten Freunden (übrigens als Wiederholungstäter schon zum 5. Mal in diesem traumhaften Land) und im April 2019 auf den nunmehr 3. TEPFIT-Workshop seit Bestehen unserer geschlossenen Facebook-Gruppe TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie). Dieses Mal wird es an wechselnden Locations in Berlin mit hochinteressanten Vorträgen und einem Aktiv-Programm für Betroffene stattfinden. Zur Anmeldung mit allen Informationen geht es hier.

Des Weiteren planen meine Mitautorin der beiden ‚Mutmach-Bücher‘ ‚Mut zur neuen Hüfte!‘ und ‚Mut zum neuen Knie!‘ Heidi Rauch und ich, 2019 regelmäßig in loser Folge kleine Video-Clips für unseren TEPFIT-YouTube-Kanal zu erstellen. Darin zeigen wir kleine aber effektive Übungen für die Stabilisation und den Muskelaufbau nach Hüft- oder Knie-OPs, die sich jederzeit und überall in den Alltag integrieren lassen. Den Anfang hat bereits Heidi Rauch gemacht mit ihrem ‚Einbein-Übungsvideo‘.
Wenn es Euch gefällt, abonniert einfach unseren YouTube-Kanal.

Ich wünsche meinen treuen Lesern und Abonnenten ein schönes, friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes, bewegungsreiches, sportliches und schmerzfreies Jahr 2019.

 

Sport mit Endoprothese – auch nach einer Revisions-OP?

Sport mit Endoprothese – auch nach einer Revisions-OP?

Antworten zu dieser Frage werden nach meinem Selbstversuch in loser Reihenfolge in den nächsten Wochen und Monaten hier zu lesen sein.
Steht doch in Kürze ein Wechsel der 21 Jahre alten und damals zementierten linken Hüfte-TEP an und natürlich kommen Fragen auf:

  • Werde ich ähnlich sportlich aktiv danach sein können wie in den letzten Jahren?
  • Kann/darf ich nach der Wechsel-OP auch wieder Laufen (Joggen)?
  • Wie haltbar und belastbar wird die Austausch-Hüfte sein?
  • Welche meiner Sportarten (Radfahren/MTB, Schwimmen, Laufen, Ski-Langlauf, Tischtennis, Cross-Shpaing, Bergwandern) werden ganz problemlos wieder möglich sein und ab wann?

Erholung und Entspannung – Tegernsee

Eine Revision-OP ist eben keine Erstimplantation und daher etwas komplizierter.
Wie es letztendlich um die Knochenbeschaffenheit rund um den gelockerten Schaft wirklich steht, kann man leider erst bei der OP selbst feststellen.
Aktuell versuche ich mich entsprechend vorzubereiten und genieße vor der Operation noch eine gute Woche Urlaub am geliebten Tegernsee mit meiner Familie, um schön entspannt und ausgeruht zu sein. Zudem werde ich, neben Spaziergängen in Berg- und See-Kulisse, noch einige lockere Runden mit dem MTB drehen, damit das Gelenk bis zu endgültigen Aufnahme in der endogap in Bewegung bleibt.
Einige sportliche Ziele habe ich mir natürlich für Anfang 2019 bereits gesteckt. Ob diese erreichbar und machbar sein werden? Ihr erfahrt es hier!

Weihnachtsgeschichten – Ironman mit Spenderherz oder ohne Bein und Hüftpfanne

So, 25. Dezember 2016 1 Kommentar
Natur und Bewegung genießen

Natur und Bewegung genießen

Natürlich dürfen in der Weihnachtszeit die Weihnachtsgeschichten nicht fehlen. Ich habe mir heute mal exemplarisch drei herausgegriffen die zeigen, dass der Mensch zwar (noch) nicht über das Wasser gehen kann wie Jesus, aber unglaubliche Fähigkeiten entwickeln kann, wenn er nur will.

In den etwas ruhigeren Weihnachtstagen hat mich ein Artikel im Münchner Merkur besonders berührt. Es wird die Geschichte des jungen Mannes Elmar Sprink erzählt, dem 2012 ein neues Herz transplantiert wurde. Es setzte sich nach 189 Tagen im Krankenhaus liegend ganz kleine Ziele: An die frische Luft gehen, Kaffee trinken, sich mit Freunden treffen, einen Spaziergang machen.
Als das funktioniert, wird er etwas verwegener und träumt davon, wieder mal seine Hausrunde in Köln laufen zu können. 2 Jahre nach seiner Herztransplantation finished er seinen ersten Ironman in der Langdistanz. Aber lest hier selbst seine unglaubliche Geschichte.

Nicht minder beeindruckt hat mich der Triathlet Christian Troger. Er wird 1983 ohne linkes Bein und Hüftpfanne geboren. Seine Ärzte prognostizieren, dass er niemals wird Laufen können. Damit fand er sich zunächst ab und wurde Kettenraucher und Partygänger ohne wirkliches Lebensziel, bis das Zuschauen bei einem Triathlon sein Leben veränderte. Er wurde selbst Profi-Triathlet. Seine beeindruckende Geschichte kann man in seinem Buch Geht nicht – läuft! nachlesen. Seine Profi-Karriere hat er inzwischen beendet. Er hält heute unter anderem Vorträge über Ziele und Motivation.

Dagegen nehmen sich die kleinen sportlichen Erfolge der über 1160 Mitglieder der TEPFIT-Gruppe zwar eher bescheiden aus, sind nicht minder beeindruckend. Die meisten in der Gruppe kämpfen sich nach mehreren, teils schwierigen Operationen wieder ins bewegte Leben zurück. Sei es mit Wandern, Radfahren, Tennis spielen, Skifahren, Laufen, Yoga, Nordic Walking, Reiten, Golfen, Cross-Shaping, Bergsteigen oder einfach mit langen ausgedehnten Spaziergängen mit und ohne Hund.

Alle drei Geschichten oder nennen wir es Beispiele haben eines gemein: Ohne den medizinischen Fortschritt, hätte es keine der o.g. Stories gegeben. Elmar Sprink wäre viel zu früh an seinem kranken Herz gestorben, Christian Troger wäre ohne HighTec-Prothese vermutlich Kettenraucher geblieben und die Mitglieder der TEPFIT-Gruppe würden früher oder später ihr Leben im Rollstuhl beenden.

Seien wir froh, dass wir in der westlichen Welt – und besonders in Deutschland – einen so hohen medizinischen Standard, sowie viele gute und verantwortungsvolle Ärzte, Physiotherapeuten und Medizinwissenschaftler haben. Dass es dabei immer noch etwas zu verbessern gibt und auch Fehler passieren, ist leider systemimmanent.

Da gilt der gute alte Spruch: No risc, no fun!

In diesem Sinne: Allen ein friedliches Weihnachtsfest und ein bewegtes Jahr 2017 voller Energie und Motivation!

 

Sport mit Endoprothese? – Die Schön-Kliniken sagen JA!

So, 24. April 2016 2 Kommentare

Nachfolgend ein Artikel auf der Seite der Schön-Kliniken zum Thema Endoprothese und Sport. Auch wenn dieser Beitrag keine sensationellen Neuigkeiten enthält, so gibt er dennoch eine gute Richtschnur für Betroffene vor, wenn auch mit ein paar Ungereimtheiten: Tischtennis und Tennis werden z.B. als bedingt geeignete Sportarten empfohlen, gleichzeitig sollen aber lt. diesem Artikel abrupte Drehbewegungen vermieden werden. Das passt nicht zusammen, zumindest nicht im höherklassigen Wettkampf-/Mannschaftssport!

Die Angst vieler Patienten: Darf ich mit einem künstlichen Gelenk überhaupt noch sportlich aktiv sein? JA, unbedingt sagt der Experte. Hier geht es zum kompletten Artikel

Jubiläum am Tegernsee: Das fünfte Mal zum Achtzigsten

Mi, 15. Oktober 2014 3 Kommentare
Tegernseelauf 2014

Tegernseelauf 2014

Was hat es damit auf sich? Wer auf der Seite „Über mich“ aufgepasst hat weis, dass ich heuer immerhin schon 57 Jahre alt geworden bin. Wer dann noch meine beiden OP-Termine kennt, kann die „Laufzeit“ meiner beiden Hüften korrekt mit 17 und 6 Jahren identifizieren. Somit haben meine beiden Metall-Polyethylen-Titan-Freunde zusammen mit mir dieses Jahr den Achtzigsten gefeiert. Bleibt noch die Zahl 5. Nach meiner zweiten OP im April 2008 war ich, wie den meisten meiner Leser bekannt ist, körperlich und sportlich so fit und komplett wieder hergestellt, dass ich mich entschloss, nach dem Vorbild meiner lieben Frau, eine Sportart zu betreiben, die ich im Alter von ca. 20 Jahren einstellen musste: Nämlich das Laufen/Joggen. So kam es, dass ich im September 2009 zum ersten Mal am Tegernseelauf in unserer Zweitheimat teilgenommen habe, seinerzeit nur die 10 km. Neben zahlreichen Lauf- und Triathlonwettkämpfen ließ ich in der Folge bis auf ein Jahr, nämlich 2011, keinen Tegernseelauf aus. 2010, 2012 und 2013 reichte es jeweils zu einem Halbmarathon. Und nun 2014, schließt sich der Kreis. Dieses Mal wartete in Anbetracht der etwas in die Jahre gekommenen linken künstlichen Hüfte wieder die 10 km Strecke, sowie im Ziel Freunde und Familie auf mich, um meine bisher langsamste 10 km-Zeit entsprechend zu würdigen.
Traurig war und bin ich darüber keine Sekunde. Wie sehr konnte und kann ich mich daran erfreuen, dass ich seit meinen Aufzeichnungen 2009 absolut problemlos und schmerzfrei knapp 5000 Laufkilometer zurücklegen konnte, neben den anderen sportlichen Aktivitäten wie Tischtennis, Schwimmen, Mountainbike, Tennis, Bergwandern und Skilanglauf.
So werde ich mich auch ganz unaufgeregt und in Ruhe langsam mit dem Gedanken vertraut machen, dass möglicherweise 2016 ein TEP-Wechsel notwendig wird. Bis dahin werde ich, mit ärztlichem Rat abgesichert, die sportlichen Aktivitäten keineswegs einschränken. Schließlich wollen Muskeln, Sehnen und Bänder gut trainiert in eine OP gehen.

Auch das geht: Sport mit Endoprothese

Sa, 16. August 2014 1 Kommentar

Nach dem Ersatz von arthrotischen und funktionsuntüchtigen Gelenken durch Endoprothesen können an Bewegung interessierte Menschen in der Regel wieder Sport treiben. – Pressemitteilung des DGSP vom 14.08.2014

Diese Erkenntnis ist natürlich für Leser dieses Blogs nicht neu, untermauert aber, dass mit künstlichen Gelenken fast alles wieder möglich ist. Dabei werden auch Joggen, Tennis, Tischtennis, Ski Alpin und Skilanglauf bedingt empfohlen, alles Sportarten, die ich selbst – außer Ski Alpin – betreibe. Allenfalls interessant ist, dass von Mountainbiking abgeraten wird, hauptsächlich aber wegen der Sturz- und damit Verletzungsgefahr. Die DGSP – Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention – Deutscher Sportärztebund hat eine entsprechende Pressemitteilung herausgegeben, die Sie hier komplett lesen können!

FIFA-WM, Geld, Macht, Politik – Zusammen was zusammen gehört

Nein, nicht dass ich nicht auch toll finde, dass Deutschland zum vierten Mal Fußballweltmeister geworden sind. Ich habe auch alle deutschen Spiele geschaut und dazu noch viele der anderen Teams. Ich freue mich für die Sportler, dass ihr Fleiß, ihr hartes Training und ihre Entbehrungen, die über Jahre notwendig sind um solche Leistungen zu erbringen, belohnt wurden. Auch der Neiddiskussion um viel zu hoch bezahlte Fußballspieler entziehe ich mich komplett. Der Markt ist da, der Konsument bezahlt die Ware Fußball, somit ist die Bezahlung in Ordnung. Aber ganz nach dem klassischen Angebot- und Nachfrage-Modell funktioniert Fußball leider doch nicht: Viele Profivereine erhalten in ihren Ländern Steuervergünstigungen, Stadien werden mit Steuermitteln finanziert und es gibt sogar europäische Länder, die Profivereine von der Steuer befreien. Da gerät doch einiges in Schieflage, zumindest dann, wenn diese Länder wie z.B. Spanien hoch verschuldet sind. Dazu passt es auch, dass die oft auch mit Korruption in Verbindung gebrachte FIFA sich bei allen Veranstaltungen von der jeweiligen Steuer befreien lässt und so ihren Milliardenüberschuss (ca. 1,6 Milliarden EUR bei der WM in Brasilien) ohne lästigen Fiskus behalten, bzw. teilweise an Vereine, Verbände, den Weltmeister und den Ausrichter verteilen kann. Länder, die eine WM ausrichten, bleiben auf ihren immensen Kosten für solch eine Veranstaltung (ca. 10 Milliarden EUR in Brasilien), die schon lange die Einnahmen bei weitem übersteigen, sitzen.
Trotzdem erzeugt die Ware Fußball, wenn sie denn erfolgreich ist, ein WIR-Gefühl, dass alles in der Schatten stellt. WIR sind Weltmeister! Überall Deutschlandfahnen, Außenspiegel in schwarz, rot, gold und kaum ein Produkt in den Geschäften ohne WM-Logo. Landesmutter und Landesvati lassen sich mit jedem oder allen Spielern in Mannschaftskabinen ablichten, nachdem sie zum Finale mal eben nach Rio geflogen sind. Werbe- und wahlwirksame Bilder sind ‚Angie‘ somit sicher und werden natürlich auch gezielt lanciert. Selbst der ‚lupenreine‘ Demokrat Wladimir Putin lässt es sich nicht nehmen im Finale dabei zu sein, wenngleich sein Team schon lange zu Hause ist und an seiner Landesgrenze der Kriegszustand herrscht. Auch nach der WM gibt es auf allen Kanälen TV-Spezialsendungen und die Mannschaftsankunft und Feier in Berlin wird mehrere Stunden live übertragen.
Woher aber kommt diese Euphorie? An den zugegeben fast 7 Millionen Deutschen, die in Fußballvereinen Sport treiben, kann es alleine nicht liegen. Der Deutsche Turnerbund rangiert mit 5 Millionen Mitgliedern auf den 2. Platz. Der Deutsche Angelfischerverband liegt übrigens auf Platz 8, mit immerhin fast 800.000 Mitgliedern. Rechnet man das in TV Stunden um, hätte man von der Angelweltmeisterschaft in Südafrika 2013 mindesten 20 -30 Stunden Live-Berichterstattung erwarten können. Vermutlich sind auch weniger offizielle WM-Angelhaken verkauft worden als die ca. 13 Millionen offiziellen WM-‚Brazuca‘-Fußbälle für knapp 130,00 EUR pro Stück. Aber auch anderen Randsportarten, wie z.B. Fußball, sorry Frauenfußball, geht es nicht viel besser. Die DFB-Auswahl wurde insgesamt 8 mal Europameister und 2 mal Weltmeister – und das obwohl es Frauenfußball erst offiziell seit 1983 gibt! Ich habe bei den Weltmeistertiteln 2003 in der USA und 2007 in China weder Gerhard Schröder, Johannes Rau, Angela Merkel noch Horst Köhler auf der Ehrentribüne oder in der Kabine gesehen. Wurde das Endspiel überhaupt live übertragen?
Natürlich haben die Medien einen sehr großen Anteil daran, ob eine Sportart wahrgenommen wird oder nicht. Und abgesehen vom allmächtigen Fußball, wechselt dies durchaus. Gab es früher zu Zeiten von Steffi Graf und Boris Becker stundenlange Übertragungen von Tennisturnieren, so wird heute die absolute Randsportart Biathlon aus welchen Gründen auch immer, stundenlang und durchaus mit großem technischen Aufwand – und damit teilweise sogar spannend in Szene gesetzt – live im TV übertragen. Warum übrigens auf anderen freien Sportkanälen viele Stunden Darts und Poker live übertragen wird, statt z.B. Badminton, Squash, Tischtennis oder auch Handball, um nur einige Ballsportarten außer Fußball zu nennen, wird sich mir trotzdem nie erschließen.
Am Ende des Tages werden sich wohl alle Leistungssportler, die nicht Profi-Fußballer sind, damit abfinden müssen, dass sie je nach dem welche der über 500 in Wikipedia gelisteten olympischen oder nicht olympischen Sportarten von Amateurfunkpeilen bis Zwergenwerfen sie ausüben, wenig bis überhaupt nicht im öffentlich rechtlichen, geschweige denn im PayTV, vorkommen. In keiner Sportart außer Fußball ist die Verquickung von Geld, Macht, Politik und das damit einhergehende öffentliche Interesse so perfekt gelungen, ist zusammen gewachsen was scheinbar zusammen gehört!