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Posts Tagged ‘Triathlon’

Urlaub und Kunst des Müßigganges

Wander-Tag

Es ist soweit, der Urlaub steht vor der Türe und die Aktivitäts-Vorsätze reifen. Jeden Tag etwas Sport und Bewegung (Schwimmen, Radfahren, Laufen, Wandern, Spazieren gehen). Das Tegernseer Tal bietet dazu alle Möglichkeiten. Nun immerhin schon eine Woche den Urlaub genießend, muss ich erkennen, dass mein Bewegungsdrang nicht ganz den eigenen Ursprungsplanungen entspricht. Wie schön ist es auch mal nur in der Sonne zu sitzen und die Bergkulisse zu betrachten, in aller Ruhe und Ausgiebigkeit die Tageszeitung zu lesen oder auch einfach mal nur ‚vor sich hin‘ zu dösen.

See-Tag

Zwischendurch schon das eine oder andere Mal vom schlechten Gewissen geplagt, welches ruft: „Los, raffe Dich auf, unternimm etwas!“
Auch wenn ich darauf einige Male gehört habe, sieht die Bewegungs- und Sportbilanz eher mager aus. Zwar sagt mir mein Aktivitätstracker, dass ich knapp 30 km in den letzten 7 Tagen gegangen, bzw. gelaufen bin und gut 50 km auf dem MTB bewältigt habe, sowie nicht erwähnenswerte 300 Meter im See geschwommen bin, aber im Vergleich zu früheren Aktivitäten in vergleichbarer Situation, ist das doch sehr überschaubar. Und wo liegt das Problem? Es gibt keines.

Müßiggang-Tag

Man muss und sollte einfach auch mal wirklich ausspannen und dem Müßiggang frönen, lange und ausgiebig schlafen und das alles ohne schlechtes Gewissen. Schließlich müssen die Batterien wieder aufgeladen werden, um dann erholt und frisch, den Arbeitsalltag zu meistern. Ganz kurz hat mich heute, während ich diese Zeilen schreibe, dann tatsächlich etwas Wehmut ergriffen. Findet doch jetzt gerade der Tegernseer Tal Triathlon statt, an dem ich schon zweimal teilgenommen habe (2010 als Einzelstarter und 2012 in der Staffel im Rahmen des FiveArtHips-Projektes). Allerdings meint es das heutige 12 Grad kühle Dauerregenwetter in diesem Fall gut mit mir und ich kann ganz entspannt bleiben.

MTB-Tag

Der Wettkampf hätte unter diesen Bedingungen nur mäßig Spaß gemacht, vor allen Dingen auch für die Zuschauer, Angehörigen und Freunde. So lasse ich mich nun auch in die zweite Urlaubswoche treiben, ganz ohne Aktivität-Stress, wobei sicher noch der eine oder andere Lauf- und Radkilometer dazu kommt.
In diesem Sinne wünsche ich all meinen treuen Lesern eine schöne Ferienzeit mit viel Zeit für sich selbst und die Liebsten!

Weihnachtsgeschichten – Ironman mit Spenderherz oder ohne Bein und Hüftpfanne

So, 25. Dezember 2016 1 Kommentar
Natur und Bewegung genießen

Natur und Bewegung genießen

Natürlich dürfen in der Weihnachtszeit die Weihnachtsgeschichten nicht fehlen. Ich habe mir heute mal exemplarisch drei herausgegriffen die zeigen, dass der Mensch zwar (noch) nicht über das Wasser gehen kann wie Jesus, aber unglaubliche Fähigkeiten entwickeln kann, wenn er nur will.

In den etwas ruhigeren Weihnachtstagen hat mich ein Artikel im Münchner Merkur besonders berührt. Es wird die Geschichte des jungen Mannes Elmar Sprink erzählt, dem 2012 ein neues Herz transplantiert wurde. Es setzte sich nach 189 Tagen im Krankenhaus liegend ganz kleine Ziele: An die frische Luft gehen, Kaffee trinken, sich mit Freunden treffen, einen Spaziergang machen.
Als das funktioniert, wird er etwas verwegener und träumt davon, wieder mal seine Hausrunde in Köln laufen zu können. 2 Jahre nach seiner Herztransplantation finished er seinen ersten Ironman in der Langdistanz. Aber lest hier selbst seine unglaubliche Geschichte.

Nicht minder beeindruckt hat mich der Triathlet Christian Troger. Er wird 1983 ohne linkes Bein und Hüftpfanne geboren. Seine Ärzte prognostizieren, dass er niemals wird Laufen können. Damit fand er sich zunächst ab und wurde Kettenraucher und Partygänger ohne wirkliches Lebensziel, bis das Zuschauen bei einem Triathlon sein Leben veränderte. Er wurde selbst Profi-Triathlet. Seine beeindruckende Geschichte kann man in seinem Buch Geht nicht – läuft! nachlesen. Seine Profi-Karriere hat er inzwischen beendet. Er hält heute unter anderem Vorträge über Ziele und Motivation.

Dagegen nehmen sich die kleinen sportlichen Erfolge der über 1160 Mitglieder der TEPFIT-Gruppe zwar eher bescheiden aus, sind nicht minder beeindruckend. Die meisten in der Gruppe kämpfen sich nach mehreren, teils schwierigen Operationen wieder ins bewegte Leben zurück. Sei es mit Wandern, Radfahren, Tennis spielen, Skifahren, Laufen, Yoga, Nordic Walking, Reiten, Golfen, Cross-Shaping, Bergsteigen oder einfach mit langen ausgedehnten Spaziergängen mit und ohne Hund.

Alle drei Geschichten oder nennen wir es Beispiele haben eines gemein: Ohne den medizinischen Fortschritt, hätte es keine der o.g. Stories gegeben. Elmar Sprink wäre viel zu früh an seinem kranken Herz gestorben, Christian Troger wäre ohne HighTec-Prothese vermutlich Kettenraucher geblieben und die Mitglieder der TEPFIT-Gruppe würden früher oder später ihr Leben im Rollstuhl beenden.

Seien wir froh, dass wir in der westlichen Welt – und besonders in Deutschland – einen so hohen medizinischen Standard, sowie viele gute und verantwortungsvolle Ärzte, Physiotherapeuten und Medizinwissenschaftler haben. Dass es dabei immer noch etwas zu verbessern gibt und auch Fehler passieren, ist leider systemimmanent.

Da gilt der gute alte Spruch: No risc, no fun!

In diesem Sinne: Allen ein friedliches Weihnachtsfest und ein bewegtes Jahr 2017 voller Energie und Motivation!

 

Glückwunsch zu 10 Jahren ENDOLIFE

Vor zwei Tagen lag die neue Ausgabe des endolife-Magazins der endogap – Klinik für Gelenkersatz in meinem Briefkasten. Diese besondere Ausgabe zum 10-jährigen Jubiläum zeigt sehr eindrucksvoll die Geschichte und Entwicklung der endogap seit 2005. In den sechziger Jahren von einem der Pioniere der Endoprothetik Prof. Fritz Lechner als Abteilung eines Kreiskrankenhauses gegründet, hat sein Nachfolger Dr. Holm Schlemmer die endogap als eigene Marke kreiert und diese dann 2010 dem heutigen Chefarzt Dr. Christian Fulghum übergeben. Dieser hat mit seinem Team die Spezialklinik konsequent ausgebaut und dafür gesorgt, dass die endogap als eine der ersten Kliniken in Deutschland 2012 EndoCert zertifiziert wurde. Außerdem hat Dr. Christian Fulghum mit endofit einen jährlichen Fachkongress aus der Taufe gehoben, der durch die mehrmals jährlich stattfindenden indofit-sportkurse für Patienten abgerundet wird.
In den endolife-Magazinen, die zweimal jährlich erscheinen, geht es immer um Wissenswertes rund um das Thema der Endoprothetik, um aktuelle Entwicklungen und Neuerungen. In einer weiteren Rubrik werden Patienten vorgestellt, die von ihrem neuen Lebensgefühl nach einer erfolgreichen OP berichten. Ich selbst hatte das Vergnügen in der Ausgabe Sommer 2009 auf Seite 6 meine Geschichte beisteuern zu dürfen. Natürlich hat es mich besonders gefreut, dass diese Geschichte nun auch in der Jubiläumsausgabe (ebenfalls auf Seite 6) mit einem kleinen Foto erwähnt wurde. Alle 20 Magazine stehen auf der Klinikwebseite zur Verfügung. Es ist dort auch möglich, die Zeitschrift als ‚analoge‘ Ausgabe zu bestellen.
Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die endogap in Garmisch-Partenkirchen auch in den kommenden Jahren ihre Qualität und guten Ruf konsequent weiter ausbaut, um damit auch zukünftig eine der ersten Adressen für künstliche Hüfte- und Kniegelenke in Deutschland zu bleiben.

Nur 17 Blogartikel später, und schon wieder Weihnachten!

Die Zeit rennt und ich frage mich, was habe ich 2015 eigentlich alles gemacht? Was hat es gebracht? War es gut für mich? Gut für Andere? Gut für meine Liebsten?
Zunächst fällt auf, dass ich zwar an allen Fronten (Job, Sport, Bloggen, soziale Netzwerke, sonstige private Aktivitäten) sehr aktiv war, aber der Sport einen kleineren Raum eingenommen hat, als die Jahre zuvor. Das hat nichts mit dem einen in die Jahre (fast 19) gekommenen künstlichen linken Hüft-Gelenk zu tun, sondern viel mit den Nebenbei-Aktivitäten im Bereich soziale Netzwerke, der Administration und Pflege unserer Webseiten, sowie der kaufmännischen Abwicklung unserer Buchaktivitäten. Freut es auf der einen Seite, dass z.B. unsere FB-Gruppe ‚TEPFIT – Fit mit künstlichen Gelenken (Hüfte und Knie)‘ so gut ankommt und rasant wächst, bedeutet dies doch gleichzeitig einem erhöhten Pflege- und Kommunikationsaufwand. So schön unsere gleichbleibend guten Buchverkäufe sind, bedeuten diese auch einen gleichbleibenden hohen administrativen, bzw. kaufmännischen Aufwand.

Vor dem TafelbergSportlich habe ich in 2015 zwar erstmals seit 2009 keinen Lauf- oder Triathlon-Wettkampf bestritten, dennoch haben meine Laufschuhe knapp 500 km auf den Sohlen und einige Höhenmeter Mountainbike kommen noch dazu. Als persönliches Highlight hatten meine Liebste und ich im November/Dezember einen wunderschönen Südafrika-Urlaub, bei dem wir außer neuen Weingütern dieses Mal auch eine Woche lang sehr einsame und landschaftlich atemberaubende Gegenden kennengelernt haben. Dieser Urlaub war perfekt, um abseits von Telefonerreichbarkeit, bei hochsommerlichen Temperaturen und ‚fast‘ ohne Facebook wieder die Akkus aufzuladen.
Schön, dass nun im Dezember bei uns auch die Temperaturen noch frühlingshaft sind. So stehen Outdoor-Aktivitäten im leichten Outfit nichts im Wege. Mit Skilanglauf zwischen Weihnachten und Silvester wird es allerdings selbst am Tegernsee nichts werden. Vielleicht geht ja Baden im See noch, die ersten Kitesurfer wurden schon gesichtet!

Alles in allem blicken meine Familie und ich auf ein erfolgreiches und vor allen Dingen von privaten oder gesundheitlichen Problemen verschontes Jahr 2015 zurück. Ich wünsche allen meinen Lesern noch schöne Weihnachtstage, ein paar ruhige Tage bis Silvester und ein sportliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Wie ‚hören und lesen‘ uns in 2016 wieder! Bis dahin, Ihr ‚Sportblogger‘!

Sonntagslauf vor dem Aufstehen – unfreiwilliger Selbstversuch

So, 26. Juli 2015 5 Kommentare

… oder was meine neue Garmin Fenix 3 damit zu tun hat.

Der 26.7.2015 sollte ein besonderer Sonntag werden. Nicht nur weil meine beiden Liebsten mich heute in Richtung Oberbayern für einige Wochen verlassen haben, sondern weil ich zum ersten Mal in meinem Leben Sonntags um kurz nach 8:30 Uhr bereits das zweite Mal geduscht bin. Doch wie konnte es dazu kommen?
Um dem Ferienverkehr zu entgehen, beschlossen meine Frau und meine Tochter heute ganz früh loszufahren, um 5:30 Uhr.
Als guter Ehemann und Vater wollte ich die Beiden natürlich noch persönlich verabschieden. So stand ich halbnackt um 5:31 Uhr auf der Terrasse bei nur 10 Grad (immerhin plus) und mit Morgentau auf der hohen Stirn, um eifrig Beiden hinterher zu winken. Kaum außer Sichtweite, standen komplizierte Entscheidungen an: Wieder hinlegen und weiterschlafen, mit einer Tasse Kaffee hinlegen und Zeitung lesen oder etwa sogar auf bleiben? Ich entschloss mich für die mittlere Option. Dank modernster Technik kann man ja auch die WAMS vor dem Aufstehen kaufen und lesen. Und was schlägt mir da heute wie zum Hohn als Titelthema ins Gesicht: ‚Schlaflos – warum wir nicht mehr zur Ruhe kommen‚.
Neben Kaffee trinken und Lesen quälte mich aber auch der zarte Gedanke, ich könnte ja mal ganz früh laufen gehen. Bisher habe ich diesem Versuch seit meiner Geburt erfolgreich widerstanden, trotz permanenter Artikel in den einschlägigen Laufmagazinen, wie toll, inspirierend und gesund der frühe Lauf sei. Wäre da nicht zusätzlich mein neues Trainingsspielzeug. Seit zwei Wochen nenne ich die Fenix 3 von Garmin mein Eigen und die muss ja schließlich auch bewegt werden. Dazu kommt der zusätzliche soziale Druck durch Garmin Connect und die sog. ‚Garmin Freunde‘ (Wie können das Freunde sein, wenn ich wegen denen Sonntags vor dem Aufstehen laufen muss?). Wer läuft am frühesten, am längsten, am schnellsten? Wer hat den höchsten VO2 max, wie immer den der neue Trainingscomputer am Handgelenk auch misst? Zum Glück lässt sich dieser Wert auch manuell eintragen, aber Vorsicht für alle ‚Faker‘: Erst mal schnell ‚googlen‘ auf welchen Wert die Spitzenausdauerathleten so kommen. Ein eigener 3-stelliger Wert kann da schnell unglaubwürdig werden. So stehe ich tatsächlich um 7:00 Uhr vollständig auf und beschließe, meine Laufsachen nicht nur zu suchen sondern sogar anzuziehen, wenngleich die sich um diese Zeit Sonntags naturgemäß noch sehr versteckt halten. Jetzt noch schnell rasieren – das macht bestimmt einige Millisekunden in der Zeit aus – und allen unnötigen sonstigen Körper-Ballast abwerfen, sofern das so früh schon geht. So stehe ich dann tatsächlich leicht fröstelnd, inzwischen sind es 12 Grad, um 7:45 Uhr am Sonntag morgen komplett ausgerüstet mit Pulsgurt, Trainingscomputer, Laufklamotten und immer noch müden Augen mutterseelenallein vor unserer Haustüre auf 180 Meter Meereshöhe (weiss die Garmin). Nun noch die Aktivität Laufen auf der Fenix 3 starten – diese meldet Puls gefunden (welch ein Glück), Satelliten alle vorhanden (die sind auch schon so früh wach) – und los gehts, ganz langsam den morgendlichen wärmenden Sonnenstrahlen entgegen.
Schlafender Frosch

Vorbei an ausnahmslos geschlossenen Rollläden in Richtung Pfingstborn, unserer wunderschönen Freizeitanlage am Feld- und Tanuswaldrand direkt vor der Haustüre. Einziger Nachteil: Es sind einige Höhenmeter auf recht kurzer Distanz zu überwinden, nämlich 148 auf 6,4 km (weiss alles die Fenix 3).
Völlig davon überzeugt, dass ich um diese Zeit beim Laufen ganz alleine bin, werde ich eines Besseren belehrt. Nordic Walker mit und ohne Hunde, normale Gassi-Geher, Rehe am Waldrand, Feldhasen am Feldrand, Bussarde und sonstiges Gefieder über mir und ein noch nicht wachgeküsster Frosch mitten auf dem Weg – oder wurde der von einem noch früheren Läufer einfach plattgerannt? Kann ich so früh noch nicht zweifelsfrei erkennen. Jetzt muss doch endlich mal der Aha-Effekt des frühen Laufens kommen, denke ich. Aber er bleibt ebenso aus wie das berühmte ‚Runner’s high‘. Immer noch nicht richtig wach, geht meine Morgenrunde langsam zu Ende. Die Rollläden in unserer Straße sind immer noch alle unten. Zur Erinnerung: Es ist Sonntag! Um ein paar Stunden Schlaf ärmer aber dafür um eine Morgenlauferfahrung reicher bin ich mir ganz sicher: Der Frühsport und ich werden nie wirkliche Freunde werden. Das ist übrigens auch den einzige wahre Grund – nicht etwa mangelnde Fitness – warum meine wenigen Triathlon-Wettkämpfe immer nur über die Sprintdistanzen gingen. Der Rohentwurf zu diesem Beitrag ist allerdings tatsächlich während des heutigen ‚Nachtlaufs‘ in meinem schläfrigen Hirn entstanden. Ob das hätte sein müssen, mag der ausgeschlafene Leser bitte selbst beurteilen.
Ach so, hier ein Auszug aus dem, was meine Garmin noch so alles gemessen hat, für was und für wen auch immer:
Durchschn. Trittfrequenz: 136 spm (Schritte pro Minute), maximale Trittfrequenz: 168 spm (vor wem bin ich da geflohen?)
Durchschn. vertikale Bewegung: 8,2 cm (das Auf und Ab des Rumpfes bei jedem Schritt, ob das die Teufelsuhr auch bei anderen Rumpfaktivitäten misst?)
Durchschn. Bodenkontaktzeit: 359 Millisekunden
Durchschn. Schrittlänge: 0,91 cm
Das Wichtigste zum Schuss: Kommentare bitte erst später, ich muss mich erst mal hinlegen!

Jubiläum am Tegernsee: Das fünfte Mal zum Achtzigsten

Mi, 15. Oktober 2014 3 Kommentare
Tegernseelauf 2014

Tegernseelauf 2014

Was hat es damit auf sich? Wer auf der Seite „Über mich“ aufgepasst hat weis, dass ich heuer immerhin schon 57 Jahre alt geworden bin. Wer dann noch meine beiden OP-Termine kennt, kann die „Laufzeit“ meiner beiden Hüften korrekt mit 17 und 6 Jahren identifizieren. Somit haben meine beiden Metall-Polyethylen-Titan-Freunde zusammen mit mir dieses Jahr den Achtzigsten gefeiert. Bleibt noch die Zahl 5. Nach meiner zweiten OP im April 2008 war ich, wie den meisten meiner Leser bekannt ist, körperlich und sportlich so fit und komplett wieder hergestellt, dass ich mich entschloss, nach dem Vorbild meiner lieben Frau, eine Sportart zu betreiben, die ich im Alter von ca. 20 Jahren einstellen musste: Nämlich das Laufen/Joggen. So kam es, dass ich im September 2009 zum ersten Mal am Tegernseelauf in unserer Zweitheimat teilgenommen habe, seinerzeit nur die 10 km. Neben zahlreichen Lauf- und Triathlonwettkämpfen ließ ich in der Folge bis auf ein Jahr, nämlich 2011, keinen Tegernseelauf aus. 2010, 2012 und 2013 reichte es jeweils zu einem Halbmarathon. Und nun 2014, schließt sich der Kreis. Dieses Mal wartete in Anbetracht der etwas in die Jahre gekommenen linken künstlichen Hüfte wieder die 10 km Strecke, sowie im Ziel Freunde und Familie auf mich, um meine bisher langsamste 10 km-Zeit entsprechend zu würdigen.
Traurig war und bin ich darüber keine Sekunde. Wie sehr konnte und kann ich mich daran erfreuen, dass ich seit meinen Aufzeichnungen 2009 absolut problemlos und schmerzfrei knapp 5000 Laufkilometer zurücklegen konnte, neben den anderen sportlichen Aktivitäten wie Tischtennis, Schwimmen, Mountainbike, Tennis, Bergwandern und Skilanglauf.
So werde ich mich auch ganz unaufgeregt und in Ruhe langsam mit dem Gedanken vertraut machen, dass möglicherweise 2016 ein TEP-Wechsel notwendig wird. Bis dahin werde ich, mit ärztlichem Rat abgesichert, die sportlichen Aktivitäten keineswegs einschränken. Schließlich wollen Muskeln, Sehnen und Bänder gut trainiert in eine OP gehen.

Aus FiveArtHips wurde TwoArtHips – Glückwunsch zum 70.3 Finish

Heinz Meixner - Finisher 70.3 in Wiesbaden 2014

Heinz Meixner – Finisher 70.3 in Wiesbaden 2014

Wie hier im Blog mitgeteilt, hatte ich bereits im März 2014 schweren Herzens beschlossen, mich mangels Trainingszeit vom 70.3 am 10.8.2014 abzumelden. Claudia Weber und Heinz Meixner waren zu diesem Zeitpunkt bereits voll im Trainingsplan. Ca. 6 Wochen vor dem 10.8. zog sich allerdings Claudia eine massive Schulterverletzung zu, die Schwimmen unmöglich machte – und zwar genau an dem Wochenende, als sie die schwere 70.3 Rad-Strecke erkunden wollte.
Allerdings verletzte sie sich nicht im Training, sondern beim Versuch Ihr Rad im Hotel-Aufzug hochkant zu stellen.  So etwas nennt man wohl Ironie des Schicksals. Da Claudias Schulterverletzung leider nur operativ beseitigt werden kann, hat sie genau 3 Tage nach dem geplanten 70.3 Start ihren OP-Termin. Somit blieb es tatsächlich Heinz Meixner als Einzigem von uns Dreien vergönnt, die IRONMAN 70.3 Europameisterschaften in Wiesbaden zu bestreiten. Natürlich waren Claudia und ich an der Strecke, um Heinz zu unterstützen. Claudia ließ es sich nicht nehmen, Heinz schon morgens um kurz nach halb acht beim Schwimmstart in Raunheim zu pushen. Ich konnte dann Heinz, noch super in der Zeit liegend, bei Rad-KM 20 anfeuern. Danach habe ich mich mit Claudia direkt nach Wiesbaden an die Laufstrecke begeben. Nach Heinzes Planung sollten wir ihn so ca 12:00 Uhr auf der ersten Laufrunde erwarten – die Profis waren da bereits schon eine halbe Stunde im Ziel.  Claudia und ich suchten ihn aber vergebens und machten uns schon etwas sorgen. Doch dann tauchte unser „TwoArtHipser“ endlich gut gelaunt, wenn auch von der schweren Radstrecke mit 1500 Höhenmetern etwas überrascht und gezeichnet, vor dem Wiesbadener Bowling Green auf. Den abschließenden Halbmarathon ging unser Hobby-Triathlet dann relativ entspannt an und wir konnten ihn nach gut 8 Stunden im Ziel bejubeln. Mit Sicherheit war er der einzige Teilnehmer mit zwei künstlichen Hüftgelenken und wurde als solcher auch von Ziel-Moderator in angekündigt. Stolz präsentierte uns Heinz im Anschluß seine Finisher Medaille. Eine Super-Leistung und herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.
Wir Drei werden uns ein neues FiveArtHips-Ziel stecken wenn Claudias Schulter wieder hergestellt ist. Also auf ein Neues, vielleicht im Jahre 2015.